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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #531
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hi,

    Anti-DIS-Skills, bzw Skills, die sich dafür eignen, die ich gelernt habe:

    Ebenfalls Riechfläschchen, wobei ich Zimt und Vanilletee verwende, beides wirkt in Stress-Situationen beruhigend auf mich, solange ich noch nicht im Hochstress bin.
    Hier gilt eher "Wehret den Anfängen"

    Einen Gegenstand oder eine Person im Raum/ der Umgebung möglichst genau beschreiben.
    Das musste ich in der Klinik in solchen Fällen immer tun, entweder den Therapeuten, dessen Kleidung oder das Büro beschreiben.
    Wobei die Therapeutin mich dann immer konkret gefragt hat "Herr Fliegerlein, wo sind Sie gerade? Sind Sie noch hier bei mir im Büro?" (Allein solche Fragen gestellt zu bekommen finde ich schon erschreckend...)
    "Was habe ich gerade an, welche Jacke, welche Farbe hat meine Hose, haben meine Schuhe, was steht in meinem Regal?" usw.
    Eine Zeitlang habe ich das wohl ohne wirklich hinzuschauen aus dem Gedächtnis beantwortet, aber irgendwann musste ich hinschauen und komme dadurch dann wieder zurück ins Hier und Jetzt.

    Daran knüpfe ich an, bzw. versuche daran anzuknüpfen, denn dass ich dissoziiere muss ich ja überhaupt erstmal merken/ wahrnehmen.
    Der Prozess ist, zumindest mir persönlich, nicht bewusst.

    Wenn ich also in eine Hochstressphase gerate und eine Tendenz dahingehend wahrnehme, versuche ich mich auf Gegenstände zu konzentrieren und sie genau zu beschreiben.
    Mit Personen geht das nicht besonders gut, denn dazu muss ich sie ansehen, das fällt mir eher schwer.

    Bei der letzten Situation, dieser Begutachtung, hatte der Arzt so kleine Porzellanfiguren auf dem Tisch stehen, welche unterschiedliche, sehr stark übertriebene Mimiken hatten, die habe ich fixiert und versucht, mich so zu halten.
    Ich denke, dass funktioniert schon ganz gut.

    Mit Riechfläschchen klappt das bei mir noch nicht so gut, denn die sind in der Tasche und dann meist schon vergessen.

    Einen weiteren Skill habe ich auch noch, aber der ist schon ein wenig grenzwertig, kein wirklich funktionaler Skill, aber auch nicht dysfunktional, sozusagen neutral:
    Ich habe (eigentlich immer und ständig) ein zusammengefaltenes Stück Papier, genaugenommen eine Kunststoffverpackung von einem Duplo oder einem Kinderriegel in der Hand, mit dem ich ständig herumspiele.Durch das Faltern entstehen Kanten, mit denen ich ebenfalls spiele, die aber auch hart genug sind, um sich damit durchaus ein wenig schmerzhaft zu kratzen, ähnlich wie mit einem Fingernagel, nur punktueller.
    Diese Stimulation verwende ich ebenfalls, meistens aber nicht mehr bewusst.
    Da es aber keine Wunden hinterlässt, ist es noch keine Selbstverletzung, aber schon ein wenig grenzwertig.
    Den würde ich also nicht unbedingt empfehlen, aber bevor alle Stricke reißen, ...


    Kann man wirklich wochenlang dissoziieren?
    Krass, ...
    Geändert von Fliegerlein ( 9.05.2012 um 10:39 Uhr) Grund: Satz ergänzt

  2. #532
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegerlein schreibt:
    Kann man wirklich wochenlang dissoziieren?
    Aus eigener Erfahrung: Ja, kann man.... Leider.

    Bei mir waren es Jahre!

    LG
    Erika

  3. #533
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo zusammen ich komm auch nochmal dazu.


    Ich nehme die Dissoziation auch nicht bewusst war.

    Aber die Zustände das ich einfach da sitze und eigentlich nicht denke und nicht fühle habe ich oft

    Ich kenne solche Dissoziationen, in denen ich wie weggetreten bin und vor mich hin starre und nix denke. Das ist dann so als würde ich fast nicht existieren. Das sind eher die leichteren Dissoziationen. Die dauern nie lange, ein paar Minuten vielleicht.
    Bei den Langzeit-Dissoziationen stehe ich komplett neben mir. Das fühlt sich an als würde ich neben mir her schweben und alles ist irgendwie in Watte gepackt. Eklig. Ich mag das nicht. Das kann Stunden und Tage dauern bis das wieder weg ist.

    @ Fliegenpilz

    Bei mir war die Geburt wohl auch nicht grade toll.

    Ich hatte 2mal die Nabelschnur um den Hals gebunden. Und mit meiner Lunge war auch irgendwas nicht in Ordnung(konnte nicht alleine atmen undbin immer wiederblau geworden), habe eine Nadel in den Kopf und in den Arm geschossen bekommen, wurde von meiner Mutter getrennt und kam in die Uniklinik.

    War dann an meinem Bettchen festgekettet und meine Mutter durfte mich nur zum stillen rausholen.

    happypill schreibt:da habe ich anderes gehört und gelesen. Ein Säugling kann schon vorgeburtlich und auch während oder kurz nach der Geburt traumatisiert werden.
    ...
    Hospitalismus kann schon frühzeitig nach der Geburt entstehen, wenn der Säugling länger von der Mutter getrennt wird (zB durch eine Krankheit oder andere Notfälle bedingt) und die Ersatzpfleger nur unzureichend emotionale Bedürfnisse befriedigen.
    Darüber werd ich mich auch mal weiter schlau machen.

    Ich lasse mich nie am Hals anfassen (noch nicht mal zum Puls messen) und ich habe erkärt bekommen, dass das mit der Geburt zusammenhängt, da ich die NAbelschnur um den Hals gewickelt hatte und dadurch ja fast erstickt wurde.

    Wenn ich dann nochmal merke , dass ich dissoziere, dann richte ich meine Konzentration auf meinem Atem . Es gibt hier verschiedene Übungen, die holen mich zu mindestens zeitweise wieder in das hier und jetzt.

    Liebe Grüße

  4. #534
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.320

    AW: ADHS und Dissoziation

    Patty schreibt:
    In dem Fall, daß ich seit Wochen in der Dissoziation bin, komme ich selber gar nicht raus.

    Aber ohne den Hinweis von außen merke ich von meinem Zustand in den überwiegenden Fällen überhaupt nichts!
    Fliegenpilz schreibt:
    Da muss ich mal ganz neugierig fragen, wie sich eine Dissoziation bei dir dann äußert?
    Ich habe heute eine liebe Freundin gefragt, wie sich diese Langzeitdissoziation bei mir äußert.

    Die liebe Freundin schreibt:
    Der Zustand wirkt einfach nicht "echt".
    Die Reaktionen passen nicht zu den Situationen, wirken "einstudiert".
    Ich weiß nicht, wie ich das formulieren soll, es kommt nichts richtig an, im Prinzip hast du das schon mal mit der Käseglocke beschrieben.

  5. #535
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Erstmal vielen lieben Dank für eure Schilderungen und Tips, wie man da wieder raus kommt.
    Mir ist eingefallen, dass mir Stimmen oder Töne oder sowas hilft, gar nicht erst in die Dissoziation reinzukommen. Daher läuft bei mir dann oft das Radio.

    Mich macht das ganze sehr nachdenklich und ich glaube, ich muss da noch etwas drüber nachdenken.

    Das, was ihr über die Dissoziationen, die ihr nicht bemerkt, schreibt, beschäftigt mich.

    Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich mehr dissoziiere als ich das wahrnehme. Bzw. war mir nicht klar, dass das auch unter Dissoziation fallen kann.

    Intro - Dissoziation und Trauma - Trauma Beratung Leipzig Auf der Seite unter "Strukturelle Dissoziation" wird das sehr gut beschrieben.

    Bei mir ist es eher so, dass ich quasi bestimmte "Rollen" habe, in denen ich dann lebe bzw. mich dann entsprechend dieser Rolle verhalte. In der Arbeit bin ich professionell und Gefühle sind da weitgehend außen vor. Als einer meiner Kollegen verstorben ist, habe ich nichts gefühlt. Erst, als ich dann alleine zuhause war, kamen die Gefühle. Es sind aber nicht alle Gefühle in der Arbeit "weg", einige funktionieren dort.
    Bei Freunden bin ich dann wieder ganz anders und bei meiner Familie dann auch. Und irgendwie ist jedesmal ein anderer Teil meiner Gefühlswelt abgekoppelt. Das war mir so gar nicht klar.

    Ich weiß aber nicht, ob das nicht einfach normal ist, weil ja jeder unterschiedliche Rollen einnimmt.

  6. #536
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegenpilz schreibt:
    Als einer meiner Kollegen verstorben ist, habe ich nichts gefühlt. Erst, als ich dann alleine zuhause war, kamen die Gefühle.
    Das ist ein Zeichen der Dissoziation.

    Man könnte sogar sagen, dass ist DER SINN DER DISSOZIATION, dass du von deinen Gefühlen eben nicht unmittelbar betroffen wirst (vor ihnen geschützt wirst). Ist dem so, kann man von dem sprechen, was ich eine funktionierende Dissoziation nenne.

    Sind die Gefühle aber zu heftig, lassen sie sich nicht wegdissoziieren. Deshalb kommen sie zeitverzögert an. Was du beschreibst ist also typisch für eine Dissoziation.

    Als mich meine Freundin verlassen hatte, war ich noch zwei Tage lang ganz normal gut drauf, erst am dritten zog es mir den Boden unter den Füßen weg. Anders gesagt: zwei Tage lang hat die Dissoziation noch funktioniert. Da das Trauma aber zu heftig war, kam es trotzdem in ungeminderter Stärke bei mir an, aber eben zeitverzögert.

    Dieser Versuch, Zeit zu gewinnen, ist glaube ich ganz arg typisch für eine Dissoziation.

  7. #537
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Eiselein schreibt:
    Man könnte sogar sagen, dass ist DER SINN DER DISSOZIATION, dass du von deinen Gefühlen eben nicht unmittelbar betroffen wirst (vor ihnen geschützt wirst). Ist dem so, kann man von dem sprechen, was ich eine funktionierende Dissoziation nenne.

    Sind die Gefühle aber zu heftig, lassen sie sich nicht wegdissoziieren. Deshalb kommen sie zeitverzögert an. Was du beschreibst ist also typisch für eine Dissoziation.
    Dankeschön, dann weiß ich jetzt Bescheid.

    Allerdings habe ich gerade gemerkt, dass ich nicht so klar ausgedrückt habe, was ich eigentlich meinte.

    Als mich meine Freundin verlassen hatte, war ich noch zwei Tage lang ganz normal gut drauf, erst am dritten zog es mir den Boden unter den Füßen weg. Anders gesagt: zwei Tage lang hat die Dissoziation noch funktioniert. Da das Trauma aber zu heftig war, kam es trotzdem in ungeminderter Stärke bei mir an, aber eben zeitverzögert.
    Kannst du die Auswirkungen des Traumas dann wieder "wegdrücken"? So, dass die Emotionen einmal da sind und dann im nächsten Augenblick sind sie weg?

    Das ist nämlich das, was ich meinte, was bei mir passiert. Typisches Beispiel:
    Tod eines nahen Famiienangehörigen.
    Ich habe davon erfahren, habe den Rest der Familie benachrichtigt, habe veranlasst, dass sich jemand um die Großeltern kümmert und dass meine Mutter nicht alleine ist.
    Danach kamen meine Freunde, die ich angerufen hatte. Ich bin heulend zusammengebrochen und war fix und fertig.
    Damals habe ich in einer WG gewohnt. Es waren gerade Ferien.
    Jedesmal, wenn meine Mitbewohnerin in der Wohnung war, hat sich bei mir der "Normal"-Modus eingeschalten. Ich bin da so als ob nix passiert wäre. Ich hatte nach der ganzen Heulerei nichtmal verheulte, rote Augen. Meiner Mitbewohnerin habe ich auch nichts vom Todesfall erzählt. Als ich zur Beerdigung gefahren bin, habe ich ihr einfach einen Zettel hingelegt. Die ist aus allen Wolken gefallen, weil sie davon nichts bemerkt hatte.

    Meiner Ärztin habe ich von dem Vorfall erzählt als ob ich ihr gerade das Telefonbuch vorlesen würde. Vollkommen emotionslos.
    Wenn ich Freunden davon erzähle, dann sind da Emotionen.
    Das ist eben das Problem bei mir in einer Therapie oder bei meiner Psychiaterin: Ich bin in dem rein funktionalen Modus und der Modus wehrt alles ab, was mit Gefühlen, Vertrauen, etc. zu tun hat. Ich stecke in solchen Situationen dann quasi in dieser Rolle fest.

    Ich kann zwischen unterschiedlichen "Modi", Personen, Rollen, was auch immer wechseln. Nicht aktiv, ich kann das nicht steuern. Es ist so, als ob sich da jedesmal ein Schalter umlegt. Klick und ich bin jemand anderes.
    Ich bekomme aber jede Rolle mit. Also ich merke den Wechsel und weiß auch, in welcher "Rolle" ich gerade bin. Ich kann aber nicht sagen, dass ich jetzt in Rolle X sein möchte.
    Meinen beiden Hauptrollen habe ich sogar Namen gegeben

    Die Rolle, die ich jahrelang fast ausnahmslos hatte, war die, die einfach immer funktioniert und kaum Emotionen und Bedürfnisse hat. Das ist vielleicht so eine Art Dauerdissoziation, ich weiß es nicht.
    Und diese Rolle bricht gerade zusammen.
    Und jetzt fehlt mir halt ein "lebensfähiger" Ersatz dafür.
    Geändert von Fliegenpilz (10.05.2012 um 15:30 Uhr)

  8. #538
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Celine schreibt:
    Danke Schnuppe,



    Oder wenn man mit dem, der gerade wütend wird, telefoniert, und nicht unhöflich sein möchte und einfach auflegen will? Was macht man dann?
    Die Idee, mit dem Verwirren, scheint nicht schlecht zu sein, zumal ich mich dann auch von der in mir aufsteigenden Trauer oder Wut ablenken kann.
    Bei Fremden kann ich das alles sehr gut. Bei denen, die mir nahe stehen, klappt das leider weniger.
    Verwirren oder Ablenken ist also noch eine Möglichkeit. Das versuche ich mal.

    Liebe Grüße
    Celine

    Hast du inzwischen eine Möglichkeit gefunden bei den Streits? Oder hat sich irgendwas geändert?
    Hat das geklappt zum Beispiel wenn du so Ich-Botschaften sagst? Hast du das probiert?
    Oder so generell, wenn nach dem Streit alles vergessen ist, vom anderen oder jemand Sachen nicht einsieht, kann man da was machen, nee ne?
    Naja.

    Nur mal so beiläufig angefragt jetzt.

  9. #539
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ida schreibt:

    Wer bin ich wirklich?
    Was kann ich?
    Warum bin ich so unglaublich vergesslich?
    Wo sind meine Gefühle?

    Aber wie fange ich an mich mit dem Thema auseinander zu setzen wenn ich noch nicht mal in der Lage bin mir zu merken was der Kern ist?






    Ich spüre, dass da irgendwo ganz viele Gefühle sind. Ich liebe mit absoluter Sicherheit meine Kinder. Ich vermisse ganz gewiss meine Oma, die gestorben ist. Ich leide absolut unter vielem Mist den ich erlebt habe. Aber spüren tu ich nix. Nur manchmal, wenn es wie eine Welle über mich kommt und genauso schnell wieder komplett verschwindet.


    Meine Kindheit habe ich fast komplett vergessen. Und anscheinend nicht nur die. Es gibt so vieles was ich nicht mehr greifen kann.
    Ich habe tausende von Büchern gelesen. Eigentlich müsste ich ein großes Allgemeinwissen haben. Hab ich aber nicht. Ich bin strunzdumm in der Beziehung.


    Was kann ich?
    Anscheinend kann ich vieles. Aber nichts richtig. Was fange ich an damit? Meine Schwester meint ich wäre ein Joker. Mich kann man überall einsetzen. Aber das macht es mir auch nicht leichter. Ich frage mich regelmäßig, ob das, was ich gerade mache auch der richtige Weg ist.

    Wer bin ich wirklich?
    Ich spiele meine Rolle in verschiedenen Bereichen.

    Gestern habe ich versucht dafür ein Bild in meinen Kopf zu bekommen. Und ich sah mich im All rumschweben. Ganz allein ohne Gefühle dahintreiben.



    Ich habe Angst, dass mein Leben dahingeht, und ich nicht das gelebt habe was ich bin.


    Also: Was kann ich tun?

    Wo fange ich an? Wie bekomme ich meinen Bauch und meinen Kopf in Bezug zu dem Thema Dissoziation zusammen?


    Es ist meine große Hoffnung, dass mich dieses Thema in meiner Persönlichkeit weiter bringt.

    Könnt ihr mir da vielleicht helfen?

    Das ist so schwierig, weil man manchmal weiß, dass einen Sachen theoretisch berühren, also in einer anderen Stimmung aber jetzt gerade tun sie es nicht, zum Beispiel.
    Es ist so schwer, eine wahre Aussage zu machen.




    "Ich habe Angst, dass mein Leben dahingeht, und ich nicht das gelebt habe was ich bin."

    Das kenne ich teilweise von früher. Aber man MUSS ja nichts machen, es gibt keine Berufungen, Verpflichtungen oder sonstwas? Hm?
    Irgendwas stimmt dann mit dem Zeiterleben nicht. Und mit dem Wunsch-Erleben.

    Die anderen Fragen denke ich auch so, also ich seh das da so ähnlich...
    Also es ist so ein hm, ach keine Ahnung, soziales, gesellschaftliches, kulturelles, historisches, weiß nicht was, Problem, dass man in Worten irgendwelche identitären Zuschreibungen zu sich machen soll, ach kann mich nicht ausdrücken. Sich mit Attributen bedecken wie mit Laub hab ich mir gedacht, eben ich bin dies und das und so und so (iPhone-Besitzer, Tortenliebhaber, Deutsche, Kölnerin, ADHSlerin, Robbie Williams-Fan, Porsche-Fahrer, Single, Typ Frau B.). Aber es sind alles sozusagen Punkte, garnicht geordnet, in den Wörn der zuschreiibungen gibt es keine Stiegerungen, es gibt keine Vermischungen von Wörtern und da aber Menschen angehalten sind, sich aus irgendeinem Scheiß ihre Identitäten zurechtzustöpseln, suchen sie nach dem, was sie sind angeblich oder was sie können, das bringt einen nicht weiter.
    Aber so eine Rede sag ich mal, bringt einen mit Dissoziation auch nicht weiter, sich Sachen einfach auszureden.

    Nur, ich denke, so eine Fragerei ist echt Bullshit, weil man sozusagen auf die falschen Pflöcke sein Haus auf dem Wasser (oder auch irgendeinen anderen Stützkasten) baut.
    Zum beispiel war ich bei einem Freund, der für das SV-Bildungswerk mit Kindern (fünfte, sechste Klasse) irgendwie so Plakate (1x1,5m oder so) gemacht hat, in Schulklassen und davon hingen welche in dem Wohnzimmer der WG halt und ich hab die angeguckt, ziemlich lange. Und da standen so Sachen, was die halt mit denen erarbeitet haben und es ging um die Frage: "Was macht mich besonders" stand in der Mitte. Und drum herum stand dann, mist, hab ich vergessen, zum Beispiel "ich kann gut Fußball spielen". Und anderes.
    Aber wenn die Kinder sich sowas eben denken und darauf ihr Selbstvertrauen gründen und das so zu einem Kuchenstück ihres Selbst machen mit dem Fußball spielen, dann sind sie A total fertig,w enn sie merken, dass sie eigentlich richtig scheiße spielen und B sind die fertig, wenn ein anderer viel besser ist als sie, oder wenn sie generell merken, dass man von einem anderen, rein in Worten erzählt eben, das gleiche sagen könnte, wie von ihnen. Er liest Fantasy, er spielt im Mittelfeld, er mag Pizza Funghi, was weiß ich*. Dann fühlen sie sich, da sie darauf ihre Identität und vor allem eben ihr Selbstwerttgefühl gegründet haben, beschissen, also sie machen eine schlechte Erfahrung und werden traumatisiert, könnte man sagen, erfahren jedenfalls Leid und das total unnötigerweise.

    Ich denke daher, dass es wenig Sinn macht, sich solche Fragen zu stellen. Man ist und das ist man eben, fertig, Wenn ich mir sage, dass ich toll bin und mich lieben darf weil ich besonders bin, bin ich vielleicht fertig, wenn ich Leute treffe, die auch besonders sind und mich irgendwie von denen abzugrenzen versuche und mittels meiner Kleidung oder sonstwie irgendwie dann noch mein Revier zu markieren versuche.

    Aber wie gesagt, in puncto Dissoziationen bringt es einen nicht weiter.

    Außer, man dissoziiert bestimmte Dinge an sich, die man eigentlich von sich erwartet und nicht leisten kann, bestimmte Dinge an seiner Identität.
    Boah, ich hab so tolle Texte über Identität! Erst einen halben gelesen, naja zwei halbe, freu mich voll drauf.

    * C wäre, er kann aus irgendeinem Grund irgendwann kein Fußball spiuelen, Knieverletzung ka, dann ist das hier auch hinderlich.
    Geändert von schnuppe (10.05.2012 um 16:16 Uhr)

  10. #540
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 245

    AW: ADHS und Dissoziation

    @Fliegenpilz: Schon wieder was, wo ich sagen muss "Ich dachte das wäre normal??".
    Ich dachte alle Leute spielen Rollen und verbergen ihre wahren Gefühle.

    Mein Mann hat sich schon mal beschwert, dass ich heule und zusammenklappe und nicht mal selber stehen kann, wenn wir alleine sind, aber wenn dann jemand anruft oder reinkommt, dann bin ich plötzlich wieder ganz "normal", als wenn nichts gewesen wäre.
    Das geht aber völlig automatisch. Wenn andere Leute dabei sind, zeige ich meine Probleme üblicherweise nicht. Dann habe ich eine "Maske".

    Mein Therapeut meint, ich "intelektualisiere".

    Eine Freundin meinte, ich zeige irgendwie nie wirklich was von mir.

    Als Kind habe ich Lächeln und Gesichtsausdrücke vor dem Spiegel geübt, weil die anderen Kinder auf mein ausdruckloses Gesicht unfreundlich reagiert haben. Ich braucht Jahre, um angemessenes Sozialverhalten zu lernen.
    Ich Alien, du Jane.Ugh.

    Und jetzt sag mir mal jemand was das denn sonst sein soll, wenn nicht normal. Ihr habt das doch anscheinend auch alle, oder nicht?


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