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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    Ordnung, Chaos und Verzweiflung

    Hallo,
    ich habe ein Problem, was vielen hier, zumindest Auszugsweise, bekannt vorkommen sollte.
    Momentan bin ich VÖLLIG überfordert damit, Ordnung zu halten
    Es liegt aber, das ist jetzt vermutlich der Unterschied, nicht an mir sondern viel mehr an meinem Freund.

    Ich habe mir, da ich sehr extrem auf Unordnung reagiere (bis hin zu Panikattacken), angewöhnt, immer sofort aufzuräumen.
    Beim Kochen, Unizeug etc., alles wird extrem penibel sortiert und geordnet, alles ist an seinem festen Platz u.s.w.
    Sobald jemand diese Struktur auflöst, stehe ich da und werde richtig... mir fehlt gerade das passende Wort zur Beschreibung... zumindest bin ich dann "weg".
    Verkrieche mich, bekomme Panik und fühle mich schlicht hilflos.

    Solange ich alleine Lebe oder zumindest mein eigenes Zimmer habe, in dem ich selber für Ordnung sorgen kann, dann geht es halbwegs.
    In meiner vorigen WG hatte ich eine Mitbewohnerin, die auch schon extrem unordentlich und dreckig war (alles verschimmelt etc.), da habe ich eben nicht mehr zuhause gegessen... war zwar blöd, aber durch mein eigenes Zimmer war es ertragbar.

    Ich habe meinem Freund von Anfang an klar gemacht, dass ich Ordnung brauche. Da ich sonst kirre werde.
    Aber es funktioniert zum verrecken nicht
    Beispiel Küche: Es sieht fast IMMER aus, als wäre hier eine kleine Katastrophe ausgebrochen.
    Mein Freund kocht meistens und ich räume das nicht auf. Es geht einfach nicht. Ich stehe da und bin einfach nur soooo verzweifelt.
    Sonntag wollte er die Küche aufräumen. Nichts. Dann Montag. Nichts. Mittwochmorgen hat er sie dann aufgeräumt (dann aber auch richtig!).
    Mittwochabend komme ich rein und breche fast zusammen.
    Er hat gekocht.
    Töpfe, Teller, ALLES steht rum. Leere(!) Packungen, Gemüsereste, Öl und Essig, Gewürze etc., NICHTS zurückgeräumt, NICHTS weggeschmissen o.ä.

    Beispiel Schlafzimmer: Wir haben 2 Wäschekörbe (30/40 Grad und Kochwäsche). Nach einem Jahr kriegt er es nicht geregelt, seine Sachen zu sortieren.
    Socken, Hosen, sämtliche Kleidungsstücke liegen auf dem Boden rum. Kleiderschrank ist immer offen.
    Hat letztens seine Sporthose gesucht. Hab ihm gesagt, er solle mal unterm(!) Bett suchen. Gesagt, getan und genau dort gefunden...

    Beispiel Wozi: Männe nimmt was aus einer Kiste. Und kommt natürlich NICHT auf die Idee, den Deckel wieder drauf zu packen.
    Spiele wurden aus dem Regel genommen und fliegen im Wozi rum.
    Bücher stehen überall, aber NICHT im Bücherregal.

    Nun, ich weiß, das mein Freund einige Symptome des AD(H)S erfüllt. Aber ich bin kein Arzt und ein paar Symptome machen noch lange kein AD(H)S.
    Aber das Problem ist ja dasselbe.
    WIE kriege ich ihn dazu, Sachen wegzupacken? Deckel auf Kisten zu packen? Öl und Essig in den Schrank zurückzustellen? Schuhe und Jacke im Flur auszuziehen?
    Gebrauchte Klamotten in die Wäsche zu legen, andere in den Kleiderschrank? Schranktüren zu schließen?

    Und vor allem: Wie gehe ich selber damit um?
    Ich bin grade unglaublich verzweifelt. Habe nächste Woche eine Prüfung und müsste eigentlich lernen. Sitze im Wozi und drehe durch.
    Leider war mein Freund die letzten Tage öfter mal im Wozi gewesen, dementsprechend ist es mittlerweile sogar dort unordentlich.
    Ich kann mich nicht konzentrieren. Es klappt nicht. Andauernd sehe ich offene Deckel, rumfliegende Sachen und denke, ich muss aufräumen.
    Aber gleichzeitig bin ich völlig blockiert. Ich sehe nur das Chaos und bin kurz davor, zu heulen. Es ist zu viel für mich.
    Und meine Reaktion auf "zu viel für mich" kann bisweilen sehr drastisch ausfallen. Das ist doch kein Zustand Ansonsten ist mein Freund übrigens wirklich toll.

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 58

    AW: Ordnung, Chaos und Verzweiflung

    Hallo,

    das klingt ja wirklich chaotisch, du Arme. Was sagt er denn zu der ganzen Geschichte?
    Vielleicht würde ein gemeinsamer Haushaltsplan helfen, oder kleine Klebezettel, z.B.
    in der Küche, dass er die Sachen wirklich sofort wegräumt.
    Ich vergesse solche Sachen leider auch teilweise, aber mit einem rotem Post-it wird es
    schwieriger einfach Sachen liegen zu lassen.

    Noch eine Idee ist eine "Aufräum Zeit", wo ihr beide (nicht nur du!), aufräumt. Wenn man jeden
    Tag 20 Minuten dafür einplant ensteht ja erst gar kein mega Chaos

    Falls dein Freund nicht mitziehen will würd ich einfach etwas druck machen (zB. nichts mehr für ihn tun, Entzug von gewissen
    Tätigkeiten zieht auch meist sehr gut )

    Wenn er völlig uneinsichtig ist würde ich sein ganzes Chaos einfach auf sein Bett/Betthälfte legen, wenn es dich da noch stört halt unter seine Decke.
    Dann muss er halt in Dreckwäsche schlafen Hinterherräumen würde ich ihm aber auf keinen Fall, du bist ja nicht seine Mutti^^

    Liebe Grüße

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Ordnung, Chaos und Verzweiflung

    Danke für die Antwort.
    Wir haben gestern miteinander geredet und ich habe versucht im klar zu machen, dass ich nicht einfach nur rummeckern möchte, sondern wirklich Probleme damit habe.
    Er versucht es ja, es ist nicht so, dass er sich denkt: "Mach die schon!". Aber irgendwie kriegt er es nicht geregelt.

    Das mit den Post-It's würde vllt. helfen.
    Tagesplan an sich auch, aber da wir beide studieren, sind wir teilweise den ganzen Tag, teilweise erst um 20 Uhr abends zuhause.
    Da ein groooßer Teil des Chaos auch dadurch entsteht, dass der Jung' immer in der Küche lernt und tausende von unsortierten Zetteln rumfliegen hat,
    habe ich schon mehrfach versucht, in von der Arbeit in der Uni (Fußweg 10 Minuten) zu überzeugen.
    Er stimmt mir dann zu, dass es vllt. effektiver ist und er sich dann auch weniger ablenken lässt durch Internet, Buch etc., aber irgendwann endet es doch immer wieder in der Küche.

    Sachen schmeiße ich schon regelmäßig auf seine Betthälfte oder auch in den Flur.
    Er steigt dann drüber und lässt es trotzdem liegen.
    Die Sachen auf dem Bett schmeißt er dann halt abends auf den Boden... es stört ihn einfach nicht. Ich glaube er nimmts überhaupt nicht wahr.

    Naja, ich hoffe das das Gespräch gestern ein wenig gewirkt hat, aber glaube nicht so fest dran. Weil er es eben nicht absichtlich tut.

    Ich glaube, ich werde mal die Wohnung mit ganz vielen Zetteln versehen.

    Oder gibts noch weitere Tipps?

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