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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #641
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    Mich stört (oder besser: irritiert), ist das Wort "wieder"

    Wenn ich etwas "wieder" erlernen kann, dann bedeutet das, dass ich es schon mal gelernt, aber vergessen oder aus sonstigen Gründen verloren habe/ haben muss.

    Das soll keineswegs Wortklauberei werden, aber wenn dem so wäre, würde das gegen eine angeborene Störung sprechen.
    Darauf wollte ich hinaus.

    Wenn ich etwas wiederfinde, habe ich es vorher schon mal gehabt und dann verloren.
    Wenn ich etwas finde, bedeutet das, dass ich es vorher noch nicht besessen habe.

    Man kann ja mit seiner Resilienz schon im Kindergartenalter unter die Wellness-Grenze gerutscht sein. Dann wird man sich kaum an ein "Vorher" erinnern können.
    Verstehe ich.
    Aber wie ist es noch weiter früher?
    Ich denke da an die "Schreikinder".

    Zumindest könnte ich mir vorstellen, dass da schon sowas wie eine angeborene oder eben sehr früh konditionierte, Hochsensibilität vorliegt.
    Auch Angstzustände ließen sich feststellen, denn wenn ein Baby schreit, sobald es keinen Sichtkontkat mehr zur Mutter hat, würde ich das als Angstsymptom deuten.

    Aber ich will das nicht anzweifeln, im Gegenteil: ich finde das sehr interessant und logisch.
    Aber na klar bleibt dann auch wieder die Notwendigkeit einer Ausschlusssicherheit.

    LG
    Marcus
    Geändert von Fliegerlein (25.05.2012 um 15:45 Uhr) Grund: Satz ergänzt

  2. #642
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Interessant finde ich in diesem Zusammenhang folgende Aussage:

    Ein psychisches Trauma ist ein lebensbedrohliches Ereignis, das extreme psychische Belastungen erzeugt und zu einer Reizüberflutung führt. Während ältere Theorien über ADS / ADHS / AHDS / ADD (Abkürzungen für das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, im Englischen auch mit ADD oder ADHD bezeichnet) und auch neuere Hypothesen über Hochsensibilität die Reizüberflutung als Ursache einer traumatischen Wirkung angesehen haben, hat die neuere Trauma-Forschung nachgewiesen (u.a. durch Tierversuche), dass die Reizüberflutung eine Folge der subjektiv oder objektiv lebensbedrohlichen Situation darstellt.
    Quelle: Trauma bzw Psychotrauma / Dissoziation / dissoziative Amnesie / Flashbacks / PTBS bzw PTSD / ADS bzw ADHS bzw AHDS / Depersonalisation / Derealisation

    Demnach käme zuerst das Trauma und aus diesem Trauma ergibt sich als Folge eine Reizüberflutung. Wenn man da "nur" die Reizüberflutung behandelt und deren Folgen, dann bleibt das Trauma immer noch unbehandelt.

    Fliegerlein schreibt:
    Verstehe ich.
    Aber wie ist es noch weiter früher?
    Ich denke da an die "Schreikinder".
    Auf der oben genannten Seite wird auch auf sehr frühe Traumatisierungen bei Babys eingegangen.

  3. #643
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    Werd ich mir mal durchlesen, thx.
    Wobei ich mich gerade frage, ob ich die Reihenfolge so annehmen würde?

    Eigentlich hätte ich eher gesagt, dass das Trauma eine Folge der Reizüberlfutung ist, während es dort umgekehrt beschrieben wird.

    Wäre die Reizüberflutung zuerst da, ergäbe das für mich eher einen Sinn:

    Zu viele Reize -> Trauma -> Dissoziation

  4. #644
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo Fliegenpilz,

    Ich habe angeschaut und finde es interessant! Nun, dass bei ADS immer eine traumata als ursache ist, stimme ich nicht über ein... Aber dass eine traumata eine ADS verschlimmern kann, ja! Dass bei eine baby eine reizüberflutung an sich traumatisierend sein kann, kann ich auch nachvollziehen: Reizüberflutung kann tatsächlich gefährlich sein, wenn du daraus eine gefahr nicht merkt...

    Sonst eigene erfahrung: reizüberflutung kann es auch geben ohne trauma und ohne trigger, nur weil es viel herrum passiert. Vielleicht bei jeden mensch und bei ADS schneller. Aber eine trigger mit viele emotionen und schreckliche errinerung kann auch einiges zu viel sein!

    Noch wegen baby: ich habe einmal in ein buch gelesen dass Baby sehr schnell traumatisiert werden können mit sachen die erwachsene nichts mehr ausmachen. Einfach weil sie noch sehr stark auf ihre eltern angewiesen sind und hilflos sind sie können nur schreiben wenn etwas nicht ok ist. Schon allein sein und kalt haben ist schrecklich für eine neugeborenes. Eine erwachsene kann sich eine jacke holen...

    lg

  5. #645
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegerlein schreibt:
    Eigentlich hätte ich eher gesagt, dass das Trauma eine Folge der Reizüberlfutung ist, während es dort umgekehrt beschrieben wird.

    Wäre die Reizüberflutung zuerst da, ergäbe das für mich eher einen Sinn:

    Zu viele Reize -> Trauma -> Dissoziation
    Ja, das dachte ich auch.
    Daher finde ich die umgekehrte Betrachtungsweise sehr interessant und beim ersten Lesen des Textes irgendwie auch schlüssig.

  6. #646
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ebenfalls dem Artikel entnommen:

    Eine lebensbedrohliche Situation führt bei fast allen Tierarten zu einer von zwei möglichen primären Grund-Reaktionsmustern: Flucht oder Verteidigung.
    Da fehlt mir eine weitere Reaktion:
    Die Lähmung.

    Auch sie ist AFAIK und IMHO ein Grund-Reaktionsmuster.
    Man sagt ja so oft "vor Angst gelähmt"
    Und wenn ich für mich spreche, ist genau das zutreffend, ... mich lähmt sie nur.

    EDIT: Ok,.... weiterlesen hilft manchmal "Totstellreflex" wird erwähnt, ... könnte ich gelten lassen
    Geändert von Fliegerlein (25.05.2012 um 16:22 Uhr) Grund: Ergänzung eingefügt

  7. #647
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: ADHS und Dissoziation

    Wir müssen uns hier, denke ich, von den klassischen Definitionen für Trauma lösen!

    Ein Trauma entsteht in einer lebensbedrohlichen Situation. ok! - Kann eine Reizüberflutung, bedingt durch miese Filter oder bedingt durch zu gute Sensoren anstatt durch zu heftige Reize auch lebensbedrohlich wirken?

    Ja! Ganz eindeutig! Aber darauf kommt es gar nicht an!

    Es kommt hier nicht darauf an, ob die Situation wirklich lebensbedrohlich ist. Es kommt auch nicht darauf an, und das ist mir sehr wichtig, dass eine Definition von "Trauma" erfüllt wurde! Es kommt darauf an, dass im Bewusstsein des Betroffenen ein individueller Grad von DESORIENTIERUNG erreicht wurde. Dann schaltet das Nervensystem von Assoziation auf Dissoziation um. Damit ändern sich die Datenverarbeitungswege und die Reizinputs erzeugen schwerverdauliche Datensätze, die fortan das Regulationssystem stören.

    Dieser ausgelöste Alarm selbst traumatisiert das betroffene Regulationssystem, und die selbst erzeugten Erinnerungsdaten bewirken das Aufrechterhalten der störenden Symptome und die Blockade der organismuseigenen Erholungskompetenzen.

    Traumatisiert-Sein ist selbstgenerierend und selbstbestärkend. Ein Trauma von außen ist dazu überhaupt nicht erforderlich. Ganz andere Aspekte sind dazu wichtig. Störungen mit Traumaqualitäten und einer traumatypischen inneren Dynamik sind viel sicherer und zutreffender von der Art der Symptomatik her zu erkennen. Die Sicht von dem vermeindlich auslösenden Ereignis her hilft dagegen nicht wirklich weiter, da die Reaktion auf ein "Trauma" zu uneinheitlich ist. Viele Soldaten kommen ohne PTBS aus dem Krieg zurück. Viele Menschen leben nach einer miesen Kindheit ein tolles Leben. Wir sollten die Probleme vom Heute aus ansehen und auch vom Heute her behandeln.

    Diese klassische Sicht von Trauma und Traumatisierung verhilft in den aller wenigsten Fällen zu konstruktiv nutzbaren Einsichten. Das einzige, was wir wirklich sicher haben um daraus etwas abzuleiten, sind die Symptome. Und als nächstes ist dann wichtig, was ein gesunder Organismus tun würde, um diese Symptome loszuwerden und die Frage, warum gerade das eben in diesem Fall nicht passiert und wie ich es wieder anstoßen kann.

  8. #648
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegenpilz schreibt:
    Ja, das dachte ich auch.
    Daher finde ich die umgekehrte Betrachtungsweise sehr interessant und beim ersten Lesen des Textes irgendwie auch schlüssig.
    So, ... durchgelesen und in der Tat, ... höchstinteressant und wirkt auf mich als Laien schlüssig.

  9. #649
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hi zäme,

    so uff, habe den Artikel zu den Traumas so gut ich noch in der Verfassung bin, durchgelesen.
    Danke für den Link. Der klärt vieles.

    Ein Puzzleteilchen, das ich in meiner Biographie bisweilen immer und immer wieder gesucht habe, habe ich damit gefunden.
    Es gibt sie also, die Dissoziative Amnesie!

    An alles, an das ich mich bruchstückhaft erinnere, ist also war, obwoh mir l in diversen Filmabschnitten ganze Sequenzen fehlen.
    Ich habe mich jahrelang gefragt: Wie kann das sein, dass ich mich an etwas erinnere, aber nur so wenig, dass ich mich immer und immer wieder gefragt habe, ob das alles nicht nur Einbildung ist?
    Es kann also sein und belegt dazu eigentlich noch, dass es sich damit wirklich um ein, bzw. mehrer Traumas handelt.

    So geschehen.

    Nun aber zurück zu Situation jetzt.

    Mir ist bei meiner Verarbeitung oder eben nicht Verarbeitung, eine Situation in Erinnerung, die mir hilft, mit dem ganzen Schmerz umzugehen.
    Das war vor etwa vier Jahren:
    Mir gings psychisch nicht gut, war in ner Klinik.
    Konnte nicht schlafen, wollt mir eigentlich was antun, um den Schmerz auszuhalten.
    Durch diesen Punkt, dieses Elend bin ich durch, habe dann geheult, was wirklich gut tat.
    Mein inneres Bild damals waren lauter aufgerissene Wunden, aus denen Blut strömt. Alles aufgerissen.
    Meine letzte Hoffnung war das Gebet. Also hab ich gebetet, meine letzte Hoffnung.
    Dann hatte ich plötzlich das Gefühl, als käme jemand mit nem Pinsel und würde über alle meine Wunden fahren und sie überdecken.
    Das hat so gut getan, hat mich befreit, irgendwie erlöst.
    Ich konnte dann einschlafen und bin am nächten Morgen total entlastet aufgewacht.

    Echt, seit ich dieses Bild in mir habe, sind die Flaschbacks zurückgegangen, sind die Erinnrungsbruchstücke nicht mehr so existenziell bedrohlich.
    Ich kann irgendwie besser mit den Geschehnissen umgehen.

    Ist das nicht sowas wie Emoflex? Nur ist es irgedwie anders abgelaufen.
    Aber das Ergebnis, ist doch irgendwie ähnlich?

    LG Nicci

  10. #650
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 96

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hab den Artikel jetzt auch geschafft.

    Frage mich aber, ob es denn zwingend ist, dass Hochsensibilität nur eine Ursache haben kann.

    Für mich wäre auch denkbar, dass die Einen das durch Trauma haben, die Anderen von Anfang an so konstruiert sind auch Vererbung ist denkbar. Bei letzeren gesellen sich dann später mindestens die Mini-Traumata hinzu.

    Richtig ist, nach traumatischen Erlebnissen zu schauen, klar.
    Geändert von Bassai Dai (26.05.2012 um 10:26 Uhr) Grund: Tippfehler


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