Seite 95 von 124 Erste ... 90919293949596979899100 ... Letzte
Zeige Ergebnis 941 bis 950 von 1237

Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #941
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    Sorry wenn ich mich einmische:
    Octoroo schreibt:

    So, ich frage Dich ganz direkt, WARUM du (schonwieder) die Authentizitaet meines ADHS Diagnose in FRage stellst !
    Das konnte ich aus Pilzis Posting nicht herauslesen.
    Wir alle lesen doch nur Situationen und versuchen sie zuzuordnen bzw. zu erklären.
    Das man dann das ein oder andere einer ADHS nicht zuordnen kann, bedeutet ja nicht gleich eine Infragestellung der Diagnose.
    Aber es ist auch nicht falsch, hier und da nachzuhaken und kritisch zu hinterfragen, allein um ein wenig aus dem Wahrnehmungsfilter herauszukommen, in die jeder Mensch gleitet.

    ICH selber zweifel nicht an die ADHS Diagnose. (habe alle Symptome ausser die Sache mit Multitasking)
    Multitasking kann sowieso kein ADHS'er, ... keiner ... denn Multitasking bedeutet nicht, dass man viele Sachen gleichzeitig macht, ... sondern dann man viele Sachen erfolgreich beendet .
    Dieser Begriff dürfte von denen, die das mal so formuliert haben, wohl etwas unpassend gewählt sein


    Und alles wird in "Teilschritte" zerlegt und seriell ausgefuehrt.
    Nur SO kann ich mich orientieren.
    Ach uebrigens: die Reihenfolge muss nicht "sinvoll" sein.
    Es ist ein Puzzel aus den verschiedenartige Handlungen/Teilschritte.
    Drum kostet es mich sehr viel Kraft und Ueberwindung, und vor allem sehr viel Zeit.
    Das klingt aber sehr zwanghaft, aber eben auch in Richtung AS, ... aber es wird halt komplexer wenn es darum geht, beides voneinander zu unterscheiden.

    Ich habe keine Flexibilitaet, "mal kurz" oder "zwischen durch" IRGENDETWAS nebenher/simultan zu erledigen.
    DAS zumindest ist nicht ADHS typisch, das EIN Symptom (und nicht das ADHS Syndrom )
    Das kommt ganz darauf an.
    Vordergründig mag das so gar nicht zu ADHS passen, aber es eine gängige Vermutung, dass Menschen mit zwanghafter Persönlichkeitsstörung oftmals unbehandelte ADHS'ler sind, die ihr Chaos dadurch zu kompensieren versuchen.
    Wir finden nicht zu unserem ursprünglichen Task zurück, wenn wir unterbrochen wurden (begrenztes Arbeitsgedächtnis), also halten wir uns strikt an die von uns oder sonst vorgegebenen Abläufe, dann kann weniger schiefgehen.
    Und wir dulden keine Unterbrechung, denn wir wissen unbewusst, dass sonst wieder was schief gehen kann.
    Das kann soweit gehen, dass man nicht mal mehr zur Tür geht wenn es klingelt und auch nicht das Telefon abnimmt etc.

    Das ist reiner Selbstschutz, mit dem wir versuchen, die Probleme in den Griff zu bekommen ...
    Dummerweise mit fatalen Folgen, nämlich den von Dir beschriebenen, wir werden rigide, unflexibel, die Abläufe sind starr und oftmals ineffizient, jede Störung bringt uns fortan aus dem Ruder und wir sind unfähig, Hilfe anzunehmen, denn sobald einer in unsere Abläufe "pfuscht", wissen wir nicht mehr, was wir wann und wie machen sollen und und schon gar nicht können wir mitbekommen, was der Helfer gerade schon gemacht hat und was noch zu machen ist.

    Das arg begrenzte Arbeitsgedächtnis lässt diese Leistungen gar nicht zu, also besteht somit wieder die (sehr reale) Gefahr, dass wir was vergessen und das löst Panik in uns aus.

    ADS'ler sind ja zudem auch mit einer (vereinfacht gesprochen) "überaktiven und überempfindlichen" Amygdala ausgestattet.
    Vieles läuft bei uns über das Angstzentrum, was ja wiederum dann schnell auch wieder zu zwanghaftem Verhalten führt, denn wer will schon ständig Angst haben, also bauen wir Schutz auf.
    Klappt aber auch nicht immer, ... eigentlich sogar zu selten, also hat das zur Folge, dass ADS'ler sich nur allzu häufig in ständigem Alarmzustand befinden, weil die Amygdala irgendwann zum Selgstläufter wird.

    Und schon haben wir wieder einen kräftigen Grund zu dissoziieren, denn das ist ein Zustand, in dem kein Mensch dauerhaft funktionieren kann.
    Das wiederum ist aber auch der gleiche Zustand, in dem sich ein Patient mit einer Traumafolgestörung präsentiert ... was es wieder so schwer macht, das zu unterscheiden.
    Da sehen wir wieder, wie unglaublich komplex das Ganze ist, ... wahnsinnig faszinierend, aber unglaublich komplex.

    Zwaenge habe ich angeblich nicht (Tendez zu Waschzwang, aber kein echter Zwang...........).
    Achtung Verwechslungsgefahr.
    Eine Zwangstörung oder ein Zwang hat nichts mit einer zwanghaften PS zu tun, das sind zwei völlig verschiedene Dinge.
    Das wird oftmals zusammengedacht, weil beides den Begriff "Zwang" beinhaltet, aber Zwang ist etwas ganz anderes, als Zwanghaft.
    Das sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe.

    Auch kein Trauma.
    Auch schwer zu sagen ... ich glaube nicht, dass es einen ADHS'ler ohne Trauma gibt, ... aber ich weiß, was Du meinst.
    Meist versteht man unter Trauma solche Dinge wie Misshandlungen, schwere Unfälle etc.
    Aber es sind die kleinen Traumata, die uns ADS'ler fertig machen.
    Ungerechtigkeiten, in die wir uns hineinsteigern können, selbst wenn sie uns gar nicht betreffen.
    Millionen von kleinen "Minitraumata" machen am Ende die gleiche Arbeit wie ein großes, ... wenn nicht sogar schlimmer.

    DIe Krux an Traumata ist, dass wir und an sie meist gar nicht erinnern können, denn sie sind aus dem Bewussten abgespalten ... also wegdissoziiert.
    Echt komplex oder? Aber hochinteressant.


    Ich kann nicht sortieren, jeden Tag ist ein harter Kampf mit sehr viel Disziplin gegen den Chaos.
    Hehe, willst du meine Vorher-Nachher Foto mal sehen, wie die Kueche dann nach 1x benutzen aussiehst ?
    Ich wollte immer ordentlich sein wie die anderen Maedchen damals, ich habe es nie geschafft.
    DAS klingt nach einem zwanghaften ADS'ler ... natürlich nur von hier aus gesehen und auf diesen einen Satz bezogen.
    Aber genau so beschreibt sich ein zwanghafter ADS'ler.

    Aspies dagegen sind sehr sortiert.
    Was aber wiederum nicht heißt, dass AS ausgeschlossen werden kann, denn wie gesagt, beides kann dann wieder zu einem verwirrdenden Symptomechaos werden, das es schwerer macht, zu unterscheiden.

    Aber auf emotionale Ebene sieht es ganz anders aus.
    Da verfuege ich leider ueber NULL Empathie
    Da muss man dann nun auch wieder unterscheiden, nämlich zwische kognitiver und affektiver Empathie.
    Aspies mangelt es an kognitiver Empathie, sie können sich nicht in andere hineindenken.
    Ein Beispiel dafür hätte ich, aber mein Posting ist schon wieder mal ein Roman, also warte ich damit erstmal .
    Affektive Empathie ist das direkte Mitfühlen.
    Wenn wir im Fernsehen leidende Menschen oder Tiere sehen und instinktiv mitleiden.
    Wenn wir uns mit anderen mit freuen können und wenn sich jemand verletzt, ebenfalls regelrecht mitfühlen können.
    ADS'ler wirken oft empathielos, weil sie vieles einfach gar nicht mitbekommen.
    Sie sehen gar nicht genau genug hin, um Stimmungen in Gesichtern von Menschen zu erkennen.
    Sie könnten es aber grundsätzlich von der Grundlage ihres Gehirnes aus.
    Es gibt zwei unterschiedliche Regionen im Gehirn, die für Erkennung von Objekten und für Gesichter zuständig sind.
    Beim ADS'ler wird die richtige Region gefüttert, aber mit zu wenig Informationen
    Beim Aspie dagegen, wird die Information in die Objektregion geschoben und Gesichter, bzw. Menschen werden auch wie Objekte behandelt/ verarbeitet.


    Umschalten ist ein Problem, nach wie vor.
    Die "Flexibilitaet", auf Veraenderung (innerhalb kurzer Zeit !) situationsangemessen zu verhalten habe ich nicht.
    Das klingt wieder sehr nach ADS.
    Entgegen der landläufigen Meinung, dass ADSler tausend Dinge gleichzeitig machen müssen (was aber auch nicht falsch ist), zeigen Viele Studien, u.a. Barkley, Fisher, Murphy, dass gerade dieses Umschalten äußerst problematisch ist.
    Zum Einen weil wir uns erstmal erinnern müssen, was wir gerade gemacht habe, was oftmals schon mal nicht gelingt und wenn, weil wir dann zum Anderen viel Zeit benötigen, um den vorigen Task wieder aufzunehmen, uns zu orientieren, was gemacht wurde und was als nächstes kommt ... wir müssen da recht viel Zeit investieren und es fällt uns unglaublich schwer ... eben "lack of Working Memory" (Fehlendes Arbeitsgedächtnis)

    Wenn Jemand mal ein Idee habt, was es sein koennte, dann immer her damit.
    Welche "Komorbiditaet" oder "Sekundaererkrankung" ...........es sein koennte.
    Aspie, anankastische (also zwanghafte) Persönlichkeitsstörung ... sind zumindest Ansätze.

    Ich wurde nicht traumatisiert, man hat sich gut um mich gekuemmert, Gewalt/Alkohol/Drogen/Armut kenne ich aus der Kindheit zumindest gar nicht.
    Wie gesagt:
    Man kann ein Fass mit Wasser auf einen Schlag füllen oder Glas für Glas ... am Ende ist es voll.
    VIele kleine Traumata haben am Ende die gleiche Wirkung wie ein Großes.
    Leider gibt es genug Psychiater, die genau das nicht zu verstehen scheinen ....)

    Ich merke auch, dass in mir der Stresspegel steigt, wenn ich mit einer Hand etwas halte, und mit der anderen Hand versuche, etwas wegzuraeumen. Muss es wieder in Teilschritte zerlegen.
    ----> "Gegenstand ablegen" ----> wegraeumen. ----> Gegenstand wieder in Hand nehmen.
    Würde ich instinktiv wieder in Richtung Aspie denken
    Bin aber auch kein Fachmann.


    Vile Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein ( 8.12.2012 um 11:34 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  2. #942
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo alle,

    @ Octoroo: wie ich mich errinere, bist du mutter von 2 kindern und du hast noch eine ehemann der ganz anders tickt wie du und dich nicht immer verstehst? Ehrlich gesagt, wenn es noch in der wohnung 2 kleine kindern gab die ich irgendwie beaufsichtigte muss, die immer wieder mich stören, wäre kochen auch eine grosse stress!

    Es ist schon ohne kindern! Aber allein, ohne ablenkungen und einfache menü, ohne zeitdruck geht es gut. Mein partner muss ich immer wieder aus der küche schmeissen...

    Ich habe immer wieder gehört dass meine Oma die mich so ähnlich ist, eintrittverbot an die ganze familie in der küche verteilt hatte, wenn sie gekocht hatte. Sie hat 3 söhne gehabt und war sehr ablenkbar.

    Solche schwierigkeiten mit mehrfachhandlungen und ablenkungen hatte ich natürlich auch im job gehabt... Deswegen eben viele job verloren und der mut weiter diese mist mitzumachen auch damit.

    @ Fliegerlein: ich denke auch dass es kaum ADSler gibt ohne traumata... In unsere kulturkreise wird oft unsere leben schwer gemacht, wird bekommen dumme sprüchen zu hören, entsprechen der ideal nicht und erleben auch immer wieder misserfolgen. Dazu wer irgendwann deswegen zum arzt geht, hat immer eine leidengeschichte hinter sich, also eine haufen kleine traumata.

    Vielleicht gibt es einige ADSler die damit klar umgehen können und einige massen eine zufriedene leben führen. Aber dann entsprechen sie oft die diagnosekriterium nicht und gehen auch nicht deswegen zum arzt, weil es ihnen gut geht.

    Zu SCT: da erkenne ich mich auch und mein arzt meint, bei mich wäre wohl SCT (wegen meine langsamkeit) und ADS (wegen meine hohe impulsivität)... So eine mischung finde ich gar nicht so toll... Da werde ich rasch gereizt weil es um mich wieder zu schnell geht... Immer wieder erlebe meine sätzen kaum fertig reden zu können, da andere eben schneller sind.

    lg

  3. #943
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    mj71 schreibt:
    Zu SCT: da erkenne ich mich auch und mein arzt meint, bei mich wäre wohl SCT (wegen meine langsamkeit) und ADS (wegen meine hohe impulsivität)... So eine mischung finde ich gar nicht so toll...
    Ist sie auch nicht.

    Ich weiß nicht mehr genau wo das war, aber in einem Vortrag hatte Barkley mal eine Grafik gezeigt, in der deutlich wurde, dass SCT zwar an sich eine weniger beeinträchtigende Störung als ADHS ist, aber wenn sie gemeinsam mit ADHS auftritt, dann addieren sich beide Störungen und es wird dadurch deutlich schlimmer.

    Genau, jetzt weiß ich es wieder, in Martins Blog gibt es einen Hinweis auf die Präsentation, die man runterladen kann.
    Auf Seite 14 werden die Beeinträchtigungen vergleichen und das ist schon recht ... deutlich.

    Leider kann man mich in der Beschreibung auch wiederfinden, ... das macht es nicht einfacher und man sieht wieder, wie schwer es ist, das eine vom anderen zu unterscheiden.
    Irgendwie könnte beides passen, ADHS + Aspie oder ADHS + SCT ... schwer ...

    Das mit der Küche geht mir ganz genauso.
    Gerade gestern abend als ich das Abendessen gekocht habe, kam meine Frau und wollte helfen und hat mich komplett durcheinander gebracht ... sie merkt das dann aber schnell und geht dann auch gleich wieder, weil sie das kennt.
    In dem Moment ist das die größte Hilfe, denn alles andere sorgt für Chaos und Überforderung.
    Allerdings ist das nicht immer gleich ... wir waren gestern noch zum Einkaufen in der Stadt (ging nicht anders) und das hat mich arg angeschlagen.
    Ich glaube auch, dass ich da gestern deutlich dissoziiert bin.
    Muss das noch etwas sortieren, aber es scheint mir logisch und deutlich.
    Vielleicht beschreibe ich das später noch .

    Liebe Grüße
    Marcus

  4. #944
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo

    je mehr ich hier lese, je verwirrter werde ich. Vor gut einem Monat, beschloß ich mich mit meinen Dissoziationen zu beschäftigen. Ich hoffte, hier liege ein Schlüssel. Ich lernte Emoflex kennen und versuche seit dem es anzuwenden. Es hilft mir nicht wirklich, bzw. es verändert Nichts. Es wird wahrscheinlich ein weiterer Punkt auf meiner Liste mit dem Namen: "und das bekommst du auch nicht hin - allen bringt es was und bei dir ist mal wieder alles umsonst".

    Irgendwie habe ich mich damit wahrscheinlich abgefunden, dass ich keine Hilfe erwarten kann, weder von Menschen noch von Methoden.

    So im Nachhinein ging es mir am besten, als ich noch nix von ADHS, von Dissoziationen von Microtraumatisierungen und was weis ich gewußt habe.

    Inzwischen finde ich auch, dass es egal ist, ob meine Vergesslichkeit durch meine ADHS oder meine Dissoziationen, durch irgendetwas Anderes oder durch alles zusammen hervorgerufen sind - denn weder AD'S, noch MPH, noch eine analytische- oder verhaltensorientierte Therapie oder Emoflex haben irgendeine Veränderung gebracht. Es ist wie es ist.

    Jetzt könnte man glauben, ich sei depressiv. Mag sein - manche Ärzte meinen ich bin es, anderes meinen das sei Unsinn.


    Also, es lebe die Verwirrung

    Alles LIebe Elwirrwarr

  5. #945
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo fliegerlein,

    @ fliegerlein: Ja, SCT + ADS ist heftig! Mit ADS allein habe ich nicht sehr grosse schwierigkeiten, ich kann es gut kompensieren. SCT allein ging es auch. Aber mit beiden, gibt es situationen wo ich sehr rasch an meine grenze komme. Hektik und zeitdruck ist für mich schlimm und damit habe ich mit der arbeit sehr grosse schwierigkeiten... Aber wenn ruhig ist, mache ich meine sachen auch sehr gut. Ich hatte mich immer wieder gefragt wieso ich beruflich so schlecht hinkriege, obwohl ich nicht dauernd bin am schlüssel suchen, meine wohnung ehe ordentlich ist (in vergleich mit andere ADSler) und ich meistens auch pünktlich bin.... Die erklärung dass sich da 2 störungen sich hochschaukeln scheint mich einleuchtend.

    Mein arzt war an eine vortag von Barkley und hatte mich davon nachher erzählt, ich fand es sehr interessant!

    Die situation mit deine frau kommt mich sehr bekannt vor! Ich habe solches immer wieder erlebt, auch am job. Oft verstehen leute nicht da es mich keine hilfe ist und da ich dabei auch sofort gereizt reagiere, mag so etwas niemand... Es ist toll wie deine frau es merkt und dann auf dich eingeht!

    Einkaufen ist auch etwas der mich mühe macht... ich tue es lieber allein, da ich wirklich in meine tempo erledigen kann, mit genug pausen und ohne zu viel ablenkungen (es gibt im stadt genug davon) oder mit ein mensch der mich gut kennt, oder ähnlich tickt wie ich.

    @ Elwirrwarr: Emoflex klappt nicht immer sofort und es zeigt sich auch nicht sofort grosse veränderungen. Manchmal scheint es auch eine zeit fast schlimmer zu sein. Dabei finde ich hinweisen an was du in der gruppe schreibst dass es bei dich sehr gut anschlägt.

    "und das bekommst du auch nicht hin - allen bringt es was und bei dir ist mal wieder alles umsonst".
    So was kenne ich wohl sehr gut! Ich denke, es ist bei ADSler üblich, da wir im leben immer wieder einiges nicht so schaffen wie andere, oder wie unsere umfeld sich eben wünscht.

    Der gedanken dass es besser war früher als du nichts wusste, bist du nicht allein damit... Naja, was ich nicht weiss, macht mich nicht heisst. Bewusst werden kann schmerzhaft sein, aber nur dann kann man auch etwas tuen dass es besser wird. So was mag niemand zu erleben, aber es ist oft einfach nötig.

    Wegen veränderungen: es gibt keine saubermethoden... Es kann auch sein dass du selber die veränderungen nicht merkt (frag dann andere menschen um dich, die mit dich oft zu tun haben). Es kann auch sein dass du hohe erwartungen und hoffnungen hast und es gibt auch vieles dass sich nicht so schnell ändert. AD greift an der stimmung (wenn wirkt) aber nicht immer an ADS-symptomen. MPH hilft bei ADS-symptomen, aber macht aus dich keine stino und heilt auch kein traumata. Analytische therapie wirken nicht immer gut bei ADSler, weil wir im kopf so chaotisch sind und verhaltentherapie wirkt auch nicht immer... Manche brauche medis um genug konzentriert zu sein und sich mit der therapeut wohl fühlen, verstanden zu werden ist auch wichtig. Bei alle methode ist auch wichtig dass deine eigen einsatz, deine motivation daraus dass beste zu machen und diziplin immer wichtig ist. Dein wohnung, egal was du für hilfe bekommst, muss du doch selber aufräumen und putzen (ausser du hast eine putzfrau, aber gratis sind sie wieder auch nicht)...

    Gedanken wie "Es bringt doch alles nichts" kann auch einem unötig bremsen. So kann der motivation schnell weg sein, sobald es schwierigkeiten kommen. Schwierigkeiten vor allem am anfang gehören dazu. Baby die lernen zu laufen fallen immer wieder um und stehen wieder auf...

    lg

  6. #946
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    Elwirrwarr schreibt:
    Es hilft mir nicht wirklich, bzw. es verändert Nichts. Es wird wahrscheinlich ein weiterer Punkt auf meiner Liste mit dem Namen: "und das bekommst du auch nicht hin - allen bringt es was und bei dir ist mal wieder alles umsonst".

    Wir neigen ganz arg dazu, uns die Schuld zu geben für das, was wir sind.
    Wir sind unfähig, das kriegen wir auch nicht, usw usw.

    Ich denke, es ist ganz wichtig, dass wir uns eines immer wieder vor Augen führen:
    "Es ist wie es ist"

    Es gibt Dinge, da helfen weder Therapien noch Medikamente, aber deshalb sind wir noch lange nicht dumm, faul oder schlecht oder unfähig ...

    Niemand (mit gesundem Menschenverstand) wird einem querschnittsgelähmten Rollstuhlfahrer vorwerfen, dass er nicht auf dem Bau arbeitet/ arbeiten kann...

    Ist das denn bei uns so anders?
    Es gibt nun mal Dinge, die wir nicht können und auch nicht lernen können.
    Nur haben wir dummerweise auch den Hang zur Leistungsorientierung, wir wollen es können und abgesehen davon, sieht man uns unsere Einschränkungen nicht an, sind sie doch sonst so ein deutliches Zeichen für Faulheit, Dummheit und moralisches Fehlverhalten.
    So sind wir aber nicht.

    Ich glaube deshalb ist es so wichtig für uns, zu wissen woran es liegt, denn von da aus kann man den Weg gehen, der zur Akzeptanz führt.

    Dann ist es eben so.
    Wenn ich etwas nicht kann und das aufgrund meiner Erkrankung nicht lernen kann, dann muss ich es akzeptieren.

    Ich habe, wie die meisten ADS'ler, einen schlechten und häufig unterbrochenen Schlaf.
    Unter diesen Voraussetzungen kann das Gehirn nicht das Tagesgeschehen verarbeiten.
    (Da wäre jetzt wieder dieses wirklich schöne Beispiel von Martin mit dem Swimmingpool im Herbst zu erzäheln ....)

    Auch das ruft wieder Probleme hervor, auch das sind, würde ich sagen, Traumata.
    Auf jeden Fall aber muss das Gehirn versuchen, eben doch irgendwie aufzuräumen, was zur Folge hat, dass wir anfang des Tages eh' kaum was mitbekommen, ... das geht dann wieder bis in die Dissoziation (so hatte Martin das bei seinem Vortrag erklärt).

    Ist ja auch logisch: Der alte Schlamm ist noch nicht raus aus dem Pool und schon kommt neuer rein ...
    Da macht man erstmal den Laden zu = Dissoziation.

    Inzwischen habe ich gelernt, morgens, wenn ich wie immer um 6:30 Uhr wach werde, eben nicht gleich aufzustehen, sondern liegen zu bleiben und die Gedanken laufen zu lassen.
    Das heißt nicht, dass ich wieder einschlafe, manchmal ist das der Fall, manchmal ist eher eine Art Halbschlaf, aber nach einer gewissen Zeit, meist eine halbe bis anderthalb Stunden, merke ich, dass es gut war.
    Die Gedanken sind dann wegsortiert und ich kann aufstehen.
    Das ersetzt keine Rem-Phase, aber es ist eine Hilfe, eine kleine Prothese für etwas, das ich sonst nicht habe.

    Ja, ... klar hat die Sache einen Haken.
    Aber dann kann ich eben keinen Beruf ausüben, bei dem ich um 8 am Arbeitsplatz sein muss.

    Und wenn ich keine 8 Stunden am Tag arbeiten kann, weil sonst der Input viel höher ist, als ich verarbeiten kann, dann können es eben nur 6 oder 4 Stunden oder wie viele auch immer sein.

    Wichtig ist: Das ist nicht meine Schuld!


    Logisch ... sowas muss man dann erstmal finden und dann muss das auch finanziell überhaupt machbar sein ... Teilzeitstellen gut und schön, aber ADS'ler sind auch syndrombedingt chronisch schlechter in ihrer (Aus-)Bildung und haben daher Berufe, die eigentlich unter ihren Möglichkeiten liegen, was sich auch in den Gehältern wiederspiegelt und so man muss ja auch sehen, dass man zurecht kommt.

    Aber was nicht geht, geht nicht.
    Es nützt keinem was, wenn man es wieder mal versucht und ein Jahr später wieder zusammenknickt wie ein Grashalm, weil das Fass eben doch wieder voll ist.
    Das kennen wir eh schon zur genüge und irgendwann kommt dieses eine Mal, das dann das letzte Mal war ...

    Mach Dir keine Vorwürfe, wenn etwas nicht funktioniert.
    Das mag enttäuschend sein und auch andere sehen das vielleicht so, aber lass Dir nicht einreden, dass Du Dich nicht genug angestrengt hast, wenn Du siehst, dass es einfach nicht stimmt.

    Und nein ... ich kann das auch noch lange nicht so sehen ... deshalb schreibe ich das immer und immer wieder ... auch um es mir selber vor die Augen zu führen
    Geändert von Fliegerlein ( 8.12.2012 um 13:13 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  7. #947
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo fliegerlein,

    Ich kann dich voll zustimmen! Danke für deine tolle beitrag, ich brauche diese bestädigung, diese errinerung dass ich mal einiges einfach nicht kann, weil ich so "gebaut" bin wie ich bin immer wieder...

    Es tut mal wirklich gut zu lesen.

    An meine schwierigkeiten habe ich lang gearbeitet. Diagnose habe ich seit 5 jahren. Ich bin nicht mehr die jüngste und habe genug lebenserfahrung um zu wissen wo meine grenzen liegen und was ich ändern kann und was nicht...

    Schneller sein, hatte ich nie gekriegt. Es kommt von selbst wenn ich viel routine habe. Mit hektik kann ich immer so schlecht umgehen. Vergesslich bin ich weiter immer gleich. Emotional auch. Aber was ich weiss, dass ich gut ändern kann (es braucht auch zeit) ist mich so anzunehmen wie ich bin und eine gesunde umgang mit meine grenzen zu finden. Eigentlich bin ich noch dabei zu lernen. Im moment bin ich dabei zu akkzeptieren dass ich nie eine gute hausfrau werde und dass einer partner von mich sicher vieles anderes bekommen kann, aber nicht dass ich sein chaos aufräume und sein dreck putze...

    Vollzeitarbeiten kann ich auch nicht. Im moment arbeite ich 70% und habe glück dass es im ruhigen umfeld wo ich in meine tempo meine sachen machen kann. Also, mit sehr wenig stress.

    Am morgen noch nach der aufwachen etwas liegen um meine gedanken laufen zu lassen mache ich sehr gerne! Ich brauche es oft auch noch durch der tag...

    Manchmal tut mich noch weh meine eigene grenzen zu spüren... Zu realisieren dass ich langfristig an armutgrenze bleiben werde, wegen meine schwierigkeiten am arbeit hat mich echt weh getan. Aber damit kann ich jetzt gut leben.

    Wie gebe ich andere zu verstehen dass ich nicht anders kann? Manche menschen verstehen es gut, da sie selber ihre grenzen annehmen, andere wollen es nicht glauben...

    lg

  8. #948
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ich kann dich voll zustimmen! Danke für deine tolle beitrag, ich brauche diese bestädigung, diese errinerung dass ich mal einiges einfach nicht kann, weil ich so "gebaut" bin wie ich bin immer wieder...Es tut mal wirklich gut zu lesen.
    wild nicke......

  9. #949
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegerlein schreibt:
    Sorry wenn ich mich einmische:

    Das konnte ich aus Pilzis Posting nicht herauslesen.
    Wir alle lesen doch nur Situationen und versuchen sie zuzuordnen bzw. zu erklären.
    Das man dann das ein oder andere einer ADHS nicht zuordnen kann, bedeutet ja nicht gleich eine Infragestellung der Diagnose.
    Aber es ist auch nicht falsch, hier und da nachzuhaken und kritisch zu hinterfragen, allein um ein wenig aus dem Wahrnehmungsfilter herauszukommen, in die jeder Mensch gleitet.
    Danke für deine "Einmischung", die ich gar nicht als Einmischung empfinde.
    Ich habe schon an mir gezweifelt, ob ich mich irgendwie unklar ausgedrückt habe. Ich habe ja auch extra noch betont, dass ich kein Fachmann bin. Und die ADHS Diagnose habe ich nie angezweifelt. Ich habe nur geschrieben, dass dieses eine Verhalten nicht dafür spricht.
    Allerdings ist es gerade beim erwachsenen ADHSler ja so, dass vieles kompensiert wird. Das macht die Diagnose ja so schwer, weil man da genau hinschauen muss, ob sich darunter ADHS verbirgt oder nicht. Und wenn man dann ADHS diagnostiziert bekommen hat, dann können dazu noch weitere Komorbiditäten dazu kommen.

    Ich weiß bei mir, dass einige meiner Verhaltensweisen völlig ADHS untypisch sind. Bei einigen dieser untypischen Verhaltensweisen kann man bei genauem Hinschauen die ADHS entdecken. Bei anderen Verhaltensweisen dagegen nicht. Bei mir ist es so, dass ich aufgrund meiner Kindheit/Jugend mir gewisse Verhaltensweisen aneignen musste, weil ich keine andere Wahl hatte und weil diese Anpassung "überlebenswichtig" war. Teilweise stecken da dann auch Dissos dahinter.
    Einige meiner ADHS untypischen Verhaltensweisen sind sinnvolle und wirkungsvolle Kompensationsstrategien.
    Für mich ist es wichtig, zu wissen, welcher meiner Verhaltensweisen ADHS untypisch sind, warum sie das sind, was genau dahinter steckt und ob das für mich förderliche Verhaltensweisen sind oder ob sie eher destruktiv sind.
    Die, die nicht förderlich sind, wie z.B. überperfektionistisches Verhalten oder zwanghaftes Verhalten, muss ich ändern. Die, die konstruktiv sind, kann ich beibehalten und da kann ich schauen, ob und wie ich sie auf andere Problemfelder in meinem Leben anwende.

    Ich finde es wichtig, dass trotz einer ADHS Diagnose, die ich hier niemandem absprechen möchte, es möglich sein kann, dass einige Probleme nicht auf ADHS zurückzuführen sind.
    Das kann dann aufgrund von Kompensationsstrategien sein. In solchen Fällen ist dann die destruktive Kompensationsstrategie das Problem. Manchmal sind Komorbiditäten für bestimmte Probleme verantwortlich. Manchmal ist es das soziale Umfeld, etc.
    Die Sache ist komplex und schwierig.
    Und viele Ärzte kennen sich mit diesen komplexen ineinander übergreifenden und sich gegenseitig beeiflussenden Problemfeldern nicht aus.


    Elwirrwarr schreibt:
    Vor gut einem Monat, beschloß ich mich mit meinen Dissoziationen zu beschäftigen. Ich hoffte, hier liege ein Schlüssel. Ich lernte Emoflex kennen und versuche seit dem es anzuwenden. Es hilft mir nicht wirklich, bzw. es verändert Nichts. Es wird wahrscheinlich ein weiterer Punkt auf meiner Liste mit dem Namen: "und das bekommst du auch nicht hin - allen bringt es was und bei dir ist mal wieder alles umsonst".
    Nein, mir hilft Emoflex auch nicht. Bzw. würde es mir vielleicht helfen, wenn ich es tatsächlich anwenden könnte. Aber ich finde das Verfahren ehrlich gesagt langweilig. Mir fehlt da die Geduld dazu. Für mich ist es zu passiv. Zuviel, was sich nur in meiner Vorstellung abspielen soll. Das ist nicht so meins. Ich bin eher der praxisbezogene Typ und muss aktiv irgendwas machen. Also irgendwas mit Bewegung und Aktion und so.
    Allerdings war ich auch nie auf so einem Workshop oder einem Vortrag oder sowas. Vielleicht wäre es dann anders.

    Emoflex bringt also nicht allen was. Den Punkt kannst du also von deiner Liste streichen.

  10. #950
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: ADHS und Dissoziation

    Nein, mir hilft Emoflex auch nicht. Bzw. würde es mir vielleicht helfen, wenn ich es tatsächlich anwenden könnte. Aber ich finde das Verfahren ehrlich gesagt langweilig. Mir fehlt da die Geduld dazu.
    Hallo

    es ist bei mir wahrscheinlich eine Mischung aus "ich kann mich nicht recht konzentrieren und schweife zu schnell ab" und "Ich habe mal wieder zu hohe Erwartungen".

    Wahrscheinlich wäre es für mich gut, wenn ich mit jemanden zusammen die Übungen machen könnte. Es hilft mir, mich zu strukturiere, wenn ich jemanden in meiner Nähe weiß, der mir ggf. helfen könnte. So allein ist es wirklich schwer für mich, nicht abzuschweifen.

    Bis denne Elwirrwarr


Ähnliche Themen

  1. Dissoziation oder Ablenkbarkeit?
    Von Jazz im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 13.07.2011, 00:32

Stichworte

Thema: ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum