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Diskutiere im Thema Opferrolle annehmen oder dagegen ankämpfen? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 11

    Opferrolle annehmen oder dagegen ankämpfen?

    Hallo,

    ich bin nun seit 3-4 Monaten ganz allein auf mich gestellt. Bin noch am studieren und bis vor Kurzem hatte ich zwei Freunde mit denen ich einiges unternehmen konnte. Der eine ist jedoch in ein anderes Land gereist und macht dort Erasmus und der andere hat einen Job ca. 400 km von meinem Ort entfernt. Ich habe mir gedacht, dass ich schon irgendwie andere Freunde und ein anderes soziales Umfeld finden werde. Es sind jetzt schon einige Monate vergangen und es ist nicht viel geschehen.

    Die Sache ist, dass ich leider auf Kleinigkeiten manchmal reagiere, also sowas wie Sprüche von der Seite. Jetzt meinte der Uni-Psychologe, bei dem ich vor kurzem war, dass ich nicht zu viel Respekt von anderen erwarten solle. Auch wenn man die Opferrolle einnimmt, wäre es seiner Meinung nach egal, weil solche Sachen wie STOLZ oder EHRE und was weiss der Geier, seien für ihn nur theoretische Konstrukte.

    Ich selber bin unsicher in mir geworden. Ich finde nicht richtig meinen Platz auf dieser Welt. Natürlich spüren das die anderen und nehmen mich dann sehr schnell auf die Schippe. Das nervt mich und so kommt der Teufelskreis zustande. Dazu kommt noch, dass ich streng zu mir selber bin und das übertrage ich an andere.

    Also alles in allem mache ich schon einiges falsch um mir ein soziales Umfeld aufzubauen. Vorher war es ja ganz OK da ich ja genau solche Menschen getroffen hatte und mit Ihnen den Respekt und einige strenge Prinzipien teilen konnte. Soll ich mich jetzt ganz verändern damit man mich akzeptiert? Ich soll lockerer werden meinte der Uni-Psychologe... Sobald ich es probiere fühle ich mich nicht wie ich selber und bin dann irgendwie verkrampft. Wie kann ich den lockerer werden?

    Ich hoffe auf gute Einfälle

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Opferrolle annehmen oder dagegen ankämpfen?

    Opferrolle annehmen oder dagegen ankämpfen?
    Meinst du die Frage ernst? Wenn das so ist, kämpfe! Welche Vorteile bringt denn eine Opferrolle im Erwachsenenalter? Und wie würde der Kampf aussehen?

    weil solche Sachen wie STOLZ oder EHRE und was weiss der Geier, seien für ihn nur theoretische Konstrukte.
    Theoretiker Wenn das so leicht wäre.

    Ich selber bin unsicher in mir geworden. Ich finde nicht richtig meinen Platz auf dieser Welt. Natürlich spüren das die anderen und nehmen mich dann sehr schnell auf die Schippe. Das nervt mich und so kommt der Teufelskreis zustande. Dazu kommt noch, dass ich streng zu mir selber bin und das übertrage ich an andere.
    Gute Beschreibung. Womit nehmen sie dich auf die Schüppe, kannst du eine Situation beschreiben?

    Also alles in allem mache ich schon einiges falsch um mir ein soziales Umfeld aufzubauen. Vorher war es ja ganz OK da ich ja genau solche Menschen getroffen hatte und mit Ihnen den Respekt und einige strenge Prinzipien teilen konnte. Soll ich mich jetzt ganz verändern damit man mich akzeptiert? Ich soll lockerer werden meinte der Uni-Psychologe... Sobald ich es probiere fühle ich mich nicht wie ich selber und bin dann irgendwie verkrampft. Wie kann ich den lockerer werden?

    Ich hoffe auf gute Einfälle
    Ich hoffe auch.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 470

    AW: Opferrolle annehmen oder dagegen ankämpfen?

    Mrs Holmes ist mir zuvorgekommen während ich schrub.
    Das was sie als Theoretiker bezeichnet, würde ich mit stärkeren Worten belegen.

    ----------------------------------

    Eine Opferrolle einzunehmen halte ich für schlichtweg falsch.

    Stolz ist für mich die Triebfeder, die mich überhaupt den Tag beginnen lässt.
    Selbst sollte es ein theoretisches Konstrukt sein, wäre es eines, das mir hilft über Dingen wie dem auf die Schippe nehmen durch Andere zu stehen.

    Ausserdem sorgt mangelnder Stolz meiner Erfahrung nach dafür, dass Andere einen weniger respektieren und somit noch mehr ausgrenzen.
    Harte Worte, ich weiss.


    Es ist nur wichtig in seinem Stolz die Grenze zwischen mir und Dir zu finden.

    Wenn Du streng zu Dir bist, ist das in Maßen gut und wichtig. Dieses Maß zu definieren ist leider ein langer beschwerlicher Weg, von dem ich nicht weiss, ob er überhaupt ein Ziel hat, aber man kann sich denke ich einem Ideal logarithmisch nähern.

    Wichtig ist zu lernen, diese Strenge nicht auf Andere zu übertragen. Ich bin selbst unglaublich pedantisch, mache mir aber stets bewusst, dass ich in meinen Fachgebieten mit einem Normalmaß von 150% des Nötigen rumdaddele.
    Von Anderen darf!!! ich maximal 100% erwarten, sonst mache ich ihnen das Leben schwer.

    Um das zu üben, suche ich mir eine Beispielsituation/-aufgabe und überlege, bzw. schreibe auf, wie ich sie lösen würde.
    Dann schaue ich mir mein ergebnis später mit Abstand an und versuche Alles zu streichen, was objektiv eigentlich icht nötig ist.
    Dann streiche ich mindestens einen weiteren Punkt, und habe das, was ich von Anderen erwarten darf.

    Dann drehe ich den Spieß um, und baue mir eine solche Situation in einem Gebiet in dem ich mittelmäßig gut bin.
    Hier füge ich dann weitere optionale Punkte zu meinem Ergebnis hinzu, und sehe wie meine Erwartungsdiskrepanz in meinem Fachgebiet auf Andere wirkt.

    ------------

    Mit Deinen beiden Freunden kannst Du ja immer noch per Mail oder so kommunizieren.
    Habe selbst Freunde, die ich vielleicht wenn's hoch kommt einmal im Jahr sehe.

    ------------

    Dieses Aliengefühl kenne ich nur zu gut, aber man kann lernen damit umzugehen.
    Aber auch hier ist die stetige Wahrung des Grates zwischen sich ausgeschlossen fühlen und Überheblichkeit ein schmaler.

    Auch hier hilft analog zu dem oben beschriebenen das mentale Durchspielen von fiktiven Situationen aus der Sichtweise beider Parteien.

    Norms haben diesen Grad glaub' ich mehr oder weniger eingebaut, wenn ich das bis jetzt richtig verstanden hab.
    Wir Wirren müssen uns sowas halt durch aktive Denkarbeit zurechtbasteln.
    Wie ein Computer, bei dem man das Programm zur Steuerung der Bildschirmhelligkeit selber schreiben muss.
    Und diese Programmiersprache zu lernen wird mit der Zeit einfacher.
    Auch wenn der Bedarf für die Sonderprogramme irgendwie nie abreisst....

    Ich hoffe, ich konnte Dir hiermit ein bisschen Hoffnung machen...

    -----------

    Nachtrag wegen nicht zu Ende denken:
    Und das wäre also eine mögliche Grundlage, Dir die Waffen für einen Kampf zurechtzulegen.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Opferrolle annehmen oder dagegen ankämpfen?

    Wir Wirren müssen uns sowas halt durch aktive Denkarbeit zurechtbasteln.
    Das brummt bei mir schon länger mit, es ist also doch wahr.( Bei einigen liegt es in der Wiege)

    Ausserdem sorgt mangelnder Stolz meiner Erfahrung nach dafür, dass Andere einen weniger respektieren und somit noch mehr ausgrenzen.
    Harte Worte, ich weiss.
    Härteste Tatsachen, mein Freund.

    Um das zu üben, suche ich mir eine Beispielsituation/-aufgabe und überlege, bzw. schreibe auf, wie ich sie lösen würde.
    Dann schaue ich mir mein ergebnis später mit Abstand an und versuche Alles zu streichen, was objektiv eigentlich icht nötig ist.
    Dann streiche ich mindestens einen weiteren Punkt, und habe das, was ich von Anderen erwarten darf.

    Dann drehe ich den Spieß um, und baue mir eine solche Situation in einem Gebiet in dem ich mittelmäßig gut bin.
    Hier füge ich dann weitere optionale Punkte zu meinem Ergebnis hinzu, und sehe wie meine Erwartungsdiskrepanz in meinem Fachgebiet auf Andere wirkt.
    Bist du ordentlich, wie lange machst du das schon? Wie oft nachlesen?

    Das was sie als Theoretiker bezeichnet, würde ich mit stärkeren Worten belegen.

    ----------------------------------
    Tja, was soll ich schreiben? Mir fehlen die Worte.

    Mit welchen?

    Wer hat eine konkrete Anleitung für brenzlige Situationen? Gespräche? Oder Anleitungen für just-in-time-Effekte zum guten Selbstgefühl? (alltägliche Kommunikation/alles zu persönlich nehmen)
    Geändert von SherlaHolmes (25.02.2012 um 02:38 Uhr) Grund: Spielregeln vergessen

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Opferrolle annehmen oder dagegen ankämpfen?

    Könntest du eine Beispielaufgabe mit veränderten Namen, Orten... veröffentlichen? Bräuchte deine Strategien gerade etwas "plastischer", scheint sehr tricky

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 470

    AW: Opferrolle annehmen oder dagegen ankämpfen?

    SherlaHolmes schreibt:

    Bist du ordentlich, wie lange machst du das schon? Wie oft nachlesen?
    Keine Ahnung, mein halbes Leben oder so.
    Ich dachte immer das wär normal, bis ich mitgekriegt habe, dass Andere das nicht machen *lol*
    Mach's seit Jahren nur noch im Kopf; meist morgens unter der Dusche oder so, oder wenn ich mich auf schwierige/ungewohnte Situationen vorbereite.
    Sollte das mal wieder schriftlich machen, dann hab' ich 'nen Merkzettel und bau' weniger Fails weil ich die ganze Chose vergessen hab' ;-)

    SherlaHolmes schreibt:

    Tja, was soll ich schreiben? Mir fehlen die Worte.

    Mit welchen?
    Wenn ich die schreibe, wird Alex mich freundlich bitten, auf solche Ausdrücke zu verzichten und auf die Forenregeln hinweisen.
    Das will ich vermeiden

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Opferrolle annehmen oder dagegen ankämpfen?

    Vermeidungsverhalten und der Konfrontation aus dem Weg gehen? Mr. Ze, man muss auch mal rein ins kalte Wasser!. *plitschplatsch*

    Passt, lieber nicht Schade trotzdem.


    ch dachte immer das wär normal, bis ich mitgekriegt habe, dass Andere das nicht machen *lol*
    Mach's seit Jahren nur noch im Kopf; meist morgens unter der Dusche oder so, oder wenn ich mich auf schwierige/ungewohnte Situationen vorbereite.
    Sollte das mal wieder schriftlich machen, dann hab' ich 'nen Merkzettel und bau' weniger Fails weil ich die ganze Chose vergessen hab' ;-)
    Das Verschriftlichen meinte ich. Wer schreibt, der bleibt.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 470

    AW: Opferrolle annehmen oder dagegen ankämpfen?

    So, da:

    SherlaHolmes schreibt:
    Könntest du eine Beispielaufgabe mit veränderten Namen, Orten... veröffentlichen? Bräuchte deine Strategien gerade etwas "plastischer", scheint sehr tricky

    Ich schreibe etwas ganz Ausgedachtes. Kann ich besser als erinnern.
    Grundlage für die Ausführungen war ja das hier:
    scorpio schreibt:
    Dazu kommt noch, dass ich streng zu mir selber bin und das übertrage ich an andere.
    Bitte beachtet, dass ich zwecks beserer Verständlichkeit ein absolutes Worst-Case-Szenario schildere.

    Stellen wir uns vor:
    Lisbeth und Hans müssen gemeinsam in der Schule einen Vortrag über ADHS erarbeiten.
    Lisbeth ist selbt betroffen und hat schon 5000 Fachbücher gelesen. Hans hat keine Peilung.
    Der Rest der Klasse auch nicht wirklich.

    Lisbeth schiebt den totalen Hypo auf das Thema, verfasst alle Texte, bebildert das Ding programmiert die Präsentation.
    Hans versucht verzweifelt mitzukommen, aber Lisbeths Ausführungen ihm gegenüber sind so tief, dass er nur Bahnhof versteht.
    Also macht Hans nichts Anderes als Kaffee zu kochen und bei der Präsentation zu falschen Zeitpunkten die Folien weiterzuklicken.

    Die Präsentation ist fachlich unglaublich fundiert.
    Liesbeth bekommt eine 1, Hans aber eine 4, weil er laut dem Lehrer alle Arbeit auf Lisbeth abgewälzt hat.
    Die Klasse hat nichts verstanden, weil's zu hoch war.
    Alle finden Lisbeth doof.

    Und Alles wegen eines Kommunikationsproblems.
    Denn eigentlich ist Lisbeth unglaublich lieb und wollte doch einfach nur einen guten Vortrag halten.

    Lisbeth hätte das abwenden können, wäre sie sich ihrer Eigenschaft des viel professioneller seins auf diesem Gebiet bewusst gewesen.
    Sie hat eine Aufgabe erhalten und hat direkt angefangen zu arbeiten, so wie es in ihrer Natur liegt.
    Was ihr hätte helfen können wäre gewesen, sich die Aufgabe aufzuschreiben, einmal durchzuatmen, Hans zu erklären, dass er für fünf Minuten die Fresse halten soll und sie ihm nachher erklärt warum.

    Dann schreibt sie den Satz:
    Wie viel weiss ich zu dem Thema?

    Dem gegenüber stellt sie die Frage:
    Wieviel davon kann ich in der gegebenen Zeit verständlich vermitteln?

    Dann stellt sie Die Frage:
    "Hans, was weisst Du zu dem Thema?"

    Hans antwortet: "Hat das nicht mit hibbeligen Kindern zu tun?"

    Nun hat Lisbeth Drei Eckpunkte. Zwei Wissensstände und einenzu erreichenden Wissensstand.
    Es ist nur einer, da es reicht, Hans auf den Wissensstand zu bringen, den am Ende der am besten bei der Präsentation aufpassende Schüler hat.

    Nun kann man anfangen zu arbeiten.
    Lisbeth schreibt ihre gemeinsam festgelegten Unterthemen wahrscheinlich aus dem Kopf, Hans erarbeitet seine Unterthemen aus ein, zwei Büchern, die Lisbeth ihm leiht.
    Beide kriegen eine 1-.
    Keiner ist der A****.

    Dass etwas so ideal ausgeht, ist aber auch nicht der Regelfall...


    ------------------------------------

    Gerade nochmal durchgelesen.
    Wir hängen und gerade unglaublich a la Lisbeth aus dem Beispiel an einem kleinen Teilbereich des Problems auf.
    Weiss nicht, ob das scorpio so weiterhilft...
    Geändert von ze_4 (25.02.2012 um 04:26 Uhr)

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.101

    AW: Opferrolle annehmen oder dagegen ankämpfen?

    ze *lol* ja so ähnlich habe ich es auch bei Aufsätzen/Refferaten gemacht die man zu zweit erarbeiten musste.
    Ich konnte in der Zeit die wir hatten immer wesentlich mehr an Informationen aufnehmen als mein Mitrefferent. Sprachlich musste ich dann auch ein wenig zurückfahren, damit ich die Klasse auch versteht.
    Aber gut war durch die mehr Informationen die ich hatte konnte ich dann auch alle noch anfalenden Fragen beantworten.


    Doch zum Threatstarter.
    Opferrolle einnehmen?? Nein wieso. Nur weil man anders tickt ist man kein Opfer. Ich würde sogar sagen wir sind ein leben lang Kämpfer. Wir kämpfen gegen unsere innere Zerstreutheit, gegen die 1000 Gedanken um den einen wichtigen herauszuhören.
    Wir kämpfen gegen Vorurteile usw. Die Liste ist beliebig verlängerbar.


    Stolz und Ehre sind schon wichtig nur es ist wie mit allem im Leben man darf dem nicht zu viel Gewicht im Leben beimessen.

    Natürlich darf man Stolz sein wenn man was erreicht hat aber es darf nicht länger als über die übliche Zeit hinaus gehen. Ich habe gelernt 2 Tage kann man sich damit brüsten dann sollte man sich einer neuen Aufgabe widmen. Es sei den das Thema wird noch mal angesprochen.

    Ehre hmm in welchen Zusammenhang siehst du das? Ehre kann sein jemanden verehren, sich selbst verehren in Form von sich selbst vertrauen. Je nachdem aus welchen Blickwinkel man das ganze sieht gibt es da unterschiedliche Meinungen.

    Natürlich die Ehre sich selbst gegenünber also das Selbstvertrauen, sich selber lieben ist wichtig. Auch wenn es vielen hier sicherlich schwer fällt.

    Verehren in Form von Respekt ist auch wichtig aber da muss ein gesundes Mass herrschen. Ich habe das Problem, dass ich vielen Personen zu viel Respekt entgegen bringe. Respekt ist ja schön und gut aber wenn man fast nur noch zu alles Ja und Amen sagt ist das für einen selber nicht immer gut.

    Oder meinst du eine ganz andere Art der Ehre die mir jetzt nicht auf anhieb eingefallen ist?


    Was nun deine Freunde betrifft, wie schon erwähnt wurde gibt es zum Glück das Internet und das Telefon, so kann man auch über große Distanzen den Kontakt halten. Was ich dir nun raten würde ist dich nicht zu verstellen und so wie du bist neue Freunde zu suchen, den eine Maskerade kann man zwar für eine bestimmte Zeit aufrecht erhalten aber nie für lange Zeit. Wenn du also versucht jemand anderes zu sein und so Freunde findest, wirst du über kurz oder lang in deine alte Rolle schlüpfen und dann kann es sein, dass neue freunde mit deinem wirklichen Ich nicht klar kommen.

    Ich habe mich auch jahrelang verstellt und was habe ich davon gehabt? Nichts ausser dass ich dann irgendwann als ich diese Rolle nicht mehr spielen konnte und wollte gar keine Freunde mehr hatte und dass in einem Alter wo man nicht mehr all zu schnell Kontakte knüpft, weit nach der Schulzeit und Ausbildung.
    Mit Ende 20 Anfang 30 und 2 Kindern geht man auch nicht mehr so viel weg lernt also schwerer neue Leute kennen.

    Mittlerweile habe ich wieder ein paar sehr gute Freunde und die kennen mich so wie ich wirklich bin und hey es stört sie nicht. Natürlich ist da nie alles friede Freude Eierkuchen aber sie sagen es mir wenn ich mich mal wieder unmöglich benehme.

    Also keine Angst vor dir selbst es gibt immer Menschen die dich genau so mögen wie du bist.
    Geändert von Cat78 (25.02.2012 um 11:34 Uhr) Grund: diverse rechtschreibfehler

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Opferrolle annehmen oder dagegen ankämpfen?

    Hallo,

    danke für die vielen Rückmeldungen. Find ich super, dass gleich so viele auf den Thread reagiert haben.
    ze_4
    Stolz ist für mich die Triebfeder, die mich überhaupt den Tag beginnen lässt.
    Glaube mir das war bis vor kurzem auch bei mir der Fall.

    Ausserdem sorgt mangelnder Stolz meiner Erfahrung nach dafür, dass Andere einen weniger respektieren und somit noch mehr ausgrenzen. Harte Worte, ich weiss.
    Bemerke ich schon selbst, seitdem ich das Gefühl von Stolz auf mich sein, abgelegt habe. Da ich mein Selbstvertrauen momentan niergends oder schwer herholhen kann, macht es die Lage ein wenig schwieriger. Jedoch klingt das mit dem Szenario durchspielen als eine richtig gute Idee.

    Dieses Aliengefühl kenne ich nur zu gut, aber man kann lernen damit umzugehen.
    Ich würde sagen, dass es auch eine gute Erfahrung ist für mich, auch mal nur mit mir selber beschäftigt zu sein. Es ist nur so, dass ich Angst habe und irgendwie so ne Grenze gekommen ist, wo ich nicht mehr richtig allein bleiben will. Nur mit Psychologen tausche ich meine Sorgen momentan aus und mit der Familie. Die ist aber nicht hier... nicht mal in diesem Land. Also es geht nur über Skype und die haben auch ihre Sorgen, da kann man nicht jede Woche was sagen. Zumindest will ich Ihnen nicht die Sorgen vergrößern.

    Ehre hmm in welchen Zusammenhang siehst du das?
    Also beim Uni-Psychologen habe ich es in dem Sinne gemeint, dass ich ehrenvollen Umgang möchte. Dass man sich mir gegenüber ehrenvoll und respektvoll verhält aber dass ich das auch anderen zeige.

    Ich habe das Problem, dass ich vielen Personen zu viel Respekt entgegen bringe.
    Genau das ist bei mir auch der Fall. Ich muss schon diesen Grad finden wo es heißt jetzt ist genug Respekt gegeben worden...

    Ich habe mich auch jahrelang verstellt und was habe ich davon gehabt? Nichts ausser dass ich dann irgendwann als ich diese Rolle nicht mehr spielen konnte und wollte gar keine Freunde mehr hatte
    In so einer ähnlichen Lage bin ich schon gewesen und möchte genau das vermeiden. Damit aber besser verstanden wird wie ich das mit dem verstellen meine: Ich selber bin Moslem (hoffe ihr werdet mich jetzt nicht mit Vorurteilen bombardieren |*Sarkasmus*| ). Jedoch sehe ich nicht wie einer aus. Also ich sehe sehr westeuropäisch aus und komme aus dem Balkan. Als ich mein Bachelorestudium (habe ich auf dem Balkan abgeschlossen) anfing habe ich wirklich die Sau rausgelassen, gefeiert, getrunken und mein Studentenleben genossen. Eigentlich war immer das Trinken ne doppelte Last für mich. Einerseits die Kopfschmerzen danach und da es ja verboten ist Alkohol zu trinken, kam das Gewissen mit ins Spiel. Als ich jedoch Sex mit einer Frau hatte, habe ich eher keine Gewissensbisse bekommen, weil das kein Kopfschmerzen in dem Sinne verursacht

    Nun ja also lange Rede kurzer Sinn... in meinem Masterstudium jetzt hier in Deutschland wollte ich wieder zu mir finden und habe das ganz abgebrochen, also gar nix mehr an alkoholischen Getränken zu mir zu nehmen. Ich habe dann immer gesagt, dass ich Moslem bin und nix trinken will. Genau das war es was andere nicht wirklich akzeptiert haben. Also man hat mich damit auf die Schippe genommen. Es ist jetzt nicht so, dass ich alles befolge was der Glaube sagt. Ich mag halt dieses Spirituelle und das was die Terroristen machen, damit will ich ÜBERHAUPT nichts zu tun haben und unterstütze das auf keinen Fall. Das ist es was ich vorher nicht so locker gesehen habe und ich leider hochgegangen bin wenn man mich damit geärgert hat. Jetzt sehe ich es ein wenig lockerer aber irgendwie denke ich, dass man mich hier nicht will und nicht akzeptieren will. Sollte ich es einfach mit Humor nehmen und gut ist? Einfach mich damit nicht ärgern lassen`? Soll ich auf ne Party gehen und nix trinken? Das Geglotze von den anderen einfach so über mich ergehen lassen bis die mich so akzeptieren und denken dann will er das halt so? Das sind so Fragen die mich beschäftigen und noch ohne Lösung da sind.

    Gruss Scorpio

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