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Diskutiere im Thema Gute "Lebensräume" für den ADHSler im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    superstar88

    Gast

    Gute "Lebensräume" für den ADHSler

    Yoho,

    mal ein, finde ich, ganz interessantes Thema: Was habt ihr für Erfahrungen bezüglich verschiedener Lebensräume gemacht, die ihr für besonders angenehm oder auch unangenehm für euch empfunden habt, gerade im Bezug auf ADHS?

    Ich beginne mal:

    ADHS-freundliche Lebensräume:

    USA

    Ich habe eine Zeit lang in den USA gelebt, bin heute noch häufig und regelmäßig im Jahr dort (letztes Jahr im zweimonatigen Rhythmus). Warum sind die USA in meinen Augen ADHS-freundlich? Die US-Amerikaner sind generell ein toleranteres Volk als die Europäer, insbesondere was "Behinderungen" (Disabilities) oder allgemeine Andersartigkeiten anbelangt. ADHS ist dort auch in der Politik ein vergleichsweise stark berücksichtigtes Thema, spezielle Maßnahmen an Universitäten sind grundlegender Standard.

    Firmengründung in vielen Staaten stark finanziell gefördert, kein Vergleich zu Deutschland (insbesondere CA) und es wird weitestgehend auf behindernde Barrieren verzichtet. Beispielsweise ist es möglich, eine Vielzahl von Berufen, die hierzulande eine 3-jährige Ausbildung erfordern, einfach so auszuüben. "Du willst Schumacher sein? Mach' nen Laden auf, zahl deine Miete, mach deine Arbeit gut und alle sind zufrieden". So läuft das. Das gilt vor allem für handwerkliche Berufe. Einer meiner engsten Freunde (auch ADHS) hat von 2008-2010 eine selbstständige Tätigkeit als Schreiner und Restaurateur für antike Möbel begonnen (ungelernt). Nach einem Jahr: 15 Mexikaner angestellt, $200.000 Rohgewinn in 2010, allerdings Ende 2010 bei Aus- und Wiedereinreise über Mexiko aufgeflogen (er hatte keine Permanent Residence Permission) und nun lebenslanges Einreiseverbot. Und das ist die Crux - ohne GreenCard ist's schwer.


    Internate
    Für ADHS-Menschen im Schulalter optimal, da viel Struktur vermittelt wird und individuell gefördert werden kann. Gute Internate sind leider meist sehr teuer und bleiben den wenigsten vergönnt - 25.000 - 35.000€ müssen jährlich aufgebracht werden.

    ADHS-feindlicheLebensräume:

    Staatliche Schulen
    Massen-Universitäten
    Eine Vielzahl von Bürojobs
    Deutschland (Kritik, Skepsis und wenig Anerkennung bezüglich ADHS)
    Das Militär
    Geändert von superstar88 (11.06.2012 um 13:11 Uhr)

  2. #2
    Allanon

    Gast

    AW: Gute "Lebensräume" für den ADHSler

    superstar88 schreibt:
    Yoho,

    Deutschland (Kritik, Skepsis und wenig Anerkennung bezüglich ADHS)


    Teils richtig, kann aber aus Erfahrung sprechen, dass es Laender gibt, hingegen Deutschland diesbzgl. ein Paradis ist.
    Es gibt auch Laender, bei denen ADHS heisst: "Frauen, die kein Ordnung halten koennen"
    Nicht lustig, wenn Frau selbst betroffen ist -.-

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 281

    AW: Gute "Lebensräume" für den ADHSler

    Ich finde alles angenehm was mit Struktur und Regeln zu
    tun hat, so versuche ich auch meinen Alltag zu bewältigen,
    ich liebe es und fühle mich sehr wohl wenn mein Umfeld und
    Tagesablauf berechenbar ist.

    Ich muss sagen die Diagnose AD(H)S ist generell nicht überall
    anerkannt egal wo und mit wem man es zu tun hat, ich würde
    dass nicht mit Deutschland in Verbindung bringen.

    Lg laepche

  4. #4
    superstar88

    Gast

    AW: Gute "Lebensräume" für den ADHSler

    Sorry, wenn es so rüberkam - die Eindrücke spiegeln natürlich nur gemachte Erfahrungen wieder. Insofern kann ich da auch (beschränkt) vergleichen. Zumindest in den USA hat die Diagnose ADHS eine völlig andere Tragweite und Bedeutung, als hier, das kann ich mit Sicherheit hier weitergeben. Ich weise nur ergänzend mal drauf hin, dass ein bedeutender Teil der Forschung ADHS betreffend aus den Vereinigten Staaten überliefert wird. Bitte genau lesen, was geschrieben wird. Ich beziehe mich hierbei auf Politik und Infrastruktur, und weniger auf den kulturell abgegrenzten Raum, der den recht subjektiven Eindruck eines "Volkgeists" und desen Umgang mit den Dingen erahnen lässt.

    Dass in D einzigartige Sozialstaat und der vergleichsweise reiche Arbeitsmarkt hierzulande innereuropäisch unerreicht bleibt, ist klar. Ich kann aber schlecht berichten, welche Erfahrungen ich in Litauen oder Zypern mit meinem ADHS gemacht habe, da ich dort ganz einfach keine längere Zeit verlebt habe.

    Man muss aber nicht immer alles vergleichen. Für ADHS ist Deutschland einfach nicht besonders cool.
    Geändert von superstar88 (11.06.2012 um 14:21 Uhr)

  5. #5
    Zotti

    Gast

    Cool AW: Gute "Lebensräume" für den ADHSler

    Hallo, also ich weiß jetzt nich ob ich hier richtig bin und antworte auf das Thema.
    Egal, ich bin schon älter und ich habe früher in Krefeld gelebt, dann in Düsseldorf
    gearbeitet und gelebt und da habe ich nix von ADS gewußt und es wurde immer
    viel gefeiert auch auf der Arbeit und Party usw. waren nie ein Problem.Es ging immer
    lauter zu und gab auch mal Streitereien oder so, doch dann haben sich alle vertragen.

    Dann bin ich nach Berlin gezogen, da habe ich dann die Zwillinge bekommen und
    ich weiß nicht, seitdem kam ich nicht mehr zurecht. Ich bin immer aufgefallen daß ich
    zuviel rede, Leute schonmal anfasse am Arm oder so und dann mit den Kindern zusammen
    waren wir wohl überall zu anstrengend (ich war alleinerziehend). Viele haben sich von
    mir abgewandt und zum Glück wurde dann dort 2000 mein ADS erkrankt durch den
    Kinderpsychiater und ich war dann richtig froh und bekam Ritalin das erste mal und
    habe seitdem besser alles durchblickt.

    Jetzt lebe ich seit 2003 in Bochum-Langendreer und hier fühle ich mich zu Hause, durch
    die Waldorfschule und die Matrix und den Bahnhof Langendreer (Soziales Zentrum mit
    vielen Veranstaltungen) laufen hier auch mehr Leute rum die nicht so normal sind oder
    aussehen und dann kam auch in die Nebenstädt fahren. Hier fühle ich mich jetzt ganz wohl.

    Allerdings auf Party habe ich ständig Probleme, ich natürlich nicht, sondern die anderen mit mir,
    wenn nicht viele Künstler oder andere ADsler da sind wirds irgendwann langweilig und ich trinke
    dann was mehr und will Stimmung machen oder was weiß ich, damit bin ich schon oft aufgefallen
    auf Parties. Ich glaube im Rheinland wäre das noch anders, da sind alle etwas toleranter auch wenn
    sie spießig aussehen. Irgendwie ist da auf jeder Festlichkeit oder Party immer Stimmung negativ oder
    positiv, doch das macht nix.

    Ja ich finde es ganz schlimm, daß ich kein Ritalin bezahlt bekomme, da ich nur eine kleine Rente habe
    und nur Ritalin-Tabletten und Kapseln vertrage und Medikinet-Tabletten, doch die Kapseln vertrage ich
    überhaupt nicht. Ich muß immer gucken, daß mein Freund mir das Ritalin bezahlt und das ist sehr ungerecht
    auch für alle anderen, die wenig Geld haben und darauf angewiesen sind. Sollen die dann lieber wieder
    Drogen nehmen frag ich mich.

    So jetzt beende ich mal, bis dann

  6. #6
    Zotti

    Gast

    AW: Gute "Lebensräume" für den ADHSler

    Zum Beispiel Bayern und Baden-Württemberg. Da habe ich einen ADS-Freundin
    aus Berlin wohnen und da müßen Frauen alles können, kochen, putzen und
    dann noch abends gut drauf sein, dringend abzuraten, es ist nur eine schöne Landschaft

  7. #7
    Danae

    Gast

    AW: Gute "Lebensräume" für den ADHSler

    superstar88 schreibt:
    Yoho,

    Internate
    Für ADHS-Menschen im Schulalter optimal, da viel Struktur vermittelt wird und individuell gefördert werden kann. Gute Internate sind leider meist sehr teuer und bleiben den wenigsten vergönnt - 25.000 - 35.000€ müssen jährlich aufgebracht werden.
    Konfessionelle Internate sind bei weitem nicht so teuer und aufgrund der dort noch immer herrschenden Strenge wird dort auch sehr viel mehr Struktur vermittelt als in den sogenannten Eliteinternaten.

    Ich spreche da aus Erfahrung! ;-)

  8. #8
    Danae

    Gast

    AW: Gute "Lebensräume" für den ADHSler

    Zotti schreibt:
    Zum Beispiel Bayern und Baden-Württemberg. Da habe ich einen ADS-Freundin
    aus Berlin wohnen und da müßen Frauen alles können, kochen, putzen und
    dann noch abends gut drauf sein, dringend abzuraten, es ist nur eine schöne Landschaft
    Bayern ist mit Baden-Württemberg überhaupt nicht zu vergleichen...
    ...und Baden mit Württemberg auch nicht!

    Durch die Nähe zu Frankreich sind die meisten Badener recht locker drauf.

    Ich fühle mich hier pudelwohl!

  9. #9
    superstar88

    Gast

    AW: Gute "Lebensräume" für den ADHSler

    Danae schreibt:
    Konfessionelle Internate sind bei weitem nicht so teuer und aufgrund der dort noch immer herrschenden Strenge wird dort auch sehr viel mehr Struktur vermittelt als in den sogenannten Eliteinternaten.

    Ich spreche da aus Erfahrung! ;-)
    Same here - allerdings habe ich mit beiden Erfahrung (Appel-Ei-Internat 1 Jahr, "Elite-Internat" (wie du es nennst) 7 Jahre - du auch?
    Anbei: Strenge =/= Struktur - gegensätzliches kann nur jemand behaupten, der es anders nicht erlebt hat.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 370

    AW: Gute "Lebensräume" für den ADHSler

    Zotti schreibt:
    Zum Beispiel Bayern und Baden-Württemberg. Da habe ich einen ADS-Freundin
    aus Berlin wohnen und da müßen Frauen alles können, kochen, putzen und
    dann noch abends gut drauf sein, dringend abzuraten, es ist nur eine schöne Landschaft
    ... ich sing euch ein Lied! Und zwar genau davon!

    Bin aus dem hohen Norden runtergezogen nach Baden-Württemberg. Davor ist das mit meiner ADHS auch nie so wirklich aufgefallen und ich hatte keinen großartigen Grund, zum Arzt zu gehen ... aber kaum bin ich hier angekommen, bin ich gerade durch die von dir beschriebene Einstellung direkt erst einmal ins Schleudern geraten.

    Achja, du hast übrigens in deiner Aufzählung noch das arbeiten (vollzeit selbstverständlich, wir sind ja nicht faul) vergessen. Und das ist auch nur wichtig, damit Frau hier überhaupt mal was zu melden hat

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