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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #451
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: ADHS und Dissoziation

    lhoeft schreibt:
    @ Derrick:

    Ich habe das Gefühl das die Konstruktion deiner Umwelt und deines selbst auf Grund von Prämissen, die ich nicht teilen würde zu Widersprüchlichkeiten und vielleicht auch zu einem Teil deiner Probleme führt. Zunächst scheint mir das du in einem Rausch der Relativierung vergisst das du konsequenterweise die Sprache "mitreißen" müsstest. Du verwendest Begriffe wie Affekt, Ratio, Verarbeitung, ich, es etc, als wären sie Bausteine einer ansonsten komplett dekonstruierten und zersplitterten Welt mit Hilfe derer es gilt ein Wahrnehmungsschema zu erzeugen das deine Erfahrungen nach einem Muster ordnet mit Hilfe dessen du deine Handlungen erfolgreich daran ausrichten kannst. Allerdings lässt sich bezweifeln, dass man Ratio und Emotion (um Beispiele zu nennen) überhaupt trennen kann (ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen aber ich glaube das wird aus der wissenschaftlichen Perspektive so auch nicht mehr aufrechterhalten). Ebenso sind Wahrnehmung, Verarbeitung und Speicherung als Begriffe derart entgrenzt dass sie eines handhabbaren Inhalts fast entbehren. Mir hilft es immer die eigenen Probleme nicht auf solche Art in die Philosophie zu ziehen, weil mit zunehmender Abstraktion meist Prämissen gesetzt werden die dazu führen das die Probleme die man am Ende diskutiert mit der eigenen Realität nichts mehr zu tun haben.
    Hi Leo,

    eigentlich wollte ich mit meinem ganzen Text nix anderes als das von Dir gequotete aussagen! Ehrlich! Ich hab mich dabei ertappt, wie ich mich zerpflücke und fragmentiere und verliere! Es ist aber gut gleich von Dir erklärt zu bekommen, dass ich im Rahmen des Aufarbeitens und des Beschreibens dieses einen heiligen Augenblicks der Klarheit praktisch automatisch wieder im alten Gefängnis lande!

  2. #452
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 243

    AW: ADHS und Dissoziation

    Echt toll Eure beiden Beiträge. Manchmal muss man auch etwas zerpflücken, um beim Einfachen und Naheliegenden anzukommen.

    Es ist doch unbeschreiblich, wie sich hier wildfremde Menschen mit einem Thema beschäftigen, dass ich zumindest mit nur sehr wenigen in meiner Umgebung teilen kann. Die meisten Leute haben von ADS im Erwachsenenalter keine Ahnung und können sich auch die Tiefe der Problematik nicht recht vorstellen, warum auch. Ich bin eine Exotin und habe mich langsam daran gewöhnt.

    Rosenmädchen

  3. #453
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: ADHS und Dissoziation

    In letzter Zeit war ich hier mit dem Lesen nicht mehr hinterhergekommen. Doch dieses Thema hat in mir beim Lesen der einzelnen Beiträge immer wieder neue Gedanken hervorgerufen und diese muss ich jetzt unbedingt mal wieder loswerden, sonst leide ich an dem bekannten Kopfkarussell. Jetzt ist einiges zusammengekommen worüber ich nachgedacht habe, und hoffentlich drücke ich mich jetzt nicht verwirrend aus.


    Auch aufgrund des Buches, welches ich gerade lese, „Glück kommt selten allein“ von Dr. med. Eckart von Hirschhausen – (der sich bekanntlich bzgl. seines ADHS geoutet hatte), wurde mir wieder einmal deutlich, dass ein Trauma nicht immer zu langfristigen depressiven Gefühlen oder psychischen Erkrankungen führen muss.
    Im Gegenteil, meistens gelingt es einem sogar, das Glück aufgrund eines Traumas, später überhaupt erst empfinden zu können (vermutlich hat mich auch eine schwere Erkrankung in meiner Jugend, die ich überwunden hatte, erst dazu befähigt).

    Hirschhausen schreibt jedenfalls sehr humorvoll sinngemäß, dass man nur dann etwas von seinem Schicksalsschlag hat, wenn auch die Ressourcen und die Chancen vorhanden sind, daraus etwas zu lernen (was bei kleinen Kindern in dieser Form wohl noch nicht möglich ist), denn dazu ist die intellektuelle Fähigkeit notwendig, sich in Gedanken neben sich zu stellen und zu fragen: Wo ist die andere Seite der Medaille?
    Ich meine das trifft vermutlich nicht auf viele kleine Traumen zu, die durch das Verhalten unserer Mitmenschen ausgelöst wurden und von denen wir aufgrund unseres AD(H)S häufiger betroffen sein können. Diese sind wohl ein viel größeres Problem und in diesen Fällen wird die Suche nach der Kehrseite der Medaille vermutlich sehr erschwert.

    Wie ich hier immer wieder lese, fällt es vielen schwer, wieder aus ihrem Tief herauszukommen, obwohl sie wohl immer wieder den für sie richtigen Weg suchen und ihre innere Stimme sendet dann oft dazu noch falsche Signale.
    Mir ist natürlich bewusst, dass ich mit meinen wenigen Sätzen daran wohl nicht viel ändern kann, aber vielleicht tragen sie zumindest bei einigen zu einem ganz kleinen Teil zu einer weiteren Erkenntnis bei und können ein ganz kleines Bisschen helfen.
    Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass meistens nicht das AD(H)S an sich diese psychischen Schmerzen auslöst, sondern dass vielleicht hauptsächlich die Situationen in der Kindheit einen großen Anteil daran haben und die dann aufgrund der dadurch erzeugten Unsicherheit die Probleme als Erwachsener erst richtig zum Ausbruch kommen lassen.
    Immerhin sind wir meistens von AD(H)S-Betroffenen Eltern erzogen worden, die vielleicht sehr uneinheitlich auf unser Verhalten reagiert – oder je nach eigener Belastung sehr unterschiedliche Meinungen und Stimmungen, vertreten haben, sodass es schwer war, herauszufinden, wie man sich nun eigentlich verhalten sollte.
    Am meisten belasten Kinder bekanntlich Aggressionen, die ja auch bei impulsiven Eltern vorkommen können. Das alles würde dann auch im Erwachsenenalter eine große Verunsicherung und starke psychische Belastungen zur Folge haben.

    Dies ist natürlich nichts Neues, aber ist wirklich immer das eigene AD(H)S hauptsächlich an den Problemen schuld? Wenn nicht, dann haben wir doch gute Chancen uns mehr zu vertrauen.
    Mir kam dieser Gedanke, weil ich mich trotz meines AD(H)S eigentlich fast immer auf meine innere Stimme verlassen konnte und mich daher in einige Berichte hier nicht einfühlen konnte. In meiner Kindheit waren allerdings die Werte, die mir von meiner Mutter und meinen Großeltern vermittelt wurden, fast immer gleich. Meinen Vater lernte ich erst als Erwachsene kennen und ich dachte zu diesem Zeitpunkt, dass es ein Glück für mich war, dass er mich als Kind nicht verwirren konnte. Er zeigte sehr deutliche Anzeichen eines ADHS, war extrem impulsiv und konnte nur schwer eingeschätzt werden, weil er ständig widersprüchliche Signale aussandte.
    Außerdem kann ich mich gut erinnern, dass ich bereits als Kind, die Fehler der anderen Kinder, aber auch die meiner Lehrer oder Mutter, schnell registriert hatte, wodurch ich alles Negative nicht immer nur auf mich beziehen musste.

    Oft können die meisten von uns zwar ihr Verhalten nicht so gut steuern und fühlen sich dazu noch unsicher, aber wir haben doch fast immer einen sehr guten Blick, wenn andere sich fehlerhaft verhalten. Das ist zumindest mein Empfinden, denn ich habe das auch oft bei anderen mit einem AD(H)S beobachtet. Ich kann mich natürlich auch irren.
    Wenn das aber tatsächlich zutrifft, dann sollten die von einem AD(H)S-Betroffenen, vielleicht doch lernen, sich mehr auf die innere Stimme zu verlassen, bzw. sie überhaupt erst einmal wahrzunehmen.
    Wenn ich aufgrund von Verletzungen doch einmal bzgl. meiner eigenen Gefühle unsicher bin, dann frage ich mich manchmal, was ich in solchen Situationen anderen raten würde, also ich spalte mich kurz einmal von mir ab.

    Vermutlich geht es denjenigen am schlechtesten, die die meisten (falschen) Therapien über sich ergehen ließen, weil sie sich dadurch ständig mit ihren psychischen Schmerzen beschäftigen mussten, jedenfalls bei solchen Therapien, bei denen die Schutzmechanismen aufgerissen wurden.

    Was hier an einer Stelle über Psychiater geschrieben wurde (dem ich zum großen Teil zustimme – aber auf keinen Fall immer), trifft meiner Meinung nach auch auf die meisten Psychologen, Sozialpädagogen und noch auf so einige andere ähnliche Berufsgruppen zu.

    Natürlich beschäftigt man sich eher mit den psychischen Problemen anderer, wenn man selbst (vorsichtig ausgedrückt) „Andersartigkeiten“ an sich feststellt.

    Wenn man dagegen selbst den Drang verspürt, über seinen Kummer zu reden oder zu schreiben, dann ist das wohl der richtige Zeitpunkt, sich damit zu beschäftigen.
    Gute Freunde, die dann mitfühlend zuhören können, ohne dabei ständig die falschen Ratschläge zu geben (denn was für den einen richtig ist, kann für den anderen ganz falsch sein), sind vermutlich die besten „Therapeuten“ und auch dieses Forum hilft vermutlich weitaus mehr, als die meisten Therapien.

    Offenbar haben Menschen, die große Traumen erlebt haben, diese ohne Therapien oft sogar besser überstanden, als mit Hilfe von Psychologen (das habe ich nur gelesen – ob es stimmt, das weiß ich nicht, aber es erscheint mir logisch). Warum wirken eigentlich die Menschen in den Gegenden, in denen Katastrophen passieren, nach Jahren oft glücklicher als zum Beispiel wir hier in Deutschland?

    Von Natur aus gibt es bereits in den meisten Fällen Heilungsmechanismen und die Psyche lässt oft nur das an die Oberfläche, was man gerade noch ertragen kann.

    Daher halte ich die Fähigkeit, zu dissoziieren oder Dinge zu verdrängen, für sehr wichtig.

    Am Wichtigsten scheint es mir (wie immer), dass wir uns nicht zu viel (auf jeden Fall jedoch nicht zu einseitig) mit unseren Problemen beschäftigen sollten, sondern zum Ausgleich auch an die angenehmen Seiten des Lebens und an die Vorteile denken, sonst haben wir wohl keine Chance auf eine psychische Gesundheit.
    Darum wollte ich meine Gedanken noch einmal schreiben, denn:
    „Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe deiner Gedanken an“.
    Das stammt von Marc Aurel, steht auch in dem Buch und dieser Satz trifft genau das, was ich ausdrücken wollte.

  4. #454
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633

    AW: ADHS und Dissoziation

    Es gibt bei Thomas Mann im Tod in Venedig eine Formel, die das von Derrick angesprochene Phänomen der Gespaltenheit recht gut zusammenfasst:

    "Glück ist der Gedanke der ganz Gefühl, ist das Gefühl, das ganz Gedanke werden kann."

    Diese Glückserfahrung fällt bei Derrick und einigen anderen im Thread aus. Aufgrund ihrer Gespaltenheit (Dissoziation) kommt es eben nicht dazu, dass sich die beiden Bereiche Gedanke und Gefühl zu dieser Glückserfahrung verbinden.

    Das ist für mich die Quintessenz der Posts von Derrick.

  5. #455
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    Celine schreibt:
    Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass meistens nicht das AD(H)S an sich diese psychischen Schmerzen auslöst, ....
    ...
    Dies ist natürlich nichts Neues, aber ist wirklich immer das eigene AD(H)S hauptsächlich an den Problemen schuld?
    Das ist ein wenig wie die Frage nach dem Huhn oder dem Ei ...
    Sicherlich ist ADS nicht primär die Ursache für ein Problem, aber vielleicht der Nährboden?
    Das Problem mag nicht das ADS an sich sein, wohl aber der Umstand, dass ADS'ler einfach nicht oder nicht mehr oder nur schwerer, ins System/ die Gesellschaft/ passen und ihre Kompensationsstrategien einfach wesentlich mehr Kraft kosten, als es sinnvoll ist:


    100 nahezu baugleiche Autos fahren auf der Landstraße mit 100Km/h.
    95 rollen dabei gemütlich im 5.Gang mit geringer Drehzahl vor sich hin, aber bei 5 Autos fehlt der 5.Gang und sie müssen mit Vollgas im 4. fahren, um mitzuhalten, weil halt alle 100 fahren.

    Man kann davon ausgehen, dass die 95 die Strecke seehr lange durchhalten, denn sie fahren mit dem geringsten Verbrauch und dem geringsten Verschleiß, wunderbar wirtschaftlich und materialschonend, während unsere 5 "anderen" mit Vollgas die Kolben quälen und obendrein viel mehr Sprit saugen, so dass ihnen entweder selbiger auf halber Strecke ausgeht oder der Motor ausgebrannt ist.

    Dummerweise wissen die 5 ja nicht einmal, dass die anderen einen 5.Gang haben, denn sie können ja nicht in die anderen reinschauen, sondern sie sehen, dass sie alle nahezu gleich aussehen und versuchen natürlich mitzuhalten, koste es was es wolle, denn die anderen fahren ja auch 100, also muss man selber das doch auch können, ist ja logisch.

    Nun kann man ja sagen: "Na fahr halt langsamer, das schont den Motor "...
    Der fehlende 5. Gang ist nicht Ursache für den Motorschaden, bzw. den hohen Sprtverbrauch, sondern die Tatsache, dass ich Vollgas fahre.

    Genauso ließe sich sagen, dass das ADS hier nicht die Ursache des Problemes ist, sondern die permamente Überforderung, weil der/ die ja ständig Vollgas fährt

    Zwar ist die Ursache primär die Überforderung, aber die kommt nur zu stande, weil das ADS dahinter liegt.

    Der fehlende 5. Gang macht es mir nicht unmöglich, 100 zu fahren, ist jedoch die Ursache für die unsägliche Anstrengung, mitzuhalten und die daraus resultierenden Folgeschäden.
    Das Eine zieht das Andere mit sich.

    Dissoziation ist, soweit ich das verstehe, kein Privileg für vorausgegangene Traumata, das ist nur ein Grund, sondern kann auch dann eintreten, weil man z.B. gerade völlig reizüberflutet ist.
    Die Wahrnehmung wird derart überfordert, dass das Gehirn keinen anderen Ausweg sieht, als abzuspalten, weil ansonsten der Supergau droht.

    Insofern liegt das Problem sicher in der Dissoziation als solche, sie würde aber ohne ADS nicht auftreten, womit sich ADS wiederum als ursächlich betrachten ließe.

    Aber natürlich hat das Umfeld einen großen Einfluss darauf, wie sich das Ganze entwickelt, das zeigen ja ganz deutlich all die ADS'ler, die ohne Probleme durchs Leben gehen.

    LG
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein (24.04.2012 um 10:51 Uhr) Grund: einen Fehler finde ich doch immer ...

  6. #456
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: ADHS und Dissoziation

    Heidenei. Dieser Tread überrollt mich genauso wie die Erkenntnis dass er mich was angeht. Ich hinke da ungefähr drei Jahre der Selbsterkenntnis hinterher hab ich den Eindruck ... wir sollten das mal zusammenfassen und ein Buch drum machen Leute ...

    Meine Psychotherapeut hat mir nun EMDR empfohlen .... keine Ahnung was ich davon wieder halten soll.
    Geändert von Wildfang (24.04.2012 um 09:41 Uhr) Grund: Sinnentstellender Dreher

  7. #457
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.120

    AW: ADHS und Dissoziation

    Celine schreibt:
    Oft können die meisten von uns zwar ihr Verhalten nicht so gut steuern und fühlen sich dazu noch unsicher, aber wir haben doch fast immer einen sehr guten Blick, wenn andere sich fehlerhaft verhalten. Das ist zumindest mein Empfinden, denn ich habe das auch oft bei anderen mit einem AD(H)S beobachtet. Ich kann mich natürlich auch irren.
    Wenn das aber tatsächlich zutrifft, dann sollten die von einem AD(H)S-Betroffenen, vielleicht doch lernen, sich mehr auf die innere Stimme zu verlassen, bzw. sie überhaupt erst einmal wahrzunehmen.
    Wenn ich aufgrund von Verletzungen doch einmal bzgl. meiner eigenen Gefühle unsicher bin, dann frage ich mich manchmal, was ich in solchen Situationen anderen raten würde, also ich spalte mich kurz einmal von mir ab.

    .
    da denke ich inzwischen auch, wieder mehr seiner eigenen Intuition oder wie oft gesagt wird dem Bauchgefühl zu vertrauen , das was ich spüre zulassen ...

    ... aber wenn ich da so daran denke, das das meist in frühester Kindheit mehr oder weniger "mundtot " gemacht wurde , lächerlich, was du wieder denkst,fühlst siehst, was du für eine Phantasie hast ... erzähl keine Lügen... Ergebnis, wenn das auf Dauer passiert, wie soll man da anders als zu dem Ergebnis kommen ich bin falsch , ich Kind = dumm, die anderen Erwachsen = haben recht ...

    ...da wundert es mich nicht wenn dann zu dissoziieren anfängt ...

    ...und da jetzt im Erwachsenenalter dieses abgespaltene wieder gemeinsam zu spüren ... da denke ich auch wird vieles viel zu isoliert gesehen , als das gesamte, wenn ich so überlege , wasr der damalige Hausarzt gar keine schlechte Variante, er kannte die Kinder und die Familien , die Umstände von Anfang an ... hatte meist nicht nur die Funktion als Arzt, auch als Seelsorger (fällt jetzt kein anderer Name dazu ein ) ...

    ...und heute , da wird alles getrennt behandelt und gesehen, na wenn das nicht auch eine Abspaltung ist im Gesundheitssystem ????

  8. #458
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegerlein schreibt:
    Das ist ein wenig wie die Frage nach dem Huhn oder dem Ei ...
    Genau das habe ich mich früher immer wieder gefragt und glaube seit einigen Jahren, dass alles zusammen eine Rolle spielt (natürlich individuell in unterschiedlichem Ausmaß).

    Dissoziation ist, soweit ich das verstehe, kein Privileg für vorausgegangene Traumata, das ist nur ein Grund, sondern kann auch dann eintreten, weil man z.B. gerade völlig reizüberflutet ist.
    Das denke ich ganz genau so. Dieses Thema beinhaltet so viele Aspekte und die Dissoziation kann so verschiedenartig sein, dass einem beim Denken der Kopf schwirrt.

    Aber natürlich hat das Umfeld einen großen Einfluss darauf, wie sich das Ganze entwickelt, das zeigen ja ganz deutlich all die ADS'ler, die ohne Probleme durchs Leben gehen.
    Das stimmt - aber natürlich kommt es auch darauf an, wie stark man von dem AD(H)S betroffen ist. Manchmal hilft wohl auch ein günstiges Umfeld nicht allein und ganz ohne Probleme wird ein AD(H)S sich wohl auch im besten Fall nicht auswirken.
    Ich gehöre nicht zu denen, die ein AD(H)S nur als Gabe sehen. Das wäre genauso falsch, wie es nur als Krankheit zu betrachten. Dazwischen sind jede Menge Abstufungen möglich.
    Obwohl ich den größten Teil meines Lebens fast ohne Probleme durch mein Leben gegangen bin, denke ich doch, dass es auch in den günstigsten Fällen Einschränkungen und Schwierigkeiten gibt......nur ein starker oder häufiger Leidensdruck oder eine Dissoziation, die sich manchmal mit schmerzhaften Gefühlen meldet, muss damit wohl nicht unbedingt immer verbunden sein.

    Es gibt zum Beispiel viele Dinge, bei denen ich nur sehr unterdurchschnittliche Leistungen erbringe, die möglicherweise sogar aufgrund einer Abspaltung fast verkümmert sind. Das störte mich allerdings weniger, weil bei mir auf der anderen Seite auch überdurchschnittliche Begabungen vorkommen.
    Wenn man mit denjenigen, die nicht von einem AD(H)S betroffen sind, in einem Team zusammenarbeiten könnte und alle sich mit Verständnis und Hintergrundwissen so akzeptieren würden, wie sie sind, dann könnten bei der Arbeit fantastische Resultate herauskommen. Das passiert glücklicherweise auch gelegentlich, aber viel zu selten, weil alle sich immer nur an der Norm orientieren. Was ist den eigentlich normal?
    Ich habe jedenfalls noch nie jemanden getroffen, der in meinen Augen immer nur normal war.
    Man ist auch nicht nur intelligent oder nur dumm. Der folgende Link ist zwar nicht der Beste und Neueste (habe garade keinen anderen gefunden), gibt aber Denkanregungen: Intelligenz: Dumm und schlau gesellt sich gern - Wissen | STERN.DE

    Es muss also alles sehr differenziert betrachtet werden und wir neigen meistens dazu, immer eine einzige Wahrheit finden zu wollen.

    Jetzt möchte ich aber nicht missverstanden werden. Natürlich brauchen mindestens drei Prozent derjenigen mit einem AD(H)S eine Behandlung und es gibt natürlich ganz bestimmte Kriterien, um die Diagnose zu stellen, doch es gibt nach meiner Ansicht so viel mehr Betroffene, als nur die drei bis fünf Prozent, die ebenfalls lernen müssen, mit ihren Einschränkungen umgehen zu können und die dann auch ihre Dissoziationen verstehen sollten - wie auch immer sie bewertet werden oder welche (positive oder negative) Auswirkungen sie haben.
    Abschließend möchte ich wieder schreiben, dass ich es ganz wichtig finde, dass man sich nicht immer nur mit seinen Einschränkungen und krankhaften Auswirkungen beschäftigen sollte, sondern auch mit seinen Begabungen und seinen positiven Seiten. Andernfalls bliebe einem nur noch eine Depression. Man kann sein AD(H)S nicht beseitigen - nur mindern und muss sich deshalb trotz allem doch annehmen können und das Beste daraus machen, selbst wenn man unter einer starken Ausprägung leidet oder unter ungünstigen Bedingungen lebt.


    Dori schreibt:
    ...und heute , da wird alles getrennt behandelt und gesehen, na wenn das nicht auch eine Abspaltung ist im Gesundheitssystem ????
    Du sprichst mir aus der Seele!

    Nachtrag: @Wildfang - Das finde ich auch:
    ... wir sollten das mal zusammenfassen und ein Buch drum machen Leute ...
    Geändert von Celine (24.04.2012 um 18:43 Uhr) Grund: Nachtrag

  9. #459
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 676

    AW: ADHS und Dissoziation

    Zum Thema "Buch"

    Damit gehe ich ja auch schon lange "schwanger". Wobei es bei mir eher eine Art "Reisetagebuch" wäre, besser wäre natürlich eher eine Art Comic.

    Es müsste ja eine subjektive Darstellung und nicht eine deskriptive Psychopathologie sein.

    Bei mir wären Reisestationen ohne Anspruch auf Vollständigkeit :

    Bad Bramstedt
    San Franzisko
    Lenzburg
    Salzburg
    Mainz
    Esslingen
    Bad Bodenteich
    Berlin
    Überall
    Nirgends
    Müden an der Aller
    hier und da

    Es wäre eine Reise zum Thema ADHS und / oder Dissoziation (K)ein Reisebericht von und zurück

  10. #460
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.601

    AW: ADHS und Dissoziation

    Das denke ich schon die ganze Zeit:

    Wildfang schreibt:
    Dieser Tread überrollt mich genauso wie die Erkenntnis dass er mich was angeht. Ich hinke da ungefähr drei Jahre der Selbsterkenntnis hinterher hab ich den Eindruck ... wir sollten das mal zusammenfassen und ein Buch drum machen Leute ...
    Ein Buch, das jeder Therapeut gelesen haben muss, sich auf die Erkenntnisse einlässt, bevor (!) er überhaupt einen von uns behandeln darf.


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