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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #891
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Schnuppe, auch ich habe Erlebnisse aus meiner Kindheit, die ich unglaublich schön finde. Und die sind wahrscheinlich für jemanden, der eine "normale" Kindheit hatte, eher belanglos. Aber für mich sind sie eben wichtig.
    Ich sehe daran nichts falsches. Im Gegenteil, wenn ich mich als Kind nicht an solche Ereignisse geklammert hätte, dann hätte ich mein Leben nicht ertragen können. Und für mich sind diese Ereignisse auch heute noch in meiner Erinnerung sehr schön.

    Ich kann mich z.B. erinnern, dass mein Vater mit mir mal ein Iglu gebaut hat. Ich wollte damals als Kind immer ein Iglu bauen, das war so ein Traum von mir. Und dann hat mein Papa das mit mir gebaut. Das Iglu hatte zwar kein Dach und auch nicht alle Wände und es war eher eine Ruine, aber für mich war diese Zeit mit ihm sehr kostbar. Und in meiner Erinnerung dauerte sie länger an als sie wahrscheinlich war. Und sicher gab es vorher und auch nachher zuhause wieder wegen irgendwas Ärger und mein Papa war dann ganz schnell nicht mehr lieb und nett.
    Aber das ändert nichts an meiner schönen Erinnerung an dieses Iglu-bauen.

    Heute weiß ich, dass meine Kindheit nicht immer schön war. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie nie schön war. Meine Kindheit war nicht nur dunkel und schwarz. Nein es gibt auch bunte und helle Flecken. Und an diese schönen Zeiten klammere ich mich. Ich denke gerne daran. Und das ist auch gut so. Sie geben mir heute die Kraft, die ich brauche, um mit meiner Kindheit fertig zu werden.
    Und ich denke, das ist auch mein Ziel: Dass ich die schönen und die schlechten Dinge in meiner Kindheit sehen kann. Beides. Dass ich weiß, dass es beides gab. Dass ich das für mich so akzeptieren kann.

    Und für mich gehört dazu auch, dass ich schöne Dinge, die ich erlebt habe, überbewerte. Gerade weil es nicht so viel davon gab. Ich finde das nicht schlimm, sondern durchaus legitim. Letzen Endes gibt es dabei kein richtiges oder falsches Erinnern.

    Und dann muss ich ganz ehrlich sagen, dass ich mich nciht so mit dem Erinnerung und der Vergangenheit an und für sich beschäftige. Ich sehe das eher pragmatisch.
    Ich vergesse Dinge. Erinnerungen verblassen. Manchmal finde ich das schade. Z.B. dass ich die Stimmen von verstorbenen Angehörigen vergessen habe. Aber ich habe die Menschen nicht komplett vergessen. Es ist eher so, dass wir uns voneinander entfernen und ich sehe jetzt eher das große Bild weiter entfernt. Die Erinnerungen, die für mich wichtig sind, vergesse ich nicht komplett. Teile ja, aber nie alles.

    Aber ich halte mich daran nicht so lange auf. Es ist so. Und ich denke, dass das Vergessen auch wichtig ist. Wenn man nichts vergessen würde, würde man viel zu sehr in der Vergangenheit leben und nicht in der Gegenwart.
    Ich mache mir daher lieber Gedanken über die Gegenwart als über die Vergangenheit.

    Schnuppe, ich denke aber, dass du ein großes Problem mit der Sache hast und ich kann, ehrlich gesagt, nciht ganz nachvollziehen, was dein Problem ist. Und daher möchte ich auch nicht soviel dazu schreiben, weil ich das nicht verstehe und weil ich daher Angst habe, dass ich was schreibe könnte, was dich triggert.
    Ich denke, du solltest dieses Problem mit Jemandem besprechen, der sich beruflich damit beschäftigt. Ich mache mir ein bisschen Sorgen,dass dich dieser Thread destabilisiert.

  2. #892
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo alle,

    @ Fliegenpilz:

    Ich habe Russell Barkley anders verstanden. Er sagt nicht, dass man Informationen und Erinnerungen nur an einem bestimmten Ort abrufen kann. Er sagt, dass "normale" Menschen Erinnerungen wie einen Film abspielen können. Normale Menschen gehen quasi mit ihrem Plan in die Fabrikhalle und finden dann schnell genau das, was sie suchen.
    Ein ADHSler hat weder eine geordnete Fabrikhalle noch einen dazugehörigen Lageplan. Er findet in seinen Erinnerungen die eine Erinnerung, die er sucht, nur nach einigem Suchen, wenn überhaupt.
    Und da spielt es auch keine Rolle, ob man am Ort der Erinnerung ist oder nicht.
    Genau so nehme wahr und habe mühe es stinos zu erklären! Ich denke, diese bilder sind für mcih so klar und helfen mich wörte zu finden für meine abrufschwierigkeiten.

    Ich merke viele konsequenzen davon: im gespräch reagiere ich zörgerlich. Auch eine frage muss ich so lange nachdenken dass andere meinen, ich hatte ihre fragen nicht verstanden und wollen mich es erklären, was mich ablenkt. Mittlerweile kann ich sagen "Ich habe es verstanden".

    Auch wenn ich rede und mühsam meine errinerungen, meine bilder im kopf suche und die passende wörter dazu, lenkt es mich ab wenn jemand "dazwischen funkt" mit meine sätze beenden, oder nachhacken.

    Es ist mich auch klar, wieso wenn jemand mit eine frage stellt, 1 sekunde wartet und dann erklärt wieso er die frage stellt, dann wieder weiter redet, dass es mich aggressiv macht: es stresst mich, weil ich zuerst denke, die andere person will ein antwort von mich, aber lenkt mich dann ab.

    Also, wenn stinos mich helfen wollen sachen in meine lager zu finden, lenken sie mich ehe ab von suchen. Das einzige was hilft ist zeit und ruhe.

    Ander situation wo es kniffig ist: die arbeit! Im moment wo ich infos haben muss, kommen sie mich nicht im sinn... Aber dann gerne nach der arbeit. Ausser, ich habe notizen und denke dran drauf zu schauen. Routine lernen geht lange, weil bis es automatisch ist, bis ich schnell die info finde die ich jetzt gerade brauche, braucht zeit. Bestensfall habe ich gute notizen dafür, aber bin doch noch langsam und hoffe dass die menschen um mich genug lang geduldig werden (leider nicht immer so gewesen). Meine eigene gedankengang muss ich selber machen und es stresst mich wenn jemand hinten mich sagt was zu tun ist, ohne dass ich dazu selber zu denken komme.

    Auch mit viele routine, wenn etwas mal anders ist, oder es kommt eine ablenkung ist wieder mal eine flüchtigkeitsfehler dabei. Mist!

    Puh!!!! Ich lerne damit umzugehen und neue, bessere verhalten, auf solche situation nimmt auch zeit... Was mich dabei hilft ist meine gute vorstellungvermögen: ich kann mich einige abläufen im kopf vorstellen, wie ein film, damit es wie eine "übung" wirkt. Aber habe ich auch einiges anders zu erledigen und daher es immer zu bestimmte neue sache anwende, aber nie zu viel auf einmal.

    @ Eiselein: ich stimme patty zu! Probieren kostet nichts und du merkt rasch ob es dich was bringt. Natürlich für eine leben voll kleine traumata braucht etwa zeit, aber ich hatte bis jetzt keine effizienter methode gefunden um meine alte mist zu versorgen.

    Bei mich sind auch ehe kleine traumatas das thema. Sachen die sich wiederholt haben. Ich merke ihre wirkung durch eine gewisse stimmung oder überzeugung: Was ich immer wieder erlebt hat, gehört so stark zu mein leben dass es schwierig ist sich für etwas anders zu öffnen. Die folgen davon sind nicht armlos.

    Ich hatte mobbing erlebt und hatte nur erwartet dass es wieder passiert, sehr ängstlich. Bis eine therapie kam.
    Mit ADS zu leben sehe ich auch als eine folge von kleine traumata mit viele folgen: unverstanden zu sein, unter druck gesetzt zu werden, rüffel bekommen... Davon habe ich noch der überzeugung dass es egal ist wie viel ich mich bemühe, es wird im augen andere ehe nie genug und demenstprechen reagiere ich auf der kleinste druck mit wiederstand. Ich blocke einfach innerlich ab. Ich habe damit angefangen zu arbeiten und merke wie viel kreativität dadurch blockiert ist: Wenn ich meine energie nicht mehr zu grübeln und mich blockieren (zu selbstschautzt) anwende, finde ich spontan eine kreative lösung! Ein bisschen davon ist schon passiert.

    lg

  3. #893
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 243

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo,

    meine Kindheit war meine Identität...es gab ja nichts anderes. Die Menschen meiner Familie waren mein Universum. Das Grundgefühl war pure Angst, sie zu verlieren! Aber das war eben so, das war meine Welt, ich kannte nichts anderes. Mein Vater war Trinker, meine Mutter voller Angst, dass es nicht weitergehen könnte.

    Diese Angst hat mich nie wieder verlassen, sie ist es die mich immer wieder und immer länger in diese Scheinwelt der Dissoziation hineingebracht hat, die Dissoziation schützt mich vor der schrecklichen Angst. Ich existiere, aber lebe nicht mehr.

    Seitdem ich vor über 23 Jahren von Zu Hause ausgezogen bin, habe ich mich bisher nicht wieder so gefühlt, so empfunden, wie ich immer war.

    Ohne MPH wäre noch nicht mal eine Therapie möglich-

    Wenn man mich erlebt, dann kann man gar nicht glauben, dass sowas hinter einem Lächeln steckt. Geübt ist geübt und das jahrelang.

    Kann man da überhaupt was machen?

    Liebe Grüße
    von Rosenfee

  4. #894
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo rosenfee,

    Ich denke, auch bei deine schreckliche situation, kann man etwas tun! Zuerst mal, hast du überlebt und es zeigt dass du ressourcen hast.

    Dann in kleine schritten kann es dich langsam besser werden. In deine alter war mich schrecklich schlecht, da ich eine miese kindheit hatte und heute geht es mich gut. Dazwischen viel arbeit an mich, viel tränen auch und sehr viel motivation. Aber sich besser fühlen ist auch eine so tolle belohnung...

    Wenn es viel baustellen hast, wenn viel zu tun gibt, ist auch einfacher zu anfangen: Irgendwo wo klemmt und du findest sicher etwas... Es ist auh egal wo du du anfängst. Du wirst merken ob es dich was bringt oder nicht.

    Ich hatte auch viel verschiedenes probiert und so erfahrung gesammelt was mich hilft. Mit der wille mich besser zu fühlen, neugier und motivation bin ich vorwärts gekommen. Ich bin auch menschen begegnet die mich geholfen hatten (eine wichtige element!).

    In deine alter kann man noch viel tuen! Du bist noch flexibler als eine 40-jährigen (obwohl in diese alter immer noch sehr viel möglich ist), hast noch zeit von dich und so wie ich lese, hast du schon angefangen.

    Was ich oft gelesen habe und selber erfahren habe: sicherheit durch eine äusserliche gute situation hilft gut, wenn es grosses zu bewähltigen gibt. Gute situation meine ich damit wenn du eine interessante job hast mit nicht zu viel stress, oder eine ausbildung machst der dich spass macht, eine gute beziehungsnetz und weit weg bis von was dich früher verletzt hatte. Manche menschen (mich ist es eben so passiert) finden die kraft sich um ihre seelemühl zu kümmern wenn sie sich verlieben....

    lg

  5. #895
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Rosenfee schreibt:
    Wenn man mich erlebt, dann kann man gar nicht glauben, dass sowas hinter einem Lächeln steckt. Geübt ist geübt und das jahrelang.
    Ja, das kenne ich. Man spielt eine Rolle, weil es gar nicht anders geht. Man lacht, obwohl man eigentlich weinen möchte. Und auch wenn es einem furchtbar dreckig geht, kann man anderen (und manchmal auch sich selber) glaubhaft versichern, dass es einem gut geht.
    Diese Rolle ist einem schon so in Fleisch und Blut übergegangen, dass man sie nicht mehr ablegen kann.


    Kann man da überhaupt was machen?
    Ja, kann man.

    Ich weiß nicht, ob du dich schon intensiver damit auseinandergesetzt hast, dass du als Kind in einer Alkoholikerfamilie aufgewachsen bist. Das ist der erste Schritt, dass du dich darüber informierst.

    http://www.nacoa.de/images/stories/p...acoa_infos.pdf Das finde ich als Einstieg in die Thematik ganz gut. Mir hat es gut getan, dass ich damit nicht alleine bin, dass es viele gibt, denen es auch so geht.

    Informationen für erwachsene Kinder aus Suchtfamilien Dort findest du noch mehr Informationen. Und auch Links zu Selbsthilfegruppen und speziellen Therapeuten.

    Mir hat dann noch ein Buch sehr weitergeholfen. http://www.amazon.de/Familienkrankhe...9344691&sr=1-1 Die Autorin hat selber eine Kindheit in einer Suchtfamilie gehabt und sie beschreibt sehr gut, wie das Leben in solchen Familien abläuft und wie es den Kindern dabei geht. Und dann schreibt sie auch noch, wie man die Folgen aufarbeiten kann. Welche Möglichkeiten es da gibt.

  6. #896
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 243

    AW: ADHS und Dissoziation

    Danke mj71 und Fliegenpilz,

    dass ich in einer Alkoholikerfamilie groß geworden bin und deren Folgen....habe ich bereits jahrelang bearbeitet und war auch viele Jahre bei Alanon. Die jetzige Angst sitzt tiefer und hat viel mit meiner Mutter und ihrer Familie zu tun. Alkoholismus ist einfach nur traurig und eine schwerwiegende Beziehungsstörung der ganzen Familie.

    Die Sache mit meiner Mutter wird mich noch lange beschäftigen....Ich weiß eigentlich gar nicht wer sie ist. Sie hat eine zu perfekte Rolle eingenommen und sich nie in die Karten gucken lassen. Ich vermisse sie seit meinem Wegzug dennoch, dafür war sie immer eine zu schillernde und grandiose ADSlerin und Narzistin. Meine Rettung ist der Abstand zu ihr und den werde ich auch nicht so schnell wieder einreißen. Sie wird langsam auch gebrechlich und aggressiv gegenüber meinen vor Ort lebenden Schwestern. Neulich ist sie gestürzt und hat sich eine Gehirnerschütterung zugezogen. Sie muss ziemlich durch den Wind gewesen sein. Hilfe will sie keine und wird dann wütend. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass sie mal alt wird und nicht mehr ihre Tyrannei in der Familie ausleben kann. Mein Vater ist seit Jahren dement und wird von einer Pflegerin in unserem Haus betreut. So kann meine Mutter immer rumreisen und rumflattern.

    Wie gruselig, wenn alles zusammenbricht. Auch wenn es der Lauf der Dinge ist...Ich bin sehr traurig.

    Rosenfee

  7. #897
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 243

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo,

    ja, ich denke auch, dass es sich um viele Mikrotraumen handelt. Deswegen ist es manchmal auch so unvorstellbar, wie die eigene Lebensgeschichte sich in eine solche Absurdität verwandeln konnte. Im Großen und Ganzen ist auch in meinem Leben nicht wirklich der Big Bang gewesen. Ich stamme, wie die meisten hier aus einer "anständigen Bürgerfamilie", wenn man sich mal den Alkoholismus meines leiblichen Vaters in den ersten Lebensjahren wegdenkt.

    Mein Stiefvater, mit dem ich viel länger zusammengelebt habe, hat uns ein materiell sorgenfreies Leben und soziale Sicherheit ermöglicht. Er war immer freundlich und hat es gut mit uns gemeint. Dafür danke ich ihm mein Leben lang! Wir hatten es gut und ich bin auch sehr stolz auf das was meine Eltern für uns getan haben....und dennoch so eine Entwicklung.

    Da sieht man doch mal, was die unterschwelligen Stimmungen, Meinungen, Botschaften, Absichten und das liebe Unterbewusstsein für eine Macht hat.

    Bei meiner Mutter gab es keine Schwäche, es gab keine Gründe nicht zu funktionieren, jede Gebrechlickeit, jede persönliche Schwächelei war für meine Mutter ein Greul und schlichtweg nicht existent. Wer leistet, der war und ist was und wer schwächelt, ist ein Simulant oder stellt sich an. Als ich erzählte das ich ADHS habe, kam nur ein großes Erstaunen, denn nun gab es ja eine Ausrede für meine Faulheit und vielen Spinnereien. Mein jahrelanges stilles, auch mal lautes Leiden, hat sie stets ignoriert und isr mir dann lieber aus dem Weg gegangen Es war nicht existent. Als ich endlich wegzog, wollte meine Mutter mich noch entmündigen und unterstellte mir eine Borderlineerkrankung, damit ich nicht weggehen sollte. Das hat die Sache dann nur noch beschleunigt. Ich habe mir nie etwas zu Schulden kommen lassen, habe mich nur erdreistet, endlich mal mein eigenes Leben leben zu wollen. Wie bin ich froh, dass ich den Absprung, wenn auch viele Jahre zu spät, geschafft habe.....Dennoch genügt es vollkommen, sich bei dieser lebenslange feindlichen und unpersönlichen Behandlung in alle Himmelsrichtungen zu dissoziieren, oder nicht?

    Gruß von Rosenfee

  8. #898
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 399

    AW: ADHS und Dissoziation

    @ Rosenfee,
    ich wünsche dir viel kraft in deiner jetzigen situation. und die traurigkeit, die dich zeitweilig umgibt hat seine daseinsberechtigung und gehört dazu auch wenn es manchmal nicht auszuhalten ist. mutter- tochterbeziehung, ja es währe so schön, wenn sie einfach währe, ist sie bei mir auch nicht nun sind wir zu zweit und sicher sind da noch ganz viele ...lg lichtstrahl

  9. #899
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 243

    AW: ADHS und Dissoziation

    Liebe Lichtstrahl,

    leider geht es so vielen so wie uns. Aber wir sprechen es an. Danke Dir.

    Alles hängt immer mit allem zusammen. ADHS taucht wohl doch nicht isoliert auf! Irgendwo liegen immer die Hunde begraben, bei jedem von uns, scheinbar!

    Schlaf recht gut.
    Rosenfee

  10. #900
    Chaoprinzessin

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    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo rosenfee,

    Bei meiner Mutter gab es keine Schwäche, es gab keine Gründe nicht zu funktionieren, jede Gebrechlickeit, jede persönliche Schwächelei war für meine Mutter ein Greul und schlichtweg nicht existent. Wer leistet, der war und ist was und wer schwächelt, ist ein Simulant oder stellt sich an. Als ich erzählte das ich ADHS habe, kam nur ein großes Erstaunen, denn nun gab es ja eine Ausrede für meine Faulheit und vielen Spinnereien. Mein jahrelanges stilles, auch mal lautes Leiden, hat sie stets ignoriert und isr mir dann lieber aus dem Weg gegangen Es war nicht existent. Als ich endlich wegzog, wollte meine Mutter mich noch entmündigen und unterstellte mir eine Borderlineerkrankung, damit ich nicht weggehen sollte. Das hat die Sache dann nur noch beschleunigt. Ich habe mir nie etwas zu Schulden kommen lassen, habe mich nur erdreistet, endlich mal mein eigenes Leben leben zu wollen. Wie bin ich froh, dass ich den Absprung, wenn auch viele Jahre zu spät, geschafft habe.....Dennoch genügt es vollkommen, sich bei dieser lebenslange feindlichen und unpersönlichen Behandlung in alle Himmelsrichtungen zu dissoziieren, oder nicht?
    In eine solche stimmung aufzuwachsen reicht völlig aus um eine traumata zu haben! Solche einstellung wie deine mutter hat, haben nämlich viele menschen ihre generation und wenn eine kind mit ADS drin wächst, lässt es tiefe spuren (stinos bleiben davon auch nicht unverschont).

    Deine mutter hat dich behandelt wie sie selber behandelt war. es geht ihr nicht besser als dich, vielleicht sogar mieser noch und so was muss sie verdrängen.

    DSer alkoolismus deine vater dadrin ist kein zufall: Der partnerwahl ist auch kein zufall und menschen verlieben sich an jemand der oft ganz ähnliche muster hatte. Dein vater hat seine problem mit alkool bewähltigt.

    Bei mein vater sehe ich einiges ähnliches als bei deine mutter, aber nicht so stark ausgeprägt. Ich vermute dass er auch ADS hat, aber hatte gut kompensiert. So wie ich zuerst vermutet habe und dann bestädigt bekommen, war er als knabe eine sensibelchen. Aber in die 40 jahren weint doch eine echte kerl nicht! So war er erzogen. Seine verletzbarkeit versteckt er hinten eine agressive, laute und harte verhalten. Darunten hatte ich gelitten und auch mit meine tränen konnte er gar nicht umgehen. Naja, er hat mit mich gemacht wie es mit ihm gemacht war und je mehr ich mich verstehe, meine geschichte, je mehr kann ich ihm auch verstehen und verzeihen.

    Auch was deine mutter erlebt hatte, ist etwas weitverbreitet in unsere westliche gesellschaft... Oft im mildere form. Stark sein und leisten. So was kommt mich bekannt vor und spuren hat es auch gelassen.

    Ich bin seit jahren dabei solches abzubauen. Ich merke auch dass es manchmal auch nicht einfach ist mal "schwach" zu sein in eine leistungsgesellschaft, weil es immer ein mensch geben wird der meckern wird. Mich wirklich dort schnell entwicklet war als ich merkte dass es beruflich so nicht weiter geht (es ist immer mies gegangen) dass ich kaputt werden kann und ich hatte keine andere wahl zu überleben. Dann zustehen dass ich kein job habe und im moment keine annehmen kann, also, nicht so leistungsfähig bin. Es tut weh, aber anders als diese tatsache annehmen konnte ich nicht wirklich. Ich erlebe immer wieder druck von behörden, es ist ihre job . Aber ich lasse, meine gesundheit zu liebe immer weniger beeindrucken.

    Wenn du mit dissozieren doch deine leben irgendwie in griff kriegst macht dissozieren auch sinn. Aber der leiden ist irgendwo noch dort und zeigt sich auch.

    lg


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