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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #51
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 346

    AW: ADHS und Dissoziation

    Amneris schreibt:
    Hallo Esme,

    was meinst du, warum ich so frustriert bin? Gibt nichts in meiner Nähe..außerdem ist die Seite mit den Terminen nicht aktuell
    Und alleine kann ich sowas nicht. Gelesen habe ich schon..

    LG Amn
    Schick ihm ne Mail und frag gezielt nach aktuellen Terminen für 2012.
    Bist du in einer SHG?

    Dann könntet ihr ihn auch für einen Vortrag oder Workshop einladen.
    Vielleicht finden sich dann ein paar interessierte und v.a. vertrauenswürdige Menschen, die das erst mal spielerisch mit einander weiter machen?
    So ne Art Emoflex- Selbsthilfe-Experimentiergrupe?

    Allerdings: falls zu erwarten ist, dass dabei sehr viel traumatische Altlasten hochkommen, würde ich dazu nicht raten.

    Ggfs wäre ein Weg, nach einem Therapeuten mit EMDR-Ausbildung zu forschen.
    Dazu könnte dir die Landespsychotherapeutenkammer oder auch die Ärztekammer helfen - manchmal sogar schon auf der Homepage.

  2. #52
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Also Johannes hat eigentlich schon aktuelle Termine (siehe unter Termine - emoflex®) u.a. demnächst im Norden (HH) und Süden (Freiburg), aber auch häufiger in Mainz oder in der Berliner Gegend (Potsdam).

    Aber er ist eigentlich recht flexibel für neue Veranstaltungen.

    Ich habe ja früher mit ihm zusammen Workshops gemacht. Das hat tierisch Spass gemacht, zumal wir da eben auch etwas grössere und bunt gemischte Gruppen aus Kids, Erwachsenen aber auch "Profis" dabei hatten. Das war sehr sehr spielerisch. Wir haben von Spannungskopfschmerzen über Probleme mit Schwiegermüttern oder Lehrern, Lernblockaden ziemlich bunte Themen gehabt. Und gegenseitig eine Menge gelernt.

    Die Gefahr einer Überflutungen durch Traumata ist bei der Methode sehr gering. Natürlich sollte man aber bei bekannten Traumatisierungen sehr vorsichtig sein. Weniger, weil das Verfahren dafür ungeeignet ist. Sondern eher, weil das Gehirn dann "weitermachen" will. Das ist wie eine Ölquelle, die man anbohrt. Da kann es dann schon sinnvoll sein, dass man einen Profi dabei hat.

    Aber nach meiner Meinung ist Emoflex weit sicherer als EMDR...

  3. #53
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: ADHS und Dissoziation

    Dann bin ich leider blind. Der einzige Workshop auf der Seite in Langen im Mai findet lt. Nachfrage nicht statt, weil die Seite aus technischen Gründen nicht aktualisiert sein soll. Und was anderes kann ich da nicht entdecken

    Und wieso gibt es eigentlich im größten Bundesland, in NRW, keinen Workshop?

    Grüße von Amn

  4. #54
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Zugeben, der Workshop in Langen war vor einem Jahr. Er steht noch auf der Seite, weil der Ablauf in etwa bei den anderen Wochenenden ähnlich ist.

    Warum NRW noch nicht auf Emoflex gekommen ist, weiss ich auch nicht. Es hängt schon immer auch davon ab, ob schon Teilnehmer bei Vorträgen oder anderen Veranstaltungen bei Johannes (und häufiger auch bei mir) neugierig geworden sind und dann beispielsweise über eine Selbsthilfegruppe oder so einen Vortrag bzw. Workshop organisieren.

    Das ist schon ein wenig aufwendig, wenn man es organisiert. Und so ganz umsonst / billig ist es ja auch nicht (aber aus meiner Sicht unbedingt das Geld wert, was man investiert). Warum Johannes bisher nicht in NRW war, weiss ich aber auch nicht....

    Übigens : Hier kann man noch ein wenig zu Emoflex aus der Sicht eines neugierigen Anwenders erfahren (auch wenn es keine Selbsthypnose ist, wie er da meint. Liest du hier ....

  5. #55
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADHS und Dissoziation



    Fest scheint mir zu stehen, dass es bei ADHS sehr früh zu einer Störung der Ich-Identität kommt. Weil bestimmte Lernerfahrungen in einem wichtigen Teil der Persönlichkeitsentwicklung, demjenigen des sozialen Lernens überhaupt nicht richtig zustande kommen. In der allgemeinen Diskussion über ADHS hören wir seltsamerweise von der Störung des sozialen Lernens, dem eigentlich wichtigeren Teil für die Gesamtentwicklung der Persönlichkeit sehr wenig, dagegen vom schulischen und beruflichen Lernen sehr viel, der aber eigentlich nur ein kleiner Teilaspekt des Gesamtphänomens ist. Woran liegt das eigentlich? Aber da müssen wir uns wohl mal an die eigene Nase fassen.

    Fest steht, das normale Menschen ihr Ich i.d.R. als Identität erleben, als eine Steuerungszentrale, eine Art intellektueller Oberbefehl, in dem ihr Fühlen und Handeln in früheren Situationen mit unmittelbar gegebenen abgeglichen wird und daraus Entscheidungen folgen, die dann rational sind. Das fällt beim ADHSler aufgrund seines Kernproblems Impulsivität komplett aus. Russell Barkley definiert Impulsivität als SPEAKS AND ACTS BEFORE HE THINKS. Das führt dazu, dass der ADHSler eine positive Ich-Identität oder überhaupt eine Ich-Identität gar nicht aufbauen kann. Er erlebt sein Ich eben nicht als Steuerungszentrale sondern primär als out of control, seinem Willen, seinen Wünschen nicht habhaft werdend. Er erlebt sein Ich nicht als Steuermann durch die Wagnisse und Fährnisse des Lebens, sondern erlebt sich als diesem Leben ausgeliefert. Kein Kapitän auf einem hochseetauglichen Schiff, sondern eher als Schiffbrüchiger in einer Nussschale bei Sturm. Das führt dazu, dass der ADHSler in der Mehrzahl aller Fälle ein Reagierender bleibt, er erlebt sich nicht als agierend. Er erlebt sich nicht als Herr der Lage, sondern als jemand, der diesen Lagen ausgeliefert ist, ohne es selbst in der Hand zu haben, was bei dieser Konfrontation mit der Wirklichkeit herauskommt. Er übernimmt irgendwann die Rolle des Zuschauers des Lebens (oder mit den Worten Martin Winklers: er lebt „als ob“), bei denen er ungläubig auf diejenigen starrt, bei denen es zu funktionieren scheint. Je mehr Datenmüll sich auf seiner Festplatte versammelt, desto dysfunktionaler wird er. Die Unfähigkeit auf Außenreize adäquat reagieren zu können und diese mit Emotionen verknüpft auf dem richtigen, dafür vorgesehenen Platz der Festplatte speichern zu können, muss ja dann zwangsläufig entweder zu einem sozialen Rückzug, also der Entwicklung von soziophoben bis Angsttendenzen und Depressionen führen.

  6. #56
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADHS und Dissoziation

    Die einzige Erklärung, warum bei vielen die Probleme überhaupt so lange im Dunkeln verharren können, ist darin zu suchen, dass der ADHSler ja von sich nichts anderes kennt, er war immer schon der er war, er wird sein, was er ist. Ein normaler Mensch kann gleichsam einen Abstrich der ihn umgebenden Wirklichkeit machen, im Sinne von wie verhalten sich die anderen, was machen sie richtig, was machen sie falsch? Wie passe ich mich an? Wir machen den Fehler, dass wir den Begriff Anpassung negativ konnotieren. Anpassung ist zunächst einmal eine einfach notwendige Leistung, könnten wir uns unserer Umgebung nicht anpassen, könnten wir sozial nicht lernen, würden wir immer noch in den Höhlen sitzen. Bei ADHSlern scheint diese positive Anpassungsleistung gestört zu sein. Schon einfach aus dem Grunde, dass ihnen eine ganz wichtige Methode des sozialen Lernens komplett abgängig ist, diejenige der Nachahmung, der Wiederholung. Immer wenn der ADHSler in sozialen, später auch in Lernsituationen in die Bredouille gerät, was ja schon der Normalfall ist, wird er seine Eltern oder sonst eine enge Bezugsperson mit der Frage nerven: Wie soll ich das denn machen? Dann gibt es diese berühmte Antwort, schau an, wie es die anderen machen, mache das nach, mache das auch so. Das ist doch das, was der ADHSler schlichtweg nicht kann, irgendwie hat er dafür nicht die richtigen Werkzeuge an die Hand bekommen. Noch bevor er im Dissoziationsmodus landet, befindet er sich schon im Improvisationsmodus, was jedem ADHSler bekannt sein dürfte, der eine Schule mehr oder weniger erfolgreich durchlaufen und abgeschlossen hat: Wir mogeln uns so durch. Die früheste, grundlegende Erfahrung ist doch die: So wie es bei den anderen läuft, läuft es bei mir nicht. Ich komme mit ihren Methoden nicht ans Ziel, sie bringen bei mir nichts. Viele ADHSler kommen aus diesem Improvisationsmodus ihr Leben lang nicht mehr heraus. Der Außenstehende urteilt dann irgendetwas vom unsteten Privat- und Arbeitsleben. Manche ADHSler kommen aber durch Improvisation zu einem Schlüssel, wie sie ihr Leben funktional halten können, machen sich selbständig, arbeiten als ihr eigener Chef, zu eigenen Zeiten unter selbstgestellten Bedingungen. Vielen gelingt es nicht, den Ausweg aus dieser Alltagsmühle zwischen trial und error und noch mehr error zu finden. Sie bleiben quasi bei der Entwicklung ihrer Ich-Identität stecken, der Prozess wird gar nie abgeschlossen, was dazu führen kann, dass ihr Verhalten oder ihre Ansichten, die Art und Weise, wie sie über sich und ihr Leben denken, noch im hohen Erwachsenenalter auf Außenstehende gleichsam pubertär, irgendwie auf einer früheren Entwicklungsstufe eingefroren wirken kann.

  7. #57
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Natürlich ist es unmöglich, in wenigen Zeilen sowas komplexes wie ADHS zu definieren. Aber ich sehe es so :
    1. Es gibt eine dynamische Regulationsstörung im Bereich höherer Handlungsfunktionen = Exekutivfunktionen. Die ist bei "heissen" Emotionen quasi out of order. Besonders ist aber eben auch die Empfindsamkeit für Stress erhöht bzw. eben die Filterfunktionen nicht so dolle wie bei den Stinos. Ausserdem ist das Gehirn in der Vernetzung "jünger" als es nach dem Kinderpass sein sollte. Wobei sich aber die Schule eher dahin entwickelt, dass immer früher komplexere Anforderungen an Selbstorganisation gestellt werden.
    2. Eltern haben häufig auch ADHS. Das kann positiv sein, wenn sie ein positives Modell im Umgang mit diesen Besonderheiten vermitteln. Es kann zum Problem werden, wenn sie a) sich eher unwissend / strafend verhalten oder aber b) überfürsorglich im Sinne von ständigem Sponsoring wie Hausaufgaben erledigen oder Verunmöglichen von Selbtständigkeitsentwicklung agieren.
    3. Lernen bedeutet ja auch , das etwas besser als erwartet klappt und man dafür Dopamin als Belohnung erhält. Dafür muss das Belohnungssystem funktionieren, sonst gibt man schnell auf. Ausserdem muss der Belohnungsaufschub = Frustrationstoleranz funktionieren. Auch nicht die stärkste Sache für ADHSler. Gerade intelligente ADHSler können in der Grundschule noch lange ohne Lernen mitkommen. Sie müssten aber gerade in diesem Bereich der Selbststeuerung unterstützt werden. Das vermittelt Schule aber nicht mehr
    4. Wenn es "anders als erwartet" kommt, d.h. Irritationen , Stress, Ärger, dann kommt es auf die Reaktionen der Umwelt an. ADHSler haben nicht so dolle Funktionen der Selbstberuhigung. Ihr Mandelkern ist auf Alarm. Kann man das über Sport oder andere Maßnahmen ausgleichen, wäre es noch o.k. Aber in eine Umgebung, die selber alarmiert ist, wird das nicht klappen (ähnlich wie bei Tinnitus : Wenn die HNO-Ärzte alarmiert sind und einem vermitteln, dass Ohrgeräusche chronisch werden können, dann erst wird es zur Krankheit. Eigentlich hört Tinnitus von ganz allein auf, wenn die Ärzte nicht so einen Quatsch erzählen würden).
    5. Bei ADHSlern sind häufig schon vorbestehende Alarmierung im Umfeld und kleinere Mikrotraumen zu beobachten. Da spielt das Familienumfeld eine Rolle. Trennungen oder Spannungen der Eltern, Krach im Kindergarten, Unfälle etc pflastern ja den Lebensweg von vielen ADHSlern. Da bleibt die kindliche Unbekümmertheit auf der Strecke und es heisst ständig, "reiss dich zusammen". Genau das aber geht ja nicht. Genauso könnte man fordert : Lauf nur noch auf den Händen. Also muss sich das Gehirn einen Schutz ausdenken, der eben in der geschilderten Art und Weise eine Art "Overflow"-Schutz darstellt. Das ist dann die Dissoziation.
    6. Vermutlich sind die "stillen" ADHSler eher gefährdet für Dissoziation als die "Hypies". Schon allein, weil der Übergang von Tagträumerei zu Dissoziation graduell sein kann. Letztlich kommt es aber auf das Zusammenspiel von Veranlagung, Stress in der Umgebung und eben Lebensereignissen an.

  8. #58
    ADLer

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.384

    AW: ADHS und Dissoziation

    Guten Morgen,

    erst mal muss ich sagen, interessant Amneris, was du in einige wenige Wörter hineindeutest, wenn jemand anderer Meinung ist und mehr steht noch nicht mal in diesem Satz.
    Natürlich kann ich mein Aufrufezeichen behalten, werd ich aber nicht.

    Zum anderen werd ich mir nicht wagen, über dich und deine Anschauungen zu urteilen, kann mir doch nicht anmaßen, über dein erlebtes Leid zu urteilen, wie ich dich ( durch das wenig gelesene hier im Forum) kenne, kann ich im Gegenteil sehr viel nachvollziehen.Tu dies also auch nach einer Zeile nicht über mich!

    Jedoch bin ich auch zu sehr an der inhaltlichen Bewegung hier im Thread interessiert,als das ich mich herumstreiten werde, wem es wann wo schlechter gegangen ist und was ich wie meine.

    Aber eins kann ich dir gern noch sagen, die meiste Hilfe erhielt ich , als ich meine Verbitterung und Jammerei ablegte durch mich selbst..

    ..................

    Schön, das sich hier soviele an Erklärungen und Anregungen beteiligen, sicher werde ich mir ein paar Texte noch mehrmals durchlesen , um sie verstehen zu können, aber geht ja..

    Ist es nicht toll, wenn man durch dieses Forum darauf zugreifen kannn und diese Infos vielen zugänglich sind.

    Auch bin ich mir sicher, das genau durch solche Threads die Entwicklung wieder ein kleines Stück nach Vorn geschubst wird....



    LG Angela
    Geändert von AngeLa (18.03.2012 um 10:07 Uhr) Grund: ..versucht wortchaos etwas zu glätten...

  9. #59
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: ADHS und Dissoziation

    AngeLa schreibt:
    Aber eins kann ich dir gern noch sagen, die meiste Hilfe erhielt ich , als ich meine Verbitterung und Jammerei ablegte durch mich selbst.
    Hallo Angela

    es ist keine Verbitterung, sonder Wut, die mich packt, wenn ich sehe, dass es zwar Hilfe gibt, man diese aber nicht bekommen kann. Zum Teil auch, weil wir gerade auf dem Gebiet der Medizin doch eine Zwei- wenn nicht sogar Drei-Klassengesellschaft haben. Gerade im Bereich der Psychiatrie finde ich das verheerend, denn einen Beinbruch o.ä. bekommt jeder versorgt, aber finde mal den richtigen Doc für deine psychischen Probleme...oder erst Recht Therapeuten. Da stehst du monatelang auf irgendwelchen Wartelisten..nur um dann zu merken, dass das auch nix war. Meine letzte Therapeutin war angeblich auf ADHS spezialisiert. Einen größeren Reinfall und Enttäuschung habe ich selten erlebt.
    Und was dein "sich selbst helfen" angeht, so habe ich festgestellt, dass das leider auch erst klappt, wenn man (danke Tabletten) aus der gröbsten Depression wieder draußen ist.

    Gruß, Amn

  10. #60
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: ADHS und Dissoziation

    Eiselein schreibt:
    Diesen Alarm erlebt der ADHSler als "Panikattacke".

    Darauf reagiert er mit den üblichen Schritten.

    1. Läuft er zum Psychiater und bekommt Benzos oder NL verschrieben. Das Problem bleibt, nur gedämpfter.

    2. Er läuft zum Psychiater und bekommt Antidepressiva verschrieben, die logischerweise gegen diese Art von Panik gar nicht wirken können.

    3. Er macht eine langwierige Psychotherapie und wundert sich, warum die Therapeutin seine angeblich diese Panik auslösenden Momente in seiner Kindheit immer noch nicht gefunden hat.

    4. Er meldet sich in einem Forum an und wundert sich, warum die langjährige Behandlung mit den üblichen Methoden und medikamentösen Verfahrensweisen bei ADHS bei ihm wenig bis nichts gebracht haben.

    Ist des korrekt zusammengefasst?
    Ich für meinen Teil, finde diese Zusammenfassung perfekt (kleine Abweichungen gibt es selbstverständlich, aber im Großen und Ganzen entspricht das meiner Erfahrung) und ist mE nicht im Geringsten überspitzt dargestellt.


    Nicht nur deshalb kann ich Amneris' Reaktion gut nachvollziehen. Beim einen ist es (noch) die Wut die einen treibt, beim nächsten schon die Verzweiflung, die einen panisch am bisherigen (halberfolgreichen) Weg festhalten lässt und dann kommt irgendwann die Resignation, die einen zum Aufgeben drängt...

    Jahre lang VT... ohne positive Entwicklung. Seit ca 1,5 Jahren Analyse... immerhin mit einer positiven Tendenz... Soll heißen, durch das Wühlen in der Schei.... wird der Haufen kleiner (vllt auch nur weil es zum Teil an den Händen klebt) aber man räumt von hier nach da, holt das Unterste nach oben....
    Und dann stellt man fest: Es war zwar harte Arbeit aber im Ergebnis ist es immer noch ein Haufen Schei... (wenn auch etwas weniger) Und man kommt zum Schluss, doch eigentlich jemanden zu suchen der aus Scheiße Gold machen kann... Dass das ein aussichtsloses Unterfangen ist, brauch keinen hohen IQ um es zu erkennen.


    Mein Therapeut nennt soetwas übrigens Allmachtsgedanken... wenn Unmögliches krampfhaft versucht wird möglich zu machen... Hilft nicht weiter, klingt aber spannend.


    Eine Frage an die Profis (auch die, die es nicht studiert haben )


    Wenn ich auf Situationen in einer völlig unpassenden, fast hysterischen Art reagier, weil ich darin eine sehr bedrohliche Entwicklung sehe, die es aber eigentlich nicht ist, ist das dann Derealisation, Dissoziation... oder schlicht und ergreifend der blanke WaaaahnSinn??

    Beispiel: Das Kind hat es nicht geschafft sich um etwas zu kümmern, dass dem Alter angemessen aber machbar gewesen wäre. Mama stellt fest, dass es die Sache vergeigt hat. Erstmal der Gedanke COOL bleiben... dann sofort die Selbstvorwürfe, dass man es dem Kind nicht hätte überlassen sollen...hätte man doch wissen müssen... dann Panik wieder Schuld zu sein... dann Vorwürfe an das Kind... später unter 4 Augen Vorwürfe an den Miterzeuger des Kindes... nach etwa 10 Minuten die Sicherheit... Es hilft nur Scheidung, Erziehungshilfe bei der Stadt nach fragen und am besten Morgen die Wohnungsanzeigen durchsehen
    Nach weiteren 20 Minuten (oder sagen wir nach einer Hysterischen Schreiattacke und 2 Kippen später) die vage Idee... Das war wohl die falsche Reaktion... noch eine Zigarette später, die Sicherheit, dass es die falsche Reaktion war und die Erkenntnis, dass man mal wieder alles schlimmer gemacht hat, als es war.

    UND man kann davon ausgehen (so wie es auch inzwischen schon geschehen ist), dass man es beim nächsten mal, auch unter größter Anstrengung, nicht bessermachen können wird.

    Ist das schon Wahnsinn oder eine der anderen Möglichkeiten?



    Ich denke ja, die Ich-Entwicklung ist tatsächlich bereichsweise gehemmt oder gestoppt worden, so wie Eiselein das auch beschreibt.

    Die Überreaktionen zB mit Panik könnten ja auch eine Art "Flashback" sein allerdings nur, wenn es in der Kindheit eben doch gravierende traumaverdächtige Momente oder Dauerzustände gab.
    Eine ähnliche Situation war als Kind tatsächlich bedrohlich... (man ist nun mal lange auf das Wohlwollen und die Hilfe der sogenannten Bezugspersonen angewiesen... eigentlich ist man dem auf gedeih und Verderb ausgeliefert...)
    Und die Panik entsteht (oft/manchmal wie auch immer) durch ein emotionales Zurückrutschen in diese damals wirklich existensbedrohende Situation, weil es sich ähnlich anfühlt...und es fühlt sich ähnlich an, weil die Wahrnehmung im ADHSler Gehirn eben nicht "gesund" ist... ????

    [Und dass nicht nur körperliche Bedrohungen und das Verweigern essentieller Dinge wie Nahrung eine Exisitenzbedrohung darstellen, weiß man ja... denn emotionale Verwahrlosung ist nahezu ebenso lebensbedrohlich wie Hygienische. Da gab es mal eine Untersuchung in Waisenhäusern, in denen die medizinische Versorgung und auch alles andere absolut in Ordnung waren, aber den Kinder jegliche Zuwendung entzogen wurde und dadurch war die Sterblichkeitsrate ähnlich hoch, wie bei Waisenhäusern in denen die hygienischen Bedingungen mies waren, aber mehr Zeit für die Zuwendung aufgebracht wurde.... ]

    das bedeutet, wenn ein Kind nur im Käfig sitzt (völlig unbeachtet)... sorry... man nennt das beim Menschen ja Laufstall,... dann ist es ebenso in der existensbedroht, als würde man es weder waschen noch ausreichend füttern... dauert vermutlich nur länger...



    Zu Emoflex und den Terminen
    Mir ist auch nicht ganz klar, ob die Seminare zur Fortbildung für alle sind, auch für Betroffene? (Denn FORTbildung bedeutet in meinen Augen ja, dass die Bildung in der Richtung bereits begonnen wurde und hier durch FORTgestzt werden soll... ich bin aber auf dem Sektor laie)

    Ausserdem gehöre ich zu den Betroffenen die (noch) nicht in der Lage sind sich mit was weiß ich wievielen Leuten zusammen zusetzten und über die eigenen Spannungskopfschmerzen oder gar die Schwiemu zu sprechen (was für mich übrigens irgendwie zusammen gehört
    ... naja, manchmal

    Ich kann mir jetzt selbst sagen (wie ich es oft tue) stell dich nicht so an, das sind nur Menschen, zwar andere Menschen aber trotzdem nicht gefährlich... dann melde ich mich vllt. an, fahre hin, um dann festzustellen, dass da aber so schrecklich viele Menschen sind, dass ich da unmöglich bleiben kann... dann fahre ich wieder heim... ohne Seminarteilnahme...

    Was ist mit solchen Chaoten? Gibt es da auch was?... Könnte/Sollte man da nicht eine Therapie machen die ua mit der Methode arbeitet? und kann man da nicht wieder warten bis man schwarz wird? (Ich bin 42 Jahre alt... soooo viel Zeit hab ich nicht mehr )



    Und wenn es tatsächlich nochmehr auf den Therapeuten ankommt als auf die Methode... ist dass nicht wieder ne Form von Allmachtsdenken tatsächlich zu glauben man findet den Richtigen (noch in diesem Leben)? Na dann Prost

    Das ist jetzt vom Thema weg, aber so wie ich das hier verstehe ist nicht die art der Störung durch ADHS und den diversen Traumatas oder Traumachens entscheidend... Ist das so?
    Zumindest bei der Methode um die es hier geht...


    hmm... das ist mir hier alles etwas durcheinander geraten... aber heute ist Sonntag... mein Hirn hat frei...

    LG
    happy

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