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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #381
    ADLer

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.384

    AW: ADHS und Dissoziation

    hallo Erika,

    die Geschichte mit Weg und Rüstung oder mein Bild dazu geht mir sehr nah und kann ich gut nachvollziehen, habe ja schon erwähnt, das auch ich den achtsamen Weg für mich entdeckt habe..und um so mehr es mir gelingt, meine Umwelt im Jetzt und Hier und mich wahr zu nehmen, um so mehr Schwäche ich zulass, oder von mir preis geb..

    um so leichter fühle ich mich..irgendwie..kann es schwer in Worte fassen..

    Un es ist ein Wandel und ( mich ) kennenlernen und schwer und immer in Veränderung, was auch heisst..meine alten , jahrelang mit mühe angelegten Fertigkeiten..oder auch Schutzmechanismen..oder masken..sind immer noch da und blitzen immer wieder hervor u werden auch sicher nie verschwinden..

    aber mit der zeit, merk ich , wie sich Einstellungen und Möglichkeiten verinnerlichen..

    verstehst du , was ich mein?

    Mein letzter Profileintrag:

    "Dein Leben wird weder leichter noch angenehmer, wenn Du Dich entschließt, immer und unter allen Umständen den Weg zu gehen, den Dein Herz Dir weist.
    Es wird nur wahrer.
    Und indem mehr und mehr Wahrheit sich in Dir und Deinem Leben ausbreitet, kannst Du immer freier atmen, wirst Du mehr und mehr eins mit Dir, gewinnst Du an Kraft.
    Ganz bestimmt wirst Du nicht weniger Schmerz, weniger Zorn erleben oder weniger Ärgernissen begegnen als zuvor; aber Du wirst immer ehrlicher und offener mit alledem umgehen; jede schwierige oder ärgerliche Angelegenheit wird Dir eine Herausforderung sein, eine Gelegenheit, Dein Herz zu weiten und Dein Verständnis zu vergrößern.
    Wenn Du Deinem Herzen folgst, gehst Du den Weg der Wahrheit. Wer den Weg der Wahrheit geht, muss nach und nach alles loslassen, worauf er sich gestützt hatte; jede Sicherheit, jede Hoffnung, jede noch so tröstliche Zukunftsaussicht fahren lassen, um einzig und allein der Wahrheit zu vertrauen.
    Auch jedes Rechthaben, jedes Bestehen auf Ansichten und Meinungen und jede Identifikation mit Eigenschaften und Gewohnheiten, muss mit der Zeit entfallen, bis nur noch nackte Wahrheit vorhanden ist; die Wahrheit des jeweiligen Augenblicks.
    Immer reicher wird die Gegenwart, immer tiefer das Erleben, immer höher die Freude, je gegenwärtiger Du bist. "

    (Safi Nidiaye, Die Stimme des Herzens)


    ..
    er hilft mir ..auch oder gerade in Bezug auf Dissoziation, nicht, das ich ihn lese, oder poste, oder in mir anpinne, oder sage das ist es..



    nein, ich fange an so zu leben..es verinnerlicht sich..ohne das ich mich sozusagen in den momenten daran erinnere..

    LG

  2. #382
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: ADHS und Dissoziation

    Eiselein!
    Meinen herzlichen Glückwunsch zu Deinem oben formulierten heiligen Zorn! Das tut mal gut.

    Ich habe eben einen Konflikt mit einem Betroffenen über den Autismus-Begriff gehabt. Ich habe dort behauptet, dass auch so ein fest zementierter diagnostischer Begriff wie Autismus beweglich ist und habe dabei auf elend harten Granit gebissen. Knack!

    Ich denke, dass jede Disposition/Verfassung, die nicht neurotypisch/"Stino" ist, minderresilient ist. Auf Deutsch: Alle, die nicht normal sind, sind nicht so belastbar und erholen sich langsamer von Stress. Jedes Störungsbild erzeugt also ZUSÄTZLICH zur Störung eine Stress- und Traumadynamik im Organismus. Das Störungsbild ist folglich immer ein Mischbild! Ein Mischbild aus irgendeinem F-Dingsbums plus einer Belastungsstörung.

    Und da ist es mir ganz egal, WELCHE Diagnose jemand hat; die Belastungsstörung ist sicherlich zu finden und positiv zu beeinflussen.

    Ich wünsche mir Diagnostiker, die ihre Hausaufgaben in Traumatologie gemacht haben. Ich wünsche mir Diagnostiker, die so genau hinschauen, dass sie mal bemerken, dass ein Burnout, ein ADHS, eine DIS, und was noch alles, auf eine Art kaum zu unterscheiden ist, wenn man keine Vorgeschichte zu lesen bekommt. Dem Nervensystem ist es dabei anscheinend egal, ob die Belastung komplett von Außen kommt (Trauma), oder ob sie erst innen so groß und zu unabbaubarem Sondermüll wir, weil die Reizfilter Scheiße (biiiiip!) sind.

    Wir können also davon ausgehen, das ein Störungsbild immer ein x:y Verhältnis darstellt. Als Beispiel: Eine Schmerzproblematik kann zu 50% aus einem gereizten Nerv und zu weteren 50% aus getriggerten Körpererinnerungen bestehen. Wenn nun der Nerv abheilt, dann sich das Schmerzerleben von 50:50 über 30:70 bis hin zu 10:90 verschieben, aber das Schmerzmittel hilft nicht mehr. Weil es zu einer Gewöhnung kam? Nein! Weil die 10% der ehrliche Entzündungsschmerz ist, die 90% aber der Schmerz aus der Körpererinnerung aus dem Schmerzgedächtnis. Und gegen den hilft kein Schmerzmittel!

    Unser Stressgedächtnis arbeitet nach den selben Regeln und in der selben Dynamik wie unser Schmerzgedächtnis! Und hier sind wir mitten im Thema Dissoziation. Dissoziation kann nicht nur ausblenden. Sie kann auch einblenden.

    Zu den oben beschimpften Psychiatern:
    Jeder Student hat ein Anliegen, wenn er sein Studienfach auswählt. Psychiater auch. Da werden ein paar sein, die helfen wollen. Mag sein. - Aber da werden auch viele sein, die ihr eigenes Gehirn besser verstehen wollen. Ich habe mich auch lebenslang für mein Gehirn interessiert. Warum? Weil es ständig gescheppert, gequalmt und geknallt hat. Da wird man aus lauter Not neugierig! Warum sollte es den Psychiatern anders gegangen sein?! - Und dann sind da sicher auch noch einige, die es lieber mit "hilflosen" Menschen zu tun haben, weil man mit denen evtl. besser klarkommen kann, als mit denen, die einen die ganze Schulzeit immer schon durchschaut haben und sich dann lieber mit den aufrechten Charakteren abgaben. -
    Und wie auch schon weiter oben genannt, kommt zur Diagnose "Psychiater" dann immer noch die Belastungsstörung aus dem psychiatrischen Alltag hinzu! Da ist eine große Menge Misserfolg, erlernte Hilflosigkeit, ein akademisch geschütztes psychiatriekundliches Wahnsystem, ...

    Eine ärztliche oder eine psychologische Ausbildung ohne verbindliche Besuche der Traumatologievorlesungen sind immer noch die Regel! - Schade eigentlich!
    Da gäbe es eine Menge zu verstehen!
    Johannes

  3. #383
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADHS und Dissoziation

    nur kurz zu therapeuten/psychatern

    ich hatte das glück, einen/zwei für mich gute gefunden zu haben.
    (der psychatrische dienst konnte auf die frage adhs sich nichts darunter vorstellen, also habe ich weiter gesucht...)
    (jetzt wird mir auch allmählich klar, wieso sie nebenbei für eine traumastiftung arbeiten )

  4. #384
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo,

    könnte man soweit gehen zu behaupten, dass unsere "Anpassungsstörung" tatsächlich genau das Gegenteil, also die Unfähigkeit einer erfolgreichen Dissoziation darstellt. Dass aufgrund der vorhandenen Hypersensibilität, Reizfilterschwäche oder der Traumata die abzuspaltenden, zu verdrängenden, emotionalen Anteile zu viel Energie besitzen und das Bewusstsein überfluten. Dass diese Tatsache eine rein geistige , verkopfte Auseinandersetzung mit dem Leben vereitelt. Ist nicht ein gesundes Mass an Dissoziation überlebenswichtig um überhaupt in dieser Kopfgesteuerten Welt zu funktionieren?

    oder bring ich grade einen Dreher rein?

  5. #385
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    emoflex schreibt:
    Das mit dem "ROT" mit dem der Raum angefüllt war, interessiert mich. Kannst Du das genauer beschreiben? - Und "durchgeknallt" ist das sicherlich überhaupt nicht! Es hört sich nämlich nach einem Synästhesiephänomen an.
    Johannes
    Puh, das ist schwer zu beschreiben.
    Also in der SItuation selber bin bzw. war ich einfach nur überfordert. Wenn ich dann später drüber nachdenke, dann haben manche Gefühle bestimmte Farben.
    Naja, eigentlich ist es eher so, dass die Gefühle, sich zuerst weich, hart, matschig, rauh, heiß, kalt, lauwarm oder so anfühlen und zu diesem Fühlen gibt es dann eine Farbe. Weiche, warme Sachen sind eher rot, braun oder orange und harte, kantige, kalte Sachen sind hellblau, blau, hellgrün. Neutrale Sachen sind weiß und Dinge, die ich nicht fassen kann, bzw. die mich überfordern, sind dunkel und im Extremfall schwarz.

    Synästhesie habe ich jetzt mal interessehalber bei Wikipedia nachgelesen.
    Diese Time-Space-Synästhesie ist ja interessant.
    In meinem Kopf ist es so, dass Zahlen auf einer Art Leiter angeordnet sind. Dort sind sie in Zehnerabschnitte unterteilt. Die Null ist ganz unten. Die negativen Zahlen sind fast auf der gleichen Höhe wie die Nüll, die sind nur sehr kalt, von der Farbe her sehr hellblau.
    Die positiven Zahlen sind eher warm, aber eher dunkel, braun-orange, sowas in der Richtung. Jede Zahl ist in so einer Art Block drin. Und die Zehnerschritte sind wie so Mauern, über die man drüber steigen muss, um in den nächsten Abschnitt zu kommen. Je größer die Zahl ist, desto höher ist sie auf der Leiter angeordet. Wenn ich irgendwas berechne oder mir Zahlen aufschreiben soll, dann sehe ich die immer in ihrem Block an ihrem bestimmten Platz. Das kann ich dann so ranzoomen.

    Bei Daten ist es ähnlich. Der komplette Zeitstrahl ist auf einer Art schiefen Ebene.
    Wenn ich aber bestimmte Daten "anschaue", dann zoome ich das ran und der Abschnitt, den ich betrachte, ist dann vorne und damit größer als die anderen. Die anderen Abschnitte gehen quasi so wie in 3 D nach hinten weg und werden kleiner. So wie ein U sieht das dann ungefähr aus. Das unten am U ist der Abschnitt, den ich gerade anschaue.
    Ich kann da ein Jahr betrachten, einen Monat, ein Jahrhundert, eine Woche oder eben einen Tag.
    Der Tag selber ist aber nicht horizontal unterteilt, sondern vertikal. Wieder wie eine Leiter. Oben sind die "Termine" hell, weiter unten werden sie dann immer "dunkler". Wobei es auch graue oder schwarze Tage gibt, oder weiße Tage. An weißen Tagen habe ich nichts oder nur wenig vor. Bzw. rückblickend sind weiße Tage neutrale Tage.

  6. #386
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.320

    AW: ADHS und Dissoziation

    Schnupferich schreibt:
    Toll, dass es dieses Forum gibt, wobei mich das hohe gedankliche Niveau doch ziemlich einschüchtert

    LG
    Bastian
    In diesem Thread geht es mir auch so. Wenn ich die wortgewandten, wohldurchdachten und niveauvollen Beiträge lese, dann fühle ich mich zu dumm zum Mitreden. "Mit meinem Gebrabbel und Geschreibsel möchte ich den Thread nicht beschmutzen."

    Als ob ich mit schmutzigen Stiefeln vom Feld komme und vor dem blankpolierten Parkett eines Raumes in einem Schloß stehe ...

    LG Patty

  7. #387
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: ADHS und Dissoziation

    Leider habe ich gerade nicht viel Zeit und habe nur ein wenig hier gelesen, aber das möchte ich schnell mal schreiben:

    Web4health schreibt:
    Ich kann dieses "dissoziiierte Loch" noch nicht genauer definieren, aber es ist schon interessant, dass da scheinbar in schöner Regelmässigkeit sowas los geht. Und zwar gerade mit Leuten, die sich schon differenzierter mit ADHS beschäftigen.

    Ich vermute, dass es daran liegt, weil die meisten, die sich damit beschäftigen, besonders viel ertragen mussten und dann mit der Beschäftigung dieser Dinge plötzlich die „Entladung“ kommt.

    Das fand ich von 1411 Erika fantastisch ausgedrückt:

    Mit der schweren Rüstung lässt es sich jedoch nicht leichtfüßig über die Wiese laufen.... Daher muss ich (zumindest Teile) abnehmen. Dabei bin ich gerade. Ich habe viele Rüstungsteile abgelegt und habe den breiten Weg verlassen. Ich probiere kleine Pfade, die nicht immer ohne Hindernisse sind. Aber ohne die schwere Rüstung ist es möglich....
    Eigentlich wollte ich hier nur mal kurz auf ein Buch hinweisen, was erheblich zur Leichtfüßigkeit beitragen kann und bei dem ich mich mit herzhaften Lachanfällen von einigen Spannungen „entladen“ konnte: Dr. med. Eckart von Hirschhausen – Glück kommt selten allein.

  8. #388
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: ADHS und Dissoziation

    Patty schreibt:
    In diesem Thread geht es mir auch so. Wenn ich die wortgewandten, wohldurchdachten und niveauvollen Beiträge lese, dann fühle ich mich zu dumm zum Mitreden. "Mit meinem Gebrabbel und Geschreibsel möchte ich den Thread nicht beschmutzen."

    Als ob ich mit schmutzigen Stiefeln vom Feld komme und vor dem blankpolierten Parkett eines Raumes in einem Schloß stehe ...

    LG Patty
    Hi Patty !
    Ich habe einen Gärtnergehilfenbrief ... (von wegen der Stiefel) ... und außerdem kann man hier doch bei allem Nachfragen. Jedenfalls würde ich mir das wünschen und dann auch beim Aufdröseln des fachchinesischen helfen.
    Johannes

  9. #389
    ADLer

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.384

    AW: ADHS und Dissoziation

    Patty schreibt:
    In diesem Thread geht es mir auch so. Wenn ich die wortgewandten, wohldurchdachten und niveauvollen Beiträge lese, dann fühle ich mich zu dumm zum Mitreden. "Mit meinem Gebrabbel und Geschreibsel möchte ich den Thread nicht beschmutzen."

    Als ob ich mit schmutzigen Stiefeln vom Feld komme und vor dem blankpolierten Parkett eines Raumes in einem Schloß stehe ...

    LG Patty
    ..mir geht es doch genauso , auch wenn ich über meinen schatten spring und mir Mühe gebe, mein chaos fällt doch auf.

    Deshalb hat mir dein Beitrag grad sehr geholfen,

    ermuntert mich.

    Danke dafür

    An

  10. #390
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: ADHS und Dissoziation

    Maj.Derrick schreibt:
    Hallo,

    könnte man soweit gehen zu behaupten, dass unsere "Anpassungsstörung" tatsächlich genau das Gegenteil, also die Unfähigkeit einer erfolgreichen Dissoziation darstellt. Dass aufgrund der vorhandenen Hypersensibilität, Reizfilterschwäche oder der Traumata die abzuspaltenden, zu verdrängenden, emotionalen Anteile zu viel Energie besitzen und das Bewusstsein überfluten. Dass diese Tatsache eine rein geistige , verkopfte Auseinandersetzung mit dem Leben vereitelt. Ist nicht ein gesundes Mass an Dissoziation überlebenswichtig um überhaupt in dieser Kopfgesteuerten Welt zu funktionieren?

    oder bring ich grade einen Dreher rein?
    Also mit der Dissoziation ist das so, dass der Begriff "Dissoziation" im Zusammenhang von Stress und Trauma nicht alles auf gerader Linie erklärt, aber der ganzen Dynamik zu Grunde liegt.

    Dissoziation ist eher ein Prinzip, oder eine Prinzipumkehr in unseren Lern- und Erholungsprozessen. Das ist leicht zu erklären: Wenn wir etwas erleben, wird es im REM-Schlaf aufbereitet und dann assoziiert, also eingeordnet und zugeordnet, in und an das, was wir schon erfahren und eingeordnet hatten.
    Unter Gefahr oder in einem Stress-Umfeld tendiert unser Nervensystem dahin von seiner gewohnten Linie des Assoziierens abzuweichen und Dissoziiert. d.h. speichert das Erlebte ganz anders ab. Ganz anders heißt:
    Es wird isoliert abgespeichert, ohne in das Bestehende Wissen eingefügt zu werden. Diese dissoziiert gespeicherten Erlebnisse haben besondere Folgen für den gnazen Organismus. Man kann diesen Kram nicht zuverlässig erinnern. Wenn er aber auftaucht, dann überschreibt er die Momentwahrnehmung und führt zu einer vorübergehenden Anpassungsstörung. Wärend man mit Dissoziiert gespeicherten Inhalten zu tun hat, hat man Schwierigkeiten Innen und außen, früher und heute, Freund und Feind, Wach und Schlaf zu unterscheiden. Das kommt daher, dass diese Dinge eigentlich in den REM-Phasen für das Ereignis klar zugeordnet und definiert werden hätten sollen. Wurden sie aber nicht. Dieses dissoziierte Zeug ist weitgehend für die REM-Verarbeitung gesperrt.

    Dissoziation ist auch nicht grundsätzlich falsch oder etwas "krankes". Unsere Filter arbeiten überwiegend mit dieser Prinzipumkehr der Dissoziation. Wenn Du in einer Kneipe für einen Moment den Leuten am Nachbartisch zuhörst und dabei den Gesprächsfaden am eigenen Tisch verlierst, dann ist das Dissoziation in Aktion und es ist Dein Reizfilter, was dieses Phänomen als Strategie verwendet. Ohne Dissoziation wären wir total im Eimer! Fokussieren, in unserem Beispiel auditives Fokussieren ist keine Software-Aktion, reine Rechenleistung. Und es folgt dem Prinzip der Dissoziation.

    Ich würde also sagen, dass wir bei Problemen in diesem Bereich nicht denken sollten, wir dissoziieren zu viel, oder zu wenig. Man sollte annehmen, dass das "dissoziative Spiel" in unserem Bio-Computer nicht mehr die passende Gewichtung hat. ADHSler erleben, dass sie fürchterlich wenig dissozieren, wo "Dickhäuter" kaum beeinträchtigt werden und dass sie eine Anweisung uU nicht einmal gehört hatten, einfach weil das Filter in dem Moment komplett zu gemacht hatte.

    Also einfach zu sagen, dass ADHSler dazu neigen viel oder wenig zu dissoziieren, erklärt uns die Zusammenhänge nicht ausreichend. sondern wir müssen beachten, dass Dissoziation auf einer relativ tiefen Ebene der Datenvorverarbeitung stattfindet, wovon wir erstmal nicht viel merken. Die Probleme bekommen wir esrt dann, wenn diese schlecht ins System eingepflegten Daten wieder aktiviert werden und das Betriebssystem irritieren.

    Das ganze kann man tatsächlich damit vergleichen, dass man Daten auf einem Rechner verwendet. Die Daten passen aber nicht zum Betriebssystem des Rechners und zusätzlich verhalten sich diese Daten auch noch wie Software, also wie Programme. Die Folgen kann man sich denken. Der komplette Betrieb kommt durcheinander, wenn diese "Viren" aktiviert werden.

    Viele von uns leben sehr zaghaft und vorsichtig, um ja diese "Viren" nicht zu wecken.

    Vielfach wird dann mit Dissoziation alles bezeichnet, was eigentlich als Folge der ursprünglich geschehenen Dissoziation (anstatt Assoziation) passierte. Da kann es schon mal eine gewisse Unschärfe in den Beschreibungen geben. Aber wir wissen ja in der Regel was gemeint ist. Alles zusammen sind dies sicherlich dissoziative Phänomene, von denen hier berichtet wird.

    Ich versuche es nochmal in einfach:

    Es macht einen Unterschied, ob wir entspannt lernen, oder ob wir etwas unter Stress erleben.
    Rein technisch ist beides "LERNEN". Daten von außen gehen in mein Nervensystem, werden da gespeichert und kommen uU auch wieder hervor.

    Aber, was ich unter Stress hereinbekommen habe, verhält sich dann innen ganz anders, als das was ich entspannt hereinbekommen habe. Und das wieder hervorbringen, das sog. "Erinnern" passiert auch ganz unterschiedlich, nach klar definiert anderen Regeln.

    Muß erstmal was zu essen machen gehen. Dir Kids kommen gleich.
    Johannes


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