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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #951
    Octoroo

    Gast

    AW: ADHS und Dissoziation

    @Fliegerlein @all

    Mal danke schoen fuer die Beitraege, schoener Lesestoff, das meine ich ganz ehrlich


    Fliegerlein schreibt:
    Sorry wenn ich mich einmische:
    LOL, du kannst Dich gerne einmischen


    Das konnte ich aus Pilzis Posting nicht herauslesen.
    Wir alle lesen doch nur Situationen und versuchen sie zuzuordnen bzw. zu erklären.
    Das man dann das ein oder andere einer ADHS nicht zuordnen kann, bedeutet ja nicht gleich eine Infragestellung der Diagnose.
    Schon klar, und ich habe von den EINEN Symptom gesprochen (was leider so akut ist) was NICHT ADHS ist.
    Da hilft auch kein MPH, logisch.


    Das klingt aber sehr zwanghaft, aber eben auch in Richtung AS, ... aber es wird halt komplexer wenn es darum geht, beides voneinander zu unterscheiden.
    Dass ich so meine Zwaenge habe, ist mir bewusst. Ich aber brauche diese Zwaenge ----> es stoert mich nicht im Geringsten.
    Wie zum Bsp. die Sache mit dem Schluessel: ich kontrolliere zwanghaft, dass ich nicht ohne Schluessel aus dem Haus gehe.
    WEIL ich in der Vergangenheit solche boese Erfahrungen gemacht habe, und ich jetzt, wo ich 2 kleine Kinder habe, nicht in der Kaelte oder so hilflos stehen moechte.
    Nur mal so als Bsp.
    Selbige gilt auf fuers Herd: schon als Prinzip kontrolliere ich 1x den Herd, bevor ich das Haus verlasse.
    Ich brauche diesen Ritual, ja.
    Weil ich auch die Erfahrung gemacht habe, eine 1m hohe Flamme vor der Wohnungstuer zu sehen, nachdem ich mein Klo (unabsichtlich) verbrannt habe !


    Das arg begrenzte Arbeitsgedächtnis lässt diese Leistungen gar nicht zu, also besteht somit wieder die (sehr reale) Gefahr, dass wir was vergessen und das löst Panik in uns aus.
    Mein Arbeitsgedaechnis ist sowas von mies, jupp !

    Und schon haben wir wieder einen kräftigen Grund zu dissoziieren, denn das ist ein Zustand, in dem kein Mensch dauerhaft funktionieren kann.
    Das wiederum ist aber auch der gleiche Zustand, in dem sich ein Patient mit einer Traumafolgestörung präsentiert ... was es wieder so schwer macht, das zu unterscheiden.
    Da sehen wir wieder, wie unglaublich komplex das Ganze ist, ... wahnsinnig faszinierend, aber unglaublich komplex.
    Um nochmal auf dein "DVD" zurueckzukehren:

    Trauma.....muss ja nicht von der Vergangenheit stammen, oder ?
    Ein Trauma durchlebe ich seit ca. 3 Jahren. (Nichts familiiaeres, das "Trauma" findet also Draussen statt. Ich kann mich hier in meiner neuen Umgebung gar nicht anpassen und fuehle mich sehr unwohl bzw. fuehle ich mich psychisch geschlagen.
    Etwas, was mich ganz arg belastet, viel mehr als ich es nach Aussen anmerken lasse.

    Hey, also die Sache mit Dissoziation........da koennte was dran sein.
    Ich studiere die eine Website noch ein und frage einfach mein Psychiater.
    Der soll mich, wenigstens mal weiterempfehlen (abmulanz oder Abteilung) wenn der sich da net auskennt, der arbeitet ja in einer klapse.

    Eine PS nehme ich gerne in Kauf, denn das kann man "heilen".
    Asperger aber nicht. Es ist und bleibt eine Einschraenkung.


    Achtung Verwechslungsgefahr.
    Eine Zwangstörung oder ein Zwang hat nichts mit einer zwanghaften PS zu tun, das sind zwei völlig verschiedene Dinge.
    Danke schoen fuer die Aufklaerung.
    Du solltest Psychologe werden

    Auch schwer zu sagen ... ich glaube nicht, dass es einen ADHS'ler ohne Trauma gibt, ... aber ich weiß, was Du meinst.
    Meist versteht man unter Trauma solche Dinge wie Misshandlungen, schwere Unfälle etc.
    So ist es. Trauma waere fuer mich ganz spontan als "Laie" Kriegserfahrungen, Volterei, Gefaengnisaufenthalte, Gewalt oder eben schwierige familiaeren Verhaeltnisse (Drogen, Gewalt, Trennungen etc...)
    Das alles kenne ich nicht.

    Aber es sind die kleinen Traumata, die uns ADS'ler fertig machen.
    Davon gibts Genuegend, ja.
    Peinliche Erfahrungen in der Schule.
    Ins Jungsklo gegangen, nicht gemerkt, und ausgelacht werden.
    Das Pissoire war direkt vor der Tuer beim reinkommen, aber ich habe es nicht gesehen

    Aspies dagegen sind sehr sortiert.
    Was aber wiederum nicht heißt, dass AS ausgeschlossen werden kann, denn wie gesagt, beides kann dann wieder zu einem verwirrdenden Symptomechaos werden, das es schwerer macht, zu unterscheiden.
    Ja, dass weiss ich, dass sie sortieren koennen.
    Was ich ja nicht kann obwohl ichs moechte.

    Nur sagte die Psychologin, dass Asperger zusammen mit ADHS vorkommt.
    Und dass eine Unterscheidung in der Tat schwierig waere, wegen Symptomueberlagerung.


    Da muss man dann nun auch wieder unterscheiden, nämlich zwische kognitiver und affektiver Empathie.
    Aspies mangelt es an kognitiver Empathie, sie können sich nicht in andere hineindenken.
    Ui.
    Hm also affektiver Empathie habe ich wohl schonmal gar nicht in den entsprechende Situationen.
    Kognitiver Empathie wohl schon, aber auch nur mit Disziplin und Selbststeuerung.
    Das ueben wir ja in der Therapie.
    Also wieder in "Teilschritte" zerlegen, reflektieren und handeln.
    Das ist anstrengend !

    Es geschieht nicht automatisch. Ich muss es in Bewusstsein "eingeben".
    Weil in dem Moment wo ich abgespalten bin, werde ich ueberladen, wenn Empathie von mir eingefordert wird.

    Ich bin einfach ganz ganz schnell ueberfordert.
    Frueher war es anders: alles wird schnell langweilig.
    Aber ich hatte genugend Freiraeume, Dinge nicht tun zu muessen was mich anoedet.

    Ein Beispiel dafür hätte ich, aber mein Posting ist schon wieder mal ein Roman, also warte ich damit erstmal .
    Affektive Empathie ist das direkte Mitfühlen.
    Wenn wir im Fernsehen leidende Menschen oder Tiere sehen und instinktiv mitleiden.
    Wenn wir uns mit anderen mit freuen können und wenn sich jemand verletzt, ebenfalls regelrecht mitfühlen können.
    ADS'ler wirken oft empathielos, weil sie vieles einfach gar nicht mitbekommen.
    Hm. Also wenn ich ueberfordert bin, ist da einfach keine Kapazitaet mehr.
    Durch MPH wurde mir bewusst, wo mein Limit ist.

    Entgegen der landläufigen Meinung, dass ADSler tausend Dinge gleichzeitig machen müssen (was aber auch nicht falsch ist), zeigen Viele Studien, u.a. Barkley, Fisher, Murphy, dass gerade dieses Umschalten äußerst problematisch ist.
    Ich bin fuer alle Quellen dankbar, wo die Sache mit dem "Umschalten" beschrieben ist.
    Darueber habe ich nichts gelesen.
    Aber dies wurde mie sofort bewusst.
    Umschalten....ne ganz boese Sache ist das fuer mich.

    Zum Einen weil wir uns erstmal erinnern müssen, was wir gerade gemacht habe, was oftmals schon mal nicht gelingt und wenn, weil wir dann zum Anderen viel Zeit benötigen, um den vorigen Task wieder aufzunehmen, uns zu orientieren, was gemacht wurde und was als nächstes kommt ... wir müssen da recht viel Zeit investieren und es fällt uns unglaublich schwer ... eben "lack of Working Memory" (Fehlendes Arbeitsgedächtnis)
    Das klingt nach ADS ........

    Aspie, anankastische (also zwanghafte) Persönlichkeitsstörung ... sind zumindest Ansätze.
    Fakt ist: ich sehe Details.
    NUR Details.
    Habe aber kein Ueberblick.
    Mich auf zum Bsp. "Muell" konzentrieren, ist eine Linie, woran ich mich orientieren kann.

    Fakt ist zudem auch, dass ich klare genaue Anweisung brauche.
    Sonst verstehe ich nicht.
    Ich kann erkennen, dass der Partner veraergert ist, aber habe keine Ahnung, warum.
    Was genau ich abstellen oder machen muss (alltaegliche Dinge).
    Sowas muss man mir haargenau sagen, weil ich es nicht verstehe.
    Ich bin alltagsfremd.
    Ich bin 42, und keine 12.

    Ich lese keine Buecher, habe nur 2 Buecher als Erwachsene gelesen.
    Ich lese nur "SAchbuecher" oder Bildbaender.
    Insekten, Betonmischer, Bagger....solche Dinge erwecken meine Aufmerksamkeit.

    Romane, Geschichten.........lassen mich kalt.
    Zeitungen lese ich auch nicht.
    Nie gelesen, ausser in der Schule, als Pflicht, was mir damals aber schon zuwider war.

    "Normierte" Themen sind mir zuwieder (Was wird bei wem gekocht&gebacken etc....)
    Ratsch und Tratsch ueber Medienschlampen oder KLackaffen....

    Alltag......das ist an mir mein ganzes Leben lang vorbeigegangen.....
    Ich habe mich damals als Kind SEHR benoetigt gefuehlt, wenn zusammen "Tischdecken" etc.....angesagt war.
    So grosses Verwandtentreffen wo gemeinsam gegessen wird.......
    War ferngesteuert.

    Online-Test besagt, dass Asperger bei mir wahrscheinlich ist.
    Die Frage ist, wie ernst man sowas nehmen kann.

    Ich sehe nichts, was nicht da ist, sehe aber Dinge, was andere nicht sehen bzw. wahrnehmen.
    Das war, denke ich, schon immer so.
    (Muster/Flecken auf Materialien wie Rohfaser, Marmor etc. oder bei Bilder den "Umriss" und sehe eben 2 Bilder, also das Bild an sich, aber auch das, was die Form des Umrisses besitzt)

    Nochmal wegen Dissoziation:

    abgehaktes handeln und zu jeder Handlung die handlungsbezogene Emotion.

    Also handeln und dann die ganzen emotionen das in mir ist zusammen, geht nicht.
    Handeln, und gleichzeitig mitfuehlen geht nicht.
    Sondern nur "handeln und gestresst fuehlen oder aergern, weil es einfach so laestig oder schwierig ist" .......

    Sorry, dumm formuliert, das faellt mir nicht leicht.



    Mal schauen was raus kommt.

    ADHS + Disso nehme ich gerne in Kauf und ich lasse es heilen.
    ADHS + AS .....wuerde ein Schock werden.
    Aber dadurch aendert eigentlich nichts an mir.

  2. #952
    Octoroo

    Gast

    AW: ADHS und Dissoziation

    @Fliegenpilz

    Ich habe schon an mir gezweifelt, ob ich mich irgendwie unklar ausgedrückt habe. Ich habe ja auch extra noch betont, dass ich kein Fachmann bin. Und die ADHS Diagnose habe ich nie angezweifelt. Ich habe nur geschrieben, dass dieses eine Verhalten nicht dafür spricht.
    Deine Betonung wegen "nicht Fachmann sein" war angekommen.
    Es war mir nur nicht klar gewesen, dass du es fuer das eine Verhalten gesprochen hattest.
    Dass das EINE Verhalten nicht fuer ADHS spricht, ist eben der Grund, wieso bei mir AS vermutet wird, zusaetzlich.

    Disso koennte eine Option sein.

    Also:

    AS, Disso, Anpassungsstoerung.

    ADHS Symptome hatte ich wohl schon immer.
    Aber das eine nicht. Zumindest war das mir nie bewusst.
    Das muss nicht heissen, dass ich ein Autist bin.

    Ich will nur wissen, wieso andere diese Veraenderung kompensieren koennen, und ich nicht.
    Und ob das "Trauma" schon so weit gegangen ist, dass ich dissoziiere.


    Fliegenpilz schreibt:
    Manchmal ist es das soziale Umfeld, etc.

    ......Danke.
    Ich leide SEHR unter meine neue soziale Umfeld. Den Umfeld, wo ich lebe, seit 3 Jahren. Ich fuehle mich hier stark gemobbt, gehasst, ausgegrenzt und vor allem herabwuerdigt. Psychisch geschlagen. Das belastet mich, zusaetzlich zu mein ADHS.
    Das ist ein grosser Punkt.
    Hat mit ADHS nix zu tun.
    Geändert von Octoroo ( 9.12.2012 um 00:24 Uhr) Grund: Nachtrag

  3. #953
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo

    ich habe gerade die Beiträge, für meine Verhältnisse, konzentriert gelesen. Es ist mir Vieles sehr vertraut und berührt mich so stark, dass ich gar nicht darüber nachdenken möchte, weil ich Angst davor habe, aus den Erkenntnissen Konsequenzen ziehen zu müssen.

    Ist feige - aber fühlt sich zur Zeit noch sicherer an.

    Alles Liebe Elwirrwarr

  4. #954
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    Guten Morgen Ihr Lieben und einen schönen zweiten Advent wünsche ich Euch ... heute ist doch der zweite oder?

    Elwirrwarr schreibt:
    ... Es ist mir Vieles sehr vertraut und berührt mich so stark, dass ich gar nicht darüber nachdenken möchte, weil ich Angst davor habe, aus den Erkenntnissen Konsequenzen ziehen zu müssen.

    Ist feige - aber fühlt sich zur Zeit noch sicherer an.
    Ich finde das ganz und gar nicht feige und ich denke auch nicht, dass es das ist, ganz bestimmt nicht.
    Sowas ist erstmal ein natürlicher Schutz denke ich, und vollkommen ok.

    Manchmal dauert es eben, bis wir das Stück für Stück an uns heranlassen und annehmen und akzeptieren können.
    Wenn ich da so an meinen Weg denke ... das hat lange gedauert und wie gesagt, ich bin noch lange nicht angekommen.
    Sowas kann man nicht einfach annehmen und dann mal eben schnell die Konsequenzen ziehen.

    Aber bei dem, was ich im Moment weiß, kann ich Dir vielleicht ein klein wenig Mut machen, denn es fängt an, sich besser, manchmal auch gut anzufühlen.
    Es ist das erste Mal, dass ich sagen kann:
    "Ich bin was ich bin und wer ich bin und das ist auch gut so."

    Leicht ist das immer noch nicht, einen Weg habe ich auch noch nicht, aber es ist besser als noch vor zwei Jahren.
    Ganz akzeptiert habe ich das auch noch nicht, lange noch nicht.
    Aber ich würde sagen: Der Weg dahin fühlt sich irgendwie immer besser an.



    Octoroo schreibt:
    Dass ich so meine Zwaenge habe, ist mir bewusst. Ich aber brauche diese Zwaenge ----> es stoert mich nicht im Geringsten.
    Wie zum Bsp. die Sache mit dem Schluessel: ich kontrolliere zwanghaft, dass ich nicht ohne Schluessel aus dem Haus gehe.
    WEIL ich in der Vergangenheit solche boese Erfahrungen gemacht habe, und ich jetzt, wo ich 2 kleine Kinder habe, nicht in der Kaelte oder so hilflos stehen moechte.
    Nur mal so als Bsp.
    Ein sehr gutes Beispiel wie ich finde (weil das bestimmt viele kennen, mich eingeschlossen).
    Das ist genau dieser Kampf gegen die Zerstreutheit/ Vergesslichkeit.
    Wenn man schon oft genug den Schlüssel vergessen hat, kommt irgendwann eine solche Strategie zustande.
    Ich habe meinen Wohnungsschlüsselimmer in der rechten und den Autoschlüssel immer in der linken Jackentasche.
    Die sind niemals zusammen.
    Wenn der eine mal irgendwo liegtl, habe ich immer noch den anderen.
    Wenn ich nicht in die Wohnung kmme, kann ich immer noch das Auto nehmen .... gesetzt den Fall, ich weiß wo ich es geparkt habe


    Selbige gilt auf fuers Herd: schon als Prinzip kontrolliere ich 1x den Herd, bevor ich das Haus verlasse.
    Ich brauche diesen Ritual, ja.
    Weil ich auch die Erfahrung gemacht habe, eine 1m hohe Flamme vor der Wohnungstuer zu sehen, nachdem ich mein Klo (unabsichtlich) verbrannt habe !
    Das ist genau der Weg, wie sich das aufbaut.
    Es wird immer mehr und mehr und irgendwann kommt der Punkt, an dem es uns mehr behindert als hilft, bzw. wenn es hilft, müssen wir die Zeit, die uns all das kostet irgendwie aufholen, weil ja das normale Alltagspensum geschafft werden muss.
    Das kann keiner auf ewig stemmen, keiner kann ständig Vollgas fahren, aber das ist das Ergebnis.


    Eine PS nehme ich gerne in Kauf, denn das kann man "heilen".
    Asperger aber nicht. Es ist und bleibt eine Einschraenkung.
    Auch eine PS gilt nicht unbedingt als "heilbar" aber als "linderbar", wie mir in einer Klinik gesagt wurde (habe die Diagnose anankastische PS, also zwanghafte PS).
    Das habe ich auch so in den Leitlinien Persönlichkeitsstörungen der AWMF herausgelesen.
    Gerade die zwanghafte PS hat ja auch durchaus sehr positive Anteile, die man auch gar nicht "wegtherapieren" möchte ...

    Du solltest Psychologe werden
    Ohjeh ... lieber nicht.
    Mit meiner kognitiven Empathie ist es nicht weit her ... alles nur sachliche Analyse und oft genug liege ich reichlich daneben.
    Ich kann Faktenn sammeln und weitergeben, Vorträge könnte ich halten, aber vor Menschen sollte man mich besser schützen .
    Allein schon, weil auch bei mir eine Aspergervermutung im Raum steht.

    Aber selbst da kann ich Dich vielleicht ein klein wenig aufbauen, was die "Nichtheilbarkeit" angeht.
    Das ist zwar richtig.
    Aber ein Beispiel:
    Wie die meisten Asperger/ Autisten, kann auch ich nur sehr schwer Gesichter lesen, also Körpersprache erkennen und einschätzen.
    Das war etwas, dass mir schon im frühen Erwachsenenalter deutlich war, bevor ich von alldem hier überhaupt was wusste.
    Ich habe also Bücher ohne Ende über Körpersprache, Gestik/ Mimik, Charakterkunde, Persönlichkeitsanalytik und allsowas im Schrank stehen.
    Sogar eine Ausbildung zum Personaltrainer (nicht die Sporttrainer, sondern Trainer, die Ausbilder ausbilden, welche Verkäufer etc. schulen) habe ich gemacht.

    Dadurch habe ich vieles gelernt und es hat sich einiges gebessert.
    Zwar muss ich Menschen immer noch sehr bewusst ansehen und "analysieren", ich habe also nach wie vor keinen "Autopiloten", der das instinktiv für mich macht, aber es klappt.
    Der Haken: Das kostet natürlich Energie, denn was andere Menschen unbewusst ganz auomatisch im Hintergrund machen, müssen wir bewusst tun und es erhöht die Arbeitsbelastung des "Piloten"
    Aber es funktioniert, gut genug um nicht so sehr damit aufzufallen.
    Nach außen hin merkt man das oftmals nicht.
    Allerdings bedeutet das im Gegenzug die Konsequenz, dass ich so etwas als "Arbeitsleistung" mit inn meinem Tagespensum verbuchen muss.
    Das habe ich bis dato nie getan.
    Aber das geht nicht.
    Es IST Arbeit und wir müssen uns diese Arbeitsleistung in Rechnung stellen.

    Soll heißen:
    Auch wenn etwas nicht heilbar ist, heißt das nicht, dass wir es grundsätzlich nicht können.
    Wir können es anders.
    Aber wir müssen/ sollen Rücksicht darauf nehmen und uns klar sein, dass das Ressourcen kostet und die snd nicht unbegrenzt.
    Also mache ich es nicht so oft, wie Normalos das vielleicht können und achte auf Ruhezeiten, die ich zum Regenerieren benötige.

    Den Preis muss ich zahlen, aber ich bekomme auch was dafür.

    Natürlich kann man sich dann immer noch sagen: "Warum ich, andere können das auch automatisch und müssen nicht darauf achten und anschließend ihre ruhe haben".
    Aber so ist es nunmal.

    Davon gibts Genuegend, ja.
    Peinliche Erfahrungen in der Schule.
    Ins Jungsklo gegangen, nicht gemerkt, und ausgelacht werden.
    Das Pissoire war direkt vor der Tuer beim reinkommen, aber ich habe es nicht gesehen
    Auch ein wunderschönes Beispiel .
    Aber genauso ist es.
    All diese kleinen Peinlichkeiten, all das sind Minitraumata, die einen ADS'ler ewig verfolgen können.

    Nur sagte die Psychologin, dass Asperger zusammen mit ADHS vorkommt.
    Und dass eine Unterscheidung in der Tat schwierig waere, wegen Symptomueberlagerung.
    Ja, .. genauso sagte man es mir auch und konnte ich das so schon etliche male nachlesen.


    Hm also affektiver Empathie habe ich wohl schonmal gar nicht in den entsprechende Situationen.
    Kognitiver Empathie wohl schon, aber auch nur mit Disziplin und Selbststeuerung.
    Das ueben wir ja in der Therapie.
    Also wieder in "Teilschritte" zerlegen, reflektieren und handeln.
    Das ist anstrengend !

    Es geschieht nicht automatisch. Ich muss es in Bewusstsein "eingeben".
    Weil in dem Moment wo ich abgespalten bin, werde ich ueberladen, wenn Empathie von mir eingefordert wird.

    Ich bin einfach ganz ganz schnell ueberfordert.
    Frueher war es anders: alles wird schnell langweilig.
    Aber ich hatte genugend Freiraeume, Dinge nicht tun zu muessen was mich anoedet.
    Genaaaauuu das meinte ich mit dem fehlenden Autopiloten und eben dass es anstrengend ist.
    Es kostet Dich Kraft.
    Früher konntest Du das kompensieren, heute fehlen die Freiräume.
    Was wir also logischerweise suchen, sind Wege es ohne diese Freiräume zu schaffen, weil andere das auch nicht tun.
    Geht aber nicht.
    Also müssen diese Freiräume wieder her, das ist die Konsequenz.
    Wie, ... da steht leider auf einem ganz anderen Blatt, ... dazu habe ich auch noch keine Antworten.

    Hm. Also wenn ich ueberfordert bin, ist da einfach keine Kapazitaet mehr.
    Durch MPH wurde mir bewusst, wo mein Limit ist.
    Sehr gut.
    Aber dann muss in logischer Konsequenz darauf auch bei Erreichen des Limits Schluss sein, denn ab dann kostet es mehr an Kraft, als wieder nachgeführt werden kann.

    Fakt ist: ich sehe Details.
    NUR Details.
    Habe aber kein Ueberblick.
    Mich auf zum Bsp. "Muell" konzentrieren, ist eine Linie, woran ich mich orientieren kann.
    Klingt für mich sowohl nach AS als auch ADS, ... der eine sieht ohnehin nur Details, der andere kann aufgrund der Einschränkungen in den exekutiven Funktionen komplexe Zusammenhänge nicht ohne weiteres erkennen, sieht nur Einzelschritte, aber nicht das große Ganze.
    Trotz normaler bis hoher Intelligenz, kann er nicht die einzelnen Kompnenten auf ein Ganzes ausrichten und vor seinem geistigen Auge sehen.
    Schwer zu sagen, was was ist.
    Anfangs dachte ich, das könne nur AS sein, aber Barkley erklärt sehr gut, dass dem bei weiten nicht so ist und es bei ADS'ler ganz genau so ist.

    Fakt ist zudem auch, dass ich klare genaue Anweisung brauche.
    Sonst verstehe ich nicht.
    Ich kann erkennen, dass der Partner veraergert ist, aber habe keine Ahnung, warum.
    Was genau ich abstellen oder machen muss (alltaegliche Dinge).
    Sowas muss man mir haargenau sagen, weil ich es nicht verstehe.
    Ich bin alltagsfremd.
    Ich bin 42, und keine 12.
    Das klingt für mich schon auch ein bisschen nach AS.
    Aber durchaus auch nach ADS .
    ADS weil, wie Barkley erklärt, bei ADS'lern eine Entwicklungsverzögerung in den exekutiven Funktionen vorliegt (ca. 30% vom Lebensalter abziehen, dann hat man das "exekutive Alter", wenn ich mich richtig erinnere).
    Bei "Entwicklungsverzögerung" meint man dann aber, dass man ja irgendwann auf den gleichen ausgewachsenen Level kommt wie alle anderen, aber dem scheint nicht so zu sein.
    Das erklärt, warum ADS'ler da eben mitunter ein bisschen wie Kinder wirken.
    (Was oftmals von Fachleuten in Fallbeispielen beschrieben wird, ... Ehefrauen berichten, dass es scheine, als habe sie drei Kinder, aber nicht einen Nann und 2 Kinder)
    Oder wie Barkley mal so schön gesagt hat: "Even the smartest Guys do stupid things" "Selbst die schlauesten Leute machen dämliche Sachen...).

    Ich lese keine Buecher, habe nur 2 Buecher als Erwachsene gelesen.
    Ich lese nur "SAchbuecher" oder Bildbaender.
    Insekten, Betonmischer, Bagger....solche Dinge erwecken meine Aufmerksamkeit.

    Romane, Geschichten.........lassen mich kalt.
    Zeitungen lese ich auch nicht.
    Nie gelesen, ausser in der Schule, als Pflicht, was mir damals aber schon zuwider war.
    Da grüßt meiner Meinung nach der Aspie .... ohne das jetzt ausführlicher zu beschreiben (machen ich aber gerne wenn es gefragt ist), aber das klingt schon deutlicher nach AS, ... ist bei mir übrigens ganz genauso.

    Online-Test besagt, dass Asperger bei mir wahrscheinlich ist.
    Die Frage ist, wie ernst man sowas nehmen kann.
    Ganz schwer zu sagen ... Aspies und ADS'ler sind sich in diesen Tests unglaublich ähnlich.
    Ohne weitere Diagnostik durch einen Fachmann würde ich mir da nicht viele Sorgen machen.

    Ich sehe nichts, was nicht da ist, sehe aber Dinge, was andere nicht sehen bzw. wahrnehmen.
    Das war, denke ich, schon immer so.
    (Muster/Flecken auf Materialien wie Rohfaser, Marmor etc. oder bei Bilder den "Umriss" und sehe eben 2 Bilder, also das Bild an sich, aber auch das, was die Form des Umrisses besitzt)
    Passt aber auch gut zu ADS.
    ADS'ler nehmen nicht mehr wahr, als normale Menschen (Barkley), sie können nur nicht widerstehen, dem Reiz zu folgen und es bewusst wahrzunehmen.
    Der Normalo sieht oder hört etwas, unterbewusst wird es als unwichtig und für diesen Moment unnütz und nicht ziehlführend bewertet und daraufhin ignoriert.
    Beim ADS'ler passiert genau das nicht,
    Einem Reiz wird nachgegangen.
    Der Normalo sieht den Fleck auch, blendet ihn aber umgehend aus. Ist jetzt nicht wichtig.
    Der ADS'ler ist davon gefesselt, fasziniert, schaut ihn sich an und verliert dabei das eigentlche handeln aus den Augen, bzw. aus dem Arbeitsgedächtnis.

    So,.. , mal wieder einen Roman geschrieben, sorry.

    Solange es hier und da noch gelesen wird und hilfreich ist, soll es für mich ok sein, ansonsten, wenn es für ADS'ler zu lang ist, kann ich das auch verstehen, ... aber Kurzfassungen kann ich einfach nicht ... ADS und AS?

    Liebe Grüße
    Marcus

  5. #955
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo alle,

    Sehr interessante beiträgen zu lesen!

    @ Octoroo: einiges was du schreibst tönt für mich auch AS, aber ich kenne mich da wirklich wenig aus und kann auch daneben liegen. Dabei, wenn du vermutet, es liegt noch AS bei dich, finde ich gut dass du dich damit beschäftigt.

    Sofort zu eine fachpersonn zu gehen musst du auch nicht... Um meine ADS (hatte ich einige jahren vermutet) zu abklären habe ich auch zeit gebraucht.

    Ich kann nachvollziehen wenn du sagst, es könnte ein schock sein... Manche realitäten zu sehen kann echt schmerzen, aber ohne bewusstsein gibt es auch keine entwicklung.

    Tut mich leid dass du in ein umfeld lebst die dich so schlecht behandelt... Kannst du dabei etwas ändern? Sind menschen die du aus der weg gehen kannst? So was macht auf dauer krank und ich hoffe, du findest damit ein weg.

    @ Elwirrwarr:

    ich habe gerade die Beiträge, für meine Verhältnisse, konzentriert gelesen. Es ist mir Vieles sehr vertraut und berührt mich so stark, dass ich gar nicht darüber nachdenken möchte, weil ich Angst davor habe, aus den Erkenntnissen Konsequenzen ziehen zu müssen.

    Ist feige - aber fühlt sich zur Zeit noch sicherer an.
    Solche gedanken sind mich auch vertraut. Es passiert mich immer wieder. Dabei finde ich gar nicht feige sich mit einigen nicht zu beschäftigen. Es ist ehe wichtig seine eigene rythmus zu respektieren. Was du jetzt lieber wegschaust geht nicht weg und du wirst irgendwann der mut haben, oder auch die kraft es langsam, häppchenweise zu sehen und auch dann schritt nach schritt ändern was es zu àndern gibt.

    Ich gelte manchmal als feige, aber ich brauche auch diese vorsicht. Als reizoffener mensch, braucht man auch zeit einiges zu verdauen. Um so mehr wenn es um unangehmen, heftige themen geht.

    lg

  6. #956
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo,

    Dazu noch etwas zu sagen:

    ADS'ler nehmen nicht mehr wahr, als normale Menschen (Barkley), sie können nur nicht widerstehen, dem Reiz zu folgen und es bewusst wahrzunehmen.
    Der Normalo sieht oder hört etwas, unterbewusst wird es als unwichtig und für diesen Moment unnütz und nicht ziehlführend bewertet und daraufhin ignoriert.
    Beim ADS'ler passiert genau das nicht,
    Einem Reiz wird nachgegangen.
    Der Normalo sieht den Fleck auch, blendet ihn aber umgehend aus. Ist jetzt nicht wichtig.
    Der ADS'ler ist davon gefesselt, fasziniert, schaut ihn sich an und verliert dabei das eigentlche handeln aus den Augen, bzw. aus dem Arbeitsgedächtnis.
    deswegen sehe ich mich immer weniger gestört und finde sogar "aufmerksamkeit-störung" sogar eine unpassend wort...

    Klar, es gibt mehr als ein mensch der sich wegen meine ablenkbarkeit und meine "neugier" ärgert... Ich bekommen damit auch immer wieder problemen. Aber mit der zeit lerne ich damit zu umgehen.

    Dazu, eine reiz nicht verdrängen zu können kann auch eine stärke sein... Am arbeit bekomme ich vieles mit, was ich eigentlich nicht umbedingt mitbekommen muss... Aber da erfahre ich einiges über die arbeitsweise meine kolleginnen, ihre ordnungvorstellung, was sie machen und wenn es drum geht eine vermisste werkzeug zu finden, bin ich gut, weil ich eben am rand gemerkt hatte wer es als letztes benützt hatte und weiss in etwas wie der ordnungvorstellung diese mensch ist und wo der werkzeug gelandet sein kann. Oder ich bin dazu noch kreativ und fällt mich viele szenarien ein was damit passiert sein kann...

    Natürlich nehme ich auch wahr wenn die cheffin mit ein andere kollegin redet und bekomme dadurch auch infos die ich vielleicht sonst verpasst hatte...

    Gestern sah ich eine katze auf küchemöbel und als ich fragte ob katzen dort gehen dèrfen, stellt sich heraus dass die anwesende stinos das tier nicht mal gemerkt hatte! So was verpasse ich echt selten! Aber eben, es wird wieder als stärke von mich gesehen dass ich mit tieren einfühlsam umgehen. Eben weil ich sie oft auch nebenbei wahrnehme und dabei ehe dazu neige noch zu schauen wenn einer sich auffällig verhält (weil es spannend ist!) wie es passieren kann bei krankheit.

    Mit der zeit habe ich immer mehr interesse und lust mein weg mit meine wahrnehmungstyl zu finden, so zu leben und daher die sachen auf meine art machen. es ist mich langsam egal wie oft ich bei arbeit aus der fenster schaue, etwas anders mal rasch beachte, so lange dass es mich bewusst ist und dass meine leistungen stimmen. ich arbeit ehe besser wenn ich mich durch abschweifele mich auch etwa erhole.

    lg

  7. #957
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo

    Dabei finde ich gar nicht feige sich mit einigen nicht zu beschäftigen. Es ist ehe wichtig seine eigene rythmus zu respektieren.
    Ich habe ja meine Diagnose seit 7 Jahren und habe ja auch schon einiges erreicht. Kann mit meiner ADHS besser ungehen und im Alltag passieren mir nicht mehr so viele Mißgeschicke wie früher. Ich komme mit der Umwelt besser klar und eigentlich könnte es ganz gut sein, wenn da, ja wenn da nicht diese Sehnsucht wäre ich selber sein zu wollen. Je länger ich von meiner ADHS weiß und je mehr ich in der Welt der "Normalos" klar komme (Ich bin jetzt Cheffin von 7Normalos und einer ADHSlerin) je mehr sehne ich mich wieder danach "richtig" anders zu sein.

    Früher fühlte ich mich "Falsch anders" - jetzt möchte ich mich "richtig anders" fühlen. Dieses "Falsch anders" fühlen hat sicher seine Ursache in vielen kleinen Traumatisierungen, die alle in die Richtung gehen, nicht dazu zu gehören. Es ist inzwischen so - das ich mich auch unter AD(H)Sler nicht "dazugehörig" fühle. Dieses nicht dazu zu gehören hat sich bei mir eingebrannt.


    Der Normalo sieht den Fleck auch, blendet ihn aber umgehend aus. Ist jetzt nicht wichtig.
    Der ADS'ler ist davon gefesselt, fasziniert, schaut ihn sich an und verliert dabei das eigentlche handeln aus den Augen, bzw. aus dem Arbeitsgedächtnis.
    Und genau das war wunderschön. Gut es störte in vielen Lebenslagen (Arbeit ...) aber in den Situationen, in denen dieses fasziniert sein und sich verlieren Raum hatte, waren das Zeiten in denen ich mich ganz als ich selber gefühlt hatte.


    Alles liebe Elwirrwarr

  8. #958
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Dieses "falsch anders" bedeutet eben auch, dass ständig "Alarm" ist. Und Alarm wiederum bedeutet, dass die ganzen negativen bzw. irritierenden Erlebnisse nicht gelöscht werden.

    Bei den Stinos wird es schlicht als irrelevant bewertet und gelangt gar nicht in das Bewusstsein. Es wird wahrgenommen, aber eben nicht im Handlungsbewusstsein. ADHSler erleben viele Reize als gleich gültig nebeneinander. Das erscheint dann Aussenstehenden auch als Gleichgültigkeit für Aufgaben oder andere Personen. Warum sollte eine Katze denn auch genauso wichtig sein, wie vielleicht die Freundin oder der Chef.

    Dabei ist es natürlich gar nicht so, dass man es emotional so bewerten möchte.
    Die neuropsychologischen Besonderheiten bzw. auch die Abhängigkeit von den Gefühlen (und den Gefühlen der Anderen) zusammen mit den lebenslangen Fettnäpfchen bis Traumata führen dann dazu, dass man quasi immer auf Schlingerkurs am Ausweichen ist. Was schon für sich genommen total angstrengend ist. Und bei Erschöpfung missling dann die Anpassung eben häufiger. -> man macht immer mehr negative Erfahrungen und hat mehr Grund für die Dissoziation.

  9. #959
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 399

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegerlein schreibt:
    Guten Morgen Ihr Lieben und einen schönen zweiten Advent wünsche ich Euch ... heute ist doch der zweite oder?
    wünsche ich dir auch.


    So,.. , mal wieder einen Roman geschrieben, sorry. Solange es hier und da noch gelesen wird und hilfreich ist, soll es für mich ok sein, ansonsten, wenn es für ADS'ler zu lang ist, kann ich das auch verstehen, ... aber Kurzfassungen kann ich einfach nicht ... ADS und AS?

    ... schön, dass du so bist, wie du bist .... deine beiträge sind für mich immer sehr interessant und lehrreich ... wenn ich einen guten tag habe verschlinge ich sie und freue mich, dass so einiges auf den punkt gebracht ist und ich es gut nachvollziehen kann ... an anderen tagen bekomme ich es nicht so recht mit was, ich lese .... wie gut, dass ich es dann später immer noch mal nachlesen kann . glg lichtstrahl

  10. #960
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo Web4health,

    ich habe mich immer wieder gewundert wie stinos einfach so leben können und einiges so gut wegstecken konnte die ich als uneerträglich erlebt hatte.

    Deine erklärung leuchtet mich sehr ein und ich sehe da eine Vorteil mehr von ADS. Dass ich gewissen lebensumständen unerträglich fand, hat mich auch motiviert eine lösung zu suchen und hilfe zu holen... Ich bin froh es gemacht zu haben, es war eine sehr gute entscheid und jetzt habe ich immer noch der motto "nicht verdrängen, alles macht sinn".

    Ich merke auch dass ich mit trigger immer so schlecht umgehen kann... Emotionen, schmerzen kommen auch so roh hoch, so heftig und dann mit impulsivität dazu... Keine kann übersehen wie es mich dabei geht... So was finde ich echt anstregend, aber auch weil viele andere menschen damit nicht umgehen können und rasch mich beruhigen wollen. Ich beruhige mich schon, durch 30 minuten schmollen...

    Interessant wie ich seit einige tagen immer wieder auf das thema "reizoffenheit"-"reizfilter" komme. Ich höre von stinos dass sie ignorieren können was mich ablenkt, stört und sogar mit der zeit nervt (wie der S-Bahn unten der fenster am arbeitsplatz). Stinos haben mühe zu verstehen dass ich reizen nicht einfach verdrängen kann. Ich will es auch nicht. ich nehme war, hacke ab und komme zurück zu meine sache.

    Dann passiert es mit der katze... Hat mich echt verblüfft. So was kann ich echt nicht verpassen, es ist doch so auffällig (und spannend).

    Aber sonst, ja, es ist anstregend, oft... Aber ich mag diese eigenart von mich.

    lg


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