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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #271
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: ADHS und Dissoziation

    Eiselein schreibt:
    DISSOZIATION - URSZENE, DANN HYPERBELARTIGER VERLAUF (?)
    Was mir noch wichtig scheint zu betonen, ist, dass die Dissoziation anscheinend zu Beginn eines bewussten Aktes bedarf, d.h. eines Willens, sich einer bestimmte Emotion nicht in ihrer vollen Stärke aussetzen zu WOLLEN. Und dass interessanterweise späterhin dieser Vorgang, eingeübt über die Jahre, scheinbar völlig automatisiert und selbstverständlich abläuft, also nicht mehr bewusst vollzogen werden muss.


    Ich halte das durchaus für möglich, dann aber als dyfunktionales "Lösungsmuster". Das gewisser Weise aus dem positiven Konsequenz einer erlebten Dissoziation entstand.

    Eine "echte" Dissoziation wird durch eine (lebens-)bedrohliche Situation ausgelöst, die sich nicht anders (emotional) lösen lässt. Ebenso kann ein Trigger damit verknüpft sein. Daher gilt es genau hinzusehen, was was ist.

    Vielleicht muss man dazu den Begriff "Trauma" und die Folgen etwas anders betrachten, als das die "klassischen" Ansichten tun. Und weiter zurück gehen....

    Einmal sehe ich die Disposition, durchaus genetisch bedingt, eine sensible Wahrnehmung zu haben. Dies kann sich auf alle Sinneswahrnehmungen erstrecken oder aber auch nur auf Teilbereiche. Diese tiefe Empfindsamkeit macht sich daher bereits schon nach der Geburt bemerkbar (oder auch schon vorher?).
    Scheinbar "normale" und "harmlose" Erziehungsmethoden können so bereits zu diesen "traumatischen Erlebnissen" führen.

    Ein Beispiel:
    Lange Zeit galt es als "normal" Babys nur alle 4 Stunden zu füttern.
    Essen bedeutet Leben, denn wenn wir keine Nahrung bekommen, verhungern wir. Dies ist eines der ersten elementaren Bedürfnisse des Säuglings. Wenn er nun (für ihn) unerträglich lange auf Nahrung warten muss, kann durchaus Unsicherheit und Todesangst entstehen. Dies wäre genau das Szenario, was für eine Traumatisierung genügt. Bei weniger sensiblen Kindern mag die Erfahrung, nach ein bischen Warten kommt Nahrung, ausreichen, dass eben keine Kompensationsstrategien notwendig sind.
    Bereits zu diesem Zeitpunkt könnte der Säugling also bereits die Erfahrung gemacht haben, dass seine Bedürfnisse nicht (adäquat) befriedigt werden, dass er nicht angenommen wird.
    Dies ist nur ein Beispiel, das sich vielleicht überzogen liest...
    Weitere Erfahrungen, die dieses Erlebnis triggern, wirken verstärkend.
    Je nach dem, welche Überlebensstrategien sich ausgebildet haben, werden diese als "Muster" fortgeführt und automatisiert. Paradoxer Weise, bleiben erfolgreiche, "logische" Automatismen bei ADHSlern besonders hartnäckig.

    So haben wir eine "hilfreiche" Dissoziationserfahrung, die wir so nicht erinnern können, aber auf andere Situationen übertragen wird.
    Wo nun die Grenze läuft, zwischen "echter" Dissoziation aufgrund eines lebensbedrohlichen Erlebnisses und einem durch "Erfolg" konditioniertem Verhalten, oder ob es wirklich einen Unterschied gibt,

    Ich denke jedoch, dass bei sehr hoher Empfindsamkeit, gekoppelt mit einer unsicheren Selbstwahrnehmung die Alarmzustände zunehmen. Es mag eine Logik haben, dass sich nicht für jeden Alarmzustand eine eigene Strategie ausbildet, sondern dass auf bereits bekannte zurückgegriffen wird.
    So ist es auch so, dass einige mit Aggression reagieren, andere mit Rückzug, wenn sie angegriffen werden.


    Ein weiteres Beispiel:
    Wird Weinen des Säuglings meist als Hunger fehlinterpretiert und somit mit Füttern beantwortet, kann erstmals das eigene Empfinden (Einsamkeit, zu viel Lärm usw.) als "falsch" gespeichert werden. So kann eine Vermischung bzw. Verwechslung von körperlichen und emotionalen Empfindungen entstehen. Später empfinden wir "Hunger" wenn wir traurig sind und essen um dieses Gefühl auszugleichen.
    Diese Erfahrungen, führen zur Überzeugung, dass die eigenen Bedürfnisse falsch oder nicht von Bedeutung sind (z.B. wenn weiter gefüttert wird, obwohl satt).

    Ich denke daher, dass es sehr wichtig ist, wieder genau zu beobachten, was wir tun, wie wir reagieren. Denn oftmals sind wir wütend oder aggressiv und wissen nicht, woher das plötzlich kommt. Wir verspüren Hunger, obwohl an wir sich satt sind ....

    Da die Ursprungssituationen nicht (immer) erinnerbar sind, wohl jedoch das spontane Gefühl, können wir anhand des Gefühls arbeiten (hinterfragen der Wut, emoflex, usw)

    Vertrauen in die eigenen Gefühle und Wahrnehmung entwickeln, das sehe ich als den Weg aus der Zwickmühle. Hierzu benötigen wir Hilfe, Handwerkszeug, damit wir handlungsfähig bleiben und eben nicht reflexartig reagieren müssen, weitere Alarmzustände ausgelöst werden....

    LG
    Erika
    Geändert von 1411erika ( 9.04.2012 um 13:25 Uhr)

  2. #272
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    showdown schreibt:
    Müssen es unbedingt Gefühle sein oder könnte auch etwas anderes die Tendenz für das Abspalten bzw. Verschieben begünstigen?

    Wie sieht es denn aus mit der viel unauffälliger daherkommenden Reizfilterschwäche… Jedes Geräusch, jede Bewegung, die diese Sinnesorgane aufnehmen und die sofortige Aufmerksamkeit auf sich lenken. Dazu noch, dass die Informationsverarbeitung einfach anders funktioniert und deshalb das Material auch nicht zeitnah ausgewertet werden kann.
    Bei einem Thread von mehr als 269 Postings kann man schon ziemlich den Überblick verlieren.
    Ich weiß nicht mehr genau, wo das zu finden ist, aber ja, das kam hier anfänglich schon zur Sprache und wurde auch so betätigt.
    Ja, auch Reizüberflutung kann eine Ursache für Dissoziation sein.

    Ich müsste echt suchen, um das oder die Postings wieder zu finden, einfach mal durchstöbern, es war wie ich meine, ziemlich am Anfang.

    LG
    Marcus

  3. #273
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 64
    Forum-Beiträge: 241

    AW: ADHS und Dissoziation

    @ emoflex: Frage:

    was unterscheidet emoflex von der Timeline-Therapie?
    Kann leider keine PN senden. (Vielleicht mangels einer Vorstellung deinerseits). Darum meine Frage hier im Thread

  4. #274
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Wiederspruch Reha: Will nach Bad Bevensen !

    web4health schreibt:
    Bei vielen ADHS-Chaoten hier im Forum, die sich ein ADHS vom unaufmerksamen Subtyp zuschreiben, vermute ich eher so ein "Überlaufproblem" .
    Ich muss noch mal auf dieses Anfangsposting zurückkommen, denn das lässt mich nicht so recht los:

    Das klingt für mich ein wenig, als wären diese unaufmerksamen Subtypen gar keine ADS'ler ...

  5. #275
    Ida


    ♥ ♥ ♥

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 401

    AW: ADHS und Dissoziation

    Das deckt sich irgendwie mit meinem Gedankenwirrwarr.

  6. #276
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    susi53 schreibt:
    @ emoflex: Frage:

    was unterscheidet emoflex von der Timeline-Therapie?
    Kann leider keine PN senden. (Vielleicht mangels einer Vorstellung deinerseits). Darum meine Frage hier im Thread
    Eine Timeline ist ja erstmal nur eines von vielen möglichen Werkzeugen, beispielsweise aus der NLP.
    Ich arbeite sehr begeistert mit der Timeline, aber bei Emoflex verarbeitet man anders. Die Rechts-Links-Stimulation über Augenbewegungen (wie bei EMDR) oder aber Klopfen (Tapping) oder bilaterale Töne bei der gleichzeitigen Vorstellung der Timeline verändert die Bilder.

    Man arbeitet also nicht mit Suggestion, sondern die Ereignisse werden einer Verarbeitung zugänglich. Stark vereinfacht ausgedrückt : Auf einer normalen Timeline sehen die Punkte bei vielen ADHSler erst alle gleich aus. Durch Emoflex bekommen sie eine zeitliche Ordnung bzw. verlieren an Emotionaler Last. Die "alten" Sachen sehen dann auch "alt" aus. Das passiert bei der alleinigen Vorstellung einer Timeline so nicht.

    Natürlich kann man viele Arten von Timelines machen. Ich mache auch gerne Zeitungsexemplare, Videokassetten) bzw. jegliche Formatierungen zwischen wenigen Milisekunden, über Stunden bzw. Monate bis zum ganzen Leben (und darüber hinaus transgenerationell).

  7. #277
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADHS und Dissoziation

    Wenn ich es richtig interptretiere ist das Kernproblem die fehlende/mangelnde
    SELBSREGULATION.

    Und dies kann dazu führen, dass auch (vermeidlich, banale) Situationen uns
    überfordern und der Ausweg die Dissoziation sein kann.

    Also müssten wir entweder einen anderen Weg finden im Umgang damit
    oder
    IST ES MÖGLICH die Selbstregulation zu trainieren??

    (habe ich es richtig zusammengewürfelt?)

    edit: ich habe es gefunden, (ich bin skeptisch ...) also wenn man keine
    selbstregulation "von haus aus" hat: geht es nicht. :-(
    http://adhsspektrum.wordpress.com/tag/selbstregulation/
    Geändert von Smile ( 9.04.2012 um 17:39 Uhr)

  8. #278
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ich komme gerade von der Familienfreizeit von ®TOKOL e.V. - ADS und ADHS - Asperger-Autismus - Hochbegabung aus Kukuk zurück. Dort hat u.a. Corrie Neuhaus Kurse zum Thema Kommunikatons- und Selbstwerttraining auf der Grundlage eines regulationsdynamischen Modells von ADHS gemacht. Da lernt man die Grundlagen zur Aktivierung bzw. eben Nicht-Aktivierung des ADHS-Gehirns bzw. typische "Absturzmöglichkeiten".

    Ich selber habe 3 Vorträge u.a. zu Emoflex bzw. auch Lernen gemacht und zahlreiche Emoflex-Sitzungen gehabt. Die Besonderheit war, dass ich da teilweise eben ganze Familiensysteme erleben konnte. Die Traumata der Eltern durch ihre eigene Kindheit und das häufg lange nicht entdecke ADHS ist dann in Wechselwirkung mit der Betroffenheit der Kids zu sehen. Es war sehr eindrucksvoll zu sehen, wie man dann auch als Eltern quasi wiederum re-traumatisert wird, wenn man sein Kind leiden sieht.

    Ich glaube, man kann mit vergleichsweise simplen Mitteln Kids mit ADHS vermitteln wie ihr Gehirn tickt. Was sie tun können und was eben zum Umgang mit den Besonderheiten einschliesslich der Gefahr der Traumatisierung / Dissoziation passiert.

    Wir haben das exemplarisch wie einen Planeten bzw. Landkarte erarbeitet, da bilden sich dann die emotionalen Probleme echt gut ab (Dank Lego Star Wars-Spielen ist das auch mit sehr jungen Kids möglich). Wir haben einen "Therapieweg" von schlecht nach "Hoffnung" entwickelt. Auf der Strasse finden sich dann viele Schlaglöcher und Risse, keine Wegweiser bzw. Markierungen oder gar Leitplanken. Das ist jetzt bei einigen Kids anders :-)

    Nicht immer muss es ja ein kompletter Riss sein, aber die Mikrotraumatisierungen des lebenslangen "Anders sein", sind heftig.

    Dort auf der Freizeit dürfen die Kinder eben so sein, wie sie sind. Das war bis auf eine Ausnahme eines Jungen, der sich ziemlich zurückzog, bei allen der Fall.

    Ich glaube, ADHSler brauchen solche Erlebnisse. Nicht nur die Kinder und Jugendlichen, auch wir Eltern. Insofern ist dieser Ort am Arsch der Welt schon wieder ein Sinnbild für eine anti-dissoziative Lebensform.

    Kann man Selbstregulation lernen ? Ja, man kann sein Leben selber in die Hand nehmen lernen. Aktiv sich damit auseinander setzen und eben sich mit Menschen umgeben, die das verstehen. Und ich denke, man könnte mehr störungsspezifische Infos über ADHS, Pharmakotherapie und eben auch Traumatherapie vermitteln.

  9. #279
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 396

    AW: ADHS und Dissoziation

    Wenn Oliver Kahn, in diversen Interviews, in dritter Person von sich selbst gesprochen hat. Hat er dann dissoziiert?

  10. #280
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: ADHS und Dissoziation

    zlatan_klaus schreibt:
    Wenn Oliver Kahn, in diversen Interviews, in dritter Person von sich selbst gesprochen hat. Hat er dann dissoziiert?
    Pluralis Majestatis ??

    Oder Persönlichkeitsspaltung?

    Nein, denke nicht, weil die Dissoziation (erst mal) nicht bewusst wahrgenommen wird...

    LG
    Erika


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