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Diskutiere im Thema An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von ADHS? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 16

    An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von ADHS?

    Hallo Leute,

    da ich mich selbst erst im Sommer 2011 selbst diagnostizieren ließ (Eigendiagnostiker soll heißen: man selbst hatte den Verdacht und ging dann zum Arzt) laufe ich noch recht frisch mit der Erkenntnis umher. Parallel wirklich mitbekommen hat von der Diagnose nur meine Freundin, ansonsten hab ich darüber nicht gesprochen.
    Mit dem Erhalt der Diagnose stellt sich nun die Frage, wem erzähle ich davon? Wieviel sollte er/sie wissen? Und warum möchte ich überhaupt das Leute dies wissen? Bzw. möchte ich vielleicht eigentlich nicht, dass Menschen aus meinem Umfeld davon erfahren?


    Mein Standpunkt ist zur Zeit dieser:
    die enge Familie (Eltern, Geschwister, ich glaube auch Schwiegereltern) wissen davon, ein paar Freunden hab ich es erzählt. Viele Freunde wissen sonst nix von mir und prinzipiell halte ich Stillschweigen über meine Person in der Öffentlichkeit, bei der Arbeit und wo ich sonst noch Leuten begegne.
    Nicht jeder Person, der ich zu Beginn euphorisch davon erzählt habe würde ich es erneut erzählen.

    Mein Grund für das Schweigen ist folgender: viele Menschen haben von der Thematik keine oder nur wenig Ahnung (was ihnen nicht vorzuwerfen ist, denn ich weiß von Dingen die andere Menschen betreffen auch nicht viel) und ich glaube, dass sie sich ein Bild von mir machen würden, dass ich so nicht haben möchte. Denn meiner Meinung nach halten die meisten Leute das ADHS für eine Krankheit, ohne die vielen tollen Seiten zu sehen. Da ich nicht als jammernder kranker Mensch auftreten will, halte ich eben meinen Mund.
    Trotzdem hätte ich es gerne, dass sich gerade Menschen in meinem freundschaftlichen Umfeld mit der Thematik auseinandersetzen würden, da es sicherlich zu einem besseren Verständnis in der Freundschaft kommen könnte.
    Nun renne ich aber auch nicht rum und verteile Bücher die es zu lesen gilt, das wäre ja zu aufdringlich. Aber wenn es jemanden meiner Freunde interessiert, würde ich mich freuen darüber zu reden und Wissen auszutauschen. Ich rede schon gerne über das ADHS, zur Zeit aber hauptsächlich mit der Ärztin und hier im Forum.


    Wie geht es euch, falls ihr als Spätdiagnostizierte die Möglichkeit habt, es geheim zu halten?
    Wie geht es denen, die in der Kindheit diagnostiziert wurden und über die es vermutlich schnell allgemein bekannt gemacht wurde? Hättet ihr lieber Unwissen über eure Person?


    Gruß, Kris

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 54

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    Hallo Kris!

    Ich war zwar (noch) nicht beim Arzt, aber Gedanken habe ich mir schon über Dein Thema gemacht.

    Ich halte es ähnlich wie Du. Wobei ich da etwas differenzieren muss. Meinem Partner habe ich das erzählt, und mit ihm Unterhalte ich mich auch hauptsächlich darüber.

    Meiner Mutter habe ich meine Vermutung auch erzählt, was zu interessanten Unterhaltungen über die Familiengeschichte führte.

    Meiner Schwester kann ich das erst erzählen, wenn ich eine "offizielle" Diagnose habe, am besten mit Brief und Siegel, weil sie sonst sehr wahrscheinlich wieder auf ihre Schiene käme "Du willst Dich ja nur interessant machen, in den Vordergrund spielen".

    Meinem Vater werde ich das wahrscheinlich gar nicht erzählen. Muss ich mir noch überlegen, da er auch der meinung ist, einen Therapeuten braucht nur, wer verrückt ist......... muss ich nochmal sehen ob ich mir das antue - notwendig wäre es nicht, da mein Vater mich schon immer so geliebt hat wie ich bin, und mich auch bedingungslos unterstützt und akzeptiert hat. (Ich bin halt die kleine Aufgedrehte, Wilde ). Aber ich komme vom Thema ab.....

    Meinen Freunden und Bekannten werde ich es nicht erzählen!! Hauptsächlich aus dem Grund den Du genannt hast. Sonst wird man später immer vorgestellt: "Und das ist...., sie hat ADHS". (Schon erlebt bei einem ehemaligen Arbeitskollegen....). Wobei ich immer auch die Befürchtung habe, dass ich dann nicht in die Schublade "die ist krank" komme, sondern eher in die "die hat ne offizielle Schacke"......)

    Was ich aber jetzt schon mache: Durch meine Vermutung und meine Auseinandersetzung mit der Thematik lerne ich mich beser kennen. Das bedeutet, das ich meinen Freunden oder Bekannten deutlicher sagen kann, was ich gerade fühle/denke/wie es mir grad geht. Situationsabhängig eben. zB "Ja, ich bin sehr unruhig/hibbelig/ungeduldig". Einfach um in dem Moment ein bestimmtes Verhalten von mir zu erklären.

    Ob es so funktioniert kann ich noch nicht sagen, da fehlen mir die Langzeitergebnisse

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 470

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    Hm. Ich werde eh oft wenn ich mit Leuten länger sozial interagiere früher oder später gefragt, in welcher Form ich einen am Sträusschen habe. Dann freu' ich mich, dass man sich für mich zu interessieren scheint und erzähle auch gerne vom ADHS-Verdacht.

    Meistens hat das dann den Effekt, dass Leute meine Aussagen und Handlungen besser einordnen können, sich nicht mehr so überrumpelt fühlen und bei den so richtig weit hergeholten Gedankensprüngen nicht mehr krampfhaft versuchen mir zu folgen, sondern entweder mit den Schultern zucken und versuchen später wieder einzusteigen oder aber sich trauen nachzufragen.

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    Ich bin nun kein "Eigendiagnostiker" aber es gab zwei Diagnosen: als Kind, damals aber als "minimale Zerebrale Dysfunktion" und fast 40 Jahre später als ADHS ... da also keine Probleme.

    Ich halte es wie Kris: es geht keinen was an warum ich manchmal etwas schräg bin.

    Allerdings misch ich bei Debatten ordentlich mit. Sollte also das Thema ADHS auf den Tisch kommen wird aufgeklärt - aber nie mit dem Satz "Ich hab's auch".

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    nein - ich bin wie ich bin - und man kennt mich nicht anders. also für andere bin ich mit meiner
    art eigentlich ganz normal. mein standardspruch, lasst mich so wie ich es kann - ich mach das schon -
    und neu dazu, sorry, ich kann es so nicht - ich mach es anders. es fällt mir schwer, ordnung zu halten.
    in dem sinne erkläre ich nicht, das ich adhs habe - sondern mehr die situation. shoppen, sorry, das ist
    nicht so mein ding - mich macht es fix und fertig.

    die familienangehörige, kennen mich ja auch nur so - sie wissen "grob" bescheid,
    es ist ja mein ich, mein innerstens - und das, was ich aussen preis gebe, bestimme ich.

    thema wurde das ganze weil ich ja nicht unbemerkt zur therapie gehen konnte.
    (musste die kleinkinder ja irgendwie gut behütet wissen)

    also ich bin auch jemand, der selbst den verdacht hatte, zum ha (der das ganze adhs thema, sowieso als charaterzug
    interpretierte) .... doch konnte ich ihn "überreden" mich weiterzuleiten... zur kondition, ich solle einen adhs-spezialisten
    ausfindig machen.... (na ja, ich schweife aus)

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 7

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    Ich war schon acht Jahre in psychologischer und psychiatrischer Behandlung, bevor ich mit 20 die Diagnose ADHS bekommen habe. Es war für mich schon recht seltsam, dass es erst so spät diagnostiziert wurde. Damals hat man mein Gedankenmüsli wahrscheinlich eher auf die Depressionen etc. geschoben *kopfkratz* .

    Ich habs zunächst nur meinen Eltern erzählt und tue mich auch heute noch sehr schwer damit, anderen zu "beichten", was bei mir los ist; man will als junger Mensch ja in das Schema "cool, dynamisch und total gesund" passen. Ich gehe damit definitiv nicht hausieren, aber Freunden erzähle ich schon davon, wenn es sich ergibt.

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    Ich habe die unterschiedlichsten Erfahrungen mit den Reaktionen meines Umfeldes gemacht-leider kann ich das Thema kaum verheimlichen, weil ich oft so überdreht und hibbelig bin, dass ich von anderen darauf angesprochen werde. Ich versuche es meistens zu umschreiben,das Wort ADHS nicht zu erwähnen,da man eben in eine Schublade gesteckt wird, so ätzend das ist.

    Trotzdem wissen es mittlerweile die meisten Freunde und Bekannte, weil ich noch nie groß was für mich behalten konnte. Und auch nicht einsehe immer vorzutäuschen wie gut mir alles gelingt.... Aber vor Ärzten (bis auf den Psychiater natürlich) halte ich es mittlerweile geheim, weil sie bei dem Wort MPH direkt an Drogen denken und mich schräg angucken-eigentlich noch schlimmer als andere Personen.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    Wie ich schon häufig hier geschrieben habe: man sieht es dir nicht an, solange Du nicht im Supermarkt auf die Regale kletterst. :´)

    Somit stellt sich die Frage: Was muss man wem genau sagen? Ich habe meinen Freunden (und auch meinen Projektleitern)
    immer fair erklärt, warum ich an einigen Tagen keine Lust habe etwas zu machen. Das reicht den meisten Leuten. Wenn jemand
    genauer fragen stellt, antworte ich genau so viel wie gefragt wird - und keinen Zentimeter mehr. Meist ist es einfach nur Neugierde,
    da habe ich bisher keine große Ablehnung erlebt. Wieso auch: das ist so verbreitet, da hat eher jeder eine Geschichte zu erzählen.

    Meine Kurzfassung lautet häufig: ich habe eine andere Konfiguration im Hirn, wahrscheinlich ist da Genetisch was verkümmert/nicht
    vorhanden und diese erfordert einen anderen Lebenstil. Meinen besten Freunden habe ich erklärt was genau mit mir los ist. Die haben
    es aber meist mit einem "Aha" oder Schulterzucken abgetan oder fragen mich gelegentlich wie es mir "da oben" so geht.

    War schon immer etwas seltsam, somit ist das wohl keine Überraschung als "Spätdiagnostizierter".

    Seltener, aber immer wieder erlebe ich, dass die Leute meinen dass alle "Hirnprobleme" irgendwie zusammen hängen. Dann muss
    ich schon mal Geschichten von der Oma mit Alzheimer oder dem Papa der alles vergisst "ertragen". Aber das ist eben einer der
    Preise den man zahlen muss, wenn man offen damit umgeht.

    Schlimm wird es bei denen sein, die das nach Außen tragen, die mit dem H in ADHS. Da gibt es kaum eine Möglichkeit es nicht
    erzählen zu können warum man im Supermarkt auf die Regale klettert oder leicht wütend wird. Wenn es niemand wissen will,
    kriegt er von mir auch keine fünf Bücher geschenkt. Wieso auch. Die haben ihre eigenen Sorgen.

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257
    *lol* ich hab ein fettes H und kletter auch nicht auf Regale.

    Nein, das H sorgt etwa dafür dass ich immer aufpassen muss, Leute nicht zuzutexten. Das kommt unhöflich. Oder dass ich beim Sport mein Alter vergesse. Das ist gefährlich. Oder dass ich viiiiel zu schnell fahre. Oder dass mein Blutdruck zu hoch ist - wegen innern Stress ... dass ich beim Einkaufen quengel...

    Nach außen bin ich halt ein aktiver, etwas hibbeliger, sprunghafter Mensch...

    Da kommt keiner auf Verdrahtungsfehler im Hirn.

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    @basalt
    ich habe das h drinnen, doch nach aussen konnte ich es immer "irgendwie" unterdrücken.
    ehrlich, mir wäre lieber ich hätte es mehr raus lassen können - das unterdrücken
    macht einen krank. wenn man es zu lange überspielt, macht es einen wahnsinnig -
    bevor ich auf den regalen rumturne - verlasse ich die situation.

    - je nach dem, von der "schlaftablette" zum "tornado", also man kann mich nicht
    einordnen. ich vergleiche es gerne mit einem motor, das nur vollgas oder stillstand kennt - irgendwie
    hat man die gangschaltung vergessen.

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