Seite 2 von 2 Erste 12
Zeige Ergebnis 11 bis 15 von 15

Diskutiere im Thema Was habt ihr bezüglich "Klarkommen" mit ADS / ADHS schon erreicht? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Was habt ihr bezüglich "Klarkommen" mit ADS / ADHS schon erreicht?

    Vielen Dank an alle für eure Schilderungen. Freut mich wirklich das es bei so einigen läuft! @Max: Das mit den Medis erhoffe ich mir auch. Kümmere mich jetzt darum es zu testen.
    @Mrs. Shanky: ja, das mit den tiefs und der euphorie sollt ich mir mal abgucken und das mit dem 30 werden kenn ich.. und das is nur noch paar Tage hin lol. Innerhalb von 2 Jahren hast du wohl echt nen top Sprung gemacht. Hast du das mit Medis erreicht oder ohne?
    Macht weiter so!

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 88

    AW: Was habt ihr bezüglich "Klarkommen" mit ADS / ADHS schon erreicht?

    Wazoon schreibt:
    ja, das mit den tiefs und der euphorie sollt ich mir mal abgucken und das mit dem 30 werden kenn ich.. und das is nur noch paar Tage hin lol.
    Bei mir sinds 10 Jahre : D Ich würde gerne wirklich was erreichen in meinem Leben. Ein gutes Einkommen haben, meinen Eltern etwas „zurückgeben“, Sicherheit, endlich eine Beziehung... mein Wesen steht all dem aber diametral entgegen : /

    Aber ganz ehrlich, letztendlich ist "30" keine magische Grenze, du solltest dir da keinen Kopf machen : )


    Innerhalb von 2 Jahren hast du wohl echt nen top Sprung gemacht. Hast du das mit Medis erreicht oder ohne?
    Macht weiter so!
    Wir ist es denn bei dir?
    Meine Antwort ist etwas sehr ausführlich geworden, keine Ahnung, wie das passiert ist aber vielleicht intressierts oder hilft es dir ja:

    Direkt nach der Diagnose hab ich ein halbes Jahr lang Ritalin genommen und ein Coaching angefangen. Irgendwann hab ich mit beidem aufgehört. Das Coaching war sehr teuer und hat meines Erachtens nach wenig gebracht und bzgl. der Medikamente hatte ich keine Zeit, mehr, zu meinem Arzt zu fahren (komische Ausrede, aber so ist das manchmal).

    Im darauf folgendem, Jahr hat sich viel in meinem Leben verändert. Ich bin zuhause ausgezogen und habe mein Studium angefangen.Meine erste Hausarbeit bei einem Professor, vor dem ich riesen Respekt habe, lief überhaupt nicht gut. Ich hab mich damals sehr geschämt, weil der Prof. mir ins Gesicht sagte, wie GROTTEN schlecht meine Leistung war.

    Ich wollte unbedingt zeigen, dass ich das kann. Ich hab in diesem Jahr zum ersten Mal in meinem leben „gelernt“ und Dinge langfristig vorbereitet. Ohne Medis. Ich hab Erfahrungsberichte im Internet durchgelesen, mich mit den Symptomen von ADS auseinandergesetzt und mir überlegt, wie ich mich selbst austricksen kann. So hab ich mich in Eigenregie von einem Dreierschnitt auf 2,0 hochgearbeitet. Das war gut, aber richtig zufrieden war ich nicht. Diese Zeit war von einer wahnsinnigen Angst zu Scheitern geprägt. Bis dahin hatte ich mich immer damit rausreden können, mir keine Mühe gegeben zu haben. Was aber, wenn ich mir Mühe gebe und es trotzdem nicht schaffe?

    2011 kam zum Studium noch ein Job hinzu, der mich forderte. Ich hab den Eindruck, umso mehr ich zu tun habe, umso strukturierter und besser arbeite ich. Ich brauch diesen „Flow“, keine Leerräume und Tage, in denen ich in den Seilen hänge.

    Vor 6 Monaten bin ich wieder zum meinem Arzt, der mir diesmal MPH retardiert verschrieb. Die Medikamention und die zuvor erlernten Strukturen haben sich perfekt ergänzt. Meine letzte Hausarbeit (bei demselben Prof) war eine 1. Ich hab eine Woche lang gegrinst, wie ein Honigkuchenpferd : ) Außerdem hab ich meine erste Lateinprüfung geschafft, was einfach mal der totale Wahnsinn ist, wenn man sich überlegt, dass das stumpfes Auswendiglernen ist.

    Das einzige, was noch nicht so funktioniert, wie ich es mir wünsche, ist der soziale Bereich. Ich fühle mich immer noch fremd und habe eine riesige Angst davor, wie andere über mich urteilen... Komplexe wegen meiner Art, meinem Äußerem. Ich hab zwar gelernt, auf andere einzugehen und nicht mehr so viel von mir preizugeben, aber ich hab jetzt das Problem, sehr verkrampft und zu „bemüht“ zu sein. Gleichzeitig rutschen mir immer noch offene oder zu direkte Bemerkungen raus, verhalte ich mich noch immer „unangemessen“. Ich weiß nicht, wer ich bin und was „typisch“ für mich ist und ich glaube, meinem Umfeld geht es genauso. Eine Bekannte sagte einmal, sie könne mich einfach nicht einschätzen – nicht voraussehen, nach welchen Maßstäben ich handle, wie ich reagiere – und daher würde es ihr schwer fallen, sich auf mich einzulassen.

    Ich wünschte manchmal, all meine Freunde und Bekannten würden einen kleinen Text schreiben, wie ich auf sie wirke und wie sie mich einschätzen : D Ganz schön egozentisch...

  3. #13
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Was habt ihr bezüglich "Klarkommen" mit ADS / ADHS schon erreicht?

    Hi Wazoon,

    ich habe zunächst auch nur das "AD(H)S"-Dings fokussiert ... die erste wirklich positive Wendung gab es jetzt, da ich mir eingestehe, dass da auch noch dieses "Depression"-Dings mitmischt ...

    Zunächst hatte ich zwar angefangen, in mein persönliches Chaos (Arbeits-/Uniplatz zu Hause) Ordnung und Struktur zu bringen - mit der Depression in Kopf und Leib ging das Lernen trotzdem nicht besser - da ich das jetzt an mich heranlasse, kann ich AD(H)S und "die anderen Kollegen" auseinandertüfteln.

    In diesem Sinne noch ein persönlicher Fortschritt, auch wenn es sich paradox anhört: dass ich in diesem Jahr ehrlich zu mir gesagt habe "Jawohl, es geht mir schlecht - ich kann nicht mehr und ich kann es nicht mehr vertuschen oder beschönigen ... die Batterien sind alle, Motor aus ... es muss endlich ein neuer Plan her!" - dieser Einstellungswechsel ermöglicht überhaupt erst einen Plan- und Spurwechsel ...

    Ah, und einen habe ich noch: ich arbeite an einem gesunden Umgang mit meiner Impulsivität und meiner Wut/meinem Ärger - lange war ich in der Spur, dass Wut böse ist und lieb und geduldig sein das einzig wahre ... erkenne ich für mich jetzt als völligen Humbug und total ungesund ... Wut ist ein natürliches Gefühl, glaube ich - man sollte sie ernst nehmen ("ich" sollte sie ernst nehmen ;-) ), sonst bleibt sie einem irgenwann im Halse stecken ... ich übe mich jetzt also als "Wutflüsterin" ;-)

    LG, habitbreaker

  4. #14
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.392

    AW: Was habt ihr bezüglich "Klarkommen" mit ADS / ADHS schon erreicht?

    Hallo zusammen,
    @ habitbreaker: Bei mir war es auch so, dass ich erstmal an so einen Punkt kommen und die Depression akzeptieren musste. Ich war dann in einer Klinik und kann das nur empfehlen, auch Tagesklinik, die Leute kennen sich wirklich aus, man trifft andere Betroffene, ich war krankgeschrieben und aus allem draußen (insbesondere auch eigener Haushalt, ich konnte zum Schluss nicht mal mehr die Wäsche aufhängen - ich glaube, dass diese täglichen Dinge ADSler sehr viel Kraft kosten und man da über lange Zeit leicht in eine tiefe Erschöpfung geraten kann), es gab einen klaren Tagesablauf und ich war endlich in "professionellen" Händen, nachdem ich jahrelang alles mögliche im Alleingang versucht hatte...

    Ich konnte dort aufatmen. Das ist jetzt zwei Jahre her und mir geht es so viel besser. Deswegen kann ich allen nur Mut machen, gerade auch Depressionen konsequent behandeln zu lassen. In der Klinik, in der ich war, war das wirklich gut, weil die einen langfristig stabilisieren wollten, nicht nur eben mit Medikamenten, sondern auch anderen Säulen, Sport, Psychotherapie, Tagespläne etc.

    Das hat erst die Basis geschaffen, auf der ich das ADS angehen konnte. Obwohl manches sehr eng zusammenhängt. Ich nehme kein MPH, aber anch wie vor Antidepressiva und mache wie gesagt eine Verhaltenstherapie. Ich habe einiges umgestellt, vor allem achte ich auf Ernährung, Schlaf, Erholung.
    Muss aber auch sagen, dass mich gute Freunde und meine Familie während der ganzen schweren Zeit super unterstützt haben.

    @ Wazoon und Maxpower: Freut mich sehr, dass Euch das Mut macht! Es ist wie bei Depression, es geht nicht von heute auf morgen, aber man kann mit der richtigen Hilfestellung und gut eingestellter Medikation einiges erreichen...

    Ich drücke die Daumen und wünsche Euch alles Gute!

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Was habt ihr bezüglich "Klarkommen" mit ADS / ADHS schon erreicht?

    @Mrs.Shankly_ ja, die 30 sind keine magische Grenze.. Wenn bis dahin jedoch nix wirklich läuft... ohne Worte lol.
    Weil du gefragt hast wie es bei mir ist: Ich hab leider erst seit ca. 2 Jahren die Diagnose und davor entsprechend vorm Berg gestanden und zum ADS kam leider einiges dazu.
    Mein Doc ist gegen medis aber ich hab jetzt am Mittwoch einen Termin in dem ich ihm sage das es so einfach nicht mehr geht und ich mir welche verschreiben lasse (er machts nicht, aber woanders wirds schon gehn). Ich mache dort eine Verhaltenstherapie. Hat mir in einigen Bereichen geholfen, nur das Kernproblem ist noch genauso da. Wissen tu ich viel, aber das anwenden ist halt sauschwer ohne Struktur von aussen bzw. Konzentration durch medis. Durch das ganze und andere Umstände ist es derzeit eine ziemlich depressive Phase. Wird aber schon .
    Danke auf jeden Fall für deine ausführliche AW die mich natürlich interessiert. Das Thema Beziehung war bei mir auch leider immer sehr schwierig und ein geregeltes Einkommen wäre nach allen möglichen anderen Versuchen auch das was ich mir wünsche . Mega-Kompliment zu deiner guten Note auf jeden Fall. Das mit den Komplexen kenn ich zu gut. Das wurde über die Jahre besser. Ich sehe gut aus und das weiss ich und ich nehme mittlerweile wengistens 1 von 100 chancen wahr wenns um Frauen geht lol. Ich dachte ne lange Zeit ich wäre nicht attraktiv und strange usw. Wieso auch immer. Geringer Selbstwert seit der Kindheit u.a. Wer ich wirklich bin und wie ich nach Aussen wirke weiss ich auch nicht so recht. Hab mir da auch schon manchmal sowas gewünscht wie das, wie du sagst, Leute einem sagen wie man rüberkommt (egozentrisch find ichs nicht). Ich merke mittlerweile aber mehr und mehr, das man mir wenns mir mies geht (auch in der Therapie), das durch meine Art manchmal nicht so anmerkt. D.H. ich komme nach Aussen hin auf jeden Fall locker und herzlich rüber. Ich sehe auch mittlerweile eher wie das ankommt und spüre das dann eben auch wenn ich unterwegs bin. Somit ist in der Hinsicht evtl. etwas Selbstwert gewachsen. Hast du ADS oder ADHS? Habe ohne H und glaube, das das mit den unpassenden Sachen die einem rausrutschen eher Leuten mit ADHS passiert, soweit ich das bisher erlebt habe .
    @Habitbreaker yap, Wut muss man schon zulassen solangs nicht extrem ist hehe. Bei mir ist definitiv auch so ein Punkt gekommen. Der war halt leider vermehrt schon da. Starke Depressionen und eine Angststörung mit psychotischen Zügen hatte ich vor ca. 10 Jahren und war daher auch in Therapie. Das wurde auch viel besser doch dazwischen gings mir immer wieder auch Stimmungsmässig schlecht. Weil die sehr depressive Zeit bei mir so stark war damals, habe ich denke ich mal oft gedacht das wäre eine "normale" Depression gewesen. Das war jedoch viel stärker und so hab ich gemerkt, das das was ich dazwischen hatte auch Depressionen waren. Naja, ich sehe jetzt echt nur noch den Ausweg Medikamente und dadurch Konzentration auf Action im Sinne der Struktur . Auf Dauer dann die Medis absetzen und die Struktur beibehalten wäre optimal. Quasi ins Hirn brennen die Abläufe .
    @Wühlmaus Reha wollte ich bereits machen, jedoch wurde mir das seitens dem rentenversicherungsträger verwährt. Bräuchte das auch mal eine zeitlang. Freut mich sehr das es bei dir alles so gut funktioniert hat . Mein Therapeut meinte es gibt eine Hilfe von der Caritas. Die würden ab und an bei einem vorbscheischauen und mit einem über die Situation sprechen und helfen die Struktur auf die Reihe zu bekommen, sowie Erledigungen. Wäre ja ähnlich wie ein ADS Coach, der mir aber lieber wäre, da ich denk mal schon für nen Depp gehalten werden kann wenn die keine Ahnung von der Materie haben . Mal sehn ob ichs mach.
    Gruss an alle
    Geändert von Wazoon (28.04.2012 um 19:32 Uhr)

Seite 2 von 2 Erste 12

Ähnliche Themen

  1. Ist eine 1,7 (12 Punkte) heutzutage an der Uni schon "schlecht"?
    Von bricklayer im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 31
    Letzter Beitrag: 3.01.2013, 01:04
  2. Habt ihr eigentlich "normale" Freunde?
    Von Scarlatti im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 32
    Letzter Beitrag: 4.07.2011, 02:22
  3. Antworten: 58
    Letzter Beitrag: 7.06.2011, 21:01

Stichworte

Thema: Was habt ihr bezüglich "Klarkommen" mit ADS / ADHS schon erreicht? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum