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Diskutiere im Thema Wohin fehlende ADHS-Diagnosen führen können im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.160

    AW: Wohin fehlende ADHS-Diagnosen führen können

    Ich bin auch der Meinung, so etwas muß öffentlich gemacht werden, solche "Ärzte" müssen unbedeingt bloßgestellt werden. Es ist nicht wenig anstrengend, solch einen Prozess zu führen, das ist mir bewußt. Es gibt aber allumfassende Hilfe!!! Und auch Gelder dafür!!!

    Es gibt da ja einige Webseiten, wo man sich hinwenden kann, hab mal paar Stichwörter gegoogelt:

    1. https://www.google.de/search?source=....0..0.0...0.0.

    2. https://www.google.de/search?source=....0.t13VVrTQQyg



    Liebe Grüße Anni

  2. #22
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Wohin fehlende ADHS-Diagnosen führen können

    Danke

    Die Adhs-Diagnose war so ein chaotisches 'um-drei-Ecken-Ding'.
    Mein Kinderarzt hats vermutet, meine Eltern habens für völlig abwegig gehalten, weil sie nichts darüber wussten, außer dass es was mit prügelnden Jungs zu tun hat. Und da ich weder Junge war noch prügelte......

    Ich habe eine gute Freundin, der einzige Mensch den ich kannte, der genauso 'anders' war wie ich.
    Sie bekam die Diagnose, die gemeinsamen Andersartigkeiten waren plötzlich Symptome für Adhs und nach ewig langem rumzögern bin ich dann zu neugierig geworden ums zu lassen.

    Mir fällt gerade auf, dass es ein riesiges Glück ist, dass das schon letztes Jahr gelaufen ist.
    Ich hatte da ja die Erinnerungen noch nicht zurück. Also war ich bei der Testung total entspannt und fand jedes mögliche Ergebnis okay.
    Für mich waren psychische Störungen etwas das ich eben zum Therapeuten schleppe um darüber zu labern und dran zu arbeiten bis was besser wird. Was keine Schmerzen verursacht fand ich unproblematisch.
    Körperliche Beschwerden = Stress
    Psychische Beschwerden = hat Zeit, frag ich den Thera, kann man drüber reden

    Oha, fühlt sich gerade sehr schräg an, mich daran zu erinnern.
    Denn mit den Erinnerungen wird das vollkommen anders. Hab mich damals noch gewundert, warum die anderen so eine Wissenschaft daraus gemacht haben, die Fragebögen auszufüllen. Ich war so deutlich schneller damit fertig als die anderen, dass ich mich kurz gefragt habe, ob ich ein paar Seiten übersehen haben könnte.
    Inzwischen kann ich mir vorstellen warum das nicht für jeden so locker zu sein scheint.

  3. #23
    Allanon

    Gast

    AW: Wohin fehlende ADHS-Diagnosen führen können

    Liebe auri,


    auri schreibt:
    Ui, stimmt. Mit Sachen werfen und schreien ist nicht hilfreich wenn man was klären will, seh ich auch so. Wie sieht es mit Stressabbau aus bzw. im Alltag was ändern damit weniger Stress entsteht? Hast du da schon was ausprobiert?
    Hehe, hast ja vollkommen Recht - hilfreich ist das in der Tat nie -.-
    Ich habe aber den Beduerfnis, mir den Stress herauszuschreien, es ist ein Ventil.
    Ich habe eine verdammt geringe Frusrationstoleranz, was mir schon immer bewusstu war aber Probleme hatte ich kaum, da ich sehr bequem gelebt habe und leben konnte.

    Ausprobiert habe ich bisher nichts ausser Stress zu meiden, was ich in der Vergangenheit eh instinktiv getan habe.
    Ich versuche Dinge, die mich am allermeisten stressen, weitestmoeglichst dann zu erledigen, wenn ich alleine bin.
    Diese moeglichkeit aber habe ich erst seit Juni (meine juengste Tochter ist nun in der Kita)

    Situationen im Alltag, wo mehrere Dinge gleichzeitig auf mich zukommen stresst mich ohne Ende (und auch Situationen, wo ich innerhalb von kurzer Zeit in einer Taetigkeit auf andere umzuschalten)
    das ist fuer mich unertraeglich - entweder bekomme ich den blackout und will fluechten oder raste aus.
    Zum bsp. in der Kueche stehen_ meine ueber alles gehasste taetigkeit was mich aber gleichzeitig sehr anstrengt und stresst !

    Zudem kann ich mich belastenden Situationen wie Krisen nicht umgehen !
    Krisen sind fuer mich eben 24h/d dabei bleiben zu muessen non stop und dann kein schlaf/erholung abzubekommen !
    ich frage mich,wieviel Belastung ein Mensch wegstecken zu muessen, ohne ADHS/Borderline oder sonstwas haben zu muessen

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 243

    AW: Wohin fehlende ADHS-Diagnosen führen können

    Liebe Auri,

    Dein Bericht ist sehr ehrlich und mutig. Ich habe ebenso viele solcher Erfahrungen gemacht und davon können hier sicherlich die meisten ein leidvolles Liedchen singen.

    Natürlich triggert eine solche Unverschämtheit, die eigendlich in den Augen der Normalen eben oft normal ist. Wir Andersartigen stellen uns nur an und nehmen alles so genau. Nehmen uns viel zu wichtig...Gewalt zu erfahren und dies auch auf Krankenschein, ist aus meiner Erfahrung und Beobachtung heraus Alltag, leider!

    Wir müssen lernen, sehr gut auf uns selber aufzupassen und unsere Gefühle ernst zu nehmen, auch wenn sie manchmal unverständlich sind.

    Für mich ist es immer wieder enorm schwer, dass die lieben Anderen mich als unnormal, gar krank ansehen könnten. Dabei muss es mir einfach völlig egal werden und daran übe ich fleißig.

    Gerade die Menschen die mein Leben in den letzten 40 Jahre begleiteten, sind sich da recht einig. Meine jüngsten Erfahrungen sind jedoch die, dass das was mir als Schwäche ausgelegt wird, den lieben Anderen genauso wenig gelingt. Außerdem ist alles eine Definitionssache. Wer viel Geld hat, ist automatisch erfolgreich, aber von welcher Warte aus, definiere ich eigentlich Erfolg? Alle menschlichen Wesen projezieren wild in der Gegend herum, um sich nicht übergebühr mit seinem eigenen Schmerz und seinen Versagensängsten und Minderwertigkeitsgefühlen rumplagen und auseinandersetzen zu müssen. Jeder schließt von sich auf Andere und unterstellt ihnen die wildesten Theorien. Was dabei rauskommt, sieht man tagtäglich, dabei entstehen soviele Fehler und Schäden, traurig! Wie Deine Geschichte es z.B zeigt.

    Du hast Dir viel gefallen lassen. Ich hoffe, dass Du das nächste Mal einfach aufstehst und gehst. Mit der Zeit gibt es einem ein schönes Gefühl, sich selber zu gehören und Macht über die Situation zu haben. Es gibt immer andere Wege und liebevollere Menschen. Was meinst Du wie traumatisiert diese Menschen sind, die anderen solche Schmerzen wie z.B misslungene Lumbalpunktionen, zufügen und einfach weitermachen. Wo bleibt da das Mitfühlen für seinen Nächsten...wieviel wird diese Ärztin da wohl für sich selber übrig haben. Brrrr.

    Für uns Andersmenschen ist es absolut wichtig, dass wir klare Grenzen setzen lernen, immer früher aufstehen und gehen. Wir haben sehr gute Antennen die uns anzeigen wenn etwas falsch läuft und wir belogen und benutzt werden. Auf die Empfindungen zu reagieren und nicht weiter still zu halten, aus Scham, aus Angst wieder blöde dazustehen, aufgrund unserer vielen Erfahrungen, die uns immer wieder zeigten, dass wir nicht richtig ticken und immer nur Stunk und Unruhe verbreiten wollten...sollte uns in Fleisch und Blut übergehen.

    Auch wir selber müssen uns an unser Andersein gewöhnen und es annehmen lernen. Das ist ein nicht ganz zu unterschätzender Lernprozess. Denn so ein Leben ist auch anstrengend und immerwieder eine Herausforderung für uns selber. Das Forum ist voll von Beiträgen, die aufzeigen, wie sehr wir uns alle bemüht haben uns anzupassen um einfach mal richtig zu ticken...Ruhe vor uns selber zu haben, mal keinen Gegenwind...

    Ich habe mich von meinem alten Leben getrennt. Alles zurückgelassen was mich letztendlich immer wieder unbewusst getriggert und wütend gemacht hat. Nun lebe ich ein Leben, was typisch ist für eine Pippi Langstrumpf...Ich lerne das zu leben, was ich liebe, das zu machen, wo ich einen tieferen Sinn drin sehe. Und all das zu tun, ohne darauf zu achten, was die lieben Anderen sagen oder machen. Vieleicht ist das mein Heilungsweg. Denn krank war ich nur in Verbindung mit meinem alten Leben und der jahrelangen Stigmatisierung meiner Person.

    Es ist noch nicht lange her, da habe ich noch kräftig dissoziiert. Nun erkenne ich, dass es fast weg ist.

    Ich finde es gibt keinen gesündern Menschen, als den, der um sich selber weiß und dies auch zeigt und lebt. Und das immer kompromissloser.

    Liebe Grüße und danke für Deinen Beitrag!! Rosenmädchen

  5. #25
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Wohin fehlende ADHS-Diagnosen führen können

    Danke Pippi Rosenmädchen Langstrumpf.
    Deine erlangte innere Ruhe scheint durch Deine Zeilen durch.
    Ein Beitrag den ich mir "anpinne".

    Der Weg dahin mag für jeden anders sein, aber die Gedanken die den Schritten zugrunde liegen, sind das kraftvollste.
    Es gibt doch da dieses Zitat, nicht die Tat, sondern der Entschluss dazu, das ist das schwerste.

  6. #26
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Wohin fehlende ADHS-Diagnosen führen können

    Danke für eure interessanten Beiträge!

    Mal vorab weil ich gefragt worden bin: Nein, ich habe keine psychologische Ausbildung/Studium. Was ich so alltäglich raushaue ist frei Schnauze Landessprache in meinem eigenen Weltbild. Also bitte nicht nach wissenschaftlich wertvollen Erläuterungen suchen, die wären hier eher zufällig reingeplumpst.


    @Allanon: ich hab da was spannendes drüber gelesen, muss nur erst suchen ob ich den Link finde!

    @rosenmädchen: danke für deine Erfahrungswerte, ich kann mir vage vorstellen wie schwer es gewesen sein muss, deine eigenen Lebensphilosophie zu erarbeiten.

    rosenmädchen schreibt:
    Für mich ist es immer wieder enorm schwer, dass die lieben Anderen mich als unnormal, gar krank ansehen könnten. Dabei muss es mir einfach völlig egal werden und daran übe ich fleißig.
    Auch wenns vordergründig erleichternd wirkt, du tust dir damit keinen Gefallen! Ich hab das durch, jahrelang, ob irgendwann anfangs mal so von mir auch gewollt oder nicht weiß ich nicht mehr. Irgendwann war es einfach so. Wen du dir dabei wirklich 'egal' werden lässt, bist du selbst. Denn ob das was andere sagen oder tun für dich verletzend ist, liegt allein an deinen eigenen Gefühlen. D.h. du unterdrückst dadurch deine Gefühle. Es muss nicht so werden wie es bei mir war, aber ich selbst war am Ende mein schlimmster Feind.
    In meinen Augen ist es perfektioniertes 'sich-anpassen-wollen', wenn man nicht mehr über ungerechte Kritik oder Beleidigungen verletzt sein darf, sondern versucht sie als unwichtig ignorieren zu wollen.

    Allerdings stimme ich sofort zu, wenn es darum geht, sich von anderen nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. Gerade wenn man Adhs hat und deshalb schon anders ist wenn man nur normal existiert, einfach aus sich selbst heraus.

    Was meinst Du wie traumatisiert diese Menschen sind, die anderen solche Schmerzen wie z.B misslungene Lumbalpunktionen, zufügen und einfach weitermachen. Wo bleibt da das Mitfühlen für seinen Nächsten...wieviel wird diese Ärztin da wohl für sich selber übrig haben. Brrrr.
    So war das nicht. Sorry, denk mal das ein vollständiges Bild der Situation es besser gezeigt hätte.

    Außer der einen Ärztin, die damals abgedreht ist, traue ich keinem der anderen Ärzte zu, tatsächlich kein Mitgefühl zu haben.
    Sie haben mir gegenüber falsch gehandelt, weil sie sehr wütend gewesen sind. Wut die ich wahrgenommen habe, aber beschämend fand, weil ich dachte ich würde meine eigenen Ängste übertragen und denen damit total unrecht tun!

    Die Ärztin war sehr wütend. Und das kann ich verstehen. Lies dir mal durch wie viel Schaden Patienten mit artifiziellen Störungen anrichten, was es finanziell anrichtet und auch hinsichtlich anderer - wirklich kranker - Patienten, die nicht behandelt werden können, währen so ein Simulant gerade eine ganze Station auf Trab hält.
    Wenn ich sehe, was für extreme Arbeitszeiten und gleichzeitig miese Bedingungen Menschen aushalten, die sich für helfende Berufe entschieden haben, wundert es mich jedesmal, dass nicht jeder zweite Patient angeschrien wird und jede zweite Behandlung schief läuft.
    Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, irgendwelche Behandlungsfehler überhaupt zu erwähnen, wenn es um Fehler gehen würde. Fehler sind menschlich, meine Körperteile alle noch dran und ich ziehe meinen Hut vor jeder Krankenschwester, jedem Altenpfleger, jeder helfenden Kraft, die das nicht nur aushält, sondern dabei auch noch freundlich ist und anderen Mut macht.

    Rückblickend, da ich meine bei der Ärztin wahrgenommene Wut wieder erfassen kann, kann ich auch erkennen wie sie sich gefühlt hat, als sie das letzte Mal bei mir war.
    Sie hat sich geschämt. Da kommt eine Patientin mit Entzündungen im Gehirn zu ihr, hofft auf ihre Hilfe und wird von ihr stattdessen gequält. Nicht versehentlich. Sondern weil sie unglaublich wütend darüber ist, dass ich - wie sie ja sehr überzeugend von einer Kollegin erfahren hat - völlig frei von Mitgefühl die Rolle einer schwerst Kranken zu spielen versuche, während andere ihrer Patienten ihren rechten Arm dafür hergeben würden, so gesund zu sein wie ich es ja wohl dann sein muss.
    Sie hat sich zutiefst geschämt und war entsetzt über das was sie getan hat. Es stand ihr deutlich ins Gesicht geschrieben, ich habe es nur nicht verstanden, war sowieso aus der Spur nach allem was in den Tagen auf mich eingeprasselt war.

    Ich denke wirklich, das sie von ihrer eigenen Reaktion verstört oder traumatisiert gewesen ist. Aber mangelndes Mitgefühl ist definitiv nicht ihr Problem. Viele Menschen würden niemals bewusst anderen wehtun wollen. Deshalb bieten wir z.B. jemandem den wir nicht lieben Freundschaft an, statt zu sagen dass wir ihn nicht lieben. Weils weniger wehtun soll.
    Aber Wut ist ein sehr tief sitzender Antrieb, der auch Dinge ermöglicht, die wir uns nie zugetraut hätten. Je größer diese Wut ist und je sicherer man sich dabei ist, dass sie absolut gerechtfertigt ist, desto mehr von diesem Antrieb übernimmt die Steuerung über unsere Handlungen.

    Das Problem ist, dass es Menschen gibt, die das sehr genau einzusetzen wissen und die keine Skrupel haben, es anzuwenden. Im Grunde war die Ärztin bei der Punktion gleichzeitig unwissentlich Mittäterin und Opfer. Und sie ist vermutlich einer der wenigen Menschen, die die Gelegenheit bekommen haben, es zu erkennen. Denn meistens bemerken die Menschen, die sich derart steuern lassen nichts davon. Niemand sieht sich gern als leicht beeinflussbar. Je souveräner man in seinem Leben/Job/Fachgebiet ist, desto weniger hält man sich für manipulierbar. Und desto leichter ist man genau das.

  7. #27
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Wohin fehlende ADHS-Diagnosen führen können

    Auri, nein.

    Wie auch immer die Krankheit heisst, welche Gründe ein Mensch haben kann, Krankheit vorzutäuschen, ob eingebildet oder simuliert, ob bewusst oder unbewusst, wenn ein Arzt sich so gehen lässt, weil er seine Meinung über Situation oder System an einem Patienten auslässt, dann hat er oder sein Vorgesetzter was falsch gemacht.

    Niemand verdient so eine Behandlung. Dann muss man eben die Behandlung abbrechen oder Kollegen bitten. Aber nicht so, niemals.
    Geändert von stargazer ( 2.07.2012 um 14:30 Uhr)

  8. #28
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Wohin fehlende ADHS-Diagnosen führen können

    Ums 'verdienen' geht es auch nicht. Nur kann man die Vergangenheit nicht ändern, man kann nur versuchen sie zu verstehen und so einordnen zu können, dass sie nicht mehr die Macht hat, die Gegenwart negativ zu beeinflussen.

    Ich will und werde definitiv keine Hexenjagd in Gang treten, die alles und jeden niedermäht, der sich mir gegenüber falsch verhalten hat!
    Klar bin ich wütend und traurig und verstört und wenn ich in den Spiegel sehe, ist mir vollkommen klar, dass ich einen Ausweg brauche, eine Möglichkeit diese Vorgänge zu beenden und weitere Wiederholungen durch vergangenes auszuschließen.

    Ich muss danach gehen, was für mich wichtig ist und was mir wirklich hilft. Und ich muss nach den Dingen gehen, die zu mir passen. Ich will ich sein. Wenn ich mich nicht so verhalte, dass es zu mir passt, werde ich immer das Gefühl haben, selbst genauso von der Täterin beeinflusst zu sein, wie andere es waren. Nicht zu schweigen, nicht weiter wegzulaufen, ist nur ein Teil davon. Ein Teil der für mich seinen Wert verliert, wenn ich zur rächenden Amazone werde, statt weiter ich selbst zu sein.

    Was mir helfen würde, wären ehrlich gemeinte Entschuldigungen von den Ärzten die auf den Mist reagiert haben. Denn so behandelt zu werden hat sich für mich angefühlt als wäre ich entmenschlicht, hätte keinen Anspruch auf bessere Behandlung, als wäre mir jeglicher Wert abgesprochen worden.
    Jemanden in den Augen ablesen zu können, dass es ihm leid tut, würde mir das Gefühl geben, wieder als menschlich und wertvoll gesehen zu werden.
    Zu erleben dass jemand etwas bereut und eine aufrichtige Entschuldigung zu bekommen, macht verzeihen möglich. So etwas heilt bei mir viel mehr als es irgendwelche Denkprozesse, Auge-um-Auge-Aktionen oder Therapien tun könnten.

    Was mir auch helfen würde, wären Aussagen dieser Menschen, was sie dazu gebracht hat so zu reagieren. Denn ich kann zwar nicht beweisen was damals wirklich abgelaufen ist, aber damit hätte ich Zeugen für das was bislang hinter meinem Rücken stattgefunden hat und dafür von wem es verursacht worden ist. Es könnte helfen, diese Dinge aus meiner Patiente-Chronik zu löschen, solche Folgen für immer zu beenden.

    Ich befürchte, dass nichts davon passieren wird. Allein schon weil dabei das Risiko damit gleichzeitig den Weg für Verfahren wegen der diversen damit offengelegten Fehler zu öffnen viel zu groß wäre. Wenn ein Arzt das von sich aus noch eingehen würde, wird spätestens die Klinik da einen Riegel vorschieben.

    Was ich damals im ersten Krankenhaus erlebt habe, ist kaum zu beweisen. Allein schon weil ich an der Frau etwas wahrgenommen habe, dass nicht da ist. Etwas das fehlt, aber bei den meisten Menschen vorhanden ist. Schwer zu erklären. Und nicht beweisbar, denn was man sieht steuert die gesamte Wahrnehmung, Wahrnehmung ist Wahrheit und die wenigsten reagieren auf 'fehlende Wahrnehmungen'. Zudem bin ich so einem Menschen schon früher einmal begegnet, eine Mitschülerin in der Grundschule. Und ich habe heftig Ärger von meiner Mutter bekommen, als ich mit ihr darüber reden wollte. Denn das Mädchen hatte ein unglaublich liebes Lächeln und war in allem so wie sich Eltern und Lehrer ein liebes und artiges Mädchen vorstellen könnten. Dass sie das gleiche Lächeln gezeigt hat, als sie einem anderen Kind gezielt sehr weh getan hat, hat mir niemand geglaubt. Auch nicht dass sie es überhaut gewesen war. Oder dass sie auf meine Frage warum sie sowas denn macht geantwortet hat: 'ich wollte mal sehen was passiert'. Mit dem gleichen lieben Lächeln im Gesicht und gleichzeitig völlig frei von jedem Mitgefühl oder Reue.

    Hab gerade erst mit einer Freundin darüber philosophiert, die auch Adhs hat und auf ähnliche Wahrnehmungen reagiert wie ich. Ist schon lange immer mal wieder Stoff für solche Gespräche bei uns und beim Halbfinale gucken bin ich zufällig über ein Beispiel gestolpert, leider ist der Link den ich dafür gefunden hatte inzwischen gelöscht worden und hab noch keinen neuen Clip gefunden, der die Szene in Zeitlupe zeigt. Es geht nicht um Fußball oder überhaupt was davor oder danach kommt. Nur um eure Wahrnehmung wenn ihr den Typen anguckt.

    Ich frag mich ob hier noch mehr 'anders-Wahrnehmer' sind, die auch darüber stolpern. Wer mag kann mal den Clip (weiter unten) angucken. Stoppt bei 0:27 und guckt euch das bis 0:29 an indem ihr sekundenweise auf Pause drückt und einfach wartet was eure Wahrnehmung dazu sagt.

    Was seht ihr?
    Was fehlt? Falls ihr den Eindruck habt, dass etwas fehlt.

    Oh und gleich vorweg, ich wäre auch nicht drüber gestolpert wenn die Szene nicht mehrfach in Zeitlupe wiederholt worden wäre. Denn erst dann wird es - finde ich - unübersehbar das man etwas nicht sieht was da sein müsste.

    Fehler-Suchbild für Adhs-Chaoten

  9. #29
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Wohin fehlende ADHS-Diagnosen führen können

    Liebe Auri,

    habe mich gerade durchgelesen bei dir. Und Kompliment für deine Offenheit und Stärke.

    Ich selbst habe nun einen 3-wöchigen Klinikaufenthalt hinter mir....in einer (angeblich) erfahrenen guten Psychiatrie für ADHS bei Erwachsenen (u.a. natürlich).

    Ich werde auch gleich berichten.......es ist bei weitem nicht so schlimm wie bei dir, aber mit Sicherheit für einige hier sehr interessant.

    Ich wünsche dir alles Gute und berichte bitte weiter, wie es dir geht ja?

    Viele unbekannte Grüsse

    Heike

  10. #30
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 176

    AW: Wohin fehlende ADHS-Diagnosen führen können

    Hmm., ich finde es nicht besonders schwierig, dieses ungewöhnliche Verhalten als solches zu identifizieren; das ist mir bereits während des Guckens beim Halbfinale sofort aufgefallen, denn diese "Siegerpose" wurde mehrmals gezeigt. Es ist auffallend, dass er nicht mit den anderen mitjubelt, sie auch nicht anschaut und in sich versunken ist (sie scheinbar im Moment seines Triumphes nicht um sich haben will), in seiner eigenen Größenphantasie. Er wirkt kalt und nur mit sich selbst zufrieden, scheint sich zu seinen Mitspielern nicht zugehörig zu fühlen. Das haben aber auch meine Eltern so gesehen, als ich mit ihnen das Spiel geschaut hatte, und 3 Tage später habe ich mit meinem Bruder und seiner Frau auch darüber gesprochen, die sich selber gewundert hatten.

    Es gibt irgendwo ein Versuch der Erklärung dieses Verhaltens, war mal bei GMX verlinkt. Ich habe von meiner Schwägerin erfahren, dass er wohl mal wegen seiner Hautfarbe nicht akzeptiert wurde und er irgendwie immer angeeckt ist und/oder benachteiligt wurde, von daher kann man dieses seltsame Verhalten ansatzweise nachvollziehen.

    War es das, was Du meintest; das fehlende Teamzusammengehörigkeitsgefü hl, die fehlende spontane (kindliche) Freude, die durch dieses Siegesbewußtsein und Eigenstolz überdeckt wird?

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