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Diskutiere im Thema Therapie-Abbruch, endlich Adhs ohne deshalb entwertet zu werden im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    Therapie-Abbruch, endlich Adhs ohne deshalb entwertet zu werden

    Viel chaotischer geht es glaub ich nicht mehr!

    Erst ist Adhs nicht diagnostiziert und schubst mich ins totale Lebenschaos mit Fehldiagnosen, Krankheiten usw.
    Dann ist Adhs diagnostiziert und schubst mich aus dem Lebenschaos zurück in meine ganz individuelle Spur.

    Da habe ich Jahre damit verbracht, mich über eine ambulante Psychotherapie wieder 'normal' machen zu lassen und dabei die ganze Zeit auf Normalität abgezielt, die mit mir selbst nix zu tun hat. Ich habe ich mir kontinuierlich einreden lassen, dass das was mich mehr als alles andere steuert und ausmacht, also meine etwas individuellen Instinkte, nicht real vorhanden sei, meine gestörte Wahrnehmung zeigen könnte.

    Eigentlich dachte ich ja, dass die Adhs-Diagnose (im letzten Jahr) dann endlich in die richtige Richtung führen würde, weil mir danach schon vieles über mich selbst klarer geworden war und es echt aufwärts ging.
    Aber dass mein Therapeut zwar freundlich nickt wenn ich über Adhs rede, innerlich aber von Borderline ausgeht und davon sogar so überzeugt ist, dass er weder Kontakt zu dem Adhs-Arzt aufnimmt, noch sich die Testergebnisse zeigen lässt oder wenigstens dort vorspricht bevor ich BTM verschrieben bekomme, darauf wäre ich nie gekommen.

    Und ich Idiotin war längst so darauf getrimmt, dass er recht hat und ich unrecht, dass ich dadurch beinahe die Adhs-Behandlung abgebrochen hätte! Als ich angefangen habe, meine Fragen lieber an den Adhs-Arzt richten zu wollen, bekam ich ein paar Sachen unterstellt, die nicht nur unwahr und unfair waren, sondern - was mein Thera da schon ganz klar wusste - für mich extrem triggernd! Hinfahren konnte ich noch, aber nur um Rezepte abzuholen und mal kurz zu einem Drei-Wort-Satz genötigt zu werden, bevor ich dann fluchtartig das Gebäude wieder verlassen habe.
    Ich frag mich wer eigentlich überprüft ob die Leute die anderer Menschen Geisteszustand mal eben so bewerten dürfen, selbst noch wirklich korrekt im Kopf sind. Wenns da eine Hotline gibt würde ich gern mal anrufen....

    Allerdings hab ich auch echt lange mitgezogen, wirklich peinlich wie sehr ich mich selbst ausgehebelt habe. Da werde ich innerhalb einer psychotherapeutschen Sitzung plötzlich sehr deutlich und wiederholt dazu aufgefordert manipulative Absichten aufzugeben die ich nie hatte und statt was passendes zu antworten sitze ich da, den Tränen nahe und hab das Gefühl mich übergeben zu müssen.

    Ich weiß zwar das Menschen sich - auch ungewollt - auf ziemlich unglaubliche Weise verändern können, aber dem hätte ich das nie zugetraut. Ich hab zugesehen wie er darum kämpfen musste, sich weiterhin gemäß seiner Therapeutenrolle zu verhalten, statt seine negativen Gefühle direkt an mich weiterzugeben. Es war als hätte ich ihm gerade was richtig fieses getan und er müsste sich irre zusammenreißen um deshalb nicht ausfallend zu werden.

    Aber okay, ich glaube irgendwann wenn ich dieses ganze schräge Zeug verdaut habe, wird nur noch der Grund übrig sein. Der Grund dafür dass ich auf einmal aufgewacht bin, genau hingesehen habe und das was gesehen habe gereicht hat, um zu wissen was zu tun ist. Seit dem Abbruch gehts mit mir aufwärts, endlich wieder essen und schlafen.

    Wenn ich meinen Instinkt nun endlich wieder haben darf ohne mich deshalb mies zu fühlen, ist alles was rückwärts geht bestimmt eh bald viel langweiliger als alles was vor mir liegen könnte. Ich hoff mal, das war jetzt ersmtal das Ende von 'gruselig-schockierenden' Sachen die passieren weil keiner Adhs so richtig kapiert. Könnt echt Urlaub von sowas brauchen. So richtig lange und richtig ruhig und richtig frei von solchen Spießrutenläufen.

  2. #2
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.422

    AW: Therapie-Abbruch, endlich Adhs ohne deshalb entwertet zu werden

    Hallo auri,

    Deine geschichte scheint mich gar nicht so ein einzellfall zu sein (leider!!!). Ich lese immer wieder ähnliches und einiges was ich selber erlebt habe geht auch in diese richtung...

    Ohne therapeut war ich auch einmal so weit meine eigene wahrheit nicht mehr zu glauben und andere zu glauben. Aber daraus bin ich seit einige zeit weg. Also sicher nicht ganz, aber bei dein thread merke ich wieso ich immer noch sehr heftig reagieren kann wenn andere über mich reden.

    Leider irren sich psychologen auch und leider wissen viele nichts oder falsches über ADS. Aber sie merken ihre fehler nicht!

    Dein bauch, deine gefühlen wissen besser als niemand anders was für dich stimmt! Als ADSler haben wir eine sehr gute intuition und sie ist immer wieder erreichbar.

    Wenn eine fachperson dich nicht gut tut, weg davon! Such dich lieber jemand mit dem du dich wohl fühlst und verstanden.

    Ich weiss, es kann schwierig sein. Vielleicht hast du schon deine ganzes leben gehört du sieht es und fühlst falsch. Wir fühlen sicher nicht falsch! Wir nehmen einfach die sachen anders wahr als stinos und es ist gut so. Wir nehmen oft sogar mehr wahr und... sie glauben uns nicht.

    lg

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Therapie-Abbruch, endlich Adhs ohne deshalb entwertet zu werden

    Ich finde es erstaunlich, dass das mit der Intuition eher eine Art Insider-Info zu sein scheint.
    Oder vielleicht habe ich bislang die falschen Bücher dazu in der Hand gehabt. Denn ich die Diagnose so ca. ein Jahr, aber erst die letzten Tage hier etwas über Jäger und Instinkte im Zusammenhang mit Adhs gelesen.

    Falsch sehen kann ich so richtig gut.
    Jedenfalls denen zufolge die gerade was nicht zeigen wollten und dann natürlich heilige Eide ablegen würden, um es nicht zuzugeben.

    Jetzt wo ich anfange, mir selbst zu glauben, wird es weniger wichtig ob mir andere glauben. Aber es wäre viel schöner, wenn man diesen Punkt ohne tausend Nackenschläge erreichen könnte. Mehr Aufklärung in Richtung anders aber nicht schlechter oder besser.
    Wenn ich jemandem zum ersten Mal erzähle dass ich Adhs habe, kommt immer erstmal "Das glaube ich nicht, ich kenne Leute die Adhs haben und die blablabla blubblubb....Klischeekiste auf"
    Zweite Reaktion:"Naja unordentlich warst du ja schon immer."

    Auf die Idee mich für eine gute Intuition zu loben kommt da bislang keiner. Wobei das aber auch anders ein kann, muss ich ja zugeben. Bin ja gern mal ablenkbar.

    Und gucke gern mal bewusst weg, weils oft garnicht so angenehm ist, Leuten was anzusehen was sie nicht offen zeigen wollen.

    Was Fachpersonen angeht ist das jetzt erstmal okay. Hab ja sonst gute Ärzte, war halt nur der Therapeut der da irgendwie......keine Ahnung.
    Und nach nem Therapeuten suche ich zur Zeit nicht, so richtig absolut nicht!

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Therapie-Abbruch, endlich Adhs ohne deshalb entwertet zu werden

    Okay, mal ganz dreist editieren und erleichtert schnaufen....

    Dacht heute früh schon in mir dreht was am Rad, aber schniefe und krächze ich, Rüsselpest.
    Hört zwar oft dass andere dann auch jammerig werden, aber bei mir ist das am ersten Tag schon echt extrem. Das ist nicht zufällig auch Adhs?
    (Wollt nur gefragt haben, für mögliche spätere Nutzung wenn Weichei-Sprüche von Freunden kommen.....)
    Geändert von auri (24.06.2012 um 13:03 Uhr)

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 355

    AW: Therapie-Abbruch, endlich Adhs ohne deshalb entwertet zu werden

    Hallo,

    ja ist leider ofmals so das auch Therapeuten und Fachärzte Ihre eigene Wahrheit haben und nicht gerne bereit sind mal zu zu geben hm im Moment weis ich auch nicht genau weiter und einem so einfach etwas aufdrücken und das war es. Deshalb ist es wichtig auch immer noch auf sich selber zu hören und am Ende ist es sowie so Egal wie die Diagnose heisst, die Hauptsache ist es einen Weg zu finden damit klar zu kommen.

    Es gib aber auch zum Glück gute Therapeuten und Ärzte die auch auf den einzelnen Menschen eingehen und nicht nur Standarddiagnosen stellen,deshalb würde ich nicht direkt aufgeben ,wenn es beim ersten Therapeuten nicht so gut gelaufen ist. Ich bin auch noch am Suchen habe aber auch zwischendurch leider nur in einer Stationären Therapie sehr gute Thearpeuten gehabt.

    LG
    Chaoskater

  6. #6
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.422

    AW: Therapie-Abbruch, endlich Adhs ohne deshalb entwertet zu werden

    Hallo auri,

    Wegen jammern und meine wahrnehmung: stinos jammern auch viel. Ich sei lange eine jammertante gewesen, weil ich auch nicht versteckt hatte dass ich nicht mehr weiter wusste... Aber es scheint mich nicht spezifisch ADS zu sein. Dabei kommen ADSler mehr an ihre grenzen und hätten auch mehr gründen zu jammern.

    Mich stört das gejammert andere nicht. Ich sehe es als eine art dampf abzulassen. Aber es stört viele menschen.

    lg

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Therapie-Abbruch, endlich Adhs ohne deshalb entwertet zu werden

    Hey,

    nein, aufgeben will ich auch nicht. Nur stehe ich momentan vor einem Problem, dass ich für unlösbar halte.

    Stellt euch vor ihr habt einen Freund, den ihr - vielleicht nur unterschwellig - als ein bisschen 'besser' anseht als euch selbst. Vielleicht weil er attraktiver zu sein scheint oder mehr Erfolg hat oder mit seinem Leben besser klarzukommen scheint. Die Freundschaft belastet das nicht, denn für euch zählt die Freundschaft und wie er sie euch entgegen bringt. Zudem hat der Freund nie eure Ansicht geteilt, würde sich selbst nie als 'besser' sehen, sondern ermutigt euch stets euch nicht selbst so negativ zu sehen.

    Der Freund erzählt euch davon dass jemand ihm gegenüber unfair gewesen ist. Egal was es ist, der Freund steht dem Menschen sehr ablehnend gegenüber.
    Ihr begegnet diesem Menschen irgendwann, werdet angesprochen und rechnet damit dass sich nun das was euer Freund über den gesagt hat bestätigt.
    Doch stattdessen sagt der euch dass er glaubt tatsächlich ein wenig unfair gewesen zu sein und deshalb ein schlechtes Gewissen zu haben. Er zeigt sich sehr einfühlsam und verständnisvoll, aber auch ein bisschen traurig darüber, dass euer Freund ihm keine Chance geben will, die Sache zu klären oder auch nur die Entschuldigung anzuhören.
    Nebenbei bekommt ihr etwas erzählt, dass euren Wunden Punkt trifft, von dem Menschen aber völlig arglos erzählt wird, so wirkt als sei dem garnicht bewusst was euer wunder Punkt ist oder dass es euch verletzen könnte davon zu hören.

    Es ist nicht wichtig ob ihr alles glaubt was ihr da gehört habt. Der Zweifel an dem Freund ist nun da. Die Verletzung wirkt ab nun und steuert euer Verhalten. Ihr seid nicht wütend auf den der euch 'die Wahrheit gesagt hat'. Der wusste ja nicht wie verletzend das für euch sein muss. Egal was ihr eurem Freund nun entgegen bringt, es ist die Folge von manipulativen Absichten.

    Ich habe erlebt wie sowas Beziehungen, Cliquen, Kollegenkreise und langjährige Freundschaften zerstört hat. Ohne das die manipulativen Absichten erkannt worden sind, ohne dass der Manipulierte seine Reaktion als unfair oder fremdgesteuert erkannt hätte. Ohne dass der Betroffene selbst die geringste Chance gehabt hätte, etwas zu klären oder sich von den Vorwürfen befreien zu können. Ein Mensch mit bestmöglichen Absichten, größtmöglichem Fairplay und guten Instinkten für Menschen ist diesem Trick gegenüber noch machtloser als es jemand mit weniger guten Eigenschaften wäre.

    Weil unsere Schwachstellen uns selbst oft nicht bewusst sind. Weil wir nicht merken wie leicht wir darüber gesteuert werden können. Weil wir dabei das Gefühl haben wir würden sogar besonders fair sein wollen und etwas das uns gegenüber unfair gewesen ist nun gerade rücken wollen.
    Ich habe manchmal wochenlang mit Beteiligten diskutiert, versucht Klärungen möglich zu machen, alle Parteien zusammen zu bringen. Doch da der eigentliche Verursacher meist nicht erkannt wird, nicht genannt wird weil man jemandem 'der die Wahrheit aufgedeckt hat' natürlich nicht in den Rücken fällt, ist das nahezu unmöglich.

    Ich war selbst mehr als einmal mit solchen Menschen konfrontiert. Meist sind sie vollkommen unauffällig und das was sie dabei anrichten ist - abgesehen von verletzen Gefühlen - oft zwar negativ, aber nicht weltbewegend dramatisch.
    Entsetzlich wurde es für mich erst, als ich jemandem begegnet bin, bei dem diese Charakterzüge so stark ausgeprägt sind, dass es für meine Instinkte völlig unbegreiflich und zutiefst verstörend war. Stellt euch vor ihr erlebt etwas, das so zutiefst unbegreiflich ist, dass ihr glaubt nicht damit leben zu können dass es Wirklichkeit sein könnte. Ich dachte ich würde niemals vor meinen Instinkten weglaufen. Aber genau das habe ich getan. Ich dachte wenn ich es als real annehmen müsste, könnte ich damit nicht leben. Meine Psyche hat dann alles verdrängt, ich denke das war ebenfalls dazu gedacht, mich am Leben zu erhalten.

    Als die Erinnerungen zurückgekommen sind, bin ich daran fast abgesoffen, körperlich und psychisch total überfordert gewesen. Gleichzeitig hatte ich aber das Gefühl endlich überlebt zu haben, ohne zu wissen woher das kommt. Ich dachte es sei halt Teil von meiner etwas 'anderen' Wesensart manchmal spezielle Gefühle zu haben ohne Gründe zu verstehen.
    Dann habe ich meinem Therapeuten davon erzählt. Er sah mein Trauma bestätigt und mich als Traumapatientin. Ich sollte versuchen nicht darin herumzuwühlen, sondern das was hochkam erst zu stabilieren. Mein Therapeut war super verständnisvoll, wollte mich bei anstehenden Terminen begleiten und vorher seine dafür angefertigen Berichte über mein Trauma mit mir durchgehen, weil er befürchtete ich könne das Erlebte sonst übertragen und dadurch retraumatisiert werden.

    Alles wird gut, dachte ich. Was ich nicht wusste war dass mein Therapeut diesen Menschen kennt und auch Personen die bereits davon manipuliert sind. Und dass er mit diesen Menschen über meine Angaben sprechen würde.

    Beim letzten Termin saß ich meinem Therapeuten gegenüber und war schockiert über seine Gefühle. Er war wütend, verletzt und davon überfordet mir gegenüber als Therapeut handeln zu wollen/müssen. Ich habe versucht meine Wahrnehmungen als falsch zu sehen, um damit irgendwie klarkommen zu können. Doch ich kenne die Reaktion viel zu gut und weiß - leider erst seit kurzem - auch viel zu genau, dass mein Therapeut sowohl entsprechende Kontakte hat. Vorher dachte ich, ich müsse mir diese allzu vertraute Reaktion einbilden, würde vielleicht wirklich etwas übertragen. Doch mit dem neuen Wissen wird das sehr eindeutig.

    Dagegen bin ich machtlos. Mein Ex-Therapeut hat auf seine eigene Verletztheit reagiert. Ich habe einen Menschen gesehen der glaubt von mir total verars**t worden zu sein und entsprechend reagiert hat. Und der dabei glaubte sogar noch sehr fair zu sein, weil er es trotz seiner persönlicher Verletztheit/Wut einer psychischen Störung zusprechen wollte, statt mich einfach direkt und ungefiltert mit meinem 'unfairen' Verhalten ihm gegenüber zu konfrontieren.

    Ich brauche keinen neuen Therapeuten der mich für retraumatisiert erklärt. Mein Hausarzt war geschockt als er mich wenige Tage später gesehen hat. Geschockt von meinem Aussehen und davon wie verstört ich plötzlich war. Aber dass ich trotzdem momentan keine entsprechende Hilfe annehmen kann, war ihm klar ohne dass ich es extra sagen musste.

    Mein Versuch mit einem anderen Arzt darüber zu sprechen ging völlig daneben, weil ich dann tatsächlich übertragen habe und anfing mich selbst als das Problem zu sehen und lieber die Fehldiagnosen bestätigt bekommen wollte, als mitzuerleben dass er mir vielleicht glauben würde. Denn dann hätte ich Angst davor haben müssen, dass er mir 'noch' glaubt, aber bald vollkommen davon abgeht und genauso reagiern wird wie mein Therapeut. Denn während ich mangels Beweisen nichts als meine Erinnerungen habe, kann mein 'Auslöser' ganz locker aus beruflicher Kompetenz heraus auf Schwachstellen meiner Behandler schießen und zusehen wie die dann mit besten Absichten seine Arbeit übernehmen und mich noch weiter ins Abseits treiben.
    Ich hätte mich lieber für wahnsinnig halten lassen und in einer Gummizelle für mich selbst gefühlt dass ich okay bin, als zu warten bis mich die Sache wirklich über die Klippe treibt und dann in dem Wahnsinn endet, der mir vorab schon angedichtet worden war.

    Egal was ich tue oder sage, alles kann perfekt in das Profil von Persönlichkeitsstörungen gepackt werden, die meine Angaben als Teil davon erklären. Es sind gerade die positiven Absichten der Menschen die das dann beurteilen wollen, die es für mich zum Alptraum machen.
    Ich könnte mit jeder Diagnose leben, wenn mir gleichzeitg zugestanden werden würde, dass ich das was ich sage genau so auch als wahr erlebt habe. Es sind nicht die Diagnosen die mir Angst machen. Es ist der Vorwurf das ich bewusst lügen würde, statt zu sagen was ich als wahr empfinde. (Wenn das wirklich unwahr ist und ich es nichtmal merke, wäre ich sofort bereit mich auf lebzeit wegsperren zu lassen weil ich dann vor mir selbst Angst hätte...)

    Ich war sehr dicht daran, nach irgendwo in Afrika abzuhauen und dort als Straßenkehrer den Rest meines Lebens damit zu verbringen, zu verdrängen was vorher mal gewesen ist.
    Aber so bin ich früher nicht gewesen. Früher war nie entscheidend was andere gedacht haben oder wie sie auf was reagieren würden. Früher war für mich wichtig was mir entspricht, egal was es auslöst und ob es negative Folgen haben könnte. Schweigen ist feige, also hab ich nicht geschwiegen, besonders wenns schwierig geworden ist.

    Die Vergangenheit kann ich nicht ändern. Aber ich kann versuchen zu erreichen dass diese Vergangenheit nicht mehr mein Leben steuert. Ich werde mich beraten lassen und vielleicht gibt es die Möglichkeit, zumindest die alten Unterlagen für zukünftige Dinge auszuhebeln. Denn egal was sonst mitspielt, das Verhalten meines Therapeuten war falsch, nicht dem entsprechend was ein Behandler einem Patienten gegenüber tun darf. Vielleicht reicht das bereits aus, um dem ganzen Mist die Macht über zukünftige Behandlungen zu entziehen.

    Denn ich würde wahnsinnig gern therapeutische Hilfe annehmen. Ich würde gern endlich wieder richtig essen, schlafen und aufbauen können. Was auch immer tatsächlich da ist könnte therapiert werden. Ich hätte gerne die Chance nicht jedem weiteren Therapeuten mit der Angst vor Wiederholungen entgegen treten zu können.

    Ganz schön hart zur Zeit. Aber irgendwie kommen mir die vergangenen Jahre viel härter vor, weil auch negative Gefühle viel lebendiger sind als die jahrelange gefühlsneutrale Starre fern von mir selbst.

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Therapie-Abbruch, endlich Adhs ohne deshalb entwertet zu werden

    auri schreibt:
    Die Vergangenheit kann ich nicht ändern. Aber ich kann versuchen zu erreichen dass diese Vergangenheit nicht mehr mein Leben steuert. Ich werde mich beraten lassen und vielleicht gibt es die Möglichkeit, zumindest die alten Unterlagen für zukünftige Dinge auszuhebeln. Denn egal was sonst mitspielt, das Verhalten meines Therapeuten war falsch, nicht dem entsprechend was ein Behandler einem Patienten gegenüber tun darf. Vielleicht reicht das bereits aus, um dem ganzen Mist die Macht über zukünftige Behandlungen zu entziehen.
    Hm, müsstest du bei einem anderen Therapeuten deine bisherigen Behandlungen erwähnen? Bzw. musst du da die Unterlagen vom vorherigen Therapeuten vorlegen?

    Generell finde ich es gut, dass du das aus deiner Patientenakte raushaben möchtest.

    Wenn du bei einem anderen Therapeuten bist und dort nach vorherigen Therapien gefragt wirst, könntest du einfach sagen, dass du die letzte Therapie abgebrochen hast, weil es menschlich zwischen dir und dem Therapeuten nicht geklappt hat. Das ist nicht gelogen und geht doch nicht auf die Details ein. Und dass du jetzt einen komplett neuen Therapieanfang machen möchtest bei einem unvoreingenommenem Therapeuten.


    Was ich nicht wusste war dass mein Therapeut diesen Menschen kennt und auch Personen die bereits davon manipuliert sind. Und dass er mit diesen Menschen über meine Angaben sprechen würde.
    Hat dein Therapeut wirklich mit anderen Leuten über dich gesprochen?
    Wenn ja, dann wäre das eine Verletzung seiner Schweigepflicht.

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Therapie-Abbruch, endlich Adhs ohne deshalb entwertet zu werden

    Vorweg, ich bin keinesfalls gebildet was "Seele" und Intuition angeht, ich rede hier nur aus meinem eigenen Erfahrungsbereich heraus und ich kann mir vorstellen, das Menschen, die therapieren gelernt haben, mit den Augen rollen, bei dem was ich dir jetzt schreibe.

    Trotzdem. Ich habe eine Meinung dazu. Hier ist sie.

    Auri, ich finde Du bist sehr selbstreflektiert, ich kenne diese Tiefe von mir selbst eigentlich nur, wenn ich wirklich mit meinen Nerven aufs Äusserste angespannt bin.

    Als ich deinen ersten Beitrag las, wollte ich hier erwähnen, das speziell bei ADHS/ADS Patienten meiner Ansicht nach die "Intuition" nicht gelobt wird, oder als vertrauenswürdig von den Therapeuten eingestuft oder unterstützt wird, weil unsere Emotionen die Intuition auch (leider) stark beeinflussen können.

    Das sehe ich sehr deutlich bei meinem Sohn (adhs).
    Kinder sowieso reagieren sehr viel ungefilterter, sind noch unverbogener und auch (in jungen Jahren) sehr viel weniger bewusst manipulierend. Trotzdem kann ich bei meinem Sohn oft deutlich sehen. wie sehr ihn seine sensible Wahrnehmung über bestimmte Tatsachen hinwegtäuscht, zum Beispiel wenn er sich ungerecht oder manipulierend behandelt fühlt, selbst wenn das Gegenteil der Fall ist und wir offen und ehrlich mit ihm reden, weil wir wissen, wie sensibel er auf Lügen oder Manipulation reagiert.

    Was will ich damit sagen...

    Ich habe nun auch deine weiteren Beiträge gelesen,... und ich möchte Dich unterstützen, in dieser komplizierten Geschichte auf Dein Gefühl zu vertrauen, denn unser Gefühl wird uns immer zu beschützen versuchen.

    Also,....Egal, wie die Sache hintenrum tatsächlich ist, ob Du daran etwas ändern kannst oder nicht, glaub Deinen Gefühlen.

    Ich sage nicht, traue niemandem oder so, Vertrauen können ist sehr wichtig.
    Dem neuen (nächsten-vertrauenswürdigen) Arzt würde ich aber erstmal nur das anvertrauen, was für Dich derzeit vordringlich ist. Arbeite mit ihm an dem was Dir wichtig ist und wenn Du Dich sicher genug fühlst und Dein Therapeut vertrauenswürdig ist, kannst Du diese Geschichte irgendwann mal aufarbeiten, wenn Du das Gefühl hast, das tun zu wollen.

    Die menschliche Fähigkeit zu verdrängen ist nicht ohne Grund in uns.

    Seelische Schmerzen oder Zweifel müssen in unserem Bewusstsein "wegsacken" dürfen, damit wir den Alltag überstehen können.
    "Verdauen" und verarbeiten kann man das auch später, wenn die Kraft dafür da ist und man es nicht in einer Kiste wegpacken kann, weil es zu sperrig ist, für unser Unterbewusstsein.


    Ich wünsch Dir, das Du "bei Dir" bleiben kannst, so wie Du es beschrieben hast, das Du Dich endlich mit Dir wohl fühlst, trotz oder gerade mit der Intuition...



    Lieben Gruss
    Stargazer

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Therapie-Abbruch, endlich Adhs ohne deshalb entwertet zu werden

    Hi,

    also rechtliche Fragen warte ich ab bis ich Beratung bekommen habe. Wichtig ist für mich momentan eigentlich hauptsächlich was sich evtl davon dann nutzen lässt um den ganzen Altlasten-Berg aus der Akte rauszubekommen und mich zukünftig vor solchen Einflüssen aus der Vergangenheit schützen kann.
    Übrigens war es mein Thera selbst der sich verplappert hat und erst danach hab ich von entsprechenden Kontakten erfahren. Da wird sich nicht viel beweisen lassen und wenn doch dann kann ich damit rechnen dass Behauptungen aufkommen wie 'weil Gefahr im Verzug war'. Denn ich glaube da gibt es Sonderregelungen. Ich schnippel zwar nicht an mir oder anderen rum und spring auch nicht von Brücken, aber bei sowas sind entsprechende Angaben von Ärzten/Therapeuten reichlich dehnbar.

    Wenn es möglich ist, mich von Altlasten zu entlasten, denke ich hab ich schonmal eine Grundlage um ruhiger zu werden und das zu verdauen.
    Gelegentliches Verdrängen fänd ich auch ganz nett, nur hatte ich das jetzt ja jahrelang und es hat nicht geholen sondern mich ernsthaft krank gemacht. Oh und auch noch dazu geführt erstrecht merkwürdige Fehldiagnosen auszulösen. Denn wenn man weder Adhs erkennt noch das etwas von einem Trauma ausgelöst sein könnte, dann ist die Schublade 'Gestörtheiten aller Art' ganz schnell weit offen.

    Danke für eure tollen Antworten!

    Schräg für mich und gleichzeitig echt toll ist, dass ich nun zwar erstmal wieder bestimmten Berufsgruppen mächtig misstraue, gleichzeitig aber generell weniger misstrauisch bin als vorher. Als würde mein Gehirn jetzt besser auseinanderhalten können wo ich - wegen böser Erlebnisse - begründet misstrauischer bin als normal und wo ich noch völlig unbedarft gucken kann ob Vertrauen nicht einfach okay sein kann.
    Denk mal das lässt sich ausbauen.

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