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Diskutiere im Thema an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #31
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 27

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    ... übrigens, finde ich es auch sehr angenehm, hier Menschen zu finden, die eine Idee davon haben, wie ich erlebe...

    das ist sehr schön !

    ich habe oft den Eindruck, dass ich Menschen, die mir begegnen genau durchschaue und zwar in jeder erdenkliche Weise - ich kann sie sehen, nicht nur von außen.
    Aber sie schaffen es nicht zu mir durchzukommen, sie interpretieren etwas in mich, das ich gar nicht bin...

    ich versuche, mich mit so verursachten Unsicherheiten, nicht zu lange zu beschäftigen, weil es mir Energie klaut und das auch noch ohne Ergebnis - ich kann es ja nicht ändern und ganz ehrlich, es muss mich auch nicht jeder erkennen...


    LG, Sadie

  2. #32
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    @may
    rational gesehen:
    - du bist dir am nächsten.

    frage? wie kann man ein rollenspiel, spielen OHNE zu schauspielern? also hier bietet man
    sehr viel angriffsfläche und interpretationsspielraum.
    aus irgend einem grund hat man erlernte muster erlernt.
    schaden einem diese muster - so gilt herauszufinden - warum man sie anwendet.

    kritik ist nur dann nützlich, wenn es der findung hilft.
    mutter zum kinde: du bist böse. (das kind kann damit nichts anfangen)
    doch wenn mutter fragt: warum bist du so wütend? (dann kommt man einen schritt weiter)

    in dem sinne, kann ich deine therapeuten nicht verstehen - ich hätte grosse mühe
    mich zu beherrschen - ich muss immer zuerst verstehen.

    p.s. ich kann mich sehr gut in meinem gegenüber hineinversetzen -
    solch einen therapeuten hättes du mit links in grund und boden, respektvoll "verkommuniziert" - ärzte mögen dies
    überhaubt nicht - ev. wäre es für dich nicht vorteilhaft gewesen.
    also ich hätte darauf (ohren auf durchzug) gestellt / mauer hoch
    oder rebelliert - und das unmissverständlich.

    was ist das für eine methode? zuerst fünf mal den spiegel auf den boden schmeissen
    um ihn dann so zusammenzusetzen wie man es für richtig hält?

  3. #33
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Maj.Derrick schreibt:
    Die wertneutrale und wohlwollende Kritik per se war nicht destruktiv, ich stimme Dir zu. Ich hab mich artig bedankt, war nachdenklich gestimmt und betroffenen. Dabei empfand ich Scham und Verzweiflung,
    Also hast Du sie nicht wertneutral aufgenommen, sondern beschämend ...

    obwohl ich es nicht kapiert hab und weil ich es nicht kapiert hab, es auch heute nicht tue.(wie zum Teufel hätte ich anders reagieren sollen in diesem Rollenspiel - Leck mich Partnerin, ist mir, bist mir egal?-
    Najaa, ... ist Dir zu keinem Zeitpunkt in den Sinn gekommen, dass Deine Partnerin auch wichtige Gefühle hat, Verständnis sucht, sich einfach nur ein offenes Ohr wünscht?
    Das muss gar nicht mal gleich heißen, dass Du Dich um 180° drehen sollst, sondern ihr Verständnis entgegen bringst und sie vielleicht um Hilfe bittest.

    Das habe ich z.B. getan und wir haben z.B u.a. einen Plan erstellt, in dem ich meine Tagesaufgaben aufschreibe und abhake.
    So habe ich stets den Überblick und kann mich daran halten.
    Dadurch bekomme ich den Tag weitgehend gut hin.
    Klar gibt es auch Tage, an denen das nicht klappt, es erwartet auch keiner, dass es immer klappt.
    Aber es wäre doch mal eine aktive handlung von Deiner Seite, die zeigt, dass sie Dir wichtig ist, und zwar ehrlich.

    Der Stationsleiter (schwerer Narzisst) hat das Muster gleich wieder erkannt, und mir gespiegelt, dass eben diese Betroffenheit, das Geknickt sein und der Dank an das Team und die Mitpatienten eben auch nur eine erlernte Rolle, im Prinzip die selbe Rolle sei!
    Und wie ist Deine Meinung dazu?

    Was bedeutet das? Was bedeutet Seele, Persönlichkeit, "Selbstbewusstsein" wie fühlt es sich an? Hab ich das nicht - bin ich ein Zombie?
    Warum fragst Du Dich, ob Du ein Zombie oder ein Autist bist?
    Würde es Dir helfen, wenn es so wäre?

    Wenn ich von der SMART-Technik lese - Danke trotzdem dafür - nehme ich es als am Thema vorbei wahr, als ein Drehen im Kreis. Auch diese Technik würde mein innerer Saboteur vereiteln. Ein Ziel zu formulieren ist bei maximaler Zerrissen- u. Haltlosigkeit ohne ein Fundament an 'Ich' sinnlos. Das kann man scheinbar anwenden, wie viele VT-Ansätze, wenn man schon wer ist,sich seiner sicher ist und sich kennt und mag.

    Der Thread heißt wohl nicht umsonst "an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses"
    Nunja, es ist ein Vorschlag, eine Idee, vielleicht einen Versuch wert.
    Und so sehr am Thema ist es gar nicht vorbei, wohl zwar in Deiner Wahrnehmung, aber das muss ja nichts heißen .
    Probier es doch mal aus, bzw, sprich es an.

    Ich weiß, wie sehr Veränderungen einem Angst machen, kann ich eine Menge zu sagen.
    Vieles von dem was Du schreibst, kann ich sofort unterschreiben.
    Viele Fragen stelle ich mir auch.
    Aber ich habe mich halt auf z.B. die SMART-Ziele eingelassen und für mich funktioniert es, innerhalb gewisser Grenzen, aber bis dahin funktioniert es.
    Gut möglich, dass es für Dich nicht das Richtige ist.

    wenn jetzt übrigens das Interesse an diesem Thread abebbt und gedacht wird: "Wir halten ihm Hände hin, zeigen ihm Möglichkeiten, aber er nimmt nix an, er will einfach nicht" ..... dann und genau dann schließt sich der höllische und vertraute Kreis meines Lebens und genau den möcht ich brechen! sonst brech nämlich ich.
    Interessant.
    Ich kenne diese Verzweiflung der Umgebung, die aufkommt, wenn man versucht zu helfen und die Hilfe nicht angenommen wird.
    Aus eigener Erfahrung sogar aus beiden Perspektiven.
    Ich habe miterlebt, wie andere mir zu helfen versucht haben, ich diese Hilfe aber nicht annehmen konnte, ich habe sie nicht verstanden, es war nicht meine Hilfe.
    Und umgekehrt, wenn man den anderen sieht, das Problem sieht, die Hilfe anbietet und sie von Tausenden "Aber" zunichte gemacht wird und man am Ende selber verzweifelt ist, weil man nicht mehr weiß, was man noch tun soll.
    Und ja, die Gefahr besteht hier.

    Darf ich fragen, ob man bei Dir eine narzisstische Persönlichkeit angesprochen hat?

  4. #34
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 88

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    ² Derrick

    Es ist schwierig, dir Antworten zu geben, weil ich die Situation selbst aus deiner Perspektive wahrnehme. Ich weiß nicht, was in den Köpfen „der Anderen“ vorgeht. (Sich "Die Anderen" als Einheit vorzustellen ist vermessen, aber ich werde es der Einfachheit halber im Folgenden tun.)

    Aber ich will meine Gedanken dazu aufschreiben.
    In deinem letzten Post schreibst du, du wärest weder mit dir noch mit den anderen zufrieden.Du bist ein intelligenter, junger Mann der mit sich nicht zufrieden ist. Das ist unserer Gesellschaft ein Dorn im Auge, denn du bist somit „funktionslos“. Es wird von dir erwartet, dein Potential auszuschöpfen und umso mehr du davon hast um so wütender macht es deine Umwelt, wenn du es ihr verweigerst. Du aber verweigerst es ihr nicht nur, sondern nutzt es um dich zu demontieren.

    "Mensch Bub/Mädel, Du hast so tolle Fähigkeiten, Du bist so begabt und kreativ. Wenn ich Deine Anlagen gehabt hätte/hätte. Und du machst einfach nix drauß. Es ist so schade um Dich, du hättest so einen inneren Reichtum. Bring dich doch mal ein, teil Dein Leben mit uns". Ist das gemeint?
    Ich denke ja.

    Aus Sicht „der Gesellschaft“ sollst du (gerade als Mann) Verantwortung übernehmen und Schwächere leiten. Wenn du dabei Fehler machst, verzeiht man sie dir, wenn du entschlossen genug bist. Dir aber fehlt jegliche Entschlossenheit. Deine Unsicherheit ist unverzeihlich, weil es keinen Grund dafür gibt. Du hast kein Recht unsicher zu sein.

    Ist es dass? Ist das der Urgrund? Ist meine alles überlagernde Angst, meine Blockaden, die Verkrampfung und der Rückzug nur die Konsequenz der Angst vor Erkenntnis meiner selbst als eben dies? Lieber wäre mir dann doch die Rolle des armen Opfers der Umstände, der Kirche, der Leistungsgesellschaft, der Frauen, des Kapitalismus und meinetwegen auch meiner Hirnchemie ;-) uva. meiner Angst!
    Jein. Ich denke, du bestehst wie jeder Mensch aus den genannten negativen als auch positiven Attributen. Du unterscheidest dich in so fern, als dass du diese Schwächen stärker wahrnimmst und sie nicht zu akzeptieren bereit bist. Zynismus ist in diesem Fall eine Konsequenz aus der Erkenntnis der eigenen "Schlechtheit".

    Du schreibst, du empfindest eine Abneigung nicht nur gegen dich sondern ebenso gegen deine Mitmenschen. Also bist du bereit anzuerkennen, dass sie dieselben Schwächen in sich tragen? Woher kommt dann deine Unsicherheit? (Ich stelle mir dieselbe Frage und komme zu keinem Ergebnis)

    Ich halte deine Verzweiflung – deinen Konflikt mir dir selbst - für notwendig. An dieser Welt zu verzweifeln, die ständigen Widersprüche zu spüren scheint mir ehrlichste Gefühl, das man ihr entgegenbringen kann.

    Hast du einen Blick in den Dissoziationsthread geworfen? Ich habe, als ich darin gelesen hab, mich in vielem wiedererkannt und darin eine mögliche Erklärung für meine „Ichlosigkeit“ gefunden.

    Zu der Grassfrage enthalte ich mich, zu komplex um sie nebenbei zu diskutieren :]

    [ich hab in diesem Post oft "du bist, du denkst..." geschrieben, aber natürlich ist mir bewusst, dass ich dich nicht kenne und mir kein Urteil erlauben darf. Es ist nur eine These und ich übertrage sicherlich viel von mir auf dich.]
    Geändert von Mrs.Shankly (14.04.2012 um 22:25 Uhr)

  5. #35
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 70

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Maj.Derrick

    geb jetzt auch mal meinen Senf dazu.

    verstehe sehr gut, dass so ne Kritik nur aufwühlt und verwirrt.


    die Aussenwelt interpretiert sooo viel in mich, was nicht Ansatzweise stimmt (umgekehrt mach ich das evt auch)

    Mach Dich nicht verrückt! Wir sind hald einfach irgendwie verdammt vielseitig. Vor mir sehe ich meine Pinnwand mit 6 verschiedenen Schriften, alle von mir, alle authentisch, zumindest für mich, im Moment. - weisst Du was ich meine? so abwechslungsreich wie die Schrift kann doch auch das Wesen sein?!

    das muss doch keine Schauspielerei sein

    und apropos Narzist also manchmal fühle ich mich sowas von toll, da gefällt mir einfach alles so dermassen gut an mir, fühle mich intelligent und schön.....
    und manchmal mach ich einen riiiieeeesen Bogen um den Spiegel und fühle mich sowas von scheisse, innerlich wie äusserlich

    eigentlich ist es doch sowas von egal was Du bist (es sind ja nur Worte die jeder wieder anders interpretiert) hauptsache Du LEBST und zwar richtig mit Spass an Dir und Deiner Umwelt.


    hast Du einen Ort wo Du Dich wohlfühlst, wo Du Energie auftanken kannst? evt gute Freunde etwas weiter weg? Evt kannst Du mal Deinen Alltag hinter Dir lassen, Kulissenwechsel, Abstand und dann neu fokusieren.

    Lieber Gruss

  6. #36
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Noch drei Nachträge:

    Maj.Derrick schreibt:
    Die wertneutrale und wohlwollende Kritik per se war nicht destruktiv, ich stimme Dir zu. Ich hab mich artig bedankt, war nachdenklich gestimmt und betroffenen. Dabei empfand ich Scham und Verzweiflung
    Ich finde es interessant, wie Du die Wertneutraltät interpretierst, nämlich insofern, dass sie von den Kritikgebern wertneutral gemeint ist, ich meinte aber, dass Du es für Dich werteneutral aufnehmen und betrachten solltest.

    Dabei kenne ich schon Empathie, kann vor Rührung und Anteilnahme auch weinen - auch Filme und Bücher können das provozieren, manchmal fast zu leicht....aber vielleicht auch nur, weil es Projektionen meines Themas, meines Selbstmitleides sind.
    Es gibt AFAIK zwei Formen von Empathie, die Affektive, unter welche das fällt, das Du gerade geschildert hast und die Kognitive, welche die Fähigkeit bezeichnet, sich in andere Personen hineinzuversetzen.


    Wenn ich von der SMART-Technik lese - Danke trotzdem dafür - nehme ich es als am Thema vorbei wahr, als ein Drehen im Kreis. Auch diese Technik würde mein innerer Saboteur vereiteln.
    So wie ich es lese, hat Dein innerer Saboteur es bereits vereitelt.
    Da wäre es jetzt interessant in ebendiese Metaperspektive zu wechseln und einen, ebenfalls neutralen, Blick auf die Situation zu werfen und zu hinterfragen, warum der Saboteur das gemacht hat, was für Gründ dahinter stehen, warum er die Kraft und Macht überhaupt hat usw.

    Der Thread heißt wohl nicht umsonst "an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses"
    Ja, aber die möchtest ja offensichtlich verschieben oder?

    Bevor Du mich übrigens für einen Klugschwätzer oder sowas hälst: Ich kenne viele Deiner Gedanken und Fragen selber nur allzu gut, auch die Blockaden etc., und ich behaupte nicht, dass ich es besser oder überhaupt selber hinbekomme.
    Aber letztlich sind wir nicht hier, um uns bedauern und bemitleiden zu lassen, sondern um uns gegenseitig zu helfen.
    Geändert von Fliegerlein (15.04.2012 um 00:59 Uhr)

  7. #37
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    ...während im Hintergrund die Militärs schon aktiv sind und den nächsten großen Krieg vorbereiten, während draussen die Natur sich für den nächsten Sommer rüstet und allerorts die saftigen grünen Triebe spriesen lässt, liege ich im Bett...

    während draussen der Leiharbeiter sein Auskommen durch Einsammeln von Pfandflaschen ausbessert und der Investmentbänker sein Porsche-Cabriolett spazieren fährt, liege ich am Bett...

    Während draussen die ganze Nacht brünftige, besoffene und vulgär gröhlende Feierfreunde ihren Daseinssinn darin fanden, sich eine Alkoholintoxikation beizubringen um/ bzw. und ein begattungswilliges Weibchen zu finden, während draußen die Lerche an diesem Morgen schon ihr Lied mit selbigen Motiv angestimmt hat, liege ich im Bett...

    Ein ganz normaler Sonntag morgen um 13:30....

    das Bild.de Gadget meiner IGoogle-Startseite stellt die Frage ob Stefan Raab unbesiegbar sei, das von Spiegel.de verkündet, dass das BKA Islamisten verhaftet hätte.... noch ohne die Möglichkeit gehabt zu haben, meinen Morgenschiss abzuseilen, wird mir bereits ins Hirn geschissen...bitte verzeiht

    ....vielleicht hätte ich gestern vorm Schlafen nicht schon wieder den Fehler machen sollen, in der Facebook-Freundschaftsvorschläge-Liste zu stöbern. Es tut einfach immer noch, immer wieder weh meine Individualität schmerzhaft darin zu begreifen, dass das normale Leben irgendwie an mir vorbeizugehen scheint. Sie bekommen Kinder, sie bauen Häuser, sie sind beruflich so unglaublich motiviert und erfolgreich, sie machen Fernreisen, kaufen einen neuen Samsung-Flatscreen Fernseher und hin und wieder wird einer von ihnen crazy, er wagt einen *Trommelwirbel, melodramatische Pause - gesenkte Stimme* Tandemfalschirmsprung!!!...hö rt hört

    Bin ich heut früh wieder bitter

    Vielleicht sollte ich besser warten, bis das eben genommene Medikinet Adult anflutet und mir hilft die Trümmer meiner Selbst zusammenzuhalten, mich von Zerrissenheit, Angst und Leere befreit...Darf ich doch nicht undankbar sein, als Matrix-Abgestöpselter. Hab ich doch mein Zion in diesem Forum gefunden...und die Maschinen können mich mal......oder war nicht ich gleich der, der befürchtete eine Maschine zu sein??? Das Thema, genau!


    Guten Morgen Forumsgemeinde!

    @smile
    das Leben wär sicher einfacher und mein Weltbild hätte Struktur, wenn ich wüsste - ihr, die Ärzte und Therapeuten - seid die Blöden und die Bösen. Ihr, die ihr eure Rolle darin gefunden habt, uns eine Wiederaufnormung an die neoliberale Apartheid angedeihen zu lassen. Leckt mich, ihr habt das Wesen von Seele, das Wunder von Persönlichkeit, dass Wissen um Sinn doch noch weniger begriffen als ich!

    Aber so einfach ist es nicht, bin ich doch zu schwach, unsicher uva. zu haltlos, ich suche dort Bestätigung, Schutz, Geborgenheit und Verständnis...so wie es immer bei den Eltern tat und nie erfuhr.....ein weiterer Kreis schließt sich....und vlt. ist das ein weiterer Kardinalsfehler!

    @Fliegerlein
    Achtsamkeit ist ein aufmerksames Beobachten, ein Gewahrsein, das völlig frei von Motiven oder Wünschen ist, ein Beobachten ohne jegliche Interpretation oder Verzerrung. ......bedeutet, dass in der Verzerrung der wertneutralen Kritik durch meiner Wahrnehmung hin zu etwas negativem, das 'Ich' sicht- u. fühlbar wird? Deine Fragestellung find ich absolut klasse und zielführend.

    Die Unfähigkeit aus einem Gefühl der Abwehr und der Scham Größe zu zeigen und den Anderen bzw. die Partnerin nicht in seinen Fäusten, Beschimpfungen und Forderungen wahrzunehmen, das wärs wirklich! Genau das wärs! Trotzdem wird es grade unbequem. Wenn ich mir die Frage stelle, ob mir jemand und zu welchem Zwecke mir jemand wichtig ist.......Ja AAber, kann ich sie doch nicht noch ernsthaft um Hilfe bitten, weiß ich doch, dass das wenn nicht zumindest geheuchelt wäre(worüber ich nicht sicher bin, ist das nicht auch eine weitere Rolle, lange in der Kindheit einstudiert..."Liebe Eltern, bestraft mich hart, helft mir mich zu besiegen"), es doch in jedem Falle sabotiert würde....

    Meine Meinung...nun, siehe oben: "worüber ich nicht sicher bin, ist das nicht auch eine weitere Rolle...." Es muss wohl fast so sein, ja ich bin überzeugt, dass alles geheuchelt ist, einfach alles, der nette Schwiegersohn, der devote Arbeitnehmer, das ganze jämmerliche Theater...."Ich würd ja so gern - Helft mir doch - Bestraft mich hart - Führt mich, auch wenn ich mich losreissen will - Helft mir verstehen"
    Was, wenn am Ende der ganze Fred geheuchelt ist? (hier müsste jetzt ein Smiley mit aufgerissenen Augen stehen) Ich muss wirklich aufpassen, mich nicht aufzulösen! Kein Scherz!

    Die Frage nach Zombie, Roboter und Authist führt immer in die Spaltung. Einerseits werte ich die gleichgeschalteten, von Bier, Fussball, Fernseher und Konsum korrumpierten Stinos als genau das ab - das Motiv könnte der Schmerz der Einsamkeit sein, die Frustration eben, mich emotional nicht auf ihren Film aufschalten zu können
    Andererseits sehe ich sie lachen, scherzen und spielen und sehe sie sich ergeizig verbeissend, erlebe sie motiviert, von irgendwas beseelt und getragen, das mir abgeht!
    die Frage ist eine sehr wesentliche!


    Früher 20igstes bis 25tes Lebensjahr fiel die Diagnose öfter, mittlerweile nicht mehr. Der Narzissmus trägt nicht mehr wirklich. Die gewachsene Demut, die Sehnsucht nach Liebe, die Scham und die Ohnmacht ein Ziel zu formulieren und es umzusetzen haben ihn nicht gekillt, aber auf die hinteren Bänke verwiesen. Ist leider nix Neues, Gesundes und Tragendes nachgewachsen als Selbstkonzept, daher die schwere depressive Verzweiflung.


    ....ich geh nachher weiter auf eure Anregungen ein! Es freut mich sehr, dass ich immer wieder lese tatsächlich Verwandte getroffen zu haben

  8. #38
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    @Mrs. Shankly,

    auch Deine Anregungen gefallen mir.

    "Es wird von dir erwartet, dein Potential auszuschöpfen und umso mehr du davon hast um so wütender macht es deine Umwelt, wenn du es ihr verweigerst. Du aber verweigerst es ihr nicht nur, sondern nutzt es um dich zu demontieren."

    Hierzu - mag es jetzt auch etwas intim werden, ist eh schon wurscht, Ausverkauf - eine für mich sehr schmerzliche Erfahrung.
    In unserer aufgeklärten, liberalen Welt, die grade erst die Fesseln des Katholizismus und des ihn behütenden Konservatismus gesprengt haben, ist ein Jugendlicher ohne das entspr. moralischer Korsett zwar frei in seiner Entfaltung, wird sich aber seiner Bedingtheit in vielen Dingen sehr viel schmerzlicher bewusst.Z.B beim Sex! "Derrick, Tu Deinem Schwanz doch endlich mal was Gutes." Diesen Satz werd ich deshalb nicht vergessen, weil ich, unfähig Sexuelles vom Emotionalen zu trennen, mich fast danach verzehrt habe, Sex viel regelmäsiger, viel selbstverständlicher erleben zu dürfen, aber eben auch hier unsicher und blockiert war."
    Die Aussage war also in etwa die selbe. Frauen regagieren gekränkt auf meine vermeintliche Zurückweisung, sehen die Unsicherheit und Sehnsucht überhaupt nicht! Verzweiflung! Freunde bezichtigen mich der "Fahnenflucht" wenn man so will. Verzweiflung! Alles wird dadurch noch schlimmer, weil ich anstatt Mitleid und Trost zu erfahren, noch dafür bestraft werde, bestraft worden zu sein.....Lass das bitte sacken! Betraft werden dafür bestraft worden zu sein! Hier schließt sich wieder ein Kreis, ich werde noch kleiner, weil ich noch kleiner gemacht werde...bis zur Auflösung, dann ist es vorbei!


    "Du unterscheidest dich in so fern, als dass du diese Schwächen stärker wahrnimmst und sie nicht zu akzeptieren bereit bist. Zynismus ist in diesem Fall eine Konsequenz aus der Erkenntnis der eigenen "Schlechtheit".

    "Zynismus ist Feigheit des Herzens" hab ich mal wo gelesen, habs lange nicht kapiert, vielleicht auch heute noch nicht wirklich. Stelle den Anspruch nicht als zynisch zu gelten, sondern als Realist! Aber mit welchem Recht! Realität ist nicht objektivierbar! Meine Sicht:
    Die Gesellschaft scheint sich gegen die Verantwortung für das "Schlechte" verschworen zu haben. Wir haben heute keine Kutschen mehr, wir haben Düsenjets, haben keine Holzkeulen mehr, sondern "intelligente Fernwirkmittel" ..eine Evolution der Technik...Aber der der sie erfunden hat und einsetzt hat keine Evolution erfahren! Der die Jets, Computer und Bomben bedienende Kretin ist immer noch der selbe Neanderthaler. Er ist eitel, rechthaberisch, gierig, neidisch, aggressiv, brutal, ängstlich und feige ( so auch ich .).... und er hat eine Gesellschaft um diese Eigenschaften herum etabliert, auf Grundlange dieser Eigenschaften geschaffen....mit aus den sog. Nachrichten abzuleitenden Konsequenzen...und ich habe Angst vor und empfinde Ekel gegen diesen Neanderthaler, so wie gegen mich! Ihn und seine Natur(auch in mir) zu bekämpfen würde aber wieder eine Form von Gewalt sein, würde nur das alte unter neuen Vorzeichen hervorholen!

    Also bist du bereit anzuerkennen, dass sie dieselben Schwächen in sich tragen? Woher kommt dann deine Unsicherheit? (Ich stelle mir dieselbe Frage und komme zu keinem Ergebnis)"

    Es ist eben Ekel und Angst! Es ist eigentlich zu schrecklich es anzuerkennen. Wenn wir mal begriffen, wie wenig "echt",und wie viel Schauspiel ist, Das lässt schon verzweifeln.

    "Dir aber fehlt jegliche Entschlossenheit. Deine Unsicherheit ist unverzeihlich, weil es keinen Grund dafür gibt. Du hast kein Recht unsicher zu sein."

    Huxley zeigt am Beispiel von Adolf ****** eines "Peter Pan Menschen" (ADS) und Stalins "eines Muskelmenschen (ADHS)" was dabei rauskommt, wenn man entsprechende Seelen nicht als das was sie sind erkennt und angemessen begleitet und führt. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir hier oder überhaupt einer hier sich so entwicklen könnte und würde, obwohl es natürlich nicht ausgeschlossen ist! Ich will auch nicht sagen, dass Huxley überhaupt des richtige Bild getroffen hat, bzw ich es ihm richtig unterschiebe.
    Was ich sagen will ist, dass ich wohl ein Recht habe, unsicher zu sein. Wenn jede Handlung und Ausdruck meiner Selbst Reibung am System und an Anderen verursacht! Wenn Leben heist, andere zu töten. Wenn immer wieder die Frage auftauscht Du oder Ich. Dann ist entweder das System falsch oder Ich. Ich traue aber meiner moralischen inneren Instanz auch nicht über den Weg, das System mag göttlich sein und meine negative schwarze Sicht ist es bzw. ich bin es nicht. Es geht bisher nicht mit! Es geht nur gegen! Überall!

    " .. sondern nutzt es um dich zu demontieren"

    ...und zu lassen

    ich check grade gar nix mehr, bin völlig am Schwimmen

  9. #39
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Hi again,

    ich finde es schon sehr faszinierend, wie wortreich und -gewandt Du Deine Antworten formulierst, die aber trotz aller Eloquenz alle am Ende ein und denselben Inhalt haben:
    "Ich danke Dir für Deinen Hilfeversuch, aber es wird nicht funktionieren, ist nicht das Richtige, versuche es bitte weiter"

    Wie gesagt, auch hier gilt: Das ist das, was ich als Essenz wahrnehme und zwar frei von jeder Bewertung, es fällt mir halt auf.

    Ein Problem, das mir ja durchaus bekannt ist, irgendwie ist nie die richtige Hilfe dabei und wenn, wird sie eh' im Keim erstickt, da der innere Saboteur ohnehin die Oberhand gewinnt.
    Nur zielführend ist das nicht.

    Das ist ein bisschen so wie wenn ich mein Auto mit Motorschaden in die Werkstatt bringe und jeden einzelnen Reparaturvorschlag der Mechaniker wortreich abwinke und denen klar mache, dass das nicht richtig ist.
    Das mag sogar stimmen, aber deswegen steht die Karre immer noch still und ich komme nicht weiter.
    Besser wäre es, sich drauf einzulassen, dann wird man sehen, ob es funzt.
    Klar, es kann gut sein, dass es nicht das richtige war, dann muss halt weitergesucht und probiert werden.
    Manchmal gehts erstmal nicht anders.
    Und ja: Es ist möglich dass irgendwann der Punkt kommt, an dem es sich nicht mehr lohnt weiter zu suchen, weil die Karre mir weniger wert ist, als die Rep kostet.
    (das muss mit dem tatsächlichen Wert gar nichts zu tun haben)
    Und vielleicht wird auch (erstmal) alles schlimmer, aber kaputt ist die Karre im Moment doch eh', was gibts also zu verlieren?


    Daher würde ich lieber eine Frage an Dich richten:
    Was genau ist denn Dein Wunsch?


    Damit meine ich nicht, Deinen Wunsch an uns, der ist ja klar, Du möchstest Hilfen, Lösungsvorschläge, aber was ist es, das Du Dir für DICH wünschst?

    Möchtest Du Dich verändern?
    Möchtest Du, dass Deine Umwelt sich verändert und sich Dir anpasst?
    Möchtest Du weder Dich noch Deine Umwelt verändern, sondern eher Deine Nische finden, in der Du sein kannst wie Du bist und damit akzeptiert wirst?

    Das sind ganz einfache, aber IMHO elementare Fragen.

    Wenn ich selber mich so mag wie ich bin, möchte ich mich nicht verändern (müssen), aber dann kann es sein, dass ich darunter leide, weil meine Umwelt das nicht gut findet.
    Wenn ich mich mag und bin in einer Umgebung, die mich auch ok findet, ist ebenfalls alles gut.

    Alles andere erfordert dann mitunter Kompromisse und da bleibt dann immer die Frage, wie weit kann und möchte ich gehen, was genau will ich, kann ich und kann ich den Preis dafür bezahlen.

    Eine Bekannte von mir hat z.B. ein ganz großes Problem in größeren Gruppen aufgrund ihrer argen Reiszüberltung.
    Das machte sie völlig fertig und sie bekommt nichts mehr mit, sitzt nur da und leidet.
    Einzige Möglichkeit war die Flucht, dann sitzt sie allein zu Haus, ist frei von reizen, aber leidet.
    Ein hoher Preis, keine gute Lösung.

    Ich habe das gleiche Problem mit Reizüberflutung, aber es gibt einen großen Unterschied: Ich suche die Menschen nicht, Gesellschaft ist für mich sehr anstrengend, ist Arbeit.
    Zu Hause zu bleiben ist mir ein Segen.
    Aber ohne gehts eben auch nicht, also muss ich sehen, dass ich hin und wieder die Anstrengung in Kauf nehme, versuche es aber in für mich (aus-)haltbaren Grenzen zu lassen.
    Ein akzeptabler Preis.

    So sehe ich es in allen Dingen:
    Was kann ich, was kann ich nicht, was möchte ich ändern, was möchte ich nicht ändern, kann ich den Preis dafür zahlen, geht die Bilanz am Ende auf, ist es mir das wert?

    Wie sagte Eckhard von Hirschhausen so passend:
    "Wenn Du ein Pinguin bist und in der Wüste stehst, liegts nicht an Dir, wenns nicht flutscht"
    Na klar kann ich mich jetzt hinsetzen und sagen:"Ok, jetzt sitz ich hier, Pinguin in der Wüste, ich kann ja nix dafür".
    Stimmt zwar, beendet aber das Leiden nicht.
    Pinguin gehört in sein Element und das ist Wasser.
    Also schauen, won ich es finde und wie ich da hinkomme.
    Und ja, auch hier bleibt die Frage, ob ich den Preis bezahlen kann, den es mich kosten wird, ans Wasser zu gelangen.

    Aber der Antwort darauf kommst Du IMHO näher, wenn die eigentlichen Fragen beantwortet sind.

    Ich stelle mir die Fragen oft und viel und in einigen Punkten habe ich Antworten und einen Kompromiss gefunden, bei denen die Bilanz aufgeht.
    Aber dennoch gibt es noch einige, darunter auch essentielle, Fragen, die noch auf eine Antwort warten, bzw. für die der Preis unbezahlbar ist.
    Das macht Angst, hilflos und verzweifelt und ich weiß nicht wie es ausgehen wird.

    Ich denke, dass es bei Dir ganz ähnlich sein könnte.

    Es verlangt keiner, dass Du Dich änderst.
    Aber das kann u.U. auch einen Preis kosten.
    Es ist egal ob man narzisstisch, zwanghaft, histrionisch oder whatever ist, wenn man seine Nische findet, in der man seine Stärken nutzen kann und die Schwächen weniger ins Gewicht fallen, ist es ok, wenn der Preis, den man selber zu zahlen hat stimmt.

    Ich habe meine Nische übrigens noch nicht gefunden.
    Ob ich sie finde weiß ich nicht und wenn, welchen Preis mich das kosten wird, aber das ist JETZT noch nicht mein Problem.

    Und eines noch:
    Es ist ein großer Unterschied ob ich sage "Ich kann es nicht" oder "Ich kann es jetzt im Moment nicht"
    Letzteres lässt mir Option offen, dass sich noch was ergibt und nimmt vielleicht ein wenig die Verzweiflung, ... (aber klar, auch da ist irgendwann der Punkt der resignation erreicht, an dem man nicht mehr weiter weiß).

  10. #40
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 88

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    ² Derrick

    Ich muss wirklich aufpassen, mich nicht aufzulösen! Kein Scherz!
    Vor drei, vier Monaten saß ich in einem Seminar. Thema: Was ist der Mensch, nach welchen Richtlinien handelt er, wohin entwickelt er sich? Realismus, Idealismus, kritische Theorie. Als angeprangert wurde der Geltungsdrang unserer Zeit sei affektiert und unnatürlich - Mensch werde nicht geboren und habe das Bedürfnis auf Facebook seinen sonntäglichen Kochversuch zu präsentieren, entgegnete ich, dass so gesehen jedes Handlungsmotiv unnatürlich und affektiert sei. Horchten wir tief in uns hinein, müssten wir feststellen, dass da nichts sei, außer austauschbarer Werte und Ideen, die nicht Teil von uns sondern ein verinnerlichter Teil unserer Umgebung (ein Fremdkörper) wären. Wären wir in der Lage, jeden diese Bausteine zu erkennen, zu isolieren und in Frage zu stellen, würden wir uns auflösen. Ich hatte erwartet hier breite Zustimmung zu finden, da dieser Gedanke mir natürlich erscheint. Stattdessen erntete ich Schweigen.
    Ich finde es beruhigend, hier etwas Ähnliches zu lesen.

    ...und er hat eine Gesellschaft um diese Eigenschaften herum etabliert, auf Grundlage dieser Eigenschaften geschaffen....“
    Das ist Thomas Hobbes Leviathan:

    „Nimmt man nun die natürliche Neigung des Menschen, sich gegenseitig Schaden zuzufügen, einer Neigung, die aus ihren Leidenschaften, hauptsächlich aber aus eitler Selbstüberschätzung hervorgeht (…) so kann man nicht leugnen, daß der natürliche Zustand der Menschen, bevor sie zur Gesellschaft zusammentraten, der Krieg gewesen ist, und zwar nicht der Krieg schlechthin sondern der Krieg aller gegen alle.“(Hobbes: Vom Bürger. S. 83.)

    Es gibt Stellen, die besser zu deinen Ausführungen passen, aber die hab ich gerade nicht da. Hobbes war ein Verfechter des Absolutismus. Der Mensch brauche einen Herrscher um sich nicht selbst zu vernichten. Er sei in den Zustand der Gesellschaft (nach Hobbes ein Vertragsverhältnis zwischen Individuen, das durch die gegenseitige Abhängigkeit Sicherheit etabliert) getreten um sich vor sich selbst zu schützen. Eine weitere Erklärung, warum die Gesellschaft Unwilligkeit beherrscht zu werden oder zu herrschen als bedrohlich empfindet.

    Was ich sagen will ist, dass ich wohl ein Recht habe, unsicher zu sein. Wenn jede Handlung und Ausdruck meiner Selbst Reibung am System und an Anderen verursacht!
    In dem Moment, in dem du danach fragst, wie du zurecht kommen, wie du in dieser Gesellschaft funktionieren, wie du so ausgelastet, motiviert und selig sein kannst, wie dir die anderen scheinen kannst du nicht mit „Ich finde aber schon, dass ich unsicher sein darf“ antworten. Denn damit verteidigst du deinen Standpunkt. Dein erklärtes Ziel ist es jedoch ihren Standpunkt zu übernehmen um ein Teil von ihr zu werden.

    Huxley zeigt am Beispiel von Adolf ****** eines "Peter Pan Menschen" (ADS) und Stalins "eines Muskelmenschen (ADHS)" was dabei rauskommt, wenn man entsprechende Seelen nicht als das was sie sind erkennt und angemessen begleitet und führt. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir hier oder überhaupt einer hier sich so entwicklen könnte und würde, obwohl es natürlich nicht ausgeschlossen ist! Ich will auch nicht sagen, dass Huxley überhaupt des richtige Bild getroffen hat, bzw ich es ihm richtig unterschiebe.
    Huxleys Interpretation von ****** und Stalin teile ich nicht. Seine stark vereinfachte Verarbeitung geschichtlichen Prozesse bereitet mir Unbehagen, auch wenn er stellenweise interessante Ideen hat und ich zumindest Animal Farm für ein hervorragendes Buch zur Politisierung von Kindern halte.

    Wenn wir aber bei Huxley sind, würde ich es auf „2 + 2 = 5“ runterbrechen. Du antwortest hier mit „2 + 2 = 4“. Ich gebe dir vollkommen Recht, kann alles, was du schreibst nachvollziehen, aber das ist doch anscheinend nicht das, was du willst? Die Ansprüche und Forderungen unserer Gesellschaft sind eine Diktatur, der du dich unterwerfen musst, um in ihr aufzugehen. Sie sind aber nicht zwingend logisch. Du erwartest, dass sie für dich nachvollziehbar werden damit du ihnen folgen kannst. Aber es verhält sich genau umgekehrt, du musst deinen Anspruch auf Richtigkeit, Nachvollziehbarkeit und Logik aufgeben und sie als Naturgesetz, wie Regen hinnehmen.

    Ich würde mich fragen, ob ich das wirklich will. Oder ob ich nicht lieber mit dem Schmerz und der Unsicherheit lebe. Allerdings bin ich auch jünger als du und komme im Moment zu recht. Ob ich das morgen oder in 10 Jahren immer noch ertragen will, weiß ich nicht.

    Gibt es Menschen, die du wirklich magst?

    ...und zu lassen
    Ich bin mir unsicher, ob du meine Ausführungen als Demontage deiner Person empfindest. Tust du das? Falls ja, möchte ich betonen, dass ich hier nicht aus meiner Perspektive argumentiere. Aus dem, was du mir entgegenbringst, geht hervor, dass du nicht bereit bist, dich den Wünschen deiner Umgebung (des Arztes) anzupassen und dass du sehr gute Gründe dafür hast.
    Geändert von Mrs.Shankly (15.04.2012 um 22:00 Uhr)

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