Seite 45 von 124 Erste ... 4041424344454647484950 ... Letzte
Zeige Ergebnis 441 bis 450 von 1237

Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #441
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADHS und Dissoziation

    Iliosakralgelenk / obwohl ich in der jugend leistungssport gemacht habe
    (auch darauf bedacht, nicht einseitig zu trainieren; disfuktion rücken/bauch)
    habe ich heute mit der hüfte probleme - meine gelenke sind beide verrenkt auf einer seite mehr
    als auf der anderen (die kann man wieder ent-rencken) - mein oberkörper ist leicht routiert und schräk.
    ... aber, was hat adhs mit der muskulatur zu tun?

    sorry, off topic.

  2. #442
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 676

    AW: ADHS und Dissoziation

    Sehr viel. Leider schmerzt meine Hüfte bzw. Kniegelenke seit einem Gespräch mit einer sehr netten KGlerin in Kukuk wie Hölle. Fühle mich sehr sehr alt und eigentlich müsste ich derzeit regelmässig Ibuprofen oder so nehmen. Was ich aber vergesse, bzw. eben den Weg zum Schrank oder hier in der Klinik zur Medizin Zentrale eher meide...

    Nur weil die KG mich mal wieder auf meine muskuläre Dysbalance aufmerksam gemacht hat (einschliesslich fast immer bei ADHSlern zu findende funktionelle Beinlängenverkürzung). Ist zwar off-topic hinsichtlich Dissoziation, aber diese "soft-signs" von neurologischen bzw. muskulären Abweichungen der Regulationsdynamik sind eben sehr typisch für ADHSler.

  3. #443
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 243

    AW: ADHS und Dissoziation

    Genau das sehe ich auch so Hirnbeiß, es geht um das Begreifen von etwas sehr Natürlichem, nämlich einer neuen Dimension des Denkens und Verstehens.

    Wenn ich davon ausgehe und das tue ich auf jeden Fall, dass die Natur grundsätzlich nichts Falsches tut, sondern alles Entwicklung zu etwas Höherem hin bedeutet, dann kann dieses vom Menschen erzeugte Störungsbild nicht exisistieren, wenn wir es nicht selber erzeugt haben. Also chemisch, durch Impfstoffe oder anderem...also wenn ich davon ausgehe, dass Dissoziation ein Schutz vor für ihn umöglichen Lebensbedingungen bedeutet, dann muss das Gehirn erst einen Weg finden, seinen Träger aus der Misere zu helfen. Das ist Evolution pur.

    Ich habe durch die letzten Krisen, die ich aber mit Medikamente sehr gut gemeistert habe, erkannt, dass es dieses Ich nur im Verbund und Austausch mit den Anderen und der Umgebung geben kann. Und es geht um Abgrenzung und Neuorientierung. Also ich musste letztendlich altes Terrain verlassen, alte Beziehungen zurücklassen, meinen Beruf, mein Haus und und und, um einem sehr undurchsichtigen und schädigendem Lebenssystem auf die Schliche zu kommen, indem ich fürchterlich verstrickt war. Der Dreh und Angelpunkt war, keinem die Schuld zu geben und Niemandem böse sein zu müssen. Es ging einfach nur um Abgrenzung und dem Fühlen, ja das bin ich und ich kann mich bewegen und mich schädigenden Einflüssen entziehen...Ich sehe die anderen, wie sie rudern und verstrickt sind und kann sie ihren Weg gehen lassen, ohne mich schlecht zu fühlen oder ihnen zwanghaft auf die Sprünge helfen zu müssen...es ist, wie es ist.

    Ich habe viel von meiner und der Angst des Mitmenschen verstanden, vom blinden Sicherheitsbedürfnis und vom Festhalten an alten Pfründen. Ich glaube, dass wir in einem eigenem "Gedankenkorsett" stecken, jeder seine eigene einzigartige Vorstellung vom Sein hat und sich entscheidet sich dem Fluss des Wachsens hinzugeben oder festecken zu bleiben.

    Sich in eine neue Dimension des Seins hinein zu begeben, dass Bestehende nicht mehr so bierernst zu nehmen, Niemanden zu verteufeln, oder auf Podeste zu stellen, sondern die Gedanken Anderer zu nutzen und sie mit in den eigenen Diskurs aufzunehmen, ist doch geistige Evolution und hilft, auf eine neue Ebene des Seins zu gelangen. Dem Menschen geht und ging es in seiner ganzen Geschichte immer um Schaffung besserer Lebensbedingungen, weil er grundsätzlich sehr empfindlich und angreifbar ist. In vielen Sparten ist es uns doch schon gelungen, siehe Technik, Medizin, Verkehr...unsere Bedingungen gegenüber der oft gnadenlosen Natur zu verbessern.

    Nun ist unsere Spezies an einem Punkt angelangt, an dem die pure Willenskraft nicht mehr ausreicht. Nun geht es darum , das Ganze zu verstehen, was natürlich auch ein Willensakt ist, es geht um eine neue Wachheit und ein neues Darüber-denken, weg von Feindbild, weg von der Urschuld, weg vom Neid, vom Hass, weg vom Horten und dem Wahnsinn vom angeblichen Individualismus, oder das einem jemand was will...Es ist einfach egal...und nur eine Illusion unseres unsortierten Seins.

    Dieses steinzeitliche Besitz- und Territorial -gehabe hat uns oft an den Rand gebracht und elend viel Leid und Schmerz gebracht. Es gilt keinen Vorwurf zu machen, denn unsere Vorfahren haben auch schon alles getan um aus dem Schmerz herauszukommen und ihren Kindern bessere Bedingungen zu schaffen. Ich würdige diese Bemühungen zutiefst und möchte von ihnen lernen. Und das Gehirn kennt kein Gut und Böse, es tut das was wir ihm auftragen. Wie wir es nutzen, ist uns überlassen.

    Deswegen finde ich es sehr gut, das web4haelth hier die Dissothematik und emoflex diese Technik reingebracht haben. Es sind für mich alles Steine und wunderbare Anregungen, die Arbeitsweise meines seltsamen Gehirns langsam begreifen zu lernen und wie vielfältig und variabel es arbeitet. Um am Alten festzuhalten, dissoziiere ich, mein Gehirn hilft mir die überholte Denkweise zu überdauern, meinen Unwillen und Unfähigkeit eine neue Denkrichtung anzunehmen und wartet, bis etwas Besseres gefunden wurde oder sich die Bedingungen verändert haben.

    Liebe Grüße
    Rosenmädchen

  4. #444
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    rosenmädchen schreibt:
    Wenn ich davon ausgehe und das tue ich auf jeden Fall, dass die Natur grundsätzlich nichts Falsches tut, sondern alles Entwicklung zu etwas Höherem hin bedeutet, dann kann dieses vom Menschen erzeugte Störungsbild nicht exisistieren, wenn wir es nicht selber erzeugt haben.
    Vielleicht tut sie nichts grundsätzlich Falsches, aber dennoch experimentiert sie, (natürlich ist das metaphorisch, denn die Natur ist ja kein Wesen, das mit einem Baukasten spielt).
    Aber sie hat in der Vergangenheit oft experimentiert und am Ende zeigt sich, wer die besseren Strategien/ Anlagen hat, um zu überleben.
    Der Neandertaler hat sich gegenüber dem Homo Sapiens nicht durchgesetzt, er ist ausgestorben.
    Er wurde nicht ausgerottet, er hat einfach nicht die nötigen Anlagen gehabt, um den neuen Anforderungen ausreichend gerecht zu werden und ist langsam von der Bildfläche verschwunden.
    Die Natur selektierte ihn aus.

    Mag sein, dass wir mal wichtig waren, unseren Platz hatten, aber in der jetzigen Welt hier, habe ich nur allzu oft das Gefühl, dass wir eine aussterbende Spezies sind, die nicht oder zumindest immer weniger, in diese Welt gehört.

    Auch ich sehe in der Dissoziation einen Schutzmechanismus, aber andererseits läuft der bei uns mitunter ziemlich aus dem Ruder und verliert dann seinen Nutzen.
    Wir müssen uns schützen vor Dingen (Reizen etc.), vor denen andere sich nicht schützen müssen.
    Das bringt doch aber Nachteile mit sich.

    Klar ist es gut, dass es solche Schutzfunktionen gibt, aber offengestanden bin ich mir nicht sicher, ob sie ein Geschenk der Natur sind, weil wir uns dem Gegebenen damt besser anpassen können (was m.E. nach nicht der fall ist) oder ist es der verzweifelte (und zum Scheitern verurteilte) Versuch einer Spezies, in einer ihm fremd gewordenen Welt weiter Fuß fassen zu können?

  5. #445
    hirnbeiß

    Gast

    AW: ADHS und Dissoziation

    Die Natur ist ein Wesen, das mit einem Baukasten spielt. So kann man das durchaus sehen.
    Dissoziation ist ein Bauklötzchen, das unbedingt seinen Platz darin hat. Was man im eigenen Verständnis damit anfängt, das ist ja jedem (außer denen, die den Mechanismus lediglich spüren und nicht "begreifen")
    selbst überlassen. Mir macht Dissoziation keine Angst. Es ist ein Werkzeug der Natur, wie gesagt.
    Und vielleicht brauchen wir dieses Werkzeug in unserer heutigen Welt mehr, als je zuvor.

    LG --hirnbeiß--
    Geändert von hirnbeiß (22.04.2012 um 13:40 Uhr)

  6. #446
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    Das ist eine Sichtweise, die ich annehmen kann, Danke!

  7. #447
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ich hab hier auch immer eifrig mitgelesen und manchmal auch geschrieben...

    So faszinierende Themen!!!!!!!!

    Bin jetzt aber bis über Anfang Mai nicht mehr dabei.

    Machts gut ihr Lieben!


    PS: Die Geschichte von Eiselein ist klasse. Wirklich. Man kann sie richtig oft lesen, denk ich, und wird jedes mal was anderes lesen... Hach schön.
    Generell können hier viele Leute richtig richtig klasse schreiben (und ich ziehe alle irgendwie greifbaren Hüte vor ihnen!!). Ich hab mir erlaubt, einen der Texte, den ich sehr lustig fand, an eine gute Freundin und an meinen Papa weiterzuleiten. Es ging um einen Eisberg und einen Sandhaufen... Ist doch okay, oder?

  8. #448
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo,

    Ich denk mir also einen Wolf, wie man ein multidimensionales, holistisches Erklärungs- u- Beschreibungsmodell des Themas entwerfen könnte. Eines das sowohl Wahrnehmung, Verarbeitung, Speicherung, als auch Affekt und Ratio, als auch Es, Ich und Überich Genüge tut, als es plötzlich raucht und blitzt und ich mit Aufgerissenen Augen wahrnehme, dass das Denken selbst der dissoziative Prozess ist! Dann schreib ich das, voller Vorfreude hier auf die Schulter geklopft zu werden und dann.......wird einfach drübergelesen, ausser von Schnuppe! Danke!....ich bin frustriert. Kann ich doch ohne Schulterklopfen nicht existieren, bin ich doch ein soziales Wesen...

    Was ist es denn nun, was Bewusstsein, Gewahrsein ausmacht? Ist es die in unserem Fall schmerzliche Erkenntnis unserer eigenen Individualität? Was macht die Erkenntnis der Individualität aus? Was macht sie schmerzhaft? Was ist in diesem Kontext die Dissoziation um die wir kreisen, ohne sie zu fangen? Das Bewusstsein, ein Individuum zu sein, ist ja nicht zwingend schmerzhaft. Es mag - dahin hab ich wenig bis gar keine Empathie - von einem Teenager als lustvoll erlebt werden, sich und seiner Selbst mittels seiner Kleidung und Mode individuell Ausdruck zu verleihen. Gut, sag ich - " Du uniformierst Dich doch eher. Du bist Rapper, Goth-Kid, Punker, Juppi oder kaufst Dir eben gerade das, was Deine Schulkollegen tragen, was H&M eben grade als Mode "diktiert"." Ich erlebe das, was dem Jugendlichen sowohl Einheitserleben - Bestätigung durch die Gemeinschaft/Uniformierung - als auch Individualitätserleben - sich bewusst betont und willentlich individuell zu kleiden - einen doppelten Benefit bringt, als höchst widersprüchlich, verstörend, unlogisch und na ja ....dissoziativ? Ich bin frustriert.

    Gehen wir weiter und schauen uns eine weiteres Schränkchen mit verschiedenen Schubladen an. Der Schrank der Religiosität oder der Spiritualität, meinetwegen gleich den Schrank der Idiologie oder der Philosophie. auch hier haben wir Schubladen. Da sind Schübe für Buddhisten, für Christen, Materialisten, sog. Wissenschaftsgläubige(die tatsächlich gefährlichste Religion), Hedonisten, Asketen, da sind Sozialisten und Kapitalisten...
    Gut, sag ich. Du uniformierst Dich doch eher! Das ist sowas von kindisch, was Du da in Deiner Schublade mit dem entspr. Brett vorm Kopf so treibst. Und ständig schnippst Du brennende Streichhölzer in die Nachbarschubladen!" Da ist soviel Widerspruch in Deinem Verhalten und in Deiner Ideologie." Manche stehen auch in mehreren Schubladen gleichzeitig und bringen trotz des großen Abstandes dieser voneinander einen Spagat hin, der - bei meiner fehlenden Empathie - nicht nachvollziehbar ist. Militärpriester und Wirtschaftsethiker sind Spagate, die ähm....keinen Sinn ergeben. Ich bin frustriert...

    Ich bin! Ich bin einsam, zerrissen, depressiv, neidisch, gierig, und geltungsbedürftig, ich bin ängstlich bis panisch, bin wütend und aggressiv. Das bin ich bisweilen. Seid ihr das auch? Ich lege Wert auf die Feststellung nicht Kommunist oder Kapitalist oder Katholik oder Buddhist zu sein. Ich bin aber leer und haltlos. Ich checke aktuell gar nichts mehr. Mein Geist ist demütig - ist er das? - Ich fühl mich zumindest wie ein Baby! Ich schreie also um Sicherheit und Bestätigung um Halt und Orientierung. Und siehe da, da ist noch ein Schrank mit vielen Schubladen! Da ist eine Schublade für affektive Störungen, für Persönlichkeitsstörungen, für Angststörung, für Suchterkrankungen und Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis, da liegen Schablonen mit Modellen und es gibt Unterschubladen und Mischschubladen....also das mit dem Spagat versteh ich jetzt! Ich kann hier einem Kraken nicht unähnlich, mühelos in acht von einander verschiedenen Schüben stehen, gleichzeitig - und das ohne dissoziert zu sein?! Nein Scherz beiseite....

    Zurück zum Denken. Zum dissoziativen Prozess, der mich spaltet, aber auch die Welt spaltet. Da haben wir also Schablonen, Modelle, Idiologien und Methoden. Doch seien wir mal ganz ehrlich. Weder der Arzt und Psychologe, noch der Geistliche, noch der Philosoph oder der Wissenschaftler haben sich dem Problem...unserem Problem...dem wir uns in diesem Thread nähern ...wirklich gestellt. Sie haben eigentlich nichts anders gemacht als die vorhandenen Gedankenschränke immer differenzierter und spitzfindiger in immer noch kleinere Schubladen zu zerdenken, zu dissozieren. Man kann in einer modernen Schublade kaum noch atmen, denk ich mir bei mir. Natürlich denken wir ständig und rege und können es nicht abstellen. Die depressiven Grübler wissen, dass es sich eh nur im Kreis dreht. Andere sind vorsichtig optimistisch und glauben sich mittels linearem und strukturiertem Denken einem Problem zu nähern und es zu lösen. Ich sage Ja, wenn es darum geht eine Brücke, ein Raumschiff oder eine Angriffstaktik auszudenken. Ich sage auch Ja, wenn es darum geht ein Auto zu fahren oder eine Sprache zu lernen. Aber ich sage entschieden Nein, wenn es darum geht sich dem "Dissozieren" anzunähern. Meine These ist, dass der dissoziative Prozess nicht denkend begriffen werden kann, da das Denken sich nicht selbst erkennen kann, was aber nötig wäre um zu begreifen(nicht intellektuell Spinnt der Derrick? Ja, bitte gerne, wenn es denn hilft. Der zerstreute, staubige "Nerd"Professor, der bis zum 45igsten bei Mutti wohnt oder der sein Lebensende in Depressionen und Ängsten, wenn nicht in geistiger Umnachtung zubringende Philosoph ist imho symptomatisch. Der Preis für zuviel oder zu einseitiges Denken, für Verkopftheit ist ein hoher!

    Hast Du gelebt? Nein ich habe gedacht! Ich habe bewertet und kontrolliert, ich habe verglichen und strukturiert! Ich habe nicht gelebt!
    "Selig sind die, arm im Geiste...denn ihrer ist das Himmelreich!" Laber nicht Jesus, ich muss grade meine Habilitation verteidigen. Ich habe herausgefunden, dass Denken geistige Völlerei ist, somit dekadent und somit eine Totsünde nach Tomas von Aquin! Grade hast Du noch gesagt, Du wärst kein Katholik! Ähm...bin ich nicht, ich habe da wohl grade etwas dissoziert. Zurück zum Thema. Ich bin ich und Du bist Du! Die Vorstellung von Individualität und das Bewusstsein für Trennung besteht vielleicht nur aus Gedanken? Aus dem menschlichen Denken, dass uns in Ärzte, Juristen und Ingenieure teilt, in Hindus und Christen, in arm und reich, in Stino und Adhsler. Gibt die Möglichkeit eine Brücke zwischen diesen Persönlichkeitsgebäuden zu bauen? Sind die Steinquader aus denen die Brücke gebaut wird Wörter und fliest nur der Verstand darüber? Wäre es nicht schön wenn auch Lachtränen oder Tränen der Liebe, der Rührung und des Mitgefühls fliesen könnten?

    Ist der Vorgang der Spaltung innerhalb meiner Person mir selbst bewusst zu machen und außerhalb in der Welt aufzuhalten? Gibt es ein Ende des Leides, der Einsamkeit und Angst, der Zerissenheit? Ein Ende das nicht der Tod ist? Ein Ende des Denkes, des Wunschdenkens! Denken kann nur im zeitlichen Bezügen erfolgen. Heute bin ich krank, morgen möchte ich gesund sein! Heute bin ich einsam, morgen hab ich Freunde! Heute bin ich ängstlich und morgen mutig! Heute unsicher, morgen selbstbewusst! Dazu denke ich mir eine VT-Therapie aus, die mich Schritt für Schritt verändern wird, über mein Verhalten ändert sich dann meine Erfahrung, mein Denken, mein Bewusstsein. Geht das? Kann ich aufgeräumter werden durch die bloße Handlung? Hat jemand dauerhaft, ohne auf sich selbst zurückzustürzen, selbstmotiviert einen Fortschritt für sich damit erzielt? Ich denke mir eine tiefenpsych. Herangehensweise aus. Ich begreife intelektuell warum ich denke, bewerte und fühle wie ich es grade tue. Und aus dieser Selbsterkenntnis heraus, baue ich mich revolutionär um und werde "gesund". Hat das schon mal geklappt? Ich frage das, weil immer mehr Psychologen immer gescheiter werden, ihre Modelle immer differenzierter, aber es trotzdem immer mehr Leute gibt, die fertig sind, die nicht mehr können. Gibt es vielleicht einen Zusammenhang. Kann ich das Denken beenden? Kann ich es jetzt sofort! Kann ich die Spaltung aufheben?

  9. #449
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: ADHS und Dissoziation


    Nachtrag:

    Das Einheitserleben eines gesunden Stino-Dissoziierers ist durch die, ich nenne es „intellektuelle Dissoziation“nicht bedroht. Mühelos kann er dem Tierheim und dem WWF spenden, sich über Delphingemetzel zu echofieren um anschließend Schweinefleisch aus der Massentierhaltung essen. Neulich hab ich eine junge Ärztin erlebt, die mühelos in einem Halbsatz darüber klagen konnte, dass sie gemessen an ihrer Verantwortung und dem Anspruch ihrer Tätigkeit sehr schlecht bezahlt würde, um dann im zweiten Halbsatz einzuwerfen, dass sie aber wohl durchaus zur Upperclass gehöre. Das ist beachtlich, da sie quasi Mitleidund Verständnis und Bewunderung und Respekt gleichzeitig unter einen Hut bekommt. Ich reagiere hier eher irritiert. Genauso beachtlich, ja fast beneidenswert ist es, dass Menschen sich selbst als der o.g. Militärpfarrer oder Wirtschaftsethiker tatsächlich ernst nehmen können. Mich erschreckt das eher. Ich kann damit nicht umgehen.

    Zur Verkopfung. Ich weiß nicht, ob ein Musikwissenschaftler, der sich mit Akkorden, Taktarten und Quarten etc. auskennt, des unverfälschten Musikgenusses fähig ist. Genauso wenig, wie ich sagen kann, ob ein Physiker der sich mit Farbenlehre, Wellenlängen und Brechung etc. auseinander setzt, des unverfälschten Genusses eines Bildes oder einer Landschaft hingeben kann. Was der unverfälschte Genuss ist, weiß ich nicht? Ich kann es nicht sagen. Ich habe wohl die Möglichkeit mich mit meinen Mitmenschen über die Farbe „Grün“ austauschen. Wir sind uns auch einig, was damit gemeint ist und was wir als grün einstufen. Aber wie die tatsächliche Übersetzung dieser Wellenlänge im Gehirn des einzelnen und deren emotionale Erlebensqualität wahrgenommen werden, darüber gibt es keine Möglichkeit des Austausches.

    Um aber wirklich doch noch was Konstruktives beizutragen, möchte ich eben anmerken, dass Zerrissenheit und Unsicherheit das Wesen meiner Problematik sind. Die Wahrnehmung, die Bewertung und die Erinnerung über die Zeit etwa sind gestört, wohl aufgrund der fehlenden emotionalen Erdung im Gegenwartspunkt des Erlebens. Was bedeutet das? Ich erlebe mich als zutiefst verkopft, verkrampft und kontrolliert. Die fehlende Fähigkeit aus dem Bauch heraus quasi intuitiv zu entscheiden, zu bewerten und locker zu sein, wirft den Computer des Denkens erst an. Im Erleben von Gemeinschaft bin ich nur am Sammeln von Information, das erschöpft sehr schnell. Der Lesekopf meiner Festplatte rast später über das fragmentierte Erinnerte und versucht es im Nachhinein zu bewerten und damit in Ordnung zu bringen. Dies gelingt nicht! Es ist ein rein rechnerischer Prozess, der ohne sie zu finden emotionale Referenz sucht, die er für eine Bewertung doch bräuchte. Bin ich in gut, bin ich schlecht, bin ich verrückt oder doch ganz klar, bin ich beliebt oder nur erduldet. Das alles ist noch nicht das einzige Problem. Das zweite Problem ist, dass dieser spätere Rechenprozess auch noch in verschiedenen Stimmungen und Bewusstseinszuständen geschieht, die ihn quasi niemals zu einem brauchbaren Ergebnis kommen lassen. Darin erschöpfe ich mich zusätzlich. So ein Leben ist natürlich einsam, frustrierend und leer. Es gibt also wohl Emotionen und sie haben wohl Gewicht, aber ich habe nicht gelernt damit klar zu kommen. Ich habe wohl Verhaltensmuster im Repertoire, die mir Bestätigung einbringen. Nützt nur nichts, weil es eben Rollen sein könnten, die emotional nicht geerdet sind - habe ich ja nie gelernt - und somit wird die Bestätigung nicht ankommen. Das bedeutet in meinem Verständnis Dissoziation. Das bin ich.

    Es gab hier das Beispiel des Erlebens einer jungen Dame am Pool. Ich kenne Leute, die ich als gesund bezeichnen möchte, die dorthin gingen, mit einer Flasche Sekt etwa und die eine erfüllte Nacht mit ihr hätten. Ich kenne Leute, bei denen dieser Anblick nichts auslösen würde. Warum ist nicht so wichtig. Diese sind vielleicht nicht gesund, aber sie haben auch keinen Leidensdruck. Die dritte Klasse, zu der ich mich zähle, verzehrt sich vielleicht vor Leidenschaft und Begierde, kann die Schönheit des Anblicks nicht wirklich anerkennen, weil er Sehnsucht auslöst. Die Eheleute und Liierten mein ich nicht. Ich rede von Typen meines Schlages, die wohl eine gesunde Libido haben, als auch ein gewisses Maß an Einsamkeit empfinden, aber leider Gottes zu machen. Die Frau ist ein unergründlich Ding. Der schmale Grat, der zwischen einer Ohrfeige und einer herabwürdigend hochgezogenen Augenbraue zum Ziel führt, ist schmal. Jemand mit einem Wasserschädel der im Bauch eher taub ist, der bekommt dabei ein Problem Informatiker, wissen wie schwer es ist einem androiden Roboter überhaupt den aufrechten Gang zu lehren. So hab ich es verstanden und bin dann eben schließlich zum Ergebnis gekommen, dass das Denken mein einziger Freund aber auch der schlimmste Feind ist.

    Wenn sich jetzt jemand ärgert, weil ich seine Zeit missbraucht oder den Thread unterbrochen habe, bitte ich ihn um Verzeihung!



    Geändert von Maj.Derrick (22.04.2012 um 18:33 Uhr)

  10. #450
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: ADHS und Dissoziation

    @ Derrick:

    Ich konnte leider nicht den ganzen Thread oder deine vorherigen Beiträge lesen, also verzeih mir bitte falls meine Anmerkungen auf Grund vormals gesagtem unnötig erscheinen...

    Ich habe das Gefühl das die Konstruktion deiner Umwelt und deines selbst auf Grund von Prämissen, die ich nicht teilen würde zu Widersprüchlichkeiten und vielleicht auch zu einem Teil deiner Probleme führt. Zunächst scheint mir das du in einem Rausch der Relativierung vergisst das du konsequenterweise die Sprache "mitreißen" müsstest. Du verwendest Begriffe wie Affekt, Ratio, Verarbeitung, ich, es etc, als wären sie Bausteine einer ansonsten komplett dekonstruierten und zersplitterten Welt mit Hilfe derer es gilt ein Wahrnehmungsschema zu erzeugen das deine Erfahrungen nach einem Muster ordnet mit Hilfe dessen du deine Handlungen erfolgreich daran ausrichten kannst. Allerdings lässt sich bezweifeln, dass man Ratio und Emotion (um Beispiele zu nennen) überhaupt trennen kann (ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen aber ich glaube das wird aus der wissenschaftlichen Perspektive so auch nicht mehr aufrechterhalten). Ebenso sind Wahrnehmung, Verarbeitung und Speicherung als Begriffe derart entgrenzt dass sie eines handhabbaren Inhalts fast entbehren. Mir hilft es immer die eigenen Probleme nicht auf solche Art in die Philosophie zu ziehen, weil mit zunehmender Abstraktion meist Prämissen gesetzt werden die dazu führen das die Probleme die man am Ende diskutiert mit der eigenen Realität nichts mehr zu tun haben.

    Vorsichtig wäre ich auch mit der Schubladenmetapher, die ich selber liebend gerne benutze aber die auch irreführend sein kann. Indem du dich rekursiv auf vermeintlich von anderen benutzten Schubladen beziehst benutzt du sie selber. Ich glaube nicht das diese Art zu denken ein Zeitgeistproblem ist, vielmehr eine Voraussetzungen des Denkens an sich. Zudem scheint mir die Schublade der "ich passe in keine Schublade" oder "meine Wahrnehmung ist inkommensurabel" eine der heutzutage meist-gebrauchtesten zu sein. Auch in der Verweigerung sich zu formen kann man durchaus uniformisiert sein.

    Meiner eigenen Erfahrung nach ist die steppenwolfartige Konstruktion des Ich in zwei Seelen, eine die sich entfremdet und eine die sich hingezogen fühlt eigentlich Ausdruck einer bestimmten Form der Bezugnahme zu der Welt, eben keine Teilung sondern eine Form der Selbst - darstellung (nicht im negativen Sinne gemeint). Da ich die 45-Seiten Thread nicht lesen konnte bin ich nicht sicher was mit Dissoziation in diesem Rahmen gemeint ist. Die Erfahrung einer Subjekt-Umwelt-Differenz ist allerdings meiner Meinung nach Voraussetzung für Individualität und Erfahrung. Die Tatsache das wir dennoch miteinander kommunizieren und uns als verstehend und austauschend erleben ist dazu kein Widerspruch: Wir sind eben nur zu einem winzigen Teil individuell zu einem sehr großen Teil eben nicht. Unsere DNA, Körperbau und selbst Erfahrungen stimmen zu einem sehr sehr hohen Maße überein sodass wir auf die Subjekt-Umwelt-Differenz, die jeder individuell konstruiert zurückgreifen können weil sie sich nicht allzu sehr von der unsrigen unterscheidet.

    Daran anschließend sollte man überlegen ob Bewertungen wie Unsicherheit, Zerrissenheit nicht selber Teil des Problems sind weil man gewählt hat diese Bewertungen auf Sachverhalte anzuwenden. Die Beschreibung der eigenen Erfahrung auf diese Art unterscheidet einen von anderen zunächst einmal nur durch diese Beschreibung. Ob dahinter auch andere Wahrnehmungsmuster, andere Verarbeitungsmuster (was heißt das?) oder nur andere Beschreibungsmuster liegen ist fraglich.

    Ich habe die Erfahrung gemacht das es am einfachsten ist von der Frage auszugehen ob man sich aus welchen Gründen auch immer ändern möchte oder nicht. Ich glaube das es nicht hilfreich ist dann dafür Gründe zu erkennen, weder in der Umwelt und vor allem nicht in der eigenen Konstitution (die im übrigen für einen selbst definitionsgemäß nicht erkennbar sein kann: nie kann das Subjekt zugleich das Objekt der eigenen Betrachtung sein!). Vielmehr sollte man in einem an Referenzwerten (Menschen mit gleichen Selbstbeschreibungen und deren Erfolgen oder Misserfolgen ) orientierten Trial-and-error Verfahren ausprobieren was zu einem Zustand führt in dem der Wunsch nach Veränderung erlischt. Dabei hilft natürlich auch eine Ursachensuche, die aber unter strikter Prämisse der Selbstrelativierung (ich bin aller Wahrscheinlichkeit nach nichts Besonderes, vor allem nicht deswegen weil ich mich als solches erfahre) geschehen sollte. Die Gefahr die hieraus erwächst ist natürlich umgekehrt zu verkennen das es ggf. doch außergewöhnlich Umstände gibt. Diese halte ich aber für geringer als den umgekehrten Irrtum, und läuft man die Kette der Wahrscheinlichkeiten von oben nach unten ab kommt man da ja auch irgendwann an.

    Um selber nicht inkonsequent zu sein möchte ich feststellen das ich keinesfalls hier eine Richtigkeits- oder Allgemeingültigkeitsanspruch erhebe. Ich selber kämpfe konstant mit dem was ich Unsicherheiten nenne und bin keineswegs an einem Zustand an dem ich mit mir zufrieden bin, unter anderem deswegen bin ich ja hier. Mir hat dieser Ansatz aber geholfen einige meiner Probleme (die ich fast genauso wie du beschrieben habe) in Luft aufzulösen, indem ich erkannt habe das die Problematisierung meines eigenen Lebens ein Teil des Problems war. Vllt ist das bei dir ähnlich, vllt auch nicht.

    Im übrigen berühren viele Aspekte die du genannt hast Themen, denen sich die Systemtheorie gewidmet hat, die dich wenn du sie nicht schon kennst sich faszinieren wird!
    LG
    Leo


Ähnliche Themen

  1. Dissoziation oder Ablenkbarkeit?
    Von Jazz im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 13.07.2011, 00:32

Stichworte

Thema: ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum