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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 88

    Information & Assoziation

    Mal wieder ein Thread der Sorte „kennt ihr das auch?“... Und zwar geht es um Folgendes: Das Abrufen von Informationen über einen bestimmten Trigger/ eine bestimmte Assoziation.

    Ich nenne ein Beispiel: Ich lese für ein Seminar gerade einen Text von Hobbes. Ich „kenne“ Hobbes, seit ich Sophies Welt gelesen hab, habe mit 15 Texte im Philosophieunterricht behandelt, mit 18 wieder drin gelesen – der Name ist mir ein Begriff.
    Trotzdem – als ich gerade eine Freundin erzählen wollte, was ich lese, stammelte ich nur „von Dings....diesem Typ da (in meinem Kopf schwirrten Kant, Hegel und Locke)... der mit dem Leviathan... Hobbes“.

    Denn, die Assoziationskette funktioniert wie folgt: Philosophie → Absolutismus → Urgesellschaft → Leviathan → Hobbes. Ohne, dass ich die anderen vier Begriffe nicht gedacht habe, komm ich nicht auf den Namen.
    Versuche ich „direkt“ auf ihn zuzugreifen, bleibt er im Dunkeln, egal ob ich mir 5, 10, oder 15 Minuten den Kopf zermater– ich muss immer diesen Umweg gehen.
    Ich vermute, das ist bis zu einem gewissen Grad normal. Es wird einem beim Auswendig lernen geraten, Begriffe mit Asssoziationen zu verbinden. Davon, dass man Begriffe an Begriffe kettet hab ich jedoch nichts gehört.

    [Auffällig ist vor allem, dass ich dieses Problem auch bei nicht anwesenden Freunden habe. Das kenne ich sonst von niemandem aus meinem Umfeld. Kürzlich hatte ich die Situation das ein guter Freund längere Zeit von einer "Julia" erzählte. Irgendwann fragte ich perplex "Von welcher Julia sprichst du die ganze Zeit? Kenn ich die?", er: "Na du kennst doch Julia? Meine Freundin?!!!!" (kenn ich genau so gut wie ihn). Bei solchen Aussetzern denk ich manchmal, ich bin dement :/]

    Aber zurück zu Informationen, Namen von Autoren, Städten, Ereignissen....
    Mich stört das in sofern, als das ich im direkten Gespräch einen langsamen um nicht zu sagen dummen Eindruck mache. Ich rede oft von „Dings“ oder „Diesem Typ da“, „Der Stadt an dem Fluss... ehm...“, „Die Frau die mit diesem Typen aus der Band die in den 70ern beim So&so-Festival...“ … „du weißt schon!“.
    Das wirkt "etwas" inkompetent.

    Der springende Punkt: Mit MPH ist es wie weggeblasen. Plötzlich sind die Dinge „da“, abrufbar, ohne das ich mir den Kopf zerbrechen und mich verrenken muss. Es ist ein bisschen so, als hätte jemand das Regal mit Erinnerungen in greifbare Nähe gerückt oder einen Hocker hingestellt, damit ich bis an die oberen Reihen komme.

    Frage: Kennt ihr das auch? Haltet ihr das für AD(H)S-typisch oder ein davon unabhängiges Problem? Wisst ihr/habt ihr Tipps, wie man ohne MPH dagegen anarbeiten kann?
    Geändert von Mrs.Shankly (15.05.2012 um 01:02 Uhr)

  2. #2
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Information & Assoziation

    Hi Mrs.Shankly,

    Wisst ihr/habt ihr Tipps, wie man ohne MPH dagegen anarbeiten kann?
    Grundsätzlich würde ich sagen, knallhartes Training - ich sehe das mittlerweile sehr pragmatisch: warum sollte ich als Einarmige meine gesamte Energie darin verschwenden, mir einen zweiten Arm wachsen zu lassen?! Ich bin froh, dass mir MPH endlich mittels Kostenübernahme durch die Kasse relativ günstig zur Verfügung steht und nutze es als das Werkzeug, was es ist ...

    Asketen, Fakire etc. sind lebende Beweise, dass man auch über Monate in der Erde eingebuddelt und durch einen durch die Erde gestochenen Strohalm atmend überleben kann - da es nicht mein erklärtes Ziel ist, durch einen Strohalm atmende Fakirin zu werden, lasse ich das MPH seine Arbeit tun, übe mich im Lernen auf weniger masochistische Weise und erfreue mich an ähnlichen Dingen und Aha-Effekten, wie du es beschrieben hast (am Bahnhof aus dem Zug steigen und ohne groß zu grübeln die richtige Richtung einschlagen, um den Ausgang meiner Wahl zu erreichen ;-) )

    Wichtig für mich ist die Erkenntnis, dass unter MPH Gelerntes auch mittlerweile in den kurzen Phasen, die ich zwischendurch ohne MPH bin (weil ich mal wieder verschusselt habe, das blöde Rezept rechtzeitig zu bestellen und abzuholen ...) abrufbar ist ... zwar zähflüssiger, aber ich bin nicht auf Null gestellt ...

    (es klingt ein Hauch von Sarkasmus durch? stimmt - bin in meinem Umfeld gerade diese ewigen Diskussion um die Medikation sowas von satt ... meine Standardfrage: warum müssen/sollen wir uns dauernd vor uns und/oder der Gesellschaft für die Medikamenteneinnahme rechtfertigen - verlangt kein Mensch von einem Diabetes Typ I zu begründen, weshalb er Insulin nimmt und nicht versucht, seinen Zucker durch Tanzen seines Namens in den Griff zu bekommen ....
    *arrrrrrrggggrrrrmmmmpf

    )

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