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Diskutiere im Thema Was kann ich gegen Prokrastination machen? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 16

    Was kann ich gegen Prokrastination machen?

    Hallo Leute, ich habe mal eine Frage an euch:
    Was macht ihr gegen das aufschieben? Meine Probleme werden immer größer, ich bin Selbstständig und auch recht gut in dem was ich mache. Aber meine Organiesation und meine Planung lassen sehr zu wünschen übrig. Ich habe schon viel versucht aber nichts bringt den richtigen erfolg. Mit meiner schlechten Strucktur habe ich mich abgefunden und methoden entwickelt um damit klar zu kommen. Es ist zwar nicht gut aber es geht. Was mit echte Probleme bereitet ist, dass ich alles aufschiebe. Meistens weil ich angst habe zu versagen oder ich angst habe ich könnte bein Kunden schlecht rüber kommen und mal. In großen und ganzen habe ich angst einen Fehler zu machen. Dann kommt noch hinzu, dass ich meine Rechnungen nich auf mache, da ich hier auch nur schlechte Nachrichten bekomme. Ich habe es mit Citalopram und ohne versucht und mit Midikinet. Egal wie ich es kombieniere ich komme auf kein grünen Zweig. Was kann ich machen und was macht ihr?

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.392

    AW: Was kann ich gegen Prokrastinastino machen?

    In den sauren Apfel beißen und einfach MACHEN. Aufschieben macht nur noch mehr Probleme. ich weiß, das sagt sich so leicht udn ich hatte deswegen auch schon große Schwierigkeiten, aber alles andere hilft nicht. Du musst da raus aus der Lähmung und aus der Angst und HANDELN - und dann merken, es ist gar nicht so schlimm und es GEHT! Also: Rechnung aufmachen und bezahlen, eine nach der anderen. Es wird sonst immer nur schlimmer. Und ich weiß, wovon ich spreche. Wenn Du es nicht schaffst, bitte jemanden, Dir zur Seite zu stehen. und dann mach einen festen Deal mit Dir: XY immer Montag erledigen. Dafür sorgen, dass es nicht so weit kommt und immer genug zeit einbauen, um dann zu merken, dass es geht, Dinge abzuarbeiten und so schrittweise wieder Kontrolle über Dinge zu bekommen. Und dann belohnen! Außerdem telefoniere ich täglich mit einer Person und lasse mir so etwas helfen, Dinge in Angriff zu nehmen. Das klappt immer besser, und mittlerweile hab ich schon echt viel weggearbeitet, was früher sich turmhoch vor mir augetürmt hatte... und mir geht SO VIEL BESSER...!

  3. #3
    howie

    Gast

    AW: Was kann ich gegen Prokrastinastino machen?

    Hey Du!
    Die Bank schickt 'ne Rechnung
    ich mach' sie nicht auf
    ich schmeiß' sie in Müll
    leider geil.
    (Deichkind)
    Ähm, ja es geht auch anderen so!
    Nicht aufgemacht, zum Beispiel - Kredit karte aufschwatzen lassen - noch keinen Brief der daraufhin kam geöffnet.
    oder - Internetseite gemacht (unter andem wichtig für meine Zulassungsarbeit (so was wie Diplomarbeit)) - Rechnungen nicht geöffnet - Internetseite futsch.

    Aber ich arbeite an mir.
    Also hier habe ich mal super schlaue Tipps gegeben! Außer über NLP sollte man über alle zumindest mal nachdenken! Das beste ist der, dass man sich bewusst macht, was wäre wenn morgen das Leben vorbei wäre! Das motiviert schon.

    dann mache ich neuerdings so eine excell tabelle (genauer gesagt eine google drive tabelle) - ich gebe mir punkte - 5 stunden lernen oder was sinnvolles für den lebensweg machen bei vollen 10 punkten gibt 3000 punkte (blaue kurve) - zwei stunden sport täglich bei vollen 10 punkten gibt auch 3000 punkte (rote kurve)! (gestern und heute kletterkurs der jeweils mehr als 3 stunden gedauert hat, deswegen der starke anstieg der roten kurve) das bringt schon was sich durch punkte zu belohnen. probier mal dir so ein eigenes system zu überlegen.
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    Aber natürlich bin ich noch "ausbaufähig" naja zur zeit habe ich weder zeit für sport noch für uni - muss mich um viele andere Dinge kümmern, die in keiner der beiden kurven vorkommen...
    Zimmer aufräumen - immer Sonntags....
    Hoffe es hilft was.
    Wenn ich dir meine Probleme zur zeit sage, schüttelst du sicher den kopf wie ich noch ruhig schlafen kann.
    Gruß,
    h
    Geändert von howie ( 4.07.2012 um 01:47 Uhr)

  4. #4
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Was kann ich gegen Prokrastinastino machen?

    Hallo zusammen,

    also einfach machen finde ich jetzt iwie dann du ZU einfach. Wenn das ginge, würde man es ja, da man nicht doof ist und meist die Konsequenzen kennt, doch tun!

    Das ist wie beim Rauchen. Jeder weiß, dass es krank macht, denn noch bleiben ca. ein Viertel dabei. Weil wir die Konsequenz schön rden oder das Aufhören aufschieben... Da ist zwar auch noch der Suchtfaktor dabei, dennoch halte ich es prinzipiell für ein "verwandtes" Problem.

    Prokrastination ist im Grunde doch ein Zeitgewinn, erst wenn die Zeit knapp wird oder wir stattdessen etwas noch unangenehmeres tun müssten, wird in Angriff genommen, was eben sowieso getan werden muss.

    Automatismen zu "instalieren" ist ein Weg um die Aufschieberitis zu bekämpfen... aber da es ein Kampf bleibt, wird es immer sehr anstrengend bleiben, was zur Erschöpfung führen wird... und damit immer wieder zum Zusammenbrechen aller Bemühungen.

    Ich denke man müsste im Inneren anfangen und versuchen die Einstellung zu verändern. Und davor muss man wissen, was ist den das Schlimme, zB an der Rechnung, die man nicht aufmachen kann... Ich bin mir sicher, wenn man aufpasst, während man sie vor sich liegen hat und dann langsam öffnet, kann man das rausfinden. Wenn ich den Grund kenne, könnte es glingen, das Verhalten zu verändern.... Leider gibt es zig solcher Probleme (Telefon, Einkaufen, Wäscheberge)... das dauert und ist anstrengend...
    Könnte sich aber lohnen!! Vllt fängt man mit etwas "einfacherem" an ??? Was auf diese Art "bearbeitet" wird, ist mE dauerhafter eliminiert, als durch "sich zwingen"

    Alle Prokrastinationen wird man wohl nie aus dem Weg räumen können... aber evt. ein paar...


    Good luck!

    LG
    happy

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Was kann ich gegen Prokrastinastino machen?

    Mein Tipp:

    Leben vereinfachen!

    Ich hatte ja nen Partner, der war Meister in der Prokastination - er versuchte das immer durch noch mehr Aufwand zu beseitigen - kam genau dieses Theater mit den ganzen Listen raus. Irgendwann lag überall Papier und die Listen wurden immer länger! In dem ganzen Zirkus hat der einfach gar nichts mehr gefunden!

    Als ich so richtig gefordert war und mir klar wurde, dass ich das so nicht auf die Reihe kriege, hab ich mir ne Wiedervorlagemappe angeschafft. Das sind diese Mappen mit seitlichen Reitern mit Nummern von eins bis 31 - eben für jeden Tag.

    Vorteil für mich: Keine Papierberge und nicht diese unglaublichen Mengen an Ablagen - allein die Organisation der Ablagen braucht schon nen halben Tag!

    Damit der Müll nicht überhand nimmt, hab ich nen großen runden Korb mit Deckel gekauft. Der steht neben meinem Schreibtisch. Wenn die Post kommt, wandern die Umschläge sofort in diesen Korb - ist alles kein Akt. Deckel weg und rein mit dem Zeug. So alle drei Wochen schlepp ich das Ding mal zum Papiercontainer - der steht bei uns aber auf dem Hausgelände - trotzdem liegt bei mir nirgendwo Altpapier rum!

    Den Inhalt der Briefe schau ich mir an, gucke auf's Datum und überzeuge mich noch, ob der Absender drauf steht. Dann kommen die Dinger in die Wiedervorlagemappe. Für die Mappe brauch ich am Tag höchstens zehn Minuten - kriege ich gut hin so als Einstieg, um warm zu werden.

    Effekt: Ich schau mir alles nochmal an und kann dann doch noch ganz schnell eingreifen, bevor die Fristen ablaufen!
    Bei mir ist es meistens gut aufgeräumt - wird zum Selbstläufer! Ich steh auch nie dumm da mit den Briefumschlägen, weil ich nicht weiß wohin damit! Kann damit der Versuchung widerstehen, alles wieder in die Umschläge zurück zu stecken.

    Weiterer angenehmer Effekt, teilweise hab ich mir Zettel in die Mappe geklebt - da werde ich dran erinnert, was regelmäßig mal zu tun ist und immer wieder vergessen wird.
    Z.B. das Abrufen der Kontoauszüge - hab das ständig vergessen und dann kamen die dicken Briefe von der Bank mit den ganzen Auszügen und ich wusste wieder nicht, wo ich das Zeugs unterbringen sollte.

    Habe zwei Ordner mit Steuerunterlagen! Einen, in dem die ganzen alten und erledigten Steuersachen drin sind. Und einen mit der Aufschrift "E-Steuer laufendes Jahr". Darin sind Rubriken, die genau den Einteilungen für die Steuererklärungen entsprechen! Kommt ne Handwerkerrechnung wandert die natürlich auch in die Wiedervorlage. Ist sie bezahlt, wird die Überweisung auf der Rückseite ausgedruckt - Rechnung und Überweisung wandern dann sofort in den Steuerordner "Rubrik: Haushaltsnahe Dienstleistungen".

    Auf den jeweiligen Trennblättern steht noch drauf, was am Ende dabei sein muss - damit ich nicht z.B. die Wohngeldabrechnung vergesse oder von einer Bank die Steuerbescheinigungen.

    Nächster Effekt: Die Sache ist in einem Aufwasch erledigt ohne zusätzliche Zettel! Außerdem: Ich bin immer eine der ersten im Lohnsteuerhilfeverein - weil ich im Frühjar nicht suchen muss! Nehm den ganzen Ordner und marschiere zu dem Verein - die Dame hat immer ne halbe Stunde Zeit für mich. Die Zeit brauchen wir nie - wir schwatzen dann über Hunde, rauchen eine oder machen andere Witzchen.

    Schwieriger war der Weg dahin! Als ich merkte, dass mich die Anlage des entsprechenden Ordners schon nervt, hab ich einfach mal die Bude frei geräumt. Ne Kiste genommen und alles mögliche reingepackt - ab damit in den Keller oder auf den Hängeboden (hat viele Nachteile) aber ich hab zumindest nen Teilüberblick gehabt und konnte anfangen! Klar ist es am Anfang vorgekommen, dass ich noch Altlasten hatte, die auch beseitigt werden mussten oder mich gefordert haben. Die hab ich so lange in Ruhe gelassen, bis wirklich Not am Mann war - oder nach entsprechender Zeit entsorgt

    Wäscheberge hasse ich auch wie Pest - aber ich bin eben nicht ne wirklich ordentliche Hausfrau. Deshalb steht überall, wo Wäsche anfallen könnte, ein Wäschekorb - mit Deckel versteht sich! Hab ich sogar in meinem Minibad untergebracht! Nix mehr Handtücher einfach irgendwo liegen lassen - die wandern in den Korb und wenn er voll ist, sehe ich das schon und fange an zu waschen - nächster Vorteil: Selbst Besucher haben den Bogen schon raus und packen ihre Handtücher dann da rein!

    Fällt mir plötzlich was ein, worauf ich noch zu achten habe - schreib ich schnell nen Zettel, pack es in die Wiedervorlage und am nächsten Tag arbeite ich es einfach wieder ab!

    Bsp. Hatte noch Kohle von der Hausverwaltung zu kriegen - Zettel gemacht, auch über die Höhe des Betrags, in die Wiedervorlage und als die Kohle auf dem Konto war hab ich den Zettel sofort entsorgt, Sache war erledigt - gut so!

    Ich prokastiniere immer noch - aber die Auswirkungen sind selten ganz furchtbar! Nur der Weg dahin war lang - aber ich beschäftige mich nicht mehr mit Ordnungssystemen. Ich hab mir die Möglichkeiten gesucht, mit denen ich am besten umgehen kann. Gibt zwar Leute, die sich über den Wäschekorb im Arbeitszimmer wundern - aber für ne ADSlerin ist's bei mir erstaunlich ordentlich.

    Der Griff zu meiner Wiedervorlagemappe ist für mich ein morgendliches Ritual - da halte ich mich mit meiner Tagesplanung dran fest und komme so langsam in die Spur! Und wenn ich ne Antwort auf ein Schreiben kriege, kann ich mich drauf verlassen, dass eine Kopie vom Brief in der Mappe ist - oder zumindest ein Hinweis in welcher Datei ich es finden kann.

    Aber: Der Weg dauert ein bisschen ist aber gangbar - die Geschichte wurde bei mir zum Selbstläufer!

    Hab vor ein paar Tagen nen Sparvertrag abgeschlossen, läuft über vier Jahre (Nachtigall ick hör dir trappsen). Bin ick blöde - in vier Jahren hab ich doch vergessen, dass ich das Teil drei Monate vorher kündigen muss! Gleich die Kündigung mit dem Abschluss erledigt - die Kündigung ist aus meinen Kopf und regt mich nicht mehr auf! In vier Jahren ist die so sicher vergessen, wie die Kündigung im Fitness-Studio!

    Mit Adressen hab ich mich nur noch geplagt - diverse Maschinchen, mehrere Versuche mit selbstgestrickten Datenbanken - und immer wieder die Adressen gesucht! Meine Methode heute ist ganz einfach - Zettelkasten! Und im Deckel ist ne Legende, welche Farben welche Bedeutung haben und wo bestimmte Dienstleister zu suchen sind. Der Heizungsmann ist eben nicht unter seinem Namen zu finden, sondern unter H wie Heizung und die Farbe der Karte zeigt mir schon an, dass es keine Privatadresse ist.

    Die blödesten Ideen, die ich jemals hatte, waren die mit Aufräumratgebern!
    Da werden die ganzen Organisationsarbeiten zum Albtraum - ich kann nicht einfach alles wegschmeißen! Bei mir gibt es immer noch jede Menge Körbe, in denen sich irgendwas stapelt - aber die leeren sich ganz langsam. Nachdem die Ordnung in einem Bereich angefangen hat, ging es ganz leicht!

    Ich komm auch nicht mehr in den unterträglichen Stress, der dann dazu führt, dass ich doppelt einkaufe, weil die Zeit zum Suchen nicht reicht! Weiß genau, dass ich noch jede Menge Briefumschläge habe, allerdings noch nicht genügend Platz im Schreibtisch geschaffen - da ich nicht unter Zeitdruck bin, kann ich aber auch suchen!

    Und meine Arbeiten sind in sehr kleine Schritte eingeteilt - so lange kriege ich es schon hin mit der Aufmerksamkeit.

    Kennt ihr den Albtraum mit den Klamotten? War das Jackett jetzt in der Reinigung oder nicht? Lol - Jackett angezogen und im Verlauf des Tages den Fleck gesehen - peinlich.
    Gibt es bei mir nicht mehr! Ich lass die eingetackerten Etiketten von der Reinigung so lange drin, bis ich das Teil definitiv anziehe! Ich kann mich heute drauf verlassen, dass die Sachen frisch sind, die aus dem Schrank kommen - schaue einfach nach!

    Waschmaschinen fressen ja einzelne Socken ggg! Wohin mit dem Einzelsocken - mensch hab ich immer nach dem zweiten Teil gesucht! Gibt es nicht mehr - dafür gibt's nen kleinen Korb, da kommen alle Einzelsocken rein. Hab ich mal genug Muße, wird das Ding ausgeleert und ich finde dann auch das zweite Teil!

    Gebrauchsanweisungen für Küchengeräte befinden sich in einem Ordner im Küchenschrank - kann ich mich meist drauf verlassen.
    Die kommen auch sofort bei der Anschaffung da rein - hat auch ne Weile gedauert, bis alles drin war - jetzt ist es ein Selbstläufer! Und die dämliche Temperatureinstellung an dem neuen Gasherd - mann war ich genervt! Hab ne Liste gemacht - übersichtlich, was, welche Gasstufe, auf welche Schiene und die richtige Temperatur. Die ist innen am Hängeschrank - keine verbrannten Kuchen mehr, weil der Gasdruck ständig schwankt. Vorsichtshalber noch einen Temperaturanzeiger besorgt - der steht jetzt immer neben dem Kuchen und ich kann nachregulieren!

    Hüte Dich vor jedem Perfektionismus - es geht immer schief. Versuch dich so einzurichten, dass Du die Sachen gleich und einfach erledigen kannst. Und geh drauf ein, wie es für Dich passt! Und hüte Dich vor Ordnungssystemen, die mehr Zeit in Anspruch nehmen, als die eigentliche Aufgabe! Die Probleme wachsen Dir sonst über den Kopf.

    Die Prokastination wächst nicht, weil prokastinieren ne Krankheit ist. Sie wächst weil wir unsere Aufmerksamkeit nicht so lange aufrecht erhalten können, deshalb sind einfache Lösungen und kleine Schritte gefragt - zumindest bei mir hat das aber funktioniert!

    Und seit ich MPH nehme hab ich auch nicht mehr die Riesenrückfälle! Das war mein größtes Problem!
    Geändert von Waldsteinie ( 4.07.2012 um 11:45 Uhr)

  6. #6
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Was kann ich gegen Prokrastination machen?

    Liebe Waldsteinie,

    ich weiß jetzt schon, dass ich es lieber nicht sagen sollte und dennoch kann ich es mal wieder nicht so stehen lassen.
    Aber zunächstmal meinen aller größten Respekt für dein super durchdachtes System! Echt, Hut ab!

    Und tatsächlich könnte man denken: Mensch das kann doch nicht soooo schwer sein, dass muss doch auch bei mir klappen!

    Leider muss das eben nicht bei mir klappen und bei einigen anderen auch nicht. Im Gegenteil. Mich haben die Verhaltenstherapeutisch Ansätze in eine tiefe Frustration gestürtz, weil ich noch mehr Selbstzweifel bekam (hätte gar nicht gedacht, dass das möglich ist)

    Es gibt Menschen, denen man diese Art Lösungen auf einem Tablett servieren kann und die dauerhaft trotzdem scheitern werden!
    Jetzt kommt mein Verweis, für den ich mich jetzt schon fast hasse, der aber nötig ist, um meine Ansicht zu untermauern. Dein hier verlinkter Beitrag zeigt, dass es nicht für jeden so passt, wie für dich oder andere ADHSler, die gut klarkommen mit einer VT oder Coaching etc.
    http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...tml#post240603

    Bitte sieh das nicht als böse Provokation!! So ist es definitiv nicht gemeint... es soll nur zeigen dass es Ausnahmen gibt.
    Wer die Ausnahmen sind, möchte ich nicht beurteilen... die die es mit diesem Weg schaffen, oder die, die so nicht weiter kommen....


    Liebe Grüße
    happy

    vllt sollte ich noch erwähnen, dass das, was du erlebt hast meine größte Angst ist... noch größer als die Angst vor einer eigenen schlimmen Krankheit oder dem eigenen Tod... der Verlust eines so wichtigen Menschen und zwar nicht durch eine Trennung!!
    Dafür mein ganz tiefes Mitgefühl an dieser Stelle!!!!

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Was kann ich gegen Prokrastination machen?

    Liebe happy,

    ich weiß, dass es nicht immer so passt - schließlich bin ich mit dem Konzept ja bei nem anderen ADHsler gescheitert!

    Oft hat es nicht mal was mit dem praktischen Verstand zu tun, oft ist es wirklich nur Erschöpfung, das gewaltige Entscheidungsproblem usw.

    Mir ging es nicht anders mit den vielen guten Ratschlägen, die ich lange nicht durchziehen konnte und eigentlich fast geheult habe.

    Wollte nur mal die Erfahrungen einer "Eingeweihten" wiedergeben. Manchmal ist es nur der Kick, mal in ne andere Richtung zu denken - weg von den diversen Systemen.

    Und die Rückfälle tun immer weh - aber etwas weniger, wenn wir ne grundsätzliche Linie reinbringen. Das Durchhalten ist ja wohl unser größtes Problem.

    Ich kenne auch genügend Geschichten von sogenannten Messies - bei denen ein Mal im Jahr jemand aufschlägt und beim Aufräumen hilft - grausig. Vor allem die lange Suche nach vertrauten Menschen, die das dann mit Respekt und ohne Zeigefinger machen! Und die geradezu zwanghafte Art, zügig wieder das Chaos zu schaffen! Und sie können sich nicht dagegen wehren.

    Nein provoziert hast Du mich nicht! Ich wurde auch wütend, als ich in so manchem Buch gelesen hab, dass man sich eben mit dem Chaos des Partners abfinden muss. Ich war ziemlich sauer - ich hatte mich damit abgefunden und versucht, das Beste draus zu machen. Aber der Scherbenhaufen am Ende war dann doch so schlimm, dass ich diese Ratschläge auch als ne furchtbare Provokation empfunden hab. Meine Denke war dann so: "Herrje, was soll das! Ich wollte meinen Partner nicht verlassen. Ich hab mich mit dem Chaos arrangiert - das ist doch aber nicht die Lösung!"


    Für Dein Mitgefühl danke ich Dir sehr!
    Lg
    Waldsteinie

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.392

    AW: Was kann ich gegen Prokrastination machen?

    Hallo happypill, stimmt natürlich, dass das nicht bei jedem klappen muss und ich wollte niemanden mit meinem Beitrag verletzen, war vielleicht etwas schnell geschrieben... Ich kenne die Problematik aus eigener Erfahrung sehr gut. Ich kann nur von mir sprechen und bei mir war die Prokratination auch Teil einer immensen Erschöpfung, aber das Vermeidungsverhalten hat aus vornals kleinen Problemen immer größere gemacht, und so eben diese typische Abwärtsspirale in Gang gesetzt, aus der man einen Weg finden muss... bei mir war es vor allem das "Anfangen", das so eine unüberwindliche Hürde wurde, und mir ging es darum zu sagen, dass man sich manchaml irgendwie austricksen muss, um eine Sache irgendwie anzufangen, sobald man dabei ist, ist es halb so schlimm... und dass man schrittweise versucht, in eine 'positive' Spirale zu kommen, und das kann mit ganz kleinen persönlichen Erfolgen beginnen. Wichtig ist zuallererst, dass man gut für sich sorgt. Wenn man eh schon entkräftet ist, kann man den "Kampf" mit dem Alltag nicht aufnehmen...

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 85

    AW: Was kann ich gegen Prokrastination machen?

    Auch ich muss und will Waldsteinie meinen Respekt aussprechen für ihre vielen guten Ideen, um den Tücken des Verschiebens im Alltag was entgegenzuhalten! Da ist einiges dabei, was ich mir eventuell "abgucken" kann - wenn ich das darf?

    Ich habe in den letzten Jahren gemerkt, dass es offenbar wichtig ist, ob und wie ich bestimmte Arbeiten in den Tagesablauf integriere. Wo ich nämlich eine Routine habe da klappt alles ziemlich gut. Ich hänge sogar an meinem Ablauf, irgendwie, er ist mir wichtig geworden.

    So ist es bei mir eine feste Gewohnheit geworden, morgens erstmal an den Schreibtisch zu gehen (einen Becher Kaffee dazu), Mails abzurufen, Rechnungen zu überweisen, wichtige Dinge zu vermerken, einen Blick in den Kalender zu werfen usw. Deshalb habe ich kein Problem mit offenen Rechnungen, und auch anderer Schreibkram bleibt nicht liegen.

    Was noch keinen Platz im Tagesrhythmus hat, das bleibt hingegen allzu gerne liegen! Dazu gehört bei mir der Haushalt. Denn nach der Schreibtischarbeit kommt immer erst ein Hundespaziergang - und danach bin ich erstmal erschöpft und hungrig. Danach plätschert es so dahin.

    Immer wenn ich wieder einmal feststelle, dass ich Hausarbeit (mithilfe von Medikinet) eigentlich recht zügig erledigen kann, wenn ich sie nur erst anpacke, nehme ich mir vor, dafür eine Stunde täglich fest einzuplanen. Noch hat das leider nicht geklappt ... So wird gern immer wieder was auf den nächsten Tag verschoben. Und noch mal verschoben. Bis sich Besuch ankündigt! - Für den will ich's dann nett haben und halbwegs ordentlich - und merke dabei wieder mal, wie gut mir selbst das tut, wenn mehr Ordnung herrscht!

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Was kann ich gegen Prokrastination machen?

    Frl. Hudel schreibt:
    Auch ich muss und will Waldsteinie meinen Respekt aussprechen für ihre vielen guten Ideen, um den Tücken des Verschiebens im Alltag was entgegenzuhalten! Da ist einiges dabei, was ich mir eventuell "abgucken" kann - wenn ich das darf?
    Dafür schreiben wir doch hier . Damit wir uns gegenseitig helfen können, weil wir uns ja verstehen .

    Frl. Hudel schreibt:
    Ich habe in den letzten Jahren gemerkt, dass es offenbar wichtig ist, ob und wie ich bestimmte Arbeiten in den Tagesablauf integriere. Wo ich nämlich eine Routine habe da klappt alles ziemlich gut. Ich hänge sogar an meinem Ablauf, irgendwie, er ist mir wichtig geworden.

    So ist es bei mir eine feste Gewohnheit geworden, morgens erstmal an den Schreibtisch zu gehen (einen Becher Kaffee dazu), Mails abzurufen, Rechnungen zu überweisen, wichtige Dinge zu vermerken, einen Blick in den Kalender zu werfen usw. Deshalb habe ich kein Problem mit offenen Rechnungen, und auch anderer Schreibkram bleibt nicht liegen.

    Was noch keinen Platz im Tagesrhythmus hat, das bleibt hingegen allzu gerne liegen! Dazu gehört bei mir der Haushalt. Denn nach der Schreibtischarbeit kommt immer erst ein Hundespaziergang - und danach bin ich erstmal erschöpft und hungrig. Danach plätschert es so dahin.
    Jepp, es sind ganz kleine Routinen, die wie ein Anker zumindest ein bisschen Sicherheit vermitteln.

    Frl. Hudel schreibt:
    Immer wenn ich wieder einmal feststelle, dass ich Hausarbeit (mithilfe von Medikinet) eigentlich recht zügig erledigen kann, wenn ich sie nur erst anpacke, nehme ich mir vor, dafür eine Stunde täglich fest einzuplanen. Noch hat das leider nicht geklappt ... So wird gern immer wieder was auf den nächsten Tag verschoben. Und noch mal verschoben. Bis sich Besuch ankündigt! - Für den will ich's dann nett haben und halbwegs ordentlich - und merke dabei wieder mal, wie gut mir selbst das tut, wenn mehr Ordnung herrscht!
    Geht mir auch so, ist fürchterlich. Ich bin dann von den ganzen Haushaltskationen so fertig, dass ich mich am liebsten verkriechen würde. Gleichzeitig brauch ich den Kick mit dem Besuch, um mich zu motivieren! Strengt mich unheimlich an!

    Dank Medikinet hab ich es jetzt auf der Reihe, dann die ganzen Aktionen so durchzustehen, dass ich nicht komplett dekompensiere!

    Aber: Hatte gestern Gäste zum Essen (ich lechze so verzweifelt nach Menschen und Gesellschaft). Eigentlich wollte ich ja nur kochen - nein, ich musste noch den ganzen Kühlschrank aufräumen und putzen - der ist einfach nur noch übergelaufen.

    War den ganzen Tag beschäftigt und hab mich gefragt, wie andere das machen - Mist. Die Einladung zum Besuch einer Ausstellung musste ich ablehnen - ich kann nicht Großputz machen, meine Routinen aufrecht erhalten und noch zwei Stunden für ne Ausstellung einplanen! In solchen Momenten hasse ich mich!

    Kochen hat ja eigentlich nicht so lange gedauert!

    Aber nen Kühlschrank ausmisten und putzen, feststellen, dass das Mineralwasser nicht reicht usw.
    Und noch schnell ne Ladung Gemüse durch Bearbeitung und Einfrieren vor dem Verfall retten - geht gar nicht!

    Dann kommt die immer gleiche Frage? Warum bin ich einerseits in der Lage, ein paar Dinge ganz gut zu durchdenken, warum weiß ich, wie es grundsätzlich geht und falle auf dem nächsten Gebiet wieder um? Also bei mir löst es manchmal regelrechten Selbsthass aus!

    Zwar waren gestern echte Feinschmecker und hervorragende Köche bei mir - aber so hätte es mich nicht stressen müssen.

    Die Jungs haben sich schlapp gelacht, waren aber begeistert. Wenn die wüssten, dass ich praktisch die ganze Küche vorher putzen musste. Und so kam es, dass der Sekt eben nicht richtig kalt war - den hab ich in der ganzen Anstrengung nämlich einfach vergessen!

    Bleibt mir die Hoffnung

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