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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #861
    Octoroo

    Gast

    AW: ADHS und Dissoziation

    happypill schreibt:
    auch auf die Gefahr dir jetzt tierisch auf die Tentakel zu gehen

    So einfach kommst du an meine Tentakel nicht ran


    happypill schreibt:
    Dein "Küchenproblem" schreit!!! Ich kann es bis hier her hören.... das ist so extrem und scheinbar so intensiv... da liegt etwas begraben!

    Und nicht alles sollte man belassen, wo es ist... nur das, was sich an der Oberfläche nicht bemerkbar macht... Wenn es unterirdisch rumort sollte man mE schon mal buddeln...
    Zumindest könnte das eine Chance sein, der Sache an "Härte" zu nehmen...

    Und wie soll das bitte schoen gehen ?
    Ich wuesste nicht was.
    Irgendwas von der Kindheit oder irgendwas "Traumatisches" ist ausgeschlossen (keine "Trauma" ausser eben dumme von oben herabsetzende Bemerkungen von Lehrerinnen wegen meine Schlamperei oder Unaufmerksamkeit oder Hyperaktivitaet)

    Ich wurde als Kind nicht geknebel oder geschlagen, geschweige denn bestraft
    Selbst bei Ladendiebstahl gab es keine Strafe von meiner Mutter.
    Ich wurde auch nicht in der Kueche eingesperrt um zu kochen *G* und ach ja, meine Mutter hat gerne gekocht. Auch mein Stiefvater !

    Ab und an von meiner Tante (ich mag die nicht !) als "faul" beschimpft.

    Ich wuesste nicht, das begraben sein koennte, da ich mit 39 Jahren damit ueberhaupt angefangen habe (ich habe schnell gemerkt dass ich mich dabei so unwohl fuehle ! So DRECKIG........) - und regelmaessig tue ich es seitdem die Kinder keine Glaeschenkost mehr essen kann.

    Ich also muss duschen nach dem Kochen, muss entweder Handschuhe benutzen (wenn ich Oel,- Ketschup, - Majodosen oeffne und irgendwo reingiesse) oder ebven die Haende waschen. NUR einmal.

    happypill schreibt:
    happypill... die chemische Keule
    JAAAAAAA !
    Gib mir was ab ! *G* ...

  2. #862
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Octoroo schreibt:

    Ich wuesste nicht, das begraben sein koennte, da ich mit 39 Jahren damit ueberhaupt angefangen habe (ich habe schnell gemerkt dass ich mich dabei so unwohl fuehle ! So DRECKIG........)
    Eventuell kommen deine Probleme daher, dass du eben erst mit 39 angefangen hast zu kochen. Du hast einfach keine Routine drin. Du weißt nicht, wie das mit dem Kochen geht. Woher auch?
    Und du fühlst dich unwohl dabei und dreckig. Das macht es dir natürlich nicht leichter. Da ist mit klar, warum dir das so schwer fällt und warum du in der Küche so gestresst bist.

    Ich also muss duschen nach dem Kochen, muss entweder Handschuhe benutzen (wenn ich Oel,- Ketschup, - Majodosen oeffne und irgendwo reingiesse) oder ebven die Haende waschen. NUR einmal.
    Warum MUSST du das denn machen? Also insbesondere das mit dem Duschen nach dem Kochen ist nicht normal. Ich kenne keinen, der das macht.
    Da wäre ich ehrlich gesagt auch gestresst, wenn das Kochen bei mir mit Hände waschen und duschen verbunden wäre. Das dauert ja dann alles viel länger!

    Ich stimme Happypill zu. Der Hund liegt in der Küche begraben.

  3. #863
    Octoroo

    Gast

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ja habe da keine Routine drin es faellt mir schwer es ist harte Stueck Arbeit weil es aus viele Teilschritte besteht.
    Kochen empfinde ich auch als Beschmutzung ....also so Fettflecken/Fettgeruch/klebrige Lebensmittelrueckstand auf Kleidung oder Haare.......fuehle mich beschmutzt und erniedrigt.

    Ich leide darunter. Sehr stark.
    Da denke ich dann dran, wie sehr ich meine Kinder liebe.
    Zugleich aber beneide ich Frauen, die "frisch gestyled" aus dem Haus gehen waehrend ich mich den Drecksarbeit widmen muss.

    Will einfach SCHNELLST hinter mir bringen !
    Emotionen AUS !
    Wenn die Scheisse erledigt ist, widme ich ganz meiner Kinder und es herrscht bei uns quietschende und lachende Kinderstimmen :-*

  4. #864
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Patty schreibt:
    In diesen Zeiten treten die Flashbacks dann gehäuft auf.
    Danke für den Hinweis auf die Retraumatisierung.

    Ich dachte ja, dass ich vor kurzem keine Flashbacks hatte, weil ich da mit so viel anderem Zeug beschäftigt war.
    Es war aber wohl eher so, dass ich den Kontakt zu einer der damals beteiligten Personen vor einigen Wochen abgebrochen habe. Das hat mir sehr gut getan und das war wohl dafür verantwortlich, dass ich die Flashbacks nicht mehr hatte.

    Am Wochenende hat mich die Person kontaktiert und seitdem geht es wieder los. Ätzend ist diesmal, dass meine psychosomatischen Schmerzen wieder da sind. Ich hatte ja gehofft, dass ich die für immer los bin.

    Gut finde ich, dass ich diesmal anders damit umgehen kann und dass ich genau weiß, was Sache ist. Das hilft schonmal ganz gut, die Schmerzen in Schach zu halten bzw. aktiv was dagegen zu tun und nicht in eine Depression abzurutschen.


    mj71 schreibt:
    Ich habe auch immer wieder erlebt dass altes mist nach oben kommt wenn er ruhig ist... urlaub ist eine typische beispiel und mit der zeit weiss ich dass es kommen wird und nehme mich zeit dafür.

    Ich erfahre immer wieder dass arbeitslosen lieber eine arbeit hàtten um nicht so viel zu grübeln. Bei mich war auch immer wieder eine situation wo viele hochgekommen ist. An manche zeiten war ich auch froh für meine alte unerledigte sachen viel zeit zu haben, weil es wirklich sehr viel war!
    Meine Arbeitslosigkeit hat zeitgleich mit dem Kontaktabbruch begonnen. Da haben wohl zwei Dinge sehr positiv gewirkt.
    In der Arbeit hatte ich mich sehr gelangweilt, so dass ich dort nicht wirklich was zu tun hatte. Die Arbeitslosigkeit selber nutze ich um meine ganzen Altlasten endlich mal in den Griff zu bekommen. Daher bin ich jetzt beschäftiger als mit Arbeit.

    Jetzt, wo es durch die Kontaktaufnahme der Person zu einer Reihe von Triggern, Retraumatisierungen etc. kommt, merke ich, dass Grübeln Gift für mich ist und dass ich mich selber beschäftigen muss, damit mich die Dissos nicht komplett fertig machen.

  5. #865
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegenpilz schreibt:
    Eventuell kommen deine Probleme daher, dass du eben erst mit 39 angefangen hast zu kochen. Du hast einfach keine Routine drin. Du weißt nicht, wie das mit dem Kochen geht. Woher auch?
    Und du fühlst dich unwohl dabei und dreckig. Das macht es dir natürlich nicht leichter. Da ist mit klar, warum dir das so schwer fällt und warum du in der Küche so gestresst bist.



    Warum MUSST du das denn machen? Also insbesondere das mit dem Duschen nach dem Kochen ist nicht normal. Ich kenne keinen, der das macht.
    Da wäre ich ehrlich gesagt auch gestresst, wenn das Kochen bei mir mit Hände waschen und duschen verbunden wäre. Das dauert ja dann alles viel länger!

    Ich stimme Happypill zu. Der Hund liegt in der Küche begraben.

    Das glaube ich auch. Es fehlt an Routine... zunächst mal. Aber nicht jeder, der keine Routine hat (in irgendetwas) reagiert so (extrem). Das ist der Grund, weshalb ich denke, dass da etwas gravierend nicht stimmt.

    Wo fängt man an zu suchen? Ich bin ja nur selbsternannte Hobby-Analeuse
    aber du erwähntest mal, du seist "antiautoritär" erzogen worden...
    Heute weiß man, dass Kinder ohne Regeln und Grenzen ins Bodenlose fallen... das macht Angst/Aggressionen... auch wenn es in dem Moment vllt sogar als angenehm empfunden wird, wenn man alles darf und nix muss.

    Das könnte ein Ansatzpunkt sein. Wieso die Küche dein Horror wurde...??? Darüber müsste man reden... Angst vor Keimen, Ekel vor den Nahrungsmitteln, Überforderung mit den organisatorischen und zeitlichen Abläufen etc.

    Kann man alles auseinanderklamüsern.... das DAUERT aber....


    Zunächst solltest du aber wohl Fliegenpilz' Planungsvorschläge beibehalten, denke ich... aber eine Therapie in Richtung Tiefenpsychologie könnte man ja zumindest versuchen... oder auch was anderes.... Du brauchst aber eine Unterstützung "vor Ort"... Jemand zu dem du regelmäßig hingehst und mit dem du vorbehaltlos über alles, was in dir vorgeht und um dich herum passiert, reden kannst...
    Meiner Meinung nach....

    Alles Gute dafür,Oktoroo!!

    LG
    happy

  6. #866
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.320

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegenpilz schreibt:
    Danke für den Hinweis auf die Retraumatisierung.
    Gern geschehen!

    Fliegenpilz schreibt:
    Am Wochenende hat mich die Person kontaktiert und seitdem geht es wieder los. Ätzend ist diesmal, dass meine psychosomatischen Schmerzen wieder da sind. Ich hatte ja gehofft, dass ich die für immer los bin.
    Für immer los werden wir die wohl leider nie. Unbehandelt triggert uns wohl immer mehr und die psychosomatischen Schmerzen werden schlimmer. Doch hattest du den Teufelskeislauf ja schon mal ganz durchbrochen, weil deine Schmerzen weg waren. Weißt du, wie es dazu kam? Verzeih, falls du das hier schon irgendwo erwähnt hast und ich es einfach nur vergessen habe.

    Fliegenpilz schreibt:
    Gut finde ich, dass ich diesmal anders damit umgehen kann und dass ich genau weiß, was Sache ist. Das hilft schonmal ganz gut, die Schmerzen in Schach zu halten bzw. aktiv was dagegen zu tun und nicht in eine Depression abzurutschen.
    Mit tut das Wissen auch gut. Mal gelingt es mir, die Schmerzen zu reduzieren, mal leider nicht.



    Fliegenpilz schreibt:
    Jetzt, wo es durch die Kontaktaufnahme der Person zu einer Reihe von Triggern, Retraumatisierungen etc. kommt, merke ich, dass Grübeln Gift für mich ist und dass ich mich selber beschäftigen muss, damit mich die Dissos nicht komplett fertig machen.
    Mußt du Kontakt zu der Person haben?

    LG Patty

  7. #867
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Patty schreibt:
    Für immer los werden wir die wohl leider nie. Unbehandelt triggert uns wohl immer mehr und die psychosomatischen Schmerzen werden schlimmer. Doch hattest du den Teufelskeislauf ja schon mal ganz durchbrochen, weil deine Schmerzen weg waren. Weißt du, wie es dazu kam? Verzeih, falls du das hier schon irgendwo erwähnt hast und ich es einfach nur vergessen habe.
    Ich weiß selber gar nicht mehr genau, was ich hier schon geschrieben habe. Der Thread ist ja auch enorm lang mittlerweile.

    Ja, ich hatte unterschiedliche Phasen, in denen die Schmerzen ganz oder zumindest teilweise weg waren.
    Anfangs wurde symptomatisch behandelt, da habe ich gelernt, was ich aktiv gegen den Schmerz tun kann. Moderate Bewegung, diverse physikalische Therapien und sehr gut hat mir Tens geholfen. Allerdings nie dauerhaft, sondern immer nur während und kurz nach der Anwendung.
    Oh Mann, mir wird gerade bewusst, dass das mittlerweile schon sehr lange her ist und dass ich diese Schmerzen jetzt schon mehr als die Hälfte meines Lebens immer mal wieder habe.

    Zu der Zeit war ich in schmerzpsychotherapeutischer Behandlung, um dort zu lernen, wie man mit chronischen Schmerzen am Besten umgeht und noch in einer "normalen" Psychotherapie.

    Achja, die "Ursache" meiner Schmerzen ist in der Kindheit/Jugend bzw. in meiner Familie.
    Ich kann das nicht bzw. nur begrenzt an einzelnen traumatischen Erlebnissen festmachen.
    Es war eher so, dass ich eben "funktionieren" musste, dass keine Rücksicht auf meine Bedürfnisse und Gefühle genommen wurde. Teilweise ist es wohl auch zu häuslicher Gewalt gekommen. Alkohol und die ganzen Folgen, die das für eine Familie hat, kenne ich leider auch.

    Mehr möchte ich hier im öffentlichen Bereich nicht dazu schreiben.
    Ich musste damals funktionieren. Ich hatte eine feste Rolle in meiner Familie. Jeder von uns hatte die.

    Dann bin ich direkt nach dem Abi von zuhause ausgezogen, weit weg von meiner Familie und habe studiert. Anfangs waren die Schmerzen noch da. Sie sind aber immer weniger geworden.
    Dann sind einige Familienmitglieder gestorben und damit war zumindest das Problem mit dem Alkohol weg.
    Und mir ging es immer besser.

    Bis ich dann angefangen habe zu arbeiten und da ADHSbedingt immer weniger klar gekommen bin. Dann kam die Diagnostik und mir wurde der Zusammenhang zwischen meiner Kindheit, ADHS und den Schmerzen aufgezeigt. Das war mir vorher so gar nich bewusst.
    Dadurch ist dann aber auch vieles hochgekommen, was ich verdrängt, vergessen hatte.

    Eine zeitlang hat mir dann die Arbeit mit dem inneren Kind bzw. meinen inneren Kindern sehr geholfen. Ich konnte dadurch in Kontakt zu meinen Gefühlen kommen und diese bearbeiten und spüren.

    Jetzt ist es aber so, dass meine Freunde und Bekannte selber Familien gründen und ich erlebe jetzt das erste Mal, wie ein "normales" Familienleben ist.
    Und da sehe ich eben, was mir fehlt, was es in meiner Familie nie gab. Ich sehe "normale" Beziehungen zwischen Mann und Frau und normale Beziehungen zwischen Eltern und ihren Kindern. Das hatte ich nie.
    Und damit komme ich nicht klar. Ich weiß nicht, wie ich Kontakt zu etwas aufnehmen soll, das fehlt. Ich "sehe" kein inneres Kind, dass dieses Fehlen repräsentiert. Und daher habe ich keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll.
    Ich weiß aber, dass dieses Fehlen große Auswirkungen auf mich und mein Leben hat.

    Mich überfordert das.

    Und ich sehe eben, dass mein Verhältnis heute zu meiner Familie noch genauso ist, wie es damals war. Ich habe in meiner Familie immer noch die gleiche Rolle, die mir einfach nicht gut tut.


    Mußt du Kontakt zu der Person haben?
    Nein.

    Aber ich weiß nicht, ob ich den Kontakt möchte oder nicht.
    Als Kind hatte ich keine andere Möglichkeit.

    Und heute als Erwachsene kann ich frei wählen. Aber ich habe genau wie damals als Kind auch heute noch den Traum, dass alles gut wird, dass ich endlich die Familie bekomme, die ich mir immer gewünscht habe. Dass ich das bekomme, was ich brauche. Zuneigung, Wärme, Sicherheit, die Möglichkeit Jemandem vertrauen zu können. Eltern eben.
    Daher fällt es mir schwer, den Kontakt abzubrechen. Weil ich damit diesen Traum endgültig begraben müsste.
    Ich weiß aber auch, dass dieser Traum nur ein Traum ist und dass er das wahrscheinlich für immer bleiben wird.

    Momentan fühle ich mich nicht in der Lage diese Entscheidung zu treffen und schiebe die Gedanken daran weit weg von mir. Und damit eben auch die Gefühle, die dazu gehören. Und die suchen sich eben ihren Weg, damit ich sie wahrnehme.

    Eigentlich weiß ich, was ich machen müsste. Nur die Umsetzung fällt mir momentan sehr schwer.

    So, das war genug Seelen-Striptease. Ich denke, dass das in professionelle Hände gehört und ich werde das beim nächsten Termin ansprechen. Ich hoffe, ich mache nicht wieder einen Rückzieher.


    PS: Danke für deine Antwort, Patty. Mir haben deine Fragen sehr geholfen, das Problem einzugrenzen.
    Geändert von Fliegenpilz (20.09.2012 um 15:09 Uhr)

  8. #868
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.320

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo Fliegenpilz,

    danke für deine offenen Antworten. (Für mich ist das auch immer ein Balanceakt im öffentlichen Bereich.)

    Fliegenpilz schreibt:
    Ja, ich hatte unterschiedliche Phasen, in denen die Schmerzen ganz oder zumindest teilweise weg waren.
    Anfangs wurde symptomatisch behandelt, da habe ich gelernt, was ich aktiv gegen den Schmerz tun kann. Moderate Bewegung, diverse physikalische Therapien und sehr gut hat mir Tens geholfen. Allerdings nie dauerhaft, sondern immer nur während und kurz nach der Anwendung.
    Symptomatische Behandlung habe ich auch ein paar Jahre lang erhalten.
    Daueranwendung Voltaren resinat (Nachdem ich wegen extremer Verspannungen mal in der Notfallambulanz an den Tropf mußte, weil die leichteren Medikamente nichts mehr nutzten.)
    Massagen, Physiotherapie, Tensgerät.
    Seit der Medikation mit MPH und Edronax (später Venlafaxin) verbesserten sich meine Symptome so sehr, daß ich seit Frühjahr 2010 kein Voltaren resinat mehr brauche. Ganz weg sind die Symptome zwar nicht, aber immerhin erlebe ich nun auch schmerzfreie Zeiten.

    Fliegenpilz schreibt:
    Oh Mann, mir wird gerade bewusst, dass das mittlerweile schon sehr lange her ist und dass ich diese Schmerzen jetzt schon mehr als die Hälfte meines Lebens immer mal wieder habe.
    Mir ist es auch erst jetzt bewußt geworden, daß mich das schon seit meiner Kindheit begleitet.


    Fliegenpilz schreibt:
    Es war eher so, dass ich eben "funktionieren" musste, dass keine Rücksicht auf meine Bedürfnisse und Gefühle genommen wurde.
    Funktionieren mußte ich auch.

    Fliegenpilz schreibt:
    Mehr möchte ich hier im öffentlichen Bereich nicht dazu schreiben.
    Ich auch nicht.

    Fliegenpilz schreibt:
    Eine zeitlang hat mir dann die Arbeit mit dem inneren Kind bzw. meinen inneren Kindern sehr geholfen. Ich konnte dadurch in Kontakt zu meinen Gefühlen kommen und diese bearbeiten und spüren.

    Und da sehe ich eben, was mir fehlt, was es in meiner Familie nie gab. Ich sehe "normale" Beziehungen zwischen Mann und Frau und normale Beziehungen zwischen Eltern und ihren Kindern. Das hatte ich nie.
    Und damit komme ich nicht klar. Ich weiß nicht, wie ich Kontakt zu etwas aufnehmen soll, das fehlt. Ich "sehe" kein inneres Kind, dass dieses Fehlen repräsentiert. Und daher habe ich keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll.
    Ich weiß aber, dass dieses Fehlen große Auswirkungen auf mich und mein Leben hat.
    Bei mir hat die Arbeit mit dem inneren Kind auch Grenzen. Ich soll eine schöne Kindheit imaginieren. Dabei erlebe ich jedesmal Blockaden. Dann heißt es, ich solle mit meinem inneren Kind so umgehen, wie ich mit meinen eigenen Kindern umgehe/umgegangen bin. Das kann ich irgendwie nicht! Flexen hilft mir da eher.


    Fliegenpilz schreibt:
    So, das war genug Seelen-Striptease. Ich denke, dass das in professionelle Hände gehört und ich werde das beim nächsten Termin ansprechen. Ich hoffe, ich mache nicht wieder einen Rückzieher.


    PS: Danke für deine Antwort, Patty. Mir haben deine Fragen sehr geholfen, das Problem einzugrenzen.
    Ich danke dir für deinen Beitrag! Ich habe ihn nicht als unangenehmen Seelen-Striptease empfunden. Im Gegenteil das, was du geschrieben hast, hat mich sehr bewegt.

    Es ist schön, daß wir unseren Weg nicht alleine gehen müssen! Gut, daß es das Forum gibt!

    LG Patty
    Geändert von Patty (21.09.2012 um 11:40 Uhr)

  9. #869
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Patty schreibt:
    Bei mir hat die Arbeit mit dem inneren Kind auch Grenzen. Ich soll eine schöne Kindheit imaginieren. Dabei erlebe ich jedesmal Blockaden. Dann heißt es, ich solle mit meinem inneren Kind so umgehen, wie ich mit meinen eigenen Kindern umgehe/umgegangen bin. Das kann ich irgendwie nicht! Flexen hilft mir da eher.
    Genau das ist auch mein Problem.

    Ich habe jahrelang geglaubt, ich hätte eine schöne Kindheit gehabt. Bis ich dann vor Kurzem festgestellt habe, dass das eben nicht so war.
    Gerade, wenn man als Kind längere Zeit verschiedenste traumatische Erlebnisse durchmachen musste, dann dissoziiert man diese, so dass man weiter leben kann. Man erinnert sich dann oft nicht mehr wirklich daran.
    Typisch für Familien, in denen diese Dinge passieren, ist, dass nach außen hin alles als in Ordnung dargestellt wird. Die traumatischen Erlebnisse werden als unbedeutend und teilweise auch als nichtexistent dargestellt. Dem Kind wird gesagt, dass es übertreibt, zu empfindlich ist, sich das nur einbildet, lügt etc.
    Als Kind darf man nichts nach außen dringen lassen. Man muss schweigen. Zumindest wird einem das immer wieder gesagt.

    Ich möchte daher meine Kindheit mir nicht rückwirkend "schön machen". Denn meine Kindheit war nicht schön. Ich möchte endlich sagen dürfen, dass meine Kindheit alles andere als schön war. Ich möchte mir selber gegenüber das auch eingestehen dürfen. Ich möchte mich selber nicht mehr länger verleugnen müssen.

    Zusätzlich kann es sein, dass diese Kinder schon früh Verantwortung übernehmen müssen. Für jüngere Geschwister oder auch für die Eltern. Diese Kinder sind früh auf sich alleine gestellt und kennen das nicht anders.
    Sie sind eigentlich keine Kinder, sondern müssen funktionieren wie Erwachsene.

    Wenn ich auf meine Kindheit zurückblicke, dann habe ich das Gefühl, dass meine Eltern die Kinder waren und ich deren Mutter. Eine vollkommen verdrehte Welt.

    Ich möchte auch keine Mutter für meine inneren Kinder sein. Ich kann ihnen nicht das geben, was ihnen in der Kindheit nicht gegeben wurde. Denn mir fehlt das ja auch.
    Ich möchte Verantwortung für mein Leben übernehmen, aber nicht die Verantwortung für meine inneren Kinder. Denn ich habe früher oft genug für meine Eltern die Verantwortung übernehmen müssen und habe mich selber dabei übergangen.

    Es heißt ja, dass man durch die Arbeit mit dem inneren Kind lernen soll, die Verantwortung für das Kind zu übernehmen.
    In dem Buch Vergiftete Kindheit wird das Gegenteil gemacht. Dort heißt es, dass man die Verantwortung für die vergangenen Erlebnisse dorthin verlagern soll, wo sie hingehört: Zu den Eltern.

    Mir hilft dieser Ansatz besser. Ich finde es gut, dass ich meinen inneren Kindern sagen kann, dass ich sie und ihre Bedürfnisse verstehe, dass ich ihnen aber nicht das geben kann, was sie brauchen.
    Mir geht es damit besser, weil ich so auf mein heutiges Ich achte. Auf meine jetzigen Grenzen und Bedürfnisse. Und nicht auf die der Kinder aus der Vergangenheit.

    Ich reise oft in die Zeit zurück (gedanklich natürlich) und besuche das damalige Kind oder die Jugendliche. Anfangs habe ich versucht, einzugreifen und das Kind da irgendwie rauszuholen. Das hat nie funktioniert. Und es wäre ja auch nicht echt, weil die Realität ja ganz anders aussieht.
    Daher spreche ich eben nur mit dem jeweiligen Kind und sage ihm, dass das alles nicht Ok ist, was die Eltern machen, dass das nicht normal ist und so weiter. Und dann sage ich ihm, dass das vorbei geht und dass eine bessere Zeit kommt.
    Und dann gehe ich.
    Mittlerweile ist es so, dass ich gedanklich beim Gehen eine Tür zumache. So als ob ich Schritt für Schritt die Vergangenheit hinter mir lasse.

    Puh, mir fällt es schwer, das zu erklären.

    Es ist schön, daß wir unseren Weg nicht alleine gehen müssen! Gut, daß es das Forum gibt!
    Ja, das finde ich auch

  10. #870
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.320

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo Fliegenpilz,

    herzlichen Dank für deinen langen Beitrag!

    Um das Buch, das du ansprichst, schleiche ich seit über einem Jahr herum. Aber da mich das Cover extrem triggert, ...

    Nun hat eine Freundin mir gerade angeboten, es mir in einen blickdichten Umschlag einzupacken, damit ich es lesen kann ...

    Fliegenpilz schreibt:
    In dem Buch Vergiftete Kindheit wird das Gegenteil gemacht. Dort heißt es, dass man die Verantwortung für die vergangenen Erlebnisse dorthin verlagern soll, wo sie hingehört: Zu den Eltern.
    Das werde ich dann auch mal versuchen.

    Fliegenpilz schreibt:
    Dem Kind wird gesagt, dass es übertreibt, zu empfindlich ist, sich das nur einbildet, lügt etc.
    Und dann wundern wir uns, warum wir unserer Wahrnehmung nicht trauen. Wir müssen zum Psychiater, in die Psychosomatik, in die Therapie, gelten als "bekloppt" ... sprich wir baden es aus.

    LG Patty


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