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Diskutiere im Thema ADHS und Dissoziation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1181
    salamander

    Gast

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ich muß gestehen, dass ich einige der von euch beschriebenen Problematiken, z.B. Supermarkt,
    so heftig, nur in den ganz schlimmen Zeiten hatte. Bei mir äußerte sich das in zweierlei Hinsicht, vor
    meinem "crash" ging ich manchmal ganz gezielt zu Aldi nur drauf wartend, dass mir jemand blöd
    kommt, um meine innere Befindlichkeit dann dort "auszulassen", bei und bis ungefähr 2 Jahre
    nach meinem "crash", war ich fast orientierungslos. Ich lief wie ferngesteuert durch die Gänge,
    war alles wie ein Film in den ich nicht gehöre und der mich komplett überfordert.

    Mit MPH kann ich einen ziemlichen Unterschied zu den Zeiten vor meinem "crash" feststellen, ich
    geh nicht mehr zu "Aldi" um meinen Frust dort auszulassen. Ich hab meine Liste, schon so einge-
    teilt wie die Waren in ihren Regalen stehen, und schwups bin ich wieder draußen, alles ziem-
    lich "entspannt". Heute an schlechten Tagen hab ich nur mehr den Tunnelblick, mit dem ich
    alles wegblende. Heißt, ich krieg da nichts mit, was um mich rum so passiert, sondern lauf da
    stur durch. Nicht unbedingt prickelnd, aber deutlich "angenehmer", als meinen Frust dort ab-
    lassen zu wollen...

    Inzwischen kann ich sehr gut spüren, wann ich Menschenmengen vertrage und wann nicht. War
    vor MPH nicht, da lief ich sozusagen in den Flash. Heut weiß ich das, dann mach ich einen
    Bogen um die Mengen und gut ist.

    Beim situationsadäquaten handeln, habe ich noch meine Probleme. Ich hab die Impulsivität
    ADS-technisch zu gut nach unten gebügelt gehabt, vor meinem crash. Heißt mich zerreißt es
    zwar innerlich, aber ich versuchte immer noch Konsens zu finden, wo keiner möglich ist. Danach
    geh ich dann auf die Rolle, weil dann ankommt, was da eigentlich abgegangen ist, dann koch
    ich im eigenen Saft. Da bin ich gut "dressiert" worden. Das bin ich grad dabei "rückzuführen",
    mich dahin zu trainieren, das raus zu lassen und Grenzen aufzuzeigen. Keine leichte Nummer
    für mich. Denn da ist soviel alte Wut und Brass, was man mir schon alles hat machen können,
    unter dem Label "Du bist zu implusiv und aufbrausend", dass mich das lahm legen kann. Ent-
    weder drück ich's wieder runter, damit es zu keinem Scherbenhaufen kommt, oder mir legt
    es den Schalter um, dass es nur so knallt. Dann ist aber Polen offen und wo ich hin geschlagen
    habe verbal, wächst kein Gras mehr. Also auch nicht gut.

    Ich befinde mich grad in der Schleife herauszufinden und auszuprobieren, wo ich mein verbales
    Schwert ziehen muß und mich abgrenzen, grade wenn versucht wird, mich in eine Ecke zu drängen,
    und wo ich auf Konsens und Verständigung setzen kann. Finde das noch schwierig, weil ich mit
    den alten Gefühlen dabei kämpfe, und die alten gut veranketen Regeln auflösen muß.

    Grade dieses Ding mit Negativerfahrung, in Situationen wo Durchsetzungsvermögen und Abgren-
    zung dringend von Nöten war, aber Sanktionen/Strafen/Konsequenzen zur Folge hatte, zu durch-
    brechen, find ich schwierig. Denn es gibt, egal was andere auch meinen, Situationen, in der genau
    dieses Durchsetzungsvermögen und die Grandlinigkeit in der Grenzsetzung absolut notwendig
    sind. Das eine vom anderen zu unterscheiden, kommt mir schwierig vor, wenn die alten Gefühle,
    wo man über meine Grenzen donnerte, und ich mich gefälligst zu fügen und anzupassen hatte,
    auch wenn es für mich nicht ging, wieder angeschoben kommen und ich in alte Muster falle.

    In Kauf zu nehmen, okay, dann knallt's. Auch das ist gut. Es geht nicht prinzipiell darum die Impul-
    sivität zu stoppen, sondern parallel läuft auch das Ding mit Grenzen aufzueigen, und hier ist Schluß,
    Ende Diskussion, und ich habe das Recht auf meine Entscheidung, wo ich Verständnis aufbringen
    will und wo nicht.

    Auch dieses aushalten lernen, dass andere das vielleicht nicht gut finden, aber es geht nicht nur um
    sie, es geht auch um mich und dann nicht klein bei zu geben, weil zu implusiv, finde ich schwierig.

    Dieser Haken mit zu implusiv, an dem kann man ganz leicht aufgehängt werden, um von der Sache
    an sich anzulenken. Auch hier wieder das eine vom anderen zu Unterscheiden, fällt mir noch schwer,
    aber geht. Und dann auf meinen Standpunkt zu bestehen, also meine Grenze, und diese als Basis
    zu nehmen, auf der weiter verhandelt werden kann, egal um was es geht.
    Darauf zu bestehen und dafür einzutreten, was andere von mir verlangen, das kann ich auch von
    ihnen verlangen, ist gar nicht einfach, weil ich über den Haken Implusivität mein Leben lang super-
    gut aufzuhängen und kalt zu stellen war.

    Bei mir geht es hauptsächlich darum, das eine vom anderen unterscheiden zu leiden. In der Selbst-
    kontrolle bis hin in den Nervenzusammenbruch, weil gar nichts mehr geht, bin ich "super". Ich bin dabei
    jetzt den Weg anders rum zu gehen, die Selbstkontrolle langsam aufzulösen, zu lernen und auszu-
    probieren wo ich das einsetzen muß, und wo ich mir nachgeben muß/kann/darf.

    Das find ich echt sauschwer.

    LG
    Sala
    Geändert von salamander (30.04.2013 um 12:46 Uhr) Grund: das übliche...

  2. #1182
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADHS und Dissoziation

    @salamander

    ich habe für mich noch keine stimmige lösung gefunden -

    ich schwanke zwischen den extremen
    vollends angepasst (verdrängung) vs. unagepasste überreaktion

    ein mittel"ding" gibt es, so glaube ich, bei mir nicht - das ideale wäre angepasst zu sein ohne sich selbst dabei aufzugeben.

    was mir aber aufgefallen ist, oder ich glaube, dass dies bei mir so ist: verdränge ich zu viel,
    kommt es irgendwann "explosionsartik hoch" und führt in anderen situationen zur überreaktion, weil
    ich dieses gefühl, (stress) - nicht richtig zu gelassen habe - konnte oder durfte.

    lg

  3. #1183
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 384

    AW: ADHS und Dissoziation

    Liebe Tanja,
    der Thread ist schon lang.

    Das hier nehme ich als Basis: Traumaaufruf - Dissoziation

    Das hier beschreibe ich: http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...tml#post350585
    und das: http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...tml#post353622

    Hier Deine Antwort: http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...tml#post353628

    Das beispiel Job zwingt mich nicht auf den Thread Jobsuche.
    Ich bin bei der Dissoation



    LG
    Steve

    Und weiter teile ich die Sicht von Gunter Schmid, dass wir alle (Stinos, Asperger, ADHS und alle anderen auch) multiple Persönlichkeiten sind.
    Nicht im Sinne einer dissoziativen Identitätsstörung. Ohne jegliche Störung.
    Geändert von SteveD (30.04.2013 um 15:49 Uhr)

  4. #1184
    salamander

    Gast

    AW: ADHS und Dissoziation

    @smile
    Smile schreibt:
    das ideale wäre angepasst zu sein ohne sich selbst dabei aufzugeben.

    was mir aber aufgefallen ist, oder ich glaube, dass dies bei mir so ist: verdränge ich zu viel,
    kommt es irgendwann "explosionsartik hoch" und führt in anderen situationen zur überreaktion, weil
    ich dieses gefühl, (stress) - nicht richtig zu gelassen habe - konnte oder durfte.

    Anpassen ohne sich selbst aufzugeben, dass kann's nicht geben - aus meiner Sicht. Dazu sind Menschen zu
    verschieden.

    ... das nicht raus lassen
    dazu kann ich von mir sagen, Situationen in denen ich zu etwas gezwungen wurde, was für mich überhaupt
    nicht ging, die haben bei mir als Kind und Jugendliche dazu geführt, dass ich mich überhaupt nicht mehr
    beruhigen konnte, was zu Repressalien führte, inkl. tageslanges komplett ignoiert werden. Das hatte bei
    mir auch viel mit dem familiären Umfeld zu tun...

    Später dann, in den 20gern kam es dazu, dass wenn versucht wurde, mir etwas aufzuzwingen, oder man mich
    unter Druck setzen wollte, ich ebenfalls heftig reagierte und mir permanent die Frage stellte, wie andere sowas
    abwiegeln, ohne so aus der Haut zu fahren wie ich. Dass die nicht schon austicken, alleine über die Tatsache,
    dass das überhaupt mit ihnen versucht wird..., plus dann noch die Sache an sich.
    Das Ganze war gekoppelt, an einen Feuerball der sich im Bauch bei mir bildete und dann expoldierte, und
    dann natürlich auch ich. Die Problematik habe ich bei bestimmten Persönlichkeitstypen, bei anderen nicht,
    da kann ich es managen.
    Die Kunst besteht für mich auch darin die einen von den anderen zu unterscheiden...

    Dann gibt es die Version von Sprache wo eine bodenlose Übergriffigkeit in ganz sanftem Ton ausgesprochen
    und daher geschlichen kommt. Wo ich höllisch aufpassen muß, das auch ja sofort zu merken. Krieg ich das
    nicht beim ersten Mal mit, sondern erst später, dann legt es mir den Schalter um, da kann ich nicht situations-
    adäquat reagieren, der explodier ich mit so einem sagenhafen Knall, dass alles zu spät ist. Da kann ich dann
    auch nichts mehr erklären, denn da geht alles auf einmal und sofort in mir hoch. Das geht dann erst später,
    wenn ich analysieren konnte, was da alles zusammen gekommen ist, was mich so in die Luft hat gehen
    lassen. Das erscheint anderen oft als eine Überreaktion, weil sie nur die eine Situation sehen, für die an sich
    erscheint es natürlich viel zu heftig, aber bei mir kommen da auf einen Schlag alle die Situationen davor an,
    wo ich auf den sanften Tonfall rein gefallen bin, und dann Karamba...

    Wo es nur um kleine Dinge geht, wo eine Grenzverletzung aus meiner Sicht statt findet, und ich gleich was
    dazu sage, kann ich mich vor Explosionen bewahren. Das entscheidende bei mir ist, es sofort zu realisieren
    um in Ruhe meine Grenzen abstecken zu können. Das findet auch Respekt und Anerkennung.

    Ich bin aber der Meinung, ADS hin oder her, wo sich war verboten wird, was eigentlich gar nicht in Ordnung ist
    für einen selbst, kommt es irgendwann, wenn es der eine Tropfen zuviel ist, mit sattem Urknall angerauscht,
    und dann ist alles viel zu spät.

    Ich sag da manchmal, Du das geht jetzt grad gar nicht für mich, dann ist erstmal Ruhe, kann sich mein Gemüt
    abkühlen. Und wenn's nix extrem übergriffiges, oder weit über meine Grenzen gehendes ist, läßt sich da auch
    meistens eine Lösung finden.

    Wo es möglich ist, halt ich mich inzwischen von Menschen fern, die mich zum explodieren bringen, allein nur
    durch das wie sie sind. Damit find ich keinen Umgang, also laß ich's, bevor ich mich damit verhaxe bis zum
    geht nicht mehr.

    lg
    sala

  5. #1185
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: ADHS und Dissoziation

    @steveD:

    Ich bin irritiert wieso weist Du nochmal so deutlich auf die letzten beiden Beiträge hin? Habe ich mir irgendwie widersprochen oder was nicht verstanden?

    Zu deinem "älteren Beitrag"

    Ich glaube nicht, dass Dissoziation ein Instrument der Verarbeitung ist, sondern eher des Selbstschutzes. Meines Wissens nach ist Dissoziation die unbewußte (nicht gedankengesteuerte) Abspaltung von einzelnen Teilen der Wahrnehmung, um Extremsituationen zu ertragen. Ich glaube nicht, dass jeder Mensch in verschiedene Persönlichkeiten abdriftet oder abschweift, wenn gleich eine "multiple Persönlichkeit" sicherlich eine sehr starke Form der Dissoziation darstellt.
    Ich habe das Gefühl, der Begriff wird etwas inflationär benutzt.

    Wenn ich damit so falsch liege, dann sagt es mir, speziell diejenigen, die sich da gut auskennen....

    Das mit dem Jobthread meinte ich eher dahingehend, dass dort Raum für eine Diskussion über Jobperspektiven und -ideen ist, falls erwünscht..... eigentlich ganz wertneutral gemeint...

    LG Tanja

  6. #1186
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Dissoziation

    Chaostanja schreibt:

    Ich glaube nicht, dass Dissoziation ein Instrument der Verarbeitung ist, sondern eher des Selbstschutzes.
    Wer dissoziiert, kann nicht verarbeiten. Die Dissoziation soll ja ganz gezielt die Verarbeitung verhindern. Genau aus dem Grund, den du angeführt hast: Selbstschutz.

    SteveD schreibt:
    IWenn einem der Partner stirbt und man in Trauer ist, dann ist man sicher in einer Dissoziation.
    Wenn man trauert, dann ist man gerade eben nicht in einer Dissoziation.
    In diesem Fall wäre eine Dissoziation, wenn man nicht trauert. Wenn man einfach sein Leben weiterlebt als wäre nichts geschehen. Wenn man die Trauer nicht spüren kann. Wenn da kein Schmerz ist.

    Dissoziation ist so etwas wie ein Schockzustand nach einem Unfall. Da kann es ja auch sein, dass man keinen physischen Schmerz spürt, weil man eben unter Schock steht. Wenn man den Schmerz spüren würde, dann wäre der so stark, dass man bewusstlos werden würde. Bei physischem Schmerz kann man das ganz gut verdeutlichen. Man spricht ja bei solchen Unfällen dann auch von Trauma: Schädel-Hirn-Trauma etc.
    Bei der Psyche ist das im Grunde genommen nichts anderes. Die Dissoziation ist ein Schockzustand, unter dem man bestimmtes nicht spürt.

  7. #1187
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.456

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo alle,

    Sehr interessante antworten!

    @ Chaostanja: bei reizüberflutung kann ich auch aggressiv werden, vor allem wenn gerade an falsch moment noch jemand etwas von mich will... Ich kenne eine ADSler aus mein umfeld, wenn er stress hat und es gibt gleichzeitig noch 2-3 menschen die etwas von ihm wollen (es könnte sehr einfache fragen sein..) kann er einfach ausrasten und sagt dass er an diese moment sich ehe verzwiefelt fühle... Ich habe mal gesehen bei ausrasten und es ist schon beeindruckend... es war deutlich dass es wirklich zu viel war.

    Nun, ich komme fast nie so weit, weil ich eben vorher schon fauche oder laut werde...

    Lassen mich an solche momenten menschen in ruhe, starre ich nur, lasse mich zeit alles zu sortieren und mache dann weiter...

    @ Elwirrwarr: ich reagiere auf supermarkt auch unterschiedlich, je nach tagesverfassung... Flucht nehmen weil zu viel war, ist mich auch passiert... Aber zuerst habe ich mich geärgert weil ich etwas nicht gefunden hatte und mehrmals durch der ganze doofe laden wie ein huhn hin und her gelaufen...

    Dann stehe ich am Zeitungsstand und gucke ich eine Zeitung ohne zu wissen was da steht und warte bis ich wieder weiter kann.
    Es ist mich vor einige wochen etwas ähnliches passiert! War bei aus der bus aussteigen, zeitungbox, viele leute, gleichzeitig ein SMS... Kurzfristig zu viel, starre ich mal 1 sekunde und schon war jemand genervt... Keine einzellfall, kommt mich bekannt vor und ich denke, es macht eben die sache schlimmer: wenn ich nur 1-2 sekunden starre um kurz ordnung in mein kopf zu machen ist es gar nicht so schlimm... Aber menschen reagieren dabei manchmal unangemessen... Und bekommen leider eines von mich auf dach...

    -Lernen erfolgt nicht über Streß - lernen erfolgt nur über positive Verstärkung - eine Strafe bedeutet oft Streß -eine Strafe macht nur Sinn, wenn sie extrem zeitnah erfolgt und angemessen ist. Das Androhen von Strafe verhindert jeden Lernerfolg. Konseqent sein ist wichtig - Konsequenz bedeutet für mich, den Kindern einen Rahmen zu geben, der ihnen SIcherheit vermittet - Konsequenz ist genauso wichtig wie Fürsorge und Gedund. Die Konsequenz ist für mich ein Teil der Achtung und Liebe, die man seinen Kindern gegenüber zeugt.
    So sehe ich auch... Aber stress mit angst von strafen kenne ich sehr gut und heute wieder mal damit konfrontiert...

    @ Steve: deine geschichte kommt mich bekannt vor... Am arbeit hatte ich einiges schlimmes erlebt (traumatisch!). Mich oft in der ecke gedrängt gefühlt, überfordert mit erwartungen die ich nciht erfühlen konnte und dann noch strafe dazu... Bin auch ab und zu deswegen ausgerastet... Mit der zeit neige ich rasch ein job auf der nagel zu hängen, wenn wieder zu viel wird...
    Am arbeit sind auch situationen mit reizüberflutungen gekommen, wo zu viel auf einmal kommt und dazu natürlich noch mitmenschen die etwas wollen und darauf war ich aggressiv...
    Es ist interessant: jetzt habe ich eine cheffin die auch so reagieren kann (sie fühlt sich rasch gestresst und wird dann reizbar) und damit komme ich klar, weil ich es gut kenne.

    @ Tanja:
    Soweit ich mich mit Dissoziation beschäftigt habe, ist das definitiv kein aktiver Vorgang, da werden auf neurobiologischer Basis, lang vor dem Großhirn (Bewertungen, einordnen von Erfahrungen, vlt. die Ratio) Verbindungen gekappt, damit das Hirn in extremen Situationen schneller arbeitet.... (Katichaos hat gestern in diesem thread u.a. einen Artikel über Dissoziation und Trauma...etc gepostet, den finde ich sehr informativ dazu...)
    Ja, genau! dabei nicht jede dissoziation hat mit trauma zu tun... Es ist als erste eine natürlich, instinktive reaktion der wichtig ist zu überleben... Tieren können auch dissozieren bei grosse stress (grosse schreck). Ich habe mal ein buch der sich mit der biologische anteil von traumata und stress befasst, aber auch mit beispielen aus der tierwelt... Da ich mit tieren oft zu tun habe, finde ich interessant zu beobachten... Wenn ich ein huhn packe weil sie raus will und nicht darf und wieder im stall bringe, tut sie auch kurz starren in meine händen, und wenn sie wieder zu hause ist, braucht sie 1-2 sekunden um wieder zu sich zu kommen und ihre normale beschäftigung nachzugehen...

    @ Rioja: wenn es um leben und tot geht, reagiere ich meinsten richtig, ausser es geht um ein thema wo ich mal traumatisiert war, da reagiere ich rasch mit starren.

    Aber vielleicht war ich unklar: meine frage war mehr ob andere ADSler ein art "starren" kennen bei reizüberflutung, zum beispiel in supermarkt, oder wenn es hektisch ist und dann wollen noch gleichzeitig 2-3 menschen etwas von dich... Also, es geht nicht um situationen die wirklich ein kleine gefahr sind, es geht mehr um solchen wo man laut von eindrücken nicht mehr denken kann un dauch nicht mehr "vernünftig" handeln kann. Ich merke dass ich bei solche situationen sehr kurz in eine art "panik" gerate, dabei starren kann oder aggressiv sein kann, aber wenn es kurz dauert, mich auch dann beruhigen kann.

    lg

  8. #1188
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.456

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo Sala und smile,

    Da mit der anpassung oder explodieren, kenne ich auch gut und suche immer die richtige mitte...

    Schlucken hatte ich auch gemacht und es kommt nicht gut...

    Immer gerade explodieren (kenne ich auch gut!) geht es auch nicht... Aber ich habe oft explodiert, weil ich zu viel geschluckt hatte.

    Wenn ich in eine situation sofort merke dass etwas krum ist, kann ich dann ruhig sofort gut reagieren. Aber wehe, ich merke nicht ganz klar was passiert, reagiere ich nur gereizt, gibt es zoff und ich muss nachher überlegen was gelaufen ist.

    Es gibt reizwörter oder verhalten die bei mich immer eine negative reaktion auslösen... Mit menschen die oft diese wörter benützen ist schwierig...

    Manchmal reagiere ich aggressiv, weil ich überfordert bin und stinos verstehen es nicht, weil es ihnen gar nicht so stresst... Am bestens ist da auch wenn ich so früh wie möglich etwas sage, aber ob ich dann verstanden werde und andere mich auch glauben ist etwas anders...

    So kann ich laut werden für armlosen sachen: 2 Menschen reden gleichzeitig mit mich und ich verstehe nur bahnhof... Unten zeitdruck bin ich nicht mehr so geniessbar, also, andere sollen besser davon die finger weghalten! Oder jemand stellt mich eine frage, aber lass mich nicht ausreden...

    Die letzten zeit kann ich da etwa ruhiger sein, aber lange hatte ich mühe damit... Ich fühle mich dabei rasch an der ecke getrieben.

    Bei kleinigkeiten lohnt sich manchmal kurz abzuwarten...

    lg

  9. #1189
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 384

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ich liebe konstruktive Gespräche.

    In wie vielen Fällen trauert ein Mensch um seinen Partner und lebt gleichzeitig, als wenn er noch da wäre? Spricht mit ihm, umarmt seine Kleider, stellt ihm zum Essen seinen Teller hin, geht MIT ihm die Wege, die man gemeinsam gegangen ist.

    Mir scheint es fast, ihr habt entweder noch keinen lieben Menschen verloren, oder es hat mut der Trauerfeier einfach so geendet.

    Natürlich dissoziert man beim Verlust eines geliebten Menschen.
    Ach nicht? Dann verstehen wir tatsächlich etwas anderes darunter.

    Ich habe ALLE Posts in diesem Thread gelesen und ich bin nicht der Meinung, dass Dissoziation in allen Zügen als das was es ist zugelassen wird.

    Es geht doch nicht darum, hier wissenschaftlich festzustellen und zu argumentieren, warum EINE Form der Dissoziation die einzig WAHRE ist.

    Es geht hier doch um einen Zusammenhang zwischen den Erfahrungen von Menschen mit ADHS zu Dissoziation und wie sie es verstehen.
    Oder irre ich mich da.

    Ich glaube nicht, dass hier irgendwer die strittigen wissenschaftlichen Sichtweisen neu definieren oder gar bahnbrechend ergänzen will.

    Ich glaube viel mehr, dass mit über hundert Seiten a 10 Posts ein gemeinsames Verständnis dafür gefunden werden will, wie jemand mit Dissoziation umgeht und wann er glaubt in einer zu sein.

    Zum Rest werden sich schon fachkundige Wissenschaftler nicht einig.

    Also lasst uns bitte Erfahrungen austauschen.
    Ich finde es nicht in Ordnung, Bewertungen über deren Qualität zu diktieren.
    Sorry für OT.

    Steve

    Sent with Tapatalk 2.
    Geändert von SteveD ( 1.05.2013 um 08:05 Uhr)

  10. #1190
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 384

    AW: ADHS und Dissoziation

    Also, ich schaffe es schon eine Dissoziation selbst herbei zu führen.
    Durch heranziehen von schlimmen Erlebnissen, bei Verknüpfung von bereits Erlebten mit Ängsten bezogen auf Kommendes.
    Geradezu selbsthypnotisch.
    In der reinsten Form.

    Das ist bewusst nicht gewollt, das Unterbewusste ist da immer schneller und stärker.
    Jedoch feuert es nicht, weil die Umgebung mir dies aufzwingt, sondern durch mein Erleben.
    Und dieses Erleben wird durch das was da in mir vorgeht verstärkt.
    Geradezu selbsthypnotisch.
    Bis in die Abspaltung. Ein heraus gehen aus mir, mich von außen selbst betrachtend, nichts mehr spüren.
    Ein klarer Fall vob Dissoziation in meinen Augen.
    Durch mich herbei geführt.
    Durch bewusstes Herbeiholen und unterbewussten Antreibern.

    Klar kann man das auch in Richtung Persönlichkeitsabspaltung schieben, die laut Definition eine Unterform der Dissoziation ist.

    Steve

    Sent with Tapatalk 2.


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