Seite 3 von 7 Erste 1234567 Letzte
Zeige Ergebnis 21 bis 30 von 66

Diskutiere im Thema an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 64
    Forum-Beiträge: 241

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Hm.... was spürst Du von Dir, wenn Du auf Deinen Atem lauschst... ihn beim Ein- und Ausgehen beobachtest.
    Wie nimmst Du Dich wahr, wenn Dir die Sonne die Haut wärmt.
    - wenn es nicht die Gedanken sind, über die Du Dich zu definieren suchst. Sonder die Wahrnehmung.

  2. #22
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 88

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Maj.Derrick schreibt:
    Es ist nicht die Fragestellung, warum ich so wahrgenommen werden könnte. Ich stelle die Fremdwahrnehmung und das Erleben der Anderen auch nicht in Frage! Es ist ja offensichtkich so und ich leide daran. Ich finds halt scheisse, wenn man mir Kritik serviert, aber kein Werkzeug eine Veränderung herbeizuführen. Das ist frustrierend und destruktiv.
    (...)

    Was ist Beziehung, nicht nur zu den Menschen, auch zum Leben, zu den Dingen und am Schluss zu mir selbst?
    Die Frage, die du dir stellen solltest, ist ob du diese Wahrnehmung als wahr anerkennen und dich nach ihr ausrichten und verändern willst.
    Das Mittel ist in der Kritik bereits enthalten: Werde für deine Mitmenschen leichter verständlich, irritiere sie nicht. Klingt das nicht absurd?

    Ich kenne deine Problematik sehr gut und ich habe lange versucht das zu ändern. Mir hat eine Passage in Hannah Arendts „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft geholfen. Sie beschreibt, dass der Mensch sich durch nichts so bedroht fühlt wie von "Reichtum ohne Funktion":

    "Was Menschen dazu bringt, wirklicher Macht zu gehorchen oder sie zu ertragen, aber machtlosen Reichtum zu hassen, ist der politische Instinkt, der ihnen sagt, daß Macht, da sie eine Funktion hat, auch niemals ganz ohne Nutzen ist. Selbst Ausbeutung und Unterdrückung bringen eine Gesellschaft noch dazu, zu funktionieren, und stellen eine Art Ordnung her. Nur Reichtum ohne Macht und Hochmut ohne politischen Willen werden als parasitär, überflüssig und herausfordernd empfunden. Sie fordern das Ressentiment heraus, weil sie Bedingungen herstellen unter welchen es eigentliche Beziehungen zwischen Menschen nicht mehr geben kann. Reichtum, der nicht ausbeutet, kennt noch nicht einmal die Verbundenheit von Mensch zu Mensch, die Ausbeuter mit den Ausgebeuteten verbindet und Hochmut ohne Machtwillen zeigt deutlich, daß man für den anderen noch nicht einmal das Interesse hat, das der Unterdrücker dem Unterdrückten notwendigerweise bezeugen muss."* (S. 33)


    * es geht an dieser Stelle um eine Begründung für Antisemitismus, die ich keinesfalls relativieren will, in dem ich sie hier anwende
    Geändert von Mrs.Shankly (14.04.2012 um 13:33 Uhr)

  3. #23
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    @Susi

    Genau! Der Weg geht über die Bewusstwerdung durch ein erdendes Gefühl! Durch völliges Ablegen von Bewertung und Kontrolle einen Zustand der Achtsamkeit herzustellen ist das Ziel. Die Konzentration auf den Atem oder sensorische Reize sollen helfen den Kreis zu brechen. Da sind uns die fernöstlichen Kulturen weit voraus!

    Es bedeutet, dass ich eine Instanz in mir erschaffe, die in der Lage ist, das mich und andere schwindlig machende Karusell abzubremsen, wenn als solches erkannt und ihm so nach und nach die Energie zu entziehen. Erst dann kann ich sicher absteigen, ohne auf die Fresse zu fliegen und ohne dissy zu sein und zu torkeln.
    Mag also ein Fehler des Systems sein, den in ihren Fahrgeschäften festhängenden und daran leidenden Patienten zuzurufen "Spring ab!", denn das macht sie nur verzweifelt und wütend und gibt dem Fahrgeschäft noch mehr Drive. Würde doch ein Absprung im besten Fall einen völligen Kontroll- und Orientierungsverlust sowie Handlungsunfähigkeit durch furchtbaren Schwindel bedeuten. Im schlimmsten Fall zerschmetterte Knochen!

    Durch eine Form der Achtsamkeitsmeditation mag es uns gelingen dem Karusell Energie zu entziehen und damit langfristig die Möglichkeit es zu verlassen - festen sicheren Schrittes. Jede Form der Verkrampfung und des Kampfes dagegen beschleunigt es nur zusätzlich. Es ist wie bei Momo - je schneller, desto langsamer. Oder wie bei einer Fingerfalle - je mehr ich ziehe, desto fester schnürt sie zu.

    ...Wie bringen wir nun dem Affen bei die Faust mit den Bonbons aufzumachen, damit der die Hand aus der Flasche bekommt...?


    @Mrs. Shankly
    das ist ein ziemlich geiler Text...Danke!

    Übersetzt in die Sprache der Eltern/Therapeuten und Mitmenschen kommt sowas dabei raus:
    "Mensch Bub/Mädel, Du hast so tolle Fähigkeiten, Du bist so begabt und kreativ. Wenn ich Deine Anlagen gehabt hätte/hätte. Und du machst einfach nix drauß. Es ist so schade um Dich, du hättest so einen inneren Reichtum. Bring dich doch mal ein, teil Dein Leben mit uns". Ist das gemeint?

    Es wird hier für mich schwierig, da eine moralische Instanz ins Spiel kommt. Es gab in dem Computerspiel "Halflive 1" einen Endgegner, der hieß sehr passend "Nihilant". Sein Satz war "Leave me alone". Ein schönes Bild für fette, satte, selbstgerechte Dekadenz, Misanthropie und Zynismus. Ist es dass? Ist das der Urgrund? Ist meine alles überlagernde Angst, meine Blockaden, die Verkrampfung und der Rückzug nur die Konsequenz der Angst vor Erkenntnis meiner selbst als eben dies? Lieber wäre mir dann doch die Rolle des armen Opfers der Umstände, der Kirche, der Leistungsgesellschaft, der Frauen, des Kapitalismus und meinetwegen auch meiner Hirnchemie ;-) uva. meiner Angst!

    Angst darf man aber nicht zum Herren werden lassen. Angst ist das Niederste und bringt das Schlimmste in uns zum Ausbruch. Ein Mensch wird aus Neid, Gier und Eitelkeit niemals derart konsequent gegen einen anderen agieren und intrigieren, wie er es aus Angst heraus täte.
    "Wir machen das Land XY mal vorsorglich platt, auch wenn wir ihm nix feindseeliges oder gefährliches nachweisen können, weil wir Angst davor haben, es könnte uns zuerst auslöschen" - ist keine Friedenspolitik

    aber zurück zur Aussage des Textes. Ich z.B. fühle mich nicht überlegen oder reich! Nur der narzistische Restwert nimmt hin und wieder ein eitles Bad in einer Idee vermeintlicher Größe. Ich fühle aber meistens das exakte Gegenteil, nämlich Minderwertigkeit. Ich fühle leider schon lange eine tief empfundene Abneigung gegen mich und meine Mitmenschen. Ich erlebe mich und meine Mitmenschen als so eitel, als so aggressiv, als so rechthaberisch, so beschränkt, so ich-bezogen, so feige und so wehleidig, so geltungsbedürftig, so neidisch und so gierig....etc.. das mauert mich in meiner Höhle ein.

    Eine Aussöhnung mit mir und den Menschen tut Not

  4. #24
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Maj.Derrick schreibt:
    Ich finds halt scheisse, wenn man mir Kritik serviert, aber kein Werkzeug eine Veränderung herbeizuführen. Das ist frustrierend und destruktiv.
    Der erste Schritt in die richtige Richtung wäre IMHO schon mal, solche Dinge nicht als Kritik und verletztend und destruktiv und scheisse zu finden, sondern es vollkommen wertefrei sachlich und neutral aus einer Metaperspektive zu betrachten, so als würd man jemand anders ansehen.
    Neutral und ohne jede Bewertung, das ist sehr wichtig.

    Wenn mein Auto einen Platten hat und mir jemand sagt "Hey, Du hast da einen Nagel im Reifen", nützt es mir auch nichts wenn ich ihm sage "Och Mann ey, das find ich jetzt voll scheisse und destruktiv wenn Du sowas sagst" .

    Er hat mir ja geholfen und mir gezeigt wo das Problem liegt.
    Deshalb muss er aber nicht derjenige sein, der den Reifen auch reparieren kann, aber jetzt kann ich mir gezielt jemanden suchen oder selber sehen, wie das geht, mir Info's, Ersatzteile, Werkzeug holen etc.
    Verstehst Du, was ich meine?
    Nur weil mir jemand mein Problem erklärt, habe ich doch noch lange nicht zu erwarten, dass er es mir auch gleich löst/ lösen kann.

    Allerdings gebe ich Dir recht darin, dass es frustrierend ist, wenn man zwar Probleme benannt bekommt, aber dann immer noch ohne Bedienungsanleitung dasteht, wie man sie lösen kann.

    "Kleine Schritte machen", ... mit dem Spruch hat mich aus der ersten Klinik auch entlassen, aber niemand hat mir gesagt wie das geht und wohin, ... auch in kleinen Schritten kann man im Kreis gehen.

    Aber dann war ich in einer weiteren Klinik, in der habe ich genau das gelernt, wie kleine Schritte gehen, ich sie formulieren, sie auf ein betimmtes Ziel ausrichten, sie definieren, mich dafür belohnen kann.
    Es geht dabei um sg. SMART-Ziele.
    SMART ist ein Synonym für
    S=Sinnvoll -> Dient dieses Ziel meinem übergeordnetem Therapieziel?
    M=Messbar -> Kann ich am Ende objektiv feststellen, ob ich das Ziel erreicht habe oder ist so verschwommen definiert, dass es alles mögliche sein kann?
    A=Aktiv -> Muss ich es selber machen und dabei selber aktiv sein?
    R=Realistisch -> Kann ich das überhaupt hinbekommen oder nehme ich mir damit schon viel zu viel vor?
    T=Terminorientiert -> Bis zu welchem Zeitpunkt soll das Ziel erreicht sein.

    Allerdings ist das Thema etwas komplexer, als dass man es hier in kurzer Form im Rahmen eines solchen Threads erklären könnte.
    Zudem bin ich kein Therapeut, könnte also nicht sagen, wie Du dabei am besten vorgehst.

    Der Zeitrahmen besteht bei mir meist über eine Woche und ganz wichtig ist:
    Wenn das Ziel erreicht ist, gibt es immer eine kleine Belohnung.
    Da reicht manchmal schon ein ganz bestimmtes Stück Schokolade, eine Tasse meines Lieblingstees (auf denn ich ansonsten während dieses Zeitraumes verzichten werde, soll ja motivieren) oder eine Zeitschrift oder was auch immer.

    Ist vielleicht eine Anregung, die Du in Deine Therapie mit einbringen kannst.

    Aber dennoch denke ich, dass es wichtig ist, seine Probleme zu kennen und zu wissen, mit welchem Gegner man es zu tun hat.
    Das Wissen ist wichtig.
    Wie Martin Winkler anderweitig schon geschrieben hat, sind z.B. auch Persönlichkeitsstörungen eine wichtige Überlebensstrategie.
    Das zu verstehen und zu akzeptieren ist der erste Schritt.

    Ich weiß, dass sich das alles nur allzu leicht sagt/ schreibt, und es bei weitem nicht mal ansatzweise so leicht ist, das umzusetzen.
    Tue ich mich auch jeden Tag aufs Neue schwer mit.
    Umso mehr hilft es mir, dass hier zu schreiben, allein um so einen etwas neutraleren Blick auf mich zu bekommen. .
    Geändert von Fliegerlein (14.04.2012 um 16:26 Uhr) Grund: fehlendes Wort eingefügt

  5. #25
    ADLer

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.384

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Dieser beitrag hat mir gerade sehr geholfen..

    Für mich ist das SMART- bild neu..aber eine klare ..bildliche ..habdlungsmöglichkeit..sowas brauch ich..

  6. #26
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 27

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Hallo,

    ich finde es sehr mutig, dass Du die Situation hier so offen zur Diskussion stellst.

    Dass Du als "Schauspieler" unterwegs bist, kann ich sehr gut nachvollziehen. Schließlich versuchen auch wir gesellschaftlich akzeptiert zu sein und kooperieren nach Kräften mit der
    Aussenwelt. Auf diese Weise erschaffen wir in jahrelangem Training eine Art "professioneller Hülle" oder Maske. Es wird nach Aussen gezeigt, was wir als erwünscht vermuten.

    Insofern wundert es mich überhaupt nicht, dass Du Dich in dem Rollenspiel als "DU Selbst" unbehaglich und "nackt" fühlst und das Feedback der Fachleute, Dich so gefiltert treffen kann. Du stehst ja quasi schutzlos und "ungeübt" in Deiner Rolle als "Du" vor einer Gruppe von Leuten.

    Wenn Du nun Deinen Standpunkt ein wenig veränderst, vielleicht siehst Du dann die Aussage der Therapeuten in einem anderen Licht. Ich kann mir z.B. gut vorstellen, dass sie Dir transparent machen wollten, wie Deine Wirkung auf einen Nicht-Betroffenen sein kann, wie Du von ihm wahrgenommen wirst. Das muss nicht bedeuten, dass sie Dich in Deiner Not nicht wahrnehmen.

    Ich fühle mich selbst oft missverstanden dadurch, dass ich "anders" bin. Aber es ist mir ja nicht auf die Stirn tätowiert und ich sehe auch nicht ein, mich vor jedem zu rechtfertigen, so nach dem Motto: " Vielleicht komme ich Ihnen komisch vor, aber wissen Sie, ich habe ADHS... "

    Die engen Vertrauten wissen es natürlich und ich glaube, es ist wichtig, Ihnen ab und zu wieder nahezubringen, wie man selbst Innen "funktioniert", um Missverständnisse zu vermeiden. Genauso ist es sicher gut, sich regelmäßig anzuhören, wo der andere gerade steht, um das gegenseitige Verständnis zu erhalten.

    Ich glaube nicht, dass Du ein "Arsch" bist, so wie Du es verstanden hast. Ich vermute, dass hast Du aus dem Feedback möglicherweise "gemacht" oder herausgehört, weil Du wohl schon allzu lange unter ständig wiederkehrenden Negativ-Rückmeldungen leidest und dadurch Dein Selbstwertgefühl beschädigt wurde.

    Aus meiner Sicht, suchst Du nicht den Klinsch, wie Du es nennst - ich glaube, Leute wie wir, geraten einfach leichter da hinein.

    Ich habe leider noch kein Patentrezept gefunden und bin selbst auf der Suche nach einem guten Weg für mich. Vielleicht wird der Mut belohnt, immer wieder offen zu sein und zu beschreiben, wie es in einem aussieht, ohne zu jammern - was manchmal sicher schwierig ist.

    Um Dich aus dem Schauspieler-Dilemma zu lösen, ist es vielleicht hilfreich, dass Du Dich selbst erstmal akzeptierst und vielleicht gelingt es Dir, eine gewisse Gelassenheit gegenüber Deinen vermeintlichen Unzulänglichkeiten zu entwickeln. Das würde Dich bestimmt entspannen.

    Als ich erfuhr, dass ich ADHS habe, empfand ich Erleichterung, weil ich mich endlich besser verstand und ich dachte:"Endlich kann ich aufhören, zu versuchen, eine Andere zu sein."

    Mich holen dennoch Selbstzweifel ein, z. B. wenn ich bemerke, dass ich offensichtlich gerade wegen meiner Andersartigkeit "gemustert" werde. Dann fühle ich mich sehr verunsichert und mag nichts sagen, spüre manchmal Wut aufsteigen auf mein Gegenüber wegen seiner Dummheit. (für die er aber auch nichts kann... )

    Ich hoffe, Du kannst mit meinen Gedanken etwas anfangen. Kopf hoch! Es nützt nichts, wenn Du Dich selbst runterputzt. Schreib Dir doch mal auf, was Du an Dir gut findest

    Lieben Gruß und schönes Wochenende

    Sadie

  7. #27
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Die wertneutrale und wohlwollende Kritik per se war nicht destruktiv, ich stimme Dir zu. Ich hab mich artig bedankt, war nachdenklich gestimmt und betroffenen. Dabei empfand ich Scham und Verzweiflung, obwohl ich es nicht kapiert hab und weil ich es nicht kapiert hab, es auch heute nicht tue.(wie zum Teufel hätte ich anders reagieren sollen in diesem Rollenspiel - Leck mich Partnerin, ist mir, bist mir egal?- Sir, jawohl Sir - den sterbenden Soldaten mimen: "Bring wenigstens Du Dich in Sicherheit, Rette Dich, lass mich hier zurück!" ) Der Stationsleiter (schwerer Narzisst) hat das Muster gleich wieder erkannt, und mir gespiegelt, dass eben diese Betroffenheit, das Geknickt sein und der Dank an das Team und die Mitpatienten eben auch nur eine erlernte Rolle, im Prinzip die selbe Rolle sei!

    danach bin ich in eine Art depressiven Stupor gefallen und es gab keinen Austausch mehr, mit niemandem über Wochen! Jede Bewegung, das Aufstehen, das Sitzen und das aushalten wurde unglaublich anstrengend. Die Menschen und Geräusche waren so entsetzlich laut, ihr Austausch, ihr Gejammer, ihr Lachen - ihr Menschsein eben.

    Was bedeutet das? Was bedeutet Seele, Persönlichkeit, "Selbstbewusstsein" wie fühlt es sich an? Hab ich das nicht - bin ich ein Zombie?

    Ich begreife auch nicht, was mit egozentrisch und mit Authenzität eigentlich gemeint ist. Bin ich ein Roboter? Was bedeutet Menschsein im gesunden Fall und wie fühlt es sich an? Ich hab in dieser letzten Therapie einmal geweint, aus tiefster Verzweiflung, wurde mir doch auch vorgehalten ich würde mich hinter meiner Krankheit verstecken. In diesem Ausbruch hab ich einen Satz formuliert: " Ich würde so gerne verstehen, wie sich ein (Stino-) Mensch fühlt, sich selbst anfühlt. Ich wäre so gern im Stande das zu fühlen, was das Menschsein denn eigentlich ausmacht, Gemeinschaft, Liebe, Beziehung etc... Ich war noch nie locker, frei, leicht, authentisch oder was wir auch immer für diesen echten, gesunden, guten Zustand einsetzen wollen. Ich bin künstlich, immer!?
    Dabei kenne ich schon Empathie, kann vor Rührung und Anteilnahme auch weinen - auch Filme und Bücher können das provozieren, manchmal fast zu leicht....aber vielleicht auch nur, weil es Projektionen meines Themas, meines Selbstmitleides sind.

    Wenn ich von der SMART-Technik lese - Danke trotzdem dafür - nehme ich es als am Thema vorbei wahr, als ein Drehen im Kreis. Auch diese Technik würde mein innerer Saboteur vereiteln. Ein Ziel zu formulieren ist bei maximaler Zerrissen- u. Haltlosigkeit ohne ein Fundament an 'Ich' sinnlos. Das kann man scheinbar anwenden, wie viele VT-Ansätze, wenn man schon wer ist,sich seiner sicher ist und sich kennt und mag.

    Der Thread heißt wohl nicht umsonst "an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses"

    wenn jetzt übrigens das Interesse an diesem Thread abebbt und gedacht wird: "Wir halten ihm Hände hin, zeigen ihm Möglichkeiten, aber er nimmt nix an, er will einfach nicht" ..... dann und genau dann schließt sich der höllische und vertraute Kreis meines Lebens und genau den möcht ich brechen! sonst brech nämlich ich.

  8. #28
    ADLer

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.384

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Du wirst lachen..oder vieleicht nicht..aber ich denk und hoff, hier bearbet jeder..

    hmm..nein..sprech mal lieber für mich:

    also ich bearbeite hier , wie immer..mein Thema..( mit)

    nur natürlich bist du in der rolle des Fragestellers in der besseren Position ;-)

    Nein, ich nehm dich erst..


    ..und natürlich nehm ich auch wahr..wie du herausforderst..

    meine Wahrnehmung..so wie hier jeder nur seine Sichtweise darlegt..

    Nimm unser denken und handeln nicht voraus :o)

    bleib du doch dran....

    LG

  9. #29
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Hi Sadie,

    herzlichen Dank für Deinen zweiten Beitrag, den Du meinem Thema widmest! *freu* - dafür Dein erstes Danke in der Signatur von mir!

    Ich denke, dass das seit früher Kindheit aufgeführte Schauspiel den hohen Preis des Selbstverlustes einfordert, bzw. in meinem Fall ist ein solches Selbst nie richtig kultiviert worden. Die Erkenntnis dessen und die Disqualifizierung des Künstlichen durch die Aussenwelt ist ein Schock! Die Erkenntnis hinter dem Künstlichen in großer Panik nichts Echtes zu finden ist ein noch größerer!

    Echt ist erstmal meine Freude, ein Teil dieses Forums zu sein und echt ist das gute Gefühl, dass hier wohlwollende, irgendwie seelenverwandte Zeitgenossen freundlich auf mich und aufeinander reagieren!

  10. #30
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 27

    AW: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses

    Ich glaube, dass jeder auf seine Weise speziell ist.

    Es gibt vielleicht gar keinen Stino.

    Wir haben alle unsere ganz eigene Wahrnehmung.

    Wenn wir unsere "Rollen" jahrelang oder gar schon lebenslang bis hierher eingeübt haben, um in der Gesellschaft unseren Platz zu erhalten, ist es doch nur normal, dass es schwer ist, dieses Verhalten loszulassen und zu sich selbst zu stehen oder gar sich selbst erstmal wahrzunehmen und kennenzulernen. Ich kann Dich wirklich gut verstehen.

    Wer ständiges Anecken seit Ewigkeiten kennt und wiederkehrend Negativrückmeldungen gewohnt ist, muss schlussendlich damit auch in seiner Persönlichkeit damit umgehen. Das geht doch nicht spurlos an einem vorüber. Ich habe bspw. in der Jugend angefangen, Situationen, die ich emotional nicht verarbeiten konnte, mit dem Intellekt zu meistern. Das habe ich erst Jahre später als eine Art Überlebensstrategie entlarven können.

    Du bist weder Roboter, noch Zombie. Du bist Du und ich wünsche Dir die Kraft, Dich vom Urteil anderer zu befreien.

    Was zählt, ist Deine Lebensqualität. Wenn es Dir gelingt, weniger hart zu Dir zu sein, bist Du der erste, der Dir etwas Gutes tut.
    Natürlich versuchst Du zu verstehen und an Dir zu arbeiten... aber hast Du schonmal versucht, einfach nur wahrzunehmen und nicht zu werten oder Dich werten zu lassen.

    Wer sagt, dass die Wahrnehmung der anderen treffender ist, als Deine?!

    Achte mal auf Deine Stärken - die springen einen doch förmlich an, da muss man Dich gar nicht lange kennen.
    Was passiert wohl, wenn Du Dich traust, Dich einmal als tollen Typen zu betrachten? Wenn Du Dir erlaubst, Deine Stärken zu bemerken.

    Nur Mut, kannst es ja als Spiel betrachten...

Ähnliche Themen

  1. Welche Kommunikation ist dir am liebsten?
    Von Sunshine im Forum ADS ADHS Erwachsene: Umfragen
    Antworten: 50
    Letzter Beitrag: 6.08.2011, 15:49
  2. Antworten: 24
    Letzter Beitrag: 22.03.2011, 16:20
  3. Kommunikation
    Von Kodelka im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 9.08.2010, 19:48

Stichworte

Thema: an den Grenzen der Kommunikation und des Verständnisses im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum