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Diskutiere im Thema Sind eure Schwierigkeiten mit der Diagnose ADHS erklärt? Oder zweifelt ihr doch? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #31
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Sind eure Schwierigkeiten mit der Diagnose ADHS erklärt? Oder zweifelt ihr d

    habitbreaker schreibt:
    das habe ich mich auch so manches Mal gefragt ... irgendwann hatte ich eine richtig schön plausible Eingebung: da wir so schusslig sind und unser Kurzzeitspeicher so schlecht weiterleitet, vergessen wir vielleicht einfach, wie furchtbar anstrengend es war ...

    außerdem gibt es noch eine Lerntheorie die besagt, dass das Lernen durch Ausnahmen besonders robust ist, vor allem wenn man vorher auf diese Ausnahmen hingearbeitet hat ...

    is ja bei uns nich anders ... wir ackern uns bekloppt, um auf dem gleichen Niveau wie nicht-Betroffene zu tanzen ... Erfolge sind dann hart erkämpfte Ausnahmen und den Kick ins Belohnungszentrum, den möchte man dann einfach wieder haben ...

    Verknüpft finde ich, habe ich da eine richtig schicke plausible Hypothese gebastelt: Vergessen in Kombination mit Lernen-durch-Ausnahme=Erfolgsrezept

    Hallo!


    Ich hab jetzt diesen Strang gar nicht zuende gelesen.
    Bin schon hier hängen geblieben, weil ich das so interessant finde was Du da äusserst.

    So kenne ich das auch! Verbunden war das bei mir oftmals mit dem so genannten Hyperfokus.

    War, schreib ich deshalb, weil ich den Glauben an Erfolge sozusagen verloren habe.Ist doch sau-ungerecht.Wir bräuchten diesen Kick viel dringender als Normalos, müssen aber alle Energie da rein stecken
    .
    Ich will jetzt gar nicht jammern. Eher möchte ich von Euch mal wissen: Wenn wir schon solche Probleme mit dem Belohnungssystem haben, wie können wir mit Niederlagen gut umgehen?

    Bei mir ist derart viel schief gegangen, daß ich die Energie nicht mehr aufbringe, mich in etwas hereinzustürzen. Versteht Ihr, der produktive Hyperfokus gehört der Vergangenheit an und die hart erkämpften Erfolge, die habitbreaker erwähnt, bleiben schon lange aus. Das Resultat ist CHAOS in mir, CHAOS um mich herum.

    Schönen Sonntag noch,

    Svenni

  2. #32
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Sind eure Schwierigkeiten mit der Diagnose ADHS erklärt? Oder zweifelt ihr d

    Hi svenni,

    bei mir kommt es darauf an, welcher Ursache ich eine Niederlage zuschreiben:
    - wenn ich weiß "ich war's nicht", dann kann ich mich prima auf die Problemlösung stürzen
    - wenn ich weiß, ich war's zwar, aber mir sagen kann "hm, dumm gelaufen", dann muss ich zwar kurz meine Wunden lecken, aber dann "imm wieder aufstehn ..."

    - am schlimmsten ist es, wenn die Gesamtlage total verheddert ist, ich weiß, dass primär ich den Karren so in den Dreck gefahren habe und ich dringend wenigstens Schadensbegrenzung betreiben muss und der Druck so furchtbar groß ist und von außen (berechtigte) Anforderungen gestellt werden oder sich um mich oder mehr Sorgen gemacht werden ...

    in so einer Phase stecke ich jetzt und diese Dinge bringen mich irgendwie durch:

    1. Tod stellen - irgenwie stelle ich mich für die Ängste und Schuldgefühle taub/tod ... klappt nicht immer, bin phasenweise paralysiert wie ein Kaninchen und bekomme nix hin ... aber irgendwie geht's noch
    2. Habe in der Vergangenheit zu viel investiert, als dass ich jetzt alle viere von mir strecken möchte ...
    3. Habe zum Glück ein kleines Bisschen Familie, die ich nicht traurig machen möchte (na ja, nicht mehr, als ich vermeiden kann ... )
    4. Ich bin dankbar, dass ich mir aus klitzekleinen Erfolgen oder positiven Eindrücken/Zuwendungen ein vielfaches rausziehen kann ... ich brauche also nicht unbedingt einen Mamuthyperfokus mit anschließendem Erfolgserlebnis ... ich sauge alles Gute, schöne, angenehme um mich herum auf wie eine Verdurstende (liest sich etwas theatralisch, aber die Metapher "wie ein Schwamm" ist hier für mich nicht ausreichend ....) ....
    so rette ich mich von Schritt zu Schritt ...

    aber ich kann deinen momentanen ermüdeten Zustand sehr verstehen - an dem Punkt war ich im Februar, als ich mich klugerweise dem Vorschlag meiner Ärztin und meiner Psychologin anvertraut habe, das Elontril auszuprobieren ...

  3. #33
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Sind eure Schwierigkeiten mit der Diagnose ADHS erklärt? Oder zweifelt ihr d

    Ein Leben auf der Müllhalde der sogenannten Zivilisation.
    Was stört es die Ratte, daß tausend Tonnen Wegwerfartikel
    und eigentlich eher wertvolle Ressourcen in einem Berg vor sich hingammeln?
    Wenn die Ratte nun ADHS diagnostiziert bekommen hätte,-nur mal so hypothetisch-
    würde sie dann mit der selben Gleichgültigkeit durch ihren Berg wuseln?
    Oder würde sie dann eher die Dinge im Müll von einer anderen Seite aus betrachten?
    Daß mit ihr irgendetwas nicht stimmt, das hat sie ja schon immer gewußt, die Ratte.
    Diese Vergesslichkeit und die ständige Prokrastination waren schon immer...da!..ein Regenwurm!
    Und dann der Gang zum Rattenpsychiater.
    Vorher natürlich die immer wiederkehrenden Stolperfallen des Rattenlebens. Den Schlüssel der Rattenhöhle verloren,
    die Bankleitzahl von Rattenberg und die Kontonummer verschusselt.
    Dadurch konnte man die neue Rattangarnitur (hahaha) nicht mehr bezahlen bis schließlich die letzt Mahnu....
    scheiß Dosendeckel! Immer müssen sie diese verdammten Dosendeckel...
    wo war ich gerade? Ach ja.
    Ich heiße Ratte. Emilio Ratte und habe ADHS. Was ich nun damit anfange? Mit dieser Erkenntnis?
    Das ist eine gute Frage, die glaube ich viele gute Antworten benötigt.
    Ich werde erst einmal diese Müllhalde nach MPH durchsuchen. Ich glaube, dort hinten hatte ich eine angefangene Pack...
    Was macht denn dieser Rollerreifen hier? Der gehört aber nicht auf...
    Da fällt mir ein: Wenn alle Ratten ADHS hätten, dann...aber das wäre zu schön, zu schön um wahr zu sein...zu schön...

    *schniffelschniffelschniffel*

    LG --hirnbeiß--

  4. #34
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 199

    AW: Sind eure Schwierigkeiten mit der Diagnose ADHS erklärt? Oder zweifelt ihr d

    [OT]

    Deine 'Veranschaulichung' liest sich sehr amüsant, hirnbeiß - keine Frage.

    Aber ich meine, daß sich eine Ratte (mit oder ohne ADD) doch grundlegend vom homo sapiens unterscheidet - von daher ein eher hinkender Vergleich. Die uns 'gelegentlich' arg beschäftigende Selbstreflexion bzw. Selbstkritik dürfte im 'Vokabular' des possierlichen Nagers nicht vorkommen.

    Fressen, F**ken, Fertich ... Ratte müsste man sein.

    [/OT]


    Ähm ... zur eigentlichen Fragestellung ...

    moeba75 schreibt:
    Ich bin kein Messie. Wenn ich einige Stunden Zeit ohne Kinder habe, dann kann ich die äussere Ordnung im Haus wieder in den Griff bekommen. Warum aber kann ich es nicht so beibehalten?
    Wenn ich Deine Frage auf mich beziehe ... kann ich jemanden anrufen oder den fifty-fifty-Joker nehmen?

    moeba75 schreibt:
    Ich verstehe, dass es nach Aussen den Anschein macht, dass ich faul bin! Ist es nicht zu einfach das ADS für meine Probleme verantwortlich zu machen?
    Das verstehe ich auch. ADS dafür verantwortlich zu machen ist im Grunde nicht weiter verwerflich. Das wird es erst dann, wenn Du nicht gewillt bist, die Probleme auch anzugehen und Dich Deinem 'Schicksal' aus 'Bequemlichkeit' einfach nur fügst - im Sinne einer 'sich selbst erfüllenden Prophezeiung' sozusagen ...

    moeba75 schreibt:
    Ist es für die meisten ohne ADHS nicht nur eine Ausrede ( "Immerhin kann man sich doch zusammenreissen, oder?")?
    Das wage ich nicht zu beurteilen. Aber daß die Gefahr besteht, will ich nicht bezweifeln.

    moeba75 schreibt:
    Und ihr? Wie erklärt ihr anderen Leuten was mit euch los ist (vorausgesetzt ihr wollt es überhaupt erklären!)?
    Die Crux daran ist, daß Du das einem nicht Betroffenen einfach nicht erklären kannst, wenn seine / ihre 'Kenntnisse' über ADS auf 'Stammtisch-Parolen' basieren. Mit viel Zeit und Geduld (und fundierten Quellen) kann ich es versuchen, biologisch-organisch zu erklären. Aber diese 'Methode' stiftet i. d. R. mehr Verwirrung, als daß sie zur Aufklärung beiträgt.

    Und wenn ich mir mein Verhalten oft selbst nicht wirklich erklären und verstehen kann, wie muß es dann erst meinem Gegenüber erscheinen?

    Ich würde mit meiner Diagnose nicht 'hausieren' gehen. Meine wenigen guten Freunde geben sich mit 'Erklärungen', wie "Keine Ahnung! Weiß ich selber nicht!" oder "Du kannst davon ausgehen, daß es mich mindestens genauso nervt! ... und ich arbeite daran." zufrieden und reichen mir lieber eine helfende Hand als nervige Fragen zu stellen und fruchtlose Diskussionen loszutreten.


    Zur Themen-Überschrift:

    Die Diagnose war für mich sowas wie der missing link, das letzte Segment des sich nun schließenden Kreises, quasi eine vereinfachte Variante des Heiligen Grals ...
    Geändert von Knalljacke (10.06.2012 um 16:08 Uhr) Grund: Genitivierung

  5. #35
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Sind eure Schwierigkeiten mit der Diagnose ADHS erklärt? Oder zweifelt ihr d

    Hallo ,
    vieles bei mir hat sich mit allein der Diagnose ADHS von selbst erklärt . Brauche über viele Fragen die ich mir ständig selbst gestellt hatte nicht mehr nachzudenken.
    Von daher geht es mir was die Diagnose angeht etwas besser , fühle mich erleichtert und zweifle daran auch nicht wirklich was das ADHS angeht .

    Nur richtig mit umgehen muß ich noch lernen und daran zweifle ich ob ich es auch kann und schaffen werde

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