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  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 96

    Nervige Co-Therapeuten ?

    Hi,
    ich hab mal ne Frage an die jungen Erwachsenen, die Eltern haben, die euch gut mit dem ADHS begleitet haben.

    Als Eltern wird man ja quasi zum Co-Therapeuten.

    Das ist gut, weil es unterstützt, aber es belastet auch.

    Eine Therapeutin kann man einfach doof finden und ohne schlechtes Gewissen nicht mehr hingehen.

    Eltern findet man in der Pubertät auch doof, aber man weiß auch, dass sie einem helfen...und hat vllt. ein schlechtes Gewissen.....

    Eltern leisten hohen Einsatz .....und wollen das möglicherweise insgeheim entsprechend " gewürdigt " haben....


    Hat euch die Begleitung durch die Eltern belastet und wenn ja an welchem Punkt?
    Wie seid ihr damit umgegangen?
    Was hättet ihr euch von den Eltern gewünscht?

    Ich frage das, weil meine Eltern nichts von meinem ADHS wußten, und ich mich deshalb früh und radikal abgrenzen konnte.
    Jetzt habe ich schon lange ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern ( die mehr von mir kapiert hatten, als ich lange dachte).

    Ich selbst bin aber eine Mama-Co-Therapeutin......eigentlich wäre ich gerne einfach nur mal Mutter


    Also meine Frage geht ganz klar nicht in Richtung andere Co-Therapeuten....Wir tun alle unser Bestes, das weiß ich , ich möchte mal die Sicht des Nachwuchses....
    Geändert von Bassai Dai (10.06.2012 um 13:51 Uhr) Grund: Letzten Satz dran gehängt

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: Nervige Co-Therapeuten ?

    Hallo Bassai Dai,

    also Antworten vom Nachwuchs erhältst du hier nicht, ausser von volljährigen Teenis, da dies ja hier ein Erwachsenen Forum ist.

    Also mein Tipp, sei als erstes einfach nur Mutter.
    Dein Kind wünscht sich in erster Linie einfach ne Mutter. Wenn du diese Rolle erfüllen kannst, dann ist deinem Kind schon extrem geholfen.

    Klar, kannst du mal die eine oder andere Hilfestellung geben, aber einfach im normalen Rahmen.

    Es ist besser für euer Verhältnis, dass du nicht durch eine Co-Therapeuten-Funktion die Beziehung zu deiner Tochter aufs Spiel setzt.

    Also, ich aus meiner Erfahrung aus meiner Teenie-Zeit kann sagen, mir wäre am meisten geholfen gewesen, wenn meine Mutter mal sich selbst unter Kontrolle gehabt hätte und mir einfach nur emotionalen Beistand gegeben hätte.

    Emotionalen Beistand, das ist das, was dein Kind braucht.

    LG Nicci

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 96

    AW: Nervige Co-Therapeuten ?

    Ich meine doch junge Erwachsene mit "Nachwuchs" ...ich bin schon uralt


    Na aber das ganze Gedöns mit Plänen und all den Kram, den man im Elterntraining lernt.....das ist weit mehr als nur Mum sein.

    Aber du hast Recht, die emotionale Unterstützung ist das wichtigste.

    Mir gehts auch eher darum: wie habt ihr als Kinder erlebt, dass eure Eltern euch zu den Therapien geschleppt haben, oder das Elterntraining umgesetzt, in die Selbsthilfe gelatscht..... All das meine ich auch.....

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: Nervige Co-Therapeuten ?

    Nicci schreibt:

    Also, ich aus meiner Erfahrung aus meiner Teenie-Zeit kann sagen, mir wäre am meisten geholfen gewesen, wenn meine Mutter mal sich selbst unter Kontrolle gehabt hätte und mir einfach nur emotionalen Beistand gegeben hätte.

    Emotionalen Beistand, das ist das, was dein Kind braucht.

    LG Nicci
    Ja, so geht es mir auch. Gerade trudelte eine Mail von meiner Mutter ein, sie wolle mir nur gute Nacht sagen. Davor ruft sie mich, die blöde Schlange auf Handy an um mir zu sagen, sie wolle mir gute Nacht sagen.
    Ich würde mir wünschen, dass sie mal erwachsen wird und lernt Verantwortung zu übernehmen, sich selbst zu mögen, alles das.
    Die Sache ist eben, dass ich ihr schon fünfzig mal gesagt habe, dass ich das nicht will, dass es mich total aus der Bahn bringt, sie mir massiv schadet. Vor wenigen Monaten hätte ich jetzt allein nach einer Mail von ihr bei so später Stunde die halbe Nacht nicht schlafen können aus lauter Ärger. Wenn ich das Telefon so schon klingeln höre kriege ich massive Angst. Ich hab ihr gesagt, dass ich sie trotzdem mag, immerwieder, und dass es nur JETZT GERADE, die nächsten Monate nicht geht, hab es ihr plausibel erklärt, auch meinem Vater aber nichts kommt...

    Dann hasse ich mich wieder, dass ich so fies zu ihr bin, wo ich doch weiß, dass sie, wenn ich das Blatt eben so drehe und drehe und drehe und wende, nichts für ihre Lage kann, aber das STIMMT nicht, sie könnte so vieles tun, sie hat seit zwanzig Jahren keinen Beruf und übelst viel Freizeit!

    Wirklich, diese Sturköpfigkeit, die ist kaum auszuhalten. Bin froh, dass ich nicht mit denen zusammen wohne. Freunde von mir, die es sich leisten können, wohnen auch allein und das ist einfach das beste, was man machen kann, so unsere Meinung.


    Was ich mir wünschen würde wäre:

    - Anerkennung als das was ich bin, also auch in kommunikativer Rückbezugnahme zu mir.


    Damit meine ich, dass sie meine Selbstsicht reflektieren, also das, von dem ich denke, dass es meine Identität ausmacht. Ich bin ein sehr politisch interessierter Mensch und habe schon lange Einstellungen, die sich vielleicht mal ändern aber bin seit drei vier Jahren doch eine ganz schöne "Stinkelinke" und ich habe fast meine ganze Freizeit mit politischem Krams verbracht, jahrelang, Demos organisiert und alles mögliche. Und ich frag mich echt, was meine Eltern von mir mitbekommen, wenn mein Vater mir am Heilig Abend ernsthaft zu erklären versucht, warum "die Linken" "viel schlimmer" sind, als "die Rechten" (und das, trotz täglichen gemeinsamen Frühstücks und sonntäglichen Mittagessens).
    Das ist nur ein Beispiel aber es ist exakt das selbe als, wenn ich mich für Hamster interessieren würde und sie würden nie danach fragen.
    Was ich will ist also einmal, dass sie von mir mitbekommen, was ich so mache oder gemacht habe.
    Also einmal sollen sie wahrnehmen, was ich mache. Dann sollen sie sich eine Meinung dazu bilden, was ein längerer Prozess ist und nicht einfach der Geistesblitz, der auf eine kurze Zurkenntnisnahme folgt. Dann sollen sie die Meinung mit mir reflektieren, also man soll sich darüber austauschen und sie sollen offen sein, ihre Meinung zu änden und darüber nachzudenken. Das muss nicht im selben Gespräch sein, das kann ich auch oft schlecht aber man sollte danach nochmal darüber reden (wenn sich etwas geändert hat).
    Gespräch meine ich hier einen über Wochen oder Monate konstant stattfindenden Austausch einfach.

    Sie sollten, wenn auch höflich, sich echt zusammenreißen für das, was ich mache, Interesse aufzubringen, sich da auch mal überwinden.
    Das beste, was Verwandte tun können aller Art ist meiner Meinung nach mit Kindern zum Beispiel über die PC-Spiele, die sie spielen zu reden. Da zeigt man, dass man sich, Im Gegensatz zu der Frage "und wie läufts in der Schule?" nicht nur oberflächlich für das Kind oder schlimmer noch, für dessen Leistung interessiert, sondern wirklich für "seine Welt". Das Kind lernt dann auch über das Spiel zu sprechen, das ist eine gute Übung und wenn es davon begeistert ist, dann erzählt es auch gerne davon, denke ich. Das machen meine Eltern bei meinem Bruder, der Autorennen spielt, das läuft ganz gut (der Tip ist jetzt allgemein). Es ist mit diesen Spielen besser, als wenn das Kind im Sportverein ist weil man über diesen wesentlich weniger detailliert reden kann, stell ich mir jedenfalls so vor. Die Geschehnisse dort sind wenig erzählbar, daher haben Verwandte heute im Vergleich zu vor wenigen Jahren das Glück, echt ultimative Gesprächskitter vorzufinden, also die peinlichen Pausen zu vermeiden.

    Und ja, meine Eltern sollten sich mal erkundigen, das wünsche ich mir auch, wie es mit meinem ADHS ist. Das tun sie auch nicht.

    Und ihre Bedürfnisse aufzeigen, ganz wichtig.

    So. Jetzt bin ich bald müde. Aber es ist ohnehin schon ein ganz schöner Aufsatz geworden. Mal gucken, ob der bis morgen so stehen bleibt oder ich ihn noch ändere bei dem ganzen bullsht, den ich schreibe. Hinzuzufügen wäre noch so manches.

  5. #5
    superstar88

    Gast

    AW: Nervige Co-Therapeuten ?

    Meine Eltern haben mich vor allen Dingen in vielerlei Hinsicht "einfach mal gelassen", und häufig auch mal "fünfe gerade sein lassen". Ich bin dafür sehr dankbar und auch überzeugt, dass es gut für mich war.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: Nervige Co-Therapeuten ?

    superstar88 schreibt:
    Meine Eltern haben mich vor allen Dingen in vielerlei Hinsicht "einfach mal gelassen", und häufig auch mal "fünfe gerade sein lassen". Ich bin dafür sehr dankbar und auch überzeugt, dass es gut für mich war.
    ja, so in etwa war es bei mir auch. ich hatte wirklich viele freiheiten und musste nie um "eine stunde länger wegbleiben" oder ähnliches verhandeln, wie andere es mussten, die ich kannte.

    ich hätte mir echt mehr gespräch gewünscht und das finde ich deswegen sehr wichtig.

    was mir noch einfällt: zuverlässigkeit.
    meine eltern sind total zuverlässig.

    und regelmäßig, ich hatte immer meinen "festen rahmen", wann wir gegessen haben, war immer in etwa die selbe uhrzeit, das hat mir auch sehr gut getan darin, heute echt meinen tagesablauf geregelt hinzubekommen.



    als ich über das nachgedacht habe, das ich geschrieben habe, ist mir aufgefallen, dass ich ziemlich viele ansprüche an meine eltern stelle oder gestellt habe, das ist sicherlich auch verkehrt und ich meine es auch nicht so, dass sie sich so ändern sollten, eher bin ich sauer auf sie.
    aber es ist eher der versuch, auszuformulieren, was mir gefehlt hat, in wenigen worten, also wir hatten wirklich die ganze zeit hindurch dolle konflikte.



    solche adhs-elterntrainings soll es auch geben, nicht?
    hat da jemand erfahrungen mit?

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: Nervige Co-Therapeuten ?

    auszuziehen war eben für mich das richtige, hatte sich auch gerade angeboten, ist aber bei anderen vielleicht genau das falsche.
    ich habe zwei gute freundinnen, die mit ihren eltern sehr starke konflikte haben und wo ich jedenfalls denke, dass sie von ihnen unterdrückt werden, aber sie können oder könnten es sich nicht leisten in eine eigene wohnung zu ziehen, näher an ihrer uni.
    die hab ich beim schreiben ein bisschen bedauert aber ihre situation habe ich früher auch "übernegativ" bewertet.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: Nervige Co-Therapeuten ?

    Schön, dass hier mal nach Tis von uns "Zöglingen" gefragt wird!

    Was mir nun noch einfällt, was ein definitives Problem meiner Eltern ist, ist:
    Das könnte an der falschen Erziehung liegen, dass einem eben immernur der schwarze Peter zugespielt wird oder daran, dass sie kluge Leute sind und sich prinzipiell für Superman halten und meinen, sie kämen in die Hölle, wenn sie ihre Ansprüche nicht halten könnten...
    Sie haben übelst mit dem orangen Kerl in diesem tollen Video zu kämpfen.
    Habe davon gelesen, dass das bei ADHS recht häufig so sein soll bis hin zu Menschen, die sich deswegen umbringen, gut, mit anderem Hintergrund noch, aber generell.
    Knorkator - Du bist schuld (2011) - YouTube
    Geändert von schnuppe (13.06.2012 um 19:40 Uhr)

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