Hallo bricklayer, ich hoffe du hast deinen Geburtstag überstanden und deine Laune ist gut. Das Thema hat mich zum Nachdenken angeregt und ehrlich gesagt, etwas schockiert, weil die Jüngeren so desillusioniert darüber schreiben. Bei mir zu Hause gab es keine ausgeprägte Geburtstagskultur. Wir waren sehr viele und hatten einen Bauernhof, je nach Jahreszeit war da einfach keine Zeit zum Feiern. Bei meinem Mann war das anders, obwohl er noch mehr Geschwister hat. Ich habe mich allmählich daran gewöhnt und ich freue mich darauf, mit meiner Familie zu feiern, - wenn er auf's Wochenende fällt, auch Leute einzuladen oder mal nur mit meiner Besten Freundin einen Film anzuschauen oder, wenn ich Lust habe, mich in meinem Chor besingen zu lassen. Eigentlich will ich auch nicht im Mittelpunkt stehen, aber ich habe gelernt, dass es mir und meinen Lieben gut tut, wenn ich mich mal feiern lasse und dass ich es aushalten kann.

Bis zum Tod meiner Mutter war mir ihr Anruf früh am Morgen immer am wichtigsten, sie gab mir immer wieder das Gefühl, dass sie mich gerne geboren und aufgezogen hat (sie hat auch die Sache mit dem ADHS verstanden, weil sie wohl größere Schwierigkeiten als Kind hatte und wunderbar auf uns eingegangen ist.) und dassich ihr ganz wichtig bin. In meiner Herkunftsfamilie hat man sich nicht täglich versichert, wie lieb man sich hat.

Als ADHS-ler ist man immer auf der Hut, aber ich trage immer die "50 Tipps für den Umgang mit Erwachsenen-ADHS" von Hallowell/Ratey aus dem Buch "Driven to distraction" auf Kärtchen mit mir rum und gerade für den Umgang mit Geburtstag sind die Tipps Nr. 46 und 47 sehr hilfreich. Ich wünsche allen, die demnächst Geburtstag haben, dass sie sich darauf freuen können. Gute Nacht! P.S. Gleiches gilt auch für so schreckliche Feiertage wie Weihnachten und Silvester!