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Diskutiere im Thema ADHS und Stress im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 8

    AW: ADHS und Stress

    Hallo Ihr lieben Chaoten,

    beim Lesen Eurer Beiträge ist mir was klar geworden!

    Für mich ist zwar nicht das Telefonieren schlimm - das funktioniert, da ich mit ausgewählten Personen reden kann, auf die ich mich dann konzentriere. Viel schlimmer sind für mich die Ansammlung von vielen Menschen bei Feiern, Festen oder Veranstaltungen.

    Solche Termine versuche ich zu vermeiden, weil ich mich hier immer so unwohl fühle. Gehe lieber auf ein Fest oder Festival, wo ich niemanden kenne und kann dann viel mehr die Musik und das Essen und alles andere genießen.

    Am schlimmsten sind Veranstaltungen in der Schule. Beim letzten Schulfest wäre ich am liebsten davongelaufen. Die perfekten Mamas nervten mich so sehr. Ich konnte zu den Untehaltungen nicht viel beitragen und bin dann alleine durch die Klassenzimmer und durch die Turnhalle getigert.

    Beim Fußball meines Sohnes ist es ähnlich. Bei jedem Heimspiel müssen Kuchen gebacken und Brötchen belegt werden. Jeder ist mal dran und mir graut jedes mal, wenn ich etwas machen muss. Nicht, weil ich nicht helfen will. Mir graut vor der Kommunikation und natürlich dann auch vor der Organisation. Habe immer das Gefühl, überfordert zu sein und nichts auf die Reihne zu kriegen...

    Als Kind war ich eher der Einzelgänger. Heute bin ich ein Einzelgänger mit ein paar guten Freunden. Eigentlich fühle ich mich mit mir sehr wohl und kann auch gut alleine sein - das genieße ich schon. Aber manchmal brauche ich dann auch den Austausch mit ein paar ausgewählten, ganz lieben Menschen.

    Boooh - heute ist ja "Vatertag". Gerade laufen draußen ein paar Jugendlich vorbei - angeheitert und mit total lauter Musik. Bestimmt lustig. Hoffentlich bleibt alles im Rahmen... Für mich wäre das nichts - nicht nur, weil ich Mama bin ;-)

  2. #12
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 62

    AW: ADHS und Stress

    stimmt das kenn ich auch

    bei telen ist es ja so das im tägl. ablauf immer wieder ne schöne abwechslung ist die
    wichtige mail nicht schreiben zu müssen

    mus dazu sagen das ich rund 60-70 anrufe am tag habe ^^
    deshalb werden meine mails meist erst gegen 0100 beantwortet und alles halten mich
    für durchgeknallt. ja gut bin ich ja auch iwie ;P

    bei ansammlungen KANN es ein graus sein weil sich das ganze durcheinander nicht
    kontrollieren lässt. manchmal finde ich es aber auch toll weil ich zig gesprächen gleichzeitig folgen
    kann. das aber nur wenn ich gut drauf und im "guten modus" bin

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 31

    AW: ADHS und Stress

    oh, das tut so gut, von euren erfahrungen zu lesen und zu wissen, dass es anderen auch so geht.. da fühlt man sich nicht mehr ganz so "gestört".

    versteh nicht, wieso mich bestimmte dinge so aus dem konzept bringen. jetzt in diesem moment zb.. fange jeden satz immer wieder von vorne an und eigentlich könnte ich fließend schreiben, aber dann fang ich an nachzudenken und blockiere mich selbst..

    oder wenn ich einkaufen gehe.. das einkaufen selbst ist kein großes problem. ich bin zwar immer etwas abgelenkt und brauche etwas länger um mich zu entscheiden, aber das problem ist eher das an der kasse stehen. das hat mich echt wahnsinnig gemacht, weil ich lange zeit nicht wusste, dass es wohl an adhs liegt. konnte einfach selbst nicht verstehen, was da gerade passiert. jetzt im nachhinein weiß ich, dass es diese reizüberflutung ist, die mich immer überfordert. wenn in diesen momenten jemand meine gedanken lesen könnte... oh gott.

    und manchmal hab ich auch so gute momente, in denen ich lust habe zu telefonieren.. aber wenn es dann irgendwie anders läuft als in meiner vorstellung, verliert das ganze wieder den reiz.

    das problem ist "einfach" auch, dass ich selbst zu viel erwarte und davon ausgehe, dass es dem rest auch so geht. ich merke sofort, wenn in meiner umgebung etwas nicht stimmt oder sich jemand nicht wohl fühlt. das hat natürlich seine vorteile, allerdings ist es sehr anstrengend, wenn man jede kleinigkeit beachtet und es jedem recht machen möchte. es ist immer dieses verlangen da, dass ich vor anderen perfekt sein muss. und wenn ich etwas falsch mache und jemand verärgere, denke ich sofort, dass diese person mich nicht mehr mag und die halbe welt gegen mich ist. ich weiß zwar, dass es übertrieben ist, aber ich mache mir ernsthaft gedanken deswegen und bringe sachen damit in verbindung, die rein gar nichts damit zu tun haben.. das ist wie im internet, wenn auf einmal irgendwelche pop-ups auftauchen. ich sollte mal ein tagebuch über meine gedankengänge führen

    euch einen netten feiertag!

  4. #14
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.422

    AW: ADHS und Stress

    Hallo portrait,

    Menschen finde ich oft anstregend, aber da ich auch es brauche, nehme ich halt in kauf und probiere damit zu umgehen soweit ich kann. Man schätze mich als offen, gesellig, aber auch schwierig. So bald ich an meine grenze komme, reagiere ich gereizt. Es genügt wenn ich bei eine gespräch mit meine reizverarbeitung nicht nachkomme. Natürlich kommt dann eine gereizte reaktion zurück, aber ich bin so viel davon gewöhnt... Es gelingt mich auch nicht einiges andere klar zu machen.

    Kleine gruppe kann ich geniessen (aber nicht lange) grosse gruppen überfordern mich.

    Supermarkt finde ich auch anstregend. Dabei schaue ich absichtlich (ich habe die möglichkeit dazu) mich genug zeit zu nehmen um nicht im stress zu geraten. Gestern hatte ich der eindruck die kassierin war wegen meine schnecketempo genervt.

    Ich nehme medis, es hilft mich, aber anstregend bleibt vieles noch. Was für mich noch schlimmer ist: ich kann zu 95% die menschen nicht klar machen wie es mich dabei geht und mag bald nicht mehr mich der mund fusselig zu machen.

    lg

  5. #15
    Allanon

    Gast

    AW: ADHS und Stress

    Frl. Hudel schreibt:
    Das Zuhören: Am besten geht das noch, wenn ich derweil etwas tun kann (nebenbei kochen z.B.). Ansonsten ist das immens anstrengend. Dafür schäme ich mich immer sehr, dass ich so wenig Geduld zum Zuhören habe ...
    du bist mir dann um einiges voraus: ich selber merke nicht mal, dass ich nicht zuhoere, denke sondern wirklich dass ich zuhoere aber scheinbar nicht tue - DAS ist dann wirklich peinlich -.- .........

  6. #16
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.249

    AW: ADHS und Stress

    mj71 schreibt:
    Gestern hatte ich der eindruck die kassierin war wegen meine schnecketempo genervt.
    Oder ist eher das ADHS-typische "auf sich selbst beziehen" ? Vielleicht hat sie schon 7 Stunden an der Kasse gearbeitet (oder die Nacht nicht geschlaten) und konnte sich für das Waren-übern-Scanner-ziehen und akassieren nicht mehr begeistern.


    Doch davon ab:
    Mir bekommt Stress überhaupt nicht gut, trotz Medikation (MPH) scheinen sich die Symptome zu verschlimmern.
    Mich stresst:
    - Sei es ein Kollege, Arbeitgeber der Druck macht, etwas müsse schnell erledigt werden (kommt zum Glück selten vor)
    - Sei es dass mir auf der Arbeit gerade nichts Spass macht, ich prokrastiniere und privat surfe
    - Zu Hause ankommen. Riesen Unordnung vorfinden (mitverursacht von Frau und Kindern), dort dann nichts finden (weil es nicht mein eigenes Chaos ist), nichtmal richtig gehen können, weil der gesamte Fußboden voll ist mit Spielzeug, sauberer Wäsche, schmutziger Wäsche, Alten Zeitungen, Werbung, etc.
    - Mit meinen zwei kleinen Kindern (2+5) zusammen sein. Die beiden sind wie Katz und Maus, nehmen sich Spielzeug weg, tun sich gegenseitig weh, Geschreih, die kann man kaum alleine spielen lassen, sondern man muss ihnen volles Beschäftigungsprogramm bieten. Sie quengeln, wollen vieles haben, wollen vieles dürfen, diskutieren wenn man etwas nicht mag und ihnen verbietet.
    - Oder einfach, wenn beim täglichen Zugfahren der Anschluss verpasst wurde.


    Am schlimmsten bilde ich mir ein, ist das fremde Chaos in der Wohnung. Ich träume von meinen eigenen zwei bis drei Zimmern, die nur ich einrichte, und das am liebsten spartanisch, so dass ich die Sachen auch leicht finde.

    Studieren hat mich damals anfangs kaum gestresst. Vielleicht ist es heute etwas anders. Doch damals konnte ich zur Vorlesung gehen wenn ich wollte, oder es sein lassen. Ich konnte eine Klausur schreiben oder aufschieben, etc. Erst am Ende wurde es stressig, als die Semesterzahlen höher wurden, ich nicht hinterherkam. Dann machte ich eine Psychotherapie, während dessen schrieb ich doppelt soviele Klausuren wir vorher und schaffte auch den Abschluss.



    Bin gerade ratlos, ob mir MPH noch bei meinem Stress helfen kann, oder welche Alternativen besser wären.
    Geändert von gisbert (29.05.2012 um 16:38 Uhr)

  7. #17
    superstar88

    Gast

    AW: ADHS und Stress

    Es ist verdammt wichtig - im Bezug auf den sozialen Faktor, der hier angesprochen wurde - dass man sich möglichst gleichgesinnte sucht! Ich hatte das Glück, die letzten 6 Jahre von AD(H)S-Betroffenen 24/7 umgeben zu sein (Internat). Ich habe großartige Freunde gefunden und mich gut und integer entwickelt. Jetzt ist es dafür umso schwieriger - in der freien Welt - das aufrechtzuerhalten - aber das werd ich schon hinbekommen. Irgendwie. Vielleicht. Mal sehen. Morgen. Ach, das klappt.

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: ADHS und Stress

    portrait schreibt:
    hallo ihr,
    Wie sind eure Erfahrungen? Stressen Euch auch so Kleinigkeiten? Wird das besser durch Medikamente?
    Ich verweigere noch die Medikamente und versuche es durch andere "Ansichten" der Realität. Vieles ist ja auch einstudiert,
    ohne das man es gemerkt hat.

    Gerade in den letzten Monaten sind die täglichen Rituale, von Zähneputzen über Wäsche zum popeligen Einkaufen manchmal
    eine gefühlte Tortur. Aber was ich auch gelernt habe: das Hirn hat so seine Wege Dinge zu bewerten wenn es sonst nichts zu tun hat.

    Diese Bewertung hat sich eingeschlichen. Wer z.B. kein Ziel, keine Lebensinhalte, keine Lust, keine Freude hat - was
    bleibt dem noch übrig als das "Langweilige des Tages"? Ich habe z.B. beschlossen, alte Kollegen anzurufen und z.B. hier und da
    zum Mittagessen außerhalb ihrer Kantine zu gehen. (Ich muss nicht jeden Tag vor Ort arbeiten).

    Somit komme ich aus dem Haus, habe nette Gespräche und hier und da ergibt sich auch mal eine Wanderung oder ein Kinobesuch.
    Diese Aktivitäten überlagern das langweilige was den Alltag ausmacht. Und: man hat dann auch was zu erzählen wenn man Leute
    trifft, was diesen Stress auch abbaut und eine Freude sich bildet, jemanden zu treffen um zu tratschen.

    Das Grundproblem ist deine Einsiedler-Mentalität. Ich habe und hatte das gern, weil es so schön energielos und problemlos ist.
    Aber der Fakt ist einfach: der Mensch ist nicht dafür gedacht. Der Mensch ist ein Sozialtier. Auch wenn Du kurzfristig meinst, dass
    ist so besser und weniger nervig - der langfristige unterschwellige Stress ist 100x größer.

  9. #19
    superstar88

    Gast

    AW: ADHS und Stress

    basalt - das, was du im Bezug auf die Umkonditionierung deiner Ansichten und so weiter vorschlägst, funktioniert definitiv - auch langfristig! Medikamente können in meinen Augen langfristig nur Symptome übertünchen - bin aber kein Experte.

  10. #20
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADHS und Stress

    Vieles was ihr hier beschreibt hat weniger mit ADHS als mit Dissoziation zu tun.

    Da haben wir ja andere Stelle des Forums schon einen halben Roman zu dem Thema verfasst.

    Vereinfacht ausgedrückt, nimmt der Dissoziierte ab einem gewissen Zeitpunkt, Fortgeschrittensein der Dissoziation alles als Stress wahr, was unvorhergesehen eintritt. In der Fachsprache ausgedrückt: Alles was sich nicht wegdissoziieren lässt, verursacht Stress.

    Besonders Gisbert sollte sich mit der Thematik auseinandersetzen, denn dass unter Mph-Einnahme sich der Stress vermehrt, sollte eigentlich nicht vorkommen, ist aber beim Vorhandensein einer Dissoziation die Regel.

    Ein zweiter Aspekt des Themas:

    Da ein ASHSLer für sich verbindliche Strukturen aus sich selbst heraus nicht entwickeln kann, ist er darauf angewiesen, auf fremde Strukturen von außen Zurückzugreifen. Zum Beispiel diejenigen, die der Beruf mit sich bringt. Für viele ADHSler ist deshalb der Beruf die entspannende Zeit und der Urlaub bedeutet Stress pur.

    Wenn der Job nicht mit einer Überstrukturierung einhergeht, z. B. die die Kreativität einschränkt oder wenig Spielräume zur Selbstständigkeit lässt, dann ist der ADHSler mit den Strukturen überfordert, die ihm gleichzeitig von außen aufs Auge gedrückt werden und von ihm verlangt werden. Die Arbeitsproduktivität sinkt.

    Viele fallen deshalb aus dem Arbeitsprozess ganz heraus, was viele zunächst einmal als Befreiung erfahren (endlich arbeitslos). Der Schuss geht schon bald nach hinten los, denn auch eine Unterstrukturierung führt zu einer Zunahme des Stress.

    Man muss also als ADHSler unbedingt den Dusel haben, im richtigen Job beschäftigt zu sein. Da sowohl Unter- als auch Überforderung sich verheerend auf die Stresswahrnehmung auswirken.

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