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Diskutiere im Thema an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Hallo,



    in der psychosomatischen Tagklinik (VT-Konzept) in der ich mich bis zuletzt befand, wurde ein sog. "soziales Kompetenztraining" angewandt. Im Rahmen dieser Therapie stellt sich ein Patient vor versammelter Gruppe und Fachschaft bei laufender Kamera im Rahmen eines Rollenspiels einer Situation des tägl. Miteinanders, der er nicht gewachsen ist.
    Dies kann ein Gespräch im familiären Rahemn mit den Eltern, dem Partner oder den Kindern sein. Eine Situation aus dem Berufsleben also Gespräche mit dem Chef, der Sekretärin und Kollegen sind auch denkbar. In jedem Fall ist der Gegenstand des Gespräches einer, der den Patienten überfordert, an seine Grenzen bringt. Ein banales Beispiel ist zB. eine Gehaltsverhandlung, oder der Versuch sich von elterlicher Bevormundung und Kontrolle (auch im hohen Erwachsenenalter by the way) abzugrenzen. Der Rollenspielpartner ist auschließich einer vom Personal, also Psychologe, Psychiater, Erzieher, Pfleger.....Viele der Patienten haben im Vorfeld feuchte Hände, sind unsicher und nervös. Danach ist alles besser, weil sie i.d.R. ein Erfolgserlebnis hatten, die Kontrolle behalten haben oder sich Raum verschaffen konnten.

    Bei mir nicht! Ich tat mich ausgesprochen schwer überhaupt eine Situation, die mich fordern könnte zu finden. Bin ich doch ein redegewandter, eloquenter und aufgeweckter Gesprächspartner - ein Schauspieler, ein kontrollierter überzeugender Schauspieler, aber nicht "Ich". Ich fand aber eine mich völlig überfordernde Situation, in der ich tatsächlich 'ich' bin, in Anlehnung an den tatsächlich stattgefundenen, lange zurückliegenden Versuch einer Beziehung und dem Versuch des Zusammenlebens mit einer Partnerin.
    Der Versuch von Beziehung damals war ein Katz- u. Mausspiel und nur auf dieser Ebene möglich. Der Jäger hat Sehnsucht und verzehrt sich nach dem Gejagten, die Beute hat Angst vor zuviel Nähe und mauert sich ein. Die Rollen wechselten allerdings über die Jahre. Ich war im Rollenspiel die Beute in Igelstellung.
    Der Rahmen für das Spiel war folgende Situation (die der damaligen entsprach), dass meine 'Partnerin' vollzeit berufstätig war und ich - wg. 'Burnout' und Depression schon seit langer Zeit krankgeschrieben- das Haus hütete. Wir hatten für das Schauspiel den Handlungsrahmen so gesetzt, dass meine Freundin eh schon frustriert und geladen aus der Arbeit kommend, mich selbstmitleidig in den Seilen hängend vorfindet, und dabei feststellt, dass ich nicht nur meinem Tag keine Struktur gegeben hätte, sondern auch noch nicht mal die Wäsche fertig bekommen hätte. Zudem hab ich ihrem Wunsch nach Salat nicht Genüge getan, weil überhört oder vergessen und statt dessen ein Chili zubereitet.

    Ich möchte das Schauspiel jetzt nicht detailiert aufbereiten. Mein Gegenüber, eine Psychiaterin gesetzten Alters hat mich in ihrer Rolle sehr überzeugend und authentisch nach allen Regeln der Kunst rund gemacht und geschliffen, war enttäuscht und aufgebracht. Was das denn nur mit mir sei und sie verstehe es nicht. Und schliesslich würde sie sich doch auch irgendwann Kinder wünschen und es ihr nicht begreiflich wäre, dass gar nichts mit mir ginge und ich nichts annähme, keinen guten Willen zeigte, kein Angebot annähme und dass es so keine gemeinsame Zukunft gäbe - was es ja dann in Echt auch nicht gab.
    Ich wurde dabei - sehr authentisch übrigens - immer kleinlauter, zerknirschter und hilfloser. Mir fiel auch nix ein, was ich zu meiner Verteidigung hätte sagen können, außer "Ja, es tut mir leid, ich weiß doch auch nicht weiter oder mich anders zu verhalten. Ich bin doch am Ende! Ich will Dir keinen Ärger machen, aber gehen lassen will ich Dich auch nicht." Ich hab mich elend und wie der letzte Dreck gefühlt.

    Noch viel schlimmer war die Rückmeldung des Fachpersonals, incl. Ärztin. Ich wäre als grenzenlos egozentrisch und nur um mich kreisend wahrgenommen worden und genau das wäre mein Problem! - Ein Kopfschuss!

    Ich kapiere es nämlich nicht! Wie hätte ich mich damals, wie auch im Spiel anders verhalten sollen. Was ist damit gemeint? Ich empfinde große Schuld und Scham den Ansprüchen nicht zu genügen, damals wie auch im Spiel. Ich erlebe eine wüste Zurechtweisung und Demontage von jemandem, der eben auch um sich und seine Bedürfnisse kreist, anstatt mein Leid und Unvermögen wohlwollend zu akzeptieren. Ich habe dabei große Not mein fragiles Ich zusammenzuhalten und erfahre von den Eltern in der Kindheit, von der Freundin damals wie im Rollenspiel und vom Fachpersonal der Klinik, dass ich ein Arsch bin und dass eben das mein Problem sei....

    Nur wenn ich ordentlich demontiert werde, scheine ich bei mir zu sein, ansonsten Schauspieler ich, was mir auch vom Fachpersonal attestiert wurde. "Du bist zwar ein angenehmer und höflicher Patient, aber das ist Schauspiel!"

    Das macht mich ziemlich fertig. Ich will es begreifen und mich daraus lösen, aber wie - insbesondere wenn die Inputs dergestalt fordernd und negativ sind. Ich will kein Schauspieler sein, ich will ein authentischer Teil von....einer Beziehung oder etwas anderem sein, aber wie?

    Kann mir jemand erklären was gemeint ist. Denn machen ist gar nicht so einfach, nicht nur wg. antriebslosigkeit und Angst, sondern auch wg. eines unbewusst agierenden inneren Saboteurs. Warum suche ich immer diesen Klinsch und finde ihn auch.


    großen Dank dem, der das tatsächlich alles wohlwollend gelesen hat!

  2. #2
    ADLer

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.384

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Hallo,

    Gelesen hab ich es, wenn auch mehr mit nem ärgerlichen Gefühl, da an meine *Kompetenztrainigszeit* erinnert und wütend gemacht, von der *Hilfe* deiner *Fachleute*..

    ERklärungen und noch besser Lösungen kann ich nur leider weniger geben..macht mich noch ärgerlicher..

    Nur paar meiner Gedankengänge..

    Ich hab es immer wieder erlebt und les das so auch bei dir heraus..

    Das man in Therapein, das Ablegen von Masken anstrebt, zumindest es in der Theorie erklärt, einen ermuntert..Mut gemacht.wird.

    In der Praxis jedoch, scheint man genau dieses zu trainieren/ zu verlangen..( zumindest war es bei mir so) : "Spiel deine Rolle, spiel sie gut..sei teil der Gesellschaft, auch wenn du anders tickst, funktioniere normal! und wenn nicht..lebe mit unseren Konsequenzen..."

    ja und dann speilt man die Rolle u will sich anpassen..bis zum Perfektionismus..und ist kaum noch hinter dem panzer zu sehen und dann kommen sie ( ja sogar irgendwie gerechtfertigter weise) und zeigen dir den Schauspieler....auf.

    ................


    ich kkann dich immer wieder ermutigen, authentisch zu sein..u zwar nicht wegen therapeuten, der Gesellschaft, deinem Umfeld..der Freundin..

    sondern FÜR dich.

    Wird sicher nicht einfacher..geht sichernicht einher, mit dem, was man von dir will..aber mit der zeit . findet man zu sich und braucht den saboteur weniger..
    bekommt *die eigene Existenz auch den eigenene Sinn* ( will ich doch hoffen)

    ...ich geh jedenfalls diesen Weg u immer lieber..

    alles gute dir

    AngeLa

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Hi AngeLa,

    leider bin ich nicht so 'ich'stark, es fehlt mir an innerer Führung und Halt. Ich kann mir auch nicht wirklich trauen.

    Der Witz ist einfach, dass dem Schauspieler der Boden weggezogen wird, der authentische, zerstörte und unsichere, echte Derrick aber als ichbezogen und egozentrisch disqualifiziert wird. Wenn dann dazu mehr oder weniger süffisant gesagt wird: "Ich könnt Ihnen links und rechts.... so wütend macht mich das innerlich", find ich das auch nicht erbaulich.

    Da zieh ich also den Kopf ein, was mir dann unter Androhung von Kopfnüssen gleich vorgehalten wird, dass ich ihn noch weiter einzieh!

    Ich will wissen, was die 'Fachleute' mit Ichbezogenheit, Egozentrismus meinen? Bin ich doch so unsicher, so in Alarmzustand, so in Konfusion, dass mein Fokus ständig selbstbezogen um die Fragmente meiner Persönlichkeit, meiner Schuld, meiner Scham, meiner Angst etc. kreist? Ist das damit gemeint? Und ist das auch gleichzeitig der Grund dessen? Wie soll ich das ändern, wie fühlt es sich denn an, eine gefestigte ichstarke selbstbewusste Persönlichkeit zu sein, die ja was eigentlich ist? Offen? oder was ist denn dann das entsprechende Gegenteil, das man sich wünscht? und was wäre das richtige Wort? schwingungsfähig? interessiert? Helft mir, bitte! Ich checks einfach nicht!

  4. #4
    ADLer

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.384

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    "Ich will wissen..."

    da ist es dein ich..

    wie sich eine ichStarke persönlichkeit anfühlt und selbstsicher dazu kann ich dir nicht dazu kann ich dir nicht sagen..oder doch langsam ein wenig?? Bin ja selbst auf der Suche.wer bin ich, was will ich ..wieso...



    nur eins ist fakt..

    du fragst, suchst..zweisfelst..stellst in Frage..hast offensichtlich angst..aber auch wünsche..und das ist das einzige..wahre, der ansatz..WAS willst DU?

    Sry..ich hoff, kommt nicht rechthaberisch rüber oder arogant..

    ich kann mich weder gut ausdrücken, noch anderen sagen, was die wahrheit ist..meist nicht mal klar deren Fragen beantworten..

    wolt nur sagen,
    frag dich doch mal, ob du ein bild ..eine puppe von dir schaffen magst wo andere dich endlich so sehen/ haben, wie sie es für richtig halten..dich wollen..

    ob , es dir genügen würde, wenn sie all die dinge nicht mehr von dir behaupten..oder

    ob du einen wunsch hast..eine vorstellung davon, wer du bist..wie du fühlst..was dir gut tut..wie andere zu dir sind..wie du zu anderen sein magst..

    das herauszufinden ist ein langer weg..ein schlüsselwort ist Vertrauen..und nach dem, was uns alles so geprägt hat..kommt da sofort der saboteur wieder zu tage..

    kurz..

    leider gibt es keine universalantworten..

    lass dir bissl ruhe..und ändere eine kleine sache, die du magst..du wirst sehen..dann bewegt sich was..

    LG AngeL

  5. #5
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Hallo ihr beiden,


    jetzt hat mich aber das kalte Grausen gepackt, als ich deine Erfahrungen, Derrick, in dieser Klinik las.
    Das kann ich gar nicht glauben.... man entlässt dich aus dieser üblen Szenerie mit vorwurfsvollen und doch "leeren" Charakterbeschreibungen??

    Mann mann... wenn die Pech haben, kann ein zart besaiteter nach so einer Geschichte in das tiefste Loch seines Lebens stürtzen... mit schrecklichen Konsequenzen...


    Ich will dir mal was sagen:
    Wenn diese "Therapeuten" nicht so freundlich waren, dich über den Inhalt der Charaktermerkmale auf zu klären, würde ich keinen Cent auf deren Deutungen geben! Was soll das denn helfen?
    Das ist als ob ich einem 3jährigen Kind sage, es soll Zähne putzen, weil sonst Kariesbakterien den Zahnschmelz angreifen... HÄÄÄ??? Das wird sicher kein Kind überzeugen...

    Wie soll ein psychisch angeschlagener Mensch denn von so etwas profitieren?


    An deiner Stelle würde ich das ganze als eine seltsame Erinnerung mal beiseite legen... einen guten Arzt/Therapeuten suchen und evt. noch eine SHG... naja und hier weiter schreiben und lesen.
    Davon kannst du profitieren... nicht von so einer unfairen Menschenquälerei. Das ist mE respektlos...
    Ich weiß schon, warum ich mich bis heute nicht in eine Klinik getraut habe... aus Angst solchen Leuten ausgeliefert zu sein....




    Und noch ein Gedanke den ich mir zur Egozentrik gemacht habe:

    Was war denn zuerst da...? Deine Leid oder deine Egozentrik?
    Ich finde es logisch, dass sich ein Leidender mit sich und seinem Leid beschäftigt... alles andere nenne ich mal Verdrängung und die führt (mich zB) oft geradewegs in die Panik. Das kann ja auch niemand wollen.

    Mein Mann kann das auch nicht verstehen, aber er kann es akzeptieren! Anderensfalls könnten wir nicht zusammen leben.... Ich muss seine Sachen ja auch akzeptieren und er ist nicht krank... also, was verlangt man denn? Man möchte ja noch nicht mal Hilfe von denen die nicht verstehen... nur akzeptanz und Vertrauen, dass man an sich arbeitet und die Situation in den Griff bekommen will... Find ich jetzt nicht egozentrisch, aber ich bin ja auch so 'ne "Egozentrische"... dem nach zumindest.




    Liebe Grüße

    happy

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Hallo,

    ich weiß nicht, ob ich das schreiben soll und schon gar nicht, inwiefern ich damit richtig liege, kann Dir nur schreiben, was ich hier aus der Ferne sehe, wahrnehme, fühle und sehe.

    Ich zitiere mal rückwärts, vielleicht wird es dann deutlich.

    Wenn ich zuerst dies lese:

    Maj.Derrick schreibt:
    Noch viel schlimmer war die Rückmeldung des Fachpersonals, incl. Ärztin. Ich wäre als grenzenlos egozentrisch und nur um mich kreisend wahrgenommen worden und genau das wäre mein Problem! - Ein Kopfschuss!
    Ich kapiere es nämlich nicht! Wie hätte ich mich damals, wie auch im Spiel anders verhalten sollen. Was ist damit gemeint? Ich empfinde große Schuld und Scham den Ansprüchen nicht zu genügen, damals wie auch im Spiel. Ich erlebe eine wüste Zurechtweisung und Demontage von jemandem, der eben auch um sich und seine Bedürfnisse kreist, anstatt mein Leid und Unvermögen wohlwollend zu akzeptieren.
    Und dann nur diesen einen Satz:
    Ich will Dir keinen Ärger machen, aber gehen lassen will ich Dich auch nicht."
    Dann wird mir die Reaktion durchaus logisch nachvollziehbar und klar.

    "Gehen lassen will ich Dich auch nicht"

    Ich kann Dir versichern, dass ich ein sehr ähnliches Problem habe, bin ebenfalls lange krankgeschrieben, hüte den Haushalt und versuche hier Struktur und alles zu halten und auszubauen.
    Aber mit einem großen Unterschied:
    Wenn ich etwas nicht geschafft habe, hasse ich mich dafür, denn während meine Frau den ganzen Tag hart arbeitet und Geld verdient, schaffe ich (manchmal) nicht mal das bisschen Haushalt.
    Sie hat durch mich schon genug Probleme und Sorgen, verzichtet auf so Vieles.
    Ich will sie davor schützen und wenigstens hier funktionieren und ihr das Gefühl eines normalen Lebens geben und ihr das Leben hier so schön es geht machen, sie vor meinen Sorgen so gut es geht abschirmen.

    Ich wünsche mir so sehr, dass sie mich gehen lässt, aber sie will es nicht und täte ich es, würde ich ihr so sehr weh tun, dass ich den Gedanken daran nicht ertragen kann, denn mir ist ihr Glück wichtiger als meines.
    Ich habe versucht sie dazu zu bringen mich zu hassen, damit ich gehen und sie mich vergessen und neuem zuwenden kann.

    Sie hält an mir fest, trotz allem und dafür bin ich bereit weiter zu kämpfen solange es mir möglich ist.

    Dagegen nehme ich in Deinem Satz wahr, dass es Dir tatsächlich hauptsächlich um Dich zu gehen scheint.
    Ich nehme sogar Vorwürfe darüber wahr, dass Deine (damalige oder gespielte) Partnerin auch ihre Interessen anspricht und sich nicht gänzlich Deiner Situation verständnisvoll unterwirft.

    Ich bin in solchen Dingen nicht sehr gut, otfmals viel zu logisch analytisch, das weiß ich und deshalb halte ich mich in diesen Dingen lieber zurück, weil ich zu oft falsch liege, aber hier konnte ich nicht widerstehen, meine Gedanken zu teilen, die aber auch grundfalsch sein können.
    Vielleicht kann man mir am Ende aber den gleichen Vorwurf machen und ebenfalls reinen Egoismus vorwerfen, das halte ich für sehr gut möglich.
    Aber ich würde sie sofort gehen lassen, bzw. gehen.
    Das weiß sie auch.
    Vielleicht ist das der Unterschied, ... ich weiß es nicht.

    Dummerweise kann ich aber AngeLa's und Happy's Argumente genausogut nachvollziehen und verstehen, denn das Leid ist nun mal da und trübt den Blick für die anderen...

    LG
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein (13.04.2012 um 15:20 Uhr) Grund: die übliche Fehlerkorrektur ...

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Maj.Derrick schreibt:
    Ich erlebe eine wüste Zurechtweisung und Demontage von jemandem, der eben auch um sich und seine Bedürfnisse kreist, anstatt mein Leid und Unvermögen wohlwollend zu akzeptieren. Ich habe dabei große Not mein fragiles Ich zusammenzuhalten und erfahre von den Eltern in der Kindheit, von der Freundin damals wie im Rollenspiel und vom Fachpersonal der Klinik, dass ich ein Arsch bin und dass eben das mein Problem sei....
    Inwiefern bringt es dich weiter, wenn Jemand diese Dinge akzeptiert? Und wie müsste dieser Jemand beschaffen sein, damit er diese Dinge akzeptieren kann? Wo liegen die Grenzen dieses Menschen?

    Ich verstehe, wie es in dir drin aussieht.
    Und ich kann auch verstehen, wieso du diese Maske aufsetzt.
    Ich bin jahrelang selber auch mit so einer Maske rumgelaufen. Und ich war wohl sehr gut in der Rolle, die ich gespielt habe.

    Bei mir nicht! Ich tat mich ausgesprochen schwer überhaupt eine Situation, die mich fordern könnte zu finden. Bin ich doch ein redegewandter, eloquenter und aufgeweckter Gesprächspartner - ein Schauspieler, ein kontrollierter überzeugender Schauspieler, aber nicht "Ich".
    Warum bist du ein Schauspieler? Wie bist du dazu geworden?
    Mit dieser Schauspielerei überspielst du deine echtes Gefühlsleben. Du schützt dich. Du fühlst dich schwach und eigentlich dem Leben nicht gewachsen. So liest sich das für mich.

    Da ist einmal dein Innenleben, das was du wirklich bist. Und dann ist da deine Maske, der perfekte Schauspieler. So wirkst du auf andere.
    Das heißt, dass du verletzlich bist, dass du dich unzulänglich fühlst etc. Aber das zeigst du nicht. Du überspielst das.

    Im Rollenspiel hast du dir eine Situation ausgesucht, mit der der Schauspieler in dir Probleme hat. Nicht du selber.
    Daher war dieses Rollenspiel im Prinzip nur so eine Art Schauspielunterricht.
    Und das ist das Ich-Bezogene.
    In solchen Situationen und mittlerweile wahrscheinlich auch in deinem ganzen Leben bist du so sehr damit beschäftigt, diese Fassade aufrecht zu erhalten, diese Rolle perfekt zu spielen, dass dir kaum Kraft und Energie bleibt, mal einen Blick nach rechts und nach links zu werfen und dich zu fragen, wie es deinen Mitmenschen geht.
    Du hast diese Rolle mittlerweile wohl so perfektioniert, dass du sie dir selber fast schon abnimmst und dass du dir selber vielleicht gar nicht mehr darüber im Klaren bist, was nun dein wahres Ich ist und was nur Schauspielerei.
    Du hast dich in diesem Rollenspiel deinen eigentlichen Schwächen nicht gestellt. Und so kann dir das auch nicht weiterhelfen.
    Die Schauspieler verhindert, dass andere erkennen können, wie es in dir drin wirklich aussieht.
    Wenn du also möchtest, dass andere sehen, wie es dir geht, dann musst du diese Rolle aufgeben.
    Und das ist wahrscheinlich die Situation, die dich überfordert und vor der du Angst hast.

    Ja, du bist am Ende.
    Und du fühlst dich schlecht.
    Und?
    Willst du Mitleid?
    Bringt dich das irgendeinen Schritt weiter, wenn ich dir sage, dass du mir leid tust?

    Wenn du weiter kommen möchtest, musst du die Phase des Selbstmitleids verlassen.
    Du musst dir überlegen, was du möchtest.
    Du ganz alleine und nicht der Schauspieler.

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Allein Subjektivität oder Gedankenverlorenheit (Träumerei) wird einem manchmal als Egoismus ausgelegt. Ja, man kreist um sich selbst, man ist ja auch durch sich selbst und sein Bewusstsein mit der Welt verbunden - wie sonst? Und je mehr man bei sich ist, je mehr man aufhört, "zum Wohle der anderen" zu interagieren, zu schauspielern, desto egoistischer und "ungehobelter" (sie mögen es nämlich doch am liebsten glattgeschliffen) wird man dargestellt. Die Masken wollen sie dir abnehmen? Dazu müssen sie selbst ein hohes Maß an Authentizität aufweisen und das ist schwer, wenn sie gleichzeitig die erhabenen Therapeuten sein wollen (und generell eine hohe Kunst, die wenige beherrschen). Sie müssten sich ganz auf dich einlassen und mit dir schwingen, um dich wirklich wahrzunehmen und das bedeutete einen Machtverlust.

    "Ich"stark sein heißt meiner Meinung nach, in sich zu ruhen - einen ruhenden, sicheren Punkt im Inneren zu haben. Kein Verbiegen, kein Ziehen, kein Drängen, kein Krampfen, kein künstlich erzeugtes Energieniveau. Es "läuft rund".
    Geändert von Chamaeleon (13.04.2012 um 15:44 Uhr)

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    @Fliegerlein,

    Erstmal Danke! Deinen Beitrag möchte ich voll unterschreiben. Ich empfinde es dann doch auch als gerade zu asozial von mir, keine Verbindlichkeiten, keinen greifbaren Standpunkt geschafft zu haben. Nicht nein u. nicht ja, nicht Fleisch und nicht Fisch, den Partner geradezu in der Schwebe gehalten zu haben. So ähnlich muss Neo sich in der Ubahnstation gefühlt haben, als der Trainmann ihn weder raus noch rein ließ. Ich will Dich nicht gehen lassen, weil ich sonst zerfalle und ich kann Dich nicht an mich ranlassen, weil ich so Angst habe(Ent'ich'ung, Überforderung, Neuland, Konfusion, nicht Herr meiner Gefühle, also mir ihrer nicht sicher sein zu können etc. pp.)

    Ich bin Entscheidungs- u. Erkenntnisaveriv, wie könnt ich auch eine Entscheidung treffen für oder gegen etwas, uva. auf welcher rationellen oder emotionalen Grundlage bitteschön...

    Natürlich hat der innere Saboteur aus dem Unbewussten heraus agierend, das Schiff der 'Beziehung' zum Kentern gebracht und zu allem Überfluss hat der kleine Derrick dann auch noch ne unschöne Szene gemacht...

    ...Mittlerweile hab ich mich frustriert unter Quarantäne gestellt, nicht etwa edel motiviert, um etwaige Frauen oder Gemeinschaften vor mir zu schützen, sondern vielmehr aus Angst mich wieder meiner Unfähigkeit und Schuld zu stellen, meiner unfassbaren Hässlichkeit und eben auch so gesehen zu werden.

    Gibt es eine Entschuldigung? Es wird sich im Therapiebetrieb von Seiten der Fachleute meines Erachtens nach allergisch gegen die Gefühle "Schuld"
    und "Demut" gestreubt. Die kath. Kirche kannte paradoxerweise jahrhunderte lang ja nur diese zwei! *gallig lach*.

    Natürlich kommt alles auf einen zurück und das "Trainman-Ubahnstationsszenario" ist im Moment Gegenstand meines Bewusstseins. Ich habe Panik, nackte Panik nicht hier und nicht da, mit der Unendlichkeit konfrontiert festzusitzen! Es ist ein Gefühl, wie lebendig in einem Sarg liegend eingegraben zu sein, von jedem Licht, Sinnesreiz und (emotional stimmigen) Austausch abgeschnitten zu sein und zu allem Übel nicht ersticken zu dürfen, also durch einen mächtigen Zauber am Leben gehalten, in diesem Zustand die Unendlichkeit ertragen zu müssen.

    - das mag wieder etwas theatralisch und dramatisch klingen, aber ich meine, dass es das trifft -


    @happypill
    Danke auch Dir für Deinen Beitrag. Das ich abgestürzt bin, das darfst Du glauben. Ich befand mich danach schon fast in einer Art depressivem Stupor. Die Krux ist doch die, dass ich als Referenz, als Instanz nur meine Umwelt habe. Ich erlebe mich im Spiegel der Anderen, resp. deren Reaktionen auf mich. Das Muster ist das seit der Kindheit bekannte. "Du Arsch! Du bist der Mittelpunkt der Welt, alles kreist um Dich und hat um Dich zu kreisen! Und dabei gibts Du großartig und selbstgefällig den Mephisto :„Ich bin der Geist der stets verneint! / Und das mit Recht; denn alles was entsteht / Ist werth daß es zu Grunde geht; / Drum besser wär’s daß nichts entstünde. / So ist denn alles was ihr Sünde, / Zerstörung, kurz das Böse nennt, / Mein eigentliches Element.“"

    @AngeLa
    Vielen Dank auch Dir. Vielleicht erschliesst sich Dir aus dem eben geschriebenen, dass es gar nicht so einfach ist, sich selbst anzunehmen und dann auch noch zu mögen.

    Hab ich ja jetzt schon wieder Schuldgefühle derart auf die Kacke zu hauen, derart unverschämt und geradezu exibitionistisch die Aufmerksamkeit meiner Mitmenschen zu ziehen...weird

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    @Fliegenpilz

    Recht so, dagegen gibt es ja nichts zu sagen. Aber es kommt bei mir trotzdem nicht als konstruktive Hilfestellung an, sondern sticht ins immer selbe Fass, macht mich noch kleiner....Mach mal, tu einfach, reiss Dich zusammen, gib Dir nen Arschtritt!
    Verstehst Du das? Ich freue mich über Deinen Beitrag und es kostet mich ja auch Mumm hier derart die Hosen runter zu lassen. Und hier kommen wir genau an den Punkt....an die Grenzen von Kommunikation und Verständnis

    Ich möcht nicht in Watte gepackt werden, ich will nicht getröstet und bemittleidet werden. Ich will verstehen, ich will Veränderung hin zum Guten, zu einem ichstarken, verbindlichen sozialen Wesen, das einen Standpunkt hat, dazu steht und sich seiner Gefühle sicher und mit selben versöhnt ist. Jemand der es nicht länger nötig hat, im Mittelpunkt zu stehen u.o. mieszumachen!

    Was ist der Preis des Schauspiels? Wie Du schon sagst, keine Kraft mehr, Tunnelblick und das schlimmste....so weit weg von mir zu sein? Was das auch immer bedeutet oder für ein Zustand sein mag(so weit weg, das nicht zu fühlen oder zu erkennen)!
    Geändert von Maj.Derrick (13.04.2012 um 16:15 Uhr)

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