Seite 1 von 2 12 Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 15

Diskutiere im Thema Stressregulation - frühe Weichenstellung ! im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    Stressregulation - frühe Weichenstellung !

    Dunkle Seite der Kindheit FAZ 2012
    Ich möchte Euch hier auf o.g. Fachartikel aus der FAZ Nr. 81 vom 4.April 2012 hinweisen.

    In meiner Beratungstätigkeit bei Erwachsenen aus dem Bereich HSP, ADHS- und Autismus-Spektrum bestätigen sich die von Herrn Dr. Böhm zusammengetragenen Studienergebnisse. Ich würde mich freuen, wenn viele hier den Artikel überdenken und sich hier darüber am Austausch beteiligen würden.

    Viele ADHS-Kids und junge Autisten wehren sich nicht nur gegen den Frisör, sondern oft auch ganz massiv gegen Fremdbetreuung. Ich selbst bin ganze 6 Wochen in den Kindergarten gegangen. Danach hatte ich nachdrücklich klargestellt, dass ich DAS nicht für artgerechte Haltung halten konnte. Heute fange ich an zu glauben, dass unsere Kinder oftmals besser als wir verformten und verhärteten Erwachsenen wissen, was gut für sie ist. Unsere Kinder sind nicht immer nur grundsätzlich anstrengend! Sie haben oft mit ihrer Verweigerung auch grundsätzlich recht und weisen uns und alle Beteiligten auf falsche Entscheidungen hin, die wir eher erst nach Jahren und mit Hife von aufwändigen Studien erkennen lernen. Die Kiddys WISSEN das schon heute. Laßt uns mehr und rechtzeitiger auf sie hören!

    Meine Klienten kommen wegen emoflex zu mir und primär natürlich dann, um über Stress nachzudenken und Lösungen zu finden. Aber sehr bald kommen wir dann immer darauf, dass unsere Lebensbedingungen nicht artgerecht sind. ADHS-Betroffene sind in der Regel leicht alarmierbar. Unpassende Lebensbedingungen alleine reichen aus, Symptome und Erlebnisweisen zu erzeugen, die wir sonst nur aus dem Bereich der Psychotraumatologie kennen. In Dr. Böhms Artikel werden einige Ursachen und mögliche Vorgeschichten aufgedeckt.

    Die Stressregulation unseres Regulationssystems wurde irgendwann justiert. So eingestellt läßt sie sich dann nur noch schwer nachjustieren, aber das scheint mir eines der vorrangigen Themen bei uns zu sein. Oftmals haben wir heute mehr Freiheiten und weniger Druck als in der Kindheit. Aber wir reagieren weiter, als wären wir in Gefahr. Es sind letztlich die Stressreaktionen, die uns stressen. Die Neigung genau so auf Stress zu reagieren wurde aber nicht gestern angelegt, sondern viel früher. Hier öffnet sich für uns ein weites Thema für mehr Verständnis und auch für besseres Verhalten und auch und ganz besonders für neue Lösungswege.

    Ich bin gespannt auf den Austausch hier!

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.392

    AW: Stressregulation - frühe Weichenstellung !

    Hallo emoflex,

    sehr interessanter Artikel! Ich kann mich erinnern, dass ich mich auch gegen den Kindergarten gewehrt habe, war allerdings auch nur halbtags dort und "erst" ab drei Jahren... und habe selbst noch keine Kinder. Denke ich bin auch eine HSP und mir war es da zu laut und zu grob. Der Zusammenhang zwischen Stressregulation und Vulnerabilität für psychische und andere Krankheiten ist ja mittlerweile gut erforscht...

    Soweit mal für erste...

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Stressregulation - frühe Weichenstellung !

    Manchmal "fühlt" man schon beim Lesen, ohne gross abzuwägen, wenn es sich richtig anhört und irgendwie klingt Dein Text für mich richtig.

    Das Lesen des Artikels hinterlässt mich erfreut, das die Forschung in Böhm jemand gefunden hat der wissenschaftlich einen weiteren und prohumanen Blickwinkel ergriffen hat aber auch resigniert, denn ich glaube eine so extreme Position (im Sinne seiner Fakten) wird noch nicht genügen, das System Eltern - Kind genug förderwürdig erscheinen zu lassen um in der derzeitigen Gesellschaft positive Veränderungen zu bewirken.

    Aber irgendwie ist das auch nichts neues.

    Mal bildlich reflektiert...
    Das Schlimme ist,
    wie soll man in so einer Umgebung wie heutzutage
    eine Elfe mit allen ihren Sinnen ohne Schaden "gross werden lassen",
    wenn doch alle Welt an die seelisch emotional und geistig anspruchsvollen
    aber lebenstechnisch gesellschaftlich längst zwangsangepassten Elfeneltern
    Riesenansprüche stellt,
    mit gesundheitsstaatlichen Regeln die schon vor der Geburt im Kinderzimmer pflichtbewusst umgesetzt werden,
    von allen Seiten dann mit "guten Ratschlägen"
    und dem fragwürdigen "public common sense" weiterbegleitet
    in Krippe, KIGA und später das deutsche Schulsystem.

    Unser Blick auf eine gesellschaftlich funktionierende Zukunft für eine kleine Elfe gerichtet,
    ist es nach wie vor die Gesellschaft
    die ins System zwingt, ob wir wollen oder nicht.

    Achtsamkeitstraining muss in der Gesellschaft beginnen,
    nicht als Therapieversuch ein Mittel der Hilfe am verkrüppelten Kind/Mensch sein Dasein fristen.

    Fazit:
    Bei mir rennt der Mann offene Türen ein.
    Ich denke aber das die "herrschende" gesellschaftliche Realität (Regierung und die öffentliche Meinung der Massen)
    weiterhin viel zu sehr auf Leistung (mit allen Stufen der Auswirkungen vom Individuum hin zum gesamtstaatlichen Bruttosozialprodukt)
    ausgerichtet ist, als auf seelische Gesundheit seiner Teilnehmer.

  4. #4
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Stressregulation - frühe Weichenstellung !

    Hallo emoflex,

    ich glaube, es ist, wie so oft..... es kommt darauf an.....!

    Ist aber ein sehr interessanter link und sollte durchaus nachdenklich machen!
    Ich denke 1, ist unsere Betreuung sicher verbesserungsfähig (so wie fast alles auf der Welt) 2. muss aber, wenn die Fremdbetreuung nicht ausgebaut wird mehr passieren als 150;- Kröten Herdprämie....
    Wenn ich jetzt lese, das die (sehr geschätzten) Damen von Schlecker mal eben nen Crashkurs mit abschließendem Zertifikat, die Kinderbetreuung übernehmen sollen... tschuldigung, da zieht es mir alles zusammen...
    Kurz und gut... meine Meinung ist, dass die Rahmenbedingungen für Familienbetreuung nicht gutgenug sind... die meisten haben doch echtes Familienleben selbst nicht erfahren oder irgendwann verlernt... kA Und echtes Familienleben... heißt das Mutter-Vater-Kind?? Ich glaube nicht! Aber Großfamilie ist doch sehr rar und ohne Oma,Opa,Tante,Onkel usw. KANN Betreuung mE nicht liebevoll und gelassen stattfinden... wer Kinder hat weiß, dass ist ein 24 Stunden Job, zumindest in den ersten Jahren!
    Ich wäre als Kind zuhause eingegangen, hätte ich nicht zur KiTa gedurft und ich wäre fast als Mutter eingegangen, weil ich auf mich allein gestellt war, die ersten Jahre... von der abendlich "unterstützung" meines bemühten Mannes mal abgesehen....



    Ich fürchte mich vor dem Gedanken, dass Kinder in manchen Fällen, das erste Mal "Fremdbetreut" werden, wenn sie eingeschult werden. Die einen müssen von früh bis spät von PEKIP zum Babyschwimmen dann zu Englisch für Säuglinge usw. Wie stressig ist das denn?
    Die anderen bekommen von früh bis spät gesunde Milchschnitte-wegen der gesunden Sachen aus der Milch, Nimm 2- wegen der Vitamine, und den Fruchtzwrg als Fleischersatz....

    Ok, das ist natürlich übertrieben, aber nicht ganz aus der Luft gegriffen....


    Das Andere ist eben, wenn da zuhause die liebevolle Präsenz der Eltern in wohltuendem Maße vorhanden ist, gehen diese Kinder dann überhaupt in die KiTa? Und wenn, dann in welchem Alter?

    Und was passiert, wenn Kinder erst mit der Einschulung den Kontakt zum "prallen Leben" bekommen? Hat das mal jemand untersucht? Ist eine ernstgemeinte Frage!


    Ich "gehe" ja gerne ins Tierreich, wenn ich mich frage, was denn wohl "natürlich" ist, auch wenn das selbstverständlich nicht wirklich vergleichbar ist, und da kann man beobachten (also ich meistens nur im TV ), dass Tiere, die in sozialen Verbänden leben auch Fremdbetreuung praktizieren! Und zwar im Prinzip genau wie wir... ein oder mehrere Weibchen (ja, hauptsächliche weibliche "Erzieherinnen" ) hüten die Kinderschar der ganzen Gruppe/Herde.... und das nicht nur für 5 Minuten.... gut, da werden die Kinder auch gefressen, wenn die Mama mal 10 Minuten zum alleine "einkaufen" geht



    Studie: Kinderkrippen machen schlau und reich | Wirtschaft | ZEIT ONLINE

    Betreuung von Babys und Kleinkindern - Krippen schaden nicht - Wissen - sueddeutsche.de

    ... jajaja, diese links, sind nicht so fundiert wie deiner, emoflex....

    Ich würde dennoch sagen, wir sollten betreuungstechnisch verstärkt die skandinavischen Länder beobachten (die sind bei den so beliebten Trendforschern übrigens, trotz höchster Steuersätze usw., die glücklichsten/zufriedensten Europäer... wer weiß obs nicht schon mit der Fremdbetreuung beginnt )... dort zählen zB Erzieher und Lehrer zu den anerkanntesten und wichtigsten Berufsständen... (bei uns dürften das die Juristen sein... wäre zumindest passend...) Und die werden dann auch entsprechend gut bezahlt...



    Ach ja... diese Versuche, die Dinge immer auf einen Punkt zu fixieren, finde ich .... nervig...irgendwie... Nix ist immer und überall gültig. Ich denke das betrifft auch die Auswirkungen der Fremdbetreuung... 100.000 Kinder=100.000 verschiedene Auswirkungen... auch wenn es parallelen geben mag...

    Ausserdem ist mir die These schon aus Prinzip so zu wider, weil so viele angestaubte leicht- bis dunkelbraune, darauf beharren... angefangen von der Ex-Tagesschau-Gott-zum-Gruße-Eva über die NPD und noch so einpaar, die ich hier nicht namentlich in die Braune Ecken stellen will, aber für mich hab ich mir ein Bild gemacht....


    Ich weiß nicht, ob ich jetzt abgedriftet bin... man möge es mir verzeihen....


    LG
    happy

    ...ich bereue schon, das abgeschickt zu haben... in 3...2...1... Jetzt!

  5. #5
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Stressregulation - frühe Weichenstellung !

    Hallo, ich finde den Artikel überfällig in der gegenwärtigen Entwertung der elterlichen Erziehung zugunsten von zu früher ganztägiger Fremdbetreuung! Wieso sollen wir hier die Fehler aus den USA nachahmen? Und gerade die reizoffensten kids fallen doch dabei total durch´s Raster. Dabei ist für mich auch sehr die Frage, ob die Stärke der Ausprägung von ADHS nicht maßgeblich davon abhängt, wie stressig eben der Alltag ist.
    Früher, als ich Kind war, fielen viele Hypies nicht auf, weil ihre Art lebbar war ohne Krankheitswert.

    Zwar sind ADHS-kids oft sooo anstrengend, dass die Eltern dringend auch Entlastung brauchen, ich kann da ein Lied mit meinem Sohn davon singen, auch wenn ich selber Hypie bin, aber es muss viel mehr individuelle Familienmodelle von Betreuung geben!

    LG! Maggy

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: Stressregulation - frühe Weichenstellung !

    Ja, Happy! Recht hast Du! Hier Leute, die sich das ganze mal aus der Perspektive der Kinder anschauen, in die "Braune Ecke" zu stellen, ist echt nicht nötig und hilft hier überhaupt nicht weiter. "Gelbe Karte!"

    Natürlich ist es nicht soooo einfach! - Aber das hat auch in dem Artikel, so meine ich verstanden zu haben, keiner behauptet. - Wir sind, sobald die Kinder geboren wurden, 400km weit nach Norden gezogen, weil jeder km Abstand von den Schwiegereltern Lebensqualität bedeutete. Das war vor 20 Jahren. Seit dem haben wir gelernt, was es bedeutet, vier Kinder ohne familiäre Einbindung aufzuziehen. - Aber war die Entscheidung deshalb falsch?
    Nein, war sich nicht. War sie nicht, weil es keine richtigen Entscheidungen gibt. Man kann es nicht richtig machen, wenn die Bedingungen generell suboptimal sind.

    Aber man kann sich eine Studie über Kortisolwerte ansehen und mit dem, was wir inzwischen über Stressregulation bei Hochsensiblen wissen zusammenzählen und einfach eine Menge mehr verstehen. Deshalb kann es doch sein, dass man als Alleinerziehender Vater weiterhin seinen Sohn in die Krippe bringen muß... Ja, aber laßt uns einfach trotzdem darüber nachdenken!

    Es gibt einfach zu wenige Artikel, Studien, Forschungsinitiativen, die aus der Perspektive der Schwachen schauen. Dr. Böhm ist nicht "braun"! Das hat er nicht verdient! Sollen denn nur FDP-Politiker Familienpolitik machen dürfen, damit es "fair" bleibt und die Lobbys nicht am Ende von den Kindern "unterjocht" werden? - Oh, meine Nerven, Happy!

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Stressregulation - frühe Weichenstellung !

    Ich verstand den Artikel nicht so, dass er in das Horn der ewig gestrigen bläst.
    Ich denke eher er sollte darstellen, das (ob StiNo oder Chaotenkind) es nicht richtig ist, zu behaupten, das ausserhäusige Pflege und Erziehung ein MUSS ist, für Entwicklung, wie ja viele Studien zeigen wollen, sondern es ebenso viele negative Auswirkungen haben KANN.

    Ich denke, eine Fremdbetreuung ist trotzdem für ganz viele Menschen wichtig, beim Umsetzen ihrer eigenen gewünschten Lebensziele und Familienformen.

    Aber zu wissen das eine kollektive (staatlich geförderte) Ausrichtung auf Pro-Fremdbetreuung
    ohne Wissen um die Auswirkungen auf ebensoviele Familien und Kinder eben doch auch negative Seiten befördern kann,
    gehört zu einer vernünftigen, faktenbasierten Forschung,
    ob das nun erziehungswissenschaftlich, volkswirtschaftlich oder gesundheitswissenschaftliche Blickwinkel betrifft.
    Ich hoffe, diese Studie/der Artikel bekommt die Beachtung die er verdient...

    Ich kann Happy aber auch aus Erfahrung beipflichten,
    in der These das manche Kinder überfordert werden,
    von ihren Eltern,
    ebenso wie manche unterfordert werden,
    das liegt nun mal in der Natur der Gesellschaft mit ihren unterschiedlichsten Eltern und Lebensmodellen.
    Die Hinrichtung zur frühen Ausser-Hausbetreuung kann da für manches Kind zum Segen werden,
    zu der nötigen Balance in einem Kinderleben.

    Ich hoffe, das die Beobachtungen und Schlüsse in dem Artikel dazu nutzen, zu verstehen,
    das Betreuung EGAL WO sie erfolgt, qualitative und menschenfreundliche Förderung braucht,
    als Balance zu der derzeit propagierten quantitativen, leistungsorientierten Zielsetzung.

    Also Eltern und Erzieher bilden, achtsam machen, auch die Gesellschaft einbinden,
    damit jedes Kind eine Chance erhält,
    so wahrgenommen und behütet zu werden wie es das braucht
    und auch die Gesellschaft ihnen diese Freiräume sowie das Kapital zubilligt.

  8. #8
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Stressregulation - frühe Weichenstellung !

    huch, emoflex, das man dir so richtig auf den Keks gehen kann, hätte ich gar nicht gedacht! Sympathisch... das meine ich ernst! Aber es war nicht meine Absicht an deinen Nerven zu sägen... ich hab das eher umgekehrt wahrgenommen... so bin ich halt... aber ich arbeite daran... also, dass es nicht mehr passiert...

    so, 1. Ich habe nie behauptet, dass alle, die diese diese vertreten braun bzw rechts sind!! Eher umgekehrt alle die rechts sind vertreten diese These und zwar ohne Nachweis einfach nur ideologisch... aber selbst das habe ich nicht gesagt... schau noch mal bitte: viele sind bei leibe nicht alle! ... also nicht bei mir....

    happypill schreibt:
    Ausserdem ist mir die These schon aus Prinzip so zu wider, weil so viele angestaubte leicht- bis dunkelbraune, darauf beharren... angefangen von der Ex-Tagesschau-Gott-zum-Gruße-Eva über die NPD und noch so einpaar, die ich hier nicht namentlich in die Braune Ecken stellen will, aber für mich hab ich mir ein Bild gemacht....
    Für mich liest sich das ganze eben als wäre es ein 100%ig bewiesenener Tatsachenbericht... das sehe ich aber ganz anders! Es ist mE eine Behauptung, dass es unabhängig von der Qualität der Betreuung zu schädlichem Stress kommt, DER OHNE FREMDBETREUUNG NICHT STATTFINDET... das sind eigentlich gleich zwei Behauptungen, die ich für fragwürdig halte...


    Ok. du bist mit deiner Familie der Fremdbetreuung entflohen... da es deine Schwiegereltern sind, vor denen du geflohen bist, nenne ich es mal Fremdbevormundung, eine unerträgliche und nicht zu rechtfertigende Einmischung in eure Familienangelegenheit... noch dazu verm. von Leuten, die von Erziehung und Kinderbetreuung so viel Ahnung haben, wie der Pfarrer von Familienplanung... ABER es sind leider oft diejenigen, die glauben es ganz genau zu wissen, die am wenigsten Ahnung von der Praxis haben... leider.... Das aber nur am Rande...

    Jetzt mein Beispiel:
    Ich wurde fremdbetreut, aber leider zunächst qualitativ minderwertig... denn wäre man damals schon ausgebildet gewesen, häusliche Gewalt und Vernachlässigung und überhaupt alles zu erkennen, wäre ich sich nach dem versuchten Suizid meiner Mutter nicht mehr nach Hause geschickt worde... ob das besser gewesen wäre weiß wohl nicht mal der Geier... aber es wäre zumindest eine Chance...

    In der weiteren Fremdbetreuung ist dann (durch eine verbesserte Ausbildung der Fremdbetreuer vermutlich) aufgefallen, dass da was nicht stimmt und ich musste... nein ich durfte zum Schulpsychologen... der hat dann auch mutig eine Psychotherapie angeordnet.

    Da war ich dann auch so etwa 2-3 Mal und dann (vermutlich war es mir unangenehm) wollte ich da aber ums Verrecken nicht mehr hin und meine Mutter sagte: Dann lass es halt! Damit war das Kapitel durch... so viel zum Thema, dass Kinder wissen was gut für sie ist... wenn du meine Tochter fragst ist es Nutella und bei meinem Sohn wäre es vorrangig DS spielen!

    Soll ich dir mal sagen, was Kinder überfordert... also an aller erster Stelle? Wenn sie zu früh, zu viel Verantwortung und Entscheidungsgewalt bekommen! Da kannst du jede (gut ausgebildete) Pädagogin fragen! Ud das sind keine Studienergebnisse, sonder Jahrzehnte lange Erfahrungen und deren Auswertung.
    Aber gut, darüber kann man auch diskutieren.



    Was mich auch noch stört ist:.... nehme jetzt mal wieder dein Beispiel:
    Weißt du 100%ig sicher, dass es dir heute schlechter ginge, wärest du damals zur Fremdbetreuung gezwungen worden? Du kannst es annehmen, du kannst es glauben, du kannst sogar sagen, dass du in dieser Einrichtung unter den Bedingungen kaputt gegeangen wärst, aber eigentlich kannst du nicht sagen, dass es dir durch jede Art Fremdbetreuung heute schlechter gehen würde... also das kannst du, wäre aber auch nur ne Behauptung.

    Und hier wieder die Qualitätsfrage: Wäsrt du in eine andere Einrichtung, mit geschulten Fachkräften gekommen (ok... ist jetzt stark idealisiert und wäre vermutlich gar nicht auffindbar gewesen) hätte es mE durchaus positiven Einfluss haben können.

    Wissen kann man das aber nur, wenn man den emoflex in die Vergangenheit schickt, den ganzen Weg mit aufgezwungener Fremdbetreuung nochmal gehen ließe und am besten noch in unterschiedlichen Einrichtungen... und dann alle emoflexe, die dabei "rauskommen" mit einander vergleicht... Dann kann man sagen: Der Weg ist/wäre für emoflex optimal. Aber dann weiß man auch nur, was für emoflex optimal ist und noch lange nicht, was für happypill, stargazer (nur weil du gerade mit diskutiert hast ) oder sonst wen, optimal wäre...

    Man kann nicht nur keine Äpfel mit Birnen vergleichen, sondern, mE, auch keine Äpfel mit Äpfeln... bei aller Ähnlichkeit gibt es doch zu viele Unterschiede!



    Und jetzt...endlich zum Schluss
    ... manno, den hab ich jetzt vergessen, weil die Katze, was umgeschmissen hat... sowas blödes... Fällt mir aber wieder ein... ach da...ich hab es:


    Ich finde die Verbreitung solcher Thesen gefährlich, wenn nicht Lösungsstrategien mit geliefert werden, die dann auch bitte schön realitätsnah sind!
    Denn alle hohen Ideale in Ehren... was bringt es, wenn es unter den heutigen Bedingungen nicht machbar ist? FRUST und ANGST... und wem bringt es das? Den Müttern bzw Eltern! Unfair sage ich da nur!
    Was denken denn die Mütter hier zB (zu denen ich zähle), die es ohne Fremdbetreuung nicht gebacken bekommen??? ich sage es dir:
    "OH mein Gott, was mache ich da mit meinem Kind?" ... in meinem Fall ist der Käse zB sogar schon gegessen... und nu? Kann ich mich nur noch selbst geißeln und meine Kinder um Verzeihung bitten... oder was??? Sag es mir? Was soll ich und meine Leidensgenossinnen denn zu sowas sagen?

    Und ich bin übrigens trotzdem überzeugt, einen guten Weg gewählt zu haben... IM SINNE MEINER KINDER!! Den ersten KiGa, haben wir nach 2 Wochen auch fluchtartig verlassen und der zweite war dann gut ... gut genug, für das, was man erwarten darf...


    Ich stelle mal folgende Rechnung auf: Idealvorstellung+reale Machbarkeit=Kompromiss... nur so läuft es und nicht anders. Wer Ideale anstrebt ohne den Bezug zur Realität zu betrachten, der wird Frustriert oder Ideologe... Kann man wollen oder auch nicht!


    Ich merke gerade, dass vllt ein kleines TRIGGER im Titel helfen könnte... dann geht man schon vorsichtiger ran an die Thematik...

    Das ist meine Meinung... und mit den Braunen noch mal kurz... für diese Ideologen sind solche Idealisierungen ohne ausgewiesenen Machberkeit (oder eben nicht Machbarkeit) ein gefundenes Fressen... da müssen sie sich um eigene Propaganderstrategien keine Gedanken mehr machen...

    Jetzt lasse ich dich aber in Ruhe... versprochen!!

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Stressregulation - frühe Weichenstellung !

    Happy, macht Spass dich zu lesen und ich stimme auch mit dir überein.

    Das das Leben im Durchschnitt aus Kompromissen besteht heisst nicht, das man die Ideale nicht bestimmen sollte, auch ohne handfeste Umsetzungsempfehlung im Ärmel.
    Ohne Theorien und Überprüfungen kein Handlungsbedarf, keine Ergebnisse, Stillstand.
    Ohne mutige Menschen wie diesen Böhm denkt keiner nach oder beginnt nach Lösungen zu suchen.

    Wie du selbst sinngemäss sagst, darf man nicht alle über einen Kamm scheren und darum ist es wichtig das jemand eine wenn auch vielleicht polemisierende Haltung einnimmt um die derzeit herrschende Zielsetzung neu Richtung Mitte und Kompromissfähigkeit zu bewegen.
    Denke ich zumindest.

    Denn das was ich oben schrieb ist letztlich nur ein Teil deiner Gleichung.
    Ich idealisier halt gern. *grins*

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Stressregulation - frühe Weichenstellung !

    Hab den Artikel nur überflogen - warum eigentlich? Mich hat nur der Anfang interessiert.

    Es geht doch nicht wirklich um die Frage, ob Fremdbetreuung richtig oder gut ist. Es geht doch um die Frage, ob Fremdbetreuung für jedes Kind gut ist.

    Ich war Einzelkind und der Kindergarten hat mir bestimmt auch gut getan - soziales Verhalten lernt sich eben auch gut im sozialen Zusammenhang.

    Erinnerungen hab ich natürlich nicht so wahnsinnig viele an den Kindergarten! Aber das betrifft ja viele von uns - außer den kleinen Begebenheiten, die wir dann ganz glasklar erinnern.

    Die Frage mit dem Betreuungsgeld find ich jetzt auch nicht wichtig - ich halt das sowieso alles für Quatsch. In den sechziger Jahren gab es jede Menge Vergünstigungen für Familien mit vielen Kindern. Allerdings waren diese Vergünstigungen eher als geldwerte Leistungen anzusehen - die haben aber deutlich mehr Wirkung gehabt, als die direkt ausgezahlte Kohle. Und es war nicht alles so hochspezialisiert, dass am Ende eh keiner mehr durchgeblickt hat. Zumindest brauchte man kein Studium der Verwaltungswissenschaften, um sich im Dschungel der ganzen Pseudogeldgeschenke noch zurecht zu finden!

    Also ich lese vor allem eines aus dem Artikel: Hilfsbedürftige Personen (was wir als Kinder ohnehin sind, als Kranke aber auch) sollten und müssen ernster genommen werden!

    Ich könnt jetzt aus meiner eigenen Biographie plaudern, als ich lange vor meiner Diagnose schon erkannt hatte, dass es mit mir und meiner Schule nicht läuft. Aber für meine Eltern kam es natürlich gar nicht in Frage, mir meinen Wunsch nach einem Internat zu erfüllen - hätte ich mir aber gut vorgestellt, viel Struktur in einer großen Gruppe.

    Dass ich aber mit 14 Jahren den ersten Totalzusammenbruch hatte und die Ärzte nur lapidar feststellten, dass meine Erkrankung nur eine psychosomatische sein könne und das wars dann, das ist ungefähr genauso schlecht wie ne schlecht ausgebildete Erzieherin.

    Es ist bizarr, dass damals keiner drauf kam, mal ne Überweisung an nen Neurologen oder Pädiater auszustellen, die waren zwar damals noch rar gesät. Gegeben hat es sie aber schon und meine Eltern wären sicher auch mit mir dorthin gegangen.

    Oder Lehrer die sagten: Was hat das Kind nur, sie ist weder faul noch dumm - aber ihre Leistungen reichen bei weitem nicht aus. Sie träumt den ganzen Tag vor sich hin! Wäre ja vielleicht auch mal ne Idee vom Lehrer gewesen, den Tipp mit dem Pädiater auszusprechen.

    Bleibt wie immer das Problem mit der Achtsamkeit und mit der Achtung vor dem Menschen, der uns gegenüber tritt. Da hapert's überall. Und die Hilflosen sind dann die Opfer.

Seite 1 von 2 12 Letzte

Ähnliche Themen

  1. ADS und der frühe Vogel kann mich mal ......
    Von Angsthase im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 4.08.2011, 19:41

Stichworte

Thema: Stressregulation - frühe Weichenstellung ! im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum