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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #111
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: ADHS und Dissoziation

    Es ging bei mir damals so leicht, die Symptome (Flashbacks) loszuwerden, weil ich zum Teil synästhetisch denke. Mein Gehirn übersetzt von sich aus Gefühle in Formen.
    Das gehört also tatsächlich zur Synästhesie...mein Gehirn tut das auch ungefragt.
    Und in deiner Methode finde ich das zum ersten Mal außerhalb meiner Selbst wieder. Es scheint mir eine seltene Sache zu sein, da ich in meinem ganzen Leben noch keinen Menschen getroffen habe, der das auch tut - das mag aber auch daran liegen, dass mir erst seit ca. 2 Jahren bewusst ist, dass ich das tue. Allerdings gab es immer wieder mal Literatur, in der mir diese Art der Verarbeitung in Worte umgesetzt schien.

    Na, zumindest freue ich mich, dass ich damit nicht allein zu sein scheine....außerdem würde ich gerne was fragen:

    Wenn ich mir diese Formen vorstelle, bin ich mir manchmal recht unsicher, ob ich diese gerade konstruiere oder ob sie von selbst entstanden sind. Teilweise kommt es mir so vor, als würde der Anfang von alleine geschehen (d.h. es ploppt eine Figur auf), die Veränderung nach den Augenbewegungen aber von mir bewusst herbeifantasiert, weil ich mir ein Ergebnis in Form von Veränderung wünsche und evtl. selbst erfülle, bevor die Figur die Chance hat, sich ohne meine Beihilfe zu entwickeln.

    Wenn man emoflex und ähnliche Konzepte zur Stressbewältigung einsetzt ohne schwere Traumata in der Vergangenheit erlebt zu haben, hat man eher nicht mit unangenehmen Begleiterscheinungen sondern gleich mit einer spürbaren Entlastung zu rechnen.
    Die spürbare Entlastung ist mir auch nicht so deutlich. Wie spüre ich, ob ich entlastet bin? Ich könnte ja nicht mal benennen, was ich mir an Gefühlen aus dem Inneren zur Bearbeitung fische (es gibt hier im Forum auch einen Thread zum Thema "Gefühle nicht benennen können"). Ich spüre etwas Unangenehmes, dem ich eine Form gebe - und dieses Unangehme kann viele verschiedene Formen haben - und versuche, es in eine andere Form zu verwandeln. Ob sich dadurch mein Gefühl ebenfalls verändert hat, kann ich nicht sagen, da ich mir nicht sicher sein kann, ob das Gefühl wirklich besser ist oder ob ich es nur kurz "vergessen" habe. Es gibt zwar Grundstimmungen, die den ganzen Tag andauern, aber ansonsten weise ich die ADS-typische affektive Labilität auf. Wie kann ich wissen, ob ich etwas "Handfestes" repariert habe? Ein deutliches Gefühl der Erleichterung konnte ich noch nicht erleben. Aber vielleicht liegt das daran, dass ich mir zuerst einmal "gefühlsmäßig" kleine Portionen gegriffen habe (um mich nicht zu überfordern)?

    Lieben Gruß
    Chamaeleon

  2. #112
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: ADHS und Dissoziation

    2. Beziehungswerkzeug (Spiegel-Arbeit zur Filtersanierung).pdf1. emoflex(R)-Basiswerkzeug.pdfLiebes Chamaeleon,

    was Du beschreibst, scheint mir evtl. auch charakteristisch für "Chamaeleons" zu sein. Affektive Labilität kann auch bedeuten, dass man gar nicht in erster Linie labil ist, sondern Emotionen bei anderen "abschreibt" und dann eine zeitlang "ausleiht". Wenn man viel unter Leuten ist kann dies bedeuten, dass man seine eigenen Emotionen häufig für längere Zeit als übertönt erlebt. Daraus kann der Eindruck entstehen, man hätte keine eigenen Emotionen oder man wäre sich über seine eigenen Emotionen nicht recht sicher.
    Wie kommt es dazu? - Gute Spiegelneuronen. Hohe Sensitivität. Durch Stress herabgesetzte Erholungsfähigkeit. Inneren Lärm, weil der Reizteppich nicht so schnell wieder abklingen will.

    Was kann man tun?
    Mir geht es in dieser Hinsicht ganz ähnlich. Ich verwende das "Beziehungswerkzeug" (Anleitung kostenlos anfordern unter: info@emoflex.de oder hier im Anhang) um meine Reizfilter immer wieder zu resetten. Dann versuche ich neuen Input zu dosieren und einen drohenden Overload zu verhindern wo es eben geht. Als Freiberufler habe ich dazu inzwischen recht gute Bedingungen.

    Wie Du selber schon überlegst, kann man vielleicht noch nicht so sicher sagen, obs bei Dir was gebracht hat, weil noch nicht so ganz klar ist, was Du übersetzt hast. - Dazu würde ich Dir gerne hier im Forum, oder bei privaterem Kram auch per Mail, etwas assistieren. Mein erster Tip wäre: Arbeite mit einem angepassten Werkzeug an einer definierten Aufgabe und schaue dann konkret ob sich was getan hat. z.B.
    Dir geht jemand chronisch und sehr zuverlässig auf die Nerven. Was kann man tun? - Übersetzte erst eine Form zu der Frage: "Wie fühlt es sich an, XY zu sein?" Übersetze dann noch eine weitere Form zu der Frage: "Wie geht es mir damit, mit XY zu tun zu haben?" - Dann: Stelle Dir beide Formen gleichzeitig vor und führe 8-10 Augenbewegungen aus. Warte einen Moment. Schaue was sich getan hat. Wiederhole u.U. die Sequenz Augenbewegungen. - Versuche erneut, Dich über denjenigen zu ärgern. -

    Johannes

  3. #113
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo Johannes,

    gib doch bitte mal einen Workshop bei uns in NRW! Bitte gibt es denn nicht mal in Richtung Münster Möglichkeiten hierfür? Muss ja nicht direkt mitten bei uns im Ruhrpott sein

    Gruß, Amn

  4. #114
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: ADHS und Dissoziation

    Warum nicht. Mit ein bissl Planungshilfe ist es nicht so schwer mich irgendwo hin zu einem Workshop zu bekommen. Wir können ja gerne mal gemeinsam überlegen. Ich komme übrigens gerne auch in den Pott. Habe ja immerhin mal ein paar Jahre in Duisburg* gewohnt. (*Brauerstraße 8. von 1968 bis 1973.)
    Johannes

  5. #115
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo Johannes,

    vielen Dank, deine Anhänge machen mir die Technik deutlicher. Ich denke, ich war da im Detail etwas ungenau. (Auch teilweise ADS-typisch.^^ [obwohl ich auch die Gegenseite sehr gut kenne...pingelig, überkritisch sein])

    Ich komme gerade aus einem Restaurant, in dem es sehr laut war und bin total reizüberflutet, da kann ich die Technik ja gleich ausprobieren.^^
    Neben der akkustischen Überflutung finde ich die Überflutung durch die zwischenmenschlichen Dinge eigentlich fast noch anstrengender...besonders im Zwischenmenschlichen muss ich viel dissoziieren bzw. Teile von mir abspalten (wenn ich das richtig verstanden habe). Da ich aber weiß, dass von mir Aufmerksamkeit gefordert wird im Gespräch, muss ich auch noch so tun, als würde ich zuhören bzw. kann ich es inzwischen sogar fast so wie normale Leute. Nur zwischendurch fällt mir quasi vor lauter Anstrengung das Gesicht runter, soll heißen, meine mühsam aufrecht erhaltene Mimik (bin grundsätzlich recht ausdruckslos, was die Leute immer verwirrt und animiert, mich anzustacheln) setzt aus. Anstrengend ist auch, auf jede Regung des anderen (oder gar DER anderen) zu reagieren...besonders durch die vielen Spiegelneuronen usw:

    Gute Spiegelneuronen. Hohe Sensitivität. Durch Stress herabgesetzte Erholungsfähigkeit. Inneren Lärm, weil der Reizteppich nicht so schnell wieder abklingen will.
    Ja...genau so isses.

    Affektive Labilität kann auch bedeuten, dass man gar nicht in erster Linie labil ist, sondern Emotionen bei anderen "abschreibt" und dann eine zeitlang "ausleiht".
    Naja, ich hab es "affektive Labilität" genannt, weil dies nunmal der Fachausdruck dafür ist bzw. bin ich auch froh darüber, dass man diesen ganzen Themenkomplex in einem Wort zusammenfassen kann. Alles jedes Mal genauestens zu umschreiben fände ich etwas anstrengend, würde diesem Phänomen aber eigentlich gerechter. Zumindest finde ich es gut, ein und dieselbe Sache aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und immer wieder neu zu beschreiben, dadurch findet man neue Zugänge zu der Sache, neue Lösungen, Erkenntnisse und Anwendungsgebiete. "Affektive Labilität" hatte ich noch nicht mit dem Ausleihen fremder Emotionen in Verbindung gebracht, obwohl mir beides unabhängig voneinander bewusst war...ähm..danke für die Verbindung. Affektive Labilität hatte ich bisher mit der "hohen Beeinflussbarkeit" durch äußere Vorgänge verbunden, was ebenfalls ein anderer und nicht minder richtiger Blickwinkel wäre - mit dem kleinen Unterschied, dass hier der aktive Part im Außen liegt...und beim "Ausleihen" der aktive Part in mir.

    Dies nur als angerissene Gedanken.

    -----------------

    Hm. Aufgefallen ist mir die Wahl deines Begriffes "Werkzeug". Das deutet in die Richtung einer funktionalen Denkweise - ich denke mal, der Begriff "funktional" (in Verbindung mit Denken) ist dir schonmal über den Weg gelaufen? Zumindest könnte das auch etwas sein, das dazu beiträgt, mit dieser Art der Verarbeitung - emoflex - gut zurechtzukommen. Für mich zumindest funktionieren alle Dinge, die ich gedanklich "benutzen" kann, mit denen ich arbeiten kann wie mit einem Werkzeug, die ich unabhängig von ihrer Bezeichnung (nämlich als FORM, die keine Worte braucht) einsetzen kann, quasi wie einen Baustein eines größeren Gebildes...hm, ich glaube, für eine nähere Beschreibung fehlt mir gerade die Konzentration und das Ausdrucksvermögen. Außerdem kann ich grad nicht einschätzen, ob das den Thread sprengen würde. Und ich merke gerade, wie ich anfange, meine Assoziationen ausufern zu lassen. Deswegen an dieser Stelle erst einmal erneut liebe Grüße,

    Chamaeleon

  6. #116
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: ADHS und Dissoziation

    Jetzt drücke ich mich zur Verdeutlichung etwas simpel aus.



    Obwohl ich diese Therapie überhaupt noch nicht kenne, stelle ich mir im Moment so den hier beschriebenen Erfolg von Emoflex vor:



    Doch zunächst schreibe ich noch in sehr verkürzter und vereinfachter Form, wie ich mir die

    – bei allen doch sehr verschiedenen - (möglichen) Auswirkungen unseres AD(H)S deutlich mache:

    Vermutlich haben wir alle eigentlich nicht vorrangig das Problem mit unserer Aufmerksamkeit, sondern können äußere Reize anfänglich nicht so gut filtern (individuell sehr unterschiedlich und auf verschiedene Bereiche bezogen).


    Das heißt, wir leiden eigentlich unter einer mehr oder weniger ausgeprägten, aber hauptsächlich bzw. vorrangig genetisch verursachten, ständigen Reizüberflutung.


    Um das zu verhindern, wenden wir (unbewusst und je nach Typ) verschiedene Methoden an.


    Dabei hilft es, Bereiche vorübergehend teilweise abzutrennen, auszuschalten oder auszulagern.


    Zum Beispiel fahren wir unbewusst die Konzentration herunter (upps, wir sind ja keine Computer) und nehmen vielleicht beispielsweise alles Visuelle (was wir sehen) oder Auditive (was wir hören) weniger wahr, damit kein Stress entsteht.


    Stress erzeugt Aggressionen, Überforderungsreaktionen, Depressionen, körperliche Erkrankungen ….usw, was vielleicht sogar unsere Impulsivität erklärt, die auch nicht immer vorhanden sein muss (es gibt ja die unterschiedlichsten Theorien, die offenbar alle noch nicht endgültig belegt werden konnten, jedenfalls noch nicht ganz eindeutig sind.).


    Gelingt uns das „Abschalten, Auslagern…“ , bewusst oder unbewusst, nicht immer, beziehungsweise lassen unsere Lebensbedingungen dies schwer zu, benötigen wir Mittel zum Stressabbau, wie zum Beispiel, je nach Typ, viel Bewegung oder sehr wenig Bewegung, Lachen, Weinen, Träumen, viel Schlafen, Essen oder irgendeine andere Form von Entspannung, …….oder manchmal sogar irgendwelche extremen Reize, um die anderen zu überlagern… usw.


    Wenn das alles nicht gelingt und wir von Kindheit an, dazu noch für unsere unbewussten, und oft vielleicht für uns eigentlich richtigen Methoden, negative Reaktionen erhalten, oder wir zu häufig einem Stress ausgesetzt sind, durch den wir keine Möglichkeit haben uns zu regenerieren, oder wir sogar von Natur aus besonders stark von dieser „Filterschwäche“ betroffen sind, dann bekommen wir noch ein psychisches Trauma dazu und werden psychisch und vielleicht anschließend auch noch körperlich krank.


    Jetzt würde bei einigen mit einem AD(H)S (oder sogar vielen, je nachdem, ob man von 3 Prozent oder sogar 25 Prozent Betroffenen ausgeht) anfänglich eine Dissoziation helfen, die dann aber wiederum negative Auswirkungen hat (vielleicht nützt gegen die Überflutung auch eine Teilleistungsstörung – angeboren oder zugunsten anderer Begabungen durch Verkümmern von bestimmten Fähigkeiten erworben).

    Zurück zur Dissoziation, die nicht nur dann schlimm wäre, wenn jemand selbst einen Leidensdruck hat, sondern auch, wenn er diesen nicht mehr bemerkt, ihn nicht wahrhaben möchte und mit seinem Verhalten oder seinen Handlungen auch der Umgebung schadet.


    Außerdem gelingt diese Art der Abtrennung wohl beim AD(H)S nicht vollständig.

    Die eben beschriebenen, dadurch entstehenden negativen Auswirkungen, lassen sich dann auch für den Betroffenen selbst nicht mehr verschleiern.


    Möglicherweise ist es mit einem AD(H)S gelegentlich sogar möglich, zwischen den verschiedenen Arten der Dissoziation zu wechseln, wodurch wir unsere Therapeuten irritieren würden, denn die Ursache für unsere Störung oder Erkrankung kann so vielfältig, wie unsere Methoden dagegen, sein.


    In so einem Fall könnte man sich wohl nur noch schwer oder überhaupt nicht mehr selbst helfen.


    Eine mögliche Methode dagegen kann offenbar, wie in diesen Beträgen beschrieben, Emoflex sein, weil sie (möglicherweise im Gegensatz zu anderen Therapien) relativ schnell und sicher anzuwenden sein soll, und die schädliche Art von Abtrennung „Dissoziation“ damit wiederum – ausgrenzt, abspaltet oder überlagert.


    Dadurch ist dann zwar das Grundproblem noch nicht behoben, aber die schlimmsten nachteiligen Auswirkungen der ungesunden Auslagerungen werden verhindert.

    Die Medikamente, welche unser AD(H)S behandeln können, eignen sich offenbar nur, um die „Reizüberflutung“ zu mindern, oder sie behandeln zum Beispiel Depressionen, und nicht die Reizüberflutung, wodurch immer ein Problem zurückbleibt und der Erfolg stellt sich dann nicht ein oder hält nicht dauerhaft an. Vielleicht verschieben oder verschlimmern sich dadurch auch noch die Symptome.


    Sobald ein psychisches Leiden aufgrund des AD(H)S entstanden ist, reicht diese Behandlung allein nicht mehr aus, denn die Traumata aus vielen kleinen oder (und) einigen großen negativen Erfahrungen, können nicht alleine mit Medikamenten behandelt werden.

    Außerdem müssen noch Techniken erlernt werden, die in Zukunft helfen können, den durch unsere genetische Disposition entstehenden Stress, zu verhindern.


    Es sind also im Falle einer sehr krankhaften Auswirkung des AD(H)S, mehrere Therapien erforderlich (incl. der Medikamente).
    Emoflex alleine würde dann wohl ebenfalls nicht ausreichen.




    Es wäre schön, wenn mich die Fachleute hier korrigieren, falls ich hier etwas grundverkehrt sehen sollte.
    Natürlich war das alles viel zu vereinfacht dargestellt und es fehlen wichtige Details, und einiges kann auch umgekehrt der Fall sein, aber ich wollte jetzt nicht wieder einen „Roman“ schreiben und bin dazu noch etwas müde.


    Meine Zusammenfassung, die ich mit meiner eigenen Theorie und meinen Beobachtungen vermischt habe, müsste eigentlich viel differenzierter dargestellt werden und aus Zeitgründen habe ich hier noch nicht einmal alles gelesen.
    Geändert von Celine (25.03.2012 um 22:37 Uhr)

  7. #117
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo Celine !
    Ich finde, sehr viel genauer kann man es kaum zusammenfassen.

    Natürlich bezieht sich das erstmal auf einen wesentlichen Aspekt von ADHS. Im wesentlichen ist ja ADHS ein Versagen von Bremsen

    Aufmerksamkeitsstörung = Versagen (Unter- und Übersteuern im Bereich der Aufmerksamkeitsfilter bzw. -regulation)
    Impulsivität = Versagen der Bremskraftverstärkung beim Reden, Handeln etc.
    Hyperaktivät : Versagen der Bremsen im Bereich Motorik

    Aber klar, es ist im Kern ein Problem der Überreizung von inneren und äußeren Reizen. Die Folgen der lebenslangen Überforderung / Überreizung sind schwerwiegender als die biologische Disposition (die übrigens in der Pubertät bezogen auf die Dopamintransportern sich den "Stinos" = stinknormalen Menschen annähert). Die Besonderheit von emoflex ist speziell eben auch die "Spiegelschwammlogik", d.h. das Reperaturtool für die Überreizung durch andere Personen (was ich emotionalen Lärm nenne).

    Mit Emoflex als "REM-Dialyse" kann man den täglichen Stress "wegwischen". Mit den anderen Werkzeugen kann man "reperarieren", was quasi als Folgestörungen / Dissoziationen in der lebenslangen Auseinandersetzung mit ADHS (oder anderen Reizfilterproblemen wie Asperger, Hochsensibilität oder halt "echten" Traumatisierungen) entstanden ist.
    So ganz trivial ist es nicht, aber im Prinzip ist es auch oder gerade eine Fleissache. Wenn man sich an die "Bilder" bzw. Formen hält und sie wie Platzhalter / Variablen versteht, muss man schlicht weitermachen in der Prozessarbeit und die Lösung kommt quasi wie das Ende eines Videospiels. Ist jetzt vielleicht plakativ ausgedrückt. Aber so wie die ganzen Dissoziationen entstanden sind, so kann man sie auch wieder beseitigen.

    MPH bzw. Amphetamin wirken halt auch antidissoziativ. Das ist ganz schön und gut in der kurzzeitigen Anwendung bei derartigen Problemen. Daher glauben halt viele Ärzte bzw. auch Teilnehmer hier im Forum, dass sie ADHS allein mit Medikamenten beseitigen können. Aber : Gerade die Retardformen führen letztlich dazu, dass das dissoziative Phänomen eben deutlicher zum Vorschein kommt. Daher ist die Medikation für die meisten ADHS-Erwachsenen halt nur der Einstieg in die Therapie. Dann müsste man halt weitermachen.

    Bleibt noch ein klitzekleines Problem, mit dem Johannes und ich uns schon seit Jahren herumschlagen : Wie könnte man jetzt dem Rest der Welt erklären, dass nicht Johannes mit seinem SRD / emoflex-Konzept ein Geisterfahrer ist, sondern die Anderen gefälligst sich mal neu orientieren sollten ? Bei mir führte es ja u.a. dazu, dass ich nicht mehr den ADHS-Bereich in der Klinik machen konnte, weil ich die "alte" vereinfachende Sichtweise und daraus resultierende Behandlung schlicht für unseriös halte. Aber natürlich auch nicht alles anzweifeln konnte, was ich noch vorher teilweise selbst mit erfunden hatte. Schön blöd, wenn man sich von seinen Anschauungen und Erfahrungen ändert.

    Ich bin davon überzeugt, dass früher oder später immer mehr Leute verstehen, dass man über diese Art der Erklärungen viel viel näher an der Psycho-logik von Regulationsstörungen und ADHS dran ist als mit dem puren Verschreiben von Stimulanzien bzw. Verhaltenstherapie.

  8. #118
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 27

    AW: ADHS und Dissoziation

    Eure Beiträge geben mir sehr zu denken.
    In meiner Therapie wurde deutlich, dass ich unter Dissoziation "litt",
    sobald ich eine akute Depression hatte, kam die Derealisation (übrigens damals noch sehr unbekannt, man verschrieb mir Neuroleptika, die natürlich niemals wirkten- mir half Speed).

    Was genau bedeutet es eurer Meinung nach, wenn man mit Dissoziation reagiert und hat auch die Derealisation damit zu tun??

  9. #119
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ich bin davon überzeugt, dass früher oder später immer mehr Leute verstehen, dass man über diese Art der Erklärungen viel viel näher an der Psycho-logik von Regulationsstörungen und ADHS dran ist als mit dem puren Verschreiben von Stimulanzien bzw. Verhaltenstherapie.
    Davon bin ich ebenfalls sehr überzeugt.


    Es dauert leider oft sehr lange, bis sich eine neue Erkenntnis in "Fachkreisen" durchsetzt, denn es gibt bedauerlicherweise nicht viele, die auch ihre eigenen Theorien immer wieder überdenken.

    Danke noch einmal für die guten Beiträge und Erklärungen.

  10. #120
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: ADHS und Dissoziation

    Vielleicht sollte man bei 12 Seiten Forum jetzt nochmal einen kurzen Werbeblock einschieben ?

    Ich empfehle sehr die Teilnahme zumindest an dem Emoflex-Tag Süd in Freiburg oder noch besser an einem Wochenende, um mal "live" die Methode kennenzulernen. Oder man organisiert eben vor Ort einen Workshop, was wirklich Spass macht. Ich habe "früher" mit Johannes mehrere Workshops im Norden (spezieller Wolfsburg und Bad Bevensen) in grösseren Gruppen von Jugendlichen, Erwachsenen (Betroffene und Therapeuten) gemacht. Das fetzte. Inzwischen sind die Gruppen kleiner, das Konzept aber eben auch noch ausgereifter.

    Noch besser wäre, wenn Therapeuten sich mit SRD beschäftigen und sich bei Johannes Drischel im Rahmen der SRD-Kurse in diese "Denke" einführen lassen. Wenn man psychische "Störungen" unter dem Blickwinkel Regulationsstörung bzw. Dissoziation verstehen lernt, ist das wie eine neue Welt. Es scheint auf dem Kopf zu stehen, was man weiss. Es bleibt aber ja die gleiche Sache, nur der Blickwinkel und die sich daraus ergebenden Verständnisse bzw. Behandlungsoptionen sind neu.

    So Ende der Werbung. Mehr dazu unter Was ist emoflex? - emoflex®


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