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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #521
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    happypill schreibt:
    da habe ich anderes gehört und gelesen. Ein Säugling kann schon vorgeburtlich und auch während oder kurz nach der Geburt traumatisiert werden.
    ...
    Hospitalismus kann schon frühzeitig nach der Geburt entstehen, wenn der Säugling länger von der Mutter getrennt wird (zB durch eine Krankheit oder andere Notfälle bedingt) und die Ersatzpfleger nur unzureichend emotionale Bedürfnisse befriedigen.
    Ja, das sind genau die Punkte, die mich auch immer wieder unsicher werden lassen.
    Da gab es tatsächlich was:
    Postnatale Asphyxie.
    Also Atemstillstand. Das war bei mir der Fall, habe während des Stillens aufgehört zu atmen und bin blau angelaufen.
    Schwester kam, hat mich geschnappt und erstmal gab es 'ne Tracht Prügel , damit ich wieder atme/ schreie und danach ab in einen Brutkasten (der in den 60iger Jahren aus warmen Steinen mit Dekce bestand...)
    Auch da habe ich schon immer wieder mal gelesen, dass traumatische Erlebnisse bei oder direkt nach der Geburt förderlich für ADS sein können, aber wer weiß, vielleicht auch für Hochsensiblität, Autismus, PTBS, ... da verliert man wirklich schnell den Überblick.
    Am Ende auch irgendwie egal, wenn ich einen Weg finde, mit all dem hier und jetzt einfach weiter leben zu können, ohne ständig gegen unsichtbare Wände zu rennen.

    Ich denke immer wieder:
    "Was wäre ich denn, wenn all das nicht da wäre?"
    Ich kenn mich doch nur so und ich mag mich auch so, will doch gar nicht anders sein.
    Ok, ... ich bin ein Alien in dieser Welt, aber wer mag sich denn "umprogrammieren" lassen?

    Eigentlich sollte es egal sein, was die Ursachen sind, ... eigentlich ... uneigentlich ist es das aber wohl nicht.

    Ich schweife schon wieder ab, sorry.

    Aber an all dem kann man auch sehen, wie schwer es ist, sowas tatsächlich zu fassen und zugegeben, es gibt den AD(H)S-Zweiflern eine nicht ganz unberechtigte Nahrung.
    Vielleicht ist es bei mir kein ADS.
    Auch wenn ich mich dann frage, warum ich von der Medikation profitiere.
    Allerdings frage ich mich auch, warum ich offensichtlich anders davon zu profitieren scheine, als andere.

    Ich würd das alles noch unglaublich spannender finden, wenn ich davon nicht selber betroffen wäre ... und ich mich am Ende fragen lassen muss, ob mit 47 mein Rentenalter erreicht ist ...

  2. #522
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.120

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegenpilz schreibt:
    Meiner Meinung nach reicht es daher in einigen Fällen nicht aus, nur eine medikamentöse Behandlung und eine VT zu machen.
    Man sollte den ADHSler im Kontext seiner Lebensumstände und seiner Lebensgeschichte betrachten.
    Alles andere macht für mich wenig Sinn.
    Generell finde ich bringt es auf Dauer wenig Symptome zu behandeln, anstatt an die Wurzel zu gehen ... ich habe mich da auch immer schwer getan , wenn es darum dann ging zurück in die Kindheit ... wie ich das inzwischen verstehe, geht es nicht darum bis in die Säuglingszeit da drin rumzukramen ...sondern den Lebens-und Verhaltensmustern auf die Spur zu kommen ...

    ...wie auf das Leben zugegangen wird , wird in den ersten 6 Jahren gelegt .....bei Kindern bis 6 Jahre muß man sich das so vorstellen wie eine Wachsplatte, da ist das Verhalten , das erleben, das fühlen noch leichter "formbar" "veränderbar" ... da prägen sich die Muster ein...wie reagiere ich in Gruppen, bin ich offen für das Umfeld, bin ich zurückhaltend, wie gehe ich in Konflikten um... das wird vom Umfeld und im besonderen Maße von den Bezugspersonen geprägt ... die Säuglinge und Kinder lernen weniger von den Worten, was zu ihnen gesagt wird, sondern von der Art und Weise , wie mit ihnen umgegangen wurde(wobei das total unterschiedlich erlebt wird, was für den einen ein Trauma ist ,da geht ein anderer unbeschadet durch ) ...

    ... war der Umgang abwertend, entwertend, fordernd, ...oder eher liebevoll, zutrauend, altersentsprechend...

    ...in diesem Alter finde ich Dissoziation sogar überlebensnotwendig ... jedoch mit zunehmendem Alter und dann im Erwachsenenalter , wäre es wichtig, da mal so einige Denk- und Verhaltensmuster zu überprüfen , ob die überhaupt noch notwendig sind... im Prinzip , ist es wichtig , das immer wieder ein update stattfindet, macht diese Reaktion im heute und jetzt überhaupt Sinn ?

    ...und wenn dann noch ADHS dazukommt, wo die Eigenwahrnehmung eben nicht gerade zum Besten bestellt ist ... da finde ich es schwierig ein "realistisches" update alleine zu erstellen... neue Muster und Strukturen zu finden die nicht schädlich sind... in diesen Fällen finde ich es sogar wichtig , bis in die Kindheit zurückzugehen, die Muster erst mal zu erkennen, um dann im Heute was ändern zu können ...

  3. #523
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.321

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegerlein schreibt:
    Woran merke ich denn, dass ich dissoziiere, ich kann nicht behaupten, dass das ein Zustand ist, den ich bewusst wahrnehme...
    Das ist auch mein Problem. Da muß es schon ganz herb kommen, daß ich mich in eine bestimmte Form der Dissoziation bewußt "hineinquäle". Aber wenn ich das bewußt mache, dann will ich ja aus der Dissoziation gar nicht raus.

    Ansonsten merke ich überhaupt nichts davon.

    Kann sein, daß eine sehr gute Freundin mir sagt: "Du bist seit Wochen in der Dissoziation!"

    Oder: Patty! Nicht abdriften!

    Oder: Ist alles in Ordnung mit Ihnen? Haben Sie gehört, was ich eben gesagt habe?

    Oder: Wo bist du gerade?


    Dann soll ich also nun zum Brustschwimmen? Es gibt Ärzte, die haben einen sonderbaren Humor!

    Manchmal kann ich mich selber zurück ins Hier und Jetzt ziehen. Manchmal brauche ich Skills.

    In dem Fall, daß ich seit Wochen in der Dissoziation bin, komme ich selber gar nicht raus.

    Aber ohne den Hinweis von außen merke ich von meinem Zustand in den überwiegenden Fällen überhaupt nichts!
    Geändert von Patty ( 8.05.2012 um 14:29 Uhr)

  4. #524
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: ADHS und Dissoziation

    @ Fliegerlein

    äh, weiß ja nicht, aber das klingt ja schon nach Trauma. Wenn man erstmal blau anläuft, wird man wohl auch Panik kriegen.... vorsichtig ausgedrückt.



    Ich denke auch, dass es nur von hinten nach vorne laufen kann ( also hinten ist "jetzt" und vorne die Kindheit).

    Meine Therapie ist auch zB nicht darauf ausgelegt zwingend weit entfernte Traumata auf zu decken. Es ist tatsächlich eher so, dass manche Verhaltensweise, die ich heute an den Tag lege (speziell mein Verhalten und meine Gefühle in Zusammenhang mit meinen Kindern) Rückschlüsse ziehen lassen, darauf woher diese Verhaltensweisen stammen könnten.

    Auch scheint es nicht unbedingt nötig den genauen Ursprung zu kennen. Wie gesagt, man kann sich nicht an die Geburt und die Zeit danach erinnern. Somit müssten alle die dort ihr Trauma hatten unheilbar und auch unveränderbar sein. Das ist aber nicht so.

    Mein Therapeut hat mir das so erklärt, dass man es mit einer Rekonstruktion vergleichen kann, sowie sie zB von Dinosauriern erstellt werden. Man wird nie sagen können wie sie genau aussahen und wie sie sich genau verhalten haben, aber die Bilder die konstruiert wurden, lassen einen doch sehr gut erahnen, um welche Lebewesen es sich handelte...

    So dürfte die Analyse eigentlich nicht Analyse heißen, denn genau genommen wird nix zerlegt, sondern eher Bruchstücke betrachtet und das "Ganze" quasi rekonstruiert. Ich bin jetzt seit gut 1,5 Jahren dabei und würde im Vergleich sagen, dass wir jetzt soviele fossile Knochen von unterschiedlichen Körperteilen zusammen haben, dass man zumindest eine Idee hat, wie groß "mein Dino" war und vllt noch einpaar wenige andere Eigenschaften. Bis ich dieses Tier ganz verstehe, wird es noch einige Zeit der Forschung brauchen und die läuft eben auch durch den Vergleich mit den heute lebenden Tieren die ähnlich zu sein scheinen oder sogar verwandt sind...
    Scheinbar kann es nur so funktionieren, wenn nur Fragmente existieren. Auch die eigenen Lebensumstände "sterben unwiederbrinlich aus" und können nur rekonstruiert werden.


    Ich frage mich aber immer noch, ob eine Hypnose Bilder liefern kann, so als ob man in einer Zeitmaschiene zurückreist oder ob das gar nicht möglich ist. UND ob es überhaupt sinnvoll bzw ratsam wäre....


  5. #525
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    happypill schreibt:
    @ Fliegerlein

    äh, weiß ja nicht, aber das klingt ja schon nach Trauma. Wenn man erstmal blau anläuft, wird man wohl auch Panik kriegen.... vorsichtig ausgedrückt.
    Absolut und definitiv war es das, inkl. der darauffolgenden Tracht Prügel, die Schwester wollte ja, dass ich wieder atme, aber ich bin mir sicher, dass da vieles hinter steckt.
    Das macht es ja so schwierig.

    Auch was Jahre später noch dazu kam, da sind schon ziemlich heftige Traumata dabei, ganz klar.
    Ebenfalls kann ich verstehen, dass mein Bruder z.B. keine PTBS entwickelt hat, ein Trauma führt nicht zwangsläufig zu einer PTBS.

    Daher stellt sich ja die Frage, ist das Eine Folge des Anderen oder läuft beides parallel, sich sogar verstärkend ab?

    Der Arzt gestern fragte mich, ob ich zu Hause auch so ordentlich sei, wie hier (hatte alle Unterlagen und mein "Gedächtnis" mit, einnA5-Ringbuch mit sehr vielen Notizen und Gedanken, meist am PC geschrieben, damit es lesbar bleibt, sorgfältig mit Karteirastern geordnet etc.)
    ich sagte "Ich zwinge mich dazu"
    Aber Tatsache ist, dass ich eher vom Typ Messie bin und furchtbar chaotischund unordentlich, aber das Chaos gleichzeitig unterträglich finde.
    Dass ich es hinbekomme, ist meiner Frau geschuldet, sie gibt mir da die nötige Struktur.

    Also frage ich mich, ob dieses Chaos zu einer PTBS passt oder doch eher zu einem ADS'ler.
    Ist ein Dissoziierender auch so unordentlich und chaotisch?

    EDIT: Wie passt eine Dyskalkulie in das Bild einer DIS oder PTBS?

    Es wäre ja wunderbar einfach, wenn sich eine einzige Ursache finden ließe, aber bei vielen ADS'lern findet man ja naturgemäß solche Verhältnisse vor.

    Ich frage mich aber immer noch, ob eine Hypnose Bilder liefern kann, so als ob man in einer Zeitmaschiene zurückreist oder ob das gar nicht möglich ist. UND ob es überhaupt sinnvoll bzw ratsam wäre....

    Das frage ich mich auch.
    Mein Thera macht auch Hypnose, ich habe ihn auch schon danach gefragt.
    Aber noch hält er das nicht für sinnvoll.
    Er hat mir glaube ich auch mal erklärt, warum, ich weiß es aber nicht mehr.
    Geändert von Fliegerlein ( 8.05.2012 um 16:06 Uhr) Grund: Satz zugefügt

  6. #526
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Lieber Fliegerlein,

    meine Fern-Verdachtsdiagnose für dich lautet: krasser Fall von Durchgeknalltheit

    Ich glaube, man kann einfach nicht so ganz genau sagen, was jetzt woher kommt und was genau das ist.

    Deine Schilderungen vom Säugling/Kleinkind klingen nach Autismus, so für mich als Laien. Vielleicht hast du ja zumindest einige autistische Züge.
    Aufgrund deiner Erlebnisse als Säugling hast du einige Traumata erlitten und hast die eventuell dissoziiert, so dass die jetzt irgendwo tief vergraben in dir schlummern und eben auch Spuren hinterlassen haben.
    Durch die autistischen Züge und eventuell Anlagen für ADS bist du vermutlich reizoffener als andere und daher auch "empfänglicher" für Traumata, die sich dadurch auch schwerer auswirken können als das bei einem "normalen" Menschen der Fall wäre.


    Fliegerlein schreibt:
    Daher stellt sich ja die Frage, ist das Eine Folge des Anderen oder läuft beides parallel, sich sogar verstärkend ab?
    Wenn du die Antwort darauf wüsstest, würde dich das dann weiter bringen?

    Aber Tatsache ist, dass ich eher vom Typ Messie bin und furchtbar chaotischund unordentlich, aber das Chaos gleichzeitig unterträglich finde.
    Dass ich es hinbekomme, ist meiner Frau geschuldet, sie gibt mir da die nötige Struktur.

    Also frage ich mich, ob dieses Chaos zu einer PTBS passt oder doch eher zu einem ADS'ler.
    Ist ein Dissoziierender auch so unordentlich und chaotisch?
    Hm, ich habe keine Ahnung. Du könntest ja auch ein dissoziiierender ADHSler mit einer PTBS sein. Das eine schließt das andere ja nicht aus, oder?
    Eventuell hast du ja auch "nur" Züge von ADS, die eben durch die Dissoziationen bzw. Traumata verstärkt werden.


    Es wäre ja wunderbar einfach, wenn sich eine einzige Ursache finden ließe, aber bei vielen ADS'lern findet man ja naturgemäß solche Verhältnisse vor.
    Ja, das wäre toll.
    Auf der anderen Seite frage ich mich, ob uns das soviel bringen würde? Letzten Endes ist es auch nur ein Name, ein Ettiket.
    Ich denke, es ist wichtig, dass man weiß, dass es in der Kindheit Traumata gab und dass man dissoziiert. Ich halte es für unnötig, die komplette Kindheit auseinanderzunehmen und zu Tode zu analysieren. Eine grobe Richtung dürfte ausreichen. Und ganz ehrlich: Ich möchte auch nicht alles wissen, was in mener Kindheit passiert ist...
    Klar, die ADHS Diagnose ist wichtig, damit man Medikamente bekommt. Bzw. für die Krankenkasse sind die Diagnosen für die Abrechnung wichtig.

    Für mich zählt "mein" Gesamtbild.
    Ordnungstechnisch sehe ich typische ADHS Probleme und auch die Impulsivität ist wohl eher eine ADHS Sache.
    Im zwischenmenschlichen Bereich denke ich, dass meine Probleme eher von den Traumata und den Dissoziationen herkommen.
    Konzentrationstechnisch ist es bei mir so, dass ich die "Träumerei" und die ADHS bedingte Konzentrationsproblematik von den Dissoziationen abgrenzen kann. Denke ich zumindest. Bei mir gehören zu den Dissoziationen auch Deperesonalisierung und Derealisation und die fühlen sich einfach anders an als die reine "Träumerei", bei der ich mich so wie immer fühle. Bei den Dissoziationen bin ich quasi aus mir selber draußen und stehe neben mir (und das meine ich nicht sprichwörtlich).

    Ich sehe mich als buntes Mosaik, bei dem auch mal Teile fehlen. Die non-plus-ultra-Erklärung für meine Probleme werde ich wohl nie bekommen.

  7. #527
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegenpilz schreibt:
    Wenn du die Antwort darauf wüsstest, würde dich das dann weiter bringen?
    Ich denke schon.
    Auf der einen Seite, weil ich dann einfach weiß, was ich bin (ein Alien, ok, das reicht aber nicht )

    Und auf der anderen Seite in bezug auf die Behandlung und den Weg für die Zukunft, um nicht immer und immer wieder in die gleichen fallen zu laufen:

    Was die Behandlung angeht:
    Wenn man Jemanden, der eine Lungenentzündung hat, mit Hustensaft behandelt, bringt das nicht viel.
    Daher glaube ich schon, dass die richtige Diagnose wichtig ist.
    Mein Thera sagte mal, sehr treffend wie ich finde, dass es nicht darauf ankommt, Diagnosen zu sammeln, sondern das richtige zu finden, damit auch das Richtige behandelt wird.

    Und wie wir hier sehen, kann es auch schief gehen, wenn ein DIS oder Autist mit MPH behandelt wird usw. usw.

    Am Liebsten wärs mir, wenn man ein Messgerät bei uns anstöpseln und ablesen kann, was los ist.
    (wünsch ich mir auch fürs Schmerztagebuch, ... wie kann ich wissen, was 5, 7, oder 9 ist?, gebt mir ein Messgerät, dann kann ich das ablesen...)

    Aber es macht schon Sinn, die Hintergründe zu kennen.
    Wenn ich ständig einen Platten am Auto habe, dann ist es zwar hilfreich, wenn man mir beibringt, den Reifen zu wechseln, aber es würde auch Sinn machen, mal auf den Weg zu schauen, den ich fahre, dann könnte man z.B. erkennen, dass es nicht hilfreich ist, die Abkürzung über die Baustelle zu nehmen ...

  8. #528
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegerlein schreibt:
    Ich denke schon.
    Auf der einen Seite, weil ich dann einfach weiß, was ich bin....
    Kennst du dieses Buch? Zart besaitet

    Ich fand es sehr aufschlussreich, womit ich nicht sagen will, dass ich damit ADHS in Frage stelle. Vielmehr finde ich vermittelt es eine andere Sichtweise darauf, gerade für die Hypos. Hier klingen auch die "Schutzreaktionen" mit an...

    Insbesondere den Teil "Selbstmanagement" finde ich sehr hilfreich...

    LG
    Erika

  9. #529
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Patty schreibt:
    Manchmal kann ich mich selber zurück ins Hier und Jetzt ziehen. Manchmal brauche ich Skills.
    Welche Skills verwendest du da?
    Solche "Langzeitdissoziationen" kannte ich bis vor Kurzem bei mir nicht, die haben immer recht schnell wieder von alleine aufgehört. Daher suche ich jetzt was, wie ich da wieder rauskomme.

    Ich kann ja jetzt nicht den Rest meines Lebens wie ein Fisch im Aquarium liegen und Brustschwimmen machen.

    (Das bringt mich zu der Frage, ob Fische dann nicht dissoziieren können???)

    In dem Fall, daß ich seit Wochen in der Dissoziation bin, komme ich selber gar nicht raus.
    Ah, Mist, ich dachte, du kennst einen Weg raus.

    Aber ohne den Hinweis von außen merke ich von meinem Zustand in den überwiegenden Fällen überhaupt nichts!
    Da muss ich mal ganz neugierig fragen, wie sich eine Dissoziation bei dir dann äußert?

    Ich kenne solche Dissoziationen, in denen ich wie weggetreten bin und vor mich hin starre und nix denke. Das ist dann so als würde ich fast nicht existieren. Das sind eher die leichteren Dissoziationen. Die dauern nie lange, ein paar Minuten vielleicht.

    Dann gibt es noch die, in denen ich aus mir selber rausgehe. Das geht so in Richtung Derealisation, Depersonalisation. Die sind eklig. Die dauern aber auch nie lange, nur ein paar Minuten. Aber bei denen werde ich panisch, weil ich Angst habe, dass ich nicht mehr zurück in meinen Körper kann.

    Bei den Langzeit-Dissoziationen stehe ich komplett neben mir. Das fühlt sich an als würde ich neben mir her schweben und alles ist irgendwie in Watte gepackt. Eklig. Ich mag das nicht. Das kann Stunden und Tage dauern bis das wieder weg ist.

  10. #530
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.321

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegenpilz schreibt:
    Welche Skills verwendest du da?
    - Riechfläschchen (In meiner Bauchtasche habe ich Minzöl; in der größeren Tasche noch Lavendelöl und Zitronenöl)
    - eiskaltes Wasser über die Unterarme laufen lassen
    - laute Musik hören
    - und dann muß ich zugeben, daß SVV bei mir immer noch am schnellsten wirkt


    Fliegenpilz schreibt:
    Da muss ich mal ganz neugierig fragen, wie sich eine Dissoziation bei dir dann äußert?
    Diejenige, die ich mir selbst herbeiführe durch absolute innere Ruhe.

    Fliegenpilz schreibt:
    Ich kenne solche Dissoziationen, in denen ich wie weggetreten bin und vor mich hin starre und nix denke. Das ist dann so als würde ich fast nicht existieren. Das sind eher die leichteren Dissoziationen. Die dauern nie lange, ein paar Minuten vielleicht.
    Die kenne ich auch. Arg kurz sind die. Das sind die, wo ich gefragt werde, ob mit mir alles in Ordnung ist. Scheint mir fast wie "kurzes Notaus des Gehirns".

    Unangenehm finde ich die Dissoziation, wo ich nichts spüre. Körperlich nichts, weil Schmerzabspaltung stattgefunden hat. Gefühlsmäßig nichts, weil innerer Schmerz unerträglich war. Ich scheine dann in meinem Körper vom Körper getrennt zu sein. Als ob da eine Membran wäre. Oder was abgekappt ist.

    Ganz fies ist die Art der Dissoziation, wo die Motorik betroffen ist. Wenn Kinder das sehen, dann fangen sie gleich an zu lachen. Wenn Erwachsene es mitkriegen, dann sind sie schier entsetzt. Eine Psychiaterin hat mich da mal behandelt, als wäre ich plemplem. Leider konnte ich ihr nicht mitteilen, daß mein Gehirn sehr gut funktioniert, auch wenn es nach außen nicht so aussieht.

    Fliegenpilz schreibt:
    Bei den Langzeit-Dissoziationen stehe ich komplett neben mir. Das fühlt sich an als würde ich neben mir her schweben und alles ist irgendwie in Watte gepackt. Eklig. Ich mag das nicht. Das kann Stunden und Tage dauern bis das wieder weg ist.
    Wie das bei mir ist, kann ich gar nicht beschreiben. Die merke ich selber nicht. "Watte" und "eklig" ist fast ein Dauergefühl ...
    Ich werde mal nachfragen, wie ich dann nach außen wirke ...


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