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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #511
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: ADHS und Dissoziation

    Wenn es Dich tröstet und mitreisst, dann möchte ich dir ein Bild als Krücke vermitteln. Die tatsächliche Situation, in der du steckst ist vielleicht nicht mehr als Wachstumsschmerzen. Dazu gilt es aber die Konditionierung unseres Verstandes über Bord zu werfen. Wenn also nicht Geld, Macht, Status, Sicherheit, Kontrolle, Wissen und Anerkennung, aber auch nicht Anpassung, Devotion und Demut das Ziel sind, sondern etwas dahinter, dann hat Dich das Schicksal in die Lage gebracht, jetzt zum Wesentlichen vorzudringen. Jetzt zählst nur noch Du und dabei steht nicht, die Einsamkeit, die Hoffnungslosigkeit und die Erschöpfung im Vordergrund, der es sich zu erwehren gilt, sondern einzig die Chance die der Situation innewohnt, sie anzunehmen.

    Nicht kämpfen, nicht wehren sondern annehmen hört sich für jemandem den der Sodbrand, der Bandscheibenvorfall oder die explodierende Rübe oder auch nur die Panik und/oder Erschöpfung fest im Griff hat, wie Spott an! Aber irgendwie so geht es. Es passiert einfach, indem man einfach nichts mehr will und nicht mehr kann, auch nicht vermeiden. In dem das Denken aufhört und Ruhe einkehrt. Ruhe kann nicht einkehren, wenn man mit Gewalt versucht ruhig zu werden. Ruhe kehrt ein, wenn man loslässt und aufmacht. Annehmen bedeutet den Schmerz nicht als Feind zu bekämpfen, sondern verstehen, das man selbst der Schmerz ist und man sich nicht selbst bekämpfen kann...

    Danke für deine Antwort.

    Und du hast Recht. Aber kannst du mir auch sagen wie dies praktisch umzusetzen ist???

    Ich habe mich damit abgefunden, dass ich jeden Tag Schmerzen habe und meine Freizeitbeschäftigung überwiegend die Koordination meiner Arzttermine beinhaltet.

    Sofern ein guter Tag ist (nicht alzu schlimme Schmerzen) versuche meineFreunde zu treffen und was sonst so ein "normaler Mensch" halt so macht.

    Ich hab dank Tolle und einigen anderen Autoren "verstanden" alles was ist so anzunehmen wie es ist.

    Man soll diesja nicht versuchen mit seinen Verstand zu begreifen, und da ich ja auch schon einige Sekunden die Kraft der Gegenwärtigkeit genießen konnte, möchte ich gerne merhr.

    Aber ich weiß leider nicht wie???

    Hier ein Beispiel von mir, dass mein Verstand meine "Wahrnehmung" (ich nehme sogut wiegarnichtsvon mir war) mich sogar täuscht.

    Ich bin ein Mensch, der auf scharfe Lebensmittel sehr stark reagiert, d.h. ich esse kaum scharfes Essen,da meine Geschmacksnerven, sehr sensibel sind.

    Mein Theraupeut hat mir geraten, die Chilischoten als Indikator für meine Anspannung zu nehmen (Anspannung ist beimir fast den ganzen Tag, aber hier habe ich auch gelernt, die nicht bewusst wahrzunehmen, meistens sagt mir mein Freund das ich wieder mal angespannt bin, weil ich wieder an meinen Haaren knabber)

    Ich hatte vor kurzem Schimmel in der Wohnung und habeich mich tierisch übermeinen Vermieteraufgeregt.

    Dann nahm ich dieChillischoten, erst eine und dann immer mehr, aber nichts...

    Es war nicht scharf, eher fast neutral und ein bißschen bitter.

    Ein paar Tage später (hatte mich wieder beruhigt) habe ich mir die gleichen Chillischoten auf eine Pizza getan. Und prompt sie waren wieder SCHARF.

    Wie kann das sein???

    Woher weiß ich , ob wirklich ICH jetzt jeden Zustand so annehme wie er ist und jeglichen Widerstand ablege ODER ist dies wieder nur ein Teil meines abgeschnitten Ichs der von meinem Verstand kontrolliert wird??

    Würde mich über eine Antwort freuen.

    Liebe Grüße

    P.s SorryMaj.Derrick habe noch richtig raus wie das mit dem zitieren funktioniert

  2. #512
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegenpilz schreibt:
    Ein Beispiel für so ein Trauma wären wiederholte Misshandlungen (köperlich, sexuell, emotional), denen man in der Kindheit ausgesetzt war.
    Ein Kind, das das erleben musste, wird nur schwer oder gar nicht Vertrauen zu anderen Menschen aufbauen können. Anderen Menschen vertrauen zu können, ist aber die Basis für zwischenmenschliche Beziehungen.
    Man kann lernen, anderen zu vertrauen. Aber dazu muss man herausfnden, woher das Misstrauen kommt. Ansonsten brodelt immer was latent unter der Oberfläche, wodurch man sich quasi ständig unbewusst selber sabotiert. Man kämpft ständig gegen sich selbst an.

    Was eher kontraproduktiv ist, ist das Trauma nocheinmal komplett durchleben zu müssen, also so gedanklich.


    .
    Hallo Fliegenpilz,

    das was du dort beschreibst ist mir auch in meiner Kindheit wiederfahren.

    Aber ich habe Angst davor, mich mit allem zu beschäftigen, da ich jetzt schon kaum mit meinem Leben klar komme.

    Ab wann hast du dich denn den Ursachen gestellt ?? Sorry wenn das zu intim gefragt ist, aber ich bin so unsicher und weiß einfach nicht welche Therapie am besten für mich ist.

    Liebe Grüße

  3. #513
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Libelle schreibt:
    Aber ich habe Angst davor, mich mit allem zu beschäftigen, da ich jetzt schon kaum mit meinem Leben klar komme.
    Wahrscheinlich kommst du mit deinem Leben nicht klar, weil dich diese Dinge aus der Vergangenheit blockieren. Du bist dann quasi nur damit beschäftgt, die nächste Katastrophe in den Griff zu kriegen.

    Das hört sich jetzt vielleicht unsensibel an, wenn ich sage, dass es ja nicht schlimmer werden kann. Du hast diese Dinge in deiner Vergangenheit ja überlebt.

    Ab wann hast du dich denn den Ursachen gestellt ?? Sorry wenn das zu intim gefragt ist, aber ich bin so unsicher und weiß einfach nicht welche Therapie am besten für mich ist.
    Puh, gute Frage. Ich habe mich dem nie bewusst gestellt. Bei mir ist es so, dass jetzt eben bestimmte Dinge aus meiner Vergangenheit nach oben kommen, von denen ich bisher nichts wusste. Ich wusste, dass meine Kindheit nicht ganz so glücklich war, aber was genau los war, hatte ich vergessen.
    Die ADHS Diagnose und meine daran anschließende misslungene Therapie haben mich dann dazu gebracht, über vieles nachzudenken.
    Der Ausgangspunkt war für mich mein mangelndes Vertrauen. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie man einem Menschen tiefergehende Dinge von sich erzählen soll. Für mich ist das einfach undenkbar. Irgendetwas hat mich da immer blockiert.

    Da gab es dann eine Phase, in der ich ganz stark das Gefühl hatte, dass ein Teil von mir fehlt. Es war bzw. ist so als ob ich mich verloren habe.

    Die Unsicherheit kenne ich. In meiner Vergangenheit sind viele dunkle Flecke und ich weiß nicht, was sich hinter diesen verbirgt.
    Und wenn dann Erinnerungsfetzen hochkommen, dann frage ich mich, ob das die Wahrheit ist oder ob ich mir das einbilde.
    Dazu kommen dann noch ziemliche starke heftige Gefühle von "damals", die mich dann wieder in eine Dissoziation bringen können.
    Das ist alles nicht so einfach.

    Eine Therapie mache ich nicht. Ich gehe nur alle paar Wochen zu meiner Psychiaterin und wenn ich es auf die Reihe kriege, bespreche ich dann mit ihr meine Probleme. Wobei ich fast 1,5 Jahre gebraucht habe bis ich überhaupt irgendwas aus meiner Vergangenheit bzw. über meine Eltern erzählen konnte. Und das sind bis jetzt auch nur die leichteren Sachen.
    Ich würde gerne eine Therapie machen, weil ich mich so alleine gelassen fühle und ehrlich gesagt einfach auch Angst habe, dass ich mit all dem alleine nicht mehr lange klar komme.
    Aber die Ablehnung durch die Therapeutin in der letzten Therapie nagt noch an mir und ich habe Angst, dass das nochmal passieren könnte. Ich kann die Therapeutin verstehen, dass sie mit jemanden nicht arbeiten kann, der wenn überhaupt, dann nur sehr zögerlich und langsam was von sich erzählt. Sie dachte, ich will die Therapie gar nicht und blocke deshalb alles ab.
    Mittlerweile weiß ich, dass ich Hilfe einfach nicht kenne und dass ich als Kind gelernt habe, dass nur ich mir helfen kann.

    Fatalerweise spiele ich nach außen hin meine Rolle so perfekt, dass ich selber oft nicht weiß, wie es in mir drin aussieht.
    Geändert von Fliegenpilz ( 7.05.2012 um 01:01 Uhr)

  4. #514
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: ADHS und Dissoziation

    Eiselein schreibt:
    Der Schlüssel scheint mir zu sein, einen Zugang zu den eigenen Gefühlen zu finden. Das heisst zunächst einmal Verzicht darauf, ein Gefühl zu intellektualisieren (abzuwehren), also sich dem Gefühl auszusetzen.

    Das tun wir nicht, weil das mit Ängsten verbunden ist. Aber ich denke, das wäre der erste Schritt bei der Aufdröselung des Phänomens.

    Jedenfalls muss in der Gegenwart begonnen werden, es bringt nichts in der Vergangenheit herum zu rühren. Ordnet sich die Gegenwart, muss auch der Blick in die Vergangenheit klarer werden. Wer in der Gegenwart klarkommt, dem seine Chancen wachsen, auch mit seiner Vergangenheit klar zu kommen.
    genau so sehe ich es auch....

    Dori hat auch schon dazu geschrieben, auch dass es eben nicht nur angenehm ist... Aber das Erleben, wieder zu fühlen, ist wie ein Abenteuer...

    Die Ängste, die uns dabei hindern, die können wir sicher näher ansehen. Sind sie aufgrund real bestehender Situationen (Raubtiere vor dem Loch)? Sind es Überlegungen, die sich hinterfragen lassen? Werden wir durch Auslöser an alte Situationen erinnert? Je nach dem, wie die Antworten ausfallen, können wir dann Strategien entwickeln bzw. handeln, u. U. medikamentös unterstützen.

    Smile schreibt:
    muss man auf den ursprung zurück... ? also auf das trauma?
    muss ich mich der konfrontation öffnen.. die, die irgendwo im seelenkeller in einer schatulle, in der hintersten ecke
    neben der toten maus versteckt ist.... hervornehmen, obwohl dies, was darin ist, bereits vergessen ist?

    damit meine ich... kann ich das (vergangenes) im keller belassen - und jetzt im oberen stock daran arbeit, das anfallende
    gleich am richtigen ort zu versorgen?

    ich weiss nähmlich nicht mehr, was da unten alles versteckt wurde - und will ich es überhaubt wissen.

    kann man eigentlich situationen gaaanz vergessen haben?
    web4health schreibt:
    Aus meiner subjektiven Sonntag-Morgen-Verpeiltheit in der Klinik würde ich behaupten, dass man Dissoziation nicht verlernen kann. Einfach, weil es nicht erlernt, sondern erschreckt wurde. Wir reden ja hier von den Regeln der Trauma-Logik.
    Genau daher ist es wichtig, sich der "erschreckten Zustände" anzunehmen... je nach Herangehensweise ist dann das Ausgraben notwendig. Wenn es uns nicht mehr erschreckt, dann können wir es als Erinnerung ablegen und irgendwann vergessen....

    Wie Eiselein jedoch schreibt, ist es notwendig, in der Gegenwart stabil zu sein***, denn sonst weichen wir eben wieder nur auf andere Strategien aus, wie Martin schreibt...

    web4health schreibt:
    Kreative Kopfdenker wechseln dann auf eine neue Strategie, eine neue Schublade. Irgendwann hat sich da auch soviel Müll angesammelt, dass sie sich wieder neu "erfinden" müssen.

    Neue Partnerschaft, neuer Beruf, neue Lebensumstände...
    Wobei eben durchaus diese Ansätze ihre Berechtigung haben. Denn sie beinhalten die Möglichkeit eines Neuanfangs. Diesen begleiten,
    web4health schreibt:
    Therapie kann helfen, die automatisierten Muster in Frage zu stellen.
    ohne Alarm dann die alten Muster genauer betrachten und so die Stabilität erlangen, sich mit den "erschreckten Mustern" auseinanderzusetzen, das ist für mich durchaus ein Weg....

    LG
    Erika

    *** wenn wir ans Ausgraben gehen! Es gibt durchaus auch andere Möglichkeiten der Verarbeitung, wo dies nicht (zwingend) notwendig ist!
    Geändert von 1411erika ( 7.05.2012 um 10:27 Uhr) Grund: Fußnote eingefügt

  5. #515
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.120

    AW: ADHS und Dissoziation

    Eiselein schreibt:
    Sind wir also bei einem Punkt angelangt, der bislang überhaupt noch nicht aufgeworfen wurde, wie behandelt man einen Dissoziierten eigentlich medikamentös?

    Der Schlüssel scheint mir zu sein, einen Zugang zu den eigenen Gefühlen zu finden. Das heisst zunächst einmal Verzicht darauf, ein Gefühll zu intellektualisieren (abzuwehren), also sich dem Gefühl auszusetzen.

    Das tun wir nicht, weil das mit Ängsten verbunden ist. Aber ich denke, das wäre der erste Schreit bei der Aufdröselung des Phänomens.

    Jedenfalls muss in der Gegenwart begonnen werden, es bringt nichts in der Vergangenheit herumzurühren. Ordnet sich die Gegenwart, muss auch der Blick in die Vergangenheit klarer werden. Wer in der Gegenwart klarkommt, dem seine Chancen wachsen, auch mit seiner Vergangenheit klarzukommen.

    Dennoch muss es auch eine Möglichkeit geben, diesen Vorgang medikamentös zu unterstützen?

    Das wäre meine Frage.

    das fage ich mich auch, ob das überhaupt medikamentös behandelbar ist... wenn ich so nachdenke, habe ich intuitiv, keine "zusätzlichen" Medis mehr nehmen wollen, weil mein Neurologe meinte , wenn sich eine Depression zeigen würde, dann Medikament... als ich dann in diese depressive Phase kam ( wobei ich da noch nicht so ganz durch bin ob das eher eine Art Trauerprozeß ist ) ... da meinte ich nein, ich will da keine Medikamente dagegen, weil ich will ja endlich spüren!!!! und wenn ich das jetzt wieder deckle mit Medikamenten , wie soll dann Aufarbeitung stattfinden ???

    meine Überlegung ist momentan ( weiß ja nicht , wie sich das noch ändert , vielleicht sind das ja auch Phasen die man da durchläuft??? )
    das Medikament diesen Prozeß dann nur hinauszögern würden und es in einer gewissen Phase nur noch ein "mitten durch" gibt durch den Schmerz, Trauer, Wut, Angst .... weil ich frag mich wie können diese aufgearbeitet , wenn sie gar nicht erst gefühlt werden dürfen ... da denke ich sogar wird viel zu schnell Neuroleptika oder Psychopharmaka eingesetzt ... überleg...die sind halt nicht so zeitaufwendig wie Gespräche, jemanden begleiten ...

    soweit erstmal, hab leider keine Zeit weiter zu schreiben ....

  6. #516
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: ADHS und Dissoziation

    @Fliegenpilz
    Danke für deine ausführliche Antwort.

    Du sprichst mir aus der Seele. Es ist nicht unsensibel, ich möchte lieber eine klare und direkte Antwort, als wenn man mich mit Samthandschuhen anpackt.
    Fliegenpilz schreibt:
    Wahrscheinlich kommst du mit deinem Leben nicht klar, weil dich diese Dinge aus der Vergangenheit blockieren. Du bist dann quasi nur damit beschäftgt, die nächste Katastrophe in den Griff zu kriegen.

    Das hört sich jetzt vielleicht unsensibel an, wenn ich sage, dass es ja nicht schlimmer werden kann. Du hast diese Dinge in deiner Vergangenheit ja überlebt.



    Puh, gute Frage. Ich habe mich dem nie bewusst gestellt. Bei mir ist es so, dass jetzt eben bestimmte Dinge aus meiner Vergangenheit nach oben kommen, von denen ich bisher nichts wusste. Ich wusste, dass meine Kindheit nicht ganz so glücklich war, aber was genau los war, hatte ich vergessen.


    Da gab es dann eine Phase, in der ich ganz stark das Gefühl hatte, dass ein Teil von mir fehlt. Es war bzw. ist so als ob ich mich verloren habe.

    Die Unsicherheit kenne ich. In meiner Vergangenheit sind viele dunkle Flecke und ich weiß nicht, was sich hinter diesen verbirgt.
    Und wenn dann Erinnerungsfetzen hochkommen, dann frage ich mich, ob das die Wahrheit ist oder ob ich mir das einbilde.
    Dazu kommen dann noch ziemliche starke heftige Gefühle von "damals", die mich dann wieder in eine Dissoziation bringen können.
    Das ist alles nicht so einfach.

    Mittlerweile weiß ich, dass ich Hilfe einfach nicht kenne und dass ich als Kind gelernt habe, dass nur ich mir helfen kann.

    Fatalerweise spiele ich nach außen hin meine Rolle so perfekt, dass ich selber oft nicht weiß, wie es in mir drin aussieht.
    Ich hatte leider auch nicht so eine schöne Kindheit. Aber durch meine Therapie, habe ich erfahren, dass eine Co-Abhängigkeit zu meinen Eltern besteht.

    Nachdem ich diese Abhängigkeit gelöst habe, ging es mir erst schon besser.

    Aber jetzt kommen halt Bilder aus meiner Kindheit hoch, die ich vollkommen vergessen oder verdrängt hatte. Und das ist wirklich häftig. Ich habe Angst davor Dinge zu erfahren, die mich nachher doch weiter zurückwerfen und ich wieder von vorne anfangen muss.

    Ich hoffe du findest für dich einen geeigneten Therapeuten. Ich glaube nicht, dass man das alles alleine schaffen kann.

    Ich möchte einfach wieder Ich selbst sein... Komplett und mit allem was dazu gehört


    @Erika
    1411erika schreibt:
    genau so sehe ich es auch....

    Dori hat auch schon dazu geschrieben, auch dass es eben nicht nur angenehm ist... Aber das Erleben, wieder zu fühlen, ist wie ein Abenteuer...

    Genau daher ist es wichtig, sich der "erschreckten Zustände" anzunehmen... je nach Herangehensweise ist dann das Ausgraben notwendig. Wenn es uns nicht mehr erschreckt, dann können wir es als Erinnerung ablegen und irgendwann vergessen....

    Wie Eiselein jedoch schreibt, ist es notwendig, in der Gegenwart stabil zu sein***, denn sonst weichen wir eben wieder nur auf andere Strategien aus, wie Martin schreibt...



    Wobei eben durchaus diese Ansätze ihre Berechtigung haben. Denn sie beinhalten die Möglichkeit eines Neuanfangs. Diesen begleiten, ohne Alarm dann die alten Muster genauer betrachten und so die Stabilität erlangen, sich mit den "erschreckten Mustern" auseinanderzusetzen, das ist für mich durchaus ein Weg....

    LG
    Erika

    *** wenn wir ans Ausgraben gehen! Es gibt durchaus auch andere Möglichkeiten der Verarbeitung, wo dies nicht (zwingend) notwendig ist!
    Du sagst esgibtnoch andere Möglichkeite außer dem Ausgraben.

    Kannst du mir dazu vielleicht nähreres sagen???

    Zur Zeit soll ich jede Woche Bilder zu meiner Therapie mitbringen, die ich selbst male. Die Augabe meines Therapeuten ist : "Mal die Scheiße in dir auf"
    Da ich meine Gefühle nicht in Worte fassen kann. Aber wir sind grade erst am Anfang, daher weiß ich noch nicht ob es erfolgreich wird.

    Ich muss euch allen nochmal herzlich danken, dieser Austausch ist für mich einen Riesenerfolg, da ich normalerweise mit niemanden so "reden" kann.

  7. #517
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Libelle schreibt:
    Aber durch meine Therapie, habe ich erfahren, dass eine Co-Abhängigkeit zu meinen Eltern besteht.
    An der Stelle lohnt es sich meiner Meinung nach sich mal mit dem Begriff "Erwachsene Kinder von Alkoholikern" zu beschäftigen. Bei Kindern sind die Folgen des Alkoholkonsums in vielen Fällen weitreichender als bei einer reinen Co-Abhängigkeit.

    Diese Kinder haben in aller Regel eine Reihe von traumatischen Ereignissen erleben müssen, die sie wegdissoziiert haben, um überleben zu können.

    Ich weiß, dass bei ADHS eine Verhaltenstherapie die Standardempfehlung ist. Je mehr ich mich aber damit beschäftige, desto mehr glaube ich, dass eine Verhaltenstherapie in vielen Fällen eher kontraindiziert ist oder zumindest wenig nützlich. Gerade eben in solchen Fällen, wo es in der Kindheit erhebliche traumatische Ereignisse gab.
    Eine VT behandelt die Komorbiditäten, die sich durch die Traumata ergeben, aber nicht die eigentlichen Traumata udn damit auch nicht die erfolgten Dissoziationen.

    Wenn ich mir anschaue, welche Komorbiditäten es bei ADHS geben kann und wenn ich mir dann auch noch klar mache, dass ADHS familiär gehäuft auftritt, dann kommt bei mir so der leise Verdacht auf, dass einige ADHSler Eltern mit ADHS haben dürften und diese Eltern könnten dann auch entsprechende Komorbiditäten aufweisen. Das heißt dann, dass das ADHS Kind "doppelt gestört" ist.

    Meiner Meinung nach reicht es daher in einigen Fällen nicht aus, nur eine medikamentöse Behandlung und eine VT zu machen.
    Man sollte den ADHSler im Kontext seiner Lebensumstände und seiner Lebensgeschichte betrachten.
    Alles andere macht für mich wenig Sinn.

  8. #518
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: ADHS und Dissoziation

    @Fliegenpilz

    Genau an diesem Punkt stehe ich auch.

    Bei meinem Familiengespräch kam raus, dass mein Dad auch ADS hat, bei meine Mum ist sich mein Therapeut nicht sicher. Aber kein Wunder das ich jetzt so bin wie ich bin.

    Aber meinen Eltern gebe ich nicht die Schuld daran, Sie sind selbst krank und wissen nicht wie es anders geht.

    Aber ich bin mir sicher, dass ADS weitervererbt wird

    Man sollte den ADHSler im Kontext seiner Lebensumstände und seiner Lebensgeschichte betrachten.
    Alles andere macht für mich wenig Sinn.
    Jeder braucht glaube ich unterschiedliche Ansätze, aber man wird in ein reingedrückt egal ob es passt oder nicht

  9. #519
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    Okeeh, ... Verwirrung macht sich breit.

    Ich hatte gestern einen Termin zur ärztlichen Begutachtung bei der RV (Rentenversicherung), da meine Krankenkasse, bzw. der MdK, der Meinung ist, dass ich nach dem letzten Klinikaufenthalt wieder in eine Reha solle, ... obwohl ich Anfang letzten Jahres schon in einer Reha und Ende letzten bis Anfang diesen Jahres über die KK in einer Klinik war (Bad Bramsted, ADS-Station)
    Anyway, andere Geschichte, aber eben deshalb war ich zu dieser Begutachtung.

    Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Arzt dort (u.a. Neurologe und Psychotherapeut) nicht an ADS glaubt, sondern an ein PTBS aus der Kindheit mit dissoziativer Störung.
    Er fragte ganz direkt: "Dissoziieren Sie?", was ich natürlich wahrheitsgemäß bejahte.

    Und nun sitz ich hier und habe wieder Zweifel, was es denn nun ist, DIS oder ADS oder beides?
    Der Haken ist, dass sich auf Grund der Anamnese eine PTBS durchaus bestätigen lässt, das war in der Vergangenheit ja auch schon immer so.
    Aber das erklärt einfach nicht alles.
    Das erklärt nicht die Auffälligkeiten schon im Säuglingsalter.

    Er sagte "Naja, eine Trennung kommt nicht von heut auf morgen, dazu gibt es eine Entstehungsgeschichte.

    Aber doch bitte nicht schon in meiner Säuglingszeit???
    Das passt einfach nicht, erklärt nicht alles.

    Aber ich kann es eben auch nicht ausschließen, halte es für durchaus möglich.
    Zumal er auch andeutete, dass eine hochsensible Person durchaus die Reizüberflutung haben kann und schon rollt die Lawine los und in Verbindung mit all den Faktoren "wurschteln" Sie sich das Leben lang durch und dann passierts halt und das Fass läuft über.

    Auf jeden Fall gibt das meinen Zweifeln Nahrung, zum Einen wegen des hier gelesenen in bezu auf auf hypoaktive ADS-Männer und DIS, als auch wg, des gestrigen Gespräches.

    Ach ja, eines sagte er noch:
    "Wissen Sie, was gut gegen Dissoziationen ist? Brustschwimmen!"

    Man habe herausgefunden, dass man beim Brustschwimmen nicht dissoziieren könne, weil der Kopf im Nacken sei und dann ginge das nicht mehr...

    Dummerweise schwimme ich irgendwie nie, wenn ich in solche Situationen gerate, weiß also auch nicht, was mir diese Info bringen soll.

    Vielleicht den Kopf in den Nacken legen, wenn ich dissoziiere?
    Woran merke ich denn, dass ich dissoziiere, ich kann nicht behaupten, dass das ein Zustand ist, den ich bewusst wahrnehme...

    Leider konnte ich ihn das gestern nicht fragen, meine Anspannung war jenseits der 70% und somit fiel es mir sehr schwer, überhaupt zu denken.
    Das geht mir eigentlich immer so, die meisten Fragen/ Antworten finde ich erst nach einem Gespräch, muss sie aufschreiben und später stellen, ... das nervt na klar auch viele, weil sie denken, ich könne nicht damit aufhören, egal, noch ein anderes Thema.

    LG
    Fliegerlein

  10. #520
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegerlein schreibt:
    Das erklärt nicht die Auffälligkeiten schon im Säuglingsalter.

    Er sagte "Naja, eine Trennung kommt nicht von heut auf morgen, dazu gibt es eine Entstehungsgeschichte.

    Aber doch bitte nicht schon in meiner Säuglingszeit???
    Das passt einfach nicht, erklärt nicht alles.
    Hallo Fliegerlein,

    da habe ich anderes gehört und gelesen. Ein Säugling kann schon vorgeburtlich und auch während oder kurz nach der Geburt traumatisiert werden. Das Dumme daran ist, dass man dies NIEMALS erinnern können wird, da das Gehirn erst um den 3. Geburtstag so entwickelt ist, dass es zu erinnerbarer Abspeicherung kommt.

    Ich beschäftige mich ja auch immer noch mit allen möglichen Diagnosen usw. Wenn du mal Hospitalismus googelst, kannst du dort einige AD(H)S Symptome wieder finden. Konzentrationsmangel aber auch Impulsivität etc.
    Hospitalismus kann schon frühzeitig nach der Geburt entstehen, wenn der Säugling länger von der Mutter getrennt wird (zB durch eine Krankheit oder andere Notfälle bedingt) und die Ersatzpfleger nur unzureichend emotionale Bedürfnisse befriedigen.

    Sicher sein, was man "hat", kann man natürlich trotzdem leider nie... so lange es nicht organisch nachweisbar ist.
    Alle diese Dinge haben sich ja Menschen einmal zusammengereimt. Gemeinsamkeiten gesucht und festgehalten... dann einen Namen gegeben... Das muss ja deshalb noch nicht alles beinhalten bzw. muss man bei uns ja noch nicht alle "Symptome" restlos aufgedeckt haben....

    Gerade bei einer Art Amnesie der Kindheit könnten ja wichtige Symptome unerkannt bleiben, die auch eine Bezugsperson nicht bemerken konnte, weil sie nicht oder nur sehr gering nach aussen sichtbar wurden...


    Ich hätte beinahe geschrieben: Das ist zum verrückt werden


    LG
    happy


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