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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #171
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo zusammen,

    jetzt habe ich doch glatt auch mal zwei persönliche Fragen zum Hauptthema dieses Freds:

    a) Wie komme ich wieder raus, wenn ich merke, dass ich in einer Dissoziation/Derealisation drinstecke? Wie bringe ich mich selbst wieder zurück?
    b) Warum dissoziiere ich zur Zeit ständig, sobald ich meine Wohnung verlasse? Habe mal was davon gelesen, dass es einen Zusammenhang zwischen sozialer Isolation und Dissoziation bzw. Entfremdungserleben geben soll. Ist das so? Warum, und: Was kann man dagegen tun?

    Ich muss hinzufügen, dass ich gerade wirklich aus erlebter Not heraus schreibe. Traue mich fast nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Habe diese Woche Urlaub und möchte natürlich den schönen Sonnenschein ausnutzen, doch kaum bin ich vor der Tür, spüre ich mich nicht mehr selbst, sondern fuktioniere wie ferngesteuert..mechanisch..Sch ritt für Schritt...die Glieder dabei weich wie Butter. Nehme die anderen Menschen, Autos, Geräusche wie aus der Ferne wahr...ganz dumpf wie durch Watte. Wege, die ich zigmal abgelaufen bin, kommen mir fremd vor. Und all das nehme ich bewusst wahr als für mich "nicht normal" und versetzt mich in Panik...und das Ganze hält stundenlang an. Wenn ich dann (absichtlich) in einen Laden gehe, um was zu kaufen, erkenne ich teilweise meine eigene Stimme nicht mehr.

    Persönlich empfinde ich das als genauen Gegensatz zur totalen Reizüberflutung, die ich natürlich auch kenne, und bei der ich jedes noch so kleine Geräusch schmerzhaft wahrnehme. So ergeht es mir dann meistens auf der Arbeit (Großraumbüro).

    Hatte auch erst Angst psychotisch zu werden, da bei mir ja die Diagnose bipolar ebenfalls steht, aber das ist natürlich Quatsch. Mein Denken funktioniert ausgezeichnet...nur eben wie aus einer anderen Perspektive...als würde ich mich selbst beobachten.

    Was kann ich dagegen tun?

    LG Amn

  2. #172
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegerlein schreibt:
    Wäre es nicht von elementarem Vorteil, wenn man genau wüsste, womit man es zu tun hat, um z.B. die richtige Medikation zu geben?
    Das Ding ist ja, selbst wenn man genau weiß, was es ist, ist die medikamentöse Behandlung immer erstmal ein Ausprobieren. Vielleicht kommt man dann schneller zu Ziel, das kann sein.

    Ich kann verstehen, dass du Klarheit willst. Die will ich auch.
    Meine Psychiaterin wechselt ab und an bei mir auch die Meinung bzw. Diagnose. Ich habe das Gefühl, dass auch sie sehr verwirrt ist und nicht so wirklich mit meinen unterschiedlichen Problemen klarkommt. Nunja, das ist ihre Baustelle...

    Ich stelle nicht nur laufend und ständig das ADS in Frage, sondern mehr und mehr auch meine angebliche Intelligenz, weil ich irgendwie immer weniger durchblicke.
    Gerade das ist ein Zeichen von Intelligenz. Dieses Hinterfragen.

    Die Verhaltenstherapeuten in Bad Bramstedt sagten "ADS und zwanghafte PS", vor einem Jahr sagten die Tiefenpsychologen in Malente "zwanghaft und narzisstisch" und zum ADS: Ja, bestätigen wir, aber verstecken Sie sich nicht dahinter ... dabei will ich nur verstehen.

    Im Moment bin ich ein wenig an dem Punkt, an dem ich feststelle, dass je mehr ich in Erfahrung bringe und (kognitiv) verstehe, es mich mehr und mehr verwirrt, weil irgendwie alles passen kann und immer eine oder mehrere entscheidende Information fehlt, um die richtige Entscheidung zu treffen, was es nun ist (und ja: das Zwanghafte unterschreibe ich voll und ganz....)
    Aber wenn ich mir z.B. Asperger ansehe, möchte man meinen, dass die auch locker mit einer zanghaft-schizoiden PS diagnostiziert werden können.

    Dass ich ein Alien bin, ist mir schon mehr als lange klar, ... aber werde ich jemals rausbekommen, was für eines?
    Naja, der Inhalt wird ja nicht durch das aufgeklebte Ettiket geändert.
    Und letzten Endes sind Namen nur Schall und Rauch.

    Was wäre denn anders, wenn du wüsstest, was es ist?
    Dann könntest du das richtige Ettiket draufkleben.
    Mehr aber auch nicht.
    Den Inhalt muss man sich meiner Meinung nach immer individuell anschauen.
    Jeder ist ja auf seine ganz eigene Weise durchgeknallt.

    Sorry, die Brücke zum eigentlichen Thema kann ich grade nicht schlagen

  3. #173
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 92

    AW: ADHS und Dissoziation

    "Celine schreibt: Außerdem müssen noch Techniken erlernt werden, die in Zukunft helfen können, den durch unsere genetische Disposition entstehenden Stress, zu verhindern.

    Es sind also im Falle einer sehr krankhaften Auswirkung des AD(H)S, mehrere Therapien erforderlich (incl. der Medikamente).
    Emoflex alleine würde dann wohl ebenfalls nicht ausreichen."


    Ach, DESHALB drehe ich durch die Kortisonspritze so am Rad/bin echt hart an der Grenze!!!! *erleuchtet*

    Dann hab ich auch mal eine persönliche Frage zu dem Thema:

    Wie lange dauert´s denn nach 80mg Triam i.m., bis ich wieder runterkomm? Ich würde so gerne mal wieder meinen Hintern hochbekommen können, für die anderen WICHTIGEN Tätigkeiten, die gerade bei mir in diesem Zustand so TOTAL auf der Strecke bleiben! ("Duschen wäre gut" - dann hätte ich heute nämlich nicht das Forum zugemüllt, sondern wär raus gegangen, hätte den Tag genossen und mich mit meinem besten Freund getroffen und den zugemüllt! An dem darf ich mich nämlich austoben, DER hört mir gerne zu (=PASST). Und wenn ich dann fertig bin (der isst dann einfach n Snickers ), dann hab ich immer ganz viel Ruhe ihm zuzuhören und mich durch seine Gedanken inspirieren zu lassen. Hier antwortet mir ja keiner. Ich wär lieber draußen. )

    Grüße,

    Schoko


    Obwohl, ich will ja niemanden verreinnahmen: "Lass mich Arzt - ich bin durch!"
    Geändert von Schokominza (27.03.2012 um 21:16 Uhr) Grund: BLAH

  4. #174
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 92

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegerlein schreibt:
    MPH gibt mir eine innere Ruhe, aber, wie ich es ausdrücke, es zieht mich mehr in "meine innere Welt" (in die Dissoziation?). (Uff, Brückenschlag back OnTopic hinbekommen )
    Wenn ich mit mir alleine bin, geht es mir damit sehr gut, aber es erschwert mir die Interaktion nach Außen.
    Venlafaxin macht mich reizoffen wie sonstwas.
    Da kommt halt schnell die Frage auf "Ist es wirklich ADS".
    Das ist mal sehr interessant! Vielleicht ist das ähnlich wie bei mir die Tatsache, dass ich (wenn MPH denn mal echt gewirkt hat) so eine wunderschöne Ruhe verspüre (wie noch NIE in meinem Leben zuvor) und bei Langweiligerem länger am Ball bleiben kann, während aber die eher richtig guten Fähigkeiten (wie z.B. schnell lesen und tippen) bei mir auf der Strecke bleiben?


    LG

  5. #175
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 92

    AW: ADHS und Dissoziation

    Und noch eine letzte -persönliche- Frage (sind nicht ALLE Fragen persönlich?):

    Ich sehe als einzige Lösung derzeit für eine Weile Benzos einzunehmen (ich kenn mich da aus! Verfüge zwar über zu wenig wissen der Theorie, aber meine praktische Erfahrung erstreckt sich fast über alle Psychopharmaka, die sich bis 2009 auf dem Markt befunden haben!). Neuroleptikanebenwirkungen haben mich aber fast in den Selbstmord getrieben (Hat mir aber -wie so oft- niemand geglaubt. Hallo?! Ich MUSS doch eh immer die Wahrheit sagen!!), weil (von "kompetenten" Ärzten!) behauptet wurde: DAS sind Körperhalluzinationen!
    (Waren´s ja in gewisser Hinsicht auch, wenn ich das hier alles verstanden habe - das bezweifle ich aber gerade stark!)

    Also, jetzt die eigentliche Frage: Wie bekomme ich denn meine Psychiaterin dazu (die von meinem Problem durch ca. 5 Sätze aus meinem Mund *stolz* weiß und der ich echt vertraue! (kluge Frau!)), mir mal kurzzeitig (!!! ich HASSE es, ABHÄNGIG zu sein - sogar von Substanzen!) Benzos zu verschreiben, OHNE dass die das hier alles gelesen haben muss? Ich kann ja immerhin nicht einschätzen, wie viel sie darüber weiß bzw. wieviel Zeit die bisher so hatte, sich damit zu befassen (die hat nämlich sozusagen 2 Jobs!)???

    LG

  6. #176
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ganz ehrlich ? Ich habe immer grosse Probleme mit der Verschreibung von Benzos.

    Klar, sie sorgen dafür, dass der Mandelkern (Amygdala) als Alarmzentrum ausgeschaltet wird. Sie wirken also häufig gut. Zu gut. Gleichzeitig wird aber ja die Dissoziation damit in keiner Weise ausgeschaltet bzw. gelöst.

    Viele hier diskutierte "Fehlanwendungen" von Medikamenten gehen doch in die Richtung, dass man quasi einen Spiegel eines Präparates hat, um längeren Zeit einen Emostate zu halten. Also sowas wie einen Dauerton oder aber eine Art "Färbung", die ein Wechseln der Zustände bzw. dissoziative Lücken übertünchen soll. Das kann dann Cortison, Benzos, ggf. auch Neuroleptika sein. Da Glaube Berge versetzt aber auch Homöopathika oder Bachblüten etc.

    Das Problem ist, dass wir wenig darüber wissen, wie Benzos auf Dissoziationen wirken. Ob nicht doch ein erhebliches Abhängigkeitsprofil besteht. Stichwort : Der verstorbene Barschel mit seiner Tavor-Abhängigkeit sollte ein abschreckendes Beispiel bleiben

  7. #177
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 92

    AW: ADHS und Dissoziation

    Amygdala - ist doch auch das "Angstzentrum", oder? (Ich kann grad nicht nachlesen, bin zu aufgeregt, weil´s so spannend is/ich mich so freu! ) Das mit der Angst (PANIK hatte mich damals so hilflos werden lassen!) hab ich ja recht gut im Griff gerade. Entweder kann ich mir die Dinge "rund erklären", oder ich setze die Technik der Verhaltenstherapie ein, die mir damals das Leben gerettet hatte (inkl. der Psychiaterin (ist aber ne andere) die damals so MUTig war, die Neuroleptika einfach gegen ALLE anderen Meinungen (deshalb find ich Sie so gut! )abzusetzen), ein und lasse die Angst einfach bis ins Absolute zu. Das Problem bei dieser "Notfalltechnik" ist nur, dass mein Herz dann auf diesem Höhepunkt der Angst erstmal so schnell rast. Und ich will ja nicht sterben (wer weiß, ob´s das dann schafft - das kann ich ja nicht kontrollieren! ).
    Dann geht´s mir aber super! Hat mir letzte Nacht bestens gegen die Spinnenangst geholfen, nachdem ich so ne echt fette schwarze mit der Fliegenklatsche erlegen musste (zum Glück hab ich mal Badminton gespielt und war gut! Nach der Angst-zulassen-Technik hat mir die Spinne aber leid getan. Die dachte ja nur, meine Wohnung war ne Höhle und war ja gar nicht böse, NUR, weil ich ihr Verhalten nicht kontrollieren/mir erklären konnte (die Dinger sind so verdammt schnell, wenn die Angst kriegen!).

    Herz?

  8. #178
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 92

    AW: ADHS und Dissoziation

    Barschel sagt mir nix (hat mich wohl bisher noch nicht interessiert, aber danke für die Anregung!). Ich war selbst mal "abhängig" von Oxazepam, weil das das einzige (und BIER! Ich liebe Bier! "geh weg, du bist kein Bier!" ) war, das die "Körperhalluzinationen" des Seroquels beseitigt hatte. Dann hab ich aber einfach mal ausgehalten/zugelassen, dass ich dann eben mal 3/4 (vergessen) Tage lang aggressiv war (hab mal Menschen ungerecht behandelt, glaub ich ) und dann war ich nicht mehr süchtig. Durch die Verhaltenstherapie hab ich viel Selbstvertrauen gewonnen und konnte die letzte Packung Diazepam dann sogar in meiner Schublade vergammeln lassen. Hab ich dann nachher mit dem Tramal* (das wollte ich zu schnell los werden - da hatte ich nen Turkey! Hätte ich keinem vorher abekauft, dass es das davon echt gibt!) zusammen weggeworfen . Geht das mit Zigaretten auch? Ich HASSE die Dinger! Meine Oma, mit ihrem Lungenkrebs, war ein abschreckendes Beispiel. Und nicht das einzige in meinem Umfeld. Ich hab echte PANIK! Und das schon seit 1 Jahr, nach gefühlten 20 Aufhörversuchen!



    *mit dem Tramal in hoher Dosierung hatte ich teilweise einen Ruhepuls von 160 und unglaubliche Angstzustände (und heftige Zwänge natürlich!!!), in niedrigerer Dosierung bin ich damit sogar schon nach 4 Stunden Schlaf aus dem Bett gekommen und hab morgens meinen Hintern in die Uni bewegen KÖNNEN- zur ersten Vorlesung!- und viel besser -während ich aus dem Fenster geguckt hab und noch über was anderes, leichtes nachgedacht hab- dem Prof. zuhören (da war ich wohl besser abgelenkt von der Fragestellung: Was könnte der Typ jetzt über mich denken? Ich finde den ja toll. Dass ich doof bin? Das hätte ich ja eh nie rausgefunden.) können.
    Geändert von Schokominza (27.03.2012 um 22:16 Uhr) Grund: TRAMAL!

  9. #179
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 92

    AW: ADHS und Dissoziation

    ACh ja, die Kortisonspritze hab ich mir ja nur geben lassen, weil sonst -schon lange- nix mehr bei mir wirkt und ich konnte letzte Woche kaum noch atmen. Meine Lunge is immer noch total verschleimt und ich kann nicht abhusten, KANN aber einfach nicht aufhören zu rauchen.
    (Ich glaube dem Kampf gegen Lungenkrebs bin ich echt nicht gewachsen!)


    Ach so, falls Sie dann mal ein Problem (Benzos=Problem, hatten Sie ja geschrieben) haben, das mit Medis zu tun hat, können Sie mich da auch immer gerne fragen. Ich kenn ja fast die ganze Palette bis 2009. Und Schmerzmittel hab ich auch schon viele durch, weil ich ja so einen heftigen Bandscheibenvorfall hatte (auch ein Trauma! Die ein schwester hätte ich beinahe gewürgt - Schmerz kann man einfach nicht BEWEISEN und die Ärzte hätten mich -für meine Beckenbodennerven- beinahe zu spät operiert. Jedenfalls war ein paar Monate später ein Neurologe noch im Zweifel, ob die sich wieder erholen würden. Und das ganze Drama nur, weil der behandelnde Arzt in seinem Ego durch eine meiner Entscheidungen gekränkt war. Trauriger Scheiß!)
    Ach, die Nervenschmerzen kommen -bei negativ erlebtem Stress- immer mal wieder. Aber seit der Kortisonspritze bin ich weitesgehend schmerzfrei, brauche also auch kein Schmerzmittel (Ich hatte das Ibuprofen aber schon länger komplett abgesetzt und mich für "aushalten" entschieden, weil ich Abhängigkeit von Substanzen eben hasse! )
    Geändert von Schokominza (27.03.2012 um 22:19 Uhr)

  10. #180
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADHS und Dissoziation

    Fliegerlein schreibt:
    Offengestanden frage ich mich jetzt noch mehr, wer oder was ich eigentlich bin, ... bin ich ADS'ler, Asperger, beides oder eben jenes zitierte?

    Wie kann ich den Unterschied erkennen?
    Ich weiß es nicht, ... möchte ich es wissen?
    Irgendwie ja, irgendwie nein, ich weiß es nicht (das "wissen möchten")
    Ich muss zugeben, dass der Thread auch bei mir einigers an Verwirrung ausgelöst hat bezügl dieses Themas.

    Vor allem, weil es von der These der Selbsregulationsstörung und der nachziehenden Dissoziationen her betrachtet, also das Pferd vom Ratten-Schwanz der Probleme her aufgezäumt, keinen Unterschied macht, ob die Grundstörung nun ADS oder Asperger oder beides ist.

    Vor einiger Zeit, war ich mir auch noch sicher - wie Dr. Winkler ja auch - dass man die beiden Störungen astrein von einander abgrenzen könne.

    Das stimmt vom Ergebnis her, von dem her, was diese beiden Störungen, unerkannt und unbehandelt, auslösen, nämlich Dissoziationen aufgrund von sich auflaufenden Mikrotraumatisierungen, sicher nicht.

    Aber auch was die diagnostischen Kriterien dieser beiden Störungen betrifft, also ihre Grundlagen, bin ich mich nicht mehr so sicher, ob man das so astrein trennen kann, insbesondere dann nicht, wenn bei jemanden beide Diagnosen im Raume stehen, er von beiden Störungsbildern also genügend Kriterien auf sich vereint, die eine jeweilige Diagnose rechtfertigen.

    Eine zwiespältige Sache. Einerseits glaube ich, dass man diagnostisch das eine vom anderen unterscheiden kann.

    Anderseits glaube ich nicht (mehr), dass das dann für die adäquate Therapie der beiden Störungsbilder eine wirklich entscheidende Frage sein kann.

    Es scheint mir so zu sein, dass es im Feld ADS/Hochbegabung/Hochsensibilität/Störungen aus dem autistischen Spektrum Grenzgänger gibt, die sowohl Züge des einen wie des anderen Störungsbildes tragen, die so miteinander verzweigt sind, das man sie diagnostisch zwar auseinanderhalten könnte, damit für eine entsprechende Therapie aber nichts gewonnen würde, weil die Person nunmal eine eigenständige Ganzheit ist und es keine Formel gibt, die da etwa lautete: ADS + Asperger = Mensch XY = Therapie 08/15.

    Diese Grenzgänger scheint es zu geben. Deine Frage, habe ich ADS, Asperger oder beides verstehe ich sehr gut, kein Mensch kann sein Leben leben, wenn er nie über sich Bescheid weiß, was eigentlich bei ihm Sache ist, insbesondere dann wenn man schon so viele oft hahnebücherne Diagnosen - wie Deine Narzisstische PS zum Beispiel - abbekommen hat. Aber die Frage ist glaube ich falsch gestellt. Man sollte anders herum fragen, also bin ich ein typischer ADSler oder gibt es auch ADS untypisches in mir, bin ich ein typischer Aspie, was ist untypisch für einen Aspie an mir? Ich glaube so kommt man weiter, wenn man jedenfalls nicht in diesen ENTWEDER-ODER-Kategorien und Denkmustern gefangen bleiben will, die ja zum Großteil dafür verantwortlich sind, dass die Psychiatrie heute ein dermaßiges Armutszeugnis von sich abgibt.

    Fazit: Meine neue These: Im Spannungsfeld zwischen ADS und Asperger scheint es Grenzgänger zu geben, bei denen beide Diagnosen gerechtfertigt sind, ohne dass die Person in ihrer Gesamtheit eindeutig oder überwiegend dem einen oder anderen Spektrum zuzuordnen wäre.

    Dieser Grenzbereich zwischen ADS und Asperger scheint sich insbesondere im Bereich eines extrem hypoaktiven ADS abzuspielen, also bei jemandem, der sehr ruhig, in sich gekehrt, abwesend und verträumt ist. Diese Selbstbezüglichkeit kann autistische Züge haben, die man auch als solche diagnostizieren kann, ohne dass sie echt autistisch wären, sie sind als autistisch zu diagnostizieren, aber eben als atypisch autistisch.

    Wenn jetzt noch eine Hochbegabung hinzukommt, dann wird es so sein, dass der Hochbegabte sich vor allem mit einem Interessensgebiet auseinandersetzt und hauptsächlich oder fast ausschließlich sich damit beschäftigt, auf dem eben seine Hochbegabung liegt. Auch dieses monomane Interesse für ein Spezialgebiet kann man als ein wichtiges Kriterium ansehen, das eine autistische Diagnose rechtfertigt, ohne wirklich typisch für das Spezialgebiet eines Autisten zu sein. Also auch hier wieder ein atypischer Autismus.

    Liegt beim ADSler dann noch eine Hochsensibilität vor, kann es sein, dass er sich von Aussenreizen bewusst abschirmt, grelles Sonnenlicht meidet, Geräuschkulissen in der Stadt, unter Menschen und beispielsweise lieber Nachts arbeitet, weil die Aussenwelt und damit auch er selbst zur Ruhe gekommen ist. Dieser Overload mit Aussenreizen und das bewusste sich in sich selbst zurückziehen als Reaktion darauf, kann, in der Summe mit den genannten und auch weiteren Symptomen, eine Autismus-Diagnose durchaus als gerechtfertigt erscheinen lassen, obwohl es sich auch hier um keinen typischen Autismus handelt usw.

    Am Beispiel meines hypoaktiven ADSlers dürfte jetzt jedenfalls ungefähr deutlich geworden sein, was ich mit meinem Post aussagen wollte.


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