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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #881
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.321

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegenpilz schreibt:
    ... Der Erinnerngsspeicher im Gehirn ist eine riesengroße Fabrikhalle.

    ... Die ADHS Halle ist eine einzige Katastrophe.

    ... Manche dieser Dissos sind in kleinen Einzelsafes versteckt und die sind quasi schwerelos und schweben in der Erinnerungshalle herum und treiben dort ihr Unwesen. Sie sind überall und nirgendwo.

    So wie ich das verstanden habe, ändern Emoflex und auch andere Traumatherapiemethoden nicht die Erinnerungen direkt. Die Erinnerungen werden nur aus dem Safe geholt und in ein Regal gestellt, damit sie nicht mehr einfach herumschweben, sondern fest verankert sind und damit man sie anfassen und fühlen kann, wenn man das möchte.
    ...

    So stelle ich mir das ganz laienhaft vor.
    Ich finde, da hast du sehr passende Bilder gefunden.

    Sehr schön, wie du "Emoflex macht nix weg - es integriert." beschreibst. Ich sehe das nun wie einen Film vor mir ablaufen!



    LG Patty

  2. #882
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    @ Fliegerlein: Das finde ich irre, dass es dir auch so geht. Hui. Bin ich noch garnicht drüber weg^^

    Heute lassen mich die Erinnerungen irgendwie in Ruhe und ich will nichts Falsches sagen, keinen alten Stand oder so. Ich hoffe ja, dass sich alles langsam ändert.

    Vor nem halben Jahr hatte ich schon das Gefühl, dass die Distanz zu den Erinerungen kleiner geworden ist, sie mehr gemeinsame Nenner oder Gemeinsamkeiten, wie auch immer haben.

    Es ging mir früher generell so, das hat eher mit Dissoziation zu tun, denk ich, dass viele Dinge so garnicht unter einen Hut zu bringen waren. Zum Beispiel bestimmte Musik hören und bestimmte Dinge tun, dass meine Eltern bestimmte Ansichten haben und ich mit ihnen zusammenlebe. dass ich auf der einen Seite das will, auf der anderen Seite das und so weiter, aber es sind nicht direkt Gegensätze, es war nur alles so verschieden, es fehlte so der rote Faden. Es waren auch noch mehr Sachen als das.



    Meine Erinnerungen sind wirklich sehr nach Standort gespeichert. Dementsprechend komme ich an einen neuen Ort und da ist erstmal: Nichts. Aber eigentlich gibt es viel mehr, an das ich denken könnte, das in meinem Leben eine ROlle gespielt hat, Themen, die mich intressieren usw. die muss ich erstmal in den neuen Ort reinholen, dann geht es eher. Aber so von Anfang an... Das deckt sich mit dem, qwas Russel Barkley gesagt hat. Nur abrufen können an ein- und demselben Ort.
    Z.B. habe ich zwei Postkarten bekommen und ich hab überlegt, wohin mit denen, ich kleb sie in mein Tagebuch. Früher hab ich Postkarten IMMER in eine Postkartenbox getan, schon mehrere Jahre und da haöt gesammelt und dieses Früher ist einen Monat her. Heute hab ich diese Box wieder geholt und da ist es mir eingefallen. Nun passt sie aber nich in diese WOhnung und ich hab immernoch Angst, dass die Sachen sich gegenseitig ´überschreiben und dass ich keine Chance habe, mich an das alte Etwas-So-Und-So-Tun erinnere, wenn ich das gleiche in einem neuen Ort tue. Dass die Verbindung, dieses Nochmal-Dieses-Gefühl-Haben-Können irgendwie abreißt.
    Und das könnte ich mir vorstellen, ist dissoziativ, oder?
    Z.B, hier jetzt Sachen an die Wände zu hängen, würde mir dieses Zimmer eher meinem (ganz) alten Zimmer bringen (mal abgesehen davon,d ass ich zu sensibel bin, um etwas an die Wand zu hängen). Ich denke aber, dass ich dann, wenn ich auf alte Fotos, wie die Sachen in meinem alten Zimmer hängen, gucke, nicht mehr an die Gefühle denken werde, die ich hatte, wenn ich vor diesen Fotos stand (/wenn ich dort Nudeln gekocht habe/wenn ich dort abends nach Hause gekommen bin...). Sondern, dass die Gedanken, die mir dann als erstes einfallen, wenn ich dieses Foto sehe oder diesen Song höre, mit der neuen Nutzung zusammenhängen, also ich dann an die neue WOhnung und das neue Leben denke und die alte Erinnerung sekundär wird.
    Ich hab früher bestimmte Gegenstände ziemlich konserviert um sie nur selten zu sehen, alles, was voller Eindrücke war. In bestimmten Stimmungslagen konnte ich noch mehr von diesen Gefühlen spüren...

    So war das bei mir.

    Was ich an diesem ADHS-mäßigen, dass man an bestimmten Orten bestimmte Infos abrufen kann und sehr in denen lebt und in Wetterlagen und sowas gut finde, ist, dass es einen irgendwie stabilisiert. Also ich gehe irgendwo hin, sehe wen, vergesse dann gleich, worüber ich grade noch sorgenvoll war oder mich geärgert habe und es ist schön, dann geh ich wieder woanders hin und so weiter, gut, das ist keine lange BEschreibung und ich kenne auch wenig Leute oder weiß, wie Leute leben, sagen wirs so, aber es wirkt ganz gut. Außer, man hat einen Kummer, der einen die ganze Zeit begleitet, dann geht das natürlich nicht.

    @ Fliegerlein und Fliegenpilz: Danke nochmal für die Erklärungen!!
    Das hat mir schon viel geholfen. Danke, dass ihr euch mit diesem Problem irgendwie mitbeschäftigt und dann so lange noch!!

    Ist es schwierig, da eine Trennlinie zu ziehen oder kommt es mir nur so vor, was ADHS ist und was nicht mehr ADHS ist?

  3. #883
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.422

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo fliegenpilz,

    Ich finde der bild von der halle sehr schön beschrieben! Ich merke auch diese schwierigkeit sachen abzurufen, wenn stinos auf eine frage sofort eine antwort loswerfen können die schon "ordentlich" tönt.

    Ich habe mal der ausdruck gehört (von eine ADSlerin): "im kopf aufräumen". Ich habe der eindruck dass bei mich, durch der tag, alle eindrücken in der halle irgendwo geschmiessen werden. Besonders wenn viele eindrücken auf mich zukommen, gibt es eine chaos.

    Dann, wenn ich ruhe habe, mache ich nun etwas ordnung dort, aber eben nicht so wie eine stinos. Zuerst geht es länger und es wird anders sortiert als bei eine stinos (denke ich). Ehe im haufen und mehr oder weniger nach thema... So ist es in etwa in meine wohnung.

    Vielleicht wird es mehr vernetzt aufgeräumt als in regalen... Ich weiss, dass bei alles was mich durch der tag begegnet oft 1000 gedanken mich in sinn kommen...

    Und wenn man neben eine normale alltag, in diese chaos noch alte mist entsorgen muss, geht es auch länger als bei stinos...


    Mit der safe, finde ich es auch eine schöne bild!

  4. #884
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    @ mj71:

    ich brauch auch oft tage, bis ich mir zu irgendwas einen gedanken gebildet habe und mal ne frage oder sonstwas beantworten kann...

    das mit dem safe finde ich auch ein total gutes bild, wir sich die erinnerungen darin loslösen.

    das mit den regalen ist bei mir nicht so. oder keine ahnung, ich muss mal drüber nachdenken.

  5. #885
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    schnuppe schreibt:
    Nun passt sie aber nich in diese WOhnung und ich hab immernoch Angst, dass die Sachen sich gegenseitig ´überschreiben und dass ich keine Chance habe, mich an das alte Etwas-So-Und-So-Tun erinnere, wenn ich das gleiche in einem neuen Ort tue. Dass die Verbindung, dieses Nochmal-Dieses-Gefühl-Haben-Können irgendwie abreißt.
    Und das könnte ich mir vorstellen, ist dissoziativ, oder?
    Hm, ich denke, dass deine Angst vor dem Überschreiben und dem Vergessen der Erinnerungen dissoziativ ist.

    Ich kann mich an viele Situationen nicht mehr ganz genau erinnern und das führt dann natürlich auch dazu, dass das dazugehörige Gefühl weg ist. Aber im Unterschied zu einer Dissoziation war das Gefühl anfangs mit der Situation verknüpft.
    Bei einer Dissoziation wird in der traumatischen Situation das dazugehörige Gefühl abgespalten.
    Wenn ich dich richtig verstanden habe, hattest du während dieser Situation das dazugehörige Gefühl?

    Zum Beispiel habe ich mich als Kind bei meiner Oma geborgen und geliebt gefühlt. Insbesondere beim Spiele spielen. Die Erinnerung daran verblasst immer mehr und ich kann mich kaum noch an einzelne Situationen erinnern. Das ist meiner Meinung nach normal.
    In meinen traumatischen Situationen, wie z.B. Situationen mit häuslicher Gewalt, habe ich den Schmerz, die Angst und die Hilflosigkeit damals nicht gespürt. Ich habe nichts gespürt. Meine Gefühle konnte ich in diesen Situationen nicht wahrnehmen. Das ist eine Dissoziation.

    Und diese abgespaltenen Gefühle kommen jetzt immer öfter an die Oberfläche. Und zwar in unterschiedlichen Formen. Als psychosomatische Schmerzen und dass ich kochendheißes Wasser nur schlecht als Schmerz wahrnehme. Und dass ich teilweise panikartig reagiere. Als Beispiele. Oft reagiere ich in Situationen, die mich unbewusst an das Trauma erinnern über und die Gefühle (wie z.B. Wut), die ich damals nicht fühlen konnte, spüre ich dann umso heftiger.

    Was mich an deiner Schilderung aufhörchen lässt, ist die Angst, die du schilderst. Denn die passt zu der Situation, also dem generellen Vergessen, nicht dazu. Erinnerungen verblassen. Das ist ganz normal.
    Und auch, dass Erinnerungen überschrieben werden. Die Fabrikhalle wird ab und an ausgemistet und der Uraltkram fliegt raus.
    Diese Angst könnte eventuell von einer traumatischen Situation kommen.

    Das deckt sich mit dem, qwas Russel Barkley gesagt hat. Nur abrufen können an ein- und demselben Ort.
    Ich habe Russell Barkley anders verstanden. Er sagt nicht, dass man Informationen und Erinnerungen nur an einem bestimmten Ort abrufen kann. Er sagt, dass "normale" Menschen Erinnerungen wie einen Film abspielen können. Normale Menschen gehen quasi mit ihrem Plan in die Fabrikhalle und finden dann schnell genau das, was sie suchen.
    Ein ADHSler hat weder eine geordnete Fabrikhalle noch einen dazugehörigen Lageplan. Er findet in seinen Erinnerungen die eine Erinnerung, die er sucht, nur nach einigem Suchen, wenn überhaupt.
    Und da spielt es auch keine Rolle, ob man am Ort der Erinnerung ist oder nicht.


    Ist es schwierig, da eine Trennlinie zu ziehen oder kommt es mir nur so vor, was ADHS ist und was nicht mehr ADHS ist?
    Also bei starken Dissoziationen fällt es mir nicht schwer diese zu erkennen. Bei schwachen finde ich es schwer. Allerdings finde ich, dass man gerade schwache Dissos gar nicht unbedingt erkennen muss. Denn zum Problem wird eine Disso ja erst dann, wenn sie sich bemerkbar macht und dann erkennt man sie auch, weben weil sie sich entsprechend bemerkbar macht.
    Geändert von Fliegenpilz ( 3.10.2012 um 00:02 Uhr)

  6. #886
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 399

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegerlein schreibt:
    Ich benutze um das zu erklären immer das Beispiel mit einer Messiwohnung, ... aber Fabrikhalle trifft's irgendwie viel besser
    Passt mehr rein und ist mehr Platz für Chaos
    super kombi Fabrikhalle und messiwohnung . es erklärt meine begriff "geistiges messitum".... irgendwann geisterte er durch meinen kopf und zack - jetzt hatte ich es für mich auf den punkt bebracht.

    @ Fliegenpilz, @ Patty, @ Schnuppe und @ Fliegerlein
    danke für eure erkenntnisse und tollen beiträge, sie haben mir sehr geholfen und so manches pusslestück zusammengesetzt, lg lichtstrahl

  7. #887
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegenpilz schreibt:
    Ich habe jahrelang geglaubt, ich hätte eine schöne Kindheit gehabt. Bis ich dann vor Kurzem festgestellt habe, dass das eben nicht so war.
    Gerade, wenn man als Kind längere Zeit verschiedenste traumatische Erlebnisse durchmachen musste, dann dissoziiert man diese, so dass man weiter leben kann. Man erinnert sich dann oft nicht mehr wirklich daran.
    Typisch für Familien, in denen diese Dinge passieren, ist, dass nach außen hin alles als in Ordnung dargestellt wird. Die traumatischen Erlebnisse werden als unbedeutend und teilweise auch als nichtexistent dargestellt. Dem Kind wird gesagt, dass es übertreibt, zu empfindlich ist, sich das nur einbildet, lügt etc.
    Als Kind darf man nichts nach außen dringen lassen. Man muss schweigen. Zumindest wird einem das immer wieder gesagt.
    Als Schwierigkeit kommt ja hinzu, dass es sich in den meisten Fällen nicht um große Traumata (wie Missbrauch oder Vernachlässigung handelt), sondern um alltägliche Mikrotraumen. Schon allein von daher ist es verständlich, dass man sich an die meisten Traumata gar nicht mehr erinnern kann. Ich nannte das in einem früheren Post einmal ein Beispiel für eine "gelungene" Dissoziation. Das ist jedenfalls genau die Funktion der Dissoziation.

    Erst wenn genügend (Mikrotraumata-)Müll angesammelt ist (was web4health als "Kanalratten" bezeichnet), kommt es zum Overkill. Und die Dissoziation wird unvermeidlich sichtbar. (Sichtbar heisst natürlich nicht, dass sie auch gesehen wird, nur dass sie sichtbar ist.) Dann muss man das ganze von hinten aufdröseln, also das Pferd vom Schwanz aufzäumen und kettenartig von der jüngsten (erinnerbaren) Dissoziation zu den jeweils älteren fortschreiten.

    Inwieweit Emoflex dabei eine Hilfe sein kann, habe ich offen gestanden nach 90 Seiten immer noch nicht verstanden. (Ich denke, dass es sich dabei wieder um eine Form der "erfolgreichen" Dissoziation handelt. Also, gewisse Dinge gar nicht angepackt sehen wollen.)

    Als kleinen Tipp möchte ich nach wie vor anmerken, dass man in dieser heiklen Phase vorsichtig im Umgang mit Stimulanzien sein sollte. D.h. nicht pauschal, dass man sie absetzen sollte. Aber man sollte sich schon genau unter Beobachtung setzen, ob die Stimulanzien wirklich noch so wirken, wie sie wirken sollen oder ob sie die Funktion eines reinen Weckamins übernommen haben. Also ihre eigentliche Wirkung verloren haben.

  8. #888
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.321

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo Eisi,

    Eiselein schreibt:
    Inwieweit Emoflex dabei eine Hilfe sein kann, habe ich offen gestanden nach 90 Seiten immer noch nicht verstanden. (Ich denke, dass es sich dabei wieder um eine Form der "erfolgreichen" Dissoziation handelt. Also, gewisse Dinge gar nicht angepackt sehen wollen.)
    Manchmal geht Probieren über Studieren!

    Vielleicht hilft dir meine Beschreibung vom emoflex Wochenende weiter. (emoflex; Patty - Dissoziation, ab 24.09.2012)

    LG Patty

  9. #889
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    also was mir spontan einfällt dazu (und danke für die ausführlichen antworten!! werd sie gleich nochmal lesen):

    ich stell mir meine erinnerung so vor, wie eine landschaft. mit allgen möglichen vegetationszonen. Ein Trauma kratzt einen Riss, sprengt einen Krater, hebt ein Loch aus und dann muss die überschüssige Erde ja irgendwo hin. Die wird daneben allermeistens gekippt und es entstehen Berge, stalagnitenähnliche Dinger, Hügel und so weiter.
    Die Einkerbungen und Löcher, die durch die Traumata entstanden sind, liegen unter NN und sind deshalb mit Wasser überkippt, sie sind Teiche, Seen und Meere und wenn das Wetter entsprechend ist, kann man teilweise recht tief gucken, na, es gehört viel Fantasie dazu. Aber jedenfalls, was markant ist, sind diese Berge und Hügel, die heraufragen und in der Sonne glänzen und aus der Vogelperspektive in der man ist oder Flugzeug, Weltraum oder wo auch immer, fallen einem Gebirge am meisten auf und man beschäftigt sich immer mit ihnen, tastet sie gedanklich immer weiter ab und so weiter. Und auch wenn das nciht ganz logisch ist, zeitlich wäre der Berg direkt neben dem See und direkt neben dem traumatischen Ereignis und scheint umso schöner und vollkommener, je mehr Erde in ihm aufgeschüttet ist, also auch je tiefer das Loch ist, das gegraben wurde.

    So ist es bei mir so, dass ich wunderschöne Erinnerungen an belangloses Zeug habe aber, das ist mir irgendwann mal klar geworden, es sind keine wirklich schönen Ereignisse, nur das Schöne oder die Harmonie, die den schlimmen Zeitphasen daneben fehlt, wurde hier irgendwie konzentriert aufgelagert. So kommt es mir vor.

    Soweit hatte ich es verstanden und dann wurde mir auch klarer, warum ich sie so schön fand, die Ereignisse. Wo war jetzt der Punkt, wo ich rausgekommen bin.
    Dass die Ereignisse immer wieder vor meinem inneren Auge entstehen, die schönen, da wo alles stimmt und dass ich mich einerseits total danach sehne, andererseits aber mich dem garnciht nähern kann, weil ich damit Qualitäten von der Wahrnehmung irgendwie löschen würde.
    Sie ist aber vielleicht garnicht echt, sie ist nicht so schön, wie sie mir vorkommt, wenn ich mich mit ihr beschäftige, ettikettiere ich sie als schön und das ist sie nicht, vielleicht könnte das irgendwie so sein. Und deshalb lösche ich die eigentlichen Informationen zu ihr. Aber ich käme durch die auch nie zu dem Trauma (was in dem Fall vielleicht alltägliche Sachen sind), wenn ich dem Schönen nachgehe, alles, was es davon hat, ist ein Hauch von Wehmut, wie Kerzenrauch, der sich schon halb verflüchtigt hat aber davon geht die Kerze ja nicht wieder an... (dieses Bild deckt sich schon ziemlich lange mit meinen persönlichen Empfindungen).

    Vielleicht ist es so. Gestern kamen mir noch Erinnerungen aus meiner Schulzeit, wo ich über einen Platz gehe...

    Im Prinzip denke ich schon lange darüber nach aber jetzt zu denken, war meine Schulzeit doch nicht so schön, so sehr würde ich mich nicht in Frage stellen. Vor allem weiß ich davon garnicht so wenig. Also zu denken, es war garnicht schön, es war eigentlich belanglos, aber weil der Rest so scheiße war, findest du es schön, das kann ich nicht.
    Aber die Gefühle bei den Erinnerungen sind sich sehr ähnlich, dieses "Schöne", ich meine, wenn es wirklich so schön gewesen wäre, dann wären diese "Schön-Gefühle" verschieden, verschiedene Arten von Freude oder so.

    Hm. Ich frag mich gerade, wenn ich das so herleiten kann, warum es so schlimm ist mit den Erinnerungen.

    Wenn ich weiß, dass es besser wird, dann ist das einfacher, viel einfacher zu ertragen, dann ist es eigentlich kein Problem, sonst ist es aber ein wahnsinniges Problem.



    @Eiselein: Was meinst du damit, die Dissoziation wird sichtbar? WIe wird die sichtbar? Wird einem klar, dass bei einem etwas anders läuft mit den Erinnerungen?

    Bei mir war das mit MPH ein paar Wochen wohl auch so. Ich hab es seit einer WOche nicht genommen, mehr als das sogar und fühle mich ganz gut so. :-)


    @Fliegenpilz: Was empfindest du dann, wenn du merkst, dass du das einfach vergessen hast oder vergisst? Macht es dich dann auch irgendwie traurig oder wehmütig?
    Mitt Barkley, ich weiß garnicht mehr, welches Video, hab es falsch verstanden.

  10. #890
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Es ist eben so, dass zum Beispiel bei einem bestimmten Wetter oder so, lauter Situationen mir in den Sinn kommen, wo das selbe Wetter war und die sind so schön und so präsent, also ja, sie drängen sich schon in den Vordergrund und dann merke ich, dass das alles vorbei ist und sowas.
    Also es ist eben ein sehr schmerzhaftes Gefühl, jetzt gerade habe ich es nicht aber eben öfter und dann habe ich diesen Post geschrieben und danach gefragt.


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