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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #221
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 46

    AW: ADHS und Dissoziation

    Man kann sich in alles reinsteigern...

    Manchmal gibt es einen Halt und eine Identität, wenn man sich mit dem identifiziert, was einen beschäftigt. Wer zu viel über Krankheitsbilder liest, so heißt es, wird wenn diese Person nicht aufpasst, selber krank. Deshalb halten sich, so weit ich nachvollziehen kann, die meisten Psychologen mit manchen Sachen zurück. Ich weiß nicht wer ich bin? Moment, da fiel doch ein Begriff? Was ist das? Es passt! Das bin dann wohl ich...

    Dass man sich an viele Sachen der Kindheit nicht erinnert, liegt wohl nicht ganz vor, presche ich mal heraus. Wieso? Ich meine oder meinte dies auch immer. Doch fehlt mir meist die Konzentration das Erlebte abrufbar abzuspeichern (ich rede absichtlich jetzt nur von mir) oder brauche ich einen Hinweis (meist oder generell einen optischen Eindruck), einen Trigger, um mich an meine Kindheit zu erinnern. Nicht unbedingt schlimme Sachen, sondern auch Schönes. Dass mir plötzlich Erlebnisse in den Sinn kommen, an die ich meinte, mich garnicht erinnern zu können...

    Wie willst du eine Antwort geben, wenn du die Frage nicht kennst? Oder: Wie willst du dich an etwas erinnern, wenn du garnicht weißt, wonach du suchst. Bei all den Einzelheiten/Kleinigkeiten, die auch aufgenommen wurden? Mir ergeht das so...

    Aber manchmal stimmt es. Aber objektiv betrachtet, indem es keine Identifizierung gibt. Ich nicht denke, dass es ich ist, sondern ein Teil von mir, der mich ausmacht. Aber ich selber Tobias bin. Und keine Krankheit bzw. Störung...

    Lieben Gruß, der Toby

  2. #222
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 88

    AW: ADHS und Dissoziation

    web4health schreibt:
    Für ADHSlerist das Abgrenzen bzw. der emotionale Perspektivenwechsel schwierig.Nähe und Distanz zu regulieren, ist verdammt schwer. Das muss alsonicht zwangsläufig eine dissoziative Symptomatik sein. Kann aber.

    Bei Kindheitserlebnissen ist es so, dass das auch vieleADHSler betrifft. Aber starke Erlebnisse wie Einschulung oder so,sollten noch abrufbar sein. Typischerweise rufen aber ADHSler nichtüber Zeiten sondern über innere Bilder Erlebnisseab.
    Vielen Dank für die schnelle Antwort.
    Was könnte ich tun um dem Verdacht nachzugehen?

    ² Khaosrabe


    Ich weiß nicht... du hast in einigen Punkten sehr recht.
    Es ist lächerlich. Jetzt, da ich alles aufgeschrieben hab, sagt mein Verstand mir, dass ich es mir einbilde.

  3. #223
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: ADHS und Dissoziation

    web4health schreibt:
    Typischerweise rufen aber ADHSler nicht über Zeiten sondern über innere Bilder Erlebnisse ab.
    hm - aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel?

    Ich habe bei mir vielmehr den Eindruck, dass das situative Timeline-Rückschaumodul ziemlich gut funktioniert ...
    • primär hat hier das Personenzuordnungsgedächtnis anscheinend einen Wackelkontakt: erinnerte Sachverhalte passen, lediglich die Teilnehmer vertausche ich manchmal ;-)
    • Außerdem gibt es Inferenzen im aktuellen Planungsmodul:
      • Möglichkeit A: Ich bin absolut sicher, etwas erledigt zu haben
        (allerdings ohne inneres Bild von der Handlung),
        und weil ich mich weigere, mich ständig zu kontrollieren, prüfe ich nicht, ob ich XY wirklich erledigt habe (bin ja schließlich nicht dämlich, es handelte sich um eine Routinehandlung ... werde mir doch wohl noch so einen Klacks merken können) ...
        Tatsache ist: ich habe XY nicht erledigt
      • Möglichkeit B: Ich bin absolut sicher, etwas nicht erledigt zu haben ...
        (ich habe in diesem Moment auch kein inneres Bild an den Vorgang einer Handlung)
        schließlich kenne ich mich, dauernd vergesse ich etwas ...
        Tatsache ist aber: ich habe XY doch erledigt -
        und zwar genau so, wie ich von mir vermuten würde, dass ich es erledigen würde, wenn ich es noch zu erledigen hätte ... *sfg
        (bei der Rekonstruktion der Handlung oder/und z.B. dem Wiederfinden eines vermeintlich nicht an seinen Ort gelegten Gegenstandes taucht das innere Bild der Situation auf und ich weiß plötzlich sogar noch, woran ich bei während der Routinehandlung gedacht habe - nämlich etwas, was ab dem Zeitpunkt derRoutinehandlung bereits 5 Schritte weiter war - will heißen, ich scheine weitaus mehr Handlungen im impliziten Gedächtnistrakt einzuspeisen, als lediglich laufen, Radfahren oder Autofahren ...)
      • Möglichkeit C: Ich bin mir absolut sicher, etwas erledigt zu haben ...
        Ich habe ein klares inneres Bild vor Augen, wie ich XY erledigt habe ...
        Tatsache ist aber: Ich habe XY nicht erledigt ...
        Ich erinnere später dann, wie ich beispielsweise in der Küche saß, und mir das Hirn zermatert habe, wie XY zu erledigen sei ... ich erinnere also lediglich die Vorstellung, das Abbild eines mentalen Konzeptes, ohne dass es jemals eine Instanź dieser Handlung gegeben hätte (hierbei handelt es sich dann um keine Routinehandlungen!)
    Gibt es dazu plausible Erklärungen?
    Komme ich da über irgend eine Therapieform dran?

    P.S. Ich habe echte Erinnerungen, die bis ins zweite Lebensjahr zurückreichen - also keine "Erzählerinnerungen" durch die Verwandschaft bei Familienfeiern, die dann ein Quasierinnerungsbild hineinmalen ...
    Geändert von habitbreaker ( 1.04.2012 um 23:42 Uhr)

  4. #224
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 362

    AW: ADHS und Dissoziation

    Also ich habe jetzt nicht alle Beiträge gelesen, wäre auch zuviel aufeinmal.
    Die ersten zwei Seiten und paar in der Mitte und am Ende.
    Dann die emoflex Seite mal geöffnet und reingeschaut/gelesen.

    Das alles ist sehr interessant.

    Dennoch kommen bei mir Fragen auf, die ich auch mit meiner Therapeutin ansprechen werde.
    Vorweg will ich anmerken dass ich mehrere schwere Traumatische Erfahrungen gemacht habe, die in der Vergangenheit liegen.
    Eine davon ist der über Jahre stattgefundene sexuelle Mißbrauch in der Familie und zusätzlich andere körperliche und psychische Gewalt.
    Und da stellt sich mir die Frage, denn ich denke die Abspaltungen sind wie ein Schutzmantel der vor dem totalen Untergang bewahrt haben,
    ob es nicht auch Gefahren mit sich bringt diesen quasi Schutz- Mantel einfach so abzulegen. Vorallem ohne entsprechender Hilfe im Notfall.
    Und was Flashbacks bedeuten können weiß ich leider nur zu gut.
    Was ich bislang gelesen habe, halte ich für durchaus gut, aber ich fände es dennoch besser die Anwendung Fachleuten in die Hand zu geben, als die Betroffenen einfach mal machen zu lassen, ohne deren Vorgeschichte oder Lebenssituation zu kennen.
    Und dann noch die teuren Kurse anzubieten, lässt bei mir im Gesamtzusammenhang die Alarmglocken läuten.
    Ich werde mich davon jedenfalls vorest distanzieren, denn das Risiko mit einer Krise alleine dazustehen ist mir doch zu groß.
    MFG
    Lillemoor

  5. #225
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 46

    AW: ADHS und Dissoziation

    Mrs.Shankly schreibt:

    ² Khaosrabe


    Ich weiß nicht... du hast in einigen Punkten sehr recht.
    Es ist lächerlich. Jetzt, da ich alles aufgeschrieben hab, sagt mein Verstand mir, dass ich es mir einbilde.
    Deswegen das andere Extrem suchen ist in meinen Augen auch nicht der richtige Weg. Beobachte dich und dein Umfeld. So weit wie möglich objektiv...
    Nicht etwas dazudichten, was man aus dem was ist ableiten könnte, sondern das, was ist, als das "Symptom" nehmen. Es können sich Symptome überdecken, ja, ok. Gebe ich zu. Aber da hinter zu steigen wird dann echt ziemlich kompliziert. Ich beobachte und analysiere mich seit fast zehn Jahren und so langsam bin ich mir sicher, was ist und was ich bisher darauß ableitete...

    Ich sprach extra von mir selber da oben, aus dem Grund, dass ICH mich hineingesteigert habe und ich weiß, dass es eine Gefahr ist, wenn man sich mit dessen beschäftigt. Das heißt nicht, dass es Jedem so ergeht. Es dauert länger als eine Symptomliste abzuarbeiten und zu sagen: "Ja, könnte passen", wenn man nur sagen will: "Ja, passt!" (Zumal auch seltene Auftritte derer dazu zählen. Liegt an der Stärke der Auftritte). Dazu aber auch die Symptome abarbeitet, dessen sich mit anderen "Störungen" (wie ich dieses Wort nicht mag in dem Kontex ) überschneiden. Die Auswirkungen der Symptome und dessen Symptome. (Borderliner dissoziieren. Ich dissoziiere. Deswegen Borderliner? Den Rest durchgehen. Haargenau. Wenn möglich mit Freunden/Verwandten oder halt dem Spychologen. Und sagen können, Ja oder Nein. Du merkst worauf ich hinaus will? Nur weil man ein Symptom hat, bildet man sich das Symptom nicht ein. Aber reinsteigern kann man sich (glaub mir. Ich habs durch... ) Kein "Vielleicht", "könnte", "wenn", usw.

    Lieben Gruß, der Toby (Und ich bin kein Rabe... Obwohl sehr schöne Vögel)

  6. #226
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADHS und Dissoziation

    @khaosfalke
    ich schreibe auch nur von mir.... ich sehe das ganze recht rational, bei mir besteht die gefahr nicht
    mich da irgendwie reinzusteigern. ich finde es spannend, (ja, vielleicht bin ich naiv?) zu verstehen
    warum ich so funktioniere. bei mir ist das ganze immer meine normalität.
    (bin ein kopfmensch)

    ich habe jetzt einen namen für den zustand in dem ich mich manchmal befinde - dass andere dies gleich
    als "krank" abstempeln - ist ihr problem. es ist meine methode mich zu schützen und handkehrum ein
    muster nicht zu bereinigen. es hilft zu wissen, dass es so ist.

    ich verstehe schon, manchmal wird es zum problem - erst wenn man daraus eins macht. doch die meisten hier,
    haben irgendwie ja schwierigkeiten in umgagang mit situationen.
    ich verstehe zum beispiel auch nicht, warum mir einige erlebnisse mehr beschäftigen, extremer vorkommen als
    bei z.b. meiner schwester, die häufig die gleiche situation erlebt hat. hier habe ich irgendwie eine (meine) antwort gefunden.
    sie hat es gleich in dem moment verarbeitet - und ich irgendwie verdrängt und wenn ich dies jetzt heute nicht bereinige
    schuppst es immer hoch. irgendwie kann habe ich mühe richtig zu vergessen?

    diese erkenntnis macht mich nicht verrückt, sondern hilft mir zu verstehen einen normaleren umgang für mich zu finden.

    ja ich glaube schon, die psyche ist unergründlich von himmelhoch fligend und abgründieg tief.
    so sehe ich es - es ist ganz normal und wen mir das bewusst ist erschreckt mich die tife auch nicht :-)

  7. #227
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 676

    AW: ADHS und Dissoziation

    Lillemoor schreibt:
    Also ich habe jetzt nicht alle Beiträge gelesen, wäre auch zuviel aufeinmal.
    Die ersten zwei Seiten und paar in der Mitte und am Ende.
    Dann die emoflex Seite mal geöffnet und reingeschaut/gelesen.

    Das alles ist sehr interessant.

    Dennoch kommen bei mir Fragen auf, die ich auch mit meiner Therapeutin ansprechen werde.
    Vorweg will ich anmerken dass ich mehrere schwere Traumatische Erfahrungen gemacht habe, die in der Vergangenheit liegen.
    Eine davon ist der über Jahre stattgefundene sexuelle Mißbrauch in der Familie und zusätzlich andere körperliche und psychische Gewalt.
    Und da stellt sich mir die Frage, denn ich denke die Abspaltungen sind wie ein Schutzmantel der vor dem totalen Untergang bewahrt haben,
    ob es nicht auch Gefahren mit sich bringt diesen quasi Schutz- Mantel einfach so abzulegen. Vorallem ohne entsprechender Hilfe im Notfall.
    Und was Flashbacks bedeuten können weiß ich leider nur zu gut.
    Was ich bislang gelesen habe, halte ich für durchaus gut, aber ich fände es dennoch besser die Anwendung Fachleuten in die Hand zu geben, als die Betroffenen einfach mal machen zu lassen, ohne deren Vorgeschichte oder Lebenssituation zu kennen.
    Und dann noch die teuren Kurse anzubieten, lässt bei mir im Gesamtzusammenhang die Alarmglocken läuten.
    Ich werde mich davon jedenfalls vorest distanzieren, denn das Risiko mit einer Krise alleine dazustehen ist mir doch zu groß.
    MFG
    Lillemoor
    Das sollte ja auch keine Werbung für Kurse sein. Und selbstredend ist es so, dass bei schweren Traumata immer die psychologische / ärztliche Betreuung vor Ort mit der Option der Krisenhilfe sinnvoller ist.

    Allerdings kann man mit Emoflex eben auch prima schwere Traumata aufarbeiten, gerade WEIL es eine bessere Distanzierung von den Flashbacks ermöglicht, wenn man sie abstrakter in Bilder übersetzt.

    Die Kurse sind sicher nicht "billig", aber sehr am unteren Rahmen vergleichbarer Veranstaltungen.

  8. #228
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 676

    AW: ADHS und Dissoziation

    habitbraker schreibt:
    hm - aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel?

    Ich habe bei mir vielmehr den Eindruck, dass das situative Timeline-Rückschaumodul ziemlich gut funktioniert ...
    • primär hat hier das Personenzuordnungsgedächtnis anscheinend einen Wackelkontakt: erinnerte Sachverhalte passen, lediglich die Teilnehmer vertausche ich manchmal ;-)
    • Außerdem gibt es Inferenzen im aktuellen Planungsmodul:
      • Möglichkeit A: Ich bin absolut sicher, etwas erledigt zu haben
        (allerdings ohne inneres Bild von der Handlung),
        und weil ich mich weigere, mich ständig zu kontrollieren, prüfe ich nicht, ob ich XY wirklich erledigt habe (bin ja schließlich nicht dämlich, es handelte sich um eine Routinehandlung ... werde mir doch wohl noch so einen Klacks merken können) ...
        Tatsache ist: ich habe XY nicht erledigt
      • Möglichkeit B: Ich bin absolut sicher, etwas nicht erledigt zu haben ...
        (ich habe in diesem Moment auch kein inneres Bild an den Vorgang einer Handlung)
        schließlich kenne ich mich, dauernd vergesse ich etwas ...
        Tatsache ist aber: ich habe XY doch erledigt -
        und zwar genau so, wie ich von mir vermuten würde, dass ich es erledigen würde, wenn ich es noch zu erledigen hätte ... *sfg
        (bei der Rekonstruktion der Handlung oder/und z.B. dem Wiederfinden eines vermeintlich nicht an seinen Ort gelegten Gegenstandes taucht das innere Bild der Situation auf und ich weiß plötzlich sogar noch, woran ich bei während der Routinehandlung gedacht habe - nämlich etwas, was ab dem Zeitpunkt derRoutinehandlung bereits 5 Schritte weiter war - will heißen, ich scheine weitaus mehr Handlungen im impliziten Gedächtnistrakt einzuspeisen, als lediglich laufen, Radfahren oder Autofahren ...)
      • Möglichkeit C: Ich bin mir absolut sicher, etwas erledigt zu haben ...
        Ich habe ein klares inneres Bild vor Augen, wie ich XY erledigt habe ...
        Tatsache ist aber: Ich habe XY nicht erledigt ...
        Ich erinnere später dann, wie ich beispielsweise in der Küche saß, und mir das Hirn zermatert habe, wie XY zu erledigen sei ... ich erinnere also lediglich die Vorstellung, das Abbild eines mentalen Konzeptes, ohne dass es jemals eine Instanź dieser Handlung gegeben hätte (hierbei handelt es sich dann um keine Routinehandlungen!)


    Gibt es dazu plausible Erklärungen?
    Komme ich da über irgend eine Therapieform dran?

    P.S. Ich habe echte Erinnerungen, die bis ins zweite Lebensjahr zurückreichen - also keine "Erzählerinnerungen" durch die Verwandschaft bei Familienfeiern, die dann ein Quasierinnerungsbild hineinmalen ...
    Supergute Beschreibungen (die werde ich bei Gelegenheit mal klauen).

    Ich bin gerade auf einer Familienfreizeit in Kukuk von Tokol.de u.a. mit Cordula Neuhaus. Corrie könnte jetzt ganz viel zu den neurobiologischen Grundlagen deiner Feststellungen sagen. Vereinfacht dargestellt, ist das wohl eher die primäre neurobiologische Disposition von ADHS, die zu diesem "Wackelkontakt" führt. Das kann aber bei Dauerflackern eben auch zur Dissoziation führen. So ähnlich wie bei einer Lampe, die flackert, wenn es zu nervig wird.

    Grundsätzlich ist bei ADHS die Funktionskette bzw. das Netzwerk um das Vorderhirn (Planung, Organisation, Prioritäten, "Rationaler Verstand") zusammen mit der Filterfunktion von Wahrnehmungen bzw. dem Emotionalen System (Limbisches System) auffällig.
    Das limbische System hat eine Art "Akutmelder" für Alarm, das wäre der Mandelkern (Amgygdala) und eine Art Gedächtnis für Gefahren (das wäre der Hippokampus).

    Wenn eine Situation gefährlich, neu oder störend empfunden wird, wird der Mandelkern aktiviert. Genauso bei Stress. Dann wird im Hippokampus quasi ein Foto von der Situation mit abgespeichert. Mit allen Wahrnehmungsqualitäten der Situation.

    Leider kann es sein, dass bei Überreizung hier Fehler passieren. Das Abspeichern von emotionalen Erlebnissen bzw. auch der Zugriff ist dann holprig. Das kann man sich wie eine Datenautobahn vorstellen, die in ein Archiv des Wissens bzw. daraus in die Handlungen führen sollen.

    Dissoziation wird daraus, wenn es einen Daueralarm gibt bzw. eine Dauergefahr, die die Abspeicherung von Erfahrungen unmöglich macht, weil IMMER der Mandelkern aktiviert wird und damit irgendwann keine Unterscheidung zwischen sicher und unsicher ermöglicht wird.

    Therapie wäre hier einerseits die Optimierung der Pharmakotherapie. Und am besten einen Workshop bei Corrie Neuhaus, um diese Selbstteuerungsprinzipien im Alltag besser zu verstehen. Sie gibt gerade einen Kommunikations- und Selbstwertkurs hier, der letztlich genau dieses Problem beschreiben wird. Wie "umschmeichele" ich den Mandelkern, um nicht dauernd in Alarm zu kommen.

    Emoflex kann da auch helfen, den emotionalen Alarm zu sortieren.

  9. #229
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: ADHS und Dissoziation

    sososo, klauen, dieben, enteignen, stehlen, unter den Nagel reißen, ... habe gerade die AGB gelesen, ich würde ja meine Beiträge ggf unter eine Creative Commons Linzenz stellen, um dich vor der Ilegalität zu schützen, aber ich glaube das geht leider nicht, oder? ;-)

  10. #230
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 676

    AW: ADHS und Dissoziation

    habitbraker schreibt:
    sososo, klauen, dieben, enteignen, stehlen, unter den Nagel reißen, ... habe gerade die AGB gelesen, ich würde ja meine Beiträge ggf unter eine Creative Commons Linzenz stellen, um dich vor der Ilegalität zu schützen, aber ich glaube das geht leider nicht, oder? ;-)
    Ja, genauso einer bin ich :-)

    Nee. Ich nutze nur gerne gute Beispiele. Aber eben umformuliert bzw. als Anregung. Dann werden Vorträge oder so lebhafter. Und derzeit fordern einige hier auf der Familienfreizeit von Tokol in Kukuk, dass ich in den nächsten 13 Jahren mal ein Buch schreiben soll :-)

    Dann würde es ja auch daraum gehen, dass es alltagsrelevant wird, oder ?


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