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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #761
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADHS und Dissoziation

    @bassai

    und ich bin der meinung, dass es kein richtig oder falsch gibt. und wenn man aufgehört hat oder nie erlernt hat auf sich
    selbst zu achten.... es auch nicht abschätzen kann.

    könnte man es... würde man nicht gefahr laufen.... von einer depression gestoppt zu werden.... erfolg, erfolgreich... knüpfen wir da
    nicht an was falsches.... an materiellen dingen.... gegen aussen.... und doch müssten man schauen dass man innerlich nicht verhungert...

    es gibt kein richtig oder falsch... glaube ich... immer beides.... sicherlich gibt es zeiten, wo man mal durchbeissen kann/soll oder muss?....
    doch auf längere sicht sollte man sich selbst nicht verlieren und auch mal mit guten gewissen einfach mal nichts tun, damit man wieder tun kann.

    ich habe bei mir... und ich will das nicht auf alle umwälzen... das gefühl, dass ich nie ein ich-gefühl hatte... alles nur nach aussen orientiert,
    angepasst.... ich bin auf der suche nach mir selbst.... weil ich nicht weiss wer ich bin... was will ich....
    damit ich so fuktionieren kann, wie ICH es kann.

    die dissoziation schützt mich.... unangepasst zu sein. also unangepasst = gesünder?

  2. #762
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 96

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ich sehe das anders. In der jeweiligen Situation muss es ein richtig und falsch geben, sonst könnte man sich nicht entscheiden und die Reaktion wäre beliebig​.

  3. #763
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Das Problem ist, dass man nicht ohne Weiteres selbst entscheiden kann, ob man dissoziiert.

    Jemand, der erkannt hat, wie seine Dissoziationen aussehen, woher die kommen und wann die auftreten, kann lernen sie in Schach zu halten.
    Wenn Jemand aber keine Kenntnisse über seine Dissoziationen hat und teilweise nichtmal weiß, dass er dissoziiert, dann ist er darin gefangen.

    Zur Sache mit dem Aufsteigen und dem richtig und falsch möchte ich das Ganze anhand eines Beispiels verdeutlichen, denn ich habe den Eindruck, dass noch nicht so ganz klar geworden ist, wie sich eine Dissoziation auswirken kann.

    Bei mir ist es so, dass ich Hitze nicht als Schmerz wahrnehme. Ich spüre, dass da was ist, es ist vielleicht etwas unangenehm, aber es tut nicht weh. Ich kann mir kochend heißes Wasser über die Hand schütten und spüre keinen Schmerz. Ich kam einmal von einer Massage mit Fangopackung. Meine Mitbewohner waren entsetzt, weil ich Verbrennungen am Rücken hatte. Ich habe das nichtmal gemerkt. Ich habe nur ein leichtes Jucken gespürt.

    Ein anderes Mal habe ich mir in einem Café eine Tasse mit heißem Tee aus Versehen über mich gekippt. Es war Sommer, daher hat mich das heiße Wasser direkt getroffen. Ich habe nichts gespürt. Keinen Schmerz. Die Kellnerin wollte einen Krankenwagen rufen, weil sie meinte, das müsste ärztlich versorgt werden.
    Was ist nun richtig? Ins Krankenhaus gehen? Oder einfach weiter Tee trinken? Ich hatte ja keine Schmerzen und ich hätte weiter Tee trinken können.

    Das Problem bei einer Dissoziation ist, dass man nichts fühlt. Keinen physischen Schmerz und keinen psychischen Schmerz.
    Bei mir fehlt der Schmerz bei Verbrennungen, aber die Verletzung ist trotzdem dar. Nur spüre ich sie nicht.
    Schmerz, ein wichtiger Indikator dafür, herauszufinden, wie es einem geht, fehlt. Die Verletzung ist trotzdem da und um die sollte man sich kümmern.

    Und genau dann wird es schwer:
    Wenn man vom Pferd gefallen ist, dann kann man Verletzungen haben, die man besser im Krankenhaus behandeln lässt. Diese Verletzungen nimmt man als Schmerz war. Dann sollte man nicht aufsteigen.
    Man kann aber auch keine oder nur geringfügige Verletzungen haben. Dann hat man keine oder kaum Schmerzen.
    Jemand, der dissoziiert, hat in beiden Fällen keine Schmerzen.
    Wenn er also aufsteigt, weil er denkt, es geht ihm gut, dann kann das schief gehen, wenn er doch verletzt ist.

    Es geht nicht um richtig oder falsch in solchen Fällen. Denn, was richtig oder falsch ist, kann derjenige, der dissoziiert, nicht oder nur schwer erkennen.
    Jemand, der dissoziiert, kann nur schwer erkennen, ob er verletzt wurde.

    Es geht vielmehr darum, zu lernen, wie man solche Dissoziationen verhindert und wie man mit solchen Dissoziationen umgeht, wenn sie trotzdem auftreten.
    Geändert von Fliegenpilz (11.06.2012 um 18:20 Uhr)

  4. #764
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADHS und Dissoziation

    Bassai Dai schreibt:
    Ich sehe das anders. In der jeweiligen Situation muss es ein richtig und falsch geben, sonst könnte man sich nicht entscheiden und die Reaktion wäre beliebig​.
    genau so ist es.... (bei mir)... ich kann mich nicht entscheiden, weil ich das für mich richtige nicht sehe/fühle/weiss....
    am schluss habe ich mir nur noch nach aussen orientiert.... in der jeweiligen situation habe ich so reagiert wie ich das gefühl
    hatte, was von mir erwartet wurde.... ich habe eigentlich immer nur RE-agiert.... statt bewusst Agiert.

  5. #765
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    gisbert schreibt:
    Das ist die Frage, ob man das grundsätzlich unterstellen kann. Jeder ist frei sich selbst zu sagen.
    1) Aua, ich warte auf den Arzt.
    2) Aua, ich brauch eine Pause und steig erstmal nicht auf.
    3) Ach, nichts passiert, Reiten macht Spass, auf gehts.

    Ich glaube nicht, dass 3) immer mit Fremdbestimmung einhergehen muss.
    Du beschreibst ja selbst ganz schön mit dem "Aua", dem Schmerz. Der fehlt Jemandem, der dissoziiert.

    Wie frei ist Jemand, der dissoziiert?
    Denn der kann deine drei oben genannten Fälle so nicht durchmachen.

    Jemandem, der dissoziiert, wurde etwas ganz wichtiges genommen: der Schmerz, der uns die Grenzen unserer Belastbarkeit aufzeigt.

  6. #766
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Smile schreibt:
    genau so ist es.... (bei mir)... ich kann mich nicht entscheiden, weil ich das für mich richtige nicht sehe/fühle/weiss....
    am schluss habe ich mir nur noch nach aussen orientiert.... in der jeweiligen situation habe ich so reagiert wie ich das gefühl
    hatte, was von mir erwartet wurde.... ich habe eigentlich immer nur RE-agiert.... statt bewusst Agiert.
    Bei mir ist das auch so. Ich kann die Gefühle anderer besser spüren als meine eigenen.

    Irgendwo habe ich gelesen, dass man die fehlenden Gefühle so auch teilweise wieder zurückbekommen kann. Wenn man anderen bzw. einem Therapeuten von der Situation erzählt und dieser die passenden Gefühle zeigt. Laienhaft formuliert und ich weiß auch nicht, ob ich da nicht etwas durcheinander bringe.

    Jedenfalls habe ich in der letzten Zeit Freunden von aktuellen Situationen erzählt, die vergleichsweise harmlos sind (ich will sie nicht überfordern und Freunde sind keine Therapeuten).
    In diesen Situationen habe ich nichts gespürtm auch später nicht. Als meine Freunde dann entsprechend schockiert, entsetzt und wütend reagiert haben, habe ich langsam diese Gefühle in mir entdeckt und kann sie etwas hervorholen. Mir hilft das. Auch weil ich so merke, dass meine Gefühle "richtig" sind.

  7. #767
    Lysander

    Gast

    AW: ADHS und Dissoziation

    Gefühle leihen.... Toller Gedanke. Oder gar nicht toll. Das macht Musik mit mir, ferner Bilder oder Fotografien. Wenn ich fotografiere, erfasse ich meine Gefühlswelt. Wow, ich entdecke mich neu... Lysander's neue Definition. Ich erwecke mich durch Gefühle anderer. *grübel*

  8. #768
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Lysander schreibt:
    Das macht Musik mit mir, ferner Bilder oder Fotografien.
    Hm, ich denke, das ist was anderes.
    Bilder, Musik und sowas rufen in dir ein Gefühl hervor, das für dich zu dieser Musik oder dem Bild passt. Situation und Gefühl zur gleichen Zeit.
    Bei der Dissoziation ist das Gefühl von der Situation getrennt.

    Bei dem, was ich meinte, geht es um eine konkrete Situation, in der ich nichts fühle. Das Aufheben der Dissoziation bedeutet, Situation und unterdrücktes Gefühl wieder zusammen zu bringen, um beides in das Bewusstsein zu integrieren.

    Das Gefühl ist auch nicht wirklich geliehen. Die Gefühle Anderer sind ind diesen Fällen eine Art Brücke zu den eigenen Gefühlen.
    Es ist eher wie ein Spiegel.

  9. #769
    Lysander

    Gast

    AW: ADHS und Dissoziation

    Danke für die Belehrung. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass ich in den Dissoziationsthread geraten bin. Sah nur den interessanten Gedanken, ließ mein Spielzeug fallen und rauschte hinein.

  10. #770
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 396

    AW: ADHS und Dissoziation

    Wisst ihr was mich am meisten daran aufregt?

    Kein Psychologe oder Psychiater nimmt eine Dissoziation bei mir an, dabei merke ich doch selbst wie ich beim Barrenturnen einmal fast heule vor Schmerzen und dann wieder garnichts spüre und alle anderen mich fragen was mit mir los sei und warum ich kein Schmerzempfinden habe... Ich bin auch schon zu meinem behandelenden Psychologen dem ich erst erklären musste was ich mit Dissoziation meine... Ich meine.... GEHTS NOCH? Soll ich denen erklären was man darunter versteht? Für mich ist es schwer genug sich so etwas überhaupt einzustehen. Meine Selbstschutzmechanismen sind stark ausgeprägt...

    Schon manchmal habe ich den Gedanken "Ich beschütze dich!" als wäre das etwas in mir das die Funktion meines Seins gewährleistet. Und dann rede ich manchmal wie ein Kind... Worauf mir die Psychiaterin sagte das sei ein normaler "Wachstumsprozess"... Irgendwie nimmt mich keiner Ernst, aber ich glaube dass ich eine dissoziative Störung habe. Was soll ich nun machen? Gibt es jemand der das überprüfen kann? (Und vielleicht auch das Kind in mir rauslocken kann??? )


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