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  1. #101
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADHS und Dissoziation

    Amneris schreibt:
    Hallo!
    Wer ist denn so freundlich und erklärt mir hier den Zusammenhang zwischen Dissoziation und Vermeidung? Klingt schrecklich interessant, vorallem das mit der Vermeidung aber leider verstehe ich das inhaltlich gar nicht

    Danke und liebe Grüße
    Amn
    hallo amneris, wenn ich es richtig verstehe.... (also ich stelle es mir so vor)
    verdrängen kann man nur das, was man im bewussten wahrgenommen hat --> bereits da angekommen und dann verdrängt.
    dissoziation wenn es direkt ins unterbewusste verschoben wird gar nicht mehr bewusst wahr nimmt. man ist pysisch da doch die trennung vom gefühl ist bereits gekappt.

    @an die experten / bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege.

  2. #102
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: ADHS und Dissoziation

    Jetzt haben wir 3 Begriffe hier. Verdrängung, Vermeidung und Dissoziation.

    Verdrängung scheint mir von Freud und Jung her zu stammen.
    Vermeidung würde ich eher neurowissenschaftlich und verhaltenstherapeutisch einordnen.
    Dissoziieren sollte ein Begriff aus der traumatologischen Ecke sein.

    Zuerst will ich mal feststellen, dass Begriffe aus unterschiedlichen therapeutischen oder philosophischen Schulen oft mehr darauf ausgerichtet sind, in die Logikketten der Schule, also der Theorie zu passen, als primär die Realität zu beschreiben. Wir sollten uns bei der Begriffsklärung also fragen, ob wir damit dann am ende unser individuelles Selbsterleben oder die innere Logik eines Konzeptes besser durchschauen werden.

    Ich schaue mich morgen nochmal in meinem Bücherregal um und schreibe dann wieder hier weiter. Heute gehe ich erst mal auf Matratze.

    Johannes

  3. #103
    ADLer

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.384

    AW: ADHS und Dissoziation

    emoflex schreibt:
    Jetzt haben wir 3 Begriffe hier. Verdrängung, Vermeidung und Dissoziation
    oh ja ..mindestens... die 3 können sich aber gaaaanz schnell vermehren...

    nein ehrlich..

    danke..fürs auseinanderklamüsern u geduldig erklären..

    ist arg wichtig..

    geh auch mal drüber *träumen*

    Angela

  4. #104
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: ADHS und Dissoziation

    Also, ich will mal was zu den Gegenanzeigen sagen:

    Bei schweren Traumata in der Vergangenheit kommt es sehr darauf an, in welcher Verfassung man sich aktuell befindet. Manche Menschen wurden schwerst traumatisiert, zeigen aber kaum bis keine Folgestörungen, werden auch nicht merklich dadurch destabilisiert, darüber zu sprechen. In dem Falle sollte man sich erstmal keine Sorgen machen und ruhig Versuche mit der Selbstanwendung von emoflex machen.
    Wenn man aber posttraumatische Stresssymptome hat, und zwar egal ob durch schwere Traumata, oder durch flachen Stress (z.B. bei einer hochsensiblen Konstitution) sollte man für sich selbst entscheiden, ob man für die Aufarbeitung gerne eine Unterstützung durch eine Vertrauensperson haben möchte, oder nicht. emoflex ist als Verständnishilfe und als Werkzeug-Kasten rein technisch sicherlich dazu geeignet eine Aufarbeitung zu bewerkstelligen. Ob man aber die Nerven hat, sich wieder intensiver mit dem Alten Müll zu befassen, und wenn ja, dann in welchen Rahmenbedingungen, das hängt eher von einem selber ab, als von dem Konzept, nach dem man die Sache angehen will.

    Sicherlich stellt sich nun auch die Frage nach möglichen Retraumatisierungen. D.h. in einem Aufarbeitungsprozess kann es passieren, dass man für einige Minuten die traumatische Situation nacherlebt. Diejenigen, die merken, dass eine Aufarbeitung dringend erforderlich ist, haben in der Regel bereits solche Flashbacks erlebt. Deshalb kommen sie ja auf die Idee, etwas zu unternehmen. Ein Retraumatisierungserlebnis wird auf jeden Fall nie schlimmer als die Flashbacks, die man schon kennt, würde ich aus meiner Erfahrung heraus annehmen. Nur mit dem Unterschied, dass man sich in einem Aufarbeitungsprozess befindet, der dazu führt, dass die Flashbacks mit großer Wahrscheinlichkeit in Zukunft abnehmen werden und bald ausbleiben.

    Von daher denke ich, dass es sich immer lohnt, Traumaarbeit zu machen. Wenn man sich davor fürchtet, dann auf jeden Fall mit professioneller Hilfe. Wenn und solange man sich fest und sicher fühlt und immer orientiert ist, kann man es sicherlich auch alleine versuchen.

    Wenn man emoflex und ähnliche Konzepte zur Stressbewältigung einsetzt ohne schwere Traumata in der Vergangenheit erlebt zu haben, hat man eher nicht mit unangenehmen Begleiterscheinungen sondern gleich mit einer spürbaren Entlastung zu rechnen.

    Johannes
    Geändert von emoflex (23.03.2012 um 01:06 Uhr)

  5. #105
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: ADHS und Dissoziation

    emoflex schreibt:
    Ob man aber die Nerven hat, sich wieder intensiver mit dem Alten Müll zu befassen, und wenn ja, dann in welchen Rahmenbedingungen, das hängt eher von einem selber ab, als von dem Konzept, nach dem man die Sache angehen will.
    Na ja, ob man wirklich die Wahl hat, weiß ich nicht bzw, wage mal zu bezweifel, dass das immer der Fall ist. Denn wenn einen immer wieder die verschiedensten Dinge triggern, so dass man im Laufe der Jahre immer verstärkter und auch für einen längeren Zeitraum in Depressionen gerät, dünnhäutiger wird usw....dann scheint es keinen anderen Ausweg zu geben, oder?

    emoflex schreibt:
    Von daher denke ich, dass es sich immer lohnt, Traumaarbeit zu machen.
    Genau DA bin ich mir wiederum nicht so sicher, weil zumindest bei uns Bipolaren das auch Auslöser eine Phase und somit lebensgefährlich sein kann...

    LG Amn

  6. #106
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo Amneris,

    Da hast DU natürlich recht! Es ist eben auch schwierig zu diesem Thema etwas zu schreiben, was für jeden richtig ist, weil man da kaum etwas allgemeingültiges sagen kann.

    Ich denke auch, dass man in eine Verfassung kommen kann, wo man es sich nicht mehr aussuchen kann, ob man die Problemstellung angehen möchte oder lieber nicht. Da kann es heißen, daran arbeiten oder untergehen. Wenn man dazu noch bipolar oder multipel ist, kann es bedeuten, dass man die Aufarbeitung angehen muß, dadurch dann aber destabilisiert wird. Solche Situationen wünsche ich niemandem. In solch einem Fall sollte man alle Unterstützung haben, die irgendwie zu bekommen ist.

    Andererseits muß aber auch gesagt werden, dass bei den allermeisten Menschen die Traumaverarbeitung auf ganz natürliche Weise und nahezu ohne fremde Hilfe passiert. Die meisten Soldaten haben nach dem Krieg eben keine PTBS. Die meisten Schocks lassen bald von selber nach. Eben weil unser Nervensystem in der Lage ist, diese Belastungen gut selber zu bewältigen. Wenn man den Durchschnitt der Bevölkerung anschaut kann man sagen, dass eben meistens aus der posttraumatischen Stressreaktion keine posttraumatische Belastungsstörung wird. - Dazu gibt es interessante Untersuchungen, die nach dem "11.9." in USA gemacht wurden. Die Menschen, die nach dem Anschlag ein sog. "Briefing" hatten hatten zu einem höheren %satz eine PTBS, als die unversorgten Opfer. Das wäre ein Hinweis darauf, dass es Sinn machen könnte, die natürlichen Bewältigungsstrategien des Nervenssystems auch nicht zu früh bei ihrer Arbeit zu stören. Aber das ist ein großes Thema.

    Johannes

  7. #107
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    Hallo Alle,

    in der Hoffnung, das Thema nicht zu verlassen oder unnötig auszuweiten, geht mir eine Frage nicht aus dem Kopf...

    Ich lese all das über Dissoziationen, weiß auch, dass ich selber dissoziiere und wohl auch nicht wenig..., und frage mich aber gleichzeitig, ob hier nicht auch ein Zusammenhang/ Brückenschlag zum Autismus zu finden ist?

    Mir kommt das alles so verwandt vor, so ähnlich.
    Irgendwie habe ich das Bild vor Augen, dass Autisten sich sozusagen in einer permanenten Dissoziation befinden ("in ihrer eigenen kleinen Welt, ... wie oft habe ich das in bezug auf mich gehört...).
    Kann man das so beschreiben?
    Je nach Ausprägung sind sie darin gefangen (Kanner) oder können sie zeitweise mehr oder weniger gut verlassen (Asperger).


    Mag sein, dass ich da völlig "auf dem Holzweg" bin, aber das ist im Moment so das spontane Bild, welches ich beim Lesen dieses Threads bekommen habe.

    Aber wenn dem so ist, würde das nicht bedeuten, dass AD(H)S und Autismus verwandter sind, als man gemeinhin zugestehen mag?
    Es gibt ja durchaus Stimmen die sagen, dass AD(H)S eine milde Form von Asperger sein könnte, zumindest wird eine Verwandschaft nicht ausgeschlossen, während andere Stimmen das weitgehend verneinen.

    Aber gerade mit Blick über die Dissoziation scheint sich mir diese Verwandtschaft geradezu "anzuspringen".
    (Das sind nur spontane Bilder, da werde ich noch reichlich genauer drüber nachdenken, da bin ich mir sicher, aber dennoch sehe ich diese Verwandschaft)

    Ist Autismus nicht im Grunde und seeeehr vereinfacht ausgedrückt basierend auf einer nicht oder fehlerhaft funktionierenden Verbindung der Gehirnhälften?
    Und kann ich Dissotiationen nicht ähnlich verstehen, bedeutet es doch Abspaltung und wird oft auch von Therapeuten so erklärt, dass im Moment des Traumas das Gehirn aufgrund der völligen Überforderung Informationen unverknüpft ablegt, also die linke Hälfte nicht weiß, was in der rechten abgelegt wurde?

    Das ist im Moment vielleicht noch recht wirres Geschreibesel, unsortiert, ungeprüft und nicht weitergehender durchdacht, aber wenigstens schon mal niedergeschrieben und nicht vergessen.

    Ich sehe da so viele Parallelen, zumindest vor meinem "geistigen Auge", kann sie aber (wie so oft) nicht immer gut genug in Worte umwandeln, um sie anderen verständlich zu machen.

    Viele Grüße
    Marcus

    (BTW: Vorsicht mit den Metaphern zur Fliegerei :
    Wenn da eine Warnleuchte angeht, gibt es i.d.R klare Anweisungen, wie weiter zu verfahren ist, Checkliste, Notverfahren, Prozeduren, etc. .
    Aber tatsächlich gilt: "First fly the Aircraft", alles andere kommt erst danach.
    Aber gerade der Vergleich hat mich angetriggert
    Es stimmt aber natürlich, repariert werden kann erst am Boden... )
    Geändert von Fliegerlein (23.03.2012 um 12:20 Uhr) Grund: Satz ergänzt

  8. #108
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: ADHS und Dissoziation

    Je nach Ausprägung sind sie darin gefangen (Kanner) oder können sie zeitweise mehr oder weniger gut verlassen (Asperger).
    hm, der entscheidende Unterschied ist hier m.W., dass es sich beim Kanner-Autismus, dem s.g. frühkindlichen Autismus, um eine Form handelt, die in der Regel auch mit einer geistigen Behinderung einhergeht, also mit einer allgemein starken Einschränkung kognitiver Fähigkeiten ... Asperger-Autismus beschreibt sehr vereinfacht gesagt "nur" das autistische Spektrum auf sozialer, kommunikativer und sensorischer Ebene ...

    an die klinischen Fachleute gerichtet: passt das so?

  9. #109
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 245

    AW: ADHS und Dissoziation

    Ich verstehe nicht, wie das mit den Augenbewegungen funktionieren soll.
    Wenn ich meine Augen schnell hin und her bewege, wird mir blos schwindelig und die Augen(muskeln) tun weh. Emotional habe ich da garnichts bei gespürt, die Gefühle waren genau wie vorher.

    Gefühle in etwas "greifbares" vorzustellen, fällt mir dagegen sehr leicht.

  10. #110
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und Dissoziation

    habitbraker schreibt:
    hm, der entscheidende Unterschied ist hier m.W., dass es sich beim Kanner-Autismus, dem s.g. frühkindlichen Autismus, um eine Form handelt, die in der Regel auch mit einer geistigen Behinderung einhergeht, also mit einer allgemein starken Einschränkung kognitiver Fähigkeiten ... Asperger-Autismus beschreibt sehr vereinfacht gesagt "nur" das autistische Spektrum auf sozialer, kommunikativer und sensorischer Ebene ...

    an die klinischen Fachleute gerichtet: passt das so?
    Ohne zu der gefragten Ziegruppe der klinischen Fachleute zu gehören würde ich sagen, dass es ja gerade der Begriff "Spektrum" (lat= Erscheinung, Bedeutung: "Vielfalt der Erscheinungen") ist, welcher darauf hinweist, dass es sich um eben ein ganzes Sektrum, angefangen bei einer leichten Störung bis hin zu einer schweren Behinderung handelt, wobei nicht nur die Symptome als solche sich verschlimmern, sondern eben auch weitere hinzu kommen können.


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