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Diskutiere im Thema Brauche ich ärztliche Hilfe? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 43

    Frage Brauche ich ärztliche Hilfe?

    Hallo liebe Chaoten,

    in den letzten Tagen habe ich schon ein bisschen hier gelesen und das Forum hat mir gut gefallen. Deshalb habe ich beschlossen mich mal an euch zu wenden.
    Dieser Beitrag soll so ein bisschen eure Hilfe erbitten. Ich habe schon längere Zeit psychische Probleme, die auf ADHS passen würden. Bis jetzt bin ich damit mehr oder weniger gut klar gekommmen. In letzter Zeit ist es aber wieder schlechter geworden. Ich überlege jetzt, ob ich mir ärztliche Hilfe suchen soll. Einerseits habe ich das Gefühl jetzt Hilfe zu brauchen, andererseits will ich auch nichts überstürzen. Ich trau mich auch, ehrlich gesagt, nicht so richtig zum Psychiater zu gehen und alle Welt in Aufregung zu versetzen und dann doch nichts ist.
    Meine Fragen an euch: Könnte ich wirklich ADHS haben oder ist das eher unwahrscheinlich? Glaubt ihr, dass ich professionelle Hilfe brauche, oder soll ich lieber erstmal für mich allein versuchen, meine Probleme in den Griff zu kriegen. Ich würde hier einfach mal so ein bisschen meine Probleme schildern. Wenn ihr Lust habt, würde ich mich freuen, wenn ihr euch diesen Beitrag mal durchlesen würdet, und mir dann eine objektivere Einschätzung gebt.
    Ich fang am besten Mal mit den Sachen an, die mir im Moment die größten Probleme bereiten und mich erst dazu gebracht haben, über ADHS und ärztliche Behandlung nachzudenken. Ich kann an manchen Tagen wirklich gar nichts machen. Gerade jetzt, wo die meisten Veranstaltungen an der Uni vorbei sind, und mir so ein bisschen der von außen bestimmte Tagesablauf fehlt. Ich beschließe zum Beispiel am Vorabend morgen schonmal anzufangen für die Klausuren zu lernen. Am nächsten Tag nach dem Frühstück sitz ich dann da und will anfangen. Ich mach also den Laptop an und auf einmal ist es eineinhalb Stunden später und ich hab immer noch nichts gelernt, stattdessen aber sinnlos im Internet gesurft. Wenn ich es dann aber mal geschafft hab, anzufangen, les ich einen Absatz und schon bin ich mit den Gedanken ganz woanders. Wenn es so schlecht läuft, mache ich auch überdurchschnittlich oft "Pause". Ich lauf zum Kühlschrank, um mir einen Snack zu holen, aber meisten hab ich in Wirklichkeit gar keinen Lust, was zu essen. Ich laufe teilweise 7-8mal in die Küche und wieder zurück. Oder ich will nur 20 Minuten fernsehen oder in meinem Buch weiterlesen, "versacke" dann aber förmlich und komm erst nach Ewigkeiten wieder zurück zum lernen. Noch mehr als diese "fehlende Motivation" oder "Faulheit" hält mich an manchen Tagen meine innere Unruhe ab. Wenn ich lernen muss, mich aber nicht wirklich darauf konzentrieren kann, werde ich hibbelig. Rumlaufen hilft mir dann aber nicht, das macht mich noch unruhiger. Beruhigen können mich dann nur relativ stumpfsinnige Tätigkeiten. So etwas wie zum Beispiel gesplisste Spitzen suchen und rausschneiden. Oder an meinen Nägel rumknibbeln. Das kann ich stundenlang machen und meinen Gedanken nachhängen. Die Folge davon ist, dass ich den ganzen Tag rumsitze und quasi nichts tue.
    Dann habe ich unglaubliche Probleme Termine zu planen und einzuhalten. Mir fehlt jegliches Organisationstalent. Ich sage oft Termine zu, die sich dann aber zeitlich überschneiden und hab dann ein Problem. Außerdem schaffe ich einfach nicht pünktlich zu sein. Ich denke mir immer: "Hast ja noch 10 Minuten Zeit." und mach dann irgendwas anderes. Dann verschätz ich mich aber in der Zeit und auf einmal hätte ich vor 5 Minuten losgemusst. Die einzige Möglichkeit ist, dass ich mich selbst austrickse und mir Termine 20 Minuten früher merke. Das macht nicht nur im Studium Probleme, sondern auch in meinem sozialen Umfeld. Klar kommt es nicht so gut, dass ich zu allen Verabredungen mindestens 10 Minuten zu spät komme. Es tut mir auch jedes Mal unendlich leid und ich versuche das auch irgendwie zu ändern, schaffe das aber nicht. Deshalb werden meine Entschuldigungen ziemlich unglaubwürdig.
    Eine weitere Sache ist meine Ordnung. Ich bin beinah körperlich unfähig Ordnung zu halten. Ich lasse Sachen einfach stehen und liegen. Und es ist auch nicht nur ein bisschen chaotisch, sondern teilweise richtig schlimm. Wenn es besonders schlimm ist, habe ich regelrechte Angst, unangekündigten Besuch zu bekommen, schaffe aber einfach nicht, regelmäßig aufzuräumen.
    Das alles ist an manchen Tagen (die leider im Momenten die große Mehrheit darstellen) wirklich so schlimm, dass ich gar nichts schaffe und Termine sogar absage, weil ich so sehr zu spät kommen würde. An manchen Tagen geht es aber aus unerfindlichen Gründen. Da kann ich auf einmal die ganze Wohnung blitzblank putzen oder den ganzen Tag für die Uni arbeiten. Diese Probleme werden auch besser, wenn ich von außen Stress bekomme. Wenn nächste Woche eine große Klausur ansteht, für die ich noch gar nichts gemacht habe, kann ich auf einmal mehrere Tage hintereinander halbwegs konzentriert lernen. Oder wenn mich mein Freund besuchen kommt. Er ist selbst ziemlich ordentlich und kriegt die Krise, wenn er meine Wohnung sieht. Dann kann ich auf einmal Ordnung schaffen, aber das auch wieder nur auf den letzten Drücker. Das stört mich sehr, denn ich weiß, dass ich vieles in meinem Leben besser hinbekommen könnte, wenn ich nicht immer so lange warten würde, bis ich unter großem Druck stehe.
    Der letzte Aspekt, der mich im Moment auch stark stört, ist mein emotionaler Zustand. Die dauernde Unruhe macht mich fertig. Wenn ich den ganzen Tag nichts tue und mir selber Druck aufbaue, schaukelt sich das noch mehr auf. Inzwischen ist es so weit gekommen, dass ich durch selbstverletztendes Verhalten irgendwie Druck abzulassen. Das bringt natürlich auch nicht viel.

    Das ist aber noch nicht alles. Die Kombination mit weiteren Problemen ist die, die mich an ADHS denken lässt. Ich bin permanent mit meinen Gedanken woanders. Ich weiß dann oft nicht, worum das Gespräch gerade geht, oder was man mich gerade gefragt hat. Das ist vor allem irgendwie nervig, wenn in der Gruppe Aufgaben erledigt werden. Letztens war ich mit meinem Freund Zelten. Beim Abbau, war er regelrecht genervt, weil er mir ständig Anweisungen geben musste, und ich
    regelmäßig einfach nur rumstand und geguckt hab.
    Auch was meine Freundschaften angeht, bin ich irgendwie nicht normal. Wenn ich neue Leute kennen lerne, die ich mag, bin ich regelrecht besessen, von ihnen. Ich denke pausenlos über die neue Person nach, und idealisiere sie. Total verrückt. Nach ein paar Wochen normalisiert sich das wieder, und manchmal stelle ich dann auch fest, dass die Person gar nicht so toll ist. Ich verliere auch leider relativ schnell wieder das Interesse an Leuten, die ich nicht regelmäßig sehe. Ich habe in der Schule einen Austausch nach Amerika gemacht, ich habe mit niemandem mehr, den ich dort kennengelernt habe, Kontakt. Selbst zu dem Kontakt mit meiner Gastfamilie musste ich regelrecht von meiner Mutter gezwungen werden, bis auch das nach einem Jahr einschlief. Ich finde Freundschaften generell oft anstrengend. Konflikte und Streitigkeiten machen mich schnell fertig. Ich muss extrem viel darüber nachdenken. Oft halte ich mich dann direkt aus der Geschichte raus und kapsel mich ab. Deshalb bin ich auch lieber mit Männern befreundet, weil die ganzen Zickengeschichten, durch die ich eh nicht durchsteige, da wegfallen. Mein Freund ist gleichzeitig mein bester Freund, denn ihn kenne ich schon so lange und so gut, dass ich mir nicht dauernd Gedanken machen muss, was er sich denkt.
    Genauso wie in Freundschaften kann ich mich auch gut in andere Dinge hineinsteigern. Ich habe zu Beginn dieses Semesters, mehr weil meine Freundinnen mich überredet haben, mit Kickboxen angefangen. Ich war nie eine große Sportlerin, aber der Kurs macht mir erstaunlicherweise Spaß. Ich habe alles mögliche über Kampfsport recherchiert, Trainingspläne rausgesucht (für Anfänger bis zum Marathonläufer) und quasi meine Karriere als Kickboxerin geplant. Jetzt rückblickend scheint mir das total albern und unrealistisch, aber in dem Moment gar nicht.
    Im Gegensatz zu meinen Lernproblemen, die ich oben beschrieben habe, kann ich mich teilweise sogar überdurchschnittlich gut konzentrieren. Voraussetzung ist, dass mich das Thema wirklich interessiert. Dann kann ich einer Vorlesung ohne Probleme auch zwei Stunden lang folgen und nehme auch sehr viel mit, worum mich viele Kommillitonen sehr beneiden. Oder wenn ich zu einem selbstgewählten Thema recherchieren kann, sind meine Vorträge sehr gut. Allerdings nur so lange, wie ich noch für das Projekt brenne. Ich fange oft sehr motiviert an und verliere dann das Interesse. Entweder quäle ich mich durch das Projekt durch, mit nicht so überragend
    Resultaten (die mich auch nicht zufriedenstellen, weil ich ja weiß, wie gut ich es eigentlich machen könnte), oder ich schiebe die restliche Arbeit bis auf den letzten Drück auf, weshalb es auch wieder nicht so gut wird, wie ich es mir vorgestellt habe, weil ich dann einfach nicht mehr genug Zeit habe. In der Schule hatte ich immer hervorragende Noten, weil ich konstant unterfordert war (habe auch schon ein Jahr übersprungen gehabt). Ich habe, außer in der Grundschule, wo ich dazu gezwungen wurde, wenn ich keine Lust hatte, nie Hausaufgaben gemacht. Die habe ich im Bus zur Schule, in der Pause oder in den ersten Unterrichtsminuten schnell gemacht
    und bin damit ganz gut durchgekommen. Ich habe teilweise halbe Erörterungen improvisiert. iesen Nervenkitzel brauchte ich. Jetzt, wo ich mit mündlicher Mitarbeit kaum noch Punkte sammeln kann, sondern viel selbstständig machen muss, hab ich ein
    Problem. Es gibt einfach zu selten Prüfungssituationen.
    Was für mein Umfeld wahrscheinlich am auffälligsten ist, ist dass meine Hände fast immer in Bewegung sind. Ich spiele ständig mit meinen Haaren,
    spiel mit Stiften herum, kritzele auf meinen Block. Und ich wippe mit einem Bein, großteils unbewusst. Außerdem kaue ich schon Zeit meines Lebens
    relativ stark an meinen Nägeln. Alle Versuche es mir anzugewöhnen sind fehlgeschlagen.
    Ich glaub das wars erstmal. Das ist natürlich jetzt ewig lang geworden. Vielleicht liests ja trotzdem jemand.

    Liebe Grüße
    dasSchäfchen

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 187

    AW: Brauche ich ärztliche Hilfe?

    Hi und willkommen im Forum

    Ich hab mir das jetzt alles mal komplett durchgelesen und finde da sehr sehr viel von mir wieder. Ich bin was ADS angeht jetzt noch kein alter Hase, meine Diagnose ist erst etwa 2 Wochen her und ich hatte mich bevor meine Therapeutin den Verdacht bekam, dass ich ADS haben könnte, nie damit beschäftigt, danach aber umso intensiver.

    So wie ich das beurteilen kann klingt das alles schon sehr danach. Hast du eventuell schonmal einen Test auf Hochbegabung gemacht? Das könnte nämlich auch sein.

    Aber die meisten Punkte kenne ich von mir, hohes Interesse bedeutet große Motivation, die aber meist nicht lange anhält, ein paar Tage, wenn es hoch kommt Wochen. Dazu die Unordnung, die man kennt und eigentlich schnell beseitigen kann, aber wenn sie beseitigt ist, den Zustand nicht halten kann. Das Gefühl, dauernd beschäftigt sein zu müssen oder irgendwas in den Fingern zu haben zum herumspielen, das auch selbst-ablenken und die tatenlose Langeweile, wenn man keinen Druck oder keine Struktur von außen hat. Auch die klassische "Faulheit", also das was auf andere klassisch faul wirkt ist auch total normal dabei. Und gegen die innere Unruhe hilft Bewegung auch nicht, zumindest nicht bei mir, es gibt Leute, die das mit Sport gut kompensieren können.

    Ich denke, wenn du das so einem Therapeuten erzählst, könnte er durchaus auf die Idee kommen dich mal zu einem Test zu schicken, denn die klassischen Symptome dürften da sein. Natürlich ist weder meine Meinung noch die der Anderen hier ein Ersatz dafür, aber wenn ich nicht total daneben liege werden die Stimmen die sagen, dass es irgendwas anderes ist, aber auf keinen Fall ADS oder ADHS ziemlich in der Minderheit sein. Du kannst ja auch mal online Kurztests machen (es gibt welche die nur 10 fragen oder so haben, aber auch längere, die teils so auch in fachbüchern stehen) und sehen, was die ausspucken. Sicher sind die auch nicht geeignet das zu diagnostizieren, aber wenn mehrere Tests zu dem Ergebnis kommen, dass du dich am besten an einen Facharzt wenden solltest, solltest du das evtl. wirklich in Erwägung ziehen. ADS ist ja keine Krankheit die im Vorbeispazieren diagnostiziert wird wie ein Schnupfen. Die meisten Menschen die ich kenne haben irgendetwas das auf ADS passt, aber das heißt nicht, dass sie es haben. Es kommt auf die Vielzahl der Symptome an, und wenn die Hauptsymptome zutreffen, ist die Wahrscheinlichkeit da, dass es das auch wirklich ist und das Verhalten nicht durch etwas anderes ausgelöst wird.

    So wie sich das liest, hätte ich jetzt den Verdacht, aber ich bin eine Meinung aus dem Internet *g*

    Was du natürlich jederzeit tun kannst um deine Probleme in den Griff zu bekommen ist eine Psychotherapie, eine klassische Verhaltenstherapie. Die kann dir helfen, ungeliebte Verhaltensweisen abzulegen, das zahlt auch die Krankenkasse. Wenn du einen Psychotherapeuten erwischst, der sich etwas mit ADS auskennt wird der dir da sicher einiges zu sagen können und dir dann auch Ärzte in deiner Region empfehlen können, die das diagnostizieren und behandeln können. Die Psychotherapie ist immer der erste Weg, man darf nur keine Angst davor haben und sich selbst als bekloppt ansehen. Ich wollte auch lange keine machen, aber ich freue mich mittlerweile auf die Sitzungen

  3. #3
    Spasslernen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.331

    AW: Brauche ich ärztliche Hilfe?

    Ohne Facharzt/-ärztin gibts keine Diagnose, das Schäfchen.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 58

    AW: Brauche ich ärztliche Hilfe?

    Hallo Schäfchen,

    erstmal Herzlich Willkommen hier im Forum.
    Wie Zoppotrump schon schreibt,solltest Du Dich testen lassen,um eine Diagnose zu bekommen,und dann wird sich entscheiden,ob Du medikamentös eingestellt werden musst.
    Wenn Du Fragen hast,immer her damit,hier werden sie Dir gerne beantwortet.

    Lg Armani

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 43

    AW: Brauche ich ärztliche Hilfe?

    Ui schon Antworten, ich bin ja begeistert!

    Für mich ist das zum Arzt gehen eine ganz schwere Entscheidung. Einerseits rede ich eher ungern mit anderen Menschen über meine "Psychomacken". Und dann bin ich mir auch nicht so sicher, ob ich wirklich behandelt werden möchte und wenn ja, inwieweit. In guten Zeiten sag ich mir: "Jeder Mensch ist anders und so bist halt du. Wenn irgendein Doktor deiner Macke einen Namen gibt, dann ist sie lange noch nicht weg und gehört trotzdem immer noch zu dir dazu." Wenn es mir dann aber schlecht geht, wünsch ich mir doch irgendeine Art von Hilfe, sodass ich so einfach mit meinem Leben klar komme, wie alle anderen. An manchen Abenden gehts mir richtig schlecht und ich denke, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Am nächsten Morgen habe ich dann wieder das Gefühl, dass das alles nur halb so schlimm ist. Irgendwie befürchte ich, dass ich dadurch, dass ich mich diagnostizieren und behandeln lasse, mehr durcheinander bringe, als dass mir dann letzendlich geholfen wird.
    Außerdem würde eine Diagnose bedeuten, dass ich mein Umfeld irgendwie damit konfrontieren müsste, wovor ich mich auch ziemlich fürchte. Schließlich habe ich sehr viele meiner Problem vor anderen versteckt, auch vor Personen, die mir eigentlich sehr nahe stehen. Ich weiß nicht, wie zum Beispiel meine Mutter reagieren würde, wenn ich ihr mitteile, dass ich jetzt zum Psychiater gehe und ihr Statement für meine Diagnose brauche. Wenn ich über all das nachdenke, will ich fast lieber nicht zum Arzt gehen und die Diagnose hören, sondern lieber weiterhin selber damit klarkommen.

    Vielleicht hatte ich mir erhofft, dass hier irgendjemand schreibt: "Mädel, geh zum Arzt, aber plötzlich!" oder "Ach komm, lass das lieber bleiben. Sowas ist absolut normal, damit braucht man doch keinen Arzt mit zu nerven." Wahrscheinlich muss ich das Ganze im Endeffekt doch ganz für mich allein entscheiden... :-/

    Aber lieben Dank, für die nett gemeinten Antworten!
    Geändert von dasSchäfchen (13.06.2012 um 21:00 Uhr)

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 187

    AW: Brauche ich ärztliche Hilfe?

    hehe, ja, damit hast du leider recht, dass du das für dich selbst entscheiden musst. Denn hier ist niemand weder persönlich noch offiziell in der Position dir sagen zu können, ob du zum Arzt gehen musst oder nicht. Das ist immer die freie Entscheidung.

    Und ja, jeder hat auch seine Macken und Eigenarten. Es gibt auch Leute, die ADS haben, aber bei denen das relativ schwach ist und es im Grunde nicht behandlungswürdig ist, oder die mit ein paar einfachen Selbstkonditionen lernen damit zu leben. Aber wenn die Macken und Eigenarten so gelagert sind, dass sie Probleme im Leben verursachen und sich so auswirken, dass man selbst sagt, dass man ein Problem hat, dann spricht nichts dagegen etwas daran zu ändern. Und bei so weitreichenden Macken ist das alleine kaum möglich, das habe ich über Jahre hinweg versucht. Ergebnis davon ist, dass ich grade in einem Scheidungsverfahren stecke. Hätte ich mir rechtzeitig Hilfe geholt, wäre das vielleicht anders gelaufen. Wobei ich jetzt sagen muss, dass das Endergebnis nicht unbedingt das Schlimmste ist, aber das ist ja auch gar nicht das Thema.

    Und jetzt sag ich dir einfach mal direkt folgendes: Du hast dich bereits entschieden. Du beschäftigst dich damit und machst dir wohl massig Gedanken. Würde dich dein Verhalten nicht stören oder behindern, würdest du das nicht tun. Du fragst also quasi vorsichtig in Erwartung von Bestätigung, ob du nach professioneller Hilfe ausschau halten willst. Natürlich ändert sich das täglich, je nach Tagesform. Das kenne ich, aber das macht die Sache nicht besser. Wenn du dich nur einigermaßen gut mit deiner Mutter verstehst, wird sie als Hauptsache wollen, dass es dir gut geht, auch wenn sie eventuell von Psychiatern nicht viel hält. Nenn es doch einfach Neurologe, das klingt schon gleich ganz anders. Und was Freunde angeht... Ganz ehrlich, wenn sich auch nur eine Person von dir abkehrt weil du zu nem Therapeuten gehst, oder eine anerkannte Krankheit hast, dann ist die Person es auch nicht wert, dass man sich mit ihr abgeben muss. Denn du bist dadurch in keinster Weise ein anderer Mensch als ohne Diagnose. Punkt. Aus.

  7. #7
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Brauche ich ärztliche Hilfe?

    Hai, Schaf! Na, das liest sich aber absatzlos flüssig. Du hast da ja geschrieben, um zum einen etwas Bedrückendes loszuwerden
    und zum anderen, um hier etwas zu erfahren. Hier sind viele, die das Leben in der Art erleben, wie du es da oben beschrieben hast.
    Daß du leidest, das kann man gut herauslesen. Du bist noch jung und denkst sicherlich, daß Opa Hoppenstätt das wieder richten wird.
    Stimmts? Nunja. Hoppenstätt könnte das schon, wenn er denn Psychiater wäre (man achte auf den Konjunktiv!) und du hingehen würdest
    und er dir sagen könnte:"Nun Schaf, da haben wir aber so etwas von ADHS..Glückwunsch!"
    Und dann könntest du Medikamentös behandelt werden und eine begleitende Therapie könnte dir da viel weiterhelfen.
    Könnte, wenn du denn wolltest. Aber so recht willst du ja nicht, weil dir die Meinungen von Verwandten und dem Umfeld wichtiger sind.
    Deine physische und psychische Gesundheit von den Meinungen anderer festzumachen ist...?

    1. Gesund?
    2. weinger gesund?
    3. etwas abwegig und überlegenswert?
    4. einfach nur genial?
    oder
    5..... einfach nur doof?

    Ich wüßte die Antwort auf Anhieb.

    Ich habe ADHS. Ziemlich ausgeprägt und das Erleben so ähnlich wie du es oben beschrieben hast.
    Ich bin sehr froh, daß ich eine Diagnose habe machen lassen.
    Ich bin sehr froh, einen der besten Therapeuten zu haben.
    Ich bin sehr froh, dir darüber erzählen zu können.

    Was du aus deinem Leben machst, das ist deine Angelegenheit.
    Aber du hast jeder Zeit die Möglichkeit, das Beste daraus zu machen.
    Viel Glück!

    G --hirnbeiß--
    Geändert von hirnbeiß (13.06.2012 um 21:48 Uhr)

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 43

    AW: Brauche ich ärztliche Hilfe?

    Danke für eure Ratschläge. Ihr habt natürlich Recht. Ich werde die Thematik auf jeden Fall angehen. Wird schon schiefgehen.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: Brauche ich ärztliche Hilfe?

    Mein bester Freund macht auch eine Therapie und sagte zu mir "machs, schaden kanns nicht."

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 28

    AW: Brauche ich ärztliche Hilfe?

    Habe auch Eigenverdacht auf ADHS und dein Text interessiert mich auch, aber ich bekomme es nur sehr schwer gebacken den zu lesen.
    Keine Ahnung wieso. Aber wenn Absätze drin sind, die bei dir komplett fehlen, lese ich es einfacher, das ist einfach nur anstrengend.
    Vielleicht kannst du etwas auf die Absätze achten.

    LG,
    Frechdax441

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