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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #661
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    Bassai Dai schreibt:
    hexe schreibt:
    ..darf ich noch mal hier zurück greifen ich verliere leider den gedanken sonst .. das beispiel mit der wiese und den ständen ...

    toll aber mein erster gedanke war ... ich ich mein adhs stürmt los und zwar quer durch den schnee zum neuen stand und quer durch den schnee zum wc.

    ...
    Das war auch mein erster Gedanke...ich wäre voller Inbrunst quer durch den dicken Schnee gestapft.....vielleicht hätte ich mich unterwegs angesichts der Anstrengung verflucht.....
    Das ist natürlich möglich und wird sicherlich auch immer wieder mal passieren, aber es passiert nicht regelhaft.
    Die Regel oder wenn man so will, die Norm ist, dass vorhandene Pfade weiterbenutzt werden.
    Die anderen, mutigeren oder experimentierfreudigeren oder wie auch immer man es nennen mag, weichen von der Regelhaftigkeit ab.
    Wobei wichtig ist zu betonen, dass es nichts Negatives oder Schlechtes ist, ... eben nur von der Regel abweichend, ohne jede Bewertung (sonst würden wir auch ganz schnell in der ewigen, nie endenen und nie zu einem Ergebnis kommenden Diskussion landen, ob ADS etc. eine Krankheit ist ...)

    Auch glaube ich, dass das vielleicht für die Hyperaktiven eher gelten wird (und ihnen sowohl Vor- als auch Nachteile einbringen kann), als für die eher ängsltich- zurückhaltenden Hypoaktiven oder die, wie hier ja auch immer wieder angesprochen wird, dissoziierenden Hypersensiblen.

    Die werden niemals einen solchen Weg einschlagen, der ein für sie unkalkulierbares Risiko bedeutet ("Was ist, wenn der Schnee da hinten tiefer ist oder wenn er über einer dünnen Eisdecke liegt, die mich nicht halten wird, ich kann sie ja nicht sehen, scheuche ich Tiere auf ...(nur als Beispiele) )

    Aber die Grundidee an sich finde ich sehr interessant.

    Ich würde niemals eine spontane Entscheidung treffen und an Unbekanntes gehen, ohne mich vorher genau informiert und vorbereitet zu haben, und wenn es auch nur die geringste Unklarheit gibt, lasse ich es lieber ganz.
    Obwohl ich andererseits auch den ADHS-typischen Drang kenne, einfach drauf los zu legen .... und am Ende festzustellen, dass vorher nachdenken doch besser gewesen wäre.

    Aber unabhängig davon denke ich schon, dass auch das passieren kann und es bilden sich völlig neue Wege.

    Andererseits aber lässt sich genauso sagen, dass durch den Schlaganfall das Gehirn sowas wie einen "Totalreset" erfahren hat.
    Der Vater musste ja wirklich wieder neu anfangen, weil da nix altes mehr war. (mir ist klar, dass das fachlich so natürlich nicht richtig ist)
    Möglicherweise ist es auch dadurch zu erklären.
    Geändert von Fliegerlein (26.05.2012 um 13:15 Uhr) Grund: Einen Fehler finde ich immer ...

  2. #662
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 96

    AW: ADHS und Dissoziation

    Und was ist, wenn beides zu trifft, Suchtfamilie und ADHS? Kommt doch nicht so selten vor. Muss man dann alles auseinander klamüsern?Was vorher kommt, warum man zB das Heldenkind ist?

  3. #663
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.425

    AW: ADHS und Dissoziation

    Was mich noch im bezug auf dissoziation im sinn kommt: eine zeit kann es sehr zu nützen sein sich abzuspalten um weiter zu überleben. Aber es raubt energie und doch stimmt etwas nicht... Also, irgendwann kann eine zusammenbruch kommen, eine krankheit oder so der zeigt dass etwas doch nicht stimmt.

    Bei mich ist eine krise ziemlich früh gekommen und ich war auch froh, weil ich dann auch eine richtung eingeschlagen habe der richtig war. Resilianz kann sich, meine meinung sich auch so zeigen dass man nicht nur erfolgreich dissoziert, aber auch der weg zu heilung (oder zu verbesserung) findet (neben leidensdruck etwa neugier und intuition kann dabei auch helfen).

    lg

  4. #664
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hi Fliegerlein, Bassai Dai und Hexe ...

    ich wollte zu dem Schneebild auch noch was sagen.

    Ich glaube, das Bild der eingetrampelten Pfade läuft eben vorallem in Stresssituationen ab.
    Eben dann, wenn das Gehirn so auf dem Notstromaggregat läuft.

    Wenn wir ja entspannt sind, dann haben wir ja auch viel mehr Handlungsspielraum.

    Ich denke, neue Verhaltensmuster müssen immer und immer wieder trainiert werden, sodass das Gehirn auch in Stresssituationen darauf zurückgreifen kann.

    In einer Threrapie haben die mal das Bild von verschiedenen Geleisen gezeigt. Die, die oft befahren wurden, waren gut zugänglich, während andere verwildert und zugewuchert waren.
    Das Gehirn nimmt dann normalerweise das freigelegte Gleis, weil es sich dort am besten Fahren lässt oder eben das, zu welchem gerade eine Weiche gestellt ist.
    Ein altes verwildertes Gleis zu befahren, braucht ev. Vorarbeit und ist auch mühsam.

    Ich denke, mit dem neuen Therapieverfahren, das entstresst, ist es anfänglich so, als wenn man ein neues Gleis legen möchte. Es ist am Anfang echt anstrengend. Vielleicht kommt man auch nicht weiter und fährt dann das fertige Geleis nur hie und da ab.
    Aber je mehr, man es fährt, desto besser läuft es darauf.
    Dazu kommt dann noch, dass man durch weniger Stress gar nicht mehr so schnell in den Stressmodus kommt, was auch wieder dazu führt, dass das Gehirn besser entscheiden kann, welches Gleis es eigentlich einschlagen möchte und dann die Weichen auch selber stellen kann.

    LG Nicci

  5. #665
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADHS und Dissoziation

    Und nochwas zu den Traumas,

    hmm, ich kann mir schon vorstellen, dass es durch Traumas erst zu der Uebersensibilität kommt.

    Aber, ich war mal auf ner Station in ner Klinik, da hatte es vorallem traumatisierte Frauen und Borderlinerinnen sowie auch andere Störungsbilder.

    Ich habe mich aber durch meine Hyperaktivität ganz klar von den anderen Patienten unterschieden, obwohl wir auch gleiche gemeinsame Störungsbilder hatten.

    Ich denke also, dass wirklich die komponente ADHS und Trauma vorkommen kann.
    Auch wenn die Symptome bei beiden ähnlich sind.

    LG Nicci

  6. #666
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    HI Nicci,

    Nicci schreibt:
    Ich glaube, das Bild der eingetrampelten Pfade läuft eben vorallem in Stresssituationen ab.
    Eben dann, wenn das Gehirn so auf dem Notstromaggregat läuft.
    ganz und gar nicht.
    Das Beispiel, das Prof. Spitzer bei seinem Vortrag verwendet hat, bezieht sich auf ganz normales Lernen.
    Synapsen wachsen durch häufigen Gebrauch.
    Den Vortrag gibt es auf DVD, ich hab sie dort geshen, weiß aber nicht mehr genau, we sie hieß.
    Keine Ahnung, ob es den auch im Netz gibt oder er das so ähnlich mal in der Sendung "Geist und Gehirn" erklärt hat.

    LG
    Marcus

  7. #667
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo Marcus,

    ja, das stimmt schon.
    Dieser Mechanismus wird ja auch im Bobath-Konzept (Rehatraining nach Schlaganfall mit Halbseitenlähmung) angewendet.

    Aber wenn man im Normalzustand ist, kann man ja noch bewusst neues Verhalten lernen und sich das auch bis zu einem Punkt antrainieren.
    Wenn man im Stress Modus ist, dann werden die ausgetrampelten Pfade ohne Wahlmöglichkeit eingeschlagen.

    Die Verhaltenstherapie arbeitet ja damit, in diesen Mechanismus eine Riegel einzuschieben.
    Die Erfolgsaussichten sind aber meist nicht so toll, weil ja das zu Grunde liegende Problem nicht wirklich therapiert wird.

    LG Nicci

  8. #668
    Ist hier zuhause

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    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hi Nicci,

    ich denke, wir dürfen im Moment zwei unterschiedliche Dinge nicht vermischen, nämlich das Lernen des Menschen an sich in seiner "Gesamtheit" (das ist jetzt gewiss nicht gut formuliert) und der neuronale Lernvorgang, der im Gehirn abläuft und auf den ich mit dem Schneebeispiel hinaus wollte.
    Die weiter oben verlinkten Artikel über strukturelle Dissoziation und dem "Psychiartrie u. Psychotherapie sind (endlich) auf das Gehirn gekommen) beschreiben im Grunde das Gleiche.

    Mit Lernen meine ich nicht, wie wir bewusst lernen, sondern das, was beim Lernen im Gehirn passiert.

    Wie sagte Spitzer so schön:
    Ein Baby begreift die Schwerkraft nicht, in dem es die entsprechenden physikalischen Grundsätze auswendig lernt, sondern in dem es einfach mal was fallen lässt.
    Durch die Wiederholung lernt es ganz unbewusst: "Wenn man Dinge los lässt, fallen sie nach unten".

    Wenn sowas einmal passiert, ist es zufall.
    Passiert es immer wieder, ist es regelbehaftet und wird entsprechend abgespeichert.

    Schlagen wir die Brücke zur Disso, lernt das Gehirn ja auch, dass die Disso die im entsprechenden Moment richtige (Überlebens-)Strategie ist.

    Tritt die Situation aber immer wieder ein, ergibt sich eine Regelhaftigkeit und das Ganze wird automatisiert.
    Je häufiger es passiert, desto schneller wird darauf zurückgegriffen.
    Die Synapsen werden also richtig groß, denn hier haben wir es mmit einem häufig benötigten Vorgang zu tun.
    Gleichzeitig sinkt damit die Schwelle für die Disso, denn die Verbindungen sind nun schon regelrechte Autobahnen.
    In den Artikeln ist zu lesen, dass die vergrößerten Synapsen nun auch aus einzelnen Impulsen bereits ein Aktionspotential bilden können.
    Kleinere, "frische" Synapsen benötigen mehrere Impulse, bevor ein Aktionspotential über die Synapse geht.

    Und schon haben wir einen Automatismus.
    Die Schwelle sinkt, es kommt selbst dann zu einer Disso, wenn eigentlich gar keine bedrohliche Situation vorliegt.

    Obwohl man sich dessen bewusst sein kann, läuft der Prozess ab, denn er ist von uns nicht willentlich zu steuern.

    Das war jetzt nicht gerade die Superzusammenfassung und gewiss sträuben sich den Fachleuten gerade mittelschwer die Haare, aber so in etwa habe ich es in Erinnerung, ohne jetzt noch mal genau nachgelesen zu haben.

    Aber allein wegen dieser ja doch schon ziemlich gut erforschten Mechanismen fehlt mir ein wenig der Glaube, dass eine seit mitunter mehreren Jahrzehnten so konditionierte Disso sich durch einfache Methoden "mal eben schnell" wegbekommen lässt, bzw. die Artikel legen nah, dass es nie eine komplette "Neuverdrahtung" geben wird, sondern Änderungen immer oder zumindest in der Regel, auf den alten Bahnen als Basis stattfinden, mit der Gefahr, dass man eben wieder in selbige zurückfällt.


    EDIT:
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich noch den vollen Überblick habe oder ob ich schon einiges durcheinanderwürfle, was ich für sehr gut möglich halte ...
    Geändert von Fliegerlein (27.05.2012 um 00:53 Uhr) Grund: Edit zugefügt

  9. #669
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hi Fliegerlein,

    so, ich glaub, ich habs kapiert . Danke für Deine Geduld.

    LG Nicci

  10. #670
    Neues Forum-Mitglied

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    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: ADHS und Dissoziation

    Nicci schreibt:

    Ich glaube, das Bild der eingetrampelten Pfade läuft eben vorallem in Stresssituationen ab.
    Eben dann, wenn das Gehirn so auf dem Notstromaggregat läuft.

    Wenn wir ja entspannt sind, dann haben wir ja auch viel mehr Handlungsspielraum.

    Ich denke, neue Verhaltensmuster müssen immer und immer wieder trainiert werden, sodass das Gehirn auch in Stresssituationen darauf zurückgreifen kann.

    Dazu kommt dann noch, dass man durch weniger Stress gar nicht mehr so schnell in den Stressmodus kommt, was auch wieder dazu führt, dass das Gehirn besser entscheiden kann, welches Gleis es eigentlich einschlagen möchte und dann die Weichen auch selber stellen kann.
    So ist es !
    In Stresssituationen werden Verhaltensmuster aktiviert, die schon in der Kindheit erlernt wurden, u.a. durch Beobachten.....und/oder selbst erleben.
    Gerade in Erziehungssituationen wende ich z.B.Verhaltensmuster meiner Mutter an, die ich nicht wirklich kopieren will.

    Verhaltens- oder Glaubensmuster werden immer dann aktiviert, um zu schützen, ob diese Muster diese Fähigkeit noch haben,
    je gehabt haben oder nicht mehr haben ist dabei nicht relevant.
    Auch ein kognitives Erkennen, dass dies so ist, reicht nicht aus, um die Aktivierung zu verhindern.

    Diese Muster aufzulösen, ist ohne eine Auseinandersetzung mit mir selbst, mit meinen Ängsten, Erwartungen, Wünschen und Hoffnungen kaum möglich.
    Dies ist nur der erste Schritt, die nächsten Schritte sind das EInüben und Anwenden neuer Verhaltensmuster.
    Aber nur durch Innehalten wird eine bewusste Entscheidung für das neue Verhaltensmuster möglich.
    Damit Altes durch Neues überschrieben werden kann, ist jahrelange Anwendung nötig.

    Ich praktiziere Achtsamkeitsübungen als Hilfestellung fürs Innehalten, aber auch als Hilfestellung für eine grundsätzliche Veränderung meines Ausgangsmodus'
    hin zu mehr Gelassenheit und Entspanntheit.
    Ausdauer ist da der Schlüssel und die Sehnsucht nach einem anderen Leben in Freiheit und Selbstbestimmheit.


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