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Diskutiere im Thema Vorurteile und Halbwissen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 142

    Vorurteile und Halbwissen

    Hallo Ihr Lieben,

    seit meiner Diagnose habe ich versucht, mit zwei Menschen ein Gespräch zum Thema AD(H)S zu führen. Ich habe festgestellt, dass ich zwar genau weiß, was ich gerne erklären und vermitteln will, dass ich aber einfach die passenden Worte nicht parat habe. Und vor allem, dass ich diese ganz klassischen unwissenden Einwände nicht so wirklich entkräften konnte.
    Das möchte ich ändern, ich will Antworten suchen mit den passenden Hintergrundinformationen, ich will vorbereitet sein auf interessierte Fragen aber eben auch auf diese leidigen Dummheiten. Ich verüble ja niemandem, dass er nichts darüber weiß, aber ich verüble dann doch mir selbst, dass ich als Betroffener nicht die passenden ntworten und Gegenargumente parat habe.
    Ich will mir das auch alles mal aufschreiben, vielleicht schreibe ich tatsächlich mal ein Buch. Einem Menschen konnte ich bisher wirklich gut nahebringen worum es geht und wie sich das alles auf mein ganzes bisheriges Leben ausgewirkt hat. Er hat ihn verstanden, meinen Brief, und war von ihm sehr berührt. Der Brief hatte 65 Seiten.

    Euch wollte ich bitten, ob Ihr einfach mal auflisten könntet, mit welchen Vorurteilen (mir fällt gerade kein besseres Wort ein) Ihr so konfrontiert wurdet in Eurem Umfeld.
    Ich meine solche Sachen wie

    - ich glaube nicht dass Du das hast, Du hast doch die Schule auch ganz normal geschafft und sogar studiert,
    - wer weiß obs das überhaupt gibt - früher gab es das doch auch nicht,
    - das ist doch eine Modediagnose, um eigene Macken oder Erziehungsdefizite zu rechtfertigen
    - jeder muss sich schließlich zusammenreißen um seinen Alltag geregelt zu bekommen
    - jedem fällt es schwer, sich auf etwas zu konzentrieren, das er langweilig findet,
    - die Kinder, die das haben sind doch einfach nur schlecht erzogen,
    - das alles sind doch Eigenschaften, die jeden irgendwie betreffen (Aufschieben, Verlieren, Vergessen, Schussligkeit, fehlende Strukturen, etc.)
    - Ritalin macht doch die Kinder zu Marionetten, normalerweise extrem wild und dann einfach nur ruhiggestellt,
    - und so weiter, da gibt es ja soooo viel.

    Ich würde solche Sachen gerne von Euch sammeln und in Ruhe passende Antworten mit entsprechenden Hintergrundinformationen finden.
    Weil ich auf alles was da kommen kann und sicher im Laufe des Lebens kommen wird, eine Antwort haben will.

    Also,- ich hoffe Ihr könnt mich mit ein paar Vorurteilen und Stammtischweisheiten bereichern, für meinen 'Vorurteil und passende Antworten Katalog'.

    Danke schonmal und allerliebste Grüße von

    Jule

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 1.031

    AW: Vorurteile und Halbwissen

    Huhu Jule,

    interessantes, aber auch trauriges thema.

    Schließe mich Deinen Aussagen erstmal an, was mir aber ganz spontan noch in den Kopf kam, war folgendes:

    " Aber wenn Du doch weißt, was in Deinem Leben/ an Deinem Verhalten falsch ist, dann korrigiert man das doch einfach, und schon ist es gut. mache ich auch so!"

    Dieser Satz hätte mich mal fast zu Platzen gebracht!!

    aber nicht genug:

    "Wir haben doch alle unsere Macken"
    "Mach Dir doch einfach nen Plan, und halte dich daran!"
    "Aus Dir wird so nichts im Leben..."
    " Du bist doch nur chronisch überfordert, das wird schon wieder besser irgendwann"
    "Du musst auch ohne Medikamente klar kommen, der Körper hat doch für alles gesorgt, was Du brauchst!"

    ...

    Ich höre an dieser Stelle besser auf, sonst kriege ich einen berechtigten Wutanfall.

    Schön das Du Dich damit auseinander setzt.

    Kriegen wir das Ergebnis zu sehen?

    LG Sally

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: Vorurteile und Halbwissen

    Hallo Jule,

    finde deinen Ansatz super. War erst kürzlich in dieser Situation, weil ich auf dem Gesundheitsmarkt am Stand der SHG Nürnberg war.

    Dort wurde ich plötzlich mit genau solchen Fragen konfrontiert, von Leuten, die über ADHS nur in der Presse gelesen oder gehört haben.

    Wie du schon schreibst, sind die Vorurteile sehr groß bzw. die (einfachen) Antworten schnell gefunden.

    Wie hast du dir es vorgestellt? Sollen wir zu jeder Aussage einen Antwortvorschlag machen?

    Meiner Erfahrung nach ist es erst mal wichtig, bei dem Gegenüber den bisherigen Kenntnisstand zu erfragen und darauf aufzubauen bzw. zu korrigieren.

    LG
    Erika

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 142

    AW: Vorurteile und Halbwissen

    Vielen vielen Dank Ihr beiden!

    ja, das wäre toll - gerne mit Antwortvorschlägen!

    Am besten einfach ohne viele Worte oder drumrum-Geschichten die ganz konkreten Aussagen auflisten und wenn ihr welche habt, passende Antwortvorschläge.

    In mir reift gerade wirklich ein großer Gedanke. Nachdem ich diesen 65 Seiten Brief geschrieben hatte und es mir darin auch gelungen ist, einer nahestehenden Person ganz viel verständlich zu machen, brodelt in mr grade wirklich die Idee, aus dieser Problematik ein Buch zu machen bzw. den Hauptteil eines Buches.
    Es gibt zwar nicht viel Literatur zum Thema Erwachsene mit AD(H)S, aber doch genug um sich leicht zu verzetteln oder nicht zu wissen wo man anfangen soll, wenn man jemand ist, der so gar keine Ahnung hat, jemand, dem gerade ein Freund erzählt hat, dass er ADS hat und der damit nichts anfangen kann oder die Problematik nicht ernst nimmt. Dann kommt dieses Halbwissen zutage, mit dem ich mich gerne auseinandersetzen würde, dem ich mich in Gesprächen gerne stellen würde und das ich eigentlich am allerliebsten schriftlich 'verteilen' würde. So dass genau die Leute, die mit ihrer gutgemeinten Unwissenheit dazu beitragen, dass diese 'Meinungen' auch so wahnsinnig verbreitet sind, das lesen könnten und danach dann einfach ein bisschen Bescheid wissen. Wenn jemand mit so einem statement aufwartet und man versucht daraufhin, sich zu erklären und echtes Wissen und Erfahrungen zu vermitteln, dann kommt ja meistens noch ein 'ja, aber' mit der nächsten Unwissenheit und wenn nicht kommt diese eben bei der nächsten Konfrontation.
    Ich hätte gerne all diese Einwände, so viele wie möglich, mögliche Antworten sind toll, und dann befasse ich mich mit den Hintergründen um nichts Falsches zu schreiben.

    Am Ende soll sowas wie 'die am meisten verbreiteten Irrtümer über AD(H)S' als Hauptteil meiner Buch-Vision dabei rauskommen.

    Ich habe nämlich beschlossen, aufgrund von ziemlicher Outgeburntheit, eine Auszeit von 2-3 Monaten zu nehmen. Hatte vor den Ferien eine volle Lehrerstelle und noch 3 Nebenjobs und hab immernoch das Gefühl, keine wirkliche Kraft mehr zu haben. Deswegen werde ich meine Arbeitslosigkeit über die Ferien hinweg ein wenig verlängern, aber weil ich auch nicht Nichts tun kann, möchte ich die Zeit nutzen, um dem Halbwissen den Kampf anzusagen. Mein eigentlicher Gegner ist dabei mein eigenes Halbwissen und daher ist die Motivation groß.

    Also ich bin gespannt,
    legt los,

    liebe Grüße,

    Jule

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 1.031

    AW: Vorurteile und Halbwissen

    Also ich beantworte solche Fragen oft auch mit einer Gegenfrage, wie z.B. Wie kommst Du denn darauf? Oder warum sollte dies oder jenes denn so sein, oder eben nicht so sein?

    Nehme mal unsere "Beispiele", und versuche mal antworten zu finden, die nicht nur typisch für mich wären, sondern auch einen gewissen Wahrheitsgehalt aufzeigen. Hier mein Entwurf, ich hoffe Dich bei Deinem Vorhaben unterstützen zu können. Bin gespannt auf das Ergebnis, und wenn ich Dir sonst irgendwie behilflich sein kann, lass es mich wissen!



    ich glaube nicht dass Du das hast, Du hast doch die Schule auch ganz normal geschafft und sogar studiert

    Gegenfrage:
    Wie kommst Du denn darauf, das ich die Schule "ganz normal geschafft" habe?
    Was ist denn für Dich normal? Steht AD(H)S für Dich im Zusammenhang damit, ob man intelligent ist bzw studieren kann?


    Antwort:
    Glücklicherweise entscheidet Dein Glaube nicht über den Wahrheitsgehalt meiner Diagnose!
    Die Schule habe ich geschafft, aber nur mit mehr Bemühungen und Anstrengungen, als es dem Durchschnitt erging.
    Ich habe viel geleistet dafür, und ich habe ganz besonders einen Grund dafür, auf mich stolz zu sein, gerade weil ich mit AD(H)S die Schule geschafft habe!



    wer weiß obs das überhaupt gibt - früher gab es das doch auch nicht


    Gegenfrage:
    Woher willst Du denn wissen, das es das früher nicht gegeben hat? (Früher gab es auch noch kein Krebs, bis man ihn entdeckt hat. Die Leute sind also früher nicht ausschließlich an Altersschwäche gestorben, sondern auch, an bis dato unentdeckten und unbekannten krebserkrankungen!)

    Antwort:
    Studien von rennomierten Fachleuten belegen eindeutig, das es diese Diagnose gibt.
    Die Störung wurde erforscht, und die Wirkungen der Arzneimittel waren erfolgreich. Irgendwann beginnt immer ein neues Zeitalter, in dem auch zukünftig weiter Erkrankungen und Störungen beschrieben werden.
    Das es AD(H)S nicht geben soll, entsteht leider genau durch solch unwissende Menschen wie Du - nicht durch Kritiker- durch Unwissende Skeptiker.




    das ist doch eine Modediagnose, um eigene Macken oder Erziehungsdefizite zu rechtfertigen

    Gegenfrage:
    Was ist für Dich eine Modediagnose, und wodurch unterscheidet sie sich im Allgemeinen von anderen neuen erkrankungen und Störungen?
    Welchen Grund sollte es geben, um sich für Macken und Erziehungsdefizite zu rechtfertigen?



    Antwort:
    Ja, es handelt sich um eine relativ neu beschriebene Erkrankung bzw Aufmerksamkeitsstörung.
    Erziehungsdefizite treten allerdings erst durch Menschen auf, die diese Erkrankung bzw Störung weder erkennen, noch verstehen wollen.
    Macken ist in diesem Fall ein abwertender Begriff - nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für ratlose Eltern. Zudem gehört es zum guten Charakter, individuell und authentisch zu sein, wenn dies für Dich eine Macke darstellt, dann liegt der Krankheitswert eindeutig auf Deiner Seite!



    jeder muss sich schließlich zusammenreißen um seinen Alltag geregelt zu bekommen

    Gegenfrage:
    Wer legt fest, das es alle müssen?
    Wer legt fest, das man sich dafür zusammenreißen muss?
    Was ist überhaupt zusammenreißen?? Mach mal vor!



    Antwort:
    Es ist traurig, das Du es so siehst. In der heutigen Gesellschafft fällt es vielen Menschen wirklich schwer, allen Anforderungen zu bestehen.
    Was für Dich ohne diese Störung als schwierig erscheint, ist für viele Betroffene fast ein unerreichbares Ziel. Umso mehr sollte jeder wertschätzen, unter welchen jeweiligen Bedingungen jeder einzelne Mensch sein Leben meistert.



    jedem fällt es schwer, sich auf etwas zu konzentrieren, das er langweilig findet
    +
    das alles sind doch Eigenschaften, die jeden irgendwie betreffen (Aufschieben, Verlieren, Vergessen, Schussligkeit, fehlende Strukturen, etc.)



    Gegenfrage:
    Woher weißt Du das, hast Du schon mit allen Menschen gesprochen?



    Antwort:
    Wie schwer einem menschen das Bewältigen von unliebsamen Aufgaben fällt, liegt immer im subjektiven Empfinden des Einzelnen.
    Ein Fingerbruch wäre für Dich vielleicht nur eine kleine, vorrübergehende Einschränkung, aber für einen Pianisten kann sie den Verlust der Existenz bedeuten.
    Daher finde ich Verallgemeinern keine gute Strategie, um sein Unwissen zu verstecken. Daher ist das Ausmaß des subjektiven Einschränkungsgefühl ausschlaggebend dafür, inwieweit ein Mensch darunter leidet und etwas als störend empfindet.
    Wenn dies auch noch Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens und Miteinander hat, so sind diese für Dich banalen Dinge im höhsten Maße einschränkend und belastend!




    Ritalin macht doch die Kinder zu Marionetten, normalerweise extrem wild und dann einfach nur ruhiggestellt


    Gegenfrage:
    Weißt Du überhaupt was Ritalin ist, und wie es im Körper wirkt?



    Antwort:
    Ritalin bzw Methylphenidat hemmt die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin in den Präsynapsen und erhöht so deren Konzentration im synaptischen Spalt.
    Ist also somit kein Medikament zum Ruhigstellen, sondern im Gegenteil, sogar ein "Aufputschmittel".
    Kinder mit Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen sind in ihrer psychischen Entwicklung, schulischen und beruflichen Bildung sowie sozialen Integration gefährdet. Übermäßige motorische Unruhe, gestörte Aufmerksamkeit, Impulsivität und leichte Erregbarkeit erschweren die Lebensführung, so daß der Leidensdruck groß ist.
    Ritalin kann in diesem Zusammenhang die Aufmerksamkeit erhöhen, und die Einschränkungen der Kinder (Ablenkbarkeit, Unruhe usw) lindern.
    Die Gesellschaft macht somit die Kinder zu "Marionetten", nicht das Ritalin.




    Du musst auch ohne Medikamente klar kommen, der Körper hat doch für alles gesorgt, was Du brauchst!



    Gegenfrage:
    Na wenn das so ist, bräuchten wir keine Medikamente, keine Organ- und Blutspenden und schon gar keine Ärzte. Richtig?


    Antwort:
    Der Körper sorgt immer, so gut wie es ihm möglich ist für alle Lebensnotwendigen Vorgänge.
    Es gibt eben auch Erkrankungen bzw Störungen, die ein Eingreifen von Außen benötigen. Das Wichtigste sollte immer das Wohlbefinden jedes Einzelnen sein.
    Der Aufbau unseres Körpers und der Gene unterliegen einer nahezu perfekten Vorstellung. Aber eben nur nahezu! Und selbst wenn ein körper medizinisch gesehen "perfekt" funktioniert, so kann das subjektive Empfinden ein völlig anderes sein, welches unbedingt einer Unterstützung, wie es z.b und u.a. durch Medikamente der Fall ist, bedarf.


    So ich hoffe, das ich Dir damit eine kleine Hilfe sein kann. Meine Gegenfragen sind bewusst etwas provokannt gestellt, denn so gehe ich auf die menschen zu, die mir solche Fragen stellen

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Vorurteile und Halbwissen

    Ist das ein Früchten, die Sally.

    So ein ungezogenes, vorlautes, freches, Nutella mit dem Löffel fressendes Kind.


    @ Jule

    Also, ich hätte jetzt gedacht, Normalos großspurig umfahren.

    Aber nachdem Sally das so toll erklärt hat, bin ich mir nicht mehr so sicher.

    Das ist gut, wie die das macht.

    Dass Du Dein Burnout mit einem Buchprojekt entlasten willst, ist interessant. Aber glaub wieder eine typische ADS-Idee. Ausruhen wär besser, wenn´s gehen täte.

    Ja, mein eigenes Halbwissen ist noch beträchtlich. Muss sich noch ändern.

    Manches will ich schon gar nimmer so genau wissen.


  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 1.031

    AW: Vorurteile und Halbwissen

    Hey Eisi, war mir nicht sicher, ob ich mich wirklich "bedanken" soll bei Deinem Beitrag, wegen dem Nutella Kind..... aber wir wissen ja was gemeint ist

    Ojeee, jetzt habe ich einen Ruf hier weg, wa....

    Aber dann... so ein nettes Kompliment....von einem Journalisten..... Uuuuuhhhh, det hat me glatt omgehaue

    Könntest Du das bitte noch etwas genauer erläutern... ähäääm...

    LG Sally

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 142

    AW: Vorurteile und Halbwissen

    ... wollte das hier nur mal hochschieben und weiter ankurbeln -

    warte noch auf weitere Vorurteile und AD(H)S-Irrtümer von all den anderen Chaoten!

    Dangeschööööön und Julegruß

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: Vorurteile und Halbwissen

    @Sally,

    ich versteh sehr gut, dass du da gerne provokativ antwortest (Impulssteuerung).

    Leider musste ich feststellen, dass wenn man überhaupt Verständnis und eine gewisse Bereitschaft über das Thema zu diskutieren, erwarten will, sehr sehr behutsam vorgehen muss.
    Das vorherrschende Wissen ist ja nur sehr gering bzw. von der Presse sehr einseitig gesteuert.

    Besser ist es, Vergleiche zu ziehen. Versucht man beim Gegenüber auf eine ehr "wissenschaftliche" Schiene zu kommen (genetische Disposition, Unterschiede im Stoffwechsel oder auch andere Verarbeitung von Informationen) klappt das viel besser.

    Keiner würde auf die Idee kommen, jemandem mit Diabetis das Insulin zu verwehren. Ebenso wenig würde jemand von einem Gehbehinderten einen 100m Sprint erwarten. Oder einem Kurzsichtigen die Brille wegnehmen und verlangen, dass er normal sehen kann.

    Dies sind sicher nur sehr unzulängliche Erklärungsversuche, ermöglichen es aber, dem Gegenüber eine andere Betrachtungsweise zuzulassen.

    Es erscheint z. B. ganz vielen logisch, wenn man von sich berichtet, dass man ein sehr feines Gehör hat und dadurch durch extremen Lärm gestresst wird. Dass dies zu einer Überreizung führen kann, ist dann für viele nachvollziehbar.

    Ich denke mal, es würde vieles einfacher, wenn man nicht einfach "ADHS" als "Marke" nennen würde, sondern die vielen verschiedenen Teilbereiche erst mal erklären würde. Dass das ganze zusammen ein ADHS ergeben kann, ist dann erst die Folgerung.

    Ich befasse mich nun schon sehr lange mit dem Thema und auch ich muss gestehen, das mir eine Erklärung von Seiten der Ursachen her ehr schwer fällt (soweit diese überhaupt schon abschließend bekannt sind). Wie kann ich dann von Menschen erwarten, die nur aus irgendwelchen Sendungen und Zeitungsartikeln oberflächlich informiert sind, das zu verstehen? Noch dazu, wenn eine solche Erklärung plötzlich ganz viele Probleme erklären soll?

    Eine Erklärung über die Wirkunsweise von Medikamenten halte ich deshalb ebenso für sehr schwierig. Können doch manche Mediziner schon nicht verstehen, dass gewisse Medikamente bei ADHSlern anders wirken.

    Das soll jetzt nicht heißen, dass man gewisse Sachverhalte nicht schlüssig darstellen kann, wollte nur zum Ausdruck bringen, dass mit einem "Kopf durch die Wand"-Prinzip nichts gewonnen ist, sondern ehr das Gegenteil eintritt.

    @Jule

    Jetzt bin ich leider ganz davon weg gekommen, dir ein paar Aussagen aufzuschreiben....

    Also versuch ich demnächst....

    Erika

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 1.031

    AW: Vorurteile und Halbwissen

    @ Erika:

    Ich habe nur irgendwann keine Geduld mehr, denn das ist ein Kampf gegen Windmühlen...

    Wenn ich von etwas keine Ahnung habe, dann informiere ich mich zuerst, bevor ich anderen verletzende Vorurteile an den Kopf werfe. Ich glaube nicht gern alles, was so "erzählt wird", und versuche mich bei unabhängigen Quellen zu informieren. Schade das dies nicht mehr Menschen machen. Es klappt bei mir auch nicht immer, oder eine Quelle war doch nicht so zuverlässig wie Gedacht.

    Gegenfragen finde ich da sehr gut, so merkt das gegenüber, das es nur oberflächliche Aussagen weiter getratscht hat, ohne sich zu informieren.

    Bin manchmal auch schon soweit, das ich gar nichts mehr erklären möchte. Aber Menschen die noch nicht so ganz Wissens-resistent sind, da macht es widerum auch Spaß etwas zu erklären oder einen Einblick von meiner Erlebniswelt zu geben.

    LG Sally

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