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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #61
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: ADHS und Dissoziation

    Liebe Happy,

    diese Erfahrung, dass es mehr auf die Person des Therapeuten ankommt als auf die Art der Therapie habe ich auch gemacht. Viel Therapieerfahrung habe ich sowieso nicht, aber beide Therapeutinnen hier an meinem Wohnort, wovon die letzte der beiden wie gesagt den Ruf DER ADHS-Spezialistin genießt, waren der absolute Reinfall...
    Letztes Jahr jedoch in der Reha bin ich auf eine Therapeutin getroffen, die zwar Null Ahnung von ADHS hatte, aber die mir, da die Chemie einfach stimmte, also das Grundgefühl bei mir, so super half wie ich es mir vorher nicht hätte vorstellen können. Leider sind nur 6 Wochen zu kurz, um nachhaltig Erfolge zu erzielen. Also noch ein Grund, warum ich super frustriert bin. Ich weiß, es gibt jemanden, der mir helfen könnte, aber keine Chance diese Hilfe auch praktisch zu erlangen..

    Und bei ADHS ist es doch genauso: Was gibt es in den Staaten alles für Medikamente, die den Betroffenen scheinbar gut helfen..und bei uns ist letzten Sommer erst das Medikament auf den Markt gekommen, das auch für Erwachsene offiziell zugelassen ist.

    Da kann man doch nur das blanke K...bekommen oder?

    Genauso wie hier alle von der Klinik Lüneburger Heide sprechen. Und wieviele von uns haben tatsächlich das Glück dort fachspezifische Hilfe zu bekommen?

    Also wenn ich Geld hätte, würde ich mir auch privat mit Urlaubstagen die Reha dort leisten, wo ich weiß, dass mir geholfen wird...aber € 1.000 pro Woche und mehr sind mir doch etwas zuviel, zumal eine Woche nicht ausreichend ist (

    LG Amn

  2. #62
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hi Amneris,

    was soll ich sagen... nahezu dito
    Zum Beispiel:
    Hier im vollgestopften Rhein-Main-Gebiet nen erreichbaren Coach zu finden (der dann nah genug dran ist auch Hausbesuche zu machen) oder einen Ergotherapeuten kannst du vergessen... zumindest wenn du nicht in Frankfurt oder so wohnst...
    Das wollte ich nämlich zusätzlich zur Analyse machen ... ich sollte einmal die Woche nach FFM in einer Gruppe Coaching machen und das von 18- 20 Uhr... hätte ich die Kids mitnehmen müssen... mal ganz abgesehen davon, dass ich Angst hab nach FFM rein zu fahren und in ner Gruppe eine Thera zu machen.. Selbstverständlich hätte ich das auch selbst bezahlen müssen


    Und so ein Coaching ist ja jetzt nix abgehobenes, was kaum einer anbieten kann... oder?


    naja... irgendwie muss es ja weiter gehen...

    LG
    happy

  3. #63
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.320

    AW: ADHS und Dissoziation

    Danke für eure wertvollen Beiträge!

    Doch bitte, denkt daran, daß die meisten ADHSler Schwierigkeiten mit dem Lesen kompakter Texte haben!!!

    Fügt bitte, bitte viele Absätze in eure Texte ein!

  4. #64
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo emoflex,

    vielen Dank für diese Beschreibung!!! Bei mir hat gerade etwas KLONG gemacht ... was du beschreibst, benenne ich seit Jahren "meinen inneren Kugelfisch/mein ständiges, im Hintergrund laufendes Notfallalarmsystem"!!!

    ich glaube, jetzt werde ich ein Stück weiter kommen!!

    habitbraker

  5. #65
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: ADHS und Dissoziation

    weab4health schrieb
    Salopp ausgedrückt : ADHSler sind Universal-Dilletanten, (auch) was Störungen angeht. Sie bekommen keine anständige Anorexie oder anständige Zwangsstörung hin. Weil sie nicht zwanghaft genug sind. Aber auch keine "richtige" Panikstörung oder andere Achse-I-Störung. Es sieht immer "so aus wie".

    oh menno, warum habe ich euch/das Forum hier nicht schon viel früher gefunden/wahrgenommen? Ich lese hier, ich lese da, und dauernd finde ich noch Aspekte, die ich auf meiner "das-kommt-mir-sooooo-bekannt-vor-Liste" abhaken kann!! Ist bestimmt 20 Jahre her dass ich das erste mal gesagt habe "nix kriege ich richtig hin - nicht mal ordentlich kotzen kann ich und ne etablierte Bulimie an den Tag legen"

    .... der erste Psychologe, den ich damals aufgesucht habe, weil ich dachte, mein Essverhalten ist ungesund, hatte nur eine Reaktion zu bieten: saß da hinter seinem Schreibtisch, lies mich vor selbigem seitlich zu ihm hinstellen, sprach "heben sie doch mal leicht ihren Pullover über dem Bauch hoch" ... ich hob und er sprach "na, da ist ja noch genug dran, da brauchen sie sich keine Sorgen machen ..."



    hat dann ca 5 Jahre gedauert, ehe ich den nächsten Anlauf gewagt habe ...

  6. #66
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: ADHS und Dissoziation

    als die leisen, die dissoziieren.
    hm, heißt dissoziieren immer "leise sein"? Wenn ich das Dissoziieren mit meinem inneren Kugelfisch gleichsetze, dann ist der teilweise alles andere als leise! Der Impuls kommt rein, der Kugelfisch pumpt, sch*** auf den Kontext, hauptsache das Signal heißt "Alarm" und dann kann es auch gleich mal richtig krach geben, damit dem "Signalgeber" sofort klar ist: "NICHT (MEHR) MIT MIR!! Sie zu, dass du Land gewinnst oder ordne dich gefälligst ein!"

  7. #67
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Natürlich muss dissoziieren nicht leise sein.

    Wenn Dein Kugelfisch Lärm macht, so wirst du vermutlich den Krach hören können. Ich lasse manchmal meine Klienten diesen Lärm wie einen Geigerzähler der Ereignisse registrieren. (z.B. Blitzeinschläge, wieder mal in ein Fettnäpfen getreten oder anderen Quatsch). Häufig hört man ja auch den Stress um sich herum und wird dadurch beeindruckt.

    Manchmal "stinkt" es auch. Es muss nicht immer in Form von inneren Bildern abgehen. Aber wenn du dir deinen Kugelfisch genauer anschauen könntest, so würde sich darin vermutlich auch eine Menge Information zeigen. Zudem hat er (oder sie) eine "Historie" bzw wird vom Umfeld beeinflusst. Auf einer "Timeline" = Zeitleiste kann man das visualisieren = bildlich darstellen lassen. Weil unser Gehirn so nett ist und sich diesen ganzen emotionalen Mist merkt.

    Leider eben adhs-typisch nicht gut sortiert, sondern es werden bei ähnlichen Erlebnissen alle ähnliche emotionalen Erlebnisse nochmal aufgerufen. Es gibt also keine Unterscheidung zwischen "jetzt" und früher. Es werden immer alle ähnliche Verletzungen mit aufgeworfen. Dagegen muss sich das Gehirn aber schützen = Dissoziation ist lebenswichtig.

    Wichtig ist, dass Dissoziation eben nicht dem abstrakten (rationalen) Bewusstsein unterliegt. Daher ist eben die Arbeit mit diesen inneren Bildern so praktisch, weil da auch die rationale Bewertung durch das Frontalhirn (als Bewertungsinstanz) ausgeschaltet ist. Natürlich kommet einem das total blöd vor. Ist es auch. Aber egal...

    Wichtig ist erstmal, dass man das innere Alarmsystem ausschalten kann. Ich vergleiche das mit den Alarmsignalen in einem Flugzeug. Der Pilot sollte gefälligst die Alarmzeichen hören und beseitigen. Wenn das aber nicht geht, kann er ja auch nicht in der Luft einfach stehenbleiben. Also wird das Signal ignoriert oder der Ton ausgestellt. Nicht fein, aber irgendwie muss es weitergehen (fliegen).

    Eigentlich müsste nun bei erfolgreicher Landung das Wartungsteam ran und die Ursachen suchen. Aber viele ADHSler haben ja deutlich gesagt, was nicht stimmt. Nur wird ihnen nicht geglaubt. Oder man kann kurzfristig nichts an der Situation ändern. Also werden sie wieder "in die Luft" geschickt. Bis es zu Abstürzen kommt.

    Irgendwann wird das "als ob" zum Normalmodus. Eigentlich sind zahlreiche Baustellen / Alarmsignale noch nicht abgearbeitet, aber das Leben fliegt weiter an einem vorbei.

  8. #68
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: ADHS und Dissoziation

    @web4health
    Es werden immer alle ähnliche Verletzungen mit aufgeworfen
    ganz genau das ist erst in letzter Zeit aufgefallen und ein Problem geworden! Da gibt es jetzt jemanden, beim dem der Kugelfisch theoretisch und objektiv seines Amtes enthoben werden könnte ... praktisch ist ihm das ziemlich egal (dem Kugelfisch) ... er verkauft sich als unverzichtbar, achtet auf jedes vermeindliche Signal und wenn es dann wieder so weit ist, habe ich alle Hände voll zu tun, in meiner neuen geschützten Umgebung keinen unnötigen Schaden anzurichten ... ganz ohne Metaphern gesprochen: mein Lebensgefährte ist zum Glück eine starke Persönlichkeit, trotzdem aber wie vor den Kopf gestoßen und ebenfalls verwirrt, wenn ich aus einer für ihn unersichtlichen Situation heraus plötzlich meine Schutzmaßnamen radikal auffahre, alle Stacheln gegen ihn richte, mauere und selber einen Tag brauche, bis ich wieder runtergefahren bin und erklären kann, was los war ...

    und der olle Kugelfisch? Noch schaut das wieder eingeschrumpfte Vieh mich hinterher blöd an und sagt hochnäsig "Ja und? Sei froh, dass du mich hast ... Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Schließlich bekommst du es alleine ja nicht hin, richtig auf dich aufzupassen ..."

    dass Dissoziation eben nicht dem abstrakten (rationalen) Bewusstsein unterliegt.
    das verstehe ich dann allerdings doch nicht so ganz - ich habe es bis zu dieser Stelle so interpretiert, dass eben die ratio den Schlamassel überblicken müsste, der Emotionscoctail jedoch per Verschleierungstaktik alles in einen Topf wirft .... hmmm

  9. #69
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ich finde es fantastisch und wahnsinnig interessant, was und wie ihr hier schreibt.


    Danke Eiselein, dieses Mal habe ich sehr vieles von dem, was du geschrieben hast, nachvollziehen können, auch wenn ich meine, dass unser AD(H)S so verschieden ist, dass man nicht nur, beziehungsweise nicht in jedem Fall, eine schwere und behandlungsbedürftige Erkrankung, oder immer nur Nachteile, darin sehen soll.


    Ich denke außerdem, dass das Folgende nicht immer zutreffen muss:

    ...... dass man AD(H)S ohne Dissoziation gar nicht überleben kann



    Jeder betrachtet sein AD(H)S aus seinem individuellen Blickwinkel. Lasst uns doch ein Ganzes daraus machen, indem man sich auch vorstellen kann, dass es noch andere, möglicherweise weniger krankhafte Arten oder vielleicht Formen ohne einen Krankheitswert geben kann (also ich meine, noch leichtere Formen, als bei mir).


    Ich verstehe diejenigen auch sehr gut, die (immer oder zeitweise) sehr schwer betroffen sind. Das hätte mir genau so passieren können oder kann sogar noch passieren. Hoffentlich nicht.




    Bei mir war es zum Beispiel nicht so, dass ich mich im Forum angemeldet hatte, weil es mir so schlecht ging, sondern weil es für mich ein schiefes Bild gibt, wenn das AD(H)S nur als eine sehr schwere Erkrankung angesehen wird.
    Mir sind außerdem viele Menschen mit einem AD(H)S sehr sympathisch und auch ohne einen häufigen Leidensdruck kann ein Austausch sehr hilfreich sein. Es ist sehr spannend immer noch weitere Merkmale dieses Syndroms herauszufinden.


    Aufgrund des AD(H)S von Familienangehörigen, mehreren Bekannten und vielen Fortbildungen zu diesem Thema vor fast zwanzig Jahren, bin ich darauf gekommen, dass auch bei mir ein AD(H)S vorliegen muss.


    Da vor fünf Jahren Erkrankungen hinzukamen, die sich auch durch die dafür notwendigen Medikamente sehr nachteilig auf meine AD(H)S Symptome ausgewirkt hatten, habe ich die Untersuchungen vornehmen lassen, die die Diagnose AD(H)S bestätigten. Vor allem im Bereich der Aufmerksamkeit bin ich schwer betroffen.


    Bei dem Hawie-R Test hatte ich beim logischen und abstrakten Denken einen IQ von 140. Manchmal vermute ich, das die Kompensation des AD(H)S bei mir zum Beispiel beim „Gemeinsamkeiten finden“ einen IQ von 140 antrainiert hat, denn ich habe immer zu viele Gedanken auf einmal in meinem Kopf. Es ist wie ein Ordner im Computer, den man anklickt und dann öffnen sich weitere neue Gedanken und die wiederum enthalten weitere Ordner…...

    Irgendwie musste ich die Dinge miteinander verbinden, damit ich nicht den Faden verliere, und habe als Abfallprodukt vielleicht etwas in meinem Gehirn erweitert?


    Anscheinend kann ich auch irgendetwas in meinem Gehirn anders „parken“,als es normal wäre. Wenn alle durcheinanderreden, kann ich manchmal alles wahrnehmen und stelle später fest, dass ich noch auf etwas antworten wollte, bei dem die anderen dachten, dass ich das überhaupt nicht bemerkt haben konnte.


    Hochbegabt bin ich allerdings nicht, denn bei der visuell-motorischen Koordination lag ich weit unter dem Durchschnitt (z.T. bei 50). Ob meine Aufmerksamkeit dabei abgedriftet war, oder ich noch an Teilleistungsstörungen leide, ist mir noch nicht ganz klar, denn meine Mitmenschen halten mich auch für sehr praktisch begabt, was gerade nachlässt.


    Meine Sensibilität ist sehr stark ausgeprägt und mein Mitgefühl kann manchmal schmerzhafte Empfindungen in mir auslösen (auch bei Fremden).


    Müsste ich nach den hier gelesenen Thesen nicht stark dissoziieren - oder beschreibe ich bereits etwas davon?


    Beim Lesen driftet meine Aufmerksamkeit öfter ab, ich lese gerne quer, aber dadurch kann es auch sein, dass ich nicht alles richtig verstanden habe.


    Trotz allem kann ich bei mir nichts in Richtung „Dissoziation“ feststellen.


    Vorwiegend fühle ich mich psychisch wohl und bin innerlich meistens ruhig und von seelischem Abfall befreit.

    Unruhe kenne ich allerdings auch, besonders im Wartezimmer von Ärzten, wenn mich jemand angreift und wenn ich unter Zeitdruck arbeiten muss.


    Unter sehr starken, sehr lange anhaltenden Belastungssituationen reagierte ich mit Krankheiten.
    Doch diese Belastungen lagen nicht nur an meinem AD(H)S und hätten auch einen „Gesunden“ erkranken lassen können.

    Ich schreibe „die Gesunden“ in Anführungsstrichen, weil meine Freundin und ich uns oft psychisch gesünder fühlten, als unsere Mitmenschen. Es scheint so, als haben auch sehr viele Meschen ohne ein AD(H)S eine Reihe von Auffälligkeiten. Gibt es ganz Gesunde überhaupt?
    Für mich stellt sich eher die Frage nach der Intensität der Störung, wie groß der Leidensdruck ist und ob man anderen mit seinem Verhalten schadet.


    Meine Aufmerksamkeitsschwankungen waren während meiner Schulzeit ein großes Problem und sie haben sich seit den Wechseljahren wieder verstärkt. Das stört mich zwar, hat aber aufgrund günstiger Bedingungen keinen Einfluss auf mein psychisches Wohlbefinden (jedenfalls selten).

    Mein AD(H)S wurde keinesfalls als Leichtes diagnostiziert und mit dem Älterwerden scheint es problematischer zu werden (in Teilbereichen geht es mir aber auch besser).


    Jetzt frage ich mich, warum meine Psyche trotz des AD(H)S noch keinen ernsthaften Schaden genommen hat.


    Kann es daran liegen, dass meine Mutter mir schon als Kind beigebracht hat, dass ich über alles reden soll (vielleicht hat sie den Grundstein für einen Heilungsmechanismus in mir gelegt) oder dass ich bereits fast mein ganzes Leben lang jederzeit meine Freundin anrufen konnte und immer noch kann, um sofort meinen „Dampf“ abzulassen?


    Spielt es auch eine Rolle, dass wir täglich mehrmals extrem über unsere Missgeschicke lachen und von unserer Umgebung mit Sicherheit als sehr albern wahrgenommen werden? Das ist aber ganz extrem entspannend und hebt enorm die Stimmung. Lachseminare benötigen wir jedenfalls nicht.

    Wenn ich sehr traurig bin, dann weine ich dagegen sehr heftig und fühle mich anschließend ebenfalls sehr befreit.


    Könnten auch diese „Ventile“ mir geholfen haben, dass ich mich trotz meines AD(H)S meistens zufrieden fühle und möglicherweise keine Dissoziation benötige?


    Wenn ja, vielleicht könnte es dann helfen, wenn man sich gleichgesinnte Freunde sucht, die man falls Bedarf besteht, mehrmals täglich anrufen könnte und sich gegenseitig hilft, um überhaupt keinen Gefühlsstau aufkommen zu lassen? Eigentlich ist dieses Forum ja bereits ein wenig dazu geeignet, jedoch in abgeschwächter Form.


    Jetzt möchte ich keinen Roman schreiben, aber ich denke, dass sich in einem Forum vermehrt Hilfesuchende anmelden und Ärzte fast nur ein AD(H)S der mittelschweren bis schweren Fälle mit einem Leidensdruck kennenlernen. Könnte es dann nicht ein schiefes Bild geben?

    Muss das wirklich immer zutreffen?

    Die ADHS-Symptome, sind aber aus meiner Sicht quasi immer (o.K., immer soll man nicht schreiben.... Ich bleibe aber mal dabei IMMER) auch mit einem dissoziativen Anteil verbunden. So wie bei alten Cassetten ist dann aber der Kopierschutz so, dass man nicht neue Erfahrungen drüber schreiben kann. Oder vielleicht schon schreiben, aber nicht richtig löschen. ADHS wäre dann quasi ein zu viel von Informationen. Oder aber ein Versagen der Löschfunktionen.
    Ich vermute, dass es noch viele Menschen mit einem leichten AD(H)S gibt, deren Lebensbedingungen günstig sind, und die daher vielleicht noch nicht einmal etwas von dieser Diagnose ahnen. Mehrere Menschen, die ich kenne, scheinen typische Symptome des AD(H)S aufzuweisen, ohne einen unzufriedenen Eindruck zu machen.


    Ich schreibe das, weil ich immer den Eindruck habe, dass viele von sich auf das Gesamtbild dieses Syndroms schließen. Ich verstehe beide Extreme sehr gut.


    Oder ist allein die Tatsache, dass ich viel träume, bereits ein Zeichen einer Dissoziation?
    Als Kind habe ich mir tatsächlich in Wachträumen schöne Welten vorgestellt, während ich den langweiligen Unterricht verschlief.
    Heute kann ich beim Träumen meist sehr gut die Umgebungsreize abschalten und fertige in meinem Kopf dann sehr entspannt Texte an, die ich dann später am Schreibtisch an einem Stück aufschreiben kann - oder mir fallen irgendwelche Problemlösungen ein.

    Betrifft das vielleicht dieses Thema?


    Es hat mich extrem gefesselt, weil ich, dank eurer Beiträge, seit Langem mal wieder ganz neue Aspekte des AD(H)S bedenke und bestimmt noch Neues dabei lerne.

    Einen großen Dank auch an web4health für die guten Erklärungen.

  10. #70
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Es gibt sicher "gesunde" und weniger gesunde Strategien. Dissoziation ist ja auch eher als eine von vielen Strategien im Umgang mit ADHS (unter sehr "stressigen" Bedingungen) zu verstehen.

    Gesunde ADHSler (d.h. reines Vorliegen der Disposition) bezeichnet man ja auch nicht als krank. Und ich glaube, dass man sehr wohl von "Gesunden" lernen kann, wie man im Sinne eines salutogenetischen Ansatzes mit ADHS umgehen kann. Also : Wie bleibt man gesund.

    Dissoziation bezieht sich auf das Zusammenwirken von der ADHS-Disposition (häufig mit anderen Teilleistungs- und Wahrnehmungsstörungen), ungünstiger Reaktion der Umwelt und Stress / Alarm über einen längeren Zeitraum.

    Gesund im Sinne einer ADHS-Konstitution ist man, wenn man flexibel reagieren kann ohne einzuschnappen bzw. nicht wieder "ausschnappen" zu können. Das bezieht sich nicht nur auf Konzentration und Aufmerksamkeit, sondern auf viele Bereiche, wie z.B. eben Emotionskontrolle oder Impulsivität.

    Häufig ist es bei ADHSlern so, dass das innere "Mischpult" eben zur falschen Zeit die falsche Einstellung der Regler hat. Und bestimmte Regler bzw. Knöpfe halt blockieren. Das ist u.a. mit "Dissoziation" gemeint. Verhalten, Gedanken und Gefühl laufen nicht parallel = synchron.

    Das ist dann so wie eine Ton- und Lichtabmischung eines Schlagerschnulzensängers für AC/DC oder Motorhead. Das passt nicht wirklich. Bei ADHSler gelingt die Anpassung an neue Situationen nicht immer. Man "rutscht auf den Gefühlen aus" bzw. gerät eben unvermittelt in falsche Einstellungen und Verhaltensmuster.

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