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Diskutiere im Thema An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von ADHS? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    Smile schreibt:
    von der "schlaftablette" zum "tornado"
    Kurzer OffTopic: priiima - genau so ist das ... ich habe zwar mittlerweile mit der Medikation eine "Schaltungsprothese" gefunden, aber ich weiß genau, was du meinst ...

    Zum Thema:
    Vor der Diagnose hatte ich eigentlich die meisten Probleme, überhaupt von einem Nichtfacharzt ernst genommen zu werden (wenn ich meinen Verdacht geäußert habe), überhaupt erst mal einen Facharzt zu finden und entsprechend weiter geleitet zu werden ...

    Wenn ich nach der Diagnose tatsächlich den Schritt gewagt habe, mich mit der Diagnose "zu outen", habe ich hauptsächlich positive Erfahrungen gemacht. Die häufigste Reaktion war im Privaten oder bei einer Dozentin ein mit Erkenntnis erhelltes Gesicht: "Ahhhh - jetzt kapier ich endlich, was bei dir los ist ... ich habe mich schon ständig gefragt 'WAS macht die Frau da eigentlich???"
    Irritiert sind die Leute "zur Zeit" (seit ca 4 Jahren) von der Tatsache, dass ich rödel und arbeite und mache und tue, aber vor allem meine MA-Arbeit nicht eingetütet bekomme .

    Manche sind auch regelrecht schockiert, wenn sie sich auf meine Erklärungen einlassen und dann anfangen, das ganze Ausmaß der Diagnose zu begreifen ...

    Aber ich sortiere es sehr vorsichtig, wem ich etwas erzähle und wann ich etwas erzähle! Ich versuche zu erkennen, wann jemand mich in eine "Real-Life-Troll-Diskussion" ziehen will (damit meine ich Leute, die nicht wirklich Interesse an neuem Wissen und einer konstruktiven Diskussion haben, sondern nur Bock auf ein uneffektives Streitgespräch haben ...).

    Für diese von vorne herein zum Scheitern programmierten Sprachmüllfights habe ich einfach keine Kraft, persönlichen Verletzungen durch dumme, anmaßende und angreifende Reaktionen versuche ich nach Möglichkeit auszuweichen ...
    "jajaja, ich habe auch schon mal was vergessen, deswegen schmeiße ich aber nicht gleich Psychopillen ein" ...
    "ach, ist doch eh alles eine Werbekampagne der Pharmafirmen ..."
    "ach, du ruhst dich doch blos auf der Diagnose aus - reiß dich einfach mal zusammen und strukturier dich mal einfach ..."

    na ja, ihr kennt ja wahrscheinlich diese und noch mehr Reaktionen ...

    ... meine schrägen Ideen ( zum Beispiel das auch-mal-im-Kaufhaus-ins-Regal-klettern, wenn ich an die oberste Auslage nicht heranreiche (habe ich tatsächlich gemacht ), oder das manchmal aufgedrehte Dauergequatsche hat wohl weniger Fragen aufgeworfen - da werde ich halt genommen, wie ich bin, oder es gibt offene Antipathien, mit denen ich klar komme (den Antysympathen kann ich meistens selber nicht auf's Fell schauen ;-) ).

    Ich bin auch, nach anfänglichen Hemmnissen, damals zur Behindertenvertretung des aStA (allgemeiner Studierenden Ausschuß, ) gegangen: es ging um einen Nachteilsausgleich, damit ich aufgrund der Diagnose über eine gewisse Frist hinaus BAföG bekommen konnte. Beim aStA waren sie total offen und haben mir prima bei der Erstellung eines entsprechenden Schreibens geholfen.

    Nicht getraut habe ich mich: Für Klausuren einen Erschwernisausgleich zu beantragen (Für Klausuren beispielsweise mehr Zeit zu bekommen oder Klausuren grundsätzlich in einem Einzelraum alleine nachreiben zu dürfen ...) - darüber, dass ich diese Angsthürde nicht überwunden habe, ärgere ich mich noch heute ... ich bin sicher, dass das Einiges erleichtert und für eine kürzere Studienzeit gesorgt hätte

    Zur Zeit überlege ich ernsthaft, ob eine Anerkennung als Behinderung durch die Diagnose angestrebt werden sollte ... ich will ja nicht gleich 'nen Parkplatz (bekäme ich eh nicht, weil ich kein appes Bein habe ;-) ) ... aber vielleicht könnten man dadurch doch wichtige Hilfeleistungen bekommen?
    Geändert von habitbreaker (31.03.2012 um 10:51 Uhr)

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 113

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    Da ich ein besonders fettes "H" habe, kann ich das ohnehin nicht verbergen. Aber selbst wenn ichs verheimlichen könnte, würde ich wohl dazu stehen. Das ist nunmal mein Naturell.

  3. #13
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.101

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    Ich hab zwar noch keine Diagnose aber ich habe es auch erzählt und zwar natürlich meinen Mann, meiner Familie meiner besten freundin und meinen Arbeitskollegen. Meinen Arbeitskollegen deswegen weil sie aufgrund ihrer Tätigkeit damit kein Problem haben dürften (Erzoieherinnen). Einige haben interessiert nachgefragt mit der ich besonders eng zusammen arbeite, weil wir die selbe Kindergartengruppe leiten habe ich zwar ab und an Diskussionen weil ihr Sohn als Kind auch ADHS diagnostiziert bekommen hat udn sie sich gegen Medis entschieden hatte und ich bei meinen Sohn ja den medikamenten zustimme, muss aber auch sagen ihr Sohn ist schon 30 Jahre alt und da hat sich ja auch einiges getan. Aber das betrifft halt nicht mich. Ob ich, wenn ich diagnostiziert bin und dann eventuell auch Medis nehme, ihr von den Medis weis ich noch nicht. Aber ich hab bisher immer verständnis oder Interesse entgegengebracht bekommen. Interesse in so fern dass sie fragten was das für Auswirkungen hat. Da ich mich ja sehr gut informiert habe und ich mich auch selber am besten kenne, kann ich da natürlich "Aufklärungsarbeit" leisten.
    Über meine Vergesslichkeit schmunzeln sie über meine Kreativität stauenen sie und profitieren auch davon.

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 161

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    Seit ich die offizielle Diagnose habe, gehe ich offen mit meinem AD(H)S um. Mit meiner Offenheit habe ich sehr gute Erfahrung gemacht, zumal dies die einzige Möglichkeit ist, mit den dummen Vorurteilen und dem Halbwissen in den Köpfen der Leute aufzuräumen. Viele Menschen sind wirklich sehr interessiert, vor allem, wenn sie erfahren, daß AD(H)S keine Kinderkrankheit ist.

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 7

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    Das H hat sich bei mir komischerweise erst später deutlich bemerkbar gemacht; vllt. liegt das teilweise an der aufputschenden Wirkung von Methylphenidat (?). Als Kind war ich eher der Tagträumer-Typ.
    Ich frage mich nur, warum ich erst mit 20, nach acht Jahren psychologischer und psychiatrischer Behandlung, die Diagnose ADHS bekommen habe. Wäre von selbst nicht darauf gekommen.

  6. #16
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    warum ich erst mit 20, nach acht Jahren psychologischer und psychiatrischer Behandlung,
    mir fallen spontan drei Stolpersteine für die Diagnostik ein:
    1. Die unterschiedlichste Symptomatik
    2. Die immer noch bestehende Unwissenheit vieler Ärzte
    3. Die manchmal fehlenden Informationen durch die Familie/Eltern und durch den Patienten selber


    Anmerkung zu 3.: Vieles von dem, was man nicht durch Bluttests, EKG oder dergleichen feststellen kann, muss in Form von mündlicher Information beim Diagnostiker landen ... Patienten und Angehörige wissen vielleicht nicht, welche Informationen noch wichtig sind. Natürlich gibt es nicht zuletzt deshalb die Berge von Fragebögen bei der ADHS-Diagnose ... aber die funktionieren ja auch nur so gut, wie sie gerade ausgefüllt werden ...

    Am Ende gibt es zig Variablen, die Ärzte vielleicht in die Irre leiten können ...

    Hast du denn mal bei den jeweiligen Ärzten nachgefragt, warum sie die Diagnose nicht gestellt haben??

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 117

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    Hi,

    ich halte es auch so, dass ich meinen engen Freunden davon erzähle und meiner Familie (bzw, auch da hab ich es nur ausgewählten Leuten erzählt). Von vielen hab ich ein "Du? ADS? nie im Leben" bekommen. Mein "H" ist nur sehr gering ausgeprägt, bzw. wird nur bei großem Stress sichtbar. Danach habe ich mal ein paar Symptome aufgezählt, die zu vor allem zu dem nicht-H-Typ gehören und alle haben dann gesagt, ja also das trifft dich doch recht genau.
    Das Problem sehe ich vor allem in der doch sehr oberflächlich informierten Gesellschaft. Man läuft viel zu sehr Gefahr, in eine Schublade gesteckt zu werden und viele halten die Aussage "Ich hab ADS" eh nur für eine Ausrede für die Schlamperei und Vergesslichkeit. Das muss ich mir einfach nicht geben. Bei meiner Arbeit geht das deswegen erstmal niemanden was an, obwohl ich auf eine direkte Frage wahrscheinlich nicht lügen würde. Wer direkt fragt, kennt die Symptome wahrscheinlich recht gut, ist also schonmal vorinformiert.
    Da ich aber auch so ein Plappermäulchen bin, juckt es mich immer wieder, es trotzdem allen zu erzählen. Zum Glück kann ich mich bisher fast immer noch bremsen. Gerade kurz nach der Diagnose war ich fast happy, dass ich wusste, wa mit mir los ist und da wollte ich auch sofort allen davon erzählen. Jetzt denke ich, gut, dass ich es habe bleiben lassen.

    mit den dummen Vorurteilen und dem Halbwissen in den Köpfen der Leute aufzuräumen
    Da gebe ich dir recht, aber im Moment habe ich noch viel zu sehr mit den Symptomen zu kämpfen, als dass ich für eine weitere konstante Auseinandersetzung Kraft übrig hätte. Vielleicht in ein paar Monaten...

  8. #18
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 89

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    Zuerst dachte ich mein Sohn hat Asperger, dann dachte ich, ich habe es, dann habe ich für mich die Diagnose eingeholt: ADHS! Damit kann ich das Verhalten meines Sohnes widerum im einzelnen verstanden und etwas angemessener reagieren können. Er ist noch nicht diagonstiziert aber ich vermute es einfach auch.
    Unsere Beziehung hat sich durch mein Wissen über mich und ihn sehr verbessert.

    Ich habe meiner Diagnose natürlich gleich meiner Frau erzählt, weil auch wir immer wieder Reibungspunkte hatten aufgrund meiner Anderesartigkeit! Jetzt versteht sie mich etwas besser und ich kann sagen, dass geht nicht oder das muß jetzt sofort ... weil ich ADHS habe und bei Jacob ist das auch so!

    Auf der Arbeit habe ich es noch keinem erzählt, außer einer Kollegin die ein sehr großes H hat. Sie ahntes es bei mir auch schon. Aber auch hier hat sich mein Blick auf das was sie in den letzten Jahren so alles bei der Arbeit abgezogen hat verändert und relativiert.

    Ich werde es aber auf der Arbeit besonderes der Leitung gegebüber nur erwähnen, wenn ich das Gefühl habe jetzt mal was zu klären zu müssen um mich vor einer Kündigung (habe schon ne Abmahnung) zu schützen. Also halt um Verständnis zu werben! Ist schließlich ein Sozialpädagoischer Betrieb.

    Habe grade den Fall im Kindergarten unseres Sohnes erlebt, dass ein sehr beliebter Erzieher plötzlich gekünndig wurde, da er angeblick teamumfähig sein. Die Eltern waren sehr empört. Ich habe mich mit ihm mehr beschäfftigt und sehe als Erklärungsmodel auch beim ihm ADHS als "Verursacher" seiner teambelasstenem Verhaltensweisen. Dadurch haben sich Fronten aufgebaut und er mußte gehen. Wenn er frühzeitig selber von seinem ADHS gewust hätte und es damit im Team offen ungegangen wäre, hättes das Team und die Leitung vielleicht Wege gefunden! Dann hätte er jetzt noch seinen Job!

    Aufklärung auf allen Seiten hilft zum gegeseitigen verständnis! Und baut Vorurteile ab!

  9. #19
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    Wäre von selbst nicht darauf gekommen.

    Mich hat ein Vertretungsarzt "begutachtet", 20 Minuten lang ausgefragt und hat mir dann aus seiner Tasche ein 15€ Buch geschenkt das er zufällig dabei hatte.
    Zwei Therapeuten und ein Psychologe haben nichts finden können und meine Träumerei und Konzentrationslosigkeit als "sozial Induziert" abgetan.

    Als wenn mir ständig jemand vormacht wie er Tagträumt und ich habe es dann nachgemacht...klar.

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 33

    AW: An die "Eigendiagnostiker"/Spätdiagnostizierten: erzählt Ihr Freunden von AD

    also ich habs nur bestimmten Freunden erzählt und die sprechen, dass heute auch nicht an von daher gehe ich mal aus, dass sie es vergessen haben bzw. nicht beachten^^.

    Das "H" macht sich bei mir auf Partys und wenn Spaß angesagt ist bemerkbar.

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