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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #341
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: ADHS und Dissoziation

    Zum Angepasstsein usw. kann ich nur sagen, dass ich früher stolz drauf war anders zu sein als andere, meine Klappe nicht zu halten, sondern mich für andere einzusetzen ..egal, welche Konsequenzen das mit sich zog. Heute jedoch, nachdem mein gesamtes Leben in Scherben liegt, wünsche ich mir nichts mehr als einfach nur ein mittelmäßiger Stino zu sein.

    Und speziell nochmal zum Thema der Dissoziation: Sie mag in verschiedenen Lebenssituationen hilfreich gewesen sein und somit ihre Nutzen gehabt haben, heute jedoch betrachte ich sie nur noch als Bedrohung..zumal ich es auch nicht schaffe aus eigenem Willen wieder zurück zu finden; dachte schon, dass im letzten Sommer drei Tage am Stück viel (und schlimm) gewesen wären, aber in meinem Urlaub vor 3 Wochen hing in sechs (!) Tage ohne Unterbrechung drin. Absolute Hölle!

    LG Amn

  2. #342
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.600

    AW: ADHS und Dissoziation

    Also ich bin froh, wenn ich erkenne, dass ich überfordert bin und die Reißleine ziehen kann. Das heißt für mich, schnellstmöglich raus aus der Situation. Dabei muss es sich nicht mal um einen zwischenmenschlichen Konflikt handeln. Es ist einfach eine Überlastung und ich weiß nicht mehr hinten und vorne, bin nur noch verwirrt. Für mich sehr wichtig mich zurückzuziehen und alles, was von außen zu hören und zu sehen ist auszuschalten. Hinsetzen, hinlegen, mich warm einkuscheln und die Hirnwirren kommen und gehen lassen. Nach einer halben bis ganzen Stunde geht es meist so weit wieder, dass ich wenigstens vor mich hinwurschteln kann.

    Wenn ich das nicht auf die Reihe kriege, wird's kritisch und ich bin tagelang außer Gefecht. Ich habe einfach noch keinen Weg gefunden, wie ich das anders handhaben soll. Und ich bin froh, wenn ich bemerke: zu viel -> raus -> Ruhe. Zuweilen ist es sogar möglich, zurück ins Geschehen zu gehen.

    Natürlich ist da manchmal erklärungsbedürftig, wenn ich z.B. bei einem geselligen Essen mit anderen einfach aufstehe und den Raum verlasse. Ich kann aber doch nicht wegen allgemein gängiger Gepflogenheiten riskieren, dass … hmmm, was eigentlich… meine… Gesundheit (?) dabei auf der Strecke bleibt.

    Bei einem handfesten Disput, bei dem die Fronten geklärt werden müssen, hat es sich für mich bewährt: Rein, mich äußern, das von meinem Gegenüber aufnehmen, raus. Setzen lassen. Wieder rein, mich äußern…

    Was ich für mich festgestellt habe ist, dass ich einfach in sehr vielen Situationen aus ganz verschiedenen und allen möglichen Perspektiven auf eine Sachlage schaue. Das heißt auch, dass ich das, was eigentlich meins ist, aus den Augen verliere. Die vielen gleichzeitig vorhandenen Ebenen vermischen sich. Es ist sehr umständlich und zeitaufwändig um das zu sortieren, durchzublicken und dann auszuwerten und zu BEwerten. Und es liegt auf der Hand, dass wenn rasche Entscheidungen getroffen werden müssen, die oft defizitär sind und entsprechend korrigiert werden sollten.

  3. #343
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    showdown schreibt:
    Was ich für mich festgestellt habe ist, dass ich einfach in sehr vielen Situationen aus ganz verschiedenen und allen möglichen Perspektiven auf eine Sachlage schaue. Das heißt auch, dass ich das, was eigentlich meins ist, aus den Augen verliere. Die vielen gleichzeitig vorhandenen Ebenen vermischen sich. Es ist sehr umständlich und zeitaufwändig um das zu sortieren, durchzublicken und dann auszuwerten und zu BEwerten. Und es liegt auf der Hand, dass wenn rasche Entscheidungen getroffen werden müssen, die oft defizitär sind und entsprechend korrigiert werden sollten.
    Mir fällt es vor allem gefühlstechnisch schwer, bei mir zu bleiben.
    Ich spüre die Gefühle anderer oft stärker als meine eigenen und da fällt es mir dann unglaublich schwer zu mir zu kommen. Und ich finde es sehr irritierend. Vor allem, wenn jemand was sagt, aber irgendwie was ganz anderes fühlt. Da weiß ich dann oft nicht, ob ich mir das einfach einbilde oder ob das meine Gefühle sind oder die von anderen.
    Das gibt dann so einen Gefühlspudding, labbrig und nur schwer zu fassen.

  4. #344
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.600

    AW: ADHS und Dissoziation

    Bei den Gefühlen bin ich mir nicht sicher. Es sind eher die Sichtweisen anderer, die für mich plausibel sind. Kann sein, dass ich in mir was (!) spüre, nur interpretieren kann ich es dann nicht. Hmmm, stimmt nicht insgesamt… Ja, ich glaube, dass es in einzelnen Situationen vorkommt, dass ich das fühle, was der andere fühlt und glaube, dass es meins ist. Wochen oder Monate später komme ich durch viele Umwege drauf, dass das gar nicht meins gewesen war. Sind aber nur einzelne Situationen. Es sei denn, es sind nur die einzelnen, in denen ich es dann viel später erst geschnallt habe. Das mit den Gefühlen, mein ich.

    Wie ist es denn möglich, sowas früher zu bemerken? Zu interpretieren?

  5. #345
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Also ich kann das auch nicht genau voneinander abgrenzen. Und ich kann in der Situation selber nicht sagen, was es ist, was ich da merke. Da vermischt sich dann mein eigentliches Gefühl mit dem der anderen und daraus resultiert bei mir dann Irritation und Frustration.

    Das passiert auch nicht bei allen Menschen. Und in aller Regel auch nur in kleinen Gruppen, bzw. wenn ich mit jemandem alleine bin. Manche Menschen sind neutral, von denen spüre/merke ich nichts. Das scheint nur so zu sein, wenn die was anderes sagen oder was anderes ausdrücken als das, was sie wohl tatsächlich fühlen. Also dann spüre ich was.
    Es kann auch sein, dass mir einfach kleine Details auffallen, die anderen nicht auffallen. Z.B. dass mein Chef bei einem Vortrag, den er gehalten hat, äußerlich sehr souverän gewirkt hat, aber die Stimmte hat gezittert, er ist regelrecht zusammengezuckt, wenn man ihm eine Frage gestellt hat und seine Hände haben gezittert.

    Wenn es zuviel wird, dann geht bei mir ga nix mehr. Und ich glaube, was dann passiert, ist vielleicht sowas wie dissoziieren. Es ist zumindest ein ziemlich extremes Abblocken von allem.

    Meine letzte Psychotherapeutin (die alles andere als "neutral" war, ich hatte bei ihr das Gefühl, dass sie sehr viel Gefühl ausstrahlt, der ganze Raum war voll davon, alles war irgendwie rot und sehr fordernd, irgendwie so wie ein Staubsauger) hat mich öfter mal gefragt, was mit mir gerade passiert. Ich wusste gar nicht, was sie meint. Für mich ist es so, dass ich mich einfach kurz aus der Situation rausziehe, weils mir zuviel wird, und dann komme ich wieder zurück. Also ich bleibe schon sitzen und so, aber irgendwie fahre ich aus mir raus, oder so. (Das hört sich jetzt komplett durchgeknallt an...)

    In der Arbeit habe ich mit Freunden zusammen die Gefühle sortiert. Wir haben verschiedene Situationen durchgesprochen und auch verschiedene Charaktereigenschaften von meinen Kollegen. Seit ich weiß, wie die ticken, kann ich besser damit umgehen und kann mich gefühlstechnisch davon trennen und bei mir bleiben.
    Dann hilft es mir noch, wenn ich mich nicht überrumpeln lasse. Wer was von mir will, der muss einfach warten bis ich soweit bin. Ich sage dann einfach, dass ich darüber in Ruhe nachdenken möchte und dass ich später Bescheid gebe.
    Und ich sage mir immer wieder in solchen Situationen, dass ich bei mir bleibe und frage mich bewusst, was ich gerade fühle.

    In so 2er Gesprächen baue ich mir gedanklich so eine Art Wand zwischen mir und meinem Gesprächspartner auf. Die ist mittlerweile durchsichtig und wirkt als Trennlinie zwischen mir und dem anderen. Die Gespräche mit meiner Psychiaterin sind größtenteils nur so wirklich sinnvoll.

  6. #346
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegenpilz schreibt:

    (...)
    Meine letzte Psychotherapeutin (die alles andere als "neutral" war, ich hatte bei ihr das Gefühl, dass sie sehr viel Gefühl ausstrahlt, der ganze Raum war voll davon, alles war irgendwie rot und sehr fordernd, irgendwie so wie ein Staubsauger) hat mich öfter mal gefragt, was mit mir gerade passiert. Ich wusste gar nicht, was sie meint. Für mich ist es so, dass ich mich einfach kurz aus der Situation rausziehe, weils mir zuviel wird, und dann komme ich wieder zurück. Also ich bleibe schon sitzen und so, aber irgendwie fahre ich aus mir raus, oder so. (Das hört sich jetzt komplett durchgeknallt an...) (...)

    .
    Das mit dem "ROT" mit dem der Raum angefüllt war, interessiert mich. Kannst Du das genauer beschreiben? - Und "durchgeknallt" ist das sicherlich überhaupt nicht! Es hört sich nämlich nach einem Synästhesiephänomen an.
    Johannes

  7. #347
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.600

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ich finde das auch nicht durchgeknallt. Das "mentale" raus und rein, das kann ich nicht. Mir hilft in solchen therapeutischen Situationen, mich zu bewegen. Also gemeinsam raus und etwas schneller spazieren gehen. Und wenn's im Kreis ist . Funktioniert auch bei privaten 1to1-Situationen.

    Diese Details, die du z.B. von deinem Chef beschreibst… Sind die dir direkt in der Situation so klar und bewusst? Bei mir geschieht das erst hinterher. Ich nehme oft zwar wahr, kann aber in dem Moment nichts damit anfangen. So ist es bei mir auch reine "Glückssache", wenn ich Zugriff auf das, auf irgendwas habe "was ich in der Situation tun kann". So wie du eine imaginäre Wand aufbaust. Selbst wenn ich es mir fest vorgenommen habe, wenn ich bevorstehende Situationen in Gedanken durchspiele, es ist wie weggeblasen. Manchmal wünsche ich mir ein ausgelagertes Gehirn, das seinen Verstand beisammen hat und entsprechend für mich einspringt.

    Ich bin mir nicht mal sicher, ob das in diesen Momenten eine Dissoziation ist, weil ich mich nicht verschoben wahrnehme.

    Vielleicht ein jüngstes Beispiel:

    Ich war bei einer Wohnungsbesichtigung. Statt mir Bedenkzeit auszubitten, habe ich die Frage, ob ich interessiert sei, klar bejaht. Die Vermieterin war sehr sympathisch und hatte eine positive Ausstrahlung. Hat für mich in der Situation auch genau so gepasst. Hinterher fiel mir auf, dass die Wohnung selbst… na, da gab es einiges, das mir wohl sehr große Probleme bereiten würde, wenn ich da reinziehen würde. Dazu kam noch der subtil geäußerte Druck von meinem derzeitigen Vermieter mit einer sehr versteckten Zurechtweisung. Auch erst hinterher erkannt, dafür sehr stark. Erst mal Wirrwarr. Kam auf keine Lösung. Schaffte es auch nicht mir von einem sehr nahe stehenden Menschen, mir Rat zu holen.

    Zwei Tage später riefen die potentiellen Vermieter mehrmals an. Ich ging nicht ran, weil ich in mir noch nichts klar bekommen hatte. Noch einen Tag später wieder ein Anruf, den ich verstreichen ließ. Doch war ich dabei, Klarheit in der Situation und für mich zu kriegen. Ein paar Stunden später war ich bereit und sicher, wollte meine Bedenken äußern und noch um etwas Zeit für meine Entscheidung bitten. Anruf, die Vermieterin mit total freudiger, warmer Stimme… Sie hätten sich für mich entschieden. Klickerdiklick! Sprachlosigkeit… Ja, wow… TOLL! Damit die Zusage von mir. Wir redeten darüber, wann wir uns treffen können um den Mietvertrag durchzugehen usw. Auch da alles gepasst. Fühlte mich völlig in mir. Ich freute mich 'ne halbe Stunde tierisch darüber…

    Uuuups!!! Das wollte ich doch gar nicht.

    (Gut, durch einen glücklichen Zufall, der noch einige Turbulenzen und hochtouriges Fahren von mir nach sich zog, konnte ich das alles nochmal umbiegen.)

    Zettel als visuelle Stütze zu schreiben ist ziemlich wirkungslos, weil ich die schwarzen Striche auf dem weißen Papier zwar lesen, aber kaum/selten bis gar nicht interpretieren kann. Das kommt nicht in mir an.

    Es ist schon so, dass ich für das, was immer ich mache, verantwortlich bin. Zu tun habe ich jedenfalls genügend mit mir und dem was ich fabriziere . Ob ich in Dissos drin bin, mir den Schuh von anderen anziehe oder einfach so losstürme…

  8. #348
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 470

    AW: ADHS und Dissoziation

    Au Backe, dazu muss ich jetzt einfach auch 'was schreiben.
    Ich kenne dieses Thema nämlich auch zuuuuu gut.

    Ich bin mittlerweile der Ansicht, dass ich je nach Situation, Gesprächspartner, etc. zwischen verschiedenen emotionalen Teilaspekten meiner selbst umschalte. So wie ein Betriebssystem, auf dessen Grundlage unterschiedliche Programme für jeweilige Anwendungszwecke laufen. Das Problem scheint nur zu sein, dass die Programme nicht voll in die Softwareumgebung inegriert sind und durch ihre Benutzung laufend umprogrammiert werden.

    Diese Umprogrammierung bewirkt dann, dass das jeweilige Programm immer weniger mit dem Betriebssystem korrespondiert und Bewertungsfehler auftreten, die dem Gesamtzweck des Ich-Computers widersprechen.

    Zur Zeit versuche ich diese Einzelprogramme wieder mehr in das Betriebssystem zurückzuintegrieren.

    Hm.

    Abschicken.

  9. #349
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADHS und Dissoziation

    web4health schreibt:
    Wie Piero Rossi in seiner Buchbesprechung zu Barkley ADHS-Buch schön darstellt, orientieren wir und fälschlich allein an normbestimmten Therapiezielen wie Selbstbeherrschung bzw. eben Anpassung an xyz.


    Die Buchbesprechung finde ich etwas an den Nasenhaarwurzeln herbeigezogen.

    Ich hätte an Barkley auch einiges zu kritisieren.

    Hier hat aber eindeutig jemand etwas in ein Buch hineingelesen, was er darin sehen wollte.

    Seine Hauptthese, Barkley verengt ADHS auf die exekutiven Funktionen.

    Das ist nicht der Fall. Auf Seite 58 beschreibt er, dass das Problem der Selbstkontrolle und die mangelnde Inhibition weitere entscheidende Faktoren sind.

    Den Akzent auf die exekutiven Funktionen zu legen, ist keine Verengung, sondern zum einen erstmal eine große Befreiung. Der ADHSler erfährt, dass seine Probleme ausgehen von der Stelle des Gehirns, das für die motorischen Funktionen zuständig ist und nicht von denen, die die Wahrnehmung betreffen.

    Der ADHSler ist also kein Freak, der die Dinge anders wahrnimmt als sie sind, er reagiert nur anders als der Normale darauf. Das nimmt das Stigma des Dachschadens vom ADHS, das Stigma des Verrücktseins.

    Zum anderen sagt er eben damit, dass das Aufmerksamkeitsdefizit und der Fokus, der darauf liegt, ein Irrweg ist, weil die Störung der exekutiven Funktionen wesentlicher sei, z.B. die Störung des Arbeitsspeichers und anderer Störungen, die in dem Teil des Gehirns vorherrschend sind, wo es darum geht, ein bestimmtes Wissen, eine bestimmte Information in die Tat umzusetzen.

    Zum anderen wies Barkley unablässig auf die hohe genetische Komponente von ADHS hin und trat damit jenen Milieutheoretikern entgegen, die davon ausgehen, dass wir in unseren modernen Gesellschaften mit Reizüberflutung, Informations-Overkill und Medien sowieso schon alle ein bisschen bluna sind.

    Das Gegenteil einer Verengung der Betrachtung ist also der Fall, ADHS bekam eine weit größere Dimension.

    Man kann jetzt nicht jeden [ ..... ] beleidigende Ausdrucksweise (gelöscht) korrigieren, den Rossi hier aufzählt. Einer scheint mir wesentlich zu sein.

    Dass 90 Prozent aller Betroffenen mit Medikamenten geholfen werden kann, soll zunächst die These von Barkley sein, dieser macht jedoch deutlich, dass es nur in etwa 60 Prozent aller Fälle zu gravierenden Verbesserungen durch die Medikation kommt, in 30 % aller Fälle können zumindest leichte Verbesserungen erzielt werden.

    Dass Rossi das ganze auf 50 Prozent herunterkorrigiert mag gerechtfertigt sein. Das kann man allerdings nur so stehen lassen, wenn man hinzufügt, dass uns die volle Bandbreite der ADHS-Medikamente, wie sie in Amerika eingesetzt werden, in Deutschland überhaupt nicht zur Verfügung steht. Ansonsten – ganz abgesehen davon, dass ich es grundsätzlich nicht mag, wenn Psychologen von Medikamenten sprechen und von dem, was sie alles gehört haben von denen, die diese Medikamente einsetzen – ist das eine Behauptung, die so keinen Sinn macht.

    Ansonsten besteht der Text zu über 80 Prozent nicht in einer Auseinandersetzung mit dem Buch von Barkley, sondern im typischen [ ..... ] beleidigende Ausdrucksweise (gelöscht), dahingehend es wieder einmal die Gesellschaft sein soll.

    Die Gesellschaftskritik, im typisch linken Kostüm des 19. Jahrhunderts mit Max Webern einherstolzierend, mag durchaus berechtigt sein, mit ADHS und dem eigentlichen Thema hat sie erschreckend wenig zu tun.

    Ich frage mich, wie wenig man einem Individuum eigentlich zutrauen muss, das man ja prinzipiell verteidigen will, wenn man ihm suggeriert, es möge Barkley sozusagen zum Opfer fallen, indem es schön brav und fleißig seine ADHS-Medikation einnimmt, um in der Gesellschaft umso reibungsloser zu funktionieren?

    Was ist das für eine Unterstellung? Und was ist DAS für ein Menschenbild, das einer solchen Unterstellung zugrunde liegen mag?

    Ich komme da immer wieder zu der Erkenntnis, dass es sich um typisches [ ..... ] beleidigende Ausdrucksweise (gelöscht) handelt, das also nicht der Mensch, wie behauptet wird im Mittelpunkt des ganzen steht, sondern das [ ..... ] beleidigende Ausdrucksweise (gelöscht), das über ihn gemacht wird.

    Das [ ..... ] beleidigende Ausdrucksweise (gelöscht)l geht vereinfach gesagt vom alten Ruf: „Erkenne dich selbst“ aus, und wenn das erst einmal erledigt ist, davon dass man auch in einer hochtechnifizierten Welt durchaus nach seiner eigenen psychischen Facon selig werden könne, ohne beständig im übertragenen Sinne die Fresse dabei poliert zu bekommen. Ein alter Irrglaube, der aus der eingebildet oder auch tatsächlich erfolgreichen psychotherapeutischen Arbeit heraus resultiert, dass also [ ..... ] beleidigende Ausdrucksweise (gelöscht) als New-Speak durchaus ein Heilsegen sein kann in einer modernen Welt.

    Die Behauptung Rossis, dass die Forschung die Anpassung befördere, während dessen die Psychologie sozusagen die Freiheit des Individuums bewirtschafte, ist schon arg zynisch, wenn man von der Wirklichkeit ausgeht, dass die Psychologie eben ein Teil des Repressionsapparates ist und überhaupt noch nie etwas anderes gewesen ist.
    Geändert von Alex (17.04.2012 um 11:13 Uhr) Grund: s. Edit

  10. #350
    Ida


    ♥ ♥ ♥

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 401

    AW: ADHS und Dissoziation

    Das Thema ist nach wie vor sehr interessant für mich und ich danke jedem von euch für eure Beiträge. In so vielem finde ich mich wieder und das ist für mich auf der einen Seite beängstigend und schockierend und auf der anderen auch irgendwie ermutigend.


    Viele in diesem Forum erzählen von der Reizüberflutung beim Einkaufen. So was kenne ich in dem Ausmaß nicht. Aber so ähnlich empfinde ich es mit diesem Thread.

    So viele Seiten sind das mittlerweile und es erschlägt mich geradezu. Um an Informationen zu kommen, die für mich wichtig sind, muss ich die Seiten nochmal durchsuchen.

    Emoflex interessiert mich sehr und vor einigen Tagen habe ich lange gesucht, bis ich den Link mit den Augenbewegungen gefunden habe.


    Für mich ist es unmöglich hier immer wieder hin und her zu suchen, denn ich habe einfach nicht die Zeit dazu. Ganz abgesehen davon macht mich das ganz durcheinander und wichtige Informationen bleiben auf der Strecke weil ich sie überlese.

    Das Gleiche geschieht beim chatten. Deshalb mag ich das nicht so.


    Lange Rede kurzer Sinn:

    Wie wäre es wenn wir eine Gruppe eröffnen, wo die Informationen strukturierter aufgebaut sind, und wo jeder mit seinem eigenen Thread, das bearbeiten kann was ihn gerade beschäftigt.

    Eine Selbsthilfegruppe sozusagen.


    Einen Bereich wo erklärt wird, was Dissoziation ist und wie emoflex funktioniert


    Das und das ist es und so und so wird es gemacht.


    Das würde mir sehr helfen.


    Wäre das Möglich?


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