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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #501
    Lysander

    Gast

    AW: ADHS und Dissoziation

    web4health schreibt:
    Irgendwann hat sich da auch soviel Müll angesammelt, dass sie sich wieder neu "erfinden" müssen.

    Neue Partnerschaft, neuer Beruf, neue Lebensumstände...
    Ein Spiegelbildersaal aus Mosaiken und alle zeigen mich in Fraktion. Wenn ich den Thread hier lese, fühle ich mich ertappt, fühle mich dem Wahn nahe oder wie das Küken im Ei, das schlüpfen will und noch nicht kann. Es fehlt die Waffe für die Heldenreise ;-)
    Die Neuerfindung durch Traumatamüll. Es erklärt sehr vieles, die vielen Lebensbrüche und Fluchten..... und auch das Bedürfnis in Abgründe anderer Menschen zu schauen, um sich selbst zu fühlen.......

  2. #502
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.600

    AW: ADHS und Dissoziation

    web4health schreibt:
    MPH bzw. Amphetamin in höheren Dosierungen machen gerade als Retardpräparate bei einigen Patienten mit Dissoziativer Störung eben genau das : Sie erzeugen einen emotionalen Grundton, der das ständige Abkippen reduziert. Es stabilisiert daher ja schon.


    Man darf nur nicht zu sehr zur Ruhe kommen.
    Ist dem tatsächlich so? Und woran liegt das?

    Ich frage, weil ich auf die kassenzugelassenen Retardpräparate umstellen MUSS, dort wo ich momentan "betreut" werde. Bisher war ich gut auf unretardiertes MPH eingestellt.

    Mit der höchsten Einzeldosis dieses ret. Präparates zum Einstieg (weiß der Geier, warum mir das verordnet worden war) war ich seeeehr ruhig und überhaupt nicht mehr ablenkbar. Super! Konnte Texte lesen oder in Gesellschaft sein und alles klar erfassen. Der Kopf war klar, wie nie. Der Rest… im Ar***! Emotional nullkommanix mehr zu spüren. Antrieb irgendwo im Garten vergraben… Weggeschossen, irgendwie und sinnlos. Dumpf, mechanisch, uninspiriert… nennt es, wie ihr wollt.

    Tolle Ruhe… Ich finde die Retardpräparate gespenstisch. Bin aber auch noch weit davon entfernt, darauf eingestellt zu sein.

    Ist es DAS, was du mit deiner Aussage gemeint hast? Emotionaler Grundton, der bei mir in emotionalen Nullton gesunken war und deshalb auch kein Abkippen mehr möglich war.

  3. #503
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 396

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ich glaube Dissoziation ist nicht "verlernbar", sondern aufhebbar. Es gibt Momente in denen ich fühle dass ich "ich" bin und niemanden, und vorallem mir, was vormachen kann. Das sind seltene Momente aber es gibt diese und daran halte ich fest.
    Wir AD(H)Sler können uns nicht immer erinnern. Unser Gehirn ist auf vorwärtsgang trainiert. Es erinnert mich ein wenig an eine Diktatur, in deren System das Bewusstsein nur wenig Macht hat, egal wie wir wollen, unser Gehirn macht eben was es will. Und selbst das Erinnern können wir oft nicht willentlich herbeiführen. Da bleibt nur die Frage:

    Wie mache ich meinem Gehirn klar das seien kann wie es darf?

    Ich denke das liegt in der Natur der Sache. Man dissoziiert ja, weil man

    a) Sich vor Menschen und Umgebung schützen muss
    b) in heiklen Situationen eben nicht sauer, lustig, wütend, herzlich... seien kann wenn man muss sondern sich in ein paar Eigenschaften verfängt, die man dann fast immer ist und gerade zu nicht anders kann als diese anzuwenden...

    Dissoziation für mich ist der Ausdruck davon, in den richtigen Momenten, nicht die richtigen Ressourcen einsetzen zu können:

    Wenn ich meine Software zur richtigen Zeit nicht benutzen kann, verändert sich mit der Zeit die Hardware:
    Wenn ich ein Spiel nicht immer starten kann, bleibe ich beim nächsten mal, wenn es zufällig klappt, eben dauerhaft drin.

    Die Medikamente erlauben uns aber in heiklen Situationen die Software anwenden zu können, sie sind der Baustein für eine erfolgreiche Therapie.
    Geändert von zlatan_klaus ( 6.05.2012 um 12:19 Uhr)

  4. #504
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo zusammen,

    ich find es teilweise erschreckend, das sehr viele Leute hier eigentlich dasselbe durchmachen wie ich.

    Leider kann ich noch nicht so gut wie ihr, die Dinge beschreiben und erläutern, aber ich wwerde mir Mühe geben euch gerecht zu werden.

    Ich habe ca. vor einem halben Jahr die Diagnose bekommen.

    Mir geht es seit ca. 4 Jahren gesundheitlich und körperlich sehr schlecht. (Fing alles mitMobbing beim Arbeitsplatz an)

    Zuerst hab ich nur gedacht, ok du bist halt ausgelaugt aber das wird schon wieder.

    Aber das war falsch gedacht .....

    Erst hieß es ich habe Burnout und mittelgradige Depressionen. So wit so gut

    Aber mein Körper hatte zwischenzeitlich den Selbstzerstörungsmechanismus eingeschaltet.

    Sprich ich habe über 2 Jahr Magen-Darm gehabt, Migräneanfälle (obwohl ich mit soweas nie was zu tun hatte), massive Wirbelsäulenbeschwerden (muss heute noch alle 2 Tage zum einrenken meines Illeosakralgelenkes oder der Wirbel)

    Ich habe eine Ärtzemarathon hintermir und bis heute konnte mir keiner sagen was ich habe und es ist alles "PSYSCHOSOSOMATISCH"

    Daraufhin war ich 10 Wochen in einer Klinik, zuerst habe ich gedacht es hat geholfen, aber nach 3 Wochen war alles wie vorher.

    Nach meinem Klinikaufenthalt habe ich eine Verhaltentherapie angefangen die ich heute noch mache. Dabei kam heraus das ich ADS habe und mein Therapeut hat mir zusätzlich geraten mic über Indigokinder zu informieren.#

    Naja aber um zu eurem Thema zurückzukommen Dissoziation

    Das ist mein Hauptproblem.

    Mein Theraeut ist auch immer sehr erstaunt von mir, ich habe mich eigentlich komplett von meinem Selbst gelöst.

    Das einzige was ich von mir und meinen Körper wahrnehme sind Schmerzen oder die Ausbrüche-

    Meine Gefühle nehme ich nur in krassen Situationen war und dann überrollen sie mich einfach.

    Mittlerweilebinich bei 60 mg Medikinet angekommen aber ich merke nur einen kleinen Unterschied beim Autfahren, dass ich aufmerksamer bin.
    Aber ansonsten merke ich keinen Untetrscheid.

    Zitat von web4health
    Das klitzekleine Restproblem ist dann, dass sich Dissoziation und ADHS laut Diagnosekriterien ausschliessen (müssten). Damit hätten dann die ADHS-Kritiker Recht, dass es ADHS nicht gibt. (Aber nur auf einer pauschalen Definitionsebene. In der Praxis ja schon). Übrigens sind Dissoziation und "Spaltungen" der Psychoanalytiker nun nicht so weit voneinander entfernt, wie man denkt.

    Es sind nur nicht immer die von den Tiefenpsychologen bzw. Analytikern angenommenen "versauten" sexualisierte Konflikte , sondern viel banalere kleinere Sachen, die immer und immer wieder auftreten und aufgrund der hohen Sensibilität bzw. dem "Nachtreten" der Mitmenschen in der Kindergarten, Schule, Freundeskreis etc immer und immer wieder auftreten und zu geeichten Schleifen führen (Und täglich grüsst das Murmeltier). Dissoziation ist ein Schutz und ein Fluch.

    Ich halte 75 bis 90 Prozent der Diagnosen "Depression" in der Psychiatrie für falsch. Natürlich gibt es die klassische depressive Epsiode. Und auch rezidivierende Episoden bzw bipolare Störungen. Bei der Dysthymie wusste ich ehrlich gesagt immer nicht, was das sein soll.
    Weit häufiger ist aber eben eine "Depression", bei der die emotionalen Erlebnisse eben gerade nicht wegsortiert sind (d.h. ein "alt" im Sinne von Vergangenheit haben). Das sind fast immer (nein, ich wollte ja dabei bleiben IMMER) auch Dissoziative Phänomene.

    Also mein Therapeut hat bei mir ADS diagnostiziert und sagt mir auch, dass eines meiner größten Probelem ist, dass ich mich selbst nicht wahrnehmen kann geschweige denn meine Gefühle.

    Ich galube mein Glück ist es, dassmein Therapeut selbst ADS hat und mich gottseidank ohne viele Worte versteht,da ich wenn ich etwas wahrnehme, es mir sehr schwer fällt mir zu vertrauen und es zu beschreiben.

    Und zum Thema Depression und ADS schließt sich aus--->
    also ich bein seit 9 Wochen wegen Depressionen krank geschrieben.

    In dieser Zeit habe ich einige Bücher gelesen, die einem helfen sollen im hier und jetzt zusein.

    Zwischenzeitlich hat es geklapt (einige Sekunden ) aber jetzt geht garnichtsmehr.

    Mein Therapeut hat mir geraten "meinen Scheiß in mir" zu malen damit ich michmeinem Schmerzkörper stelle.

    Mal schauen wie das wird.

    Aber welche Tippshabt ihr, damit man sich selbst wieder nahe sein kann?

    Liebe Grüße

    Libelle

  5. #505
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hi Libelle,


    da bin ich doch ganz bei Dir!

    den Begriff Schmerzkörper hat Tolle geprägt, der einer Schule angehört, die im Wesentlichen alte Ideen des Zen Buddhismus aufgreift.
    Das Unbefriedigende ist, dass es keine Lösung zu geben scheint, die wir mit dem Verstand eruieren können. Im Gegenteil, die Ratio scheint ein wesentlicher Täter des Komplexes zu sein, den es zu erlösen gilt.

    Das Du bei Versuchen durch Achtsamkeit und Meditation den Schlüssel und die Tür in Dir, durch Verstehen, annehmen und Transzendieren Deines Selbst zuerst einmal umso heftiger zurückgeworfen wirst, in die "Selbstzerfleischung", was psychosomatische Reaktionen, das Grübeln, die Panik ec. sein kann, ist symptomatisch. Sicher ist es richtig, dass der Gegenwartspunkt der Kraftpunkt ist, und sicher ist es auch richtig, dass es tatsächlich sowas wie das Erfahren des "Immanent Transzendenten" wie es Dürckheim genannt hat gibt. Aber das ist eben nicht jedem unmittelbar und leicht zugänglich. Und wenn man es hat, dann will man es ansehen, begreifen bzw. greifen und festhalten und es ist wieder weg, alles beim alten, mit dem entsprechenden Rebound, weil das Ego bestehend aus Vorstellungen und Erfahrungen, bzw. der Schmerzkörper sich wehrt und zappelt

    Wenn es Dich tröstet und mitreisst, dann möchte ich dir ein Bild als Krücke vermitteln. Die tatsächliche Situation, in der du steckst ist vielleicht nicht mehr als Wachstumsschmerzen. Dazu gilt es aber die Konditionierung unseres Verstandes über Bord zu werfen. Wenn also nicht Geld, Macht, Status, Sicherheit, Kontrolle, Wissen und Anerkennung, aber auch nicht Anpassung, Devotion und Demut das Ziel sind, sondern etwas dahinter, dann hat Dich das Schicksal in die Lage gebracht, jetzt zum Wesentlichen vorzudringen. Jetzt zählst nur noch Du und dabei steht nicht, die Einsamkeit, die Hoffnungslosigkeit und die Erschöpfung im Vordergrund, der es sich zu erwehren gilt, sondern einzig die Chance die der Situation innewohnt, sie anzunehmen.

    Nicht kämpfen, nicht wehren sondern annehmen hört sich für jemandem den der Sodbrand, der Bandscheibenvorfall oder die explodierende Rübe oder auch nur die Panik und/oder Erschöpfung fest im Griff hat, wie Spott an! Aber irgendwie so geht es. Es passiert einfach, indem man einfach nichts mehr will und nicht mehr kann, auch nicht vermeiden. In dem das Denken aufhört und Ruhe einkehrt. Ruhe kann nicht einkehren, wenn man mit Gewalt versucht ruhig zu werden. Ruhe kehrt ein, wenn man loslässt und aufmacht. Annehmen bedeutet den Schmerz nicht als Feind zu bekämpfen, sondern verstehen, das man selbst der Schmerz ist und man sich nicht selbst bekämpfen kann...

    Selbst sein, bedeutet diesen inneren Schreihals des eigenen ständigen Grübelns, des Kontrollierens, Bewertens, Klammerns und Kämpfens nicht zu formen, zu betäuben oder zu unterdrücken, aber ihn anzuerkennen und zu erlösen. Wenn körperlicher Schmerz hilft, das Rad des ständigen Denkens, des sich Erinnerns oder Ersehnens, des Kontrollieren,des Fragens, des Suchens und Orientierens anzuhalten, dann ist er vielleicht Dein bester Freund! Ich glaub nicht, dass es umsonst ist - für mich gesprochen - und in einem tiefen Glauben, das es Sinn macht, auch wenn ich ihn nicht erkenne, hilft mir damit umzugehen.

    Und so oder so - Du kriegst nicht mehr ab, als Du verkraftest - auch ohne Dein Zutun werden sich wieder Augenblicke des Friedens und Geborgenheit einstellen.

  6. #506
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 96

    AW: ADHS und Dissoziation

    Eiselein :
    Es ist jedenfalls meine Beobachtung, dass sich an diesem Thread ausschließlich die Denker versammeln, während den impulsiv handelnden Typen der Thread völlig am Arsch vorbei geht.

    Das muss nicht unbedingt heissen, dass diese weniger von Dissoziation betroffen sind. Ganz offenbar ist aber, dass sie darin nicht ihr Hauptproblem sehen.

    Das glaube ich nicht unbedingt.
    Ich verfolge die Diskussion mit Interesse. Habe mindestens 10 Beiträge im Kopf formuliert, unter der Dusche,unterwegs auf dem Rad, beim Lesen......bis ich dann auf irgendwas reagiere, was mich zum reagieren zwingt....ob das was Wichtiges ist oder nicht und wieder mal nicht zum schreiben komme. So viel zur Impulsivität....

    Dass ich jetzt hier sitze und schreibe, liegt nur daran , dass ich statt dessen einen blöden Brief zum Kasten tragen müsste und noch niemand auf ein anderes post von mir geantwortet hat, was mich dann zum Antworten bringen würde.....


    Aber zum Thema:

    Viele Beiträge sind hier so sehr komplex zusammen gefasst, dass ich mich etwas scheue, mich zu beteiligen. Ich habe eher den Stil, mit Beispielen etwas zu verdeutlichen als es abstrakt auszudrücken. Dennoch -oder gerade deshalb -schätze ich gerade diese komplexen Beiträge hier.


    Ich bin mit 52 Jahren das 2. Mal im Leben richtig aus der Bahn geworfen worden. Das erste Mal war Pubertät.
    Beide Male heftig , alles, was ich so an Kompensationsstrategien hatte, hat versagt.

    Damals ging in der Schule nix mehr, jetzt im Job.
    Damals war ich faul jetzt habe ich Depri und ADHS.
    Damals habe ich 2 Jahre Schule geschwänzt, jetzt darf ich in der Tagesklinik sein.

    Mit der Diagnose Depression bin ich nicht so ganz im Reinen.

    O.k. Kein Antrieb bei negativ besetzten Sachen ( Pflichten ), eine gewisse negative Sicht auf Dinge, die ich früher positiver gesehen habe.
    Keine Probleme mit schlafen, essen .
    Wenig Probleme mit Menschen, meine relative Isolation begründet sich eher auf das Dasein als Alleinerziehende mit ADHS-Kind.
    Keine Probleme, schöne Dinge zu machen.
    Überforderung/Erschöpfung: auf jeden Fall, allerdings besser werdend .

    Proleme: Aufschieberitis, Haushaltschaos, Finanzchaos. Das schafft man aber auch mit nur ADHS.


    Was ich aber fest stelle: ich bin zunehmend retraumatisiert bei allem, was meiner Tochter gerade in der Schule usw. wiederfährt.
    Da kommen Sachen/Gefühle hoch, von denen wußte ich gar nicht, dass sie noch da sind, dass ich sie jemals hatte.

    Es ist, als würde ich vieles noch mal durchleben......runtergeschluc kte Gefühle , lange begraben und gut gedeckelt....jetzt kommen sie wieder hoch, nicht weil ich sie selbst hochholen wollte, nein, weil sie mir durch meine Tochter und deren Probleme vor Augen geführt werden.
    Weil die Umwelt früher auf mich ähnlich reagiert hat.

    Da fällt einem sofort " Projektion " ein.

    Ja, habe ich auch lange gedacht....nicht von mir auf mein Kind schließen usw.

    Möchte ich auch nicht. Mach ich das?


    Aber meiner eigenen Gefühle, mögen sie auch noch so lange begraben gewesen sein , darf ich mich doch annehmen...?


    In der Tagesklinik werde ich auf Depression behandelt....Irgendwie schräg.

    Diese Diskussion hier hilft mir ungemein, den Focus auf Dissoziation zu richten und dort ein zu bringen, ob die wollen oder nicht. Dadurch rückt für mich auch wieder ADHS in den Blick....und die Gemeinsamkeit/Abgrenzung mit Diss.

    Gerne würde ich dort mit emoflex arbeiten......aber das muss ich wohl privat zusammen puzzeln.


    Bassai Dai

  7. #507
    hirnbeiß

    Gast

    AW: ADHS und Dissoziation

    Oder man lernt mit sich selbst umzugehen.
    Ich denke auch, daß das Lebensalter eines Betroffenen eine große Rolle spielt.
    Wenn man sich zum 1000'sten mal eine auf den Daumen geklopft hat, dann sucht man nach Möglichkeiten, dies zu vermeiden.

    Wenn man allerdings zu viel an anwendbaren 'Abwehrmechanismen' zur Vermeidung des Daumenklopfens erlernt hat,
    dann besteht wiederum die Gefahr, daß man da durcheinander kommt. Fatal für ADHS´ler.
    Wiederum Abwehrmechanismen zu erlernen, die eine lange Litanei an unverständlichen Formeln und meist unverständlichen
    Schwurbeleien beinhalten, helfen auch nicht gerade auf einer stringenten Linie zu bleiben.
    Ich muß da Eiselein recht geben, daß hier schon eine besondere Equipe der ADHS´ler vertreten ist.
    Cui bono. Diese Frage steht hier im Raum.

    LG --hirnbeiß--

  8. #508
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 96

    AW: ADHS und Dissoziation

    Na ja , ich denke, hier lesen mehr Leute mit, als sich beteiligen.....

    Liegt auch ein wenig an der Art der Diskussion?


    Ciu Bono musste ich auch erst mal googlen....

  9. #509
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: ADHS und Dissoziation

    Wenn es Dich tröstet und mitreisst, dann möchte ich dir ein Bild als Krücke vermitteln. Die tatsächliche Situation, in der du steckst ist vielleicht nicht mehr als Wachstumsschmerzen. Dazu gilt es aber die Konditionierung unseres Verstandes über Bord zu werfen. Wenn also nicht Geld, Macht, Status, Sicherheit, Kontrolle, Wissen und Anerkennung, aber auch nicht Anpassung, Devotion und Demut das Ziel sind, sondern etwas dahinter, dann hat Dich das Schicksal in die Lage gebracht, jetzt zum Wesentlichen vorzudringen. Jetzt zählst nur noch Du und dabei steht nicht, die Einsamkeit, die Hoffnungslosigkeit und die Erschöpfung im Vordergrund, der es sich zu erwehren gilt, sondern einzig die Chance die der Situation innewohnt, sie anzunehmen.

    Nicht kämpfen, nicht wehren sondern annehmen hört sich für jemandem den der Sodbrand, der Bandscheibenvorfall oder die explodierende Rübe oder auch nur die Panik und/oder Erschöpfung fest im Griff hat, wie Spott an! Aber irgendwie so geht es. Es passiert einfach, indem man einfach nichts mehr will und nicht mehr kann, auch nicht vermeiden. In dem das Denken aufhört und Ruhe einkehrt. Ruhe kann nicht einkehren, wenn man mit Gewalt versucht ruhig zu werden. Ruhe kehrt ein, wenn man loslässt und aufmacht. Annehmen bedeutet den Schmerz nicht als Feind zu bekämpfen, sondern verstehen, das man selbst der Schmerz ist und man sich nicht selbst bekämpfen kann...

    Danke für deine Antwort.

    Und du hast Recht. Aber kannst du mir auch sagen wie dies praktisch umzusetzen ist???

    Ich habe mich damit abgefunden, dass ich jeden Tag Schmerzen habe und meine Freizeitbeschäftigung überwiegend die Koordination meiner Arzttermine beinhaltet.

    Sofern ein guter Tag ist (nicht alzu schlimme Schmerzen) versuche meineFreunde zu treffen und was sonst so ein "normaler Mensch" halt so macht.

    Ich hab dank Tolle und einigen anderen Autoren "verstanden" alles was ist so anzunehmen wie es ist.

    Man soll diesja nicht versuchen mit seinen Verstand zu begreifen, und da ich ja auch schon einige Sekunden die Kraft der Gegenwärtigkeit genießen konnte, möchte ich gerne merhr.

    Aber ich weiß leider nicht wie???

    Hier ein Beispiel von mir, dass mein Verstand meine "Wahrnehmung" (ich nehme sogut wiegarnichtsvon mir war) mich sogar täuscht.

    Ich bin ein Mensch, der auf scharfe Lebensmittel sehr stark reagiert, d.h. ich esse kaum scharfes Essen,da meine Geschmacksnerven, sehr sensibel sind.

    Mein Theraupeut hat mir geraten, die Chilischoten als Indikator für meine Anspannung zu nehmen (Anspannung ist beimir fast den ganzen Tag, aber hier habe ich auch gelernt, die nicht bewusst wahrzunehmen, meistens sagt mir mein Freund das ich wieder mal angespannt bin, weil ich wieder an meinen Haaren knabber)

    Ich hatte vor kurzem Schimmel in der Wohnung und habeich mich tierisch übermeinen Vermieteraufgeregt.

    Dann nahm ich dieChillischoten, erst eine und dann immer mehr, aber nichts...

    Es war nicht scharf, eher fast neutral und ein bißschen bitter.

    Ein paar Tage später (hatte mich wieder beruhigt) habe ich mir die gleichen Chillischoten auf eine Pizza getan. Und prompt sie waren wieder SCHARF.

    Wie kann das sein???

    Woher weiß ich , ob wirklich ICH jetzt jeden Zustand so annehme wie er ist und jeglichen Widerstand ablege ODER ist dies wieder nur ein Teil meines abgeschnitten Ichs der von meinem Verstand kontrolliert wird??

    Würde mich über eine Antwort freuen.

    Liebe Grüße

    P.s SorryMaj.Derrick habe noch richtig raus wie das mit dem zitieren funktioniert
    Geändert von Libelle ( 6.05.2012 um 19:09 Uhr)

  10. #510
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Smile schreibt:
    muss man auf den ursprung zurück... ? also auf das trauma?
    Meiner Meinung nach Ja. Zumindest empfinde ich es gerade sehr erleichternd, dass ich in der letzten Zeit einige meiner Kindheitstraumata langsam greifen kann.
    So nach und nach verstehe ich mich selber und ich habe immer weniger das Gefühl, einen Teil von mir verloren zu haben.

    damit meine ich... kann ich das (vergangenes) im keller belassen - und jetzt im oberen stock daran arbeit, das anfallende
    gleich am richtigen ort zu versorgen?
    Das hängt vom Trauma ab. Es gibt Traumata, die es dir nicht erlauben, ein Haus zu bauen. Da ist das Fundament so löchrig, dass jedes Haus einstürzt.
    Da kann man erst ein richtiges Haus bauen, wenn man die Löcher im Fundament gestopft hat. Man muss dazu nicht jedes Loch stopfen und man muss auch nicht exakt nachvollziehen können, wann und warum das Loch entstanden ist.

    Ein Beispiel für so ein Trauma wären wiederholte Misshandlungen (köperlich, sexuell, emotional), denen man in der Kindheit ausgesetzt war.
    Ein Kind, das das erleben musste, wird nur schwer oder gar nicht Vertrauen zu anderen Menschen aufbauen können. Anderen Menschen vertrauen zu können, ist aber die Basis für zwischenmenschliche Beziehungen.
    Man kann lernen, anderen zu vertrauen. Aber dazu muss man herausfnden, woher das Misstrauen kommt. Ansonsten brodelt immer was latent unter der Oberfläche, wodurch man sich quasi ständig unbewusst selber sabotiert. Man kämpft ständig gegen sich selbst an.

    Was eher kontraproduktiv ist, ist das Trauma nocheinmal komplett durchleben zu müssen, also so gedanklich.

    kann man eigentlich situationen gaaanz vergessen haben?
    Ja, kann man. Die Erinnerung daran ist aber noch da. Man hat eben nur keinen Zugriff mehr drauf. Es kann aber vorkommen, dass die Erinnerung zurück kommt.


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