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Diskutiere im Thema an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #51
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Hi Vulkan,

    Du bist eben schon deshalb wichtig und wertvoll und hast Deine Daseinberechtigung - unabhängig von Deinem Kind - weil es Dich gibt. Das ist ein Naturgesetz. Dass Du Dich hier hingibst und mitteilst, Deine Gefühle, Ideen und Vorschläge teilst macht Dich darüber hinaus auch für mich und andere die das lesen wertvoll! Für Dein Kind bist Du natürlich das Wertvollste überhaupt. Wir wollen uns doch nicht messen an unserer Leistungs u. Konsumfähigkeit im Sinne des Zeitgeists oder des Kapitalismus.

    Die Beziehung ist übrigens vor Jahren gescheitert und ich schäme mich, der Dame damals eine Haut abgezogen zu haben. Das tue ich auch, wenn ich sehe dass Leute uneigennützig und stark motiviert sind, mir zu helfen und dabei vlt. noch gekränkt werden.

    Meine Idee ist, die beiden inneren Protagonisten, den haltsuchenden, sensiblen, harmoniebedürftigen Gemeinschaftsmenschen mit dem trutzigen, kämpferischen Rebell gewissermasen zusammenzuschweissen, zusammenzuemoflexen. vlt klappts. Vlt war die Frage gar nie die Frage, ob ich ein Schauspieler bin und wie ich das erkenne!

    Es ist vlt zielführend eine übergeordnete Instanz für die verschiedenen Rollen/Instanzen zu schaffen, diese bei Auftauchen wahrzunehmen, zu interviewen nach dem Grund ihrer Haltung und so ein bisschen Frieden in mir herzustellen, Danach sollte viel souveräner sein und auch mehr abkönnen.

  2. #52
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 70

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    schreib schon wieder, mich interessiert das gerade sehr.

    wo ist mein Platz? ha ja genau das ist das Problem

    sich immer wieder von neuem "erfinden", das alte fällt zur Last, wird unbefriedigend, etwas Neues muss her. Neue Wohnung neuer Job, Plan A, B, C, D

    ja so ist mein Lenen auch, manche sind angetan, wow diese Energie immer neues anzureissen, aber ich mussja, denn das Alte gefällt mir nicht mehr

    und irgendwann kann man nicht mehr, keine Energie mehr für Plan A, B, C ja was soll ich jetzt? Wo ist mein Platz

    ich kann nicht arbeiten um zu leben (wie evt die Stinos) ich muss Leben um überhaupt arbeiten zu können. Aber was? Wo pass ich hin? Was verleidet mir nicht wieder nach 1-2 Monaten oder Jahre?
    - ich weiss es auch nicht

    momentan kuriere ich mein burneout oder versuche es zu mindest und wenn dann wieder etwas Energie da ist schmiede ich neue Pläne, evt mein Leben lang, wer weiss.

    im Moment hab ich die Idee (die aber sehr ruht zur Zeit) mir einen Sponsor zu suchen, denn ich hab ja sooooooo viele Ideen welche die Welt braucht (aus meiner Sicht) Naturschutzprojekte, Projekte für alte Menschen, Kinder und jugentliche. .... Möchte Direktverkauf von Fleisch fördern, dass man wirklich weiss wo her es kommt und wie die Tiere gehalten werden.
    Normalos sagen: ja das wär ja schön aber das klappt nie! Wieso? Sie haben es ja nicht probiert, sie geben schon beim blosen Gedanke auf, aber ich nicht! Geht es mit Weg A nicht, probiere ich Weg B, usw.

    -es gibt sooo viele reiche Menschen oder Firmen, welche sich sicher gerne für solche Trendgebiete (Naturschutz, Bio) einsetzen für Image pflege, muss nur die richtigen finden.

    vielleicht, wenn ich wieder Energie habe um die tollen Projekte auf Papier zu bringen, merke ich, das es ein Wunschtraum ist aber vielleicht kann ich es ja umsetzen

    im Moment habe ich angst, dass ich es umsetze und dann wie immer nach einiger Zeit die Muse verliere.....

    will Dir nur sagen, dass es auch für mich schwer ist meien Platz zu finden aber ich verzichte gerne auf solche Plätze wie viele Stinos - arbeiten um zu überleben uuuäääää das wäre für mich lebenslanges dahin vegetieren.

    darum akzeptiere ich mal weniger mal mehr, dass ich und mein Leben eine Achterbahn ist, manchmal beschwingend toll und manchmal zum kotzen! aber immer noch besser frei schwebend mal hier mal da mal ganz mal garnicht als lebenslanges siechtum!

  3. #53
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 70

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Danke Derrick!

    von Maj.Derrick: Meine Idee ist, die beiden inneren Protagonisten, den haltsuchenden, sensiblen, harmoniebedürftigen Gemeinschaftsmenschen mit dem trutzigen, kämpferischen Rebell gewissermasen zusammenzuschweissen, zusammenzuemoflexen. vlt klappts. Vlt war die Frage gar nie die Frage, ob ich ein Schauspieler bin und wie ich das erkenne!


    wenn es mir schlecht geht, ziehe ich mich zurück, teile das nicht mit Anderen.
    Für andere bin ich der Sonnenschein. - wie sollen die den wissen, dass es auch die verzweifelte hilfesuchende gibt? Wenn ich im Stillen nach Hilfe schrei, logisch hört mich keiner

    - mein Umfeld war sooo perplex, als sie jetzt erst miterleben wie lebensabweisend manchmal mein Befinden ist, das war aber als Kind schon so.

    habe mir vorgenommen, mich mehr mit zu teilen. Auch wenn ich mal verwirrt bin, selber nicht weiss, ist jetzt Trauer oder Wut oder enthusiasmus im Vordergrund, dann sag ich das jetzt und ich war total überrascht, dass es vielen so geht, evt gibt es hald wirklich keine Stinos

    sich mit zu teilen ist schwierig aber wenn man sich selber nicht versteht, soll man auch nicht erwarten, dass einem andere einfach verstehen. Akzeptieren ja! Aber verstehen müssen sie nicht unbedingt, tu ich ja auch nicht. und ich habe auch nicht mehr den Anspruch mich immer zu verstehen, ist mir zu anstrengend
    und glaube auch nicht das es nötig ist, zumindest für mich nicht. Bin hald facetten reich wie meine Schrift


    so und jetzt hör ich mir dann meine Lieblingsmusik an immer wieder das gleiche Lied, ganz laut, das macht mir Spass und hier rum zu surfen.... alles andere kann mich mal, im Moment - dann sammle ich das bisschen Energie das dabei ensteht und hole meinen Pfupf aus der Kita und dann wieder ab in den Zoo

  4. #54
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    die gute Nachricht ist, dass Du wohl schon Feuer, Leidenschaft und Enthusiasmus hast, musst dem nur irgendwo Handlungsraum schaffen und dort bestätigt werden. Dass Du an der Routine krankst, die eine normale 9 to 5 Existenz früher oder später darstellt, das kann und viele andere hier nachvollziehen. Es käme - auch wenn es sich drastisch anhört - Folter gleich, Dich oder mich in so ein Korsett zu pressen, auch wenn von Seiten der Fachleute mantraartig wiedergekäut wird, wie wichtig gerade Struktur für uns sei. Um eine Struktur anzunehmen, müssen erst mal Voraussetzungen geschafft werden, alles andere ist Qual. Viele von uns werden ziemlich unmittelbar zu Nachteulen, sobald z.B. ein Klinikkorsett abfällt. Bei mir dauert es keine Woche, da hat sich das wieder umgekehrt. Müsste mich jetzt natürlich stressen, dass ich die in Monaten so mühsam antrainierte Stabilität, so ganz unverschämt wieder abstreife.

    Es gibt durchaus auch unter den Stinos Vorstehhunde und Fährtenhunde. Es mag also Leute geben, die auf eine Fährte gesetzt diese die Nase am Boden stoisch verfolgen und in der Routine eines Sachbearbeiterjobs eine Art meditativer Ausgeglichenheit finden. Diese haben aber keine langen Beine um vlt. über die Grasskante zu sehen um auf andere Umgebungsreize aufmerksam zu machen oder zu reagieren, was auch von Wert sein könnte. Die Gleichmacherei unseres Bildungs u. Beschäftigungssystems ist ein Verbrechen am Individuum und wir leiden natürlich besonders.
    Vielleicht gibt es im kreativen Bereich eine Nische für Dich? Eine freiberufliche redaktionelle Tätigkeit in einem alternativen Medium oder Verlag, wo die von Dir genannten Missstände zum Thema gemacht werden und alternative Ideen beschrieben werden? eine tätigkeit, die vlt. von zu Hause ohne feste Zeiten und Termine zu erledigen wäre, auch wenns erst mal ein Voluntariat ist, ohne Kohle, egal, hauptsach ein Plätzchen sich zu indentifizieren mit, Bestätigung und Gemeinschaft.

    In einer Herde von Schafen wird ein verletztes oder krankes Tier alle Energie darin investieren, gesund zu wirken! Es weiß, dass der Wolf, der im Gebüsch lauert sich nämlich die Schwachen vorselektiert, bevor er zum Angriff ansetzt. Deswegen vermeidet das kranke Schaf jedes auffällige oder unnormale Verhalten, auch wenn es ihm miserabel geht. Die Stinowelt wird, so hab ich manchmal den Eindruck überhaupt von dieser Angst noch zusammengehalten. Ein großer Teil der Herde ist vielleicht schon fix u. fertig, lässt sich aber nix anmerken. So kann leicht der Eindruck entstehen, dass die Gesellschaft unserer sich selbst verwirklichenden, schönen, austrainierten und gut situierten Leistungsträger eine schöne Welt der Gesundheit, der Erfüllung und des Glückes ist. Vielleicht gibt es wirklich Obenaufschwimmer, weiß ich nicht. Ein nicht unerheblicher Teil, so vermute ich, ist ziemlich verbittert, frustriert, zerissen und erschöpft. Verbittert am Job, seiner Beziehung, seinem Lebensentwurf,an seinen Möglichkeiten des Ausgleichs und der Zerstreuung. So ist z.B. ein großer Teil der Herde nichtmehr im Stande Ruhe überhaupt noch zu ertragen. Damit meine ich nicht, dass ständig die Glotze läuft oder alle 5 Minuten aufs IPhone gestarrt wird. Ich meine die uralte Tatsache, dass der Deitsche auch in seiner Freizeit geschäftig ist, nur geschäftig sein kann und entweder den Rasen mäht, den Wagen poliert, sich im Vereinsvorstand echofiert oder seine sportliche Leistungsfähigkeit auf die Spitze treibt bis zum Schlaganfall oder Herzinfarkt. Müssiggang ist ihm ein Horror. Manchmal vermute ich, dass er es insgeheim sogar weiß, dass im alles lieber ist, als die Auseinandersetzung mit sich selbst. Dass die Leistungs u. Konsumgesellschaft nur ein hysterischer Versuch ist, vor sich selbst zu fliehen......Vielleicht bist Du schon viel weiter, weil Du Dich der unangenehmsten aller Fragen stellst und vielleicht haben die anderen es noch vor sich....wir wissen es nicht...trotzdem können wir uns mit der Idee trösten, dass auch dieser Stand nur allzu menschlich und schwach ist und nicht die eine Wahrheit, die eine Moral und den einen Sinn für sich gepachtet hat. In diesem Sinne, es ist wichtig dass es Dich gibt!

  5. #55
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 70

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    meine kreative Nische





    danke





    mein Kopf ist grad so leer und doch voll. Schreibe ein andermal .....

    wünsch Dir eine gute Nacht .... ist alles sehr komplex, frag mich auch über vieles, u a, : kümmere ich mich so gerne um die Probleme und Angelegenheiten Anderer? Vielleicht weil ich mich so nicht direkt mit mir auseinandersetzen muss. Lenke ich mich von mir selbst ab? ... na ja .... ich lass das jetzt mal so


    ou da kommt mir doch noch was in den Sinn, ich muss etwas finden wo ich meine Ablenkbarkeit einsetzen kann, die ist ja im Übermass vorhanden. (bildlich gesehen und wert frei - der Gedanke war grad sehr lustig

    lass es jetzt , kommt ja nichts schlaues mehr von mir...


    Geändert von Vulkan (16.04.2012 um 22:56 Uhr) Grund: unglückliche Satzstellung

  6. #56
    Ist hier zuhause

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    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    @MayDerrik

    Kapitalismus / Realität

    ... auf dem Grabstein des Kapitalismus wird stehen,
    MEHR, war nicht genug...

    Nur so mal Zwischendurch um die Diskussion etwas aufzulockern:

    Volker Pispers über den Kapitalismus - YouTube

    (man muss kein Wahrsager sein um zu sehen was ist ;-)

  7. #57
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Hi Smile,

    Pispers und Schramm sind meine Lieblinge. Letzteren durft ich neulich sogar live anbeten! (natürlich bin ich nicht so der klassische Linke, weil ich die Zweidimensionalität der Links-Rechts Orientierung für armseelig halte. Letzlich stellt doch eh keiner das Kapital u. Zinssystem in Frage.

    Mir hat mal ein mit unserer Betreuung betrautes Alien, das nicht (mehr) im materiellem, raum-zeit-gebunden Realitätssystem zu Hause ist,
    gesagt. "Derrick, i mog langsam nimmer mit euch! Das ist jetzt der 438ste Planet den ihr zu Grunde richtet. Die bewohnbaren Welten in eurem Realitässystem liegen doch nicht auf der Strasse. Jedes mal das selbe mit euch! Ihr kapiert es nicht, ihr wollt einfach nicht. So kann ich euch doch nicht auf eine weiterführende Schule (ein nicht materiegebundener Bewusstseinsraum zur Entfaltung) schicken!"

    Blöder Scherz, Ok!


    Nach uns die Sinnflut??
    Wir sind die Sinnflut!

  8. #58
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 88

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    hab jetzt schon so ein Gefühl, dass Leute vom Schlage eines Hobbes am Ende noch viel ärmere Schweine als ich es bin, gewesen sein könnten?
    Hobbes hatte das Glück, aufs eine Wahrnehmung vertrauen zu können. Zumindest gewinne ich diesen Eindruck aus seiner Literatur. Er scheint zu wissen, wo er steht und wer er ist. Aber vielleicht funktionierte das für ihn auch nur auf der intellektuellen Ebene und nachts hat er sich im Schlaf gewälzt und ins Kissen geweint, man weiß es nicht... (;

    die Frage ist also, ob ich es überhaupt begreifen kann. Kann ein Psychopath erkennen, was mit ihm los ist und seine Welt und sein Erleben so verschieden von dem der Anderen macht und ihn deshalb so leiden lässt. Weiss z.b. ein Alzheimerpatient um seine Unzulänglichkeit. Wie versetz ich mich als Psycho in die Lage anzunehmen und zu verinnerlichen! Was ist das Wesen der Andersartigkeit im Falle des Eröffnungsbeispiels des Egozentrismus oder des automatisierten Schauspiels, der fehlenden Authenzität ! Wie erkenn ich das.....wie geh ich damit um
    Bei meinen ersten Therapieversuchen wurde mir oft gesagt, ich hätte passende Symptome zu diesem und jenem leiden, sei aber „zu reflektiert“. Die Konsequenz für die Therapeutin war, dass ich nichts habe weil ein Borderliner, Autist, Manischdepressiver – was auch immer – sein Leiden nicht in der Art beschreiben könnte, wie ich es tue.

    Das Thema Schauspiel ist weitaus schwieriger, fürcht ich. Ich kann mir und meinen Gefühlen nun mal nicht trauen. Ich kann eben die Facetten meiner Selbst, Vulkan hat es sehr schön am Beispiel der 6 Schriften illustriert, nicht trauen. Ist es gar kein Schauspiel, sind es nur Facetten, die sichtbar werden. Scheinbar streiten die sogar, hinsichtlich ihres Geschackes. Der aggressive Rebell mag den harmoniebedürftigen Sänftling nicht und beide finden sich vlt. Peinlich....
    Das spricht mir gerade unfassbar aus der Seele :] Bitte Bescheid sagen, sobald du eine Lösung gefunden hast.

    Ich finds ja bezaubernd (und irritierend), wie du andere zu trösten und gut zuzureden in der Lage bist.

    Letzlich stellt doch eh keiner das Kapital u. Zinssystem in Frage.
    In meiner Stadt tun das sehr viele. Keine Diskussionsrunde in der es nicht darauf hinausläuft.

    (ich würde gerne mehr aufgreifen, allerdings bin ich gerade nicht in der Verfassung dazu)

  9. #59
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Hi Mrs Shankley,

    schön wieder von Dir zu lesen! Es ist ein bisschen wie bei Houellebecqs "Möglichkeit einer Insel". Atomisierte, verlorene Individuen treffen sich am Lagerfeuer des Computerscreens um sich über Gefühle und Bewusstseins- u. Erlebniszustände auszutauschen. Dabei wissen sie nur schwer damit zu hantieren und sind kaum im Stande sowas wie Beziehung herzustellen. Der Sinn der eigenen Existenz erschliesst sich nicht.
    Die Aussenwelt ist dabei hochgradig feindseelig, roh, aggressiv und brutal. Aber wir haben trotzdem noch uns und sind gut abgeschirmt! In jedem Forenbesucher kocht trotzdem noch Leidenschaft, die ihn treibt zu verstehen und verstanden zu werden....und hier sollten wir ansetzen.

    Ich hab auch schon viele Diagnosen, aus verschiedenen Formenkreisen. Die letzten 3 Jahre war es Angst und Depression,(bis im November eine kaputte Psychiaterin...egal) war mir am Liebsten, das kann ich der Außenwelt verkaufen ohne Fragen zu provozieren oder in Bedrängnis zu geraten.
    Hauptsache ich darf sein, werde nicht interniert oder in irgendwelche makabren Schulungen und Kurse zusammen mit Wilden gezwungen.

    Jetzt betrachte ich diese Aussenwelt teils mit Ekel, mit Angst, mit Unverständnis und mit Resignation. Was sollte es bringen, mich einem Arzt oder einem Psychologen mitzuteilen, er versteht nicht, es ist ihm nicht begreiflich zu machen. In der Maschine mitzulaufen und dem Dikatat des totalen Marktes zu gehorchen, sei es als Patient, Arbeitnehmer, Konsument oder Kursteilnehmer ist unmöglich. Dann aber trotzdem wieder die Sehnsucht nach Gemeinschaft und Wärme, nach Einheit, Zerstreuung und Leichtigkeit. Dann trotzdem die bleierne gefrorene Stasis meines Zustandes aushalten müssen. Wer wir selbst sind und wie unsere Selbstwahrnehmung und -Reflexion am Spiegel der Aussenwelt ausfällt und warum sie so ausfällt, ist eine wichtige Frage.


    Hauen wir mal richtig auf die Kacke:
    Genau wie Hoeullbecqs unglücklicher Protagonist beobachte ich die Wilden manchmal mit Abscheu, wie sie ihre Zähne ins tote Fleisch rammen, wie sie kopulieren, wie sie saufen und gröhlen. Wie sie ein Flipchart oder eine Tafel zukleisternd, leere Worthülsen und sich selbst produzieren. Wie sie, wohl darum wissend, sich ein Sprunggelenk zu zermatschen, trotzdem wie junge Hunde zu 22zigst einem Ball hinterherrennen und dabei spucken, stossen und schreien. Wie sie Moslem, Katholik, Agnostiker, Atheist, Wissenschaftsgläubiger, Kapitalist, Pirat, CDUler, Kommunist, Ökofritze, Sachbearbeiter, Anwalt, Handwerker, Fussballfan, Mario Barthfan, Verschwörungstheoretiker, Esoteriker oder was auch immer sind. Wie sie gallig, dreckig und süffisant lachen können und dann wieder vor Selbstmitleid und Verzweiflung weinen müssen. Dann stell ich mir die Frage, was den Wilden denn so selbstbewusst, so ignorant und herrlich selbstgefällig sein lässt. Welche dissoziative Funktion in seinem scheiss Affenhirn ermöglicht ihm diese herrliche Illusion der eigenen Größe, Orientiertheit, Kontrolle und va. Richtigkeit und welche Funktion oder Nichtfunktion seines Schädels erlaubt ihm den orwellschen Zwiedenk. Wieso hat er einerseits Angst vor der Vogelgrippe und fährt aber andererseits mit 220 auf der linken Spur die Kippe in der Fresse. Wieso fürchtet er den E10 Sprit könnte seinem Motor schaden, frisst selber aber Scheisse und Pharmazeutika. Wieso kann sich einer sicher sein, zu wissen, wer mit welchem Motiven 9/11 Anschlag begangen hat, oder wo Gott wohnt und wie er heist. Wie kann er seelenruhig als Bomberpilot andere Kinder ausradieren und noch in der selben Nacht ein neues zeugen. Wie kann einer überhaupt auf welcher Grundlage von "Geist" sich irgendeiner Entscheidung oder irgendeines Standpunktes oder seiner selbst sicher sein und dann - das schlägt dem Fass den Boden aus - diesen Standpunkt mit Gewalt gegen Primaten, die einen anderen vertreten durchzusetzen.
    Wie kann einer Mensch sein....das war jetzt sehr böse, ungerecht und zynisch- zugegeben

    Wenn jemand sehr sensibel, sehr differenziert und intelligent ist, dabei auch noch über die Masen wach und reizoffen ist, dann hat er es schon schwer, sich zusammenzuhalten, seine Grenzen zu schützen und orientiert zu sein. Wenn jemand mangels funktionierender Prägung oder Normung durch das Elternhaus nie in eine ideele Schablone gepresst wurde und darin aushärten konnte, dann wird der im Wald stehen, der innere Kompass dreht sich ständig und er wird seinen Platz nicht finden. Derjenige kann überall mal Gast oder Mäuschen spielen, bei den materialistische, hedonistischen Juppies, den spirituellen Esoterikern oder Gläubigen, usw. aber er wird sich mit nichts von alledem identifizieren. Er bleibt allein, ein floating individuall und er ist sich dessen schmerzlichst bewusst. Da man aber nicht nur fließender Geist ist, sondern eben doch auch Mensch, ist es frustrierend und ungenügend ohne Referenz zu sein. Am Spiegel der Umfeld können wir uns kaum selbst finden - was aber normal und bitternötig wäre - da wir mangels stabiler Grenzen immer gleich das Gefühl der Vereinnahmung haben, das Gefühl etwas übergestülpt zu bekommen, wo hineingepresst zu werden, die Kontrolle zu verlieren. Und natürlich macht es Angst, wenn mangels Aushärtung eine emotionale Voraktivierung durch Aussenstehende bewusst erlebt wird. Will man ja nicht haben, will ja selbst wer sein. Renitenz und Rebellion oder über die Masen harmoniebedürtige Schmeichelei, bzw. Idealisierung oder Ablehnung sind die eine Folge. Totale Kopflastigkeit die andere. Eine weitere Option ist, sich einen authistische Hilfsrahmen zu basteln. Der ist aber spröde, kaum flexibel und emotional schwingungsfähig, ist ein Gefängnis, genau wie die Kopfgesteuertheit.

    Trotzdem wird gerade aus solch einer Disposition heraus Evolution und Entwicklung erst möglich. Eine Schlange muss sich auch häuten. Du bist aus der Hülle der Konvention herausgeplatzt, weil sie Dir zu eng ist. Jetzt muss sich erstmal wieder eine Hornhaut bilden und zwar ohne eine der menschengemachten Konditionierungsschalen, die Ideologien und Religionen bieten. Nur über diesen Weg geht es zur Weisheit und tatsächlicher Größe, also tapfer bleiben es muss so sein, es hat einen Sinn und die anderen haben es irgendwann in einem anderen Leben noch vor sich.

    Wichtig ist es, vermute ich, das gewohnte sichere Land der Kopflastigkeit und Rationalität zu verlassen, am Ende des Denkens kann nur Fragmentierung, Wahnsinn und Auflösung sein. Es gibt nur einen Weg, der über eine andere Art des Begreifens führt. Sicher ist das Denken das Werkzeug des Überlebens, aber nur nach außen. Der Kitt, der innen alles zusammenhält ist das Gefühl, ist die Liebe. Der Gegenwartspunkt ist der Kraftpunkt. Alles Denken ist im Gestern oder Morgen. Wenn ich denke,bewerte, kontrolliere, vergleiche, prüfe, frage, grüble dann bin ich nicht. Die tatsächliche Achtsamkeit im Augenblick kennt kein Denken und Bewerten. Der Weg dahin führt vielleicht im Osten über freiwillige und bewusste Meditation, im Westen unfreiwillig über die Angst, isolation und die Deppression.

    Hierzu nun Krishnamurti:

    Beschränktheit verwandelt sich nicht in Weisheit durch den Prozeß der Zeit, durch die Inspiration eines Ziels. Sie muß in der immerwährenden Gegenwart aufgelöst werden.

    Bewusstheit ist die vollständige und bedingungslose Hingabe an das, was ist, ohne Rationalisierung, ohne die Trennung von Beobachter
    und Beobachtetem.

    Das "Wie", die Methoden, die Systeme, sie alle sind Erfindungen des Denkens, daher sind sie begrenzt, daher taugen sie nichts. Wenn Sie das aber verstehen und die Wahrheit erkennen, daß kein System jemals den Geist befreien kann, dann ist die Freiheit augenblicklich da.

    Das alles ist Meditation: Ihr Haus in vollkommene Ordnung zu bringen, so daß es keinen Konflikt, kein Messen gibt, und dann ist in diesem Haus Liebe, dann kann der Inhalt des Geistes, der sein Bewußtsein ist, vollkommen von dem "Ich", vom "Ego", vom "Du" entleert werden.

    Das ist wahre Meditation. Ganz von vorne anfangen, ohne etwas zu wissen. Wenn Sie mit Ihrem Wissen beginnen, enden Sie beim Zweifel.

    Das Unermeßliche, das Unerkennbare wird nur in der Liebe erkannt, niemals durch die tiefen, subtilen Abwehrmechanismen des Intellekts.

    Das Verlangen nach Sicherheit bringt Trägheit hervor, es macht das Geist-Herz unflexibel und dumpf, es verhindert, dass wir offen für die
    Wirklichkeit sind. Die Wahrheit offenbart sich nur in großer Unsicherheit.

    Das, was wir zu verlieren fürchten, wenn der Tod eintritt, ist die Struktur, die das Denken als "Ich" aufgebaut hat, die Form, der Name und die Gebundenheit an die Form und an diesen Namen.

    Denn eine der Ursachen, daß diese Gesellschaft, in der wir leben, zerfällt, ist, daß wir autoritätsgläubig sind; wir akzeptieren die spirituelle Autorität, den Mittler, den Priester, den Analytiker als unseren Berater in spirituellen Angelegenheiten.


    in diesem Sinne gutes Gelingen


    ich geh jetzt mit Fox raus, ein paar Wilde schiessen

  10. #60
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 64
    Forum-Beiträge: 241

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Ich liebe Krishnamurti: hätte gerne mit ihm mal einen Tee getrunken, als er noch lebte... ich weiss.

    Heute kommen seine Worte mir wieder durch Eckhart Tolle entgegen. zZ höre ich mir gerade immer mal wieder was aus seinen Hörbüchern an.

    Ich frage mich, ob wir mit ADHS oder Asperger und sonstigen kleinen "Andersartigkeiten" nicht viel öfters eben im Jetzt verweilen und daraus reagieren. Vielleicht auch durch diesen Umstand oft unser ECO als Schauspielerin wahrnehmen. Alles nicht so festhalten können....?

    Was meint Ihr dazu?

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