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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #481
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 396

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ist die Dissoziation überhaupt "heilbar"? Das Ich spaltet sich ja relativ früh schon in verschiedene Persönlichkeitsstrukturen ab und lässt je nach Umgebung die eine oder die andere zu.
    Muss man nun davon ausgehen dass mein Ich nun je nach Umgebung mein Leben lang zwischen sensibel und harter Persönlichkeitsstruktur "umswitcht"?

  2. #482
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.321

    AW: ADHS und Dissoziation

    zlatan_klaus schreibt:
    Ist die Dissoziation überhaupt "heilbar"? Das Ich spaltet sich ja relativ früh schon in verschiedene Persönlichkeitsstrukturen ab und lässt je nach Umgebung die eine oder die andere zu.
    Muss man nun davon ausgehen dass mein Ich nun je nach Umgebung mein Leben lang zwischen sensibel und harter Persönlichkeitsstruktur "umswitcht"?
    Wenn ich das, was mir dazu bisher gesagt wurde und was ich dazu gelesen habe, richtig verstanden habe, dann entwickelt sich die Fähigkeit zur Dissoziation in Kindheitsphasen. Je nach Schwere und Art des traumatischen Erlebnisses, der Reaktion des Umfelds, der biologischen Veranlagung und der jeweiligen Kindheitsphase entsteht die spezielle Art der Dissoziation.

    Die Fähigkeit zur Dissoziation bleibt erhalten.

    Über "Heilung der Dissoziation" habe ich weder etwas gehört, noch gelesen.

  3. #483
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    1411erika schreibt:
    Für mich liegt darin die "Lösung".

    Um bei den Bildern zu bleiben, für einen Regenwurm sieht die Wiese anders aus als für einen Adler....

    Meine Metaebene sind meine (langfristigen) Wünsche und Werte. Diese sehen heute ganz anders aus, als noch vor ein paar Jahren. Denn auf der Suche nach Antworten, bin ich genau hier hängen geblieben.
    Was ist mir wichtig und was ist etwas, was für andere wichtig ist. Dies Abgrenzung bzw. das genaue Hinterfragen hat viele Veränderungen bewirkt.
    Das klingt jetzt so einfach, war und ist es aber nicht.

    Ich war auf einem Weg unterwegs, der schön breit war, mit vielen Begleitern.... Das Ziel war gut sichtbar. Es gab regelmäßig Vesper und Getränke, die Unterhaltung war ok.
    Aber einige hatten eine Rüstung zu tragen, die Schutz gegen Wegelagerer und wilde Tiere bot. Ich hatte eine schwere Rüstung an, die mir nicht mal passte. Das Tragen der Rüstung erschöpfte mich, das Gewicht erdrückte, hinterließ Scheuerspuren auf der Haut.

    Lange Zeit bemerkte ich dies nicht, die Begleitung war ja gut, Verpflegung auch, der Weg nicht beschwerlich, das Ziel leuchtete.... Rüstung tragen bot Schutz und war "normal".

    Aber immer häufiger musste ich stehen bleiben, verschnaufen, drohte den Anschluss zu verlieren.... Merkte mit einem mal, wie schwer die Rüstung ist....
    Manche Druckstellen wurden zu Wunden, bluteten...

    Der Helm ließ nur den Blick auf das Ziel zu, was neben dem Weg wuchs, welche Wege abgingen und welche Ziele es noch so gab, konnte ich nicht erkennen.
    Als ich fast am Ersticken war, nahm ich notgedrungen den Helm ab.

    Ich bekam wieder Luft! Aber ich sah auch plötzlich, was neben dem Weg für schöne Dinge waren. Dass es außer dem bisherigen Ziel auch noch andere Wege zu anderen Zielen gab... bzw. auch andere Wege zum gleichen Ziel....

    Mit der schweren Rüstung lässt es sich jedoch nicht leichtfüßig über die Wiese laufen.... Daher muss ich (zumindest Teile) abnehmen. Dabei bin ich gerade. Ich habe viele Rüstungsteile abgelegt und habe den breiten Weg verlassen. Ich probiere kleine Pfade, die nicht immer ohne Hindernisse sind. Aber ohne die schwere Rüstung ist es möglich....

    In einem anderen Buch heißt es "den Kompass des Herzens stellen". Das finde ich ein sehr schönes Bild. Und wenn ich mal auf dem Weg vor einem Hindernis stehe und nicht weiter weiß, dann kann ich diesen Kompass befragen. Auch einen kleinen Umweg gehen, denn er zeigt mir ja dann wieder die richtige Richtung....




    Irgendwie schon.... Wir diskutieren die Rüstung....

    LG
    Erika
    Die Geschichte mit der Rüstung ist total schön und macht Mut.

    Mir sind es grade einfach zu viele Anknüpfpunkte bei diesem Thema. Nicht, dass alles schon gesagt wäre, oh nein! Bzw. man kann es ja immer nochmal anders sagen, alles, und muss es auch, sonst erstirbt ja dauerhaft die allermeiste Kommunikation. Generell einmal die DInge, die man öfter sagt und obwohl sie sich wiederholen leitet man keine Regel ab. So wie, man hat Hunger zu einer Uhrzeit oder es ist kalt oder man mag jemanden nicht und hat ihn gesehn und das passiert öfter und man erzählt immer das gleiche.
    Hm. Aber ich frag mich bei den anderen Sachen sowieso öfter mal, warum man sie erzählt oder sich was erzählt. Hm. Na egal, morgen ist es mir vielleicht schon ziemlich klar oder so.

    Viele Themen hört man auf zu besprechen weil sie traurig sind oder weil nichts passiert. Wenn man sich eben nur ausgetauscht hat oder eben, ja, wie hier schon steht, jeder begreift es anders...
    Naja. Egal. Und deshalb sagt man es nicht, ich hätts auch fast nicht gesagt.

  4. #484
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    AngeLa schreibt:
    hallo Erika,

    "Dein Leben wird weder leichter noch angenehmer, wenn Du Dich entschließt, immer und unter allen Umständen den Weg zu gehen, den Dein Herz Dir weist.
    Es wird nur wahrer.
    Und indem mehr und mehr Wahrheit sich in Dir und Deinem Leben ausbreitet, kannst Du immer freier atmen, wirst Du mehr und mehr eins mit Dir, gewinnst Du an Kraft.
    Ganz bestimmt wirst Du nicht weniger Schmerz, weniger Zorn erleben oder weniger Ärgernissen begegnen als zuvor; aber Du wirst immer ehrlicher und offener mit alledem umgehen; jede schwierige oder ärgerliche Angelegenheit wird Dir eine Herausforderung sein, eine Gelegenheit, Dein Herz zu weiten und Dein Verständnis zu vergrößern.
    Wenn Du Deinem Herzen folgst, gehst Du den Weg der Wahrheit. Wer den Weg der Wahrheit geht, muss nach und nach alles loslassen, worauf er sich gestützt hatte; jede Sicherheit, jede Hoffnung, jede noch so tröstliche Zukunftsaussicht fahren lassen, um einzig und allein der Wahrheit zu vertrauen.
    Auch jedes Rechthaben, jedes Bestehen auf Ansichten und Meinungen und jede Identifikation mit Eigenschaften und Gewohnheiten, muss mit der Zeit entfallen, bis nur noch nackte Wahrheit vorhanden ist; die Wahrheit des jeweiligen Augenblicks.
    Immer reicher wird die Gegenwart, immer tiefer das Erleben, immer höher die Freude, je gegenwärtiger Du bist. "

    (Safi Nidiaye, Die Stimme des Herzens)


    ..
    er hilft mir ..auch oder gerade in Bezug auf Dissoziation, nicht, das ich ihn lese, oder poste, oder in mir anpinne, oder sage das ist es..



    nein, ich fange an so zu leben..es verinnerlicht sich..ohne das ich mich sozusagen in den momenten daran erinnere..

    LG
    Das sind solche Sprüche, die muss man halt zur richtigen Zeit lesen, denke ich. Es gibt manche Zeitpunkte, da passt es, aber sonst ist es oft Geschwätz oder Mumpitz, auch Postkartensprüche, die sich dann doch alle wiedersprechen. Man müsste mal einen ganzen Kartenständer davon bei sich aufstellen, oder irgendwo öffentlich und alle zusammengruppieren, die sich widersprechen, dann kleben sie doch wieder an einem fleck, na manche Sachen fehlen, müsste man mal sich mit beschäftigen.

    aber wenn...

    ich meine, es ist ja, wenn man, wie hieß das neulich so schön, "viele Dissoziationen in sich hat", dann kann man nicht einfach loslassen, weil man nicht da dran kommt, wo man alles lösen könnte, jedenfalls seltenst durch so ein gedicht.
    und es ist auch immer komisch, wenn andere einem ihre "wege zum glück" irgendwie verkaufen oder aufs ohr drücken wollen. obwohl ich mich da nicht ausschließen würde, aber komisch ist es.

    ich könnte mir vorstellen, dass die gefühle mehr werden, wie auch das erleben. dass erschöpfung, übermut, die anderen schlechten gefühle, nicht die einzigen sind, sondern es eben mehr werden, wie werden nicht mehr verdeckt und dadurch wird das wahrer.

    aber ich denke, dass die identifikation mit gewohnheiten so eine sicherheit bietet und man auf keinen fall diese so einfach fallen lassen müsste (um glücklich zu werden). vielleicht waren die menschen früher wahnsinnig dissoziativ oder im durchschnitt zu größeren zahlen eben traumatisiert von ihrer vernachlässigung oder sonstwas und dass deshalb die leute sonen minutiös untergliederten jahresplan hatten, was die religion angeht, sich das überhaupt so lange auf die gleiche weise gehalten hat und die leute dieses festhalten daran auch nicht aufgeben wollten. oder sich mit den jahreszeiten immerwieder zu beschäftigen, hab da mal so kalender gesehen im internet aus dem mittelalter bzw, bilder halt, wo die jahreszeiten und was da getan wird jeweils genau dargestellt werden. hm.
    von daher können rituale schon bestimmt helfen.


    aber du meinst es verinnerlicht sich, wenn du es immerwieder liest zu anderen zeitpunkten?`irgendwann hast du überall in deinem kopf eine kopie davon? und die überlagern sich teilweise und so ist es immer tiefer eingraviert sozusagen?




    oh man, sogar hier merke ich das, es MUSS so sein, denke ich! Also Folgendes:

    Diese megakrasse Fokussieren auf irgendeinen Scheiß, der langweilig/neutral aber einfach ungefährlich und nebensächlich, zuerst unemotional ist, der kommt zustande, dadurch, dass alles andere drumherum gefühlsmäßig aufgeladen aber nicht anziehend, vielleciht gewährlich, naja, abstoßend, doch ist, das könnte so sein, oder? und er wird immer krasser, je mehr abstoßung drumherum vorhanden ist, stell ich mir vor.

    ich mag grad nirgendwohin posten es ist mir alles zu viel, ALLES zieht mich an, überall will ich hin. oder ist es das?

    ich merk zum beispiels chon immer beim mathelernen, wenn ich eben ohne medis daheim war und stundenlang einfach nur aus dem fenster geguckt habe. wie GERNE ich über alles nachgedaht habe. auér eben Mathe und wie SCHÖN es mir in diesem moment vorgekommen ist, wie sehr ich mich darauf konzentrieren konnte, also wie lange ich meine Gedanken danach richten konnte, den fokus aufrechterhalten konnte!

    wie in den geschichten, wo es heißt, die leute sind in gefahr und dann denken sie an etwas ganz schönes und das ist aber was ganz normales nur in dem moment kommt es ihnen so wundervoll vor.

    ich hab mir das früher immer so vorgestellt, vor anderthalb Monaten oder so:

    Dissoziation ist wie ein Punktlichtstrahler in der Dunkelheit, ein Lichtfleck, der wandert, aber von jemandem mit ruckeligem Arm gehalten.
    manchmal auch wie eine etwas breitere lichtquelle.
    hm es waren noch mehr bilder. oder- hm.
    also oft auch das gefühl auf einem friedhof zu stehen, umringt von steinen, zwei meter groß, mancmal klainer, rehts und links von mir, vorne, hinten und es ist sonnenuntergang ,also die lichtstrahlen fallen da durch. rechts und links neben mir ist je ein hoher stein. die steine sind auch das einzige, was es mit einem friedhof gemeinsam hätte. jedenfalls seh ich imemr nur durch die spalte zwischen den steinen, ich kann einen schritt vor gehen oder einen zurück und verändere jeweils meine sicht, die ich habe, aber nie sehe ich alles oder mehr als eben zwischen diesen spalten hindurch.

    adhs hab ich gedacht, wär wie ein magnetismus. manche dinge haben unerklärliche anziehungskräfte, andere stoßen unerklärlich ab, die ganze welt ist irgendwie aufgeladen, an einem tag hat man lust auf subway und isst da und man freut sich auch die ganze zeit immer auf den subway und dann hat man einfach nur zozasl lust auf asiasachen die es danaben gibt. jetzt nur als beispiel. aber keine ahnung, vielleicht verändert es sich ja unterschiedlich häufig, was anzieht oder abstößt. bezüglich manchen dingen belibt es vielleicht fast konstant. aber es ist eben die frage, ob die einen sachen nur deshalb so anziehen (von wegen reizoffenheit und begeisterbarkeit), weil ein haufen anderer sachen abstoßen und ihre abstoßungsenergie sich sozusagen aud die anziehungsmagneten als noch anziehender verlagert...

    es könnte garnicht alles neutral sein. dann wär man reizüberflutet, was tut man? man fokussiert? ein mehr von farben und formen, alles ist offen... hm da entstehen bestimmt unterschiedliche bedrohungs- o.ä. gefühle. irgendwann WIRD man bedroht, vielleicht ist es unterschiedlich, wovon zuerst?

    oder das ist blödsinn hier... ^^
    muss ins bett.

  5. #485
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: ADHS und Dissoziation

    Patty schreibt:
    Über "Heilung der Dissoziation" habe ich weder etwas gehört, noch gelesen.
    Dissoziation bedeutet eine Unterbrechung des Stroms des Bewusstseins, die Abspaltung von Gefühlen, Körperwahrnehmung und Emotionen, der Erinnerung, der Identität und der Wahrnehmung der Umwelt.
    Menschen mit dissoziativen Störungen leiden oftmals unter chronischen Körpersymptomen und sind ein Zeichen der Desintegration der Gesamtpersönlichkeit. Die Symptome sind hier das Ergebnis einer instinktiven Überlebensreaktion des Menschen und erzeugen Erregungs- oder Betäubungszustände.

    Aufgrund der vielen negativen Auswirkungen ist mein Ziel, dass diese "Überlebensreaktionen" nicht mehr notwendig sind. Ich möchte im "hier und jetzt" leben, wahrnehmen....
    Eine "Heilung" von Schutzreaktionen macht für mich keinen Sinn. Wenn man überhaupt von "Heilung" sprechen will, dann ist es die Integration aller Persönlichkeitsanteile, sich selbst wahrnehmen und annehmen können.

    Wenn ich keine Situationen mehr erlebe, die Alarm auslösen, dann werden auch diese "Schutzfunktionen" ihren Zweck verlieren....

    schnuppe schreibt:
    ...
    ich meine, es ist ja, wenn man, wie hieß das neulich so schön, "viele Dissoziationen in sich hat", dann kann man nicht einfach loslassen, weil man nicht da dran kommt, wo man alles lösen könnte, jedenfalls seltenst durch so ein gedicht.
    und es ist auch immer komisch, wenn andere einem ihre "wege zum glück" irgendwie verkaufen oder aufs ohr drücken wollen. obwohl ich mich da nicht ausschließen würde, aber komisch ist es.
    Damit hast du sicherlich Recht....

    Mir macht es jedoch Mut, dieses "Fühlen im hier und jetzt" zuzulassen.... Es gibt mir Kraft, mich auf meine innere Stimme zu verlassen, ob die nun aus dem Herzen oder dem Bauch kommt....
    Herz klingt für mich schön

    schnuppe schreibt:
    ....von daher können Rituale schon bestimmt helfen.


    aber du meinst es verinnerlicht sich, wenn du es immer wieder liest zu anderen Zeitpunkten?`irgendwann hast du überall in deinem Kopf eine Kopie davon? und die überlagern sich teilweise und so ist es immer tiefer eingraviert sozusagen?
    Rituale geben Sicherheit - Sicherheit reduziert die Alarmzustände - soweit bin ich deiner Meinung....

    Aber ebenso wie negative Sätze sich "eingravieren" so können sich auch positive Sätze einprägen. Und wenn sich etwas verinnerlicht, das Mut macht, dann finde ich das gut!
    Schließlich gibt es so etwas wie die "sich selbst erfüllende Prophezeiung"....

    LG
    Erika
    Geändert von 1411erika (29.04.2012 um 19:46 Uhr) Grund: Wort eingefügt

  6. #486
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Habe mich entschlossen, das hier wieder rauszunehnen, war mir doch zu privat. Habe jetzt einen Ratschlag bekommen. Ich frag an anderen Stellen weiter nach, in meinem Umkreis.

    Danke!

    Glaube da hab ich mir auch unnötig Sorgen gemacht, wenigstens der größte Teil der Sorgen war unnötig. Werd mich mal hier so zu Sicherheitsverhalten informieren.
    Geändert von schnuppe ( 1.05.2012 um 11:15 Uhr)

  7. #487
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    zlatan_klaus schreibt:
    Ist die Dissoziation überhaupt "heilbar"? Das Ich spaltet sich ja relativ früh schon in verschiedene Persönlichkeitsstrukturen ab und lässt je nach Umgebung die eine oder die andere zu.
    Muss man nun davon ausgehen dass mein Ich nun je nach Umgebung mein Leben lang zwischen sensibel und harter Persönlichkeitsstruktur "umswitcht"?
    Ich denke, man muss dabei drei Dinge unterscheiden:

    1. Die Ursache der Dissoziation bzw. die Ursachen, quasi die allerersten Auslöser und dann spielt auch eine Rolle, wann man im Laufe des Lebens dann noch dissoziiert. Je länger man gezwungen ist, zu dissoziieren, desto geringer wird der Anlass zu Dissoziation.

    2. Die Dissoziation selber. Wie sieht sie aus? Was passiert mit einem? Wie lange dauert sie? Es macht meiner Meinung nach einen Unterschied, ob man nur kurz weg ist oder über Tage/Woche/Monate in einem dissoziativen Zustand "lebt".

    3. Die Folgen der Dissoziation. Unter 1. hatte ich schon erwähnt, dass die Schwelle zur Dissoziation immer geringer wird. Irgendwann befindet man sich in einer Art ständigem Daueralarm. Das Slebstwertgefühl sinkt, die Anfälligkeit für Ängste und Depressionen wird größer, dies senkt wiederum die Dissoziationsschwelle... EIn Teufelskreis.

    Den dritten Punkt kann man eventuell heilen. Man kann das Selbstwertgefühl aufbauen, man kann herausfinden, welche Faktoren die Dissoziationen begünstigen, man kan sich sein Leben dementsprechend einrichten.

    Die Erfahrung der Dissoziation selber kann man allerdings nicht "auslöschen". Dieses Gefühl sich selber vollkommen verloren zu haben, neben sich zu stehen, keinen Zugang zu den eigenen Gefühlen zu haben, nicht zurück in den eigenen Körper zu können, keinen Zugang zu sich zu haben, den Kontrollverlust und die Angst dabei...
    Man kann lernen damit zu leben und diese Erfahrungen verarbeiten. Die Erinnerung wird bleiben.

    Zum ersten Punkt: Gerade bei traumatischen Erfahrungen (Missbrauch, Misshandlungen) müssen diese Traumata aufgearbeitet werden und ein "gesunder" Umgang damit erlernt werden.

    Bei ADHSlern schließt sich bei Punkt 1 der kreis zu Punkt 3. Mangelndes Selbstwertgefühl, die Angst erneut zu versagen, begünstigt die Dissoziation.

    Wobei ich denke, dass es unterschiedliche Arten der Dissoziation gibt, die noch lange nicht benannt, geschweige denn erforscht sind. Meiner Meinung nach ist die Dissoziation aufgrund eines traumatischen Ereignissen wie Missbrauch und Misshandlungen etc. eine andere Art der Dissoziation als die eher "erlernten" Dissoziationen, die eine Begleiterscheinung der ADHS sind.
    Das ist zumindest meine eigene Erfahrung und an manchen Stellen bei manchen Chaoten hier im Thread habe ich den Eindruck, dass es unterschiedliche Arten der Dissoziation gibt.

  8. #488
    Lysander

    Gast

    AW: ADHS und Dissoziation

    @ Schnuppe

    Das klingt nicht gestelzt und aufgebauscht. Du hast diese Person als bedrohlich empfunden und dann ist das so. Ich würde Dir jetzt gerne den richtigen Rat geben, kann das aber gar nicht, weil ich Dich nicht kenne und nicht dabei war. Deshalb vielleicht nur folgendes: Wenn man mit einem Menschen nichts zu tun haben will, hat man das Recht ihm das sehr klar und unmissverständlich zu sagen. Es ist auch nicht notwendig eine weitere Bedründung dafür zu liefern, selbst wenn diese Person das fordern sollte. Nach einer solchen Begegnung ist man keine Verpflichtung eingegangen. Du kannst sie also gar nicht verletzen, selbst wenn sie das vorgeben sollte.

    Wenn der Fall eintreten jemals eintreten sollte, dass jemand unbefugt in Deiner Wohnung war oder Du bedroht wirst, solltest Du die Polizei informieren.

    Aber das sind nur meine Ansichten aus der Ferne.
    Geändert von Lysander (30.04.2012 um 16:11 Uhr)

  9. #489
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    An Erika: Ja, das stimmt mit den Prophezeihungen! Die letzten Tage bin ich mit den Gedanken, was ich heute alles geschafft habe ins Bett gegangen, sehr erhebend, hab ich auch hier irgendwo im FOrum gelesen. :-) Also statt dass man immer über sich meckert, nicht?
    Was hältst du von Wand-Tatoos und in WOhnungen aufgehängten Sprüchen (tafeln, Bildern etc.)?
    Naja anderes Thema.

    Ich freu mich auf eine spannende nächste Woche wo ich das hier alles schön nachlesen kann, was ihr so in den letzten WOchen geschrieben habt. :-) Bin mich eigentlich schon die ganze Zeit am Freun aber immer kommen Unisachen dazwischen. naja naja...

    Schnuppe

  10. #490
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADHS und Dissoziation

    zlatan_klaus schreibt:
    Ist die Dissoziation überhaupt "heilbar"?


    Das ist schwer zu beantworten, aber nicht unmöglich.


    Bevor man sich aber mit der Frage überhaupt auseinandersetzt, sollte man zunächst einmal klären, was alles zusammenkommen muss, um Dissoziation in Gang zu setzen, flapsig formuliert, was macht einen für Dissoziation empfänglichen Menschen zu einem Meister der Dissoziation?

    Würde man sein eigens Gebabbel ernst nehmen, könnte man hier glatt zu der Auffassung kommen, dass man ein ADHS haben müsse, um zum „erfolgreichen“ Dissoziierer zu werden. Das ist mitnichten der Fall. ADHS zu haben macht es nur wahrscheinlicher und zwar um einiges wahrscheinlicher, immer wieder in Situationen zu geraten, die sich traumatisierend auswirken.

    ADHSler werden also vereinfacht gesagt, einfach häufiger mit traumatisierenden Situationen konfrontiert, was sie für Dissoziation als talentiert erscheinen lässt. Das muss mitnichten heißen, dass es ein Mensch ohne ADHS in Sachen Dissoziation nicht genauso weit bringen kann.

    ADHS zu haben sagt also über die Wahrscheinlichkeit, ein guter Dissoziierer zu werden überhaupt nichts aus.

    Allgemein lassen sich aber schon ein paar Züge dessen zusammenfassen, was für Dissoziation anfälliger macht.

    Erstens: Eine Sensibilität sollte vorhanden sein. Eine grundsätzliche, möchte man hinzufügen. Denn Dissoziation ist im Individuum prinzipiell mit dem Versuch verbunden, Sensibilität zu verringern, zu überspielen, -überbrücken, herabzusetzen. Ob das gelingen mag, steht auf einem andern Blatte. Der meist unbewusste Wunsch des Dissoziierenden ist es, weniger fühlen zu müssen. Man könnte den Wunsch, weniger fühlen zu müssen geradezu als Grundlage und Endziel der Dissoziation beschreiben.

    Das immer wieder beschriebene klinische Phänomen aller erfolgreichen Dissoziierer geht dahin, dass sie im klinischen Setting in der Tat als affektional abgeflacht erscheinen. Dies führt regelmäßig zu Diagnosen wie etwa einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung oder aufgrund der ausgewiesenen Affektarmut auch zu schizophrenen Diagnosen. Was diesen Diagnosen allenthalben gemein zu sein scheint, ist die Tatsache, dass sie an der Oberfläche betrachtet, also von den reinen Symptomen ausgehend als gerechtfertigt erscheinen, dass sie aber ihrer Tiefe nach betrachtet eben falsch sind. Es handelt sich um die hier bereits angesprochenen Als-Ob-Diagnosen. Also Als-ob etwas vorläge.

    Der klinische Diagnostiker geht von dem ihm dargebotenen Fall aus, also von den ihm dargebotenen Symptomen, die an der Oberfläche deutlich sichtbar sind. Sein Problem oder die Tragik des ganzen liegt darin begründet, dass der Diagnostiker mit dem Phänomen der Dissoziation nicht vertraut ist, also nicht weiß, dass der Dissoziierer nur als Wunschbild an der Oberfläche das Phänomen der Gefühlsverflachung/-losigkeit zu produzieren weiß, dass es sich aber in Wahrheit eben nicht um eine Gefühlsverflachung/-losigkeit handelt, sondern geradezu um das Gegenteil, nämlich um eine dissoziative Abwehrreaktion auf ein Zuviel, beides quantitativ wie qualitativ, an Gefühlen. So dass der solchermaßen Diagnostizierte in Wirklichkeit geradezu am Gegenteil dessen leidet, was ihm seinem oberflächlichen Erscheinungsbild gemäß bescheinigt wird.

    Zweitens. Intelligenz. Wer es im Bereich der Dissoziation zur Meisterschaft bringen will, braucht ein gewisses Maß an Intelligenz. Dass heisst nicht, dass nur Hochbegabte oder überdurchschnittlich intelligente Personen für Dissoziation anfällig werden. Dennoch bedarf es für die höheren Weihen der Dissoziation eines gewisses Ausmaß an Intelligenz (wer sich an dem Begriff stört, darf auch formulieren „Phantasie“), genauer gesagt an der Fähigkeit Gedanken zu bilden – das allein unterscheidet den zur Dissoziation Begabten noch nicht zu den zur Dissoziation Hochbegabten – sondern es muss noch etwas darüber hinaus dazukommen, nämlich die Fähigkeit, einen Gedanken für höher zu bewerten, das heisst in seiner Realität für wertvoller zu halten als ein Gefühl. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt bei der Dissoziation.

    Dissoziation im Kern bedeutet zunächst Abwehr von Gefühlen und dann in einem zweiten Schritt die Speicherung dieser Gefühle möglichst in einem Teil des Gehirns, das für das alltägliche Funktionieren keine Rolle spielt. Eine tiefe und weitgehende Dissoziation ist nur dann möglich, wenn die Abspaltung von Gefühl und Gedanke tatsächlich gelingt. Und wenn in diesem Spaltungsprozess dem Gedanken die höhere Daseinsberechtigung einberaumt wird.

    In Punkt Drei dieser Überlegung werden wir sehen, was passieren kann, wenn die Intellektualität des Individuums zu diesem Vorgang nicht ausreichend ist oder wenn sie prinzipiell zwar ausreichend ist, ein bestimmtes Gefühl allerdings dermaßen drängend und die Gesamtperson in Frage stellend auftaucht, dass die intellektuelle Abwehr zumindest in Teilen versagt. Bisweilen ist es bei der Dissoziation aber so, dass das andrängende Gefühl auf eine gewissermaßen einstudierte und automatisch ablaufende Form der intellektuellen Abwehr trifft. Und um diesen Vorgang zu einem „erfolgreichen“ Abschluss zu bringen, bedarf es prinzipiell des Überwiegens der intellektuellen Anteile in einer Person über die gefühlsmäßigen.

    Drittens. Infolge der oben getroffenen Feststellungen vermag es vielleicht den Anschein zu haben, dass intellektuell weniger hochstehende Personen der Dissoziation weniger ausgesetzt seien. Das ist jedoch nicht der Fall und wäre ein Missverständnis. Bei solchen Personen kommt es jedoch in einem wesentlich früheren Stadium zu einer ganz anderen Verlaufsform der Dissoziation. Demnach ein Gefühl nicht durch einen Gedanken bedrängt wird in der Zielsetzung, das Gefühl zu „besiegen“ und unter der Oberherrschaft des Gedankens einzuordnen. Sondern eine Verlagerung der Gefühle stattfindet.

    In der Regel wird in solchen Fällen auf ein andrängendes Gefühl nicht mit einem intellektuellen Vermeidungsverhalten reagiert, sondern mit der Umleitung des Gefühls in ein anderes, und das ist zumeist dasjenige der Aggression. Die Dissoziation ist also beim intellektuell geringer Stehenden keineswegs weniger ausgeprägt, verläuft aber in anderen Bahnen. Das unerwünschte Gefühl wird in einer Art Gefühlsreaktor sublimiert und eingeschmolzen und betritt die Oberfläche als Aggression.

    Der Sinn einer Dissoziation besteht darin, zwischen dem andrängenden Gefühl und der Weise dieses zu verarbeiten, damit umzugehen, eine Spaltung herbeizuführen. Psychologisch ausgedrückt verbietet es sich der Dissoziierer ein Gefühl auf seine Ursache zurückzuführen, sondern spaltet dieses ab und transponiert es in ein anderes, in der Regel stärkeres und ihm vertrauteres Gefühl, in unserem Fall dasjenige der Aggression. Die Folge dessen ist die Projektion der Aggression auf einen potentiellen Aggressor.

    Es ist der Witz der Dissoziation, dass die Adresse der Aggression gespalten ist von der Adresse der Ursache des Gefühls, das durch das Gefühl der Aggression abgespalten werden musste. Dieser Vorgang betrifft generell auch intellektuell Höherstehende, und dissoziativ mehr Geübte, wenn das antreffende Gefühl in Qualität und Quantität eine durch intellektuelle Rationalisierung nicht mehr handhabbare Form der Dissoziation zulässt.

    Viertens. Traumatische Einübung. Der dissoziativen Persönlichkeit, das ist wichtig festzustellen, erscheint Traumatisierung nicht als temporär auf ihn einstrahlendes Phänomen, das dann und wann vorzukommen pflegt. Der dissoziative Charakter befindet sich in einer Art Dauertraumatisierung und infolge dessen in einer Dauertraumatisierung-Abwehr. Deswegen müssen wir bei schwer Dissoziierten nicht von Menschen sprechen, die beispielsweise ein ADHS haben und darüber hinaus noch eine Dissoziation, wir müssen ausgehen von einem dissoziativen Charakter.

    Das heisst, dass die Dissoziation einen Großteil dessen übernommen hat, was diese Person nach außen hin noch darstellen kann. Oder anders formuliert: nach außen hin erscheinen nur noch Fragmente dieser Person.

    Ein Grossteil der Tragik dieser Personen spiegelt sich im Alltag dadurch wieder, dass sie prinzipiell versuchen, die Fragmente ihrer Person wieder zu einer Einheit zu fügen. Es handelt sich dabei um einen Widerspruch in sich, denn sie haben die Dissoziation ja gerade deshalb als Möglichkeit für sich verinnerlicht, um fragmentiert überleben zu können.

    Der Wunsch des dissoziierten Fragmentierten nach einer ganzen Persönlichkeit kann geradezu mythische Dimensionen annehmen. Viele suchen ihr Heil in allen möglichen Religionen und Philosophien, andere versuchen mit Drogen, Medikamenten und Alkohol die Lücke zuzumachen, die zwischen den Abspaltungen besteht.

    Im vollendet Dissoziierten besteht also ein dermaßen Eingeübtsein in der Dissoziation, dass sie mit seinem Charakter als untrennbar verwoben erscheint. Dass hier eine prinzipiell gespaltene Person auf eine prinzipiell ganze des Therapeuten stößt, muss ja geradezu zu Missverständnissen führen. Zu diesen Fehldiagnosen kommt es wohl immer dann, wenn der Therapeut das ihm präsente Fragmentierte für eine ganze Person hält. Und die Defizite von dieser dann abziehend in seine Diagnose ursächlich mit einfließen lässt.


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