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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #771
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo Zlatan Klaus,

    hmm, ob du ne Dissoziative Störung hast, kann ich natürlich nicht beurteilen.
    Aber vielleicht hilft dir dieser Link hier weiter, der hier im Forum auch schon mal genannt wurde.
    Selbsttest auf Dissoziative Symptome / Dissoziative Identittsstrung Screening / Dissociative Experiences Scale (DES). Kostenloser Selbstcheck. .:. Psychotherapie & Coaching bei R.L. Fellner, Wien (Psychotherapeut, Coach, Supervisor)

    Ich habe diesen Test gemacht, und obwohl ich dissoziative Anteile habe, habe ich laut diesem Test keine dissoziative Störung.

    Ich weiss nicht, wie ausgeprägte Symptome du hast, aber ich glaube, für ne dissoziative Störung müssen die Dissosymptome schon recht heftig sein.

    Es ist eben leider so, dass den Aerzte nur die krassen dissoziativen Formen bekannt sind.
    So den Graubereich, indem sich viele von uns befinden, kennen viele Aerzte leider nicht.

    Dennoch ist es natürlich angebracht, sich um die dissoziativen Anteile zu kümmern, wenn man sich nicht immer im Kreis drehen möchte.

    Weil das Thema Dissos bei den Aerzten so wenig Beachtung findet, bin ich so froh, dass das Thema hier diskutiert werden kann.

    LG Nicci

  2. #772
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo Zlatan_klaus,

    ich glaube wir haben hier im Thread schon mal drüber diskutiert...

    Es gibt noch nicht viel Literatur zum Thema Dissoziative Störungen. Meist nur im Zusammenhang mit Traumatisierungen (in der herkömmlichen Bedeutung). Oder dann im Zusammenhang mit anderen Persönlichkeitsstörungen.

    Im Zusammenhang mit der Stabilisierung bei der Traumatherapie arbeiten manche Therapeuten mit dem Bild des "inneren Kindes". Daran musste ich bei deiner Formulierung denken. Es geht dabei darum, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und anzunehmen; und auch "dem Kind" das zu geben, was es braucht (stark verkürzt geschildert).
    Ich denke man könnte dies auch als Wachstumsprozess bezeichnen; von daher ist die Formulierung deiner Therapeutin für mich nicht abwegig bzw. durchaus so, als ob sie dich ernst nimmt.

    Grundsätzlich denke ich, dass es schon nicht einfach ist, jemanden zu finden der sich mit ADHS auskennt.... ADHS und Dissoziative Anteile etc., das ist noch schwieriger ....

    LG
    Erika

  3. #773
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    @ zlatan_klaus: Warum ist es dir so wichtig, dass man die Dissoziation bei dir annimmt?

    Die dissoziativen Störungen, die ich bei mir vermute, wird vermutlich auch nie ein Arzt oder Psychotherapeut bei mir diagnostizieren. Dazu sind meine Dissos einfach nicht stark genug.

    Für mich persönlich spielt das aber eher eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist für mich eher das Wissen, dass es in meiner Kindheit und Jugend traumatische Ereignisse gab, die mich bis heute beeinflussen. Diese Traumata sind für mich klar als solche zu erkennen.
    Und dann ist für mich wichtig, dass ich weiß wie mich diese Traumata heute beeinflussen in meinem Handeln, in meinem Denken.
    Und ich muss für mich wissen, wie ich gerne in Zukunft sein möchte. Wie ich mich als Mensch sehe und mein Leben in der Zukunft.

    Wenn ich diese drei Dinge: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, kenne, dann kann ich daran arbeiten, die Vergangenheit soweit zu verarbeiten, dass sie meine Gegenwart nicht mehr negativ beeinflusst und dass ich meine Zukunft so gestalten kann wie ich das möchte.

    Mit welcher Methode man das macht, Verhaltenstherapie, emoflex, Traumatherapie, seelsorgerischer Beistand, spirituelle Heilkunst.... das bleibt dann jedem Selbst überlassen und hängt natürlich auch von der Schwere des Traumas ab.

    Bei starken Disso, die eine Therapie gefährden, ist es natürlich unabdingbar, dass der Therapeut das als Disso erkennt. Wenn ich es mir genauer überlege, dann hat mich sogar meine damalige Therapeutin darauf angesprochen. Die Disso war also schon erkennbar. Auch für die meiner sehr subjektiven Meinung nach nicht gerade fähige Therapeutin.

  4. #774
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 88

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo,

    ich muss mal wieder eine rein Ichbezogene Frage reinhauen.

    Und zwar spiele ich jetzt länger mit dem Gedanken, mich einer auf Dissoziation spezialisierten Therapeutin anzuvertrauen. Allerdings gestaltet es sich sehr schwer, diese von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen. Schlag mich damit schon seit zwei Monaten rum. Bevor ich mich da weiter festbeiß, wollt ich noch ein, zwei Sachen klären, die mir neuerdings im Kopf rumschwirren...

    1. Hab ich in letzter Zeit verstärkt darauf geachtet, ob es vorkommt, dass ich mich an Handlungen, die ich getan haben muss, nicht erinnere und umgekehrt mir einbilde, Dinge getan zu haben, die ich tatsächlich nur gedacht habe. Kommt sehr häufig vor. Für mich lief das bisher unter „Typisches ADS Verpeiltheit“. Ist das jetzt ein Indiz für Dissoziation?

    2. Ich habe große Probleme mit Augenkontakt. Das hat zu Beginn oft zu dem Verdacht Autismus geführt. Ich beobachte mich in der Hinsicht länger und mir fällt auf, dass ich in Gruppensituationen kein Problem damit habe, einem Menschen ins Gesicht zu schauen, solange dieser nicht zurückguckt. Es ist dann aber auch „schauen“ und nicht „gucken“ also nicht dieses bewusste „starren“, das ist ein ganz anderes Gefühl, als würden sich diese Kanäle hören und sehen vermischen und zu einem Strom an Informationen werden. Sobald ich aber im Einzelgespräch bin und von mir erwartet wird, zu gucken, stehe ich unter Stress und kann nur gucken ODER hören. Alles, was gesagt wird, wird zu einem Rauschen, wenn ich jemandem bewusst ins Gesicht sehe. Ich habe nun einen Freund darauf angesprochen und er sagte, WENN ich ihm in die Augen sehe wirke das sehr intensiv, also fast unangenehm, anders als bei anderen, er müsse dann immer weggucken (ist mir auch schon oft aufgefallen).
    Meine Frage jetzt: Könnte das eine dissoziative Problematik sein? Also im Sinne von irgendwie getrennter Wahrnehmung sobald Stress eintritt. Ich hab manchmal so Tage bzw. Stunden, wo ich mich wie „eins“ fühle und alles irgendwie zusammenpasst. Das sind sehr schöne Momente. Ich hätte das gern öfter.

  5. #775
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 396

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ich möchte noch hinzufügen dass es bei AD(H)S auch typisch ist, dass man sich an manche Dinge, die man getan hat, einfach nicht erinnert weil unser Gedächtnis aufgrund unserer fehlerhaften exekutiven Funktionen nicht einwandfrei funktioniert. Das ist auch der Grund warum wir nicht aus Fehlern lernen oder nur sehr langsam und immer wieder den gleichen Mist machen. Kurz zusammengefasst muss man sich das so vorstellen:


    Ausgangssituation : Es passiert etwas beliebiges worauf wir reagieren müssen.
    1. Ein "normaler" Lösungsvorgang ist hierbei, dass man sich erstmal an eine ähnliche Situation erinnert: Wir sehen vor unserem geistigen Auge Bilder und noch eine passende stimmhafte Untermalung ( ähnlich wie im Kino ) sowie Emotionen die diese Informationen aus der Vergangenheit hervorrufen.
    2. An dieser Erinnerung stellen wir fest ob jemand den wir kennen, oder wir selbst, in der Situation schon mal gescheitert ist oder Erfolg gehabt hat.
    3. Anhand dieser Bilder entscheiden wir dann ob wir wieder so handeln oder eben genau das Gegenteil tun bzw. bestimmte Details an unserer zukünftigen Handlung ändern bzw. modifizieren.

    Bei Menschen mit AD(H)S läuft das meistens ungefähr so ab:

    Ausgangssituation : Es passiert etwas beliebiges worauf wir reagieren müssen.
    1. Entweder wir sehen nur Bilder oder hören nur eine stimmhafte Untermalung oder haben nur eine Emotion und wissen nicht was wir damit anfangen sollen.
    2. Wir sehen Bilder und die passende "Hintergrundmusik" plus Emotion, können aber dem Impuls der Handlung nicht widerstehen.
    3. Wir sehen weder Bilder noch das passende auditive Zubehör und können uns nicht erinnern.
    Folge: Wir handeln ohne dass wir darüber nachdenken.

    Ganz bitterer Vergleich:

    Ein Reh im Wald sieht ein Feuer und rennt davon. Ein Mensch denkt erstmal nach ob das ein Waldbrand oder ein Lagerfeuer seien könnte und entscheidet dann wie er handelt.

    Wir AD(H)Sler sind eher wie das Reh, wenn wir nicht dem "Wegrennimpuls" widerstehen können.
    Deshalb müssen wir genügend Zeit aufwenden um:

    1. Dem Impuls zu handeln zu widerstehen ( Motorisches System ist schneller als die Frontallappen )
    2. das Gedächtnis beanspruchen und die Vergangenheitsinformationen aufrufen ( Arbeitsgedächtnis Zeit lassen )
    3. Die Vergangenheitsinformation in Richtung Zukunft verändern oder übernehmen. ( Informationen modifizieren oder übernehmen )


    Ich finde dass jede, wirklich jede AD(H)S-Therapie erstmal mit dem "normalen" Denkprozeß anzufangen hat und gerade deswegen finde ich "Das große Handbuch für Erwachsene mit AD(H)S" von Russel A. Barkley so effektiv. Es zeigt genau die Defizite auf, die man als Mensch mit AD(H)S hat und wie man diese ausgleicht.

    Wenn man an den Begriff der Dissoziation denkt, dann können sich die Betroffenen oft nicht daran erinnern etwas gesagt oder getan zu haben. Ich denke das muss man unbedingt mit dem fehlerhaften Arbeitsgedächtnis bei AD(H)S abgrenzen!
    Wie oft habe ich in der Kindheit Sachen getan, die ich im Nachhinein abgestritten habe. Aber nicht weil ich dann dissoziert habe, sondern weil der Erinnerungsvorgang einfach oft nicht funktioniert hat!

  6. #776
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    zlatan_klaus schreibt:
    Wenn man an den Begriff der Dissoziation denkt, dann können sich die Betroffenen oft nicht daran erinnern etwas gesagt oder getan zu haben. Ich denke das muss man unbedingt mit dem fehlerhaften Arbeitsgedächtnis bei AD(H)S abgrenzen!
    Ich denke, das ist ein ganz wichtiger Punkt.
    Beides ist so sehr ähnlich nach außen.
    In beiden Fällen wirkt man zerstreut, vergesslich, durch den Wind, ... wie erkennt man den Unterschied?

    In Bezug auf Dissoziation habe ich gerade ein aktuelles Beispiel:

    Es war vor wenigen tagen, etwa eine, anderthalb Wochen.
    Wir waren im Urlaub im Hotel und sind nach dem Abendessen in die Lobbybar gegangen, um uns einen Cocktail zu gönnen.
    Die Bar hat eine Kapazität für etwa 150 Personen und wir waren die ersten.
    Alle Tische (Korbsessel und Sitzgarnituren) waren leer, wir standen etwa in der Mitte und meine Frau sagte zu mir, ich solle einen Tisch aussuchen.
    Und schon ist es passiert:
    Ich stand da und war gnadenlos überfordert, habe nur noch Stühle gesehen, überall Stühle und Tische, wurde plötzlich still, meine Augen tanzten nur noch hin und her und ich konnte nichts sagen und nichts entscheiden, war komplett weg (so schilderte es meine Frau).

    Ich selber kann mich daran erinnern, da gestanden und all die Tische gesehen zu haben.
    Aber nicht, was ich gedacht habe und was genau in mir vorgegangen ist.
    Ich war nur völlig überfordert.
    Obwohl es dafür gar keinen Grund gab, ... es war gar nichts los, nicht laut, keine Menschen, ich war nur gnadenlos damit überfordert, einen Tisch auszuwählen, es war mir unmöglich die Entscheidung zu treffen und weg war ich.

    Letzten Mittwoch habe ich das bei meinem Thera angesprochen und er erklärte mir, dass dies eine Disso gewesen sein dürfte.
    Er fragte mich was, ich weiß nicht mehr genau, irgendwas darüber, ob ich da Bilder gesehen hätte usw.
    Ich habe versucht mich an die Situation zurückzuerinnern und bin wieder dissoziiert...

    Aber es gab keine Bilder, somit scheint es keine Disso über einen Flashback, also eine unbewusste Erinnerung aus der Vergangenheit.
    Wohl aber die Erinnerung am Mittwoch, da sah ich wieder all die Stühle.

    Es war eigentlich keine Reizüberflutung, aber irgendwie auch doch, auf jeden Fall eine Überforderung, denn ich konnte aus den Tischen nicht den richtigen auswählen, wie der berühmte Heringsschwarm ...

    Auf jeden Fall war es interessant, das so geschildert zu bekommen, meine Frau hat es miterlebt und es war in der Therapiesitzung ebenfalls nachvollziehbar.


    Aber es war nichts, das ich auf traumatische Vorerlebnisse zurückführen könnte.

    Manchmal dissoziiere ich auch aus ganz anderen, vollkommen einfachen Gründen.
    Da reicht ein Musikstück, ... eine Filmmusik.
    Entweder weil sie mich mit Gefühlen überflutet oder einfach irgendwas in mir bewirkt.
    Aber auch das lässt sich nicht auf traumatische Erlebnisse in der Vergangenheit reproduzieren. (ich sag das nur, weil das grad mal wieder zu einem aktuellen Thema gemacht wurde ...)

    LG
    Fliegerlein

  7. #777
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.435

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo alle,

    Seit eine weile hier nicht mehr gelesen un darum reagiere ich mal auf "altes"

    EMDR und emoflex: ich kenne beiden. Eigentlich sehr ähnlich, aber bei EMDR hat es bei mich sehr viel aufgewühlt (und so was möchte ich nicht mehr erleben, auch wenn so wirksam war). Bei emoflex spüre ich eine verbesserung ohne dass so viel aufgewühlt wird. Daher finde ich es so praktisch...

    Geburtstrauma: davon hatte ich auch gelesen und dabei stand auch dass eine schöne kindheit davon heilen kann. Aber eben, kindern die schon früh einiges übel erleben müssen, können überfordert sein.
    Sonst denke ich dass traumata ehe zu leben gehört und dass wir mit selbstheilungkräften und mitteln dagegen auf die welt gekommen sind. Tieren sind auch dauernd gefahr aufgesetzt und müssen sich auch allein (oder mit artgenossen) immer wieder von ein "schreck" erholen... daher halte ich viele traumatasymptom mehr als eine anpassung an unsere erlebniss und zu überleben als wirklich etwas "krankhaftes". Wenn ich sehe wie manche menschen trotz schreckliches doch noch überleben...

    Wegen dissoziation: wenn dissoziation ein art "dicht machen wenn zu viel ist", dissoziere ich auch bei reizüberflutung. Aber ein trigger kann auch eine art reizüberflutung auslösen... Eine flashback kann auch sehr intensiv sein und im moment überfordern.

    Bin ich auch am dissozieren wenn ich nach eine sehr rege tag (darf auch schön sein) mit viele eindrücken einfach etwas wichtiges plötzlich nicht mehr wahrnehme weil es in mein kopf zu viel gibt zu verarbeiten? Ich kenne es gut und denke dass es dort keine trauma wirklich gibt, nur eine momentane reizüberflutung. Aber wenn mit der zeit immer wieder menschen mich eine rüffel geben, wird die sache schon anders... Daher vermeide ich lieber reizüberflutung um nicht wieder auf dach zu bekommen.

    Etwas habe ich auch gemerkt: wenn es in mein leben viel los ist, wird auch mehr emotionen verdrängt, weil ich dafür keine zeit habe. Aber irgendwann kann es doch zu viel sein. Wenn ich mal ruhe habe, kann es viel altes hochkommen. Ferien oder mal arbeitslosigkeit kann schon einiges auslösen oder platz machen...

    Wir AD(H)Sler sind eher wie das Reh, wenn wir nicht dem "Wegrennimpuls" widerstehen können. Deshalb müssen wir genügend Zeit aufwenden um:

    1. Dem Impuls zu handeln zu widerstehen ( Motorisches System ist schneller als die Frontallappen )
    2. das Gedächtnis beanspruchen und die Vergangenheitsinformationen aufrufen ( Arbeitsgedächtnis Zeit lassen )
    3. Die Vergangenheitsinformation in Richtung Zukunft verändern oder übernehmen. ( Informationen modifizieren oder übernehmen )
    Ja, so sehe ich auch! Ich merke leider immer wieder dass ich meine impulsen nicht bremsen kann, dass es meine mitmenschen stört wenn ich wieder emotional bin. So was passt nicht in zivilierte welt!

    Aber diese reaktion kann auch in manche situation ein vorteil sein: es gibt situationen (selten in unsere durchorganisierte zivilierte welt) wo schnell intuitive reaktion richtig ist. ich habe gelesen dass bei eine unfall oder naturkatastrophe oft ADSler noch besser reagieren als stinos, weil sie nicht überlegen, aber spüren was jetzt wichtig ist.

    Im notfall reagiere ich oft richtig und sehr sicher... Dafür kann ich in kauf nehmen dass ich in andere situation ehe anecke... Aber aus meine augen reagiere ich nicht total falsch. Nur "zu ehrlich".

    Auch deswegen liebe ich der umgang mit tieren: sie sind natürlich, lügen nie und ich weiss immer wo man daran ist mit ihnen...

    lg

  8. #778
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo again,

    ich habe gerade etwas gelesen, von dem ich nicht weiß, was ich davon halten soll.
    Auf der Informationsseite der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charite' zur Behandlung von PTBS finde ich diesen Text:

    Auch wenn die traumaspezifische Therapie im Fokus der Behandlung steht, so wird in der Einzel- und Co-Therapie stets Priorität gesetzt auf Verhaltensweisen der PatientInnen, die eine Gefährdung für sie darstellen. An oberster Stelle stehen suizidales und parasuizidales sowie selbstschädigendes Verhalten, gefolgt von therapiegefährdendem Verhalten. Therapiegefährdendes Verhalten (z.B. aus der Therapie weglaufen, sich in der Therapie passiv zu verhalten, keine Hausaufgaben zu machen, in der Stunde dissoziieren, Therapiesitzungen versäumen, TherapeutInnen attackieren) wird von den TherapeutInnen in der PTBS-Behandlung grundsätzlich nicht ignoriert.
    Den fettgeschriebenen Teil habe ich hervorgehoben, denn der ist es, auf den ich mich beziehen möchte.
    Die beschreiben da das Dissoziieren in der Stunde als therapiegefährdendes Verhalten, im gleichen Zug wie aus der Therapie weglaufen oder passiv zu sein usw. als wäre es eine willentliche Entscheidung, die man absichtlich trifft, um sich der Therapie zu entziehen...

    Das klingt für mich, als würde man den Betroffenen damit unterstellen, sie würden/ können das absichtlich und bewusst herbeiführen.

    Also im Moment zumindest entsetzt mich das etwas, denn ich kann das nicht glauben, was die da schreiben.
    Ich habe schon von meinem Arzt gehört, dass er auch Therapeuten kennt, die der Meinung sind, wir würden das absichtlich machen, ...
    Das kann doch nicht deren Ernst sein oder?

    Ich weiß ja nicht einmal, dass ich dissoziiere, geschweige denn wie ich eine Dissoziation bewusst und willentlich herbeiführen kann.
    Und im Kontext des gesamten Absatzes liest sich das für mich so, als wäre es etwas, das wir vorsätzlich machen würden.

  9. #779
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.321

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegerlein schreibt:
    Den fettgeschriebenen Teil habe ich hervorgehoben, denn der ist es, auf den ich mich beziehen möchte.
    Die beschreiben da das Dissoziieren in der Stunde als therapiegefährdendes Verhalten, im gleichen Zug wie aus der Therapie weglaufen oder passiv zu sein usw. als wäre es eine willentliche Entscheidung, die man absichtlich trifft, um sich der Therapie zu entziehen...

    Das klingt für mich, als würde man den Betroffenen damit unterstellen, sie würden/ können das absichtlich und bewusst herbeiführen.
    Damit die Therapie greifen kann, sollte dieses Verhalten gemieden werden. In der Psychosomatik z.B. werden erst Verträge in der Gruppe ausgearbeitet, in denen ich aufliste, auf welches Verhalten ich in Zukunft verzichten möchte. (Verzicht auf SVV, Non-Suizidvertrag)

    Während der Gruppen wird erklärt, woraus z.B. Dissoziation, SVV, Weglaufen aus dem Raum, aggressives Verhalten usw. resultiert. Falls es doch geschieht, dann werden die Therapeuten das Verhalten ansprechen. Dabei wird sehr auf Wertschätzung geachtet.

    Wenn ich während der Gruppe dissoziiere, dann wird mich ein Therapeut ins Hier und Jetzt zurückholen. (Füße fest auf den Boden stellen, Aufforderung zu atmen)

    Außerdem erhält jedes Gruppenmitglied, das dissoziiert Skills, die in die Gruppenstunden mitgebracht werden sollen. (Igelball, Duftfläschchen; Eispack usw. in der "Pflege" ist so Allerlei)

    Wichtig ist, daß es bei dem Thema nicht um "Schuld" geht, nicht um absichtliches Verhalten! Sondern um Verhalten, das den Therapieerfolg mindert.


    Fliegerlein schreibt:
    Also im Moment zumindest entsetzt mich das etwas, denn ich kann das nicht glauben, was die da schreiben.
    Ich habe schon von meinem Arzt gehört, dass er auch Therapeuten kennt, die der Meinung sind, wir würden das absichtlich machen, ...
    Das kann doch nicht deren Ernst sein oder?

    Ich weiß ja nicht einmal, dass ich dissoziiere, geschweige denn wie ich eine Dissoziation bewusst und willentlich herbeiführen kann.
    Und im Kontext des gesamten Absatzes liest sich das für mich so, als wäre es etwas, das wir vorsätzlich machen würden.
    Therapeuten die der Meinung sind, daß wir vorsätzlich dissoziieren oder z.B. SVV einsetzen um Aufmerksamkeit zu erlangen, begegnen uns nicht mit Wertschätzung. Solchen Therapeuten würde ich dringend Bohus empfehlen!

    LG Patty


    P.S.: Es braucht schon sehr feinfühlige und besondere Therapeuten, damit die Therapie gelingt!
    Geändert von Patty ( 5.07.2012 um 14:55 Uhr) Grund: P.S.

  10. #780
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    [QUOTE=Patty;243836]
    Wenn ich während der Gruppe dissoziiere, dann wird mich ein Therapeut ins Hier und Jetzt zurückholen. (Füße fest auf den Boden stellen, Aufforderung zu atmen)
    [quote]
    Ja, das ist mir auch passiert, besonders in den Einzelsitzungen, da kamen dann Fragen der Therapeuten wie "Wo sind Sie gerade?" "Sind Sie noch hier bei mir im Büro?"
    Dann sollte ich Dinge im Raum oder die Kleidung der Therapeuten/ Therapeutin beschreiben etc.
    Das konnte ich natürlich ziemlich lange ohne wirklich hinschauen zu müssen, weil es mein Gedächtnis irgendwie abrufen kann, wie ist mir nicht klar.

    Inzwischen vermute ich fast ein bisschen, dass darin auch ein wenig so etwas wie eine Stärke liegt:
    Ich war, als ich noch geflogen bin, einer der Wenigen, die hauptsächlich mit Flugängstlern geflogen sind.
    Neben meinem eher ruhigen und beruhigenden Wesen und meinem (Halb-)Wissen darum, war ich in einer besonderen Situation aus irgendeinem Grunde im Vorteil:
    Im Landeanflug geht bei vielen Flugängstlern die Angst ganz heftig nach oben.
    Man sieht die Erde näher kommen und die Piste vor sich, kennt das ja nicht und kann nichts abschätzen und weiß auch nicht, was richtig und was falsch ist und dann sehen die, dass der Pilot gerade ganz still und angespannt ist, ... und kriegen noch mehr Angst und die Panikattacke ist da.
    Dabei muss der Pilot sich einfach nur konzentrieren, die Landung ist ein Manöver, das die volle Konzentration erfordert, Funk, Flugverkehr, Wind, Geschwindigkeiten, Kurs, Zielpunkt, Fluglage und und und, das spannt einen voll ein.
    Da haben die meisten trotz aller Routine keinen Platz mehr um auch noch auf die Fluggäste einzugehen.

    Aus einem mir unerklärlichen Grund kann ich das aber.
    Während ich all das mache, rede ich mit denen.
    Ich kann denen alles erklären, sogar auf Fragen eingehen, aber ich habe keine Ahnung wie ich das mache und auch keine wirkliche Erinenrung an das Gesagte..
    Ich hab halt immer gedacht und gesagt, dass ich das irgendwie aus dem Unterbewusstsein mache.
    Heute frage ich mich, ob das in den Bereich Disso fallen kann.
    Und na klar, ob das so gut ist, eigentlich soll es ja nicht sein und es ist sehr sehr anstrengend.



    Ähm, egal, ... back to Topic: Auf jeden Fall verstehe ich die Aussage hinter dem text jetzt besser, Danke.
    Der Text ging mir einfach unreflektiert rein und ich konnte den Hintergrund in dieser Sicht nicht erkennen.

    Außerdem erhält jedes Gruppenmitglied, das dissoziiert Skills, die in die Gruppenstunden mitgebracht werden sollen. (Igelball, Duftfläschchen; Eispack usw. in der "Pflege" ist so Allerlei)
    Ja, da habe ich auch einige, aber ich kann mich auch erinnern, dass mir die in diesen Momenten nicht zugänglich sind.

    Ich übe noch immer damit, merke aber auch, dass es schwer ist und sich einfach nicht automatisieren will.

    Danke & Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein ( 5.07.2012 um 16:32 Uhr) Grund: Feh


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