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Diskutiere im Thema ziehen sich ad(h)s-ler gegenseitig an? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #101
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: ziehen sich ad(h)s-ler gegenseitig an?

    Die beiden Menschen die - laut Umfeld - extrem auffällig aus 'dem gleichen Nest' stammen müssen wie ich selbst...sind Adhsler. Ich denke schon das auch einige Bekannte bei denen spontan das Gefühl da war von der "gleichen Spezies zu sein" Adhs haben könnten, nur laufen ja viele von uns ohne Diagnose rum, deshalb kann ich nur vermuten, nicht wissen.

    Ich ziehe aber grundsätzlich Menschen an die irgendwie anders sind. Ganz oben auf der Liste: Borderliner und Menschen mit anderen psychischen Störungen/Abweichungen aller Art. Was gerade für Borderliner an mir besonders angenehm zu sein scheint: wenn sich jemand mal ewig nicht meldet, spontan emotional überdreht oder ziemlich unerwartetes Verhalten bringt, regt mich das nicht auf. Im Gegenteil. Je nach Lage finde ich es entweder 'normal' (kann locker selbst wochenlang vergessen Freunde anzurufen ohne es böse zu meinen oder kein Interesse mehr zu haben) oder sogar total spannend. Ist ja schließlich nicht gerade langweilig wenn z.B. eine gute Freundin plötzlich emotional aufdreht und dabei Dinge raushaut die völlig ernst gemeint sind, aber total verrückt klingen können und wenig später von ihr selbst als "hab ich nicht so gemeint" gewertet werden.

    Zudem hat noch keiner 'meiner' Borderliner es mir übel genommen wenn ich mal was vergessen habe, mich lange nicht gemeldet habe, eine supertolle neue Idee bald darauf doof fand und eine neue für supertoll und absolut für mich richtig angebracht habe usw.

    Meine Mutter meinte als ich ein Kind war dachte sie ich würde später mal was mit Behinderten machen weil sie jedesmal total fasziniert beobachtet hat, dass ich mit 'normalen' Kindern Probleme hatte, die sofort weg zu sein schienen wenn ich zwischen 'nicht normalen' Kindern war. Z.B. im Urlaub als am Strand eine Gruppe mit geistig/körperlich behinderten Kindern auftauchte. Statt - wie andere Eltern - mich dann schnell wegzuziehen um den eigenen Liegeplatz weiter weg zu verlegen, konnte sie mich total entspannt bei der Gruppe lassen (natürlich nach Absprache mit den Betreuern), denn was sonst z.B. durch zuviel Direktheit unangenehm angestoßen ist, war in der Gruppe super angekommen. Ich habe selten so entspannt mit anderen Kindern spielen können wie dort nach meiner völlig wertfrei gemeinten Frage "Deine Augen sehen so anders aus, tut das weh?"

    Diesen Effekt habe ich auch heute noch. Wo 'normale' Menschen mich automatisch dazu bringen mein 'Anderssein' kontrollieren/disziplinieren zu wollen, bringen 'nicht-normale' Menschen mich automatisch dazu völlig entspannt ich selbst zu sein und mit ihnen ebenso entspannt umzugehen. Funktioniert bei fast jeder Andersartigkeit in fast jeder Situation.

  2. #102
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: ziehen sich ad(h)s-ler gegenseitig an?

    @käsebrot; Das liegt dann eventuell auch daran das du einen Beschützerinstinkt hast. :-)
    @auri; "aus dem gleichen Nest" find ich passend beschrieben und seeeehr lustig, weil ich meine "Vögel" schon getippt hatte, als dein Posting erschien *lach*
    Dein Beitrag trifft es für mich.
    Lasse meine schon vorher geschriebenen Gedanken dennoch stehen:
    -------------
    Ich schätze unsere Empathie-Fähigkeit macht uns da einfach ansprechbarer als andere.

    Wo andere Leute nicht reagieren oder Verhaltensweisen durchschauen, ablehnen oder was weiss ich,

    sind wir in der Lage, Unsicherheit zu erkennen, Ängste zu spüren.

    Dann könnte unsere Freundlichkeit und Mitmenschlichkeit sehr anziehend sein,

    auch unsere durch Energie, Selbstbewusstsein oder Nervosität kann anziehend wirken,

    haben wir doch selbst zu genüge Erfahrungen, uns anders zu fühlen,

    da sind andere Stolpervögel, Pfauen, Trottellummen, Mauersegler und Hühnchen oder Pinguine

    uns einfach näher und interessanter als die "StiNos" und wir den ganzen Vögelein auch.

    Ich schätze ich habe meinen Partner auch zuerst aufgrund seiner Schusseligkeit sympathisch gefunden,
    da musste ich nicht so viel Angst haben , das er mich verurteilt.

  3. #103
    herrwasgeht

    Gast

    AW: ziehen sich ad(h)s-ler gegenseitig an?

    Der gedanke were schon sehr faszinierend auf einem menschen zu treffen der wie ein spiegel
    eines selbst ist.Was für spas man haben könnte.

  4. #104
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: ziehen sich ad(h)s-ler gegenseitig an?

    Oder Stress, wenn der andere immer dann schusslig ist, wenn du auf ihn vertraust.
    Oder andersrum.
    Ich will jetzt keine Schattenseiten auflisten aber auch die gibt es.

    Aber die Anziehung macht manchen Stress wieder wett ;-P

  5. #105
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: ziehen sich ad(h)s-ler gegenseitig an?

    Oft entsteht ja der Stress über eigene Patzer durch die dann folgende Selbstkritik. Zu erleben dass ich mit einer Freundin was unternehmen will, dann was wichtiges vergessen habe und sie sagt "verdammt, ich auch" finde ich dann sehr entspannend. Denn dann fällt viel Selbstkritik weg und beide können darüber grinsen, dass beide schusselig waren.

  6. #106
    Zotti

    Gast

    AW: ziehen sich ad(h)s-ler gegenseitig an?

    Hallo, ich selber komme auch sehr gut mit Aspergern zurecht. Die sind auch wie ADSler immer sehr verschieden, es gibt da auch einige, der sehr viel und gerne reden und auch gerne unter Menschen sind. Andere leben lieber zurückgezogen, doch ehrlich sind sie immer, auch wenn es einem nicht gefällt.

    Mittlerweile habe ich in meinem Bekanntenkreis jedoch auch sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht die andere Störungsbilder haben. Also es gibt eine Störung die heißt histrionische Persönlichkeitsstörung, natürlich kann ich das nicht diagnostizieren, doch im groben paßt es dann zu den beiden die ich kenne, Die beiden Personen sind allerdings sehr schwierig, integrieren gerne und verstehen den ADSler auch nicht so richtig.

    Dann habe ich eine Person mit einer paranoiden Schizophrenie kennengelernt, das ist für mich das allerschwierigste, doch darüber will ich hier nichts schreiben zum Schutze dieser Person. Leider hat sie keine Krankheitseinsicht und meint sie wäre vollkommen gesund. Eines ihrer Kinder (wenn nicht sogar beide) hat ADS, dafür interessiert sie sich leider überhaupt nicht und begreift es auch nicht.

    Mit Boderlinern komme ich persönlich nicht so gut zurecht, ich kenne da aber auch wenige, nur wenn sie als Grundstörung ADS haben und dazu Borderline, dann geht es. Doch reine Borderliner sind mir auch zu manipulativ.

    Ich habe auch eine ADS-Freundin die noch etwas anders hat, ich glaube Soziale Phobie, das ist auch schwierig, ich komme so mit ihr klar, doch auch bei ihr habe ich bemerkt, daß sie nicht immer ehrlich ist oder aus Ängstlichkeit Sachen falsch deutet oder auch schonmal Sachen erzählt die nicht stimmen und ich es nicht einordnenen kann, ob dies es extra macht oder wirklich so wahrgenommen hat.

    Ich habe aber noch drei andere ADS-Freundinnen, mit denen komme ich sehr gut klar, obwohl sie alle anders sind und auch leben. Die eine ist oft überempfindlich und manchmal hysterisch, sie nimmt allerdings keine Medikament, weil sie nichts verträgt.

    Ach ja, jetzt habe ich keine Lust mehr zu schreiben. Also auf jeden Fall komme ich mit den ganz Normalen auch nicht so klar, ich habe oft das GEfühl, daß sie auf mich neidisch sind und mich auch nie richtig verstehen.

    Gruß Zotti

  7. #107
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 908

    AW: ziehen sich ad(h)s-ler gegenseitig an?

    Hallo .
    was ist heute noch normal??
    bin auch so in deinem Alter.
    bin der Meinung,früher waren die Menschen viel anders.
    wier müssen damit halt leben


    Gruss Mopet

  8. #108
    Zotti

    Gast

    AW: ziehen sich ad(h)s-ler gegenseitig an?

    Ja, ja, was ist normal, da gibt es ja auch bei den Normalen wieder Unterschiede, die einfachen freundlichen herzlichen, und dann diese Intelektuellenszene die meinen sie wissen so viel
    und ja was ist normal, da können wir ja auch mal nachfragen, wer wen als normal bezeichnet.

    So jetzt habe ich die Zeit verpaßt, werde in einer viertelstunde abgeholt und muß noch Duschen,

    Bis später mal,

    Gruß Zotti

  9. #109
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 416

    AW: ziehen sich ad(h)s-ler gegenseitig an?

    stargazer schreibt:
    @käsebrot; Das liegt dann eventuell auch daran das du einen Beschützerinstinkt hast. :-)

    Ähhhhh..... Ja... schon... aber gedankt wird's einem nie

  10. #110
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: ziehen sich ad(h)s-ler gegenseitig an?

    Zotti schreibt:
    Doch reine Borderliner sind mir auch zu manipulativ.
    Sehe ich auch so, wobei ich inzwischen durch einen guten Freund der Borderliner ist gelernt habe damit so umzugehen dass es für mich nicht störend/belastend wird. Ich reagiere - oft unbewusst - bei allen Menschen eher auf die Intention als auf das was gesagt und getan wird. Kann man als nonverbale Kommunikation sehen oder Instinkt-Empathie, war jedenfalls bei mir schon immer so und ich lese auch immer mal wieder dass das bei vielen Adhslern so ist.

    Durch den Freund hatte ich Gelegenheit einiges über Borderline und was das für Betroffene bedeuten kann gelernt. U.a. dass das manipulative Verhalten (meist) keine negativen Absichten hat, also nicht mit dem manipulativen Absichten 'normaler' Menschen zu vergleichen ist, die damit durchaus mal eigene Vorteile erreichen wollen und bewusst manipulieren wollen, bewusst übervorteilen wollen.

    Wenn nun der Freund anfängt manipulativ zu werden, nehme ich einerseits sowieso wahr dass da keine negative Intention hintersteht und andererseits weiß ich dann durch die Infos über Borderline und auch von ihm selbst, dass er damit im Grunde eigene Ängste 'behandeln' will, z.B. einfach meine Aufmerksamkeit sucht, Trost braucht, Angst hat usw.

    Wenn dann sowas kommt, reagiere ich nicht auf das Gesagte sondern auf meinen 'Instinkt, also darauf was ich glaube das er damit eigentlich sucht. Bislang war das sehr hilfreich. Wenn mir jemand gerade eine dramatische Story erzählt, muss ich - gerade wenns eine nahestehende Person ist - nicht zwangsläufig wissen ob alles an der Story wahr ist. Ihm zu sagen dass ich ihm nicht glaube würde ihn zusätzlich belasten, verstören, verletzen und mir nichts bringen weil ich ja weiß das die Story nur ein Hilfsmittel ist. Ich Antworte dann nicht auf seine Story sondern bringe ihm das entgegen was er - nach meinem Eindruck - gerade als Rückmeldung sucht. Z.B. bekommt er mehr Aufmerksamkeit oder tröstende Worte oder einfach kameradschaftlichen Beistand a la "Hey, ich bin für dich da, du bist damit nicht allein".

    Ich denke wenn man da abgrenzen kann, also nicht so weit geht eigene Bedürfnisse wegzudrücken, dann ist alles im grünen Bereich. Wenn mich etwas daran tatsächlich verletzt oder ich gerade einfach das was er sucht für mich selbst/andere brauche, gebe ich das auch so zurück. Für mich ein Vorteil an Borderlinern: man kann sich wirklich heftig zoffen, also auch mal richtig unangenehme Punkte auf den Tisch knallen. Denn auch wenn der Borderliner dann vielleicht wutentbrannt die Freundschaft für beendet erklärt, muss das kein endgültiges Ergebnis sein. Ein paar Wochen später können beide darüber wieder normal reden, manchmal sogar darüber lachen und vorhandene Verletzungen damit loslassen. Denn zumindest die Borderliner die ich persönlich kenne waren bislang genauso wenig nachtragend wie ich selbst oder die Adhsler die ich kenne.

    @Mopet: dazu gibt es ein paar lustige Zitate, muss mal gucken ob ich einen Link finde. Denn den Eindruck dass die Menschen früher anders waren oder die Gesellschaft sich negativ verändert hat, hatten die Leute auch schon vor zweitausend Jahren. Scheint ein typisches Generationen-Ding zu sein. Man nimmt die Veränderungen zur eigenen Generation wahr und bemerkt dabei - wie bei allem - die negativen Unterschiede besonders deutlich.

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