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Diskutiere im Thema Unverständniss im Umfeld im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 22

    Unverständniss im Umfeld

    Halli Hallo,
    nach längerer Inaktivität hier melde ich mich
    mit der Bitte um Rat wieder ;-)

    Ich bin 21 Jahre alt, lebe wegen meiner Ausbildung (Ende 1. Lehrjahr) bei meinem Vater
    (mit Stiefmutter und 2 kleinen Geschwistern) und stoße nur auf Unverständniss.
    Wenn ich beispielsweise als kleine Überraschung Nudeln koche und das Salz vergesse heißt es:
    "Ich habe dir doch schon x-Mal gezeigt wie das geht, jetzt müssen wir die wegschmeißen und haben nichts zu essen" usw.
    Desweiteren lerne ich kaum für die Berufsschule, was niemand nachvollziehen kann, da ich schon das Abitur wegen Nicht-Lernens vergeigt habe.
    Ich bin zudem ziemlich vergesslich, was Arzttermine etc. angeht und auch Verlegen von Gegenständen.
    Desweiteren weiß ich angeblich alles besser, wiederspreche etc.
    Ich habe eigentlich keine Freunde außer meinem Cousin mit dem ich mich 1-2 mal im Monat treffe.
    Um ein Mädchen anzusprechen fehlt mir (auch wenn es mit 21 erbärmlich klingt) einfach der Mumm und so sitze ich den Großteil des Tages
    entweder auf Arbeit, am PC oder lese ein nettes Buch.
    Die wenigen lichten Momente sind viel zu selten (in denen dann doch mal irgendwas klappt, bzw. ich wenigstens Anfange eine meiner tausend Ideen umzusetzen).

    Da mir vor 4-6 Jahren damals Ads mit Anfängen einer Depression bei einem IQ Test (Ergebniss kurz vor Hochbegabt) bescheinigt wurde,
    diese Diagnose damals aber von mir und meinen Eltern als Humbug abgetan wurde, weiß ich, dass ich Ads habe, auch wenn das noch kein Spezialist
    bestätigen konnte. Mein Vater tat das allerdings als Ausrede ab, als ich dann damit anfing, dass die damalige Diagnose doch richtig sei.

    Spezialisten für Ads gibt es hier im Umkreis von 100 KM keinen, mein Hausarzt meinte, dass das doch nur Kinder hätten.
    Also kann ich auch von dort keine Hilfe erwarten.

    Was kann ich also tun?
    Ich bin kurz davor zu verzweifeln.
    Medikamente sind meines Wissens verschreibungspflichtig, also komme ich auch dort nicht allein ran.

    lg Anticodon
    Geändert von Anticodon (11.06.2012 um 20:53 Uhr)

  2. #2
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.447

    AW: Unverständniss im Umfeld

    Hallo anticodon,

    Tönt deine situation gar nicht schön! Ich finde schade dass deine eltern, obwohl sie davon wissen, so dumm mit dich umgehen! Ich hatte zwar der diagnose mit 36 jahren, aber meine eltern haben verständnis. Ich finde schade, weil sicher haben sie auch méglichkeiten verpasst dich richtig zu helfen und stattdessen, verletzen sie dich noch mehr.

    Salz vergessen bei nudel kommt mich bekannt vor. Man kann die nudel trotzdem gut essen, es reicht sie nachzusalzen.

    Was du erlebst ist auch eine traurige realität dass viele ADSler kennen. Du bist auch noch jung, mit der zeit lernt man auch damit besser umzugehen.

    Jetzt bist du 21 jahren und es heisst, mündig. Also, du kannst selber entscheiden die diagnose bestädigen lassen und dich helfen lassen dafür. ADS gibt es nicht nur bei kindern. Es bleibt ganze leben und ich kenne viele ADSler mit graue haaren die auch nicht mehr so jung sind. Ein facharzt der dich testen kann, kannst du noch finden, auch wenn du dafür etwa reisen muss. Dein vater muss du auch nicht davon erzählen, auch wenn du dann medis nimmt. Wenn es dich mal besser geht (ADS richtig behandelt hilft wirklich), wird er sich sicher doch freuen und es ist schon überzeugend genug.

    Wenn du jetzt anfängst wird es auch sicher gut kommen! Du hast noch das leben vor dich.

    lg

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 22

    AW: Unverständniss im Umfeld

    meine eltern haben sich nicht ernsthaft mit dem thema beschäftigt.
    ich kann mich generell gut in andere menschen hineinversetzen,
    und verstehe auch warum sie ads bei mir nur als "ausrede" sehen.
    ich wirke nunmal ziemlich faul und bequem...

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Unverständniss im Umfeld

    Ich finde Du bist klasse, mit 21 ist das schon eine tolle Leistung sich gegen die Reden der Eltern Hilfe zu suchen.
    Auch als Volljähriger hängt man doch eben noch von ihnen ab.

    Gibt es nicht einen andern Verwandten, der Dir beistehen könnte? Der mit Deinem Vater redet?
    Kannst Du die Diagnose haben, oder weisst du noch bei welchem Arzt du damals warst?
    Schreib ihn an, bitte um einen neuen Termin-...
    Dein Hausarzt ist ja mal ne Marke. Da stehen einem die Haare zu Berge.

    Wenn das nicht klappt, such Dir die nächstliegende Klinik aus, spar dein Geld für die Fahrkarte, nehm dir frei wenn der Termin ansteht.

    Bis dahin solltest Du aber alles tun was du kannst, um deine Berufsschule weiter zu beackern und zumindest ausreichende Noten zu bekommen.
    Ich bin knapp 40, ich weiss warum ich das sage.
    Mach es Dir nicht zu schwer, aber sei vernünftig und lerne, so weit es eben geht.

    Weiss Dein Cousin von Deinem Selbstverdacht?
    Sonst nimm dir den doch ins Vertrauen.
    Ganz alleine ist das nicht so toll, wenn Dein Vater das ignorieren will hast du wenig Glück mit Hilfe aus seiner Richtung, aber da Du noch bei ihm lebst, solltest Du alles versuchen ihn zu überzeugen, das es für Dich sehr wichtig ist.

    LG Stargazer

  5. #5
    Danae

    Gast

    AW: Unverständniss im Umfeld

    Hallo Anticodon,

    ich kann stargazer nur zustimmen.

    Deine Eigeninitiative ist super und eine gute Voraussetzung dafür, deine Probleme in den Griff zu bekommen.

    Wenn du keinen Verwandten hast, der dir zu Seite stehen kann, solltest du versuchen, deinem Vater in's Gewissen zu reden. Wenn du gute Argumente bringst, wird er hoffentlich ein Einsehen haben.

    Vielleicht berichtetst du ihm einfach von diesem Forum und welche Probleme für den beruflichen Werdegang hier geschildert werden, wenn man ADHS einfach ignoriert. Du scheinst eher hypoaktiver ADSler zu sein....

    Es ist schwer vorstellbar, dass ein Vater kein Einsehen hat, wenn ihm der eigene Sohn klar macht, dass er direkt auf eine "verkrachte" Existenz zusteuert. Beschreibe ihm, wie sehr du selbst unter deinem Zustand leidest. Hier kannst du als Argument anführen, dass wirklich faule Menschen solch einen Leidensdruck kaum kennen werden und daher keinen Anlass haben, etwas an ihrer Situation zu ändern...Du aber dringend etwas ändern willst! Also kann Faulheit wohl kaum dein Problem sein.

    Vielleicht fallen dir noch andere Argumente ein.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück und lass dich auf keinen Fall entmutigen!

    Liebe Grüße,
    Danae

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 22

    AW: Unverständniss im Umfeld

    danke für die schnellen und guten antworten.

    @stargazer
    mein ehememaligen arzt kenne ich noch (auch wenn wir umgezogen sind) aber eben die psychologin nicht die den iq-test gemacht hat.
    allerdings könnte ich ja den kinderarzt fragen, der müsste das ja irgendwo stehen haben, oder?

    nächstliegende klinik finde ich keine, wohne atm in sachsen-anhalt, hier scheint es sowas nicht zu geben ;-)

    in der schule habe ich dank meine "fast-hochbegabung" einen schnitt von 1,6 auch wenn ich mit lernen locker 1,0 schaffen könnte.
    meinem vater geht es nur darum, dass er das potenzial sieht und weiß, dass ich die glatte 1 haben könnte...
    das lernen ist nunmal weder spannend noch kurzdauernd, ich kann mich nur ganz selten dazu aufraffen wirklich mal den ordner in die hand zu nehmen...
    und dann kann man das ergebnis auch nicht ernsthaft lernen nennen. ich brauchte bis zur 13. klasse nunmal nicht lernen und hab es deshalb nie gelernt.

    nein, mein cousin weiß nichts von meinem ads verdacht, allerdings verstehen sich cousin und vater nicht...
    haben seit über 10 jahren nicht mehr miteinander gesprochen soweit ich weiß.
    wäre also auch keine hilfe. und ich wüsste auch nicht wie ich glaubhaft erklären sollte, dass ich darunter leide.

    @Danae
    von eigeninitiative sehe ich bei mir selbst garnichts ^^
    ich schreibe eigentlich nur weil mir die situation nach 1 jahr nun gewaltig auf die nerven geht...
    und anzeichen von hyperaktivität kann ich bei mir auch keine erkennen, ich mache eher garnichts bevor ich zuviel auf einmal mache...
    mein problem ist ja, dass ich meinem vater eben nicht klarmachen kann was ads / adhs wirklich ist,
    dazu lesen will er auch nichts.

    ich mache halt ständig alles mögliche falsch und vergesse geburtstage, mein rad anzuschließen etc. was nunmal verständlicherweise
    auf unverständniss stößt...

    danke nochmal für eure 3 netten und schnellen antworten,

    lg Anticodon

  7. #7
    m-s


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 296

    AW: Unverständniss im Umfeld

    Anticodon schreibt:
    nein, mein cousin weiß nichts von meinem ads verdacht, allerdings verstehen sich cousin und vater nicht...
    haben seit über 10 jahren nicht mehr miteinander gesprochen soweit ich weiß.
    wäre also auch keine hilfe. und ich wüsste auch nicht wie ich glaubhaft erklären sollte, dass ich darunter leide.
    Wieso Verdacht. Du schreibt oben Du hast die Diagnose, also nicht nur einen Verdacht.

    @Danae
    von eigeninitiative sehe ich bei mir selbst garnichts ^^
    ich schreibe eigentlich nur weil mir die situation nach 1 jahr nun gewaltig auf die nerven geht...
    Nicht so ganz ohne Neid würde ich sagen:

    Du bist Erwachsen, es stimmt etwas in Deinem Leben nicht, Du weißt was es ist und Du weißt wie man es in den Griff bekommt. Also los, keine Ausreden aufzählen, sondern lösen das Problem

    In kleinen Schritten.
    - Ruf den Kinderarzt an und frag nach der Psychologin, die den Test gemacht hat.
    - Ruf die Psychologin an und lass Dir die Diagnose schicken oder hole sie ab.
    - Frag dabei die Psychologin gleich nach einen Psychologen für ADS bei Erwachsenen in Deiner Nähe
    - Ruf den Spezialisten an und mach einen Termin
    - Gehe zum Termin
    - Lass Dich behandeln (vermutlich) mit Medikamenten einstellen

    Ach und mache jeden Schritt so früh wie möglich

    Das Deine Eltern sagen das die ADS Diagnose von einem Arzt nur eine Ausrede von Dir ist, ist schon ziemlich bekloppt, aber so sind die Menschen eben manchmal. Dieses Problem, ist aber ein anderes, als das Dein Leben mit ADS auf die Reihe zu bekommen.
    Kannst Du also nebenher überlegen ob Du das auch angehen willst, oder, wie oben schon beschrieben, warten bis sich das von allein erledigt.

    Ich wünsche Dir gutes Gelingen. Ich hätte auch mit 21 gerne gewusst was mit mir ist. Was wäre mir vermutlich alles erspart geblieben.

  8. #8
    Danae

    Gast

    AW: Unverständniss im Umfeld

    Anticodon schreibt:
    @Danae
    von eigeninitiative sehe ich bei mir selbst garnichts ^^
    ich schreibe eigentlich nur weil mir die situation nach 1 jahr nun gewaltig auf die nerven geht...
    und anzeichen von hyperaktivität kann ich bei mir auch keine erkennen, ich mache eher garnichts bevor ich zuviel auf einmal mache...
    mein problem ist ja, dass ich meinem vater eben nicht klarmachen kann was ads / adhs wirklich ist,
    dazu lesen will er auch nichts.
    Na ja, deine Gedanken und die Motivation, etwas zu ändern, sind auch schon eine Art Initiative. ;-)

    Und nein, ich meinte nicht Hyperaktivität, sondern Hypoaktivität...Das ist das andere Extrem und könnte die von dir beschriebene Antriebslosigkeit erklären.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 22

    AW: Unverständniss im Umfeld

    danke an m-s genau sowas habe ich gebraucht!
    rufe dann morgen an.

    lg

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 22

    AW: Unverständniss im Umfeld

    so, habe jetzt mit der psychologin telefoniert, sie schickt mir das per post...
    allerdings kennt auch sie keinen facharzt im näheren umkreis...

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