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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #541
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 470

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegenpilz schreibt:
    Und diese Rolle bricht gerade zusammen.
    Und jetzt fehlt mir halt ein "lebensfähiger" Ersatz dafür.
    Ich mach das folgendermaßen:
    Die zusammenbrechende Funktionsrolle wird noch für einzelne Übelsituationen am Leben erhalten.
    Ich versuche gerade wie ein Bescheuerter dem Kind [Meine zweite Hauptrolle und glücklicherweise eben durch das ganze Dissoziiere recht wenig kaputt, glaube ich) Fähigkeiten des Funktionsfähigen auf echte Art beizubringen. Also langsames stetiges Üben von schwierigen Situationen.
    Halte mich durch bewusst gewählte Trigger (Erdbeereis, Waldmeisterbrause, etc.) in der Kinderpersönlichkeit während des Übens.
    Das Ganze halt mit dem Ziel, dass das mit 25 Jahren Verspätung vielleicht mal ein echter Erwachsener wird...

    --------
    Nachtrag: Um dies durchführen zu können, habe ich natülich erst einmal die Arbeitstätigkeit eingestellt...

  2. #542
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Celine schreibt:
    Ida schreibt:
    Je mehr ich über das Thema „Dissoziation“ nachdenke, um so mehr glaube ich auch, dass vielleicht sogar alle Menschen gelegentlich ein ganz kleines bisschen dissoziieren.

    Wir schreiben hier oft (und das war auch richtig) über die zeitweise „kranke Dissoziation“ (weil dadurch negative Gefühle auftreten), welche in Verbindung mit einem AD(H)S sicher wesentlich häufiger und stärker vorkommt, als es durchschnittlich der Fall wäre. Wir habe ja auch mehr Bedarf dafür.
    Kann das aber vielleicht auch schon eine kleine Dissoziation sein, wenn jemand ohne ein AD(H)S von einer Reise träumt?

    Ist es vielleicht nicht sogar möglich, dass wir mit einem AD(H)S die Dissoziation im „gesunden bzw. angenehmen und unschädlichem Sinn“ auch gelegentlich besser können?
    Oh jetzt stellt sich die Frage, wie du dein Konstrukt definieren möchtest, tob dich aus!

    Du könntest dann mal ein Buch schreiben und dann könnte man dich zitieren und hätte absolute Primärliteratur... (Müsste ja nicht dick sein).

    So es hieß in der Uni, das treibt einen WIssenschaftler an, Forschungslücken zu finden und dann hat man die Freiheit und Gelassenheit, selbst eben Begriffe zu definieren.Und sonst zitiert man immer nur, aber Primärquellen muss man sich immer kaufen oder irgendwo vor Ort haben, weil man eben nicht will, dass Leute aus Literatur zitieren, die wiederum aus (Primär-)Literatur zitiert. So z.B. wenn einer eine Studie interpretiert, darf ich mir nicht die Interpretation einer Studie angucken, weil da ja Sachen total falsch herausgelesen sein können, sondern ich muss gucken, dass ich die Originalstudie kriege und mir was weiß ich, Standardwerke, je nachdem, was ich so mache, ins Wohnzimmer stelle.

    Also Dissoziation:

    Was denn nun? Das Herumgeworfensein aus eigenem Willen (weil ich von etwas träume)?
    Oder das Herumgeworfensein aus einem Trauma heraus?
    Das Trauma sorgt dafür, dass die Herumwerfung musterhaft auftaucht, also immerwieder in etwa die selbe ist, Elemente aus ihr in der nächsten Werfung mit bei sind,

    Oder???
    Oder wo fängt der freie Wille an? Ist der Traum auch schon eine Herumwerfung? Wird man gezwungen, sich wegzuträumen? Wird man gezwungen einen bestimmten Traum zu träumen, weil das eine immer wiederkehrende Flucht ist? Bestimmte Dinge zu wollen, immerwieder?

    Ist das mit dem Willen überhaupt wichtig?

    Man kann ja nicht an alles gleichzeitig denken (den Trauminhalt), keiner kann das! Und wenn, dann ist er selber total dissoziativ. Oder nicht? Dann hat er Signaleingangskanäle, wie Glascontainer. Die Glasflaschen landen immer, egal, wo man steht, in den selben drei Löchern, sonst dotzt man gegen die Wand.

    Oder halt die Verletzung, die Wunde im Gewebe. DAS ist die Gemeinsamkeit. Ich merk das zum Beispiel, wenn ich an Sachen denke, die ein paar Tage her sind, dass ich sie wegbekommen habe. Ich DARF nicht dran denken, weil dann an einer Stelle das Gewebe sich wieder entzweit, ausdehnt, diese Mitte dazwischen. Und das bleibt dann vielleicht so. ALso nicht zurückgucken, wie im Märchen, so könnte man das denken. Aber das ist nur eine momentane Beobachtung (also vielleicht eben auf total falschen Sachen gegründet).

    Naja. Spannend das. Bin gespannt wie du das weiter machst und es benennst! Oder überhaupt, was passiert.

    Will irgendwer eigentlich irgendwas benennen? Muss man ja nicht.
    (Überhaupt muss keiner irgendwas...)





    So eine meiner nächsten Vorhaben, wo ich grade nicht so recht weiß, wie, aber hat nochn Dreiviertel Jahr mindestens Zeit, ist meine interne Zeitrechnung irgendwie zu verschieben, seit ich 14 oder so bin ka, geht die viel schneller, kann mir von mir selber aus für viele Sachen keine Zeit nehmen, ist teilweise besser geworden, aber auch so generell, das Rumgespinne und in die Gegend gucken, das eben. Denke, das ist wichtig oder überhaupt gibt es viele wichtige DInge, für die man eben Zeit haben sollte, seine Zeit ausleben etc. ka. Egal. Um es mal gesagt zu haben.

    Aber jetzt hab ich keine Zeit mehr, wahrscheinlich bis Montag.

  3. #543
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    @ schnuff: Ich weiß nicht, ob wir das Gleiche meinen.
    Oh Mann, das ist alles total kompliziert zu erklären und ich kapiere es selber auch nicht so wirklich.

    Ich verberge diese Gefühle eigentlich nicht. In dem Augenblick, in dem ich in den Modus wechsle, habe ich diese Gefühle tatsächlich nicht. Ich habe dann aber andere Gefühle, die in diese Rolle eher passen. Da bin ich nicht komplett Gefühlstaub. Bei mir ist es auch nicht so, dass ich nur Probleme nicht zeige, sondern teilweise auch echt banale Sachen für mich behalte.

    Früher hatte ich meiner Erinnerung nach tatsächlich nur den Funktionsmodus ohne wirkliche tiefergehende Gefühle. Ich hatte Gefühle, die aber eher die "normalen" Alltagsgefühle sind. Typischer Teeni-probleme konnte ich mit meinen Freundinnen auch besprechen und erzählen.

    Darüber muss ich noch nachdenken, damit ich dahinter komme, wie das alles wirklich ist.

    @ ze_4:
    Die zusammenbrechende Funktionsrolle wird noch für einzelne Übelsituationen am Leben erhalten.
    Wie steuerst du das?

    Ich versuche gerade wie ein Bescheuerter dem Kind [Meine zweite Hauptrolle und glücklicherweise eben durch das ganze Dissoziiere recht wenig kaputt, glaube ich) Fähigkeiten des Funktionsfähigen auf echte Art beizubringen.
    Bei mir ist auch eine der Rollen das Kind.
    Und ich dachte auch, dass das Kind relativ unbeschadet durch die ganze Sache gekommen ist. Mittlerweile sehe ich das anders: Das Kind war ja das, was verletzt wurde. Das Kind hat keine normale Kindheit durchleben dürfen. Meinem Kind fehlen daher grundlegende Fähigkeiten, die man zum Leben braucht. Ohne diese Fähigkeiten wird das Kind immer wieder die gleichen Reaktionsmuster zeigen. Meinem Kind fehlen wichtige Erfahrungen und es hat Dinge erlebt, die Kinder normalerweise nicht erleben.
    Die andere Person ist ja erst in diesen Extrem-Situationen zum Vorschein gekommen, um das Kind zu schützen. Das Kind hat sich in die dunkelste Ecke verkrochen, die Traumata bleiben unbearbeitet unter der Oberfläche und treiben dort ihr Unwesen. Die funktionierende Rolle übernimmt das Leben und führt ein nach außen hin normales Leben.
    Blöderweise kleben die Traumata irgendwie an dem Kind dran. Und das Kind möchte nicht mehr im Keller versteckt sein. Es kommt zunächst nur dann an die Oberfläche, wenn "oben" Gefahr im Verzug ist. Also wenn das Kind glaubt, dass es erneut verletzt werden könnte.
    Mein traumatisiertes Kind kennt in solchen Situation Angriff oder Rückzug. Entweder explodiert es oder es verlässt fluchtartig den Raum bzw. dissoziiert.

    Gleichzeitig möchte das Kind das, was alle Kinder wollen: Liebe, Geborgenheit, Nähe, Vertrauen. Und so sucht das Kind die Nähe von anderen Menschen. Im Extremfall klammert dieses Kind. Mein Kind klammert nicht. Dieses Kind ist schüchtern.

    Also im Prinzip stecken in dem Kind zwei Kinder: Das traumatisierte Kind und das vernachlässigte Kind.
    Das traumatisierte Kind reagiert gemäß seinen Erfahrungen mit Abwehr. Das vernachlässigte Kind möchte das, was es in der Kindheit nicht bekommen hat, im Erwachsenenalter nachholen.
    Das traumatisierte Kind kann Nähe aufgrund seiner schlechten Erfahrungen damit nicht zulassen. Das vernachlässigte Kind sehnt sich nach Nähe und sucht diese. Beide Kinder wohnen im gleichen Körper. Das kann nicht gut gehen!!!

    Intellektualisiert wird hier meiner Meinung nach nichts. Im Gegenteil: Hier sind zuviele widersprüchliche Gefühle vorhanden, mit denen die beiden Kids nicht umgehen können.

    Je nachdem, wie ausgeprägt die beiden Kids sind, entwickeln sich unterschiedliche Störungen: Narzisstische Persönlichkeitsstörung, wenn das vernachlässigte Kind sehr stark ist und unbedingt Anerkennung braucht, gleichzeitig aber das traumatisierte Kind Angst hat. Borderline, wenn der vernachlässigte Part dringend Nähe braucht, das traumatisierte Kind Nähe aber nicht ertragen kann und diese abwehrt. In Richtung schizoide Störung würde das dann gehen, wenn der traumatisierte Teil die Oberhand hat und den totalen Rückzug antritt.

    Ich denke, dieses Kinder-Zwillingspaar ist das, was durch die Traumata total verängstigt wurde. Und das kann nicht so einfach die Funktion eines Erwachsenen übernehmen. Die beiden Kids sind viel zu sehr damit beschäftigt, ihre Geschwisterrivalität auszutragen und sich zu bekämpfen.
    Die beiden müssten sich erstmal vertragen, damit Ruhe ist.

    Aber ich weiß nicht, wie ich den Streit der beiden schlichten kann.

    Teilweise klappt es, wenn ich den beiden eine Kindergärtnerin schicke, die ihnen erstmal erklärt, was passiert ist und warum sie so sind. Meine Ärztin eignet sich da als externe Kindergärtnerin sehr gut.
    Der funktionalen Rolle habe ich auch erklärt, was los ist und dass es OK ist, dass sie kurz vorm Zusammenbruch steht.

    Das hört sich jetzt wahrscheinlich total durchgeknallt an, aber ich komme besser an meine Gefühle ran, wenn ich Kontakt zu den einzelnen aufnehme. Dadurch kann ich mir halbwegs zusammenreimen, was Sache ist.
    Ich will keine Rolle loswerden, die sind alle ein Teil von mir. Ich möchte einfach nur, dass die sich total kitschig an die Hand nehmen und sich vertragen und dass die beiden Kids glücklich sind.

    PS: Ich denke, je intelligenter Jemand ist, desto besser funktioniert der funktionale Persönlichkeitsanteil, desto besser kann sich dieser Anteil an seine Umgebung anpassen.
    Geändert von Fliegenpilz (10.05.2012 um 18:57 Uhr)

  4. #544
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 396

    AW: ADHS und Dissoziation

    Wie findet man einen Arzt bzw. Psychiater der eine dissozierende Persönlichkeit erkennt ? Was macht derjenige um diese zu erkennen?

  5. #545
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 470

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegenpilz schreibt:
    @ ze_4:

    Wie steuerst du das?
    Zwei gegeneinander arbeitende Techniken.

    Technik A, das bewusste Hervorholen der funktionsfähigen Person zitiere ich auf Grund von Schreibfaulheit mal aus 'nem Thread von mir. Das Prinzip machtz aber GAR KEINEN Spaß, und da wieder rauszukommen war mir nur möglich, indem ich eine gleichartige Nummer mit dem Kind durchgezogen habe.
    ze_4 schreibt:
    [...]
    Nun hat dieser Mann das Problem, dass er in... sagen wir 'mal zweieinhalb Stunden in der Lage sein muss
    a) Nach draussen zu gehen
    b) Mit Menschen zu reden
    c) Ein verdammt wichtiges Gespräch mit offiziellen Folgen zu führen.
    [...]
    So. und jetzt wird's unschön.
    Er sieht ein, dass das zu tätigende Gespräch nur schwerlich in seinem derzeitigen Zustand zu führen ist.
    Er weiss, dass das zu tätigende Gespräch unglaublich wichtig ist.
    Er erinnert sich an eine Situation die ungefähr drei Jahre zurückliegt und in der er gefasst, eloquent und selbstbewusst war. Dass in dieser Situation schon die nun fröhlich feiernden Monster unter dünner Kruste bereits zum Kampf rüsteten ist ihm bewusst. Doch er nimmt es in Kauf.
    Er denkt sich so intensiv in seine damalige psychische Verfassung, dass er in direkter Folge gefasst, eloquent und selbstbewusst wird.
    [...]
    Technik B: Na ja, eben die Dissoziation in die funktionsfähige Person durch Aussenreize zurückdrängen...

    Und halt emoflexen, was das Zeug hält... was sicherlich die gesündeste von allen Möglichkeiten ist.


    Fliegenpilz schreibt:
    Bei mir ist auch eine der Rollen das Kind.
    Und ich dachte auch, dass das Kind relativ unbeschadet durch die ganze Sache gekommen ist. Mittlerweile sehe ich das anders: Das Kind war ja das, was verletzt wurde. [...]
    Okay, ich hatte da so doof es klingt glaube (hoffe) ich mehr Glück.
    Bei mir ist es ein recht unbedarftes Träumerkind und die fiesen Sachen wurden von etwas aufgenommen, das in inneren Bildern als eine Art Wachhund dargestellt wird. An diesem Vieh arbeite ich gerade verstärkt (siehe emoflexgruppe).
    Würde zu Deinem Absatz gerne mehr schreiben, bin ich aber grad zu doof zu.

    Interessant ist, dass wir einen sehr ähnlichen Komorbiditätendiagnosekatalog haben.

  6. #546
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 88

    AW: ADHS und Dissoziation

    Passt nicht in den aktuellen Gesprächsverlauf, aber ich muss mich hier mal auskotzen...

    hab nach dem Thread hier angefangen nach Therapiemöglichkeiten in meiner Umgebung zu suchen. Auch eine Ärztin gefunden, die sich sehr kompetent präsentiert, auf dieses Gebiet spezialisiert ist und mir bestätigt hat, das sich der Versuch einer auf Dissoziation ausgerichteten Therapie bei mir lohnen könnte. Was ist? Zahlt die Kasse natürlich nicht.

    Ich habs auch nicht anders erwartet. Was mich jetzt aber wirklich ärgert... ich ruf da zich mal an, warte jedes mal 20 Minuten bis irgendwer rangeht, nur um sobald ich das Wort Therapie in den Mund nehme zu hören, wie die Stimme meines Gegenüber erkaltet. Die Spezialisten haben nicht mal ne Liste mit Therapeuten, die sie bezahlen würden. Soll ich jetzt ins Blaue suchen bis ich einen Glückstreffer lande?

  7. #547
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Meine echt gemeinte Hochachtung, wie ihr hier Euch mit Euren Dissoziationen auseinander setzt. Ich habe heute viel davon in der Arbeit mit einer Patientin profitieren können, bei der ich auch eine strukturelle Dissoziation vermute. Jetzt erst wird ihr beispielsweise klar, dass es nicht normal ist, 2 Tage nach einem schweren unverschuldeten Auffahrunfall (bei der ihr mit 86 h/km ein Auto von hinten reinknallte bei einer roten Ampel) die Fahrschulprüfung zu machen und zu bestehen. Dann aber bei keiner roten Ampel mehr halten können bzw. alle aus Angst überfahren zu müssen. Das war deutlich verzögert. Sie hat schon sehr frühe Dissoziationen und dann eben eine Essstörung.

    Leider findet man fast immer nur etwas im Zusammenhang von "Trauma" und Dissoziation. Ich habe mehrfach Kontakt (in etwas anderem Zusammenhang) mit Michaela Huber gehabt. Ihre Webseite bietet zahlreiche Vorträge als PDF, die interessant sind Vorträge und Folien von Michaela Huber, Psychologische Psychotherapeutin - Michaela Huber, Psychologische Psychotherapeutin

    Sonst wäre noch die IRRT Abeit nach Prof. Smucker zu überlegen, die eigentlich eher für einfache Traumata gedacht ist. Dort wird viel mit dem Inneren Kind gearbeitet. Zitat "IRRT verläuft in drei Phasen:
    Die erste Phase ist die der imaginativen Exposition, in der traumatische Erinnerungen aktiviert und die dazugehörigen "heißen" Emotionen identifiziert werden. "Heiße" Emotionen repräsentieren die schlimmsten Momente des Traumas und die damit verbundenen Gefühle.
    Danach folgt die Phase der Modifikation der bildlichen Vorstellung, die dazu dient, traumatische Erinnerungen durch adaptive, kontrollierbare Vorstellungen zu ersetzen. Somit erlebt der Patient im Hier und Jetzt ein Gefühl der Kontrolle über die traumatische Situation.
    Abschließend kommt es zur Phase der selbstschützenden Imagination, in der die traumabezogenen destruktiven Gedanken und Schemata modifiziert werden. Es soll ein Dialog geschaffen werden zwischen Kind und Erwachsenem, sodass der Betroffene das Kind, das er einst war, imaginativ retten kann. Der Erwachsene kann dem Kind mit seinen Fähigkeiten helfen, indem er z. B. das Kind tröstet oder dafür sorgt, dass der Täter eingesperrt wird."

    Also : Als Erwachsener soll man mit dem inneren Kind in Kontakt treten und es schützen bzw. trösten bzw. auch in gewisser Weise eine Versöhnung mit der Vergangenheit erreichen.

    Ihr schildert teilweise ja, wie ihr sowas in der Art letztlich selber macht.

    Welches Verfahren ich bevorzuge, ist ja klar. Das diskutieren wir ja auch demenentsprechend in der Gruppe :-)



    Eigentlich müsste man wie bei einer Multiplen Persönlichkeitsstörung bzw. Identitätsstörung vorgehen. Also die verschiedenen Anteil miteinander bekannt machen und an die Realitäten der Welt anpassen lassen.

    Nun sind aber die hier gemachten "Entdeckungen" der strukturellen Dissoziationen bei ADHS-Konstitution offenbar nahezu unbekannt. Zumindest in der Literatur. Ich habe mal vor einigen Monaten nach ADHD und Dissoziation in der Fachliteratur gesucht. Dazu gibt es praktisch nichts. Obwohl es vergleichsweise viel zu PTBS und ADHD gibt.

    Dementsprechend schwierig sollte es wohl sein, überhaupt einen Arzt oder Traumatherapeuten zu finden, der das berücksichtigten kann.

    Eine Therapeutinnenliste von Experten für Dissoziative Störungen findet man ja hier Komplexe Dissoziative Störungen - Betroffene. Die Seite selber erscheint mir aber auch nicht mehr aktualiisert. Sonst sicher am ehesten über EMDRIA.de bzw. eben Trauma-Organisationen. Nur : Die werden einen doch blöd anschauen, wenn man Traumatherapie für Dissoziative Störungen machen will ohne Trauma. Das ist doch wie eine Alkoholentwöhnung ohne je einen Tropfen Alkohol getrunken zu haben :-(

    "Der niederländische Psychologe
    Nijenhuis und seine Mitarbeiter (2004) gehen davon aus, dass
    sich die Dissoziation, also die „Nicht-Verbindung“, wie bereits
    oben beschrieben, an bestimmten Sollbruchstellen des mentalen
    Systems vollzieht, und zwar entlang kleiner „Spalten“, die es
    natürlicherweise zwischen den angeborenen emotionalen
    Systemen und den Subsystemen gibt" (aus einem Beitrag von Ursula Gast)

    Das beschreibt es ja ganz schön, dass möglicherweise eben die Verbindung bei ADHSlern und Hochsensiblen aufgrund der bekannten Entwicklungsverzögerung anders oder später verläuft. So wie die Kopf-Fontanellen bei Kleinkindern eben unterschiedlich schnell zusammenwachsen mag es bei ADHSlern da eben auch länger Sollbruchstellen geben.

    Auf jeden Fall hat Njienhuis wohl mit die schlauesten Sachen in dieser Richtung publiziert.

  8. #548
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: ADHS und Dissoziation

    web4health schreibt:
    Auf jeden Fall hat Njienhuis wohl mit die schlauesten Sachen in dieser Richtung publiziert.
    => siehe Artikel in der Gruppe (leider etwas durcheinander)

    LG
    Erika

  9. #549
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: ADHS und Dissoziation

    In welcher Gegend wird denn ein Therapeut gebraucht? Vielleicht kann ich ja beim Finden helfen. Johannes

  10. #550
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    ze_4 schreibt:
    Würde zu Deinem Absatz gerne mehr schreiben, bin ich aber grad zu doof zu.
    So gehts mir gerade auch. Mir schwirrt der Kopf. Ich schreibe da demnächst mehr dazu. (Wenn ich es nicht vergesse...)

    Interessant ist, dass wir einen sehr ähnlichen Komorbiditätendiagnosekatalog haben.
    Achso, ne, ich habe nicht alle die Sachen, die ich oben aufgezählt habe.
    Diagnostiziert wurde mir mal eine Depression, ADHS, psychosomatische Beschwerden und eine emotional-instabile PS. Dann schwebt immer noch die Diagnose Essstörung rum, weil ich ziemlich zierlich bin, erstaunlicherweise aber nicht untergewichtig bin und auch normal esse, daher wurde das immer wieder verworfen, wird aber bei Bedarf dann wieder ausgebuddelt und als Ausweichdiagnose benutzt, wenn sonst nix passt, habe ich so den Eindruck.
    Naja, und meine Ärztin meinte, dass bei mir noch irgendwas anders ist, was sie aber wohl noch nicht rausgefunden hat oder vielleicht hat sie es rausgefunden und in die immer dicker werdende Akte geschrieben und mir nur nicht gesagt.

    Bei der Sache mit den beiden Kindern gehe ich bei mir davon aus, dass das vernachlässigte Kind bis vor ca. 1,5 Jahren das schwächere Kind war.
    Das traumatisierte Kind war sehr stark und ist in den unpassendsten Augenblicken angekommen. Und das dann meistens mit einer unbändigen Wut und Aggression.
    Allerdings war der funktionale Teil bei mir in den meisten Fällen stärker als die Kids.

    Ich kann nicht sagen, wann genau das gekippt ist.
    Wahrscheinlich war es so, dass sich dadurch, dass ich angefangen habe zu arbeiten und das erste Mal eine eigene Wohnung hatte, mein funktionaler Teil langsam demontiert hat, weil ich ADHS bedingt mein Leben immer weniger im Griff hatte. Der funktionale Teil hat angefangen zu versagen. Das hat dazu geführt, dass das traumatisierte Kind langsam immer öfter ans Tageslicht gekommen ist und heftig rumgewütet hat und auch dissoziiert hat.
    Dann gab es noch einiges anderes unschönes, was mich an die Vergangenheit erinnert hat und wiederum zu Dissoziationen geführt hat.

    Zusätzlich habe ich das erste Mal in meinem Leben Menschen um mich gehabt, die mich so annehmen wie ich bin und mir das auch immer und immer wieder gesagt und gezeigt haben. Das war (und ist) Balsam für das vernachlässigte Kind, das immer stärker wird.

    So, und dadurch haben sich dann die Verhältnisse der Persönlichkeitsanteile verschoben. Und ich fühle mich einfach nur zerrissen, verwirrt und ohne Halt.

    Ich denke mal, dass das bei anderen vielleicht auch so ist und insbesondere nach der ADHS Diagnose und der medikamentösen Behandlung, weil sich dadurch das Leben ja ändert und damit dann eben auch die einzelnen Persönlichkeitsanteile. Da bricht dann quasi alles zusammen und die berühmt berüchtigten Kanalratten haben freie Bahn.

    Jetzt überlege ich mir, ob ich meiner Ärztin mal von der ganzen Sache erzählen sollte? Oder hält die mich dann für völlig durchgeknallt?

    Aber ich bin ziemlich froh zu wissen, dass es anderen auch so geht und dass ich kein Alien bin. Und dann finde ich es auch gut, dass ich dadurch langsam rausfinden kann, wie ich ticke und was mit mir los ist.


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